Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum mustergesteuerten Ausbilden der Anbindungspunkte
eines Effektfadens im Gewebe.
Stand der Technik
[0002] Das Einbringen von Effektfäden in ein Gewebe mittels Legenadeln, die zwischen dem
Blattanschlag und dem Webblatt von oben ins geöffnete Webblatt gestochen werden und
dadurch eine Effektfadenschlaufe ins Unterfach bringen ist - beispielsweise aus der
CH 490 541 A - seit längerem bekannt. Allerdings hat sich dabei das Problem gezeigt, dass die
Effektfadennadel nicht immer präzise in die gewünschte Kettfadenlücke, sondern allenfalls
in eine benachbarte Kettfadenlücke sticht. Dies kann verschiedene Gründe haben, beispielsweise
ein Vibrieren des Webgutes oder der Effektfadennadel, insbesondere bei höheren Webgeschwindigkeiten,
aber auch in der unterschiedlichen Qualität der Kettfäden liegen.
Darstellung der Erfindung
[0003] Aufgabe der Erfindung ist es, ein Herstellverfahren vorzuschlagen, bei dem die Einbindung
des Effektfadens in dem Sinne präzise ist, als dass die vorgenannte Unsicherheit,
ob sie genau zwischen zwei Kettfäden eingestochen wird oder knapp daneben, keine Rolle
spielt. Die Aufgabe wird dabei durch ein Herstellverfahren gemäss Anspruch 1 gelöst.
Dabei haben die Massnahmen der Erfindung zunächst einmal zur Folge, dass dadurch,
dass der Schussfaden, der den Effektfaden einbinden soll, über eine bestimmte Länge
über Kettfäden flottiert, also über eine gewisse Anzahl von Kettfäden geschossen wird.
Unter der Flottierung soll im Sinne dieser Erfindung der Bereich des jeweiligen Schussfadens
verstanden werden, der über mehrere Kettfäden eingebracht wurde, ohne unter einen
der Kettfäden angeordnet zu sein. Die Länge der Flottierung kann dabei in einer geometrischen
Länge, beispielsweise 1mm oder aber eine bestimmte Anzahl von Kettfäden, also beispielsweise
mindestens 6, angegeben werden. Dadurch, dass die Effektnadel innerhalb der flottierenden
Schussfadenlänge einsticht, rutscht der Effektfaden nach dem Einbinden, allenfalls
erst in einem der nachfolgenden Zyklen, an das jeweilige Ende der flottierenden Schussfadenlänge.
Da die beiden Enden der flottierenden Schussfadenlängen von der Gewebekonstruktion
eindeutig definiert sind, ist damit auch der Anbindungspunkt des Effektfadens präzise
definiert.
[0004] Besonders vorteilhaft kann das Verfahren der vorliegenden Erfindung angewendet werden,
wenn bei einem Gewebe, welches beim Herstellprozess in einzelne Gewebebahnen geschnitten
werden soll, durch das Einarbeiten von Zickzackstrukturen ein späteres Ausfransen
von vornherein verhindert werden soll, welches dann in einen weiteren Schritt mit
einem kalten Messer oder einem gleichwirkenden Werkzeug geschnitten wird. Dabei werden
Kettfäden, die nach dem Schneiden lose zwischen der Zickzackstruktur der Legefäden
bzw. Effektfäden und der Schneidekante im Gewebe liegen, anschliessend einfach abgezogen.
Wenn die Effektfadennadel nicht immer präzise in die gewünschte Kettfadenlücke sicht,
kann es vorkommen, dass die neben dem Zickzackstich liegenden Kettfäden vom Zickzackstich
einmal überstochen werden, ein anderes Mal aber frei liegen. Dadurch wird ein kontinuierliches
Abziehen der Kettfäden nicht möglich oder aber erschwert und die Fäden bleiben an
den Stellen, wo sie vom Zickzackstich überstochen werden, möglicherweise hängen und
reissen. Die Massnahmen der Erfindung in dieser vorteilhaften Anwendung lösen das
Problem dadurch, dass die Schussfäden zwischen den kantenseitigen Einbindungspunkten
zweier benachbarter Zickzacklinien über eine gewisse Schussfadenlänge flottieren.
Die Nadeln, die den Zickzackstich von oben ins Webfach bringen, müssen - wenn die
Massnahmen der Erfindung angewendet werden - lediglich irgendwo innerhalb des flottierenden
Schussfadenbereichs einstechen. Der Anbindungspunkt des Zickzackfadens rutscht nämlich
automatisch an die gewünschte Stellte, spätestens dann, wenn der nachfolgende Einstechvorgang
durchgeführt wird.
[0005] Eine weitere vorteilhafte Anwendung der vorliegenden Erfindung wird dadurch ermöglicht,
dass bei zwei - vorzugsweise ebenfalls zickzackförmigen - Effektfäden an bestimmten
Stellen so eingestochen wird, dass die beiden Fäden an bestimmten Stellen des Gewebes
sich berühren. Dies kann einerseits bestimmte optische Effekte ermöglichen. Andererseits
ist es aber auch möglich, die Effektfäden als Leiterfäden - nämlich als Metallfäden
oder metallbeschichtete Textilfäden, auszubilden und dann ganz bestimmte, präzise
Punkte zu gewährleisten, an denen die beiden Leiterfäden sich berühren und damit eine
elektrische Verbindung haben. Selbstverständlich kann dies über die Gewebelänge an
den verschiedensten Punkten geschehen, möglicherweise nur ein- oder zweimal über die
Gewebelänge oder auch bei jedem Zickzack. Insbesondere bei Etiketten, die mit elektrischen
Elementen, wie z.B. Sensoren oder Mikroprozessoren versehen werden, kann dadurch ein
bestimmtes Leitungsschema ermöglicht werden, insbesondere wenn mehr als zwei leitungsfähige
Effektfäden eingearbeitet werden. Es sollte in diesem Zusammenhang betont werden,
dass die leitenden Effektfäden keineswegs als zickzackförmig eingearbeitet werden
müssen, sondern auch über weiter Strecken beispielsweise mäanderförmig sein können
und nur im Berührpunkt die erfindungsgemässe Flottierung vorgesehen ist.
[0006] In einer Anwendung der Erfindung wird ein Textilgewebe hergestellt, das die Eigenschaft
einer textilen Leiterplatte hat. Dabei wird das Gewebe mehrschichtig zumindest mit
mehreren Kettfadenschichten gewoben, wobei eine der Kettfadenschichten wiederum leitende
Fäden, also Metallfäden oder beispielsweise an der Oberfläche metallisierte Fäden
aufweist. Dabei ist es für die hier beschriebene Anwendung möglich, dass alle oder
nur bestimmte Kettfäden dieser Kettfadenschicht die leitende Eigenschaft aufweisen.
Ebenso weisen bestimmte Schussfäden eine solche leitende Eigenschaft auf. Das Gewebe
ist dabei zunächst einmal so ausgelegt, dass sich die leitenden Schussfäden und die
leitenden Kettfäden nicht berühren, da sie beispielsweise durch eine nichtleitende
Kettfadenschicht voneinander getrennt sind. Durch die- selbst nichtleitenden - Legefäden
werden aber die leitenden Schussfäden und die leitenden Kettfäden miteinander verbunden.
In diesem Anwendungsfall wird die Position der Verbindungsstelle dadurch exakt festgelegt,
dass durch die Flottierung im Gewebe der Legefaden wiederum exakt an die Stelle rutscht,
an der die elektrische Verbindung vorgesehen ist. Wenn im Gewebe ein solcher Berührpunkt
der leitenden Schussfäden mit den leitenden Kettfäden hergestellt ist, wird der Legefaden
zum nächsten vorgesehenen Berührpunkt geführt und dort eingestochen. Anwendungen dieser
Ausführung sind vielfältig. Dabei kommen einerseits Antennenschleifen in Frage, die
in ein Textilgewebe eingearbeitet werden und die - nach dem Aufbringen beispielsweise
eines RFID Chips - ein RFID Textil (beispielsweise ein Etikett) ausbilden. Andererseits
kann mit Hilfe dieses Aspekts der Erfindung auch ein Heiztextil oder eine Induktionsschleife
zum Laden von Batterien oder zum drahtlosen Übertragen von Daten ausgebildet werden.
[0007] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Webmaschine sind in den abhängigen Ansprüchen
beschrieben.
[0008] Die vorbenannten, sowie die beanspruchten und in den nachfolgenden Ausführungsbeispielen
beschriebenen, erfindungsgemäss zu verwendenden Elemente unterliegen in ihrer Grösse,
Formgestaltung, Materialverwendung und ihrer technischen Konzeption keinen besonderen
Ausnahmebedingungen, so dass die in dem jeweiligen Anwendungsgebiet bekannten Auswahlkriterien
uneingeschränkt Anwendung finden können.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0009] Ausführungsbeispiele der Webmaschine werden nachfolgend anhand der Zeichnungen näher
beschrieben, dabei zeigen:
- Figur 1
- eine erste Anwendungsform der vorliegenden Erfindung, bei der sich zwei zickzackförmig
eingebrachte Legefäden an bestimmen Stellen berührend positionieren,
- Figur 2
- eine weitere Anwendungsform der vorliegenden Erfindung, bei der bei zwei gegenüberliegenden
zickzackförmig eingebrachten Legefäden sichergestellt wird, dass die Endpunkte der
Zickzackform jeweils in Kettfadenrichtung auf einer Linie positioniert sind,
- Figur 3
- eine Ausgestaltung der in Figur 2 dargestellten Anwendung der vorliegenden Erfindung
mit zusätzlicher Sicherung der Legefäden an den Zickzackendpunkten nach einem Zerschneiden
des Gewebes,
- Figur 4
- die Bindung für die Ausführung einer alternativen, sehr zuverlässigen Kaltschneidekante,
- Figur 5
- das Gewebe gemäss Figur 4, wie es sich auf der Webmaschine präsentiert,
- Figur 6
- ein Anwendungsbeispiel der vorliegenden Erfindung zum Herstellung textiler Leiterflächen,
- Figur 7
- ein textiles Heizband, hergestellt mittels den Massnahmen der vorliegenden Erfindung,
für grössere Heizleistung,
- Figur 8
- ein textiles Heizband, hergestellt mittels den Massnahmen der vorliegenden Erfindung,
für kleinere Heizleistung, und
- Figur 9
- eine Detaildarstellung zu Figur 7 bzw. 8.
Wege zur Ausführung der Erfindung
[0010] In Figur 1 ist eine erste Anwendung der vorliegenden Erfindung dargestellt. In diesem
Anwendungsfall soll sichergestellt werden, dass sich zwei benachbart eingebrachte,
zickzackförmig gelegte Zusatzfäden 30 und 34 an jeweils genau bestimmten Stellen 39
berühren. Dabei sollte bemerkt werden, dass es einerseits schwierig oder gar unmöglich
ist, zwei Zuführnadeln an dergleichen Position einstechen zu lassen, da sie sich gegenseitig
stören würden. Wie aber in Figur 1 gezeigt wird, können die beiden Zuführnadeln 32
und 36 grundsätzlich irgendwo innerhalb des Flottierungsbereichs eingebracht werden,
da sie durch die Zickzackform und die damit verbundene Spannung jeweils an den Endpunkt
der Flottierung rutschen und sich dort fest positionieren. Der Effekt des sich gegenseitigen
Berührens wird also - durch die Massnahmen der Erfindung - schon dadurch erreicht,
dass die beiden Legenadeln im Bereich der Flottierung 37 einstechen. In einem ersten,
einfachen Anwendungsfall werden mit dieser Massnahme optische Effekte erzielt, wenn
sich die Legefäden 30, 34 optisch vom Grundgewebe (Kette und Schuss) abheben. In einem
weiteren Anwendungsfall können mit der genannten Massnahme aber auch elektrische Kontaktpunkte
hergestellt werden, sofern die Legefäden beispielsweise Metallfäden oder metallisierte
Textilfäden sind. So können textile Leiterplatten hergestellt werden, beispielsweise
dadurch, dass die Leiterfäden später mit elektronischen oder elektrischen Bauteilen
(z.B. Sensoren oder Mikroprozessoren) versehen werden.
[0011] In Figur 2 wird ein völlig anderer Anwendungsfall der vorliegenden Erfindung dargestellt,
bei dem bei einem Gewebe, welches beim Herstellprozess in einzelne Gewebebahnen geschnitten
werden soll, durch das Einarbeiten von Zickzackstrukturen ein späteres Ausfransen
von vornherein verhindert werden soll, welches dann in einen weiteren Schritt mit
einem kalten Messer oder einem gleichwirkenden Werkzeug geschnitten wird. Dabei werden
Kettfäden, die nach dem Schneiden lose zwischen der Zickzackstruktur der Legefäden
bzw. Effektfäden und der Schneidekante im Gewebe liegen, anschliessend abgezogen.
Mit der Flottierung wird dabei vermieden, dass der auf der Seite der Schnittlinie
liegende Zickzack-Anbindungspunkt nicht immer genau in derselben Kettfadenlücke liegt,
und neben dem Zickzackstich liegende Kettfäden vom Zickzackstich einmal überstochen
werden, ein anderes Mal aber frei liegen. Durch die Flottierung wird ein kontinuierliches
Abziehen der Kettfäden sichergestellt. Und es wird vermieden, dass die Kettfäden hängenbleiben
und reissen. Die Massnahmen der Erfindung in dieser vorteilhaften Anwendung lösen
das Problem dadurch, dass die Schussfäden zwischen den kantenseitigen Einbindungsprunkten
zweier benachbarter Zickzacklinien über eine gewisse Schussfadenlänge flottieren.
Die Nadeln, die den Zickzackstich von oben ins Webfach bringen, stechen lediglich
irgendwo innerhalb des flottierenden Schussfadenbereichs ein. Der Anbindungspunkt
des Zickzackfadens rutscht automatisch an die gewünschte Stellte, spätestens dann,
wenn der nachfolgende Einstechvorgang durchgeführt wird.
[0012] In Figur 3 ist eine verbesserte Ausführungsform entsprechend Figur 2 dargestellt,
bei der mittels eines zusätzlichen Legefadens 70 der Zickzackfaden fixiert wird damit
der Schussfaden nach dem Schneiden nicht aus der Zickzackspitze herausrutschen kann.
Dies wäre beispielsweise beim Waschen des Gewebes bzw. des geschnittenen Gewebebandes
oder bei rauher bzw. unsachgemässer Behandlung möglich. Es sollte bemerkt werden,
dass der Zusatzlegefaden 70 durchaus um einen Kettfaden nach innen versetzt (in Bezug
auf die Zickzackform) eingebracht werden kann und er immer noch den Legefaden 30,
34 so abbindet, dass der Schussfaden nach dem Schneiden nicht herausrutschen kann.
[0013] In den Figuren 4 und 5 ist ein anderes Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung
zum Zwecke einer zuverlässigen Kaltschneidekante dargestellt, die sich bei Praxistests
als besonders zuverlässig dargestellt hat. Bei dieser Ausführungsform fällt das Abführen
vn überzähligen Kettfäden weg. In der Figur 4 ist die Bindung dargestellt, in Figur
5 das Gewebe, wie es sich auf der Webmaschine präsentiert. Bei der Bindung wird wiederum
mittels flottierenden Fäden sichergestellt, dass die Zickzackfäden bei der gewünschten
Schneidelinie immer präzise in die richtige Kettlücke eintauchen. Da die Zickzackfäden
unter Spannung stehen, rutschen die von ihnen überstochenen Kettfäden zusammen und
bilden an den Kanten eine Art Bündel. Diese sind so dicht, dass die Bindungspunkte
nicht mehr rutschen und die Kanten daher ausfranssicher werden. Durch Variation der
Spannung der Zickzackfäden kann die Breite der Schneidgasse bzw. die Länge der nach
dem Kaltschneiden freiliegenden Schussfadenschwänze eingestellt werden.
[0014] Ein weiterer Anwendungsfall - dargestellt mittels der Figur 6 - betrifft ebenfalls
Textilgewebe, die als textile Leiterplatten vorgesehen sind. In diesem Anwendungsfall
wird das Gewebe so gewoben, wobei zumindest eine Kettfadenschicht leitende Fäden,
also Metallfäden oder beispielsweise an der Oberfläche metallisierte Fäden aufweist.
Im dargestellten Ausführungsbeispiel liegen in der Kette drei nicht isolierte leitfähige
Fäden 80, 82 und 84, z.B. Kupferlitzen. Ein nicht isolierter Leitfaden 86 wird mittels
einer Legenadel auf das Gewebe gelegt und mittels eines textilen Fades 88, der seinerseits
ins Gewebe eingebunden wird, befestigt. Der textile Faden 88 sticht im Bereich der
Kontaktstellen zwischen leitendem Kettfaden 80 und aufgelegtem Leiter 86 genau in
die Kettlücke links und rechts des leitenden Kettfadens. Dies wird ermöglicht durch
die Flottierung der entsprechenden Schussfäden. über 2 bis 3 Kettfäden. Der mittlere
leitende Kettfaden 82 soll mit dem aufgelegten Leiter 86 nicht kontaktiert werden.
Daher liegt der aufgelegte Leiter 86 an der Kreuzungsstelle über den Schussfäden 24,
der leitende Kettfaden 86 jedoch unter den Schussfäden. Die Schussfäden 24 zwischen
den beiden Leitern 82 und 86 bilden also eine isolierende Lage. Um zu verhindern,
dass der aufgelegte Leiter in einen Bereich rutscht, in dem der leitende Kettfaden
82 über dem Schussfaden liegt, wird er an der kontaktlosen Kreuzungsstelle mit dem
Hilfsfaden 88 lose angebunden.
[0015] Eine weitere Anwendung der vorliegenden Erfindung betrifft das Ausbilden eines textilen
Heizbandes, dargestellt mittels der Figuren 7 bis 9. Die Stromzuleitung erfolgt über
zwei leitende Kettfäden 80 und 84 im Bereich der Geweberänder. Die Heizwirkung wird
mittels gelegtem Heizleiter 86, der als leitender Legefaden verlegt ist, erzeugt.
Der Heizleiter 86 verbindet jeweils die beiden leitenden Kettfäden 80 und 84, die
die beiden Stromzuleitungsfäden verbinden. Für grössere Heizleistung ist die Länge
der Heizleiter 86 kurz, für kleinere Heizleistung wird sie durch eine mäanderförmige
Verlegung verlängert. Damit kann die Heizleistung über die Bandlänge beliebig variiert
werden. Zudem fällt bei einem Bruch eines Heizleiters 86 nicht das gesamte Heizsystem
aus, sondern es versagt nur in einem kleinen Bereich. Die Kontaktstelle zwischen leitenden
Kettfäden 80 und 84 und dem gelegten Heizleiter 86 erfolgt - wie in Figur 9 dargestellt
- durch abwechselndes Einstechen des Heizleiters 86 in die Kettlücke links und rechts
neben dem leitenden Kettfaden 80 und 84. Dadurch wird eine intensive und sichere elektrische
Verbindung jeweils zwischen dem leitenden Kettfaden 80 bzw. 84 und dem Heizleiter
86 erzeugt. Auch hier wird - eben durch Anwendung der erfinderischen Massnahmen -
mittels flottierenden Schussfäden sichergestellt, dass der Heizleiter 86 immer in
die richtige Kettlücke sticht.
Bezuqszeichenliste
[0016]
- 20
- Gewebe
- 23
- Kettfäden
- 24
- Schussfaden
- 30
- erster Legefaden
- 32
- erste Zuführnadel
- 34
- zweiter Legefaden
- 36
- zweite Zuführnadel
- 37
- Flottierungsbereich
- 39
- Berührpunkt
- 70
- zusätzlicher Legefaden zum Fixieren des Zickzackfadens
- 80
- leitender Kettfaden
- 82
- leitender Kettfaden
- 84
- leitender Kettfaden
- 86
- leitender Legefaden
- 88
- nichtleitender Legefaden (Hilfslegefaden)
1. Verfahren zum Herstellen eines Gewebes mittels einer Webmaschine, wobei die Webmaschine
zumindest ein Schussfadeneintragsvorrichtung, ein Webblatt oder ein gleichwirkendes
Mittel, zumindest eine Legeeinrichtung mit einer Zuführnadel (32, 36) für zumindest
einen Zusatzfaden (30, 34) aufweist, mit den Schritten
- Eintragen von Schussfäden (24) in das geöffnete Kettfadenfach,
- Legen des Legefadens oder der Legefäden (30, 34) mittels der Zuführnadel oder Zuführnadeln
(32, 36),
dadurch gekennzeichnet, dass
- der Schussfaden an bestimmten Stellen im Gewebe über mehrere benachbarte Kettfäden
flottierend eingebracht wird, und
- zumindest ein Legefaden mittels zumindest einer Zuführnadel an einer beliebigen
Stelle zwischen Beginn und Ende der Flottierung unter den flottierenden Schussfaden
gebracht und dadurch durch diesen eingebunden wird,
- wobei sich der genannte Legefaden in Abhängigkeit der Position des vorherigen und
nachfolgenden Einbindungspunktes präzise am Beginn oder Ende des flottierenden Schussfadenbereichs
positioniert.
2. Verfahren nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass zumindest zwei Zuführnadeln jeweils einen Legefaden so in das Gewebe zickzackförmig
einbringen, dass sich diese beiden Legefäden jeweils auf den gegenüberliegenden Seiten
der zickzackförmig gelegten Legefäden derselben Stelle im Gewebe positionieren.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass zusätzlich zu den genannten jeweils zickzackförmig eingebrachten Legefäden (30, 34)
ein weiterer Legefaden (70) mittels einer weiteren Zuführnadel so eingebracht wird,
dass er den genannten Zickzackfaden gegenüber dem jeweiligen Schussfaden am Zickzackendpunkt
bindet.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 oder 3, gekennzeichnet durch einen weiteren Schritt des Schneidens des Gewebes (20) in Abzugsrichtung in eine
Vielzahl von Gewebebahnen (22) mittels einer Schneideeinrichtung, wobei die Schnittlinie
im Bereich zwischen den beiden gegenüberliegenden Zickzackpunkten so gewählt wird,
dass die genannten flottierenden Schussfäden in dem Bereich geschnitten werden, in
dem sie über die Kettfäden flottieren, vorzugsweise mittig in Bezug auf die Flottierung.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass überflüssige Kettfäden vor oder hinter dem Webblatt abgezogen werden.
6. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Kettfäden im Bereich der Schnittkante durch eine vorgegebene Spannung der Legefäden
zusammengezogen werden und dadurch Schussfadenschwänze freilegen.
7. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass zwei gegenüberliegende Zickzackpunkte in derselben Kettlücke eingebunden sind und
sich dadurch ein Abziehen von überflüssigen Kettfäden erübrigt.
8. Verfahren nach Anspruch 1, wobei das Gewebe die Eigenschaft einer textilen Leiterplatte
hat, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eine Kettfadenschicht leitende Fäden (80, 82, 84), vorzugsweise Metallfäden
oder an der Oberfläche metallisierte Fäden, aufweist und zumindest ein nicht isolierter
Leitfaden (86) mittels einer Legenadel auf das Gewebe (20) gelegt und mittels eines
textilen Fades (88), der seinerseits ins Gewebe eingebunden wird, befestigt wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der genannte textile Faden (88) den Kontakt zwischen den leitenden Kettfäden (80,
84) und dem nicht isolierten Leiterfaden (86) herstellt.
10. Verfahren nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Schussfäden (24) als isolierende Schicht zwischen einem leitenden Kettfaden (82)
und dem nicht isolierten Leiterfaden (86) darstellen.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der genannte textile Faden (88) den nicht isolierten Leiterfaden (86) lose anbindet.
12. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Gewebe die Eigenschaft eines textilen Heizbandes aufweist, wobei die Stromzuleitung
über zwei leitende Kettfäden (80, 84) im Bereich der Geweberänder erfolgt und die
Heizwirkung mittels gelegtem Heizleiter (86), der als leitender Legefaden verlegt
ist, erzeugt wird, wobei der Heizleiter (86) jeweils die beiden leitenden Kettfäden
(80, 84) verbindet.
13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Höhe der Heizleistung des leitenden Legefadens in Abhängigkeit von seiner freien
Länge zwischen zwei Verbindungspunkten mit den beiden leitenden Kettfäden (80, 84)
frei gewählt werden kann.
14. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest zwei Zuführnadeln jeweils einen Legefaden so in das Gewebe zickzackförmig
einbringen, dass sich diese beiden Legefäden zumindest an einer Seite der zickzackförmig
gelegten Legefäden an derselben Stelle im Gewebe positionieren.