[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Befestigungsvorrichtung zur Befestigung von
Fassadenelementen einer Elementfassade, mit mindestens zwei Montageelementen, an denen
das Fassadenelement an einem Bauwerk gehalten ist, wobei mindestens ein Montageelement
eine Bewegung des Fassadenelementes entlang einer Führung in eine erste Richtung ermöglicht,
und einem Koppelelement, das mit einem ersten Teil an einem ersten Fassadenelement
und mit einem zweiten Teil an einem zweiten Fassadenelement montierbar ist, wobei
das Koppelelement an dem ersten Teil mindestens einen Vorsprung aufweist, der zwischen
zwei Führungsstegen an dem zweiten Teil in die erste Richtung geführt ist.
[0002] Die
DE 10 2005 044 459 A1 offenbart eine Befestigungsvorrichtung zur Befestigung von Fassadenelementen einer
Elementfassade an einem Bauwerk. Jedes Fassadenelement wird über zwei Montagefixierelemente
an dem Bauwerk gehalten, wobei eines der Montagefixierelemente ein Festlager und das
zweite Montagefixierelement ein Loslager ausbildet, an dem das Fassadenelement in
einem gewissen Bereich bewegbar ist, um eine Ausdehnung des Fassadenelementes kompensieren
zu können. Zur Führung der Bewegung ist ein Langloch vorgesehen, so dass das Fassadenelement
an einem der Montagefixierelemente linear bewegbar ist und Ausgleichsbewegungen ausführen
kann. Ferner können zwischen zwei benachbarten Fassadenelementen Koppelelemente vorgesehen
sein, die die beiden Fassadenelemente aneinander halten, aber eine Bewegung in eine
Richtung zulassen, insbesondere zum Ausgleich von Wärmeausdehnungen. Bei solchen Elementfassaden
kann es passieren, dass das als Loslager wirkende Montagefixierelement eine Bewegung
begrenzt, beispielsweise weil das Ende des Langloches erreicht ist. Dann kann es zu
Zwängungen und zu einer Geräuschentwicklung kommen. Zudem ist dieser Zustand statisch
nicht bestimmt.
[0003] Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Befestigungsvorrichtung zu
Befestigung von Fassadenelementen einer Elementfassade zu schaffen, die eine verbesserte
Anbringung von Fassadenelementen ermöglicht.
[0004] Diese Aufgabe wird mit einer Befestigungsvorrichtung mit den Merkmalen des Anspruches
1 gelöst.
[0005] Bei der erfindungsgemäßen Befestigungsvorrichtung ist das Fassadenelement an einem
Bauwerk über mindestens zwei Montageelemente gehalten, wobei mindestens eines der
Montageelemente eine Bewegung des Fassadenelementes entlang einer Führung in eine
erste Richtung ermöglicht. Zusätzlich ist ein Koppelelement zwischen dem Fassadenelement
und einem weiteren Fassadenelement vorgesehen, das ein erstes Teil und ein zweites
Teil aufweist. Das erste Teil weist mindestens einen Vorsprung auf, der zwischen zwei
Führungsstegen an dem zweiten Teil in die erste Richtung geführt ist, wobei an mindestens
einem der Teile des Koppelelementes ein Anschlag vorgesehen ist, der die Bewegung
des mindestens einen Vorsprunges zwischen den Führungsstegen begrenzt. Dadurch kann
die Bewegung des Fassadenelementes in die erste Richtung über das Koppelelement begrenzt
werden, so dass vermieden wird, dass das Montageelement, an dem eine Führung für das
Fassadenelement ausgebildet ist, mit hohen Kräften belastet wird, wenn das Ende der
linearen Führung erreicht wird. Vor der Belastung des Montageelementes kann das Koppelelement
eine Bewegung des Fassadenelementes begrenzen, um eine Zwängung im System oder eine
Geräuschentwicklung zu vermeiden. Über das erfindungsgemäße Koppelelement können Kräfte
zwischen zwei benachbarten Fassadenelementen übertragen werden, die in Richtung der
Führung in die erste Richtung wirken.
[0006] Vorzugsweise sind zwei Anschläge an dem Koppelelement vorgesehen, die den Bewegungsbereich
des mindestens einen Vorsprunges relativ zu den beiden Führungsstegen in die erste
Richtung begrenzen. Der Vorsprung kann dann in die erste Richtung innerhalb des Bewegungsbereiches
bewegt werden, beispielsweise um eine Wegstrecke von 3 mm bis 30 mm, insbesondere
zwischen 5 mm bis 20 mm, zurückzulegen.
[0007] Für einen einfachen und kompakten Aufbau kann der mindestens eine Anschlag als Bolzen
ausgebildet sein, der die zwei Führungsstege an Öffnungen durchgreift. Der Bolzen
kann dabei aus Metall oder einem harten Kunststoff hergestellt sein, um entsprechend
hohe Kräfte aushalten zu können.
[0008] Für eine gute Führung in die erste Richtung kann der Vorsprung als streifenförmiger
Steg ausgebildet sein. Dann können die ebenfalls streifenförmigen Führungsstege und
der Vorsprung entlang einer Kontaktfläche aneinander anliegen, was eine gute Führung
ermöglicht. Die Führungsstege können dabei länger ausgebildet sein als der Vorsprung,
so dass der Anschlag an einem Teil der Führungsstege angeordnet ist, der über den
Vorsprung hervorsteht.
[0009] Das erfindungsgemäße Koppelelement kann zwei Führungsstege und einen einzigen Vorsprung
aufweisen, der zwischen die Führungsstege eingreift. Es ist auch möglich, dass neben
dem Vorsprung ein weiterer Vorsprung vorgesehen ist, so dass einer der beiden Führungsstege
zwischen die beiden Vorsprünge eingreift. Dann werden die Vorsprünge und die Führungsstege
gabelartig ineinander verschachtelt, was eine verbesserte Führung in Längsrichtung
ermöglicht. Optional können auch mehr als zwei Führungsstege oder mehr als zwei Vorsprünge
vorgesehen sein. Die Vorsprünge sind dabei integral mit dem ersten Teil und die Führungsstege
sind integral mit dem zweiten Teil des Koppelelementes ausgebildet.
[0010] Erfindungsgemäß wird auch eine Elementfassade mit mindestens zwei Fassadenelementen
bereitgestellt, die über eine erfindungsgemäße Befestigungsvorrichtung an dem Bauwerk
und miteinander verbunden sind. Die Führung durch das Koppelelement erfolgt vorzugsweise
in die erste Richtung, die als horizontale Richtung ausgebildet ist, so dass das Koppelelement
an der Oberseite oder einer Unterseite eines Fassadenelementes angeordnet ist, um
zwei benachbarte Fassadenelemente miteinander zu verbinden.
[0011] Die Erfindung wird nachfolgend anhand mehrerer Ausführungsbeispiele mit Bezug auf
die beigefügten Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- eine perspektivische Ansicht einer erfindungsgemäßen Elementfassade;
- Figur 2
- eine geschnittene Detailansicht der Elementfassade der Figur 1;
- Figur 3
- eine perspektivische Explosionsdarstellung eines Koppelelementes zwischen zwei benachbarten
Fassadenelementen;
- Figur 4
- eine Ansicht des Koppelelementes der Figur 3 in der montierten Position;
- Figur 5
- eine perspektivische Ansicht eines Koppelelementes;
- Figur 6
- eine Ansicht des Koppelelementes der Figur 5 im eingebauten Zustand, und
- Figur 7
- eine Ansicht eines modifizierten Koppelelementes zwischen zwei Fassadenelementen.
[0012] Eine Elementfassade 1 umfasst mehrere Fassadenelemente 2, die an einem nicht dargestellten
Bauwerk festlegbar sind. Jedes Fassadenelement umfasst einen umlaufenden Rahmen, an
dem mindestens ein Füllungselement, insbesondere eine Glasscheibe, vorgesehen ist.
Die Montage der Fassadenelemente 2 an dem Bauwerk kann so erfolgen, wie dies in der
DE 10 2005 044 459 A1 beschrieben ist. Ferner sind zwei benachbarte Fassadenelemente 2 über mindestens
ein Koppelelement 3 miteinander verbunden.
[0013] Wie die Darstellung der Figur 2 zeigt, umfasst jedes Fassadenelement 2 ein Rahmenprofil
20, an dem ein Füllungselement 21, wie eine Isolierglasscheibe, gehalten ist. Zwischen
zwei Rahmenprofilen 20 zweier benachbarter Fassadenelemente 2 ist ein Koppelelement
3 angeordnet, das ein erstes Teil 4 und ein zweites Teil 5 aufweist. Das erste Teil
4 ist mit einem ersten Rahmenprofil 20 verschraubt, während das zweite Teil 5 mit
einem zweiten Rahmenprofil 20 eines benachbarten Fassadenelementes 2 verschraubt ist.
Das erste Teil 4 umfasst einen Vorsprung10, der zwischen zwei Führungsstege 8 an dem
zweiten Teil 5 eingreift, so dass das Koppelelement 3 eine lineare Führung für die
benachbarten Fassadenelemente 2 ausbildet. Neben dem Vorsprung 10 ist ein optionaler
weiterer leistenförmiger Vorsprung 11 angeordnet.
[0014] Das Koppelelement 3 ist in Figur 3 in seinen Einzelteilen gezeigt. Das Koppelelement
3 umfasst ein erstes Teil 4, an dem ein leistenförmiger erster Vorsprung 10 und ein
benachbarter zweiter Vorsprung 11 vorgesehen sind. Das erste Teil 4 ist einstückig
ausgebildet, beispielsweise aus einem Formteil oder einem extrudierten Profil, aus
Metall und/oder Kunststoff.
[0015] Das Koppelelement 3 umfasst ferner ein zweites Teil 5, das zwei beabstandete Führungsstege
8 aufweist, zwischen denen eine spaltförmige Aufnahme für den Vorsprung 10 ausgebildet
ist. Dadurch ist das erste Teil 4 relativ zu dem zweiten Teil 5 linear geführt. An
den Führungsstegen 8 sind ferner zwei Öffnungen ausgebildet, die von einem Anschlag
6 in Form eines Bolzens durchgriffen sind.
[0016] In Figur 4 ist das Koppelelement 3 in einer montierten Position gezeigt. Der Vorsprung
10 greift in die Aufnahme 9 zwischen den Führungsstegen 8 ein, während der zweite
Vorsprung 11 an einer Außenseite eines Führungssteges 8 anliegt. Dieser Führungssteg
ist wiederum zwischen den zwei Vorsprüngen 10 und 11 verschiebbar gehalten. Um den
Bewegungsbereich zwischen dem ersten Teil 4 und dem zweiten Teil 5 zu begrenzen, sind
zwei Anschläge 6 vorgesehen. Beide Anschläge 6 sind an dem zweiten Teil 5 ausgebildet,
an einem Abschnitt, der über den ersten Teil 4 hervorsteht. Hierfür ist das zweite
Teil 5 mit einer Länge L ausgebildet, die länger ist als die Länge l des ersten Teils
4. Der Bewegungsbereich des ersten Teils 4 relativ zu dem zweiten Teil 5 kann in einem
Bereich zwischen 3 mm bis 30 mm, vorzugsweise 5 mm bis 20 mm, liegen, bevor einer
der beiden Anschläge 6 die Bewegung begrenzt.
[0017] In Figur 5 ist das Koppelelement 3 noch einmal dargestellt, wobei an dem ersten Teil
4 und dem zweiten Teil 5 auch die Montageöffnungen 41 und 51 eingezeichnet sind. Das
erste Teil 4 und das zweite Teil 5 sind jeweils als leistenförmige Profile ausgebildet,
die einen Bodenabschnitt 40 bzw. 50 aufweisen, an dem mehrere Montageöffnungen 41
und 51 ausgespart sind. Die Montageöffnungen 41 und 51 sind dabei an den beiden nach
außen hervorstehenden Abschnitten des Bodenabschnittes 40 bzw. 50 ausgebildet, die
seitlich von den Führungsstegen 8 bzw. den Vorsprüngen 10 und 11 hervorstehen. Über
die Montageöffnungen 41 und 51 kann das erste Teil 4 an einem ersten Fassadenelement
2 und das zweite Teil 5 an einem zweiten Fassadenelement 2 fixiert werden.
[0018] In Figur 6 ist die Einbausituation zwischen zwei Rahmenprofilen 20 gezeigt, wobei
das erste Teil 4 an dem unteren Rahmenprofil 20 verschraubt ist und das zweite Teil
5 an dem oberen Rahmenprofil 20 verschraubt ist. Der Abstand zwischen den Rahmenprofilen
der Fassadenelemente 2 beträgt eine Höhe h, die beispielsweise im Bereich zwischen
5 mm bis 20 mm liegen kann. Der Vorsprung 10 greift zwischen die beiden Führungsstege
8 ein, wobei der weitere Vorsprung 11 so an der Außenseite des einen Führungssteges
8 angeordnet ist, dass dieser zwischen den beiden Vorsprüngen 10 und 11 geführt ist.
Der Bewegungsbereich ist durch einen Anschlag 6' begrenzt, der, anders als der vorangegangene
Anschlag, keinen Kopfabschnitt aufweist, sondern nur zylindrisch ausgebildet ist.
Dieser Anschlag 6' kann an gegenüberliegenden Seiten durch Sicherungsmittel, beispielsweise
Splinte oder andere Befestigungsmittel, fixiert sein, um eine Bewegung in Längsrichtung
zu vermeiden.
[0019] In Figur 7 ist eine modifizierte Ausführungsform eines Koppelelementes gezeigt, das
zwischen zwei Rahmenprofilen 20 montiert ist. Ein erstes Teil 4' und ein zweites Teil
5' sind so ausgebildet, dass die Führungsstege 8' an dem zweiten Teil 5' länger ausgebildet
sind und auch die beiden Vorsprünge 10' und 11' länger sind, so dass der Abstand zwischen
den beiden Rahmenprofilen H in einem Bereich zwischen 15 mm bis 40 mm liegt. Im Übrigen
entspricht die Funktionsweise der vorangegangenen Ausführungsform.
[0020] Zwischen zwei Fassadenelementen 2 ist mindestens ein erfindungsgemäßes Koppelelement
3 montiert, vorzugsweise an einer Ober- oder Unterseite, so dass die erste Richtung,
in der eine Bewegung zwischen den benachbarten Fassadenelementen 2 zugelassen wird,
horizontal ausgerichtet ist. Optional können entsprechende Koppelelemente auch an
den vertikalen Rahmenprofilen vorgesehen sein.
Bezugszeichenliste
[0021]
- 1
- Elementfassade
- 2
- Fassadenelement
- 3
- Koppelelement
- 4, 4'
- erstes Teil
- 5, 5'
- zweites Teil
- 6, 6'
- Anschlag
- 8, 8'
- Führungssteg
- 9
- Aufnahme
- 10, 10'
- Vorsprung
- 11, 11'
- Vorsprung
- 20
- Rahmenprofil
- 21
- Füllungselement
- 40
- Bodenabschnitt
- 41
- Montageöffnung
- 50
- Bodenabschnitt
- 51
- Montageöffnung
- H
- Abstand
- h
- Höhe
- L
- Länge
- l
- Länge
1. Befestigungsvorrichtung zur Befestigung von Fassadenelementen (2) einer Elementfassade
(1), mit mindestens zwei Montageelementen, an denen das Fassadenelement (2) an einem
Bauwerk gehalten ist, wobei mindestens ein Montageelement eine Bewegung des Fassadenelementes
(2) entlang einer Führung in eine erste Richtung ermöglicht, und einem Koppelelement
(3), das mit einem ersten Teil (4) an einem ersten Fassadenelement (2) und mit einem
zweiten Teil (5) an einem zweiten Fassadenelement montierbar ist, wobei das Koppelelement
an dem ersten Teil (4) mindestens einen Vorsprung (10) aufweist, der zwischen zwei
Führungsstege (8) an dem zweiten Teil (5) in die erste Richtung geführt ist, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens an einem der Teile (4, 5) des Koppelelementes (3) mindestens ein Anschlag
(6) vorgesehen ist, der die Bewegung des mindestens einen Vorsprunges (10) zwischen
den zwei Führungsstegen (8) begrenzt.
2. Befestigungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zwei Anschläge (6) vorgesehen sind, die den Bewegungsbereich des mindestens einen
Vorsprunges (10) relativ zu den beiden Führungsstegen (8) begrenzen.
3. Befestigungsvorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Bewegungsbereich zwischen 3 mm bis 30 mm, insbesondere 5 bis 20 mm, ist.
4. Befestigungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine Anschlag (6) als Bolzen ausgebildet ist, der die zwei Führungsstege
(8) an Öffnungen (7) durchgreift.
5. Befestigungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Vorsprung (10) als streifenförmiger Steg ausgebildet ist.
6. Befestigungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsstege (8) länger ausgebildet sind als der Vorsprung (10) und der Anschlag
(6) an dem Teil der Führungsstege (8) fixiert ist, der über den Vorsprung (6) hervorsteht.
7. Befestigungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass benachbart zu dem Vorsprung (10) ein weiterer Vorsprung (11) vorgesehen ist und einer
der Führungsstege (8) zwischen den beiden Vorsprüngen (10, 11) angeordnet ist.
8. Elementfassade mit mindestens zwei Fassadenelementen (2), die über eine Befestigungsvorrichtung
nach einem der vorhergehenden Ansprüche mit einem Bauwerk und miteinander verbunden
sind.
9. Elementfassade nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Richtung eine horizontale Richtung ist.
10. Elementfassade nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Bewegungsbereich zwischen den zwei Anschlägen (6) an dem Koppelelement (3) geringer
ist als ein Bewegungsbereich des an dem Bauwerk fixierten Montageelementes.