[0001] Die Erfindung betrifft eine Werkzeugeinbauhilfe für den Einbau eines Werkzeuges in
eine Presse, insbesondere eine Feinschneidpresse.
[0002] Solche Werkzeugeinbauhilfen sind im Stand der Technik grundsätzlich bekannt. Sie
dienen dazu, ein Werkzeug einer Presse mittels einer Werkzeugwechselplatte, in oder
an der das Werkzeug befestigt ist, in eine Presse zu transferieren, insbesondere auf
den Pressentisch bzw. die Aufspannplatte der Presse, um so das Werkzeug in der Presse
in Betrieb zu nehmen. Z.B. ist dies vorgesehen, wenn ein bisheriges Werkzeug abgenutzt
ist und gegen ein neues Werkzeug ersetzt werden muss.
[0003] Aufgrund der erheblichen Gewichte der Werkzeuge und der Werkzeugwechselplatte kann
ein solcher Wechsel nicht rein manuell vorgenommen werden. Vielmehr erfolgt ein Transfer
einer Werkzeugwechselplatte aus einem Bereich vor der Presse in die Presse hinein
mittels einer Antriebsvorrichtung, insbesondere einer motorischen Antriebvorrichtung,
die das Verschieben der Werkzeugwechselplatte in einer horizontalen Ebene in die Presse
hinein vornimmt.
[0004] Gemäß dem bisherigen Stand der Technik sind Antriebsvorrichtungen für den Transfer
der Werkzeugwechselplatte separate Einheiten, die teuer sind und viel Platz im Bereich
vor der Presse beanspruchen. Z.B. können solche Antriebsvorrichtungen als motorisch
angetriebene Schubgliederketten ausgebildet sein, die eine Schubkraft auf die Werkzeugwechselplatte
ausüben, um dieser in die Presse, insbesondere auf deren Aufspannplatte zu verschieben.
[0005] Es ist vor diesem geschilderten Hintergrund eine Aufgabe der Erfindung, eine Werkzeugeinbauhilfe
bereitzustellen, die günstiger konstruiert sein kann und weniger Raum, bevorzugt gar
keinen Extraraum in einem Bereich vor der Presse beansprucht.
[0006] Diese Aufgabe wird mit einer Werkzeugeinbauhilfe gelöst, die eine Haltekonsole umfasst,
die am Ständer / Gestell einer Presse befestigbar ist und die weiterhin eine Werkzeugwechselplatte
umfasst, in oder an der ein zu wechselndes Werkzeug befestigbar ist, insbesondere
in deren Ausnehmung ein zu wechselndes Werkzeug einsetzbar ist, wobei die Werkzeugwechselplatte
auf ein Aufnahmeelement der Haltekonsole auflegbar ist.
[0007] Hier kann es vorgesehen sein, dass das Aufnahmeelement mit einem die Werkzeugwechselplatte
tragenden Bereich in derselben Ebene angeordnet ist, wie die Aufnahmeebene der Aufspannplatte
der Presse, auf die das Werkzeug mit der Werkzeugwechselplatte transferiert werden
soll. So kann erfindungsgemäß nach der Befestigung der Haltekonsole an der Presse
die Werkzeugwechselplatte von dem Aufnahmeelement in die Richtung und auf die Aufspannplatte
der Presse überführt werden.
[0008] Erfindungsgemäß ist es weiterhin vorgesehen, dass in der Werkzeugwechselplatte eine
Antriebsvorrichtung, insbesondere eine motorisch oder manuell antreibbare Antriebsvorrichtung
angeordnet ist, mit der die Werkzeugwechselplatte auf dem Aufnahmeelement verschiebbar
ist, insbesondere in Richtung zum Ständer / Gestell transportierbar ist, bevorzugt
von dem Aufnahmeelement auf die Aufspannplatte des Ständers / Gestell überführbar
ist.
[0009] Weiterhin ist es gemäß der Erfindung vorgesehen, dass die Antriebsvorrichtung der
Werkzeugwechselplatte wenigstens ein angetriebenes erstes Antriebselement umfasst,
und das Aufnahmeelement wenigstens ein nicht angetriebenes zweites Antriebselement
umfasst, die zur Verschiebung der Werkzeugwechselplatte wirkverbunden sind. Obwohl
das zweite Antriebselement selbst nicht angetrieben ist, um die Werkzeugwechselplatte
zu bewegen wird es als Antriebselement bezeichnet, weil es einen Teil des kinematischen
Antriebsstrangs darstellt, der zur Bewegung der Werkzeugwechselplatte zum Einsatz
kommt. Das wenigstens eine zweite Antriebselement ist somit ein passives Element,
das während der Bewegung der Werkzeugwechselplatte selbst in Ruhe, also ortsfest ist.
[0010] Es ist ein wesentlicher Unterschied der Erfindung gegenüber dem Stand der Technik,
dass der Antrieb für die Bewegung der Werkzeugwechselplatte nicht separat von der
Werkzeugwechselplatte ist, sondern bei der Erfindung eine Antriebsvorrichtung in die
Werkzeugwechselplatte integriert ist. Mittels dieser Antriebsvorrichtung kann das
genannte wenigstens eine erste Antriebselement gegenüber dem Aufnahmeelement angetrieben
werden, insbesondere direkt, wenn z.B. die Antriebsvorrichtung der Werkzeugwechselplatte
einen Motor bereits umfasst oder zumindest indirekt, wenn ein Motor z.B. nicht in
der Werkzeugwechselplatte integriert, sondern extern zu dieser ist.
[0011] In letzterem Fall kann ein indirekter Antrieb z.B. so erfolgen, dass von einem externen
Motor oder auch einem manuell betätigten Element, z.B. über ein Kupplungselement an
der Werkzeugwechselplatte eine antreibende Kraft oder ein antreibendes Drehmoment
in die Werkzeugwechselplatte übertragen wird, wobei die Antriebsvorrichtung der Werkzeugwechselplatte
vorgesehen ist, die Kraft oder das Drehmoment auf das wenigstens eine erste angetriebene
Antriebselement zu übertragen. Die Antriebsvorrichtung der Werkzeugwechselplatte kann
somit als ein Kraft- oder Drehmomentübertragungssystem, z.B. als ein Getriebe ausgebildet
sein zur Kraft- oder Drehmomentübertragung zwischen dem Kupplungselement und dem wenigstens
einen ersten Antriebselement.
[0012] Die Wirkverbindung zwischen dem wenigstens einen angetriebenen ersten Antriebselement
und dem nicht angetriebenen wenigstens einen zweiten Antriebselement an dem Aufnahmeelement
bewirkt eine Kraft- oder Drehmomentübertragung zwischen der Werkzeugwechselplatte
und dem Aufnahmeelement, so dass durch diese Übertragung die Werkzeugwechselplatte
relativ zu dem zur Presse ruhenden Aufnahmeelement bewegt werden kann.
[0013] Durch die zumindest teilweise Integration der Antriebsvorrichtung, also ggfs. bis
auf den Motor oder ein manuelles Betätigungselement, in die Werkzeugwechselplatte
reduzieren sich die Anforderungen für den benötigten Bauraum für eine Antriebsvorrichtung
vor der Presse.
[0014] Darüber hinaus reduziert sich der Aufwand für die Kraftübertragung zwischen der Antriebsvorrichtung
und der Werkzeugwechselplatte, da die dafür nötigen Komponenten, insbesondere Getriebekomponenten
in der Werkzeugwechselplatte enthalten sind. Insbesondere muss ein Motor zum Antrieb
der Werkzeugwechselplatte nicht ortsfest zur Presse angeordnet werden, da sich bei
der Erfindung die für den Antrieb wirkende Kraft zwischen der Werkzeugwechselplatte
und dem Aufnahmeelement entfaltet, welches seinerseits mit der Presse verbunden ist.
Die antreibenden Kräfte wirken somit faktisch direkt zwischen der Werkzeugwechselplatte
und der Presse. Somit kann ein Motor auch mit der Werkzeugwechselplatte mitbewegt
werden.
[0015] In besonders bevorzugter Ausführung kann es die Erfindung vorsehen, dass das wenigstens
eine nicht angetriebene zweite Antriebselement aus einer Ruheposition in eine Arbeitsposition
bringbar ist, wobei das wenigstens eine zweite Antriebselement nur in der Arbeitsposition
mit dem wenigstens einen ersten Antriebselement wirkverbunden ist.
[0016] Ruhe- und Arbeitsposition sind bevorzugt Positionen, die das wenigstens eine zweite
Antriebselement am Aufnahmeelement einnimmt. Zwischen den beiden Positionen kann das
Antriebselement z.B. mittels einer translatorischen und/oder auch rotatorischen Bewegung
relativ zum Aufnahmeelement überführt werden. Da in der Ruheposition keine Wirkverbindung
zwischen dem wenigstens einen ersten und zweiten Antriebselement vorliegt, kann diese
Ruheposition z.B. dafür vorgesehen sein, die Werkzeugwechselplatte auf das Aufnahmeelement
aufzulegen, wobei es hiernach zunächst frei auf dem Aufnahmeelement verschieblich
ist, insbesondere in horizontaler Richtung.
[0017] Wird das wenigstens eine zweite nicht angetriebene Antriebselement aus der Ruheposition
in die Arbeitsposition überführt, so entsteht hierbei die Wirkverbindung zwischen
dem wenigstens einen ersten und zweiten Antriebselement, insbesondere gelangen diese
hierbei miteinander in Eingriff. Die Werkzeugwechselplatte ist hiernach nicht mehr
frei verschieblich, jedoch nun mit seiner integrierten Antriebsvorrichtung verschiebbar
in Richtung zur Presse und weg von der Presse.
[0018] Die Erfindung kann in einer bevorzugten Weiterbildung vorsehen, dass an der Werkzeugwechselplatte
bezüglich der Verschieberichtung, insbesondere der Richtung zur Presse wenigstens
ein angetriebenes vorderes erstes Antriebselement und wenigstens ein angetriebenes
hinteres erstes Antriebselement angeordnet ist, wobei vorderes und hinteres erstes
Antriebselement synchron angetrieben sind. Vorderes und hinteres erstes Antriebselement
sind beide Teil der Antriebvorrichtung der Werkzeugwechselplatte. Hierdurch kann die
Kraft oder ein Drehmoment zur Bewegung der Werkzeugwechselplatte an wenigstens zwei
in der Verschieberichtung beabstandete angetriebene erste Antriebelemente auf ein
nicht angetriebenes zweites Antriebelement übertragen werden, insbesondere, was die
Kraftübertragung auf mehrere Stellen gleichmäßig verteilt.
[0019] Dies bietet den Vorteil, dass in einer Weiterbildung es vorgesehen sein kann, dass
in einem ersten Verschiebebereich, insbesondere anfänglichen Verschiebebereich, das
wenigstens eine vordere und das wenigstens eine hintere erste Antriebelement gleichzeitig
mit demselben zweiten Antriebselement wirkverbunden sind und in einem zweiten, auf
den ersten in Verschieberichtung nachfolgenden Verschiebebereich nur das wenigstens
eine hintere erste Antriebselement mit dem zweiten Antriebselement wirkverbunden ist.
Während des Transfers der Werkzeugwechselplatte, kann sich somit das wenigstens eine
vordere erste Antriebselement aus dem Eingriff mit dem zweiten Antriebselement lösen,
wobei der Antrieb weiterhin über das wenigstens eine hintere erste Antriebselement
gewährleistet wird. Es kommt somit nicht zu einer Kraftunterbrechung, obwohl sich
die Werkzeugwechselplatte aus dem Aufnahmeelement herausbewegt.
[0020] Besonders vorteilhaft ist es, wenn im zweiten Verschiebebereich das wenigstens eine
vordere erste Antriebselement mit wenigstens einem dritten nicht angetriebenen Antriebselement
an der Presse in Wirkverbindung bringbar ist, insbesondere bei Befestigung der Werkzeugeinbauhilfe
an einer Presse mit wenigstens einem dritten nicht angetriebenen Antriebselement der
Presse in Wirkverbindung steht.
[0021] Das vordere erste Antriebselement löst sich somit während des Transfers zur Presse
aus dem Eingriff mit dem zweiten Antriebselement und gelangt mit einem dritten nicht
angetriebenen Antriebselement der Presse in Wirkverbindung, insbesondere während das
wenigstens eine hintere erste Antriebelement kontinuierlich mit dem zweiten Antriebelement
wirkverbunden ist.
[0022] Weiter bevorzugt ist es, wenn in einem dritten Verschiebebereich, der in Verschieberichtung
auf den zweiten Verschiebereich folgt das wenigstens eine vordere und hintere erste
Antriebselement keine Wirkverbindung zu dem wenigstens einen zweiten Antriebselement
aufweisen, insbesondere in dem dritten Verschiebebereich bei Befestigung der Werkzeugeinbauhilfe
an einer Presse das wenigstens eine vordere und hintere erste Antriebselement gleichzeitig
mit wenigstens einem dritten nicht angetriebenen Antriebselement an der Presse in
Wirkverbindung stehen.
[0023] Die Werkzeugwechselplatte fährt somit vom Aufnahmeelement in die Presse hinein, wobei
die antreibende Kraft sich zunächst nur am Aufnahmeelement abstützt, dann gleichzeitig
am Aufnahmeelement und der Presse und sich letztendlich nur an der Presse abstützt.
[0024] Bevorzugt kann es die Erfindung vorsehen, dass an der Werkzeugwechselplatte an jeder
der beiden sich gegenüberliegenden, parallel zur Verschieberichtung verlaufenden Seitenwänden
jeweils wenigstens ein vorderes und wenigstens ein hinteres erstes Antriebselement
angeordnet ist, insbesondere die mit wenigstens einem entlang der jeweiligen Seitenwand
am Aufnahmeelement angeordneten jeweiligen zweiten Antriebelement zur Verschiebung
wirkverbunden sind.
[0025] So kann die Werkzeugwechselplatte besonders gut verkippungsfrei in der gewünschten
Verschieberichtung bewegt werden.
[0026] In konstruktiv bevorzugter Ausgestaltung sieht es die Erfindung vor, dass das wenigstens
eine erste Antriebselement, insbesondere das wenigstens eine vordere und hintere erste
Antriebselement als angetriebenes Zahnrad ausgebildet ist und das wenigstens eine
zweite, insbesondere auch das dritte Antriebselement als damit kämmend in Eingriff
stehende Zahnstange ausgebildet ist.
[0027] In einer möglichen Konstruktion weist somit das Aufnahmeelement zwei sich gegenüberliegende
Zahnstangen als zweite nicht angetriebene Antriebselemente auf, zwischen denen die
Werkzeugwechselplatte angeordnet ist, wobei in einer jeweiligen Seitenwand der Werkzeugwechselplatte,
die jeweils einer Zahnstange gegenüberliegt, zur Zahnstange vorspringende und mit
dieser kämmende vordere und hintere Zahnräder als jeweiliges erstes angeriebenes Antriebselement
vorgesehen sind. Die antreibenden Kräfte werden somit an wenigstens vier Punkten von
der Werkzeugwechselplatte nach außen übertragen, zunächst nur auf das Aufnahmeelement,
dann auf Aufnahmeelement und die Presse und hiernach nur auf die Presse. In der Presse
sind sich gegenüberliegend Zahnstangen als jeweiliges drittes Antriebselement so angeordnet,
dass die Zahnstangen von dritten und zweiten Antriebselement miteinander fluchtend
ausgerichtet sind und zahnsynchron positioniert sind.
[0028] Die jeweilige Zahnstange des zweiten Antriebselementes kann bevorzugt um eine parallel
zur Verschieberichtung und parallel zur Zahnstangenerstreckung liegende Drehachse
aus der Ruheposition in die Arbeitsposition verschwenkbar sein.
[0029] Die angetriebenen vorderen und hinteren Zahnräder der ersten Antriebselemente an
den beiden Seitenwänden der Werkzeugwechselplatte sind weiter bevorzugt jeweils auf
einer gemeinsamen ersten Antriebswelle befestigt, und jede erste Antriebswelle ist
an deren in Verschieberichtung hinteren Ende mit einer jeweiligen dazu senkrecht liegenden
zweiten Antriebswelle gekoppelt, insbesondere über Kegelzahnräder. Über ein drehbares
Kupplungselement, das an einer senkrecht zu den Seitenwänden liegenden Stirnwand der
Werkzeugwechselplatte angeordnet ist, kann eine manuell oder motorisch erzeugte Drehbewegung
auf die zweiten Antriebswellen übertragen werden, insbesondere über ein Getriebe,
wie z.B. ein Winkelgetriebe oder Schneckengetriebe. Mit einem an dem Kupplungselement
befestigten Motor oder auch einer Handkurbel kann eine Drehung aller wenigstens vier
Zahnräder bewirkt werden, die in Verschieberichtung vorne und hinten jeweils an einer
jeweiligen Seitenwand der Werkzeugwechselplatte angeordnet sind.
[0030] Das Aufnahmeelement kann an Tragstützen der Haltekonsole gelenkig befestigt sein.
Um die Haltekonsole an einer Presse zu befestigen, kann das Aufnahmeelement z.B. aus
einer zunächst parallelen Lage zwischen zwei bevorzugt vertikalen Tragstützen um 90
Grad verschwenkt werden und hiernach fixiert werden, z.B. durch Fixierstreben, die
sich jeweils zwischen dem unteren Ende der Tragstütze und dem von der Presse abgewandten
Ende des Aufnahmeelementes erstrecken.
[0031] An dem zur Presse weisenden Ende des Aufnahmeelements kann dieses Befestigungselemente
aufweisen, insbesondere die in Richtung zur Presse vorspringen und die in korrespondierenden
Befestigungselemente der Presse eingreifen können.
[0032] Eine bevorzugte Ausführung wird anhand der Figuren näher erläutert. Alle Figuren
zeigen dieselbe Ausführung der Erfindung in verschiedenen Ansichten, so dass die Figuren
nachfolgend insgesamt gemeinschaftlich beschrieben werden. Hierbei zeigen:
- Figur 1a:
- in perspektivischer Ansicht die Werkzeugeinbauhilfe an einer Presse mit der Werkzeugwechselplatte
in einer Anfangsposition
- Figur 1b:
- in perspektivischer Ansicht die Werkzeugeinbauhilfe an einer Presse mit der Werkzeugwechselplatte
in einer Übergangsposition
- Figur 1c:
- in perspektivischer Ansicht die Werkzeugeinbauhilfe an einer Presse mit der Werkzeugwechselplatte
in der Endposition
- Figur 2:
- Seitenansichten der Werkzeugeinbauhilfe an einer Presse mit der Werkzeugwechselplatte
in einer Anfangsposition
- Figur 3a:
- die Werkzeugwechselplatte ohne Werkzeug
- Figur 3b:
- die Werkzeugwechselplatte mit Werkzeug.
[0033] Gezeigt ist eine Werkzeugeinbauhilfe 1 für eine Presse 2, die hier zusammen mit einem
Teil der Presse 2 gezeigt ist.
[0034] Die Werkzeugeinbauhilfe 1 umfasst zwei vertikale Tragstützen 1b, an deren oberen
Ende ein Aufnahmeelement 1a gelenkig befestigt ist, so dass das Aufnahmeelement 1a
in die hier gezeigte horizontale Position aufgeklappt werden kann. Mit den Fixierstreben
1c wird die horizontale Ausrichtung des Aufnahmeelementes 1a gesichert. Aus dem Aufnahmeelement
1a, den Tragstützen 1b und den Fixierstreben 1c wird eine Haltekonsole 1 gebildet.
[0035] Die beiden vertikalen Tragstützen 1b der Haltekonsole 1 sind fest mit dem Pressenständer
2 verbunden. Mit den beiden Exzenterbolzen 1g, über welche die Fixierstreben 1c an
deren unteren Ende mit den Tragstützen 1b verbunden sind, kann die Aufnahmeebene 1e
ausgerichtet werden. Hiernach ist die Aufnahmeebene 1e zur Ebene des Pressentisches
bzw. der Aufspannplatte 2a fluchtend. Die Aufnahmeebene 1e ist hierbei die Ebene,
welche die Rollen 1f des Aufnahmeelementes 1a in den oberen Positionen tangiert. Auf
diesen Rollen 1f kann eine Werkzeugwechselplatte 3 in Richtung zur Presse 2 bewegt
werden.
[0036] Die Werkzeugwechselplatte 3 hat in der gezeigten Ausführung der Figuren 1a bis 3a
eine Ausnehmung 3c an oder über der ein Werkzeug befestigbar ist, welches in diesen
Figuren nicht dargestellt ist. Figur 3b zeigt beispielhaft die Ausführung eines möglichen
Werkzeuges 3d, welches an der Werkzeugwechselplatte 3 befestigt ist und zusammen mit
dieser in die Presse hineinbewegt und aus dieser herausbewegt werden kann.
[0037] In den beiden Seitenwänden 3a der Werkzeugwechselplatte 3 sind jeweils zwei Zahnräder
angeordnet, wobei das Zahnrad 6a mit Bezug auf die zur Presse weisende Verschieberichtung
vorne angeordnet ist und das Zahnrad 6b hinten. Die Zahnräder 6a und 6b in jeder der
beiden Seitenwände 3a bilden somit vordere und hintere erste angetriebene Antriebselemente.
Diese sind synchron angetrieben durch die Wellen 6c und 6d, die mittels des Kupplungselementes
10 auf der von der Presse 2 abgewandten Stirnseite 3b, in Rotation versetzt werden
können. Dazu kann an dem Kupplungselement z.B. eine Handkurbel oder ein Motor angesetzt
werden. Das Kupplungselement 10 weist ein Getriebe 6f auf, das die beiden zur Stirnwand
parallelen Wellen 6d in Rotation versetzt, die wiederum über Kegelgetriebe in den
Ecken der Werkzeugwechselplatte 3 die Wellen 6c antreiben.
[0038] Parallel zu den Seitenwänden 3a verlaufen jeweilige Zahnstangen 7, die an dem Aufnahmeelement
1a angeordnet sind und dort zwischen einer Ruheposition und einer Arbeitsposition
um die Drehachsen 9 verschwenkt werden können. In der Arbeitsposition kämmen die Zahnräder
6 in den Zahnstangen 7.
[0039] Durch Rotation der Welle im Kupplungselement 10 können somit die Zahnräder 6 alle
synchron in Rotation versetzt werden, so dass diese in den Zahnstangen 7 in Richtung
zur Presse vor oder auch zurückfahren können und hierbei die Werkzeugwechselplatte
3 vor oder zurückbewegen.
[0040] Bei einer Bewegung in Richtung zur Presse kommen ab einer bestimmten Bewegungsweite
die vorderen Zahnräder 6a außer Eingriff mit den jeweiligen Zahnstangen 7, wobei aber
die hinteren Zahnräder 6b in Eingriff bleiben und für den Vorschub sorgen. Hiernach
gelangen die vorderen Zahnräder 6a in Eingriff mit den Zahnstangen 8 an der Presse
2 oberhalb der Aufspannplatte 2a, so dass die Antriebskraft oder das Antriebsdrehmoment
direkt auf die Presse übertragen wird. Die zugehörige Position der Werkzeugwechselplatte
ist in der Figur 1b gezeigt.
[0041] Anschließend gelangen die hinteren Zahnräder 6b außer Eingriff mit den Zahnstangen
7, wobei der weitere Antrieb sodann alleinig über die vorderen Zahnräder 6a erfolgt
die bereits in den Zahnstangen 8 kämmen. Hiernach kommen auch die hinteren Zahnräder
6b in Eingriff mit den Zahnstangen 8. Die dann erreichte Endposition ist in der Figur
1c gezeigt.
[0042] Der beschriebene Transfer eines nicht gezeigten Werkzeuges mit der Werkzeugwechselplatte
3 kann in umgekehrter Richtung und Weise ebenso erfolgen.
[0043] Erkennbar ist in den Figuren, dass außer dem Raum für die Haltekonsole aus Tragstützen
1b, Aufnahmeelement 1a und den Fixierstreben 1c kein weiterer Raum für eine Antriebseinheit
benötigt wird. Ein Motor kann z.B. in einfacher Ausführung als Akkuschrauber ausgebildet
sein oder Druckluftmotor mit faktisch keiner Bauraumanforderung. Ein Motor kann auch
als 2-kanalig abgesicherter Antrieb ausgebildet sein.
[0044] Die Erfindung ist somit gegenüber dem Stand der Technik sehr kleinbauend und günstig
zu realisieren, da die wesentlichen Komponenten der Antriebsvorrichtung in die Werkzeugwechselplatte
bereits integriert sind und die antreibenden Kräfte / Drehmomente direkt zwischen
der Werkzeugwechselplatte und dem Aufnahmeelement bzw. der Presse wirken und keine
externe Abstützung benötigen. Darüber hinaus kann das Aufnahmeelement 1a platzsparend
an das Pressengestell 2 geklappt werden, wenn es nicht benötigt wird.
1. Werkzeugeinbauhilfe für den Einbau eines Werkzeuges (3d) in eine Presse, insbesondere
Feinschneidpresse umfassend:
a. eine Haltekonsole (1), die am Ständer / Gestell (2) einer Presse befestigbar ist,
b. eine Werkzeugwechselplatte (3), in oder an der ein zu wechselndes Werkzeug (3d)
befestigbar ist, insbesondere in deren Ausnehmung ein zu wechselndes Werkzeug (3d)
einsetzbar ist, wobei die Werkzeugwechselplatte (3) auf ein Aufnahmeelement (1a) der
Haltekonsole (1) auflegbar ist,
c. wobei in der Werkzeugwechselplatte (3) eine Antriebsvorrichtung (4), insbesondere
eine motorisch oder manuell antreibbare Antriebsvorrichtung angeordnet ist, mit der
die Werkzeugwechselplatte (3) auf dem Aufnahmeelement (1a) verschiebbar ist, insbesondere
in Richtung zum Ständer / Gestell (2) transportierbar ist, bevorzugt von dem Aufnahmeelement
(1a) auf die Aufspannplatte (5) des Ständers / Gestell (2) überführbar ist,
d. wobei die Antriebsvorrichtung (4) der Werkzeugwechselplatte (3) wenigstens ein
angetriebenes erstes Antriebselement (6) umfasst, und das Aufnahmeelement (1a) wenigstens
ein nicht angetriebenes zweites Antriebselement (7) umfasst, die zur Verschiebung
der Werkzeugwechselplatte (3) wirkverbunden sind.
2. Werkzeugeinbauhilfe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das wenigstens eine nicht angetriebene zweite Antriebselement (7) aus einer Ruheposition
in eine Arbeitsposition bringbar ist, wobei das wenigstens eine zweite Antriebselement
(7) nur in der Arbeitsposition mit dem wenigstens einen ersten Antriebselement (6)
wirkverbunden ist.
3. Werkzeugeinbauhilfe nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an der Werkzeugwechselplatte (3) bezüglich der Verschieberichtung wenigstens ein
angetriebenes vorderes erstes Antriebselement (6a) und wenigstens ein angetriebenes
hinteres erstes Antriebselement (6b) angeordnet ist, wobei vorderes und hinteres Antriebselement
(6a, 6b) synchron angetrieben sind.
4. Werkzeugeinbauhilfe nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass in einem ersten Verschiebebereich, insbesondere anfänglichen Verschiebebereich, das
wenigstens eine vordere (6a) und das wenigstens eine hintere (6b) Antriebelement gleichzeitig
mit demselben zweiten Antriebselement (7) wirkverbunden sind und in einem zweiten,
auf den ersten in Verschieberichtung nachfolgenden Verschiebebereich nur das wenigstens
eine hintere (6b) erste Antriebselement mit dem zweiten Antriebselement (7) wirkverbunden
ist.
5. Werkzeugeinbauhilfe nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass im zweiten Verschiebebereich das wenigstens eine vordere erste Antriebselement (6a)
mit wenigstens einem dritten nicht angetriebenen Antriebselement (8) an der an der
Presse (2) in Wirkverbindung bringbar ist, insbesondere bei Befestigung der Werkzeugeinbauhilfe
an einer Presse (2) mit wenigstens einem dritten nicht angetriebenen Antriebselement
(8) der Presse in Wirkverbindung steht.
6. Werkzeugeinbauhilfe nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass in einem dritten Verschiebebereich, der in Verschieberichtung auf den zweiten Verschiebereich
folgt das wenigstens eine vordere und hintere erste Antriebselement (6a, 6b) keine
Wirkverbindung zu dem wenigstens einen zweiten Antriebselement (7) aufweisen, insbesondere
in dem dritten Verschiebebereich bei Befestigung der Werkzeugeinbauhilfe an einer
Presse (2) das wenigstens eine vordere und hintere erste Antriebselement (6a, 6b)
gleichzeitig mit wenigstens einem dritten nicht angetriebenen Antriebselement (8)
an der Presse (2) in Wirkverbindung stehen.
7. Werkzeugeinbauhilfe nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an der Werkzeugwechselplatte (3) an jeder der beiden sich gegenüberliegenden, parallel
zur Verschieberichtung verlaufenden Seitenwänden (3a) wenigstens ein vorderes und
wenigstens ein hinteres erstes Antriebselement (6a, 6b) angeordnet ist, insbesondere
die mit wenigstens einem entlang der jeweiligen Seitenwand (3a) am Aufnahmeelement
(1a) angeordneten jeweiligen zweiten Antriebelement (7) zur Verschiebung wirkverbunden
sind.
8. Werkzeugeinbauhilfe nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das wenigstens eine erste Antriebselement (6a), insbesondere das wenigstens eine
vordere und hintere erste Antriebselement (6a, 6b) als angetriebenes Zahnrad ausgebildet
ist und das wenigstens eine zweite (7), insbesondere auch das dritte (8) Antriebselement
als damit kämmend in Eingriff stehende Zahnstange ausgebildet ist.
9. Werkzeugeinbauhilfe nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Zahnstange des zweiten Antriebselementes (7) um eine parallel zur Verschieberichtung
und parallel zur Zahnstangenerstreckung liegende Drehachse (9) aus der Ruheposition
in die Arbeitsposition verschwenkbar ist.
10. Werkzeugeinbauhilfe nach einem der vorherigen Ansprüche 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass die angetriebenen vorderen und hinteren Zahnräder der ersten Antriebselemente (6a,
6b) jeweils auf einer gemeinsamen ersten Antriebswelle (6c) befestigt sind, und jede
erste Antriebswelle (6c) an deren in Verschieberichtung hinteren Ende (6c') mit einer
jeweiligen dazu senkrecht liegenden zweiten Antriebswelle (6d) gekoppelt ist, insbesondere
über Kegelzahnräder (6e).
11. Werkzeugeinbauhilfe nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass über ein drehbares Kupplungselement (10), dass an einer senkrecht zu den Seitenwänden
(3a) liegenden Stirnwand (3b) der Werkzeugwechselplatte (3) angeordnet ist, eine manuell
oder motorisch erzeugte Drehbewegung auf die zweiten Antriebswellen (6d) übertragbar
ist, insbesondere über ein Getriebe (6f).
12. Werkzeugeinbauhilfe nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Aufnahmeelement (1a) an Tragstützen (1b) der Haltekonsole (1) gelenkig befestigt
ist.