[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum fernbedienbaren Anzünden
von Munition. Hierbei wird insbesondere das mechanische Anzünden mittels einer Zündvorrichtung
berücksichtigt. Klassischerweise wird ein Zündhütchen als Zündvorrichtung verwendet.
Entsprechend wird ein mechanisches Schlagstück dann dazu verwendet, die Zündvorrichtung
zu aktivieren und das Anzünden der Munition durchzuführen.
[0002] Entsprechende Vorrichtungen werden in unterschiedlichen Waffenarten für unterschiedliche
Munition benötigt. Dies reicht von handgehaltenen Waffen bis hin zu fest montierten
Waffenstationen.
[0003] Entsprechende fernbedienende Einrichtungen zum Zünden von patronierter Munition mit
Anzündelement arbeiten zum überwiegenden Teil mit mechanisch vorgespannten Schlagstücken.
Dazu gehören ein fernbedienbarer Auslösemechanismus und ein fernbedienbares Sicherungssystem,
welche die unbeabsichtigte Schussabgabe verhindern sollen. Durch das Vorspannen von
Schlagstücken ist jedoch nicht ausgeschlossen, dass in Folge einer Fehlbedienung eine
Schussabgabe erfolgen kann, da die benötigte Energie für den Zündimpuls durch die
Vorspannung abrufbar bereit ansteht.
[0004] Entsprechende Vorrichtungen sind beispielsweise aus der
CH 711 375 A2 bekannt. Offenbart ist eine separate Lösung zum Vorspannen des Schlagstücks, zum
Auslösen des Schlagstücks und zum Sichern des Schlagstücks. Hierbei wird mithilfe
eines Aktuators das Schlagstücken betrieben.
[0005] Aus der
EP 2 282 157 B1 ist dazu eine fernsteuerbare Spannvorrichtung für Maschinengewehre bekannt, wobei
ein Kettenspanner dazu genutzt wird, eine entsprechende Spannung in der Vorrichtung
zu realisieren.
[0006] Bei den vorgenannten Lösungen ergibt sich das Problem, dass die in der Vorrichtung
befindliche Schlagstücke Vibrationen und Schocken ausgesetzt sein können, beispielsweise
bei Transport oder Fahrt der Waffe durch Gelände. In Abhängigkeit der Art des Aktuators
kann sich die Waffe dabei in einem nicht sicher definierten Zustand befinden und es
kann vorkommen, dass ein unabsichtliches Anzünden der Munition geschieht.
[0007] Es besteht somit das Problem einer unzureichenden Sicherheit der Vorrichtung. Die
vorliegende Erfindung nimmt sich dieses Problems an und schlägt eine Lösung vor.
[0008] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es somit, eine Vorrichtung zum fernbedienbaren
Anzünden von Munition bereitzustellen, welche zuverlässig funktioniert und eine gegenüber
dem Stand der Technik verbesserte Sicherheit gegen unabsichtliches Anzünden der Munition
bietet. Diese Aufgabe wird mit den Merkmalen des vorliegenden Hauptanspruchs gelöst.
[0009] Demnach wird eine Vorrichtung zum fernbedienbaren Anzünden von Munition vorgeschlagen,
mit einer Zündvorrichtung und einem Schlagstück. Vorzugsweise wird die Zündvorrichtung
als Zündhütchen ausgeführt. Das vorgenannte Schlagstück ist als mechanisches Schlagstück
ausgeführt, welches auf die Zündvorrichtung einwirken kann und die Zündvorrichtung
dazu bringt, das Anzünden der Munition vorzunehmen.
[0010] Weiterhin beinhaltet die erfindungsgemäße Vorrichtung einen bewegbaren Hebel, welcher
das Schlagstück bewegen kann. Dazu kann das Schlagstück direkt an dem Hebel angeordnet
sein. Das Schlagstück kann aber auch mittelbar am Hebel angeordnet sein, beispielsweise
durch ein Gelenk.
[0011] Erfindungsgemäß ist in der Vorrichtung ein Führungselement bewegbar gelagert und
kann mehrere Positionen durch seine Bewegbarkeit einnehmen, mindestens jedoch eine
Ruheposition und eine Aktivierungsposition.
[0012] Weiterhin ist erfindungsgemäß der Hebel so ausgeführt, dass das Führungselement bei
seiner Bewegung den Hebel in eine Bewegung, bevorzugt in eine Drehbewegung, versetzen
kann. Bei der Bewegung des Hebels kann somit das Führungselement mit dem Hebel in
Wirkverbindung treten, um die vorgenannte Bewegung auszuführen. Bevorzugt geschieht
dies bei der Bewegung des Führungselements aus der Ruheposition in die Aktivierungsposition.
[0013] Weiterhin ist erfindungsgemäß eine Sicherung vorgesehen, welche die Bewegung des
Hebels behindern kann. Da der Hebel mit dem Schlagstück derart verbunden ist, dass
der Hebel das Schlagstück bewegen kann, wird also auch die Bewegung des Schlagstücks
durch die Sicherung verhindert. Dadurch entsteht eine erhebliche Sicherheit gegen
unabsichtliches Anzünden der Munition.
[0014] Die Interaktion des Hebels mit dem Führungselement kann nun unterschiedlich ausgeführt
werden. Diese unterschiedlichen Ausführungsformen werden anschließend in der Figurenbeschreibung
näher erläutert. Ebenso kann die Interaktion des Hebels mit dem Schlagstück unterschiedlich
gestaltet sein. Auch hier wird auf die nachfolgende Figurenbeschreibung verwiesen.
[0015] In einer besonderen Ausführungsform ist ein Gehäuse für die Vorrichtung vorgesehen.
Dieses Gehäuse kann schließbar gestaltet sein, um Schutz für die Vorrichtung bieten
zu können. Die Vorrichtung kann in das Gehäuse eingebracht werden und dort auch gewartet
werden.
[0016] Zum erfindungsgemäßen Funktionsprinzip der Vorrichtung wird angeführt, dass das Führungselement
als Ausgangsposition seine Ruheposition einnimmt.
[0017] Durch eine fernbedienbare Auslösung der Bewegung des Führungselements kann dieses
nun aus seiner Ruheposition hinausbewegt werden, und zwar in Richtung seiner Aktivierungsposition.
Dies wird bevorzugt durch einen fernbedienbaren Aktuator realisiert, der eine Antriebskraft
auf das Führungselement ausüben kann. Durch diese Antriebskraft wird dann das Führungselement
in Bewegung versetzt und aus seiner Ruheposition herausbewegt. Für den Aktuator wird
ein Elektromagnet vorgeschlagen, welcher fernbedienbar magnetisiert oder entmagnetisiert
werden kann.
[0018] Bei der Bewegung des Führungselements aus seiner Ruheposition hinaus bewegt das Führungselement
damit den Hebel und sorgt dafür, dass das Schlagstück in Richtung Zündvorrichtung
bewegt wird, und zwar in einer Geschwindigkeit, dass das Schlagstück die Zündvorrichtung
aktiviert, sodass die Zündvorrichtung die Munition anzünden kann.
[0019] Nach der Bewegung des Führungselements und dem anschließenden Anzünden der Munition
wird das Führungselement wieder in seine Ruheposition zurückbewegt und die Vorrichtung
befindet sich wieder in der Ausgangs- bzw. Ruheposition.
[0020] Zur Rückführung des Führungselements in seine Ruheposition wird bevorzugt vorgeschlagen,
dass die Vorrichtung ein Rückholelement beinhaltet, welches bei nicht vorhandener
Antriebskraft das Führungselement in seiner Ruheposition bewegen kann. Als einfachste
Ausführungsform kann hierzu eine Feder vorgesehen sein, aber auch hydraulische, elektrische
oder pneumatische Rückholelemente sind denkbar.
[0021] Bei der Verwendung eines Rückholelements muss der Aktuator so ausgelegt sein, sodass
die Antriebskraft die Kraft des Rückholelements überwinden kann, um das Führungselement
von seiner Ruheposition in die Aktivierungsposition zu überführen.
[0022] Durch die Kraft des Rückholelements wird sichergestellt, dass das Führungselement
in seiner Ruheposition gehalten wird. Dadurch wird das Risiko einer unabsichtlichen
Anzündung herabgesetzt. Zur weiteren Sicherung gegen unabsichtliches Anzünden der
Munition wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, eine Sicherung zu verwenden, welche die
Bewegung des Hebels bzw. des Schlagstücks behindern kann. Die Sicherung kann hierzu
als Sicherungsstift ausgeführt sein, aber auch mechanische Bremsen oder eine mechanische
Festsetzung des Hebels sind denkbar.
[0023] In einer besonderen Ausführungsform wird vorgeschlagen, einen Sicherungsantrieb zu
verwenden, welcher zum einen die Sicherung aktivieren oder deaktivieren kann. Dazu
kann der Sicherungsantrieb ebenfalls fernbedienbar gestaltet sein.
[0024] Der Hebel kann durch ein Lager gelagert sein. Durch ein solches Lager kann eine Drehbewegung
des Hebels realisiert werden. In einer besonderen Ausführungsform kann hierzu die
Sicherung auch in das Lager eingebaut werden, um die Drehung im Lager zu verhindern.
[0025] In einer weiteren besonderen Ausführungsform kann das Schlagstück derart gestaltet
sein, dass es in seiner Bewegung eingeschränkt werden kann, aber auch freigegeben
werden kann, um auf die Zündvorrichtung einzuwirken. In diesem Fall wird vorgeschlagen,
ein Spannelement als Energiespeicher zu verwenden, welcher gespeicherte Energie dazu
verwendet, das Schlagstück in Richtung der Zündvorrichtung zu bewegen. Dadurch wird
eine erhöhte Schlagkraft auf die Zündvorrichtung realisiert. Es entsteht eine sichere
Anzündung.
[0026] Zu der vorgenannten freien Beweglichkeit des Schlagstücks kann das Führungselement
derart gestaltet sein, dass es einen Nocken beinhaltet. Es wird vorgeschlagen, den
Nocken über einen Drehpunkt drehbar zu lagern. Der Nocken kann über das Führungselement
dann mit dem Hebel interagieren. Der Hebel wiederum kann dazu derart ausgestaltet
sein, dass er eine Steigung aufweist, welcher in Bezug zur Ebene des Hebels zur Bewegungsrichtung
des Führungselements ansteigend verläuft.
[0027] Bei dieser Ausgestaltung wird bei der Überführung des Führungselements aus der Ruheposition
hinaus der Nocken über diese Steigung geleitet, wodurch der Hebel in Bewegung versetzt
wird und das Schlagstück in Bewegung versetzt wird. Durch die Bewegung des Schlagstücks
wird dem Spannelement Energie zugeführt. Bei der weiteren Bewegung des Nockens über
die Steigung des Hebels hinaus, gibt der Nocken dann die Bewegung des Hebels frei
sowie dann auch die Bewegung des Schlagstücks. Die vorher gespeicherte Energie aus
dem Spannelement wird auf das nunmehr freie Schlagstück übertragen, wodurch das Schlagstück
in Richtung Zündvorrichtung bewegt wird und auf diese einwirken kann.
[0028] Bei der Rückführung des Führungselements dieser Ausgestaltung stößt nun der Nocken
vor die Steigung des Hebels und wird dadurch bei der weiteren Rückbewegung des Führungselements
in Drehbewegung versetzt, um über die Steigung hinwegzugelangen. Dadurch kann das
Führungselement mitsamt dem Nocken wieder in die Ruheposition zurück überführt werden.
Weiterhin bevorzugt weist der Nocken für seine Funktion eine Drehsperre auf. Diese
ermöglicht dem Nocken bei der Rückführung des Führungselements in die Ruheposition
sich drehen zu lassen. Bei der Bewegung des Führungselements aus der Ruheposition
hinaus blockiert die Drehsperre die Drehbewegung, so dass der Nocken sich bei dieser
Bewegung nicht dreht.
[0029] In einer weiteren Ausführungsform wird vorgeschlagen, dass der Hebel einen Anschlag
umfasst, um die Bewegung des Hebels zu begrenzen. Dies ist dann vorteilhaft, wenn
ein Niederhalter am Führungselement als Sicherung vorgesehen ist. Hierzu besitzt der
Hebel wiederum die vorgenannte Steigung, welcher in Ruheposition des Führungselements
eine parallel zur Bewegungsrichtung des Führungselements verlaufende Fläche aufweist,
mit welcher der Niederhalter interagiert. Der Hebel befindet sich in diesem Moment
im Anschlag.
[0030] Durch den Niederhalter wird die Bewegung des Hebels unter Zuhilfenahme des vorgenannten
Anschlags in seiner Bewegung gehindert, bis der Niederhalter zur Position des Lagers
des Hebels gelangt. Die Steigung des Hebels erstreckt sich dazu bis zum Lager des
Hebels, sodass bei weiterer Bewegung des Führungselements über das Lager des Hebels
hinaus die Bewegung des Hebels freigegeben wird, da der Niederhalter nun nicht mehr
in Kontakt mit der Steigung tritt.
[0031] In diesem Zusammenhang wird weiterhin vorgeschlagen, dass das Führungselement ein
bewegbares Druckstück beinhaltet. Das Druckstück wird mittels des Spannelements in
Richtung einer Druckrichtung mit einem Druck bzw. einer Kraft beaufschlagt. Dieses
Druckstück wirkt dann in Druckrichtung auf den Hebel ein und falls dieser über den
Niederhalter freigegeben wurde, sorgt das Druckstück dafür, dass der Hebel mitsamt
dem Schlagstück in Richtung der Zündvorrichtung bewegt wird.
[0032] Solange der Niederhalter bei dieser Ausführungsform also mit der Steigung in Kontakt
steht, wirkt er als Sicherung und der Hebel kann keine Bewegung ausführen. Die Bewegung
des Führungselement sorgt dann zunächst für das Spannen des Spannelements. Bei weiterer
Bewegung steht der Niederhalter dann nicht mehr in Kontakt mit der Steigung und gibt
damit die Bewegung des Hebels frei, welcher dann durch das Druckstück über das Spannelement
in Bewegung versetzt wird.
[0033] In einer weiteren Ausführungsform wird vorgeschlagen, dass die Vorrichtung eine Zahnstange
beinhaltet, welche sich zusammen mit dem Führungselement bewegen kann, beispielsweise
ausgelöst durch den Aktuator. Die Zahnstange wiederum wird von der vorgenannten Sicherung
in ihrer Position gehalten, bis das Führungselement in seiner Bewegung über eine bestimmte
Position hinausgeführt wird. Die Bewegung des Führungselements führt dabei zur Entriegelung
der Sicherung.
[0034] Anschließend wird mit dem Führungselement zusammen die Zahnstange bewegt, welche
wiederum ein Getriebe über ein Zahnrad antreiben kann, um den Hebel in Bewegung zu
versetzen. Dieser löst dann wiederum, wie vorgenannt, die Zündvorrichtung aus, wodurch
das Anzünden der Munition geschieht.
[0035] Weitere Merkmale ergeben sich aus den beigefügten Zeichnungen. Es zeigen:
- Figur 1:
- Eine erfindungsgemäße Vorrichtung mit einem Schlagstück, welches über ein Gelenk am
Hebel angeordnet ist.
- Figur 2:
- Eine erfindungsgemäße Vorrichtung mit Druckstück und Niederhalter.
- Figur 3, 4:
- Jeweils die erfindungsgemäße Vorrichtung aus Figur 2 beim Auslösen des Anzündvorgangs.
- Figur 5:
- Eine erfindungsgemäße Vorrichtung mit Zahnstange und Getriebe.
- Figur 6, 7:
- Zwei perspektivische Darstellungen einer erfindungsgemäßen Ausführungsform mit Sicherungsantrieb.
- Figur 8:
- Funktionsweise der Ausführungsform aus den Figuren 6 und 7.
[0036] Die Figur 1 zeigt eine Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung. Hierbei
wird bei Aktivierung der Vorrichtung durch einen Aktuator eine Antriebskraft 9 auf
das Führungselement 2 beaufschlagt. Das Führungselement 2 beinhaltet einen Nocken
3, welcher über einen Drehpunkt 6 am Führungselement 2 drehgelagert ist. Über eine
Drehsperre kann eine Drehbewegung entgegen der Drehrichtung 11 verhindert werden.
[0037] Die Antriebskraft 9 bewegt dabei das Führungselement 2 sowie den daran angeordneten
Nocken 3. Sie führt weiterhin dem Rückholelement 15 mechanische Energie zu und entfernt
gleichzeitig die Sicherung 14 bei der Bewegung des Führungselements 2. Dazu ist die
Sicherung 14 ebenfalls am Führungselement 2 angeordnet und erstreckt sich im Ruhezustand
des Führungselements 2 zwischen das Schlagstück 1 und der Zündvorrichtung 16, so dass
das Schlagstück 1 nicht in Wirkverbindung mit der Zündvorrichtung 16 treten kann.
Bei der Bewegung des Führungselements 2 wird die Sicherung 14 bewegt, so dass sich
die Sicherung 14 nicht mehr zwischen Schlagstück 1 und Zündvorrichtung befindet.
[0038] Der Hebel 4 weist eine Steigung 12 auf, welche in Relation zur Ebene 19 des Hebels
4 zur Bewegungsebene des Führungselements 2 ansteigend verläuft. Da der Nocken 3 des
Führungselements 2 mit dem Hebel 4 in Verbindung steht, gleitet der Nocken 3 bei der
Bewegung des Führungselements 2 über die Steigung 12 des Hebels 4. Dadurch wird der
Hebel 4 in eine Drehbewegung 8 um das Lager 5 in der angezeigten Drehrichtung versetzt.
[0039] Der Steigung 12 gegenüberliegend ist der Hebel 4 über ein Gelenk 7 mit dem Schlagstück
1 verbunden und versetzt dieses durch die Drehbewegung des Hebels 4 in einer Linearbewegung
10. Das Schlagstück 1 wird angehoben und führt dabei mechanische Energie der Spannelement
13 zu.
[0040] Sobald sich das Führungselement 2 samt Nocken 3 über das Ende der Steigung 12 des
Hebels 4 hinausbewegt, sind Hebel 4 und Schlagstück 1 frei beweglich. Die zuvor gespeicherte
Energie im Spannelement 13 kann ungehindert auf das Schlagstück 1 wirken, welches
somit eine Bewegung in Richtung der Zündvorrichtung 16 ausführt und die Zündvorrichtung
16 mechanisch zündet.
[0041] Die im Rückholelement 15 gespeicherte Energie ist nach Wirken der Antriebskraft 9
frei und bewegt das Führungselement 2 wieder in die Ruheposition zurück. Um dies zu
ermöglichen, ist der Nocken 3 über den vorgenannten Drehpunkt 6 drehbar gelagert.
So kann der Nocken 3 in einer Drehbewegung 11 über die Steigung 12 des Hebels 4 hinwegdrehen
und sich zurück in die Ausgangsstellung begeben, die Vorrichtung befindet sich dann
wieder im Ausgangszustand und das Führungselement 2 in der Ruheposition.
[0042] Mit der Rückbewegung des Führungselements 2 wird gleichzeitig die Sicherung 14 wieder
so bewegt, dass es sich zwischen dem Schlagstück 1 und der Zündvorrichtung erstreckt.
Um diese Bewegung einfach zu realisieren, wird vorgeschlagen, dass die Sicherung 14
eine Schrägfläche beinhaltet, welche bei Einfahren unter das Schlagstück 1, dieses
anheben kann. Die Vorrichtung ist nun zum einen gegen Stöße in Richtung Linearbewegung
des Schlagstücks 1 gesichert. Zum anderen ist das Rückholelement 15 so ausgelegt,
dass das Führungselement 2 samt Nocken 3 nicht ohne Unterstützung der Antriebskraft
9 die Steigung 12 des Hebels 4 überwinden kann.
[0043] Die Figuren 2, 3 und 4 zeigen eine weitere Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung,
allerdings mit einem Druckstück 17 und einem Niederhalter 18 als Sicherung 14.
[0044] In der Ausgangs- bzw. Ruheposition, welche in Figur 2 dargestellt ist, bewegt bei
Aktivierung der Vorrichtung eine Antriebskraft 9 das Führungselement 2, in dem das
Druckstück 17 geführt wird. Dabei wird dem Rückholelement 15 eine mechanische Energie
zugeführt.
[0045] Die in der Spannvorrichtung 13 gespeicherte Energie wird auf das Druckstück übertragen
und übt eine in Richtung des Hebels 4 gerichtete Druckkraft aus, die sich in Abhängigkeit
von der Steigung 12 des Hebels 4 und dem zurückgelegten Weg des Führungselements 2
bis zum Ende der Steigung 12 erhöht. Durch die Druckkraft des Spannelements 13 kann
das Druckstück eine Linearbewegung 10 ausführen.
[0046] Das Spannelement 13 kann in der einfachsten Form wieder als Feder ausgeführt werden.
Aber auch hier sind hydraulische, elektrische oder pneumatische Systeme denkbar.
[0047] Das Schlagstück 1 ist hierbei an dem Hebel 4 direkt angeordnet, wobei der Hebel 4
über ein Lager 5 drehgelagert ist.
[0048] In Abbildung 3 ist nunmehr die Bewegung des Führungselements 4 zu erkennen. Bevor
der Niederhalter 18 nicht über die Position des Lagers 5, bis zu welchem sich die
Steigung 12 erstreckt, hinausbewegt worden ist, blockiert der Niederhalter 18 über
den Kontakt zur Steigung 12 die Drehbewegung des Hebels 4. Dazu ist die Steigung 12
so angeordnet, dass ein Anschlag 22 vorgesehen ist, welcher die Drehbewegung des Hebels
4 in eine Richtung begrenzen kann. Über diese Bewegungsbegrenzung weist dann die Steigung
12 eine parallel zur Bewegungsrichtung des Führungselements 2 verlaufende Fläche auf,
welche sich bis zur Position des Lagers 5 des Hebels 4 erstreckt. Bewegt sich hierzu
der Niederhalter 18 nicht über die Position des Lagers 5 des Hebels 4 hinaus, blockiert
der Niederhalter 18 somit die Bewegung des Hebels 4. Der Niederhalter 18 fungiert
somit als Sicherung 14.
[0049] In Figur 4 bewegt sich nun das Führungselement 2 über die Position des Lagers 5 hinaus,
wodurch der Niederhalter 18 nicht mehr in Kontakt mit der Steigung 12 steht und somit
die Bewegung des Hebels 4 nicht mehr begrenzt. Dadurch kann die Druckkraft des Druckstücks
17 nun auf den Hebel 4 wirken und den Hebel 4, mitsamt dem Schlagstück 1 in Schlagrichtung
20 der Zündvorrichtung 16 bewegen.
[0050] Die im Rückholelement 15 gespeicherte Energie ist nach dem Wirken der Antriebskraft
9 frei und bewegt das Führungselement 2 wieder in seine Ruheposition zurück. Dabei
tritt auch der Niederhalter 18 wieder in Kontakt mit der Steigung 12 des Hebels 4
und führt den Hebel 4 mitsamt dem Schlagstück 1 auch wieder in die Ausgangsposition
zurück.
[0051] Auch hierbei ist das Rückholelement 15 so ausgelegt, dass bei ungewollten Bewegungen
in Richtung der Antriebskraft 9 der Niederhalter 18 nur mit Unterstützung der Antriebskraft
9 den Widerstand des Rückholelements 15 überwinden und das Lager 5 passieren kann.
In allen anderen Richtungen ist die Vorrichtung durch den Niederhalter 18 abgesichert,
da dieser das Schlagstück 1 in Position hält.
[0052] Der Vorteil dieser Ausführungsform ist es, dass sich der Weg, den das Führungselement
2 zurücklegen muss, variieren lässt. Dadurch kann Einfluss darauf genommen werden,
ob die Vorrichtung eine höhere Sicherheit oder einen zeitlich kürzeren Anzündvorgang
aufweisen soll. Auch die Vorspannkraft des Spannelements 13 ist einstellbar.
[0053] Figur 5 zeigt ebenfalls eine Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung. Hierbei
zieht der Aktuator das Führungselement 2, welches die in einer Zahnstange 26 gelagerten
Sicherungselemente der Sicherung 14 löst. Die Sicherungselemente sind hier als Klemmrollen
ausgeführt. Der Aktuator ist hierbei als Elektromagnet 21 ausgeführt.
[0054] Nach dem Lösen der Klemmrollen ist die Zahnstange 26 entriegelt und wird vom Aktuator
über das Führungselement 4 mitbewegt. Die Zahnstange 26 überträgt dabei die Bewegung
auf ein Zahnrad 23, welches über ein Getriebe ein Lager 5 dreht, an welchem sich der
Hebel 4 befindet.
[0055] An dem Hebel 4 ist wiederum das Schlagstück 1 angeordnet, welches mit dem Hebel 4
mitgedreht werden kann. Nach einer definierten Winkelbewegung trifft das Schlagstück
1 auf die Zündvorrichtung 16 und aktiviert somit den Anzündvorgang.
[0056] Nach dem Anzünden bewegt das Rückholelement 15 das Führungselement 2 mitsamt der
Zahnstange 26 in seine Ausgangslage zurück, wodurch auch die Sicherung 14 die Vorrichtung
erneut sichert.
[0057] Die Figuren 6 und 7 zeigen eine weitere Ausführungsform, wobei dieses Mal der Aktuator
das Führungselement 2 aus seiner Ruheposition hinausbewegt, wodurch gleichzeitig das
Rückholelement 15 mit Energie beaufschlagt wird. Der Aktuator ist hierbei wieder als
Elektromagnet 21 ausgeführt und das Rückholelement 15 als Feder.
[0058] Das Führungselement 2 kann dabei auf den drehgelagerten Hebel 4 einwirken und kann
diesen in eine Drehbewegung versetzen. Diese Drehbewegung und die Interaktion mit
dem Führungselement 2 wird in Figur 8 näher dargestellt.
[0059] Nach Beendigung des Bewegungsvorgangs wird das Führungselement 2 freigegeben und
bewegt sich durch das Rückholelement 15 wieder in seine Ruheposition zurück. Dabei
trifft es auf den Hebel 4 mit dem Schlagstück 1, wodurch der Hebel 4 wiederum beschleunigt
wird und in Drehbewegung versetzt wird. Am Ende der Drehbewegung trifft das Schlagstück
1 auf die Zündvorrichtung 16 und kann den Anzündvorgang aktivieren. Der Hebel 4 rotiert
dabei um das Lager 5.
[0060] Die Sicherung 14 kann bei dieser Ausführungsform die Bewegung des Hebels 4 begrenzen,
damit dieser nicht das Schlagstück 1 auf das Anzündelement 16 auftreffen lassen kann.
Bei dieser Ausführungsform kann die Sicherung 14 ebenfalls dazu verwendet werden,
um den Hebel 4 wieder in die Ausgangslage für einen erneuten Anzugvorgang zu bewegen.
[0061] Bevorzugt wird dazu der vorgenannte Sicherungsantrieb 25 verwendet. Im vorliegenden
Ausführungsbeispiel ist dazu die Sicherung 14 als Klappe ausgeführt, welche, bspw.
durch einen Vorsprung, den Hebel 4 bei Einbringung der Sicherung 14 wieder in Richtung
Führungselement 2 bewegt.
[0062] Alle vorgenannten Vorrichtungen können in ein Gehäuse 24 aufgenommen werden (nicht
gezeigt).
[0063] Die vorliegende Erfindung ist nicht auf die vorgenannten Merkmale beschränkt. Vielmehr
sind weitere Ausführungsformen denkbar. So könnte die Vorrichtung auch ohne Gehäuse
ausgeführt sein. Ebenso ist es denkbar, dass der Umlenkhebel keine Drehbewegung, sondern
eine lineare Bewegung ausführt. Zuletzt es auch denkbar, dass das Schlagstück eine
zusätzliche Drehbewegung ausführt und keine lineare Bewegung.
BEZUGSZEICHEN
[0064]
- 1
- Schlagstück
- 2
- Führungselement
- 3
- Nocken
- 4
- Hebel
- 5
- Lager von 4
- 6
- Drehpunkt von 3
- 7
- Gelenk
- 8
- Drehbewegung von 4
- 9
- Antriebskraft
- 10
- Linearbewegung
- 11
- Drehbewegung von 3
- 12
- Steigung
- 13
- Spannelement
- 14
- Sicherung
- 15
- Rückholelement
- 16
- Zündvorrichtung
- 17
- Druckstück
- 18
- Niederhalter
- 19
- Ebene von 4
- 20
- Schlagbewegung
- 21
- Elektromagnet
- 22
- Anschlag
- 23
- Zahnrad
- 24
- Gehäuse
- 25
- Sicherungsantrieb
- 26
- Zahnstange
1. Vorrichtung zum fernbedienbaren Anzünden von Munition,
mit einer Zündvorrichtung (16),
mit einem Schlagstück (1)
und einem bewegbaren Hebel (4), welcher das Schlagstück (1) bewegen kann, dadurch gekennzeichnet, dass
ein Führungselement (2) bewegbar in der Vorrichtung gelagert ist,
dass das Führungselement (2) bei seiner Bewegung den Hebel (4) in Bewegung versetzen
kann
und dass eine Sicherung (14) die Bewegung des Hebels (4) zumindest teilweise verhindern
kann.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Zündvorrichtung (16) als mechanisches Zündelement, insbesondere als Zündhütchen
ausgeführt ist.
3. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung ein Gehäuse (24) beinhaltet, in welchem die Vorrichtung zumindest
teilweise aufgenommen ist.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Führungselement (2) aufgrund seiner Bewegung mindestens eine Ruheposition und
eine Aktivierungsposition einnehmen kann.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Führungselement (2) durch einen Aktuator mit einer Antriebskraft (9) beaufschlagt
und dadurch in Bewegung versetzt werden kann, wobei der Aktuator insbesondere als
Elektromagnet (21) ausgeführt ist.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Führungselement (2) durch ein Rückholelement (15) in seine Ruheposition bewegt
werden kann.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung ein Sicherungsantrieb (25) beinhaltet, welches eine Sicherung (14)
bewegen kann, um das Schlagstück (1) davon abzuhalten, in Wirkverbindung zur Zündvorrichtung
(16) zu treten.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass ein Spannelement (13) derart in der Vorrichtung angeordnet ist, dass seine Energie
auf das Schlagstück (1) wirken kann.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass ein Nocken (3) an dem Führungselement (2) angeordnet ist, welcher über einen Drehpunkt
(6) in Drehrichtung eine Drehbewegung (11) ausführen kann sowie eine Drehsperre aufweist,
um in einer bestimmten Position eine Drehung gegen die Drehbewegung (11) zu verhindern.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Hebel (4) eine Steigung (12) aufweist, welcher in Kontakt mit dem Nocken (3)
treten kann, wodurch der Nocken (3) den Hebel (4) zu einer Drehbewegung (8) veranlassen
kann.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Schlagstück (1) über den Hebel (4) zu einer Linearbewegung (10) veranlasst werden
kann, wodurch das Spannelement (13) mit Energie versorgt wird.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Führungselement (2) ein bewegbares Druckstück (17) sowie einen Niederhalter (18)
als Sicherung (14) beinhaltet und das Druckstück (17) mittels dem Spannelement (13)
mit einer Kraft beaufschlagt werden kann, um den Hebel (4) zu einer Schlagbewegung
(20) zu bewegen.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Druckstück (17) mit einer Ebene (19) des Hebels (4) in Kontakt treten kann und
der Niederhalter (18) mit der Steigung (12) in Kontakt treten kann.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Steigung (12) derart gestaltet ist, dass bei Anliegen des Hebels (4) an einem
Anschlag (22) die Steigung (12) eine parallel zur Bewegungsrichtung des Führungselements
(2) verlaufende Fläche aufweist, welche sich bis zum Lager (7) des Hebels (4) erstreckt.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung eine Zahnstange (26) beinhaltet, welche von dem Aktuator mittels
dem Führungselement (2) bewegt werden kann.
16. Vorrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Zahnstange (26) ein Getriebe mittels eines Zahnrads (30) antreiben kann, welches
den Hebel (4) in Bewegung versetzen kann.