[0001] Die Erfindung betrifft eine Handfeuerwaffe nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Handfeuerwaffen weisen üblicherweise mehrere Bedienelemente mit unterschiedlichen
Funktionen auf. In der Regel sind getrennte Bedienelemente zur Bedienung eines Verschlussfangs,
zum Entspannen der Waffe und zu deren Sicherung vorgesehen.
[0003] Aus der
DE 32 27 180 A1 ist bereits eine Handfeuerwaffe bekannt, bei der über einen von beiden Seiten der
Handfeuerwaffe betätigbaren Bedienhebel sowohl ein Schlaghammer entspannt als auch
ein den Verschluss in einer Offenstellung halternder Verschlussfang gelöst werden
kann. Hierzu wirkt der Bedienhebel über einen um eine Querachse schwenkbaren zweiarmigen
Hebel mit einer Fanklinke zusammen. Durch Niederdrücken des Bedienhebels wird die
Fangklinke über den zweiarmigen Hebel aus der Rast des Schlaghammers herausgenommen,
so dass sich der Schlaghammer in eine entspannte Stellung bewegen kann. Der Bedienhebel
wirkt über den zweiarmigen Hebel außerdem zusammen mit einem um eine weitere Querachse
drehbaren Verschlusshalter, der den Verschluss nach dem Verschießen einer letzten
Patrone in einer hinteren Offenstellung fängt. Zur Betätigung des Verschlusshalters
durch den Bedienhebel weist der Verschlusshalter eine schwenkbare Klinke zum Eingriff
mit einem Arm des mittels des Bedienhebels betätigten zweiarmigen Hebels auf. Wird
der Bedienhebel nach unten gedrückt, legt sich der eine Arm des zweiarmigen Hebels
auf die Klinke und drückt den Verschlusshalter aus einer Fangraste des Verschlusses
heraus. Dadurch kann sich der Verschluss nach vorne in eine geschlossene Stellung
bewegen. Bei dieser bekannten Handfeuerwaffe kann durch den Bedienhebel allerdings
nur der Verschlussfang gelöst und der Schlaghebel entspannt werden. Weitere Funktionalitäten
des Bedienhebels sind nicht vorgesehen.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Handfeuerwaffe zu schaffen, die eine vereinfachte
Bedienung mit erweiterter Funktionalität ermöglicht.
[0005] Diese Aufgabe wird durch eine Handfeuerwaffe mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
Zweckmäßige Ausgestaltungen und vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in
den Unteransprüchen angegeben.
[0006] Die erfindungsgemäße Handfeuerwaffe enthält ein Griffstück, einen gegenüber dem Griffstück
in seiner Längsrichtung verschiebbaren Verschluss, einen Schlaghebel, eine Abzugsstange
zur Verbindung des Schlaghebels mit einem Abzug und eine Bedieneinrichtung, die mit
einer Verschlussfangeinrichtung und einer dem Schlaghebel zugeordneten Fangklinke
zum Entspannen des Schlaghebels verbunden ist. Die Bedieneinrichtung ist außerdem
mit einem Sicherungshebel zur Unterbrechung der Verbindung zwischen der Fangklinke
und einer Abzugsstangenrast an der Abzugsstange verbunden. Durch kann bei der erfindungsgemäßen
Handfeuerwaffe sowohl die Sicherungsfunktion als auch die Verschlussfangfunktion und
die Entspannfunktion mit nur einer Bedieneinrichtung gesteuert werden. Alle wesentlichen
Funktionen sind somit durch ein einziges Bedienelement steuerbar, wodurch die Handhabung
der Handfeuerwaffe erheblich vereinfacht wird. Die Bedieneinrichtung ist symmetrisch
aufgebaut und kann zur Bedienung durch einen Rechtshand- oder Linkshandschützen variabel
gestaltet werden.
[0007] In einer zweckmäßigen Ausführung kann die Bedieneinrichtung ein auf der einen Seite
des Griffstücks angeordnetes erstes Bedienelement und ein auf der anderen Seite angeordnetes
zweites Bedienelement umfassen. Die beiden Bedienelemente können zur gemeinsamen Drehung
über eine Schlaghebelachse miteinander verbunden sein. Die Bedieneinrichtung kann
aber auch nur ein Bedienelement aufweisen, das je nach Bedarf auf der rechten oder
linken Seite des Griffstücks angeordnet werden kann.
[0008] In einer besonders vorteilhaften Ausführung ist die Abzugsstangenrast der Abzugsstange
durch den über die Bedieneinrichtung betätigbaren Sicherungshebel zwischen einer Feuerstellung
zur Betätigung der Fangklinke und einer von der Fangklinke getrennten Sicherungsstellung
bewegbar.
[0009] Durch eine Steuerung des Sicherungshebels über eine mit der Bedieneinrichtung verbundenen
Sicherungs-Welle ist eine kompakte Bauweise möglich. Die Sicherungs-Welle kann hierzu
in zweckmäßiger Weise auf einer Schlaghebelachse drehbar gelagert und mit der Bedieneinrichtung
z.B. über eine Steckverbindung oder andere Formschlussverbindung formschlüssig verbunden
sein. Dadurch wird gewährleistet, dass sich die Sicherungswelle gemeinsam mit dem
Bedieneinrichtung dreht.
[0010] Ein Schwenken des Sicherungshebels kann in einer weiteren vorteilhaften Ausführung
z.B. dadurch erreicht werden, dass die Sicherungs-Welle einen mit einer Steuerfläche
an einem Durchbruch des Sicherungshebels zusammenwirkenden Steuernocken enthält.
[0011] Das Entspannen des Schlaghebels kann durch die Bedieneinrichtung über einen Entspannhebel
erfolgen. Der Entspannhebel und der Sicherungshebel können von der Bedieneinrichtung
gesteuert werden. Der Entspannhebel und der Sicherungshebel können zusammen mit der
Fangklinke um eine gemeinsame Achse schwenkbar sein.
[0012] Zur Betätigung des Verschlussfangs kann die Bedieneinrichtung über einen Steuermechanismus
mit der Verschlussfangeinrichtung verbunden sein. Der Steuermechanismus kann einen
durch die Bedieneinrichtung verschiebbaren Ausgleichsschieber und einen in dem Ausgleichschieber
verschiebbar geführten Steuerschieber umfassen. In einer zweckmäßigen Ausführung weist
der Steuerschieber einen Steuerzapfen zum Eingriff in eine Steuernut an mindestens
einem Verschlussfanghebel der Verschlussfangeinrichtung auf. In einer symmetrischen
Bauweise kann die Verschlussfangeinrichtung zwei um eine Abzugsachse drehbar gelagerte
Verschlussfanghebel umfassen.
[0013] Weitere Besonderheiten und Vorzüge der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung
eines bevorzugten Ausführungsbeispiels anhand der Zeichnung. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine erfindungsgemäße Handfeuerwaffe in einer Seitenansicht;
- Fig. 2
- einen Schlagmechanismus der in Figur 1 gezeigten Handfeuerwaffe in einer Schnittansicht;
- Fig. 3
- eine Bedieneinrichtung der in Figur 1 gezeigten Handfeuerwaffe in einer Explosionsdarstellung;
- Fig. 4
- die Bedieneinrichtung der in Figur 1 gezeigten Handfeuerwaffe in einem Querschnitt;
- Fig. 5 bis 7
- die Bedieneinrichtung der in Figur 1 gezeigten Handfeuerwaffe in einer Feuerstellung;
- Fig. 8 bis 12
- die Bedieneinrichtung der in Figur 1 gezeigten Handfeuerwaffe in einer Sicherungs-
bzw. Verschlussfangstellung;
- Fig. 13, 14
- die Bedieneinrichtung der in Figur 1 gezeigten Handfeuerwaffe in einer Stellung zum
Ausrasten des Verschlussfangs;
- Fig. 15
- den Schlagmechanismus der in Figur 1 gezeigten Handfeuerwaffe mit eingerastetem Schlaghebel;
- Fig. 16
- den Schlagmechanismus der in Figur 1 gezeigten Handfeuerwaffe mit entspanntem Schlaghebel
und
- Fig. 17
- den Schlagmechanismus der in Figur 1 gezeigten Handfeuerwaffe mit feuerbereitem Schlaghebel
für einen Double-Action-Modus.
[0014] In Figur 1 ist eine Handfeuerwaffe mit einem Griffstück 1, einem auf dem Griffstück
angeordneten und gegenüber diesem in Längsrichtung verschiebbaren Verschluss 2, einem
Schlaghebel 3, einem innerhalb eines Abzugsbügels 4 angeordneten Abzug 5 und einem
hebelförmigen Bedienelement 6 mit einer Daumenauflage 7 einer im Folgenden noch näher
erläuterten Bedieneinrichtung gezeigt.
[0015] Die in Figur 1 gezeigte Handfeuerwaffe enthält einen in Figur 2 gezeigten Schlagmechanismus,
der neben dem um eine Schlaghebelachse 8 drehbaren Schlaghebel 3 eine dem Schlaghebel
3 zugeordnete Fangklinke 9 enthält. Die Fangklinke 9 ist um eine zur Schlaghebelachse
8 parallele Achse 10 schwenkbar. Über eine Abzugsstange 11 mit einer Abzugsstangenrast
12 ist der Schlaghebel 3 mit dem Abzug 5 verbunden. Durch eine hier nicht gezeigte
Schlagfeder wird nicht nur der Schlaghebel 3 nach vorne in Abschlagrichtung, sondern
auch die Fangklinke 9 in eine obere Fangstellung zum Eingriff mit einer Feuerrast
13 des Schlaghebels 3 gedrückt Durch Eingriff der Fangklinke 9 mit der Feuerrast 13
wird der Schlaghebel 3 in einer gespannten Stellung gehalten. Oberhalb der Feuerrast
13 ist an dem Schlaghebel 3 eine Sicherungsrast 14 vorgesehen. Oberhalb der Sicherungsrast
14 ist an dem Schlaghebel 3 außerdem ein Anschlag 15 für im Folgenden noch näher beschriebene,
um die Fangklinkenachse 11 drehbare Unterbrecherhebel 19 und 21 vorgesehen.
[0016] In Figur 3 ist eine Bedieneinrichtung der Handfeuerwaffe mit dem in Figur 1 gezeigten
linken Bedienelement 6 und der Daumenauflage 7 auf der in Schussrichtung gesehen linken
Seite des Griffstücks 1 und einem auf der gegenüberliegenden Seite des Griffstücks
2 angeordneten rechten Bedienelement 16 mit einer zugehörigen rechten Daumenauflage
17 in einer Explosionsdarstellung gezeigt. In dieser Darstellung sind auch die Schlaghebelachse
8, die dazu parallele Achse 10, die Abzugsstangenrast 12 und die aus einem einzigen
Drahtstück gebogene, vorzugsweise aus einem Federstahldraht bestehende Abzugsstange
11 gezeigt. Durch die Schlaghebelachse 8 sind die beiden Bedienelemente 6 und 16 zur
gemeinsamen Drehung miteinander verbunden. Auf der Schlaghebelachse 8 ist eine mit
dem linken Bedienelement 6 verbundene Entspann-Welle 18 zur Steuerung eines um die
Achse 10 schwenkbaren Entspannhebels 19 angeordnet. Auf der Schlaghebelachse 8 ist
ferner eine mit dem rechten Bedienelement 16 verbundene Sicherungs-Welle 20 zur Steuerung
eines ebenfalls um die Achse 10 schwenkbaren Sicherungshebels 21 angeordnet. Die Entspann-Welle
18 ist formschlüssig mit dem Bedienelement 6 und die Sicherungs-Welle 20 ist formschlüssig
mit dem Bedienelement 16 verbunden. Den beiden Bedienelementen 6 und 16 ist jeweils
eine Bedienelementfeder 22 zugeordnet.
[0017] Die aus einem Drahtstück gebogene Abzugsstange 11 ist über zwei Windungen 23 auf
einem durch den Abzug 3 verschiebbaren Federlagerstift 24 angeordnet und über die
beiden nach vorne vorstehenden freien Enden 25 an der Unterseite eines Gegenlagerstifts
26 abgestützt. Um eine unterhalb des Federlagerstifts 24 angeordnete, auch als Abzugsachse
dienende Achse 27 sind ein linker und rechter Verschlussfanghebel 28 bzw. 29 schwenkbar
gelagert. Außerdem sind an dem linken und rechten Verschlussfanghebel 28 und 29 jeweils
ein Steuerschieber 30, ein Ausgleichsschieber 31 und eine Schieberfeder 32 angeordnet.
Die Steuerschieber 30 sind innerhalb eines Langlochs 33 des jeweiligen Ausgleichsschiebers
31 verschiebbar geführt und weisen einen nach innen vorstehenden Steuerzapfen 34 zum
Eingriff in eine schräge Steuernut 35 am rechten bzw. linken Verschlussfanghebel 28
bzw. 29 auf.
[0018] Wie aus Figur 4 ersichtlich ist, sind die beiden hebelförmigen Bedienelemente 6 und
16 zur gemeinsamen Drehung über die Schlaghebelachse 8 miteinander verbunden. Hierzu
sind die beiden Bedienelemente 6 und 16 auf die beiden Enden der Schlaghebelachse
8 aufgesteckt und mit dieser über eine Formschlussverbindung verbunden. Bei der gezeigten
Ausführung sind die Enden der Schlaghebelachse 8 abgeflacht und greifen für eine gegen
Verdrehung gesicherte Halterung formschlüssig in entsprechende Öffnungen der Bedienelemente
6 und 16 ein. Es kann aber auch nur eines der beiden Bedienelemente 6 bzw. 16 vorgesehen
sein, wobei dann anstelle des zweiten Bedienelements ein z.B. als Blindstück ausgebildetes
Verbindungsstück zur Verbindung der Schlaghebelachse 8 mit der Sicherungs-Welle 20
bzw. der Entspann-Welle 18 vorgesehen werden muss.
[0019] Im Folgenden wird die Bedienung und Funktionsweise der vorstehend beschriebenen Handfeuerwaffe
anhand der Figuren 5 bis 17 erläutert.
[0020] In einer in den Figuren 5 bis 7 gezeigten Feuerstellung befinden sich die beiden
auf der Schlaghebelachse 8 angeordneten hebelförmigen Bedienelemente 6 und 16 in einer
auch in Figur 1 gezeigten waagrechten Position. Die beiden Bedienelementfedern 22
halten die Bedienelemente 6 und 16 über eine in Figur 7 erkennbare Raste 36 in Position.
Von dem in Schussrichtung gesehen linken hebelförmigen Bedienelement 6 wird die auf
der Schlaghebelachse 8 drehbar gelagerte Entspann-Welle 18 (siehe Figur 7) gesteuert,
während von dem rechten hebelförmigen Bedienelement 16 die ebenfalls auf der Schlaghebelachse
8 drehbar gelagerte Sicherungs-Welle 20 (siehe Figur 6) gesteuert wird. Die Entspann-Welle
18 und die Sicherungs-Welle 20 sind auch in Figur 8 gezeigt. Der Entspannhebel 19
und der Sicherungshebel 21 befinden sich in einer neutralen Ausgangslage. Über die
von den beiden Bedienelementen 6 und 16 gesteuerten Ausgleichsschieber 31 nehmen die
Steuerschieber 30 die in den Figuren 6 und 7 gezeigte Position ein. Über den in die
Steuernut 35 der beiden Verschlussfanghebel 28 und 29 eingreifenden Steuerzapfen 34
der Steuerschieber 30 werden die beiden Verschlussfanghebel 28 und 29 in einer gezeigten
unteren Stellung zur Freigabe des Verschlusses 2 gehalten.
[0021] Bei einer in den Figuren 8 bis 10 gezeigten Sicherungsstellung sind die beiden Bedienelemente
6 und 16 gegenüber der waagrechten Feuerstellung um 12° nach oben gedreht. Durch die
Drehung der Bedienelemente 6 und 16 nach oben werden die Ausgleichsschieber 31 nach
vorne geschoben. Diese nehmen die Steuerschieber 30 mit Hilfe der Schieberfedern 32
nach vorne mit. Durch die in die Steuernut 35 der beiden Verschlussfänge 28 und 29
eingreifenden Steuerzapfen 34 der Steuerschieber 30 werden dabei die beiden Verschlussfanghebel
28 und 29 nach oben in eine in den Figuren 8 bis 10 gezeigte Verschlussfang- bzw.
Sicherungsstellung bewegt.
[0022] Wird der Verschluss 2 manuell repetiert, gelangt bei der in den Figuren 8 bis 10
gezeigten Sicherungsstellung der beiden Verschlussfanghebel 28 und 29 gemäß Figur
11 eine vordere Kante 37 einer im Verschluss 2 angeordneten Einlage 38 bei der Vorwärtsbewegung
des Verschlusses 2 zur Anlage an einem hinteren 39 Ende der beiden Verschlussfanghebel
28 und 29, wodurch der Verschluss 2 in einer hinteren Endlage gehalten wird.
[0023] Bei der Drehung der beiden Bedienelemente 6 und 16 nach oben werden auch die Entspann-Welle
18 und die Sicherungs-Welle 20 gedreht. Durch einen auch in Figur 3 gezeigten Steuernocken
40 an der Sicherungs-Welle 20 und eine entsprechende Steuerfläche 41 an einem Durchbruch
42 des Sicherungshebels 21 wird dabei der Sicherungshebel 21 nach unten verdreht.
Dieser nimmt dabei die am Ende der Abzugsstange 11 angeordnete Abzugsstangenrast 12
entgegen der Federkraft der Abzugsstange 11 nach unten mit. Wie in Figur erkennbar
12 ist, gelangt dabei eine Raste 43 der Abzugsstangenrast 12 unter einen mit der Fangklinke
9 zu deren Steuerung verbunden Rückstellhebel 44, so dass die Abzugsstangenrast 12
mit ihrer Raste 43 den Rückstellhebel 44 unterläuft und somit die Verbindung zwischen
der Abzugsstange 11 und der Fangklinke 9 unterbrochen ist. Die Fangklinke 9 bleibt
in der Feuerrast 13 des Schlaghebels 3 eingerastet, so dass der Schlaghebel 3 in der
gespannten Stellung gehalten wird.
[0024] Um den in der hinteren Verschlussfangstellung gehaltenen Verschluss 2 auszurasten,
werden die Bedienelemente 6 und 16 gemäß Figur 13 über die horizontale Feuerstellung
und gegenüber dieser um 7,5° nach unten gedreht. Eine weitere Drehung der Bedienelemente
6 und 16 nach unten wird durch eine Anschlagfläche 45 an der Sicherungs-Welle 20 und
eine entsprechende Gegenfläche 46 am Sicherungshebel 21 verhindert. Die Anschlagfläche
45 an der Sicherungs-Welle 20 und die entsprechende Gegenfläche 46 am Sicherungshebel
21 gelangen nur in Eingriff, wenn der zur Sicherungs-Welle 20 gehörende Sicherungshebel
21 nach unten gedreht ist.
[0025] Wie aus den Figuren 13 und 14 ersichtlich ist, werden die Ausgleichsschieber 31 und
die von ihnen mitgenommenen Steuerschieber 30 bei einer Drehung der Bedienelemente
6 und 16 nach unten mittels einer Steuerkontur nach hinten verschoben. Über den in
die Steuernut 35 an den Verschlussfanghebeln 28 und 29 eingreifenden Steuerzapfen
34 an den Steuerschiebern 30 werden die Verschlussfanghebel 28 und 29 nach unten gedreht
und geben den Verschluss 2 zum Verfahren in eine vordere Endlage frei. Erst wenn die
Bedienelemente 6 und 16 vom Daumen entlastet werden, können diese über die Bedienelementfedern
22 mittels einer Anlagefläche in die Feuerstellung zurückgestellt werden. Nun ist
die Handfeuerwaffe wieder feuerbereit.
[0026] Wenn sich der Verschluss 2 in einer vorderen Endlage befindet und der Schlaghebel
3 mit seiner Feuerrast 13 gemäß Figur 15 durch die Fangklinke 9 in der gespannten
Stellung gehalten wird, können die Bedienelemente 6 und 16 gegen die Kraft der Bedienelementfedern
22 um 15° gegenüber der horizontalen Stellung nach unten gedreht werden. Dabei nimmt
die durch das Bedienelement 6 gesteuerte Entspann-Welle 18 den Entspannhebel 19 über
einen auch in Figur 3 gezeigten Steuernocken 47 mit. Durch den in einen Durchbruch
48 des Entspannhebels 19 eingreifen Steuernocken 47 wird dabei der Entspannhebel 19
so weit nach unten verdreht, dass er in Kontakt mit der Fangklinke 9 kommt und diese
aus dem Schlaghebel 3 ausrastet.
[0027] Der sich nun in seine Ausgangslage verdrehende Schlaghebel 3 wird gemäß Figur 16
von dem Entspannhebel 19 aufgehalten, der mit einer hinteren Anschlagfläche 49 zur
Anlage an dem Anschlag 15 des Schlaghebels 3 kommt. Dadurch wird eine Schussauslösung
verhindert. Über die vom Entspannhebel 19 verdrehte Fangklinke 9 befindet sich deren
Raste 50 nicht in Eingriff mit der Sicherungsrast 14 des Schlaghebels 3. Um den Schlaghebel
3 mit seiner Sicherungsrast 14 gemäß Figur 17 in der Raste 50 der Fangklinke 9 abzulegen,
müssen die Bedienelemente 6 und 16 vom Daumen entlastet werden. Diese werden dann
mittels der Federkraft der Bedienelementfedern 22 in ihre horizontale Ausgangsposition
(Feuerstellung) verdreht. Dabei wird die Fangklinke 9 vom Entspannhebel 19 entlastet.
Diese stellt sich zurück in ihre Ausgangsposition und kommt in Eingriff mit der Sicherungsraste
14 des Schlaghebels 3. Die Handfeuerwaffe ist damit feuerbereit für den Double-Action-Modus.
Bezugszeichenliste
[0028]
- 1
- Griffstück
- 2
- Verschluss
- 3
- Schlaghebel
- 4
- Abzugsbügel
- 5
- Abzug
- 6
- Linkes Bedienelement
- 7
- Linke Daumenauflage
- 8
- Schlaghebelachse
- 9
- Fangklinke
- 10
- Achse
- 11
- Abzugsstange
- 12
- Abzugsstangenrast
- 13
- Feuerrast
- 14
- Sicherungsrast
- 15
- Anschlag
- 16
- Rechtes Bedienelement
- 17
- Rechte Daumenauflage
- 18
- Entspann-Welle
- 19
- Entspannhebel
- 20
- Sicherungs-Welle
- 21
- Sicherungshebel
- 22
- Bedienelementfeder
- 23
- Windung
- 24
- Federlagerstift
- 25
- Ende
- 26
- Gegenlagerstift
- 27
- Achse
- 28
- Linker Verschlussfanghebel
- 29
- Rechter Verschlussfanghebel
- 30
- Steuerschieber
- 31
- Ausgleichsschieber
- 32
- Schieberfeder
- 33
- Langloch
- 34
- Steuerzapfen
- 35
- Steuernut
- 36
- Raste
- 37
- Vordere Kante
- 38
- Einlage
- 39
- Hinteres Ende
- 40
- Nocken
- 41
- Steuerfläche
- 42
- Durchbruch
- 43
- Raste der Abzugsstangenrast
- 44
- Rückstellhebel
- 45
- Anschlagfläche
- 46
- Gegenfläche
- 47
- Steuernocken
- 48
- Durchbruch
- 49
- Anschlagfläche
- 50
- Raste der Fangklinke
1. Handfeuerwaffe mit einem Griffstück (1), einem gegenüber dem Griffstück (1) in seiner
Längsrichtung verschiebbaren Verschluss (2), einem Schlaghebel (3), einer Abzugsstange
(11) zur Verbindung des Schlaghebels (3) mit einem Abzug (5) und einer Bedieneinrichtung
(6, 16), die mit einer Verschlussfangeinrichtung (27, 28, 29) und einer dem Schlaghebel
(3) zugeordneten Fangklinke (9) zum Entspannen des Schlaghebels (3) verbunden ist,
dadurch gekennzeichnet, dass die Bedieneinrichtung (6, 16) mit einem Sicherungshebel (21) zur Unterbrechung der
Verbindung zwischen der Fangklinke (9) und einer Abzugsstangenrast (12) an der Abzugsstange
(11) verbunden ist.
2. Handfeuerwaffe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Bedieneinrichtung (6, 16) ein auf der einen Seite des Griffstücks (1) angeordnetes
erstes Bedienelement (6) und ein auf der anderen Seite des Griffstücks (1) angeordnetes
zweites Bedienelement (16) umfasst.
3. Handfeuerwaffe nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Abzugsstangenrast (12) der Abzugsstange (11) durch den über die Bedieneinrichtung
(6, 16) betätigbaren Sicherungshebel (21) zwischen einer Feuerstellung zur Betätigung
der Fangklinke (9) und einer von der Fangklinke (9) getrennten Sicherungsstellung
bewegbar ist.
4. Handfeuerwaffe nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Sicherungshebel (21) durch eine mit der Bedieneinrichtung (6, 16) verbundene
Sicherungs-Welle (20) gesteuert wird.
5. Handfeuerwaffe nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Sicherungs-Welle (20) auf einer Schlaghebelachse (8) drehbar gelagert und mit
der Bedieneinrichtung (6, 16) formschlüssig verbunden ist.
6. Handfeuerwaffe nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Sicherungs-Welle (20) einen mit einer Steuerfläche (41) an einem Durchbruch (42)
des Sicherungshebels (21) zusammenwirkenden Steuernocken (40) enthält.
7. Handfeuerwaffe nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Bedieneinrichtung (6, 16) über eine Entspann-Welle (18) mit einem Entspannhebel
(19) verbunden ist.
8. Handfeuerwaffe nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Entspannhebel (19) und der Sicherungshebel (21) von der Bedieneinrichtung (6,
16) gesteuert wird.
9. Handfeuerwaffe nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Entspannhebel (19) und der Sicherungshebel (21) zusammen mit der Fangklinke (9)
um eine gemeinsame Achse (11) schwenkbar sind.
10. Handfeuerwaffe nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Bedieneinrichtung (6, 16) über einen Steuermechanismus (30, 31) mit der Verschlussfangeinrichtung
(27, 28, 29) verbunden ist.
11. Handfeuerwaffe nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Steuermechanismus (30, 31) einen durch die Bedieneinrichtung (6, 16) verschiebbaren
Ausgleichsschieber (31) und einen in dem Ausgleichschieber (31) verschiebbar geführten
Steuerschieber (30) umfasst.
12. Handfeuerwaffe nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Steuerschieber (30) einen Steuerzapfen (34) zum Eingriff in eine Steuernut (35)
an mindestens einem Verschlussfanghebel (28, 29) der Verschlussfangeinrichtung (27,
28, 29) enthält.
13. Handfeuerwaffe nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Verschlussfangeinrichtung (27, 28, 29) zwei um eine Abzugsachse (27) drehbar
gelagerte Verschlussfanghebel (28, 29) umfasst.