[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Parallelstartanlage zum Starten eines Verbrennungsmotors.
Stand der Technik
[0002] Zum Starten von Verbrennungsmotoren werden üblicherweise elektrisch betätigte Starter
verwendet. Bei größeren Motoren mit mehreren Zehn oder Hundert Litern Hubraum, wie
z.B. bei Baumaschinen, großen Traktoren, Stationärmotoren und auch Schiffsmotoren,
ist es bekannt, mehrere Starter parallel zu schalten, um die hohe Starterleistung
bereitstellen zu können. Bei diesen sog. Parallelstartanlagen wirken gleichzeitig
mehrere Elektrostarter auf den Zahnkranz des Verbrennungsmotors und können somit gemeinsam
die erforderliche Startleistung aufbringen.
[0003] Um eine Überlastung der verwendeten Starter zu Beginn der Startphase zu vermeiden,
können die Starter durch eine Reihenschaltung von Schaltkontakten synchronisiert werden.
Zu Beginn des Startvorgangs werden die Einrückrelais aller Starter gleichzeitig angesteuert
und diese beginnen mit dem Einspurvorgang der Ritzel in den Zahnkranz. Der Hauptstrom
für alle Starter wird gleichzeitig erst nach dem Einspuren des letzten Einzelstarters
geschaltet.
[0004] Bei einer festen Reihenschaltung der Einzelkontakte führt eine Störung an einem einzelnen
Starter oder an der Verkabelung zwischen den Startern jedoch zum Komplettausfall der
Startanlage. Die Ausfallwahrscheinlichkeit des Gesamtsystems wird somit entsprechend
der Anzahl der eingesetzten Starter erhöht. Werden die Erregerspulen der (Motorstrom-)Schaltrelais
aller Einzelstarter gleichzeitig angesteuert, wird die Stromaufnahme im Ansteuerpfad
und in dessen Schaltelement (z.B. im Motorsteuergerät) vervielfacht.
[0005] Aus der
DE 10 2005 006 248 A1 ist eine Parallelstartanlage mit geringem Verdrahtungsaufwand bekannt. Diese umfasst
mehrere parallel geschaltete Starter, die jeweils einen Startermotor und ein Einrückrelais
aufweisen. Diese Parallelstartanlage kann besonders einfach und kostengünstig realisiert
werden, wenn mindestens einer der Schalter ein Leistungsrelais umfasst, das den Hauptstrompfad
zum zugehörigen Startermotor schaltet, und das Einrückrelais, das Leistungsrelais
und der Startermotor als bauliche Einheit realisiert sind.
Offenbarung der Erfindung
[0006] Erfindungsgemäß werden eine Parallelstartanlage zum Starten eines Verbrennungsmotors
und ein Verfahren zum Betreiben einer solchen mit den Merkmalen der unabhängigen Patentansprüche
vorgeschlagen. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind Gegenstand der Unteransprüche sowie
der nachfolgenden Beschreibung.
[0007] Die Erfindung bedient sich der Maßnahme, das parallele Betreiben mehrerer Starter
nicht mehr schaltungstechnisch, sondern informationstechnisch zu steuern. Dazu weist
jeder der wenigstens zwei Starter der Parallelstartanlage eine Logikeinheit mit einer
Datenschnittstelle auf, über welche die Logikeinheiten datenübertragend miteinander
verbunden sind. Ein erster der Starter fungiert dann als Master, dessen Logikeinheit
dazu eingerichtet ist, auf den Empfang einer Startanforderung hin, insbesondere von
einer übergeordneten Recheneinheit wie z.B. dem Motorsteuergerät, eine Einspuranforderung
und eine Durchdrehanforderung an die Logikeinheit mindestens eines weiteren Starters,
der als Slave fungiert, auszugeben, wobei die Logikeinheit des mindestens einen weiteren
Starters dazu eingerichtet ist, auf den Empfang der Einspuranforderung hin den mechanischen
Aktor, insbesondere ein Einspurrelais, zum Verbringen des Ritzels in die Einspurposition
anzusteuern und auf den Empfang der Durchdrehanforderung hin den Startermotor zum
Durchdrehen des Ritzels anzusteuern. Wenngleich im Folgenden meist von einem bzw.
dem weiteren Starter die Rede ist, gelten die beschriebenen Maßnahmen und Merkmale
vorzugsweise für alle weiteren Starter bzw. Slaves der Parallelstartanlage.
[0008] Aufgrund der informationstechnischen Parallelschaltung führt eine Störung an einem
einzelnen Starter oder an der Verkabelung zwischen den Startern nicht zu einem Komplettausfall
der Startanlage. Vielmehr ist eine flexible Ansteuerung der Mehrfachstartanlage auch
bei Funktionsstörung eines Einzelstarters möglich. Das Bordnetz wird ansteuerseitig
nicht mehr mit parallelgeschalteten Relais belastet, denn die informationstechnische
Parallelschaltung belastet die übergeordnete Recheneinheit bzw. das Bordnetz mit einem
Relaisspulenstrom, so dass die Stromaufnahme im Ansteuerpfad reduziert ist.. Somit
kann dies entsprechend einer geringeren Ausgangsleistung dimensioniert werden.
[0009] Darüber hinaus kann (je nach implementierter Betriebsstrategie) die Verfügbarkeit
der Startanlage mittels begrenzter Redundanz sogar über diejenige eines Einzelstarters
hinaus gesteigert werden, sofern ein entsprechendes "Notlaufkonzept" realisiert wird.
Beispielsweise kann ein eingeschränkter "Notbetrieb" mit z.B. 2 von 3 Startern noch
ermöglicht werden.
[0010] Im Rahmen der Erfindung werden somit die einzelnen Starter einer Parallelstartanlage
jeweils mit einer Logikeinheit (intelligenten Ansteuerelektronik) (insbesondere anstelle
eines elektromechanischen Ansteuerrelais) ausgestattet, die sowohl den Einspurvorgang
(Vorspurbewegung) auslösen als auch den Hauptstromschalter zum Bestromen des Startermotors
betätigen kann.
[0011] Die Bestimmung, welcher der Starter der erste Starter bzw. Master im Sinne der Erfindung
ist, kann beispielsweise bereits nach der Herstellung oder erst am Einbauort beispielsweise
durch entsprechende Verkabelung (der Master ist derjenige Starter, der (z.B. als einziger
oder als erster) mit der übergeordneten Recheneinheit verbunden ist) oder Steckerkodierung
oder entsprechende Konfiguration, sowohl hardware- (z.B. Jumper, DIP-Schalter) als
auch softwaremäßig (sog. End-of-line-Programmierung) festgelegt werden.
[0012] Zweckmäßigerweise ist die Logikeinheit des ersten der wenigstens zwei Starter dazu
eingerichtet ist, auf den Empfang der Startanforderung hin den mechanischen Aktor
zum Verbringen des Ritzels in die Einspurposition anzusteuern. Mit anderen Worten
spurt also der Master nach Empfang der Startanforderung ebenfalls ein.
[0013] Vorzugsweise ist die Logikeinheit des wenigstens einen weiteren Starters dazu eingerichtet,
nach dem erfolgreichen Verbringen des Ritzels in die Einspurposition eine Einspurmeldung
auszugeben. Auf diese Weise kann vom Master leicht überprüft werden, wann der Einspurvorgang
des bzw. der Slaves abgeschlossen ist und ob bzw. welche Einspurvorgänge erfolgreich
waren.
[0014] Zweckmäßigerweise ist die Logikeinheit des ersten Starters dazu eingerichtet, auf
den Empfang einer Einspurmeldung von der Logikeinheit des wenigstens einen weiteren
Starters hin die Durchdrehanforderung auszugeben und/oder den eigenen Startermotor
zum Durchdrehen des Ritzels anzusteuern. Mit anderen Worten sendet der Master nach
erfolgreichem Einspuren aller Slaves (und vorzugsweise auch eigenem erfolgreichen
Einspuren) den Befehl zum Schalten des Hauptstroms (Strom für Startermotor) an alle
beteiligten Starter (und schaltet vorzugsweise auch den eigenen Hauptstrom), sodass
der Durchdrehvorgang des Verbrennungsmotors synchronisiert beginnen kann.
[0015] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist die Logikeinheit des ersten Starters
dazu eingerichtet, nach Ablauf einer vorbestimmten Zeitspanne nach dem Ausgeben der
Einspuranforderung die Durchdrehanforderung auszugeben und/oder den Startermotor zum
Durchdrehen des Ritzels anzusteuern. Dies erlaubt insbesondere das Starten des Verbrennungsmotors
auch dann, wenn nicht alle Einspurvorgänge erfolgreich abgeschlossen werden konnten,
z.B. wegen einer sog. Zahn-auf-Zahn-Stellung zwischen Ritzel und Zahnkranz o.ä. Mit
anderen Worten sendet der Master auch nach Zeitablauf den Befehl zum Schalten des
Hauptstroms (Strom für Startermotor) an alle oder nur an die eingespurten Starter
(und schaltet vorzugsweise auch den eigenen Hauptstrom), sodass der Durchdrehvorgang
des Verbrennungsmotors synchronisiert beginnen kann. Diese zweite Alternative umfasst,
dass die Logikeinheit des ersten Starters dazu eingerichtet ist, nach Ablauf der vorbestimmten
Zeitspanne nach dem Ausgeben der Einspuranforderung die Durchdrehanforderung nur an
die Logikeinheit der weiteren Starter auszugeben, von der sie eine Einspurmeldung
erhalten hat.
[0016] Vorteilhafterweise weist die Logikeinheit des ersten Starters eine einzige Datenschnittstelle
zum Empfangen der Startanforderung, zum Ausgeben der Einspuranforderung, zum Ausgeben
der Durchdrehanforderung und zum Empfangen der Einspurmeldung auf. Diese Datenschnittstelle
ist somit bidirektional. Eine solche Ausführungsform kommt mit wenigen zusätzlichen
Bauteilen aus.
[0017] Alternativ kann jedoch vorgesehen sein, dass die Logikeinheit des ersten Starters
eine erste Datenschnittstelle zum Empfangen der Startanforderung und eine zweite Datenschnittstelle
zum Ausgeben der Einspuranforderung und der Durchdrehanforderung und zum Empfangen
der Einspurmeldung aufweist. Mit anderen Worten dient die erste Datenschnittstelle
zur Kommunikation mit der übergeordneten Recheneinheit und die zweite Datenschnittstelle
zur Kommunikation unter den Startern. Die erste Datenschnittstelle muss zumindest
unidirektional sein, um die Startanforderung an den ersten Starter übertragen zu können.
Die zweite Datenschnittstelle muss bidirektional sein, um die Einspuranforderung,
Durchdrehanforderung und Einspurmeldung übertragen zu können.
[0018] Vorzugsweise ist wenigstens eine der einzigen, ersten oder zweiten Datenschnittstelle
eine Bus-Schnittstelle, insbesondere CAN, FlexRay oder LIN. Damit können erprobte
Schnittstellen Verwendung finden.
[0019] Weitere Vorteile und Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus der Beschreibung
und der beiliegenden Zeichnung.
[0020] Die Erfindung ist anhand von Ausführungsbeispielen in der Zeichnung schematisch dargestellt
und wird im Folgenden unter Bezugnahme auf die Zeichnung beschrieben.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0021]
- Figur 1
- zeigt schematisch eine Parallelstartanlage gemäß einer bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung.
- Figur 2
- zeigt schematisch eine bevorzugte Ausführungsform eines Startverfahrens unter Einsatz
einer Parallelstartanlage gemäß Figur 1.
Ausführungsform(en) der Erfindung
[0022] In Figur 1 ist eine Parallelstartanlage gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der
Erfindung schematisch dargestellt und insgesamt mit 100 bezeichnet.
[0023] Die Parallelstartanlage 100 ist mit einem Netz 20, beispielsweise einem Bordnetz
eines Fahrzeugs, verbunden und dient zum Starten eines Verbrennungsmotors 10. Der
Verbrennungsmotor 10 weist eine Kurbelwelle 12 und einen mit dieser drehdrehfest verbundenen
Zahnkranz 11 auf. Zum Starten des Verbrennungsmotors müssen der Zahnkranz 11 und damit
die Kurbelwelle 12 in Rotation versetzt werden, bis eine für das Zünden ausreichende
Drehgeschwindigkeit erreicht ist.
[0024] Das Netz 20 wird beispielsweise von einer Batterie 21 versorgt, welche vorliegend
über einen Sicherungskasten 22 eine Recheneinheit 23 zur Ansteuerung der Parallelstartanlage
100, beispielsweise ein Motorsteuergerät, die Parallelstartanlage 100 und sonstige
elektrische Lasten bzw. Verbraucher 24 versorgt.
[0025] Die Parallelstartanlage 100 weist einen ersten Starter 110 (Master) und zwei weitere
Starter 120, 130 (Slaves) auf, die jeweils eine Logikeinheit 111, 121, 131, eine Schalt-/Einspureinheit
112, 122, 132, einen Startermotor M und ein Ritzel 113, 123, 133 aufweisen.
[0026] Die Logikeinheit 111 des ersten Starters 110 weist eine erste Datenschnittstelle
111a zur Kommunikation mit der Recheneinheit 23 und eine zweite Datenschnittstelle
111b zur Kommunikation mit den weiteren Startern 120, 130 auf. Die Logikeinheiten
121, 131 der weiteren Starter wiederum weisen jeweils eine Datenschnittstelle 121b
bzw. 131b zur Kommunikation mit der Logikeinheit 111 des ersten Starters auf. Die
Kommunikation unter den Startern erfolgt über eine bidirektionale Schnittstelle, insbesondere
eine CAN-Schnittstelle. Beispielhaft erfolgt auch die Kommunikation zwischen der Recheneinheit
23 und der Logikeinheit 111 des ersten Starters über eine bi-direktionale Schnittstelle.
[0027] Die jeweiligen Schalt-/Einspureinheiten 112, 122 und 132 der Starter weisen zum einen
einen Aktor zum Verbringen des jeweiligen Ritzels 113, 123, 133 in die in der Figur
gezeigte Einspurposition, in welcher das jeweilige Ritzel in Eingriff mit dem Zahnkranz
11 des Verbrennungsmotors 10 steht, auf. Dazu kann das jeweilige Ritzel in der Figur
waagerecht entlang des Doppelpfeils nach rechts und nach links verschoben werden.
In der Ausgangsposition befindet sich das jeweilige Ritzel außer Eingriff mit dem
Zahnkranz 11 und muss zum Starten des Verbrennungsmotors zunächst in Eingriff mit
dem Zahnkranz 11 gebracht werden.
[0028] Weiterhin weist die jeweilige Schalt-/Einspureinheit 112, 122, 132 einen Schalter,
insbesondere ein Relais, zum Bestromen des Startermotors M auf. Die jeweilige Schalt-/Einspureinheit
wird von der zugehörigen Logikeinheit angesteuert.
[0029] Ein beispielhaftes Verfahren gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung
soll im Folgenden unter Bezugnahme auf Figur 2 erläutert werden.
[0030] Das Verfahren beginnt in einem Schritt 201, wenn eine Startanforderung im Netz 20
auftritt.
[0031] In einem Schritt 202 wird die Startanforderung von der Recheneinheit 23 an den ersten
Starter 110 übermittelt.
[0032] In einem Schritt 203 wird die Startanforderung von der Logikeinheit 111 des ersten
Starters 110 plausibilisiert, wobei insbesondere für den Fall, dass die Startanforderung
als unzulässig angesehen wird, eine Fehlernachricht an die Recheneinheit 23 zurück
übertragen werden kann, Verbindung 204.
[0033] Beispielsweise kann die Plausibilisierung wenigstens eine Prüfung umfassen ausgewählt
aus ob eine Wegfahrsperre aktiv ist, ob sich der Triebstrang in einem startfähigen
Zustand befindet, z.B. weil Getriebe und/oder Kupplung drehmomententkoppelt sind und
der Verbrennungsmotor stillsteht, ob sich die Temperatur des Starters in einem zulässigen
Bereich befindet, und ob sich die Bordnetzspannung in einem zulässigen Bereich befindet.
[0034] Wird die Startanforderung in Schritt 203 jedoch als zulässig erkannt, gibt die Logikeinheit
111 des ersten Starters 110 in Schritt 205 eine Einspuranforderung an die Logikeinheiten
121, 131 der weiteren Starter aus.
[0035] In Schritt 206 steuern die Logikeinheiten 111, 121, 131 ihre jeweilige Schalt-/Einspureinheit
112, 122, 132 an, um das jeweilige Ritzel 113, 123, 133 in die in Figur 1 gezeigte
Einspurposition zu verbringen. Weiterhin sind die Logikeinheiten 121, 131 der weiteren
Starter dazu eingerichtet, nach dem erfolgreichen Verbringen des zugehörigen Ritzels
123, 131 in die Einspurposition eine Einspurmeldung auszugeben, welche an die Logikeinheit
111 des ersten Starters 110 übertragen werden.
[0036] In einem Schritt 207 überwacht die Logikeinheit 111 des ersten Starters 110 die jeweiligen
Einspurvorgänge. Erhält die Logikeinheit 111 von allen weiteren Startern die Einspurmeldung,
wird mit Schritt 208 fortgefahren.
[0037] Wenn die Logikeinheit 111 noch nicht alle Einspurmeldungen erhalten hat, wird mit
Schritt 209 fortgefahren.
[0038] In Schritt 209 wird überprüft, ob eine vorgegebene Wartezeit, beispielsweise seit
dem Ausgeben des Einspurbefehls oder seit dem Empfangen der Startanforderung, bereits
abgelaufen ist. Ist dies nicht der Fall, wird zu Schritt 207 zurückgekehrt. Ist dies
jedoch der Fall, wird mit Schritt 210 fortgefahren.
[0039] Sowohl in Schritt 208 als auch in Schritt 210 gibt die Logikeinheit 111 des ersten
Starters 110 an ihrer Schnittstelle 111b eine Durchdrehanforderung an die weiteren
Starter aus und steuert ihre eigene Schalt-/Einspureinheit 112 so an, dass der Startermotor
M mit dem Hauptstrom versorgt wird, um das zugehörige Ritzel durchzudrehen. Nach Empfang
der Durchdrehanforderung steuern die Logikeinheiten 121, 131 die zugehörigen Schalt-/Einspureinheiten
122, 132 an, um den jeweiligen Startermotor M mit Hauptstrom zu versorgen, um das
zugehörige Ritzel durchzudrehen.
[0040] Somit erfolgt in Schritt 211 ein regulärer Start des Verbrennungsmotors, wohingegen
in Schritt 212 ein Notstart des Verbrennungsmotors erfolgt. Es kann in diesem Zusammenhang
vorgesehen sein, dass die Logikeinheit 111 des ersten Starters 110 in Schritt 210
an ihrer Schnittstelle 111b eine Durchdrehanforderung nur an diejenigen weiteren Starter
ausgibt, von denen eine Einspurmeldung empfangen wurde, beispielsweise in Form von
adressierten Daten.
[0041] Bei einem solchen Notstart ist dann vorzugsweise vorgesehen, dass die Starter mit
Einspurmeldung unter erhöhter spezifischer Belastung mit reduzierter zulässiger Einschaltdauer
betrieben werden, um auch im Fehlerfall einen Startversuch zu ermöglichen. Sofern
eine bidirektionale Schnittstelle zum Bordnetz 20 bzw. zur Recheneinheit 23 eingesetzt
wird, kann dieser Fehlerzustand dorthin zurückgemeldet werden, um baldmöglich einen
Servicevorgang zu veranlassen.
1. Parallelstartanlage (100) zum Starten eines Verbrennungsmotors (10), aufweisend wenigstens
zwei Starter (110, 120, 130),
wobei jeder der wenigstens zwei Starter (110, 120, 130)
ein Ritzel (113, 123, 133) zum Eingreifen in einen Zahnkranz (11) des zu startenden
Verbrennungsmotors (10),
einen Startermotor (M) zum Durchdrehen des Ritzels (113, 123, 133),
einen mechanischen Aktor (112, 122, 132) zum Verbringen des Ritzels (113, 123, 133)
in eine Einspurposition und
eine Logikeinheit (111, 121, 131) mit einer Datenschnittstelle (111a, 111b, 121b,
131b) aufweist,
wobei die Logikeinheit (111, 121, 131) dazu eingerichtet ist,
den mechanischen Aktor (112, 122, 132) zum Verbringen des Ritzels (113, 123, 133)
in die Einspurposition anzusteuern und
den Startermotor (M) zum Durchdrehen des Ritzels (113, 123, 133) anzusteuern,
wobei die Logikeinheit (111) eines ersten der wenigstens zwei Starter (110, 120, 130)
dazu eingerichtet ist, auf den Empfang einer Startanforderung hin eine Einspuranforderung
und eine Durchdrehanforderung auszugeben,
wobei die Logikeinheit (121, 131) wenigstens eines weiteren der wenigstens zwei Starter
(110, 120, 130) dazu eingerichtet ist, auf den Empfang der Einspuranforderung hin
den mechanischen Aktor (112, 122, 132) zum Verbringen des Ritzels (113, 123, 133)
in die Einspurposition anzusteuern und auf den Empfang der Durchdrehanforderung hin
den Startermotor (M) zum Durchdrehen des Ritzels (113, 123, 133) anzusteuern.
2. Parallelstartanlage (100) nach Anspruch 1, wobei die Logikeinheit (121, 131) des wenigstens
einen weiteren der wenigstens zwei Starter (110, 120, 130) dazu eingerichtet ist,
nach dem erfolgreichen Verbringen des Ritzels (113, 123, 133) in die Einspurposition
eine Einspurmeldung auszugeben.
3. Parallelstartanlage (100) nach Anspruch 2, wobei die Logikeinheit (111) des ersten
der wenigstens zwei Starter (110, 120, 130) dazu eingerichtet ist, auf den Empfang
einer Einspurmeldung von der Logikeinheit (121, 131) des wenigstens einen weiteren
der wenigstens zwei Starter (110, 120, 130) hin die Durchdrehanforderung auszugeben
und/oder den Startermotor (M) zum Durchdrehen des Ritzels (113) anzusteuern.
4. Parallelstartanlage (100) nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei die Logikeinheit
(111) des ersten der wenigstens zwei Starter (110, 120, 130) dazu eingerichtet ist,
nach Ablauf einer vorbestimmten Zeitspanne nach dem Ausgeben der Einspuranforderung
die Durchdrehanforderung auszugeben und/oder den Startermotor (M) zum Durchdrehen
des Ritzels (113) anzusteuern.
5. Parallelstartanlage (100) nach Anspruch 3 und 4, wobei die Logikeinheit (111) des
ersten der wenigstens zwei Starter (110, 120, 130) dazu eingerichtet ist, nach Ablauf
der vorbestimmten Zeitspanne nach dem Ausgeben der Einspuranforderung die Durchdrehanforderung
an die Logikeinheit (121, 131) des wenigstens einen weiteren der wenigstens zwei Starter
(110, 120, 130) auszugeben, von der sie eine Einspurmeldung erhalten hat.
6. Parallelstartanlage (100) nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei die Logikeinheit
(111) des ersten der wenigstens zwei Starter (110, 120, 130) dazu eingerichtet ist,
auf den Empfang der Startanforderung hin den mechanischen Aktor zum Verbringen des
Ritzels (113) in die Einspurposition anzusteuern.
7. Parallelstartanlage (100) nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei die Logikeinheit
(111) des ersten der wenigstens zwei Starter (110, 120, 130) eine einzige Datenschnittstelle
zum Empfangen der Startanforderung, zum Ausgeben der Einspuranforderung, zum Ausgeben
der Durchdrehanforderung und zum Empfangen der Einspurmeldung aufweist.
8. Parallelstartanlage (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei die Logikeinheit
(111) des ersten der wenigstens zwei Starter (110, 120, 130) eine erste Datenschnittstelle
(111a) zum Empfangen der Startanforderung und eine zweite Datenschnittstelle (111b)
zum Ausgeben der Einspuranforderung und der Durchdrehanforderung und zum Empfangen
der Einspurmeldung aufweist.
9. Parallelstartanlage (100) nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei die Logikeinheit
(121, 131) des wenigstens einen weiteren der wenigstens zwei Starter (110, 120, 130)
eine Datenschnittstelle zum Empfangen der Einspuranforderung und der Durchdrehanforderung
und zum Ausgeben der Einspurmeldung aufweist.
10. Parallelstartanlage (100) nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei die Datenschnittstelle
(111a, 111b, 121b, 131b) eine Bus-Schnittstelle ist.
11. Anordnung aus einem Verbrennungsmotor (10) und einer Parallelstartanlage (100) nach
einem der vorstehenden Ansprüche.
12. Anordnung aus einer Recheneinheit (23), die dazu eingerichtet ist, eine Startanforderung
auszugeben, und einer Parallelstartanlage (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 10.