[0001] Die Erfindung betrifft eine Zerkleinerungsvorrichtung für Schüttgut, insbesondere
einen Kreiselbrecher.
[0002] Zerkleinerungsvorrichtungen für Schüttgut, insbesondere und beispielsweise Kreiselbrecher,
werden beispielsweise in Minen oder Aufbereitungsanlagen eingesetzt. Sie dienen dazu
grobes Schüttgut weiter zu zerkleinern. Beispielsweise werden Erze bergmännisch abgebaut
und vor dem Weitertransport vorzerkleinert. Hierdurch wird beispielsweise eine Homogenisierung
und eine bessere Weiterverarbeitbarkeit gewährleistet.
[0005] Kommt es zu einem Stromausfall, so wird die Zerkleinerungsvorrichtung, beispielsweise
Kreiselbrecher, mit Schüttgut im Brechraum angehalten. Hierdurch können Teile der
Zerkleinerungsvorrichtung, zum Beispiel Lager, beschädigt werden. Auch ein erneutes
Anfahren ist dann oft nicht mehr möglich. Dieses führt zu einem Stillstand, in welchem
der Brechraum meist manuell gelehrt und gegebenenfalls die Zerkleinerungsvorrichtung
repariert werden muss. Diese Stillstandszeiten haben massive Auswirkungen auf die
davor oder dahinterliegenden Prozessschritte, zum Beispiel den Abbau von Erz in einer
Mine oder die Herstellung von Zement in einem Zementwerk.
[0007] Problematisch ist hierbei, dass die Zerkleinerung von Schüttgut, beispielsweise von
Erzen, sehr energieaufwendig ist. Die Motorisierung einer Zerkleinerungsvorrichtung
Schüttgut ist daher üblicherweise vergleichsweise hoch und im Leistungsbereich100
kW bis 10 MW. Hinzu kommt, dass die Umgebungsbedingungen, in den eine Zerkleinerungsvorrichtung
für Schüttgut betrieben wird, beispielsweise durch Staubbildung, herausfordernd sind.
[0008] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Zerkleinerungsvorrichtung zu schaffen, welche
auch bei einem Stromausfall nicht beschädigt wird.
[0009] Gelöst wird diese Aufgabe durch die Zerkleinerungsvorrichtung mit den in Anspruch
1 angegebenen Merkmalen. Vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich aus den Unteransprüchen
und der nachfolgenden Beschreibung.
[0010] Die erfindungsgemäße Zerkleinerungsvorrichtung dient zur Zerkleinerung von Schüttgut.
Beispiel für Schüttgüter sind insbesondere bevorzugt Steine, insbesondere Hartgesteine,
insbesondere Erze, sowie Abraum.
[0011] Das grob zerkleinerte Schüttgut wird von oben in die Zerkleinerungsvorrichtung eingeführt.
Die Zerkleinerungsvorrichtung wird elektrisch angetrieben. Die Zerkleinerungsvorrichtung
weist einen Brechraum mit einem Arbeitsvolumen auf, wobei das Arbeitsvolumen im Betrieb
mit Schüttgut gefüllt ist.
[0012] Kommt es nun zu einem Stromausfall, so würde der elektrische Antrieb der Zerkleinerungsvorrichtung
ausfallen und somit die Zerkleinerungsvorrichtung mit Schüttgut im Brechraum stehen
bleiben. Hierdurch kann eine Beschädigung der Zerkleinerungsvorrichtung erfolgen.
Auf jeden Fall ist das Wiederanfahren der Zerkleinerungsvorrichtung erschwert.
[0013] Daher weist die Zerkleinerungsvorrichtung eine Energiespeichervorrichtung auf. Die
Energiespeichervorrichtung weist eine Kapazität auf, wobei die Kapazität wenigstens
ausreichend ist, das im Arbeitsvolumen befindliche Schüttgut mittels der Zerkleinerungsvorrichtung
zu zerkleinern und aus der Zerkleinerungsvorrichtung auszuführen.
[0014] Üblicherweise benötigt eine Zerkleinerungsvorrichtung für Schüttgut zwischen 1 bis
10 Minuten, um alles in der Zerkleinerungsvorrichtung befindliche Schüttgut zu zerkleinern.
Daher ist die Kapazität der Energiespeichervorrichtung so zu wählen, dass diese der
maximalen Leistungsaufnahme der Zerkleinerungsrichtung für 1 bis 10 Minuten entspricht.
[0015] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die Zerkleinerungsvorrichtung
ein Kreiselbrecher. Kreiselbrecher sind beispielsweise in der
DE 10 2013 008 612 A1 und der
DE 10 2015 122 372 A1 beschrieben, deren Offenbarung hiermit vollumfänglich mit aufgenommen wird.
[0016] Kreiselbrecher sind besonders gut geeignet, um grobes Schüttgut, beispielsweise abgebautes
Erz inklusive Abraum, weiter zu zerkleinern und somit leichter transportierbar und
besser verarbeitbar zu machen. Grobes Schüttgut ist somit im Sinne der Erfindung Schüttgut,
welches durch die Zerkleinerungsvorrichtung, zum Beispiel einen Brecher, weiter zerkleinert
werden soll. Selbstverständlich kann das durch die Zerkleinerungsvorrichtung zerkleinerte
Schüttgut für andere Prozesse immer noch als grob angesehen werden und beispielsweise
in Mühlen weiter zerkleinert werden. Im Sinne der Erfindung dient die Einteilung in
grobes Schüttgut dazu, dass zugeführte (grobe) Schüttgut, von dem durch die Zerkleinerungsvorrichtung
zerkleinertem Schüttgut zu unterscheiden.
[0017] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung weist die Zerkleinerungsvorrichtung
eine Leistung von 100 kW bis 10 MW auf, wobei die Energiespeichervorrichtung eine
Kapazität von 1 kWh bis 2 MWh aufweist. Besonders bevorzugt entspricht die Kapazität
der Energiespeichervorrichtung der maximalen Leistungsaufnahme der Zerkleinerungsvorrichtung
bei einer Laufzeit von 1 bis 10 Minuten.
[0018] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung weist die Energiespeichervorrichtung
wenigstens ein Sekundärelement auf.
[0019] In einer bevorzugten Ausführungsform ist das Sekundärelement ein Sekundärelement
auf der Basis Blei - Blei(II)-sulfat - Blei(IV)-oxid. Hierbei können in einer beispielhaften
und bevorzugten Ausführungsform handelsübliche Bleiakkumulatoren aus dem KFZ-Bereich
verwendet werden, welche eine übliche Kapazität in der Größenordnung von 1 kWh bei
12 V aufweisen. Vorteil dieser Ausführungsform ist die günstige Verfügbarkeit der
einzelnen Bleiakkumulatoren. Die zum Erreichen der üblicherweise höheren Betriebsspannung
von ∼1 kV Verwendung von etwa 100 Autobatterien führt auch zu einer Gesamtkapazität
von 100 kWh, was somit bereits für kleinere Kreiselbrecher mit etwa 500 kW und eine
Laufzeit von grob 10 Minuten ausreichend ist.
[0020] Alternativ können Bleiakkumulatoren auf der Basis Blei - Blei(II)-sulfat - Blei(IV)-oxid
mit nur einer Zelle und somit etwa 2 V sowie einer Kapazität von etwa 10 kWh verwendet
werden, wie diese beispielsweise im Schiffsbau verwendet werden. Solche Akkumulatoren
sind auch zur Absicherung von Kreiselbrechern mit Brechleistung von bis zu 15 kt/h
und einer Leistungsaufnahme von etwa 2 MW ausreichend. Eine Reihenschaltung von etwa
120 dieser Zellen ergibt eine Spannung von etwa 240 V bei einer Kapazität von 1,2
MWh.
[0021] Vorteil der Verwendung von Bleiakkumulatoren ist die günstige Verfügbarkeit. Gerade
für solche Anwendungen können auch Akkumulatoren verwendet werden, welcher für Hochleistungsanwendungen,
zum Beispiel im Automobilbereich, nach wenigen Benutzungsjahren aussortiert und somit
günstig verfügbar sind. Da es bei dieser Anwendung nicht primär um Leistungsgewicht
und Kapazität geht, ist auch diese Sekundärverwendung solche Akkumulatoren sehr gut
möglich.
[0022] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung weist die Energiespeichervorrichtung
wenigstens ein Sekundärelement auf der Basis der Lithium-Technologie auf. Vorteil
der Lithium-Technologie ist zum einen die durch die kleinere Zellgröße regelmäßig
höhere Spannung und zum anderen eine theoretisch höhere Kapazität bei gleichem Gewicht.
Des Weiteren solche Sekundärelemente auch zur Abgabe größerer Spitzenströme geeignet.
Nachteilig sind hier jedoch regelmäßig die höheren Kosten und die wesentlich höhere
Komplexität der Überwachung der einzelnen Zellen.
[0023] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung weist die Energiespeichervorrichtung
wenigstens einen Kondensator auf. Kondensatoren sind in der Lage elektrische Energie
praktisch verlustfrei zu speichern und wieder zur Verfügung zu stellen. Nachteilig
ist regelmäßig die geringe Kapazität, welche mittels Kondensatoren realisierbar ist.
Des Weiteren ist nachteilig, dass die Spannung, und somit die abgegebene Leistung,
eines Kondensator stark vom Ladezustand abhängig ist.
[0024] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung weist die Energiespeichervorrichtung
ein Notstromaggregat auf, beispielsweise einen Dieselgenerator. Vorteil eines Dieselgenerators
ist, dass dieser auch deutlich längere Zeiten überbrücken kann und so gegebenenfalls
vorgelagerte oder nachgelagerte Prozesse nicht durch Ausfall der Zerkleinerungsvorrichtung
blockiert. Besonders bevorzugt weist die Energiespeichervorrichtung wenigstens ein
Sekundärelement und ein Notstromaggregat in Kombination auf. Das Sekundärelement ist
in der Lage, die Zeit zu überbrücken, welche notwendig ist um das Notstromaggregat
zu starten.
[0025] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung weist Zerkleinerungsvorrichtung zusätzlich
zum elektrischen Antrieb einen Verbrennungsmotor auf, welche mechanisch die Verkleidungsvorrichtung
betreibt. Vorteil dieser Ausführungsform gegenüber der Verwendung eines Notstromaggregats
ist es, das auf die Umwandlung der Bewegungsenergie in elektrische Energie und zurück
in Bewegungsenergie verzichtet werden kann. Hierdurch wird eine Effizienzsteigerung
erreicht.
[0026] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung weist die Zerkleinerungsvorrichtung
einen oberhalb des Brechraums angeordneten Aufgabebunker auf. Die Kapazität der Energiespeichervorrichtung
ist ausreichend, sodass im Arbeitsvolumen und im Aufgabebunker befindliche Schüttgut
mittels der Zerkleinerungsvorrichtung zerkleinert und aus der Zerkleinerungsvorrichtung
ausgeführt werden kann.
[0027] Beispielsweise und insbesondere kann der Aufgabebunker ein Fassungsvermögen von 200
t bis 2000 t Schüttgut, bevorzugt von 500 t bis 1000 t, aufweisen.
[0028] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung weist die Zerkleinerungsvorrichtung
einen unterhalb des Brechraums angeordneten Austragsbunker auf, wobei das Volumen
des Austragsbunkers wenigstens der Summe des Arbeitsvolumens und dem Volumen des Aufgabebunkers
entspricht.
1. Zerkleinerungsvorrichtung für Schüttgut, wobei das grob zerkleinerte Schüttgut von
oben in die Zerkleinerungsvorrichtung eingeführt wird, wobei die Zerkleinerungsvorrichtung
elektrisch angetrieben wird, wobei die Zerkleinerungsvorrichtung einen Brechraum mit
einem Arbeitsvolumen aufweist, wobei das Arbeitsvolumen im Betrieb mit Schüttgut gefüllt
ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Zerkleinerungsvorrichtung eine Energiespeichervorrichtung aufweist, wobei die
Energiespeichervorrichtung eine Kapazität aufweist, wobei die Kapazität wenigstens
ausreichend ist, das im Arbeitsvolumen befindliche Schüttgut mittels der Zerkleinerungsvorrichtung
zu zerkleinern und aus der Zerkleinerungsvorrichtung auszuführen.
2. Zerkleinerungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Zerkleinerungsvorrichtung ein Kreiselbrecher ist.
3. Zerkleinerungsvorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Zerkleinerungsvorrichtung eine Leistung von 100 kW bis 10 MW aufweist, wobei
die Energiespeichervorrichtung eine Kapazität von 1 kWh bis 2 MWh aufweist.
4. Zerkleinerungsvorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Energiespeichervorrichtung wenigstens ein Sekundärelement aufweist.
5. Zerkleinerungsvorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Energiespeichervorrichtung wenigstens einen Notstromgenerator aufweist.
6. Zerkleinerungsvorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Zerkleinerungsvorrichtung einen oberhalb des Brechraums angeordneten Aufgabebunker
aufweist, wobei die Kapazität der Energiespeichervorrichtung ausreichend ist, das
im Arbeitsvolumen und im Aufgabebunker befindliche Schüttgut mittels der Zerkleinerungsvorrichtung
zu zerkleinern und aus der Zerkleinerungsvorrichtung auszuführen.
7. Zerkleinerungsvorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Zerkleinerungsvorrichtung einen unterhalb des Brechraums angeordneten Austragsbunker
aufweist, wobei das Volumen des Austragsbunkers wenigstens der Summe des Arbeitsvolumens
und dem Volumen des Aufgabebunkers entspricht.