[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zur Ausgabe von Backwaren, mit einem
Rahmen und einem an diesem lösbar befestigten, beheizbaren Backwarenträger.
[0002] Aus dem Stand der Technik sind Vorrichtungen zur Ausgabe von Backwaren, mit einem
Rahmen und einem an diesem lösbar befestigten, beheizbaren Backwarenträger bekannt
(
DE 202015007690 U1). Der Rahmen weist dabei Einschübe für die Backwarenträger auf. Die Backwarenträger
sind zudem beispielsweise jeweils über Heizplatten beheizbar, die über Steckverbindungen
elektrisch versorgt werden können. Um demnach die Backwarenträger im Hinblick auf
deren regelmäßig durchzuführende Reinigung aus der Warenausgabeeinrichtung entnehmen
zu können, muss zuerst die elektrische Steckverbindung gelöst werden, bevor die Backwarenträger
vom Rahmen gehoben werden. Ein erheblicher Nachteil ergibt sich allerdings durch den
Umstand, dass sämtliche elektrische Bauteile wie beispielsweise Verbindungskabel für
eine ansprechende Kundenpräsentation der Backwaren so positioniert werden sollten,
dass diese für den Kunden bei in der Warenausgabeeinrichtung eingeschobenen Backwarenträgern
bestenfalls nicht sichtbar sind, wodurch aber die Zugänglichkeit der elektrischen
Steckverbindungen und somit ein rascher Entnahme- bzw. Einschubvorgang der Backwarenträger
erschwert wird. Hinzu kommt, dass der Reinigungsvorgang derartiger Backwarenträger
regelmäßig unter Einsatz von chemischen Spül- und Scheuermitteln als Reinigungsmedien
erfolgt, sodass die Backwarenträger keine korrosionsempfindlichen elektrischen Kontaktflächen
aufweisen sollten, die den Reinigungsmedien während des Reinigungsvorganges unmittelbar
ausgesetzt sind.
[0003] Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung der eingangs geschilderten
Art so auszugestalten, dass trotz eines einfach vorzunehmenden Entnahme- bzw. Einschubvorganges
des Backwarenträgers eine zuverlässige elektrische Kontaktierung und stabile mechanische
Verbindung bei gleichzeitig hoher Spülmedienbeständigkeit gewährleistet ist.
[0004] Die Erfindung löst die gestellte Aufgabe dadurch, dass der Backwarenträger zwei ferromagnetische,
elektrische Versorgungskontakte umfasst, die jeweils auf nichtmagnetischen Kontaktauflagen
einer Schutzplatte des Rahmens unter Ausbildung einer elektrischen Verbindung aufliegen,
wobei den Kontaktauflagen bezüglich der Schutzplatte Permanentmagnete zur lösbaren
magnetischen Befestigung der Versorgungskontakte gegenüberliegen. Zufolge dieser Merkmale
kann eine zuverlässige mechanische Verbindung des Backwarenträgers unabhängig von
dessen gegenüber der Waagrechten verlaufenden Neigungslage am Rahmen der Vorrichtung
erfolgen. Die erfindungsgemäßen Versorgungskontakte des Backwarenträgers können nämlich
aufgrund des permanentmagnetinduzierten und durch die Schutzplatte und die Kontaktauflagen
hindurchwirkenden Magnetfeldes an der beispielsweise an Befestigungsschienen des Rahmens
befestigten Schutzplatte gehalten und von dieser wieder gelöst werden, während die
Versorgungskontakte bei in den Rahmen eingeschobenem Backwarenträger gemeinsam mit
den Kontaktauflagen eine elektrische Verbindung ausbilden. Diese elektrische Verbindung
wird bei erneuter Entnahme des Backwarenträgers aus der Vorrichtung und somit einer
Trennung von Versorgungskontakten und Kontaktauflagen wieder unterbrochen. Dadurch,
dass die Permanentmagnete auf der den Kontaktauflagen gegenüberliegenden Seite der
Schutzplatte angeordnet sind, wirken auf die in der Regel relativ spröden Permanentmagnete
keine unmittelbaren mechanischen Kontaktkräfte, wodurch die Gefahr eines Magnetbruches
reduziert und eine lange Standzeit erreicht werden kann. Zur elektrischen Verbindung
bildet je ein ferromagnetischer Versorgungskontakt gemeinsam mit einer nichtmagnetischen
Kontaktauflage ein elektrisches Kontaktpaar aus, wobei sowohl die Versorgungskontakte
auf der Seite des Backwarenträgers als auch die Kontaktauflagen auf der Seite des
Rahmens über elektrischen Verbindungsleitungen mit einem Heizelement bzw. einer Stromversorgung
verbunden werden können. Damit eine hohe Spülmedienbeständigkeit ermöglicht wird,
können die ferromagnetischen Versorgungskontakte aus einem korrosionsbeständigen,
ferromagnetischen Stahl gefertigt sein. Um die in der Regel geringe elektrische Leitfähigkeit
des ferromagnetischen Stahls zu kompensieren, können die Versorgungskontakte beispielsweise
als Kontaktplatten ausgebildet sein, sodass zufolge der sich dabei ergebenden Kontaktflächen
ein relativ großer elektrischer Leitungsquerschnitt bereitgestellt werden kann. Die
an der Schutzplatte angeordneten nichtmagnetischen Kontaktauflagen können beispielsweise
aus nichtmagnetischem Stahl gefertigt sein und ebenfalls Kontaktplatten ausbilden.
Es versteht sich darüber hinaus von selbst, dass eine erfindungsgemäße Vorrichtung
auch mehrere Backwarenträger aufweisen kann.
[0005] Um bei zuverlässiger elektrischer Kontaktierung der Versorgungskontakte mit den Kontaktauflagen
die mechanische Verbindung des Backwarenträgers an der Schutzplatte zu verbessern,
insbesondere, wenn der Backwarenträger zur verbesserten Warenpräsentation gegenüber
der Waagrechten geneigt ist, wird vorgeschlagen, dass die nichtmagnetischen Kontaktauflagen
Aussparungen im Bereich der Permanentmagnete aufweisen. Die Aussparungen können dabei
so ausgebildet sein, dass das gegenüber den ferromagnetischen Versorgungskontakten
verbindungswirksame magnetische Feld der Permanentmagnete durch die Kontaktauflagen
nicht abgeschwächt bzw. abgeschirmt wird, während die Kontaktauflagen für einen zuverlässigen
elektrischen Stromfluss ausreichend große Kontaktflächen bilden. Im Falle von beispielsweise
als Kontaktplatten ausgebildeten Kontaktauflagen können die Aussparungen so gewählt
werden, dass diese den Permanentmagneten unmittelbar bezüglich der Schutzplatte gegenüberliegen,
während die Kontaktauflagen die Aussparungen zumindest abschnittsweise umgeben, sodass
die sich aufgrund des magnetischen Feldes ergebende Anpresskraft auf die Kontaktauflagen
und die Versorgungskontakte unmittelbar übertragen werden kann. Bei beispielsweise
quaderförmigen Permanentmagneten mit rechteckiger Grundfläche können die Kontaktauflagen
demnach als Kontaktplatten mit U-Profil ausgebildet sein. In Abhängigkeit der je nach
eingesetztem Werkstoff unterschiedlichen magnetischen Eigenschaften der Kontaktauflagen
bzw. des durch die Permanentmagneten induzierten Magnetfeldes können die Kontaktauflagen
aber auch vollflächig, also aussparungsfrei, ausgebildet sein.
[0006] Um eine einfache Positionierung des Backwarenträgers gegenüber der Schutzplatte zu
ermöglichen, können die Kontaktauflagen auch diamagnetisch sein. Aufgrund der dann
leichten magnetischen Abstoßung der Kontaktauflagen gegenüber dem durch die Permanentmagneten
erzeugten Magnetfeld erhöht sich die magnetische Flussdichte im Bereich der Aussparung
der Kontaktauflagen, was eine zuverlässige Ausrichtung der ferromagnetischen Versorgungskontakte
gegenüber den Kontaktauflagen begünstigt, sodass sich Entnahme- bzw. Einschubvorgänge
des Backwarenträgers in den Rahmen einfach durchführen lassen.
[0007] Damit trotz zuverlässiger elektrischer Verbindung der Versorgungskontakte die Montage
der erfindungsgemäßen Vorrichtung, insbesondere die Montage des Backwarenträgers und
der Schutzplatte erleichtert wird, können zwischen den Versorgungskontakten und dem
Backwarenträger und/oder zwischen den Kontaktauflagen und der Schutzplatte elektrisch
leitfähige, beispielsweise Schrauben, Schraubenmuttern sowie Beilagscheiben umfassende
Schraubverbindungen vorgesehen sein, die elektrische Anschlussstellen bilden. Zufolge
dieser Maßnahmen können zusätzliche elektrische Verbindungsleitungen entfallen, sodass
nicht nur die Fehleranfälligkeit zufolge von Korrosion, sondern auch die Endmontage
rascher und einfacher durchführbar ist. Um insbesondere im Zusammenhang mit korrosionsbeständigem
Schraubenmaterialien eine gute elektrische Leitfähigkeit zu gewährleisten, empfiehlt
es sich im Hinblick auf einen ausreichenden Leitungsquerschnitt entsprechend groß
dimensionierte Schraubverbindungen, beispielsweise M3 gemäß DIN-Norm, vorzusehen.
[0008] Um eine gleichmäßige Temperierung der warmzuhaltenden Backwaren zu ermöglichen, wird
vorgeschlagen, dass der Backwarenträger ein, eine Heizschicht auf Kohlenstoffbasis
aufweisendes Heizelement zur Temperierung der Backwaren umfasst, das mit den ferromagnetischen
Versorgungskontakten elektrisch verbunden ist. Das beispielsweise als elektrisch betriebene
Heizfolie ausgebildete Heizelement kann in den Backwarenträgerboden bzw. zwischen
einem Warmhalteschalenboden des Backwarenträgers und einer zusätzlichen Bodenplatte
mit Hilfe eines 2-Komponenten-Klebers eingeklebt sein. Im Falle von elektrisch leitfähigen
Schraubverbindungen kann eine direkte elektrische Verbindung der Versorgungskontakte
mit dem Heizelement über die Schraubverbindung selbst erfolgen, ohne zusätzliche Verbindungsleitungen
vorsehen zu müssen, sodass sich eine besonders hohe Korrosionsbeständigkeit ergibt.
Besonders günstige Temperierbedingungen ergeben sich, wenn als aktive Heizschicht
des Heizelementes eine Carbonpaste bzw. ein Carbonlack vorgesehen ist. Dadurch, dass
die Carbonpastenschicht als Kaltleiter (PTC-Widerstand) wirkt, der so gewählt werden
kann, dass dieser bei Temperaturen über 62°C den Stromfluss abriegelt, kann sich die
Oberflächentemperatur der den Backwaren zugewandten Backträgerbodenseite in einem
für die Backwaren günstigen Temperaturbereich zwischen 50°C und 62°C einpendeln.
[0009] In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand beispielsweise dargestellt. Es zeigen
- Fig. 1
- einen schematischen Schnitt einer erfindungsgemäßen Vorrichtung mit einem lösbar an
einem Rahmen befestigten Backwarenträger und
- Fig. 2
- eine perspektivische Darstellung eines erfindungsgemäßen Backwarenträgers und einer
Schutzplatte in einem kleineren Maßstab.
[0010] Eine erfindungsgemäße Vorrichtung zur Ausgabe von Backwaren weist einen Rahmen 1
und einen an diesem lösbar befestigten, beheizbaren Backwarenträger 2 auf. Der Backwarenträger
2 weist zudem zwei ferromagnetische, elektrische Versorgungskontakte 3 auf, die jeweils
auf nichtmagnetischen Kontaktauflagen 4 einer Schutzplatte 5 des Rahmens 1 unter Ausbildung
einer elektrischen Verbindung aufliegen. Den Kontaktauflagen 4 liegen bezüglich der
Schutzplatte 5 Permanentmagnete 6 zur lösbaren magnetischen Befestigung der Versorgungskontakte
3 mit den Kontaktauflagen 4 gegenüber. Befestigungsschienen 7 können gemeinsam mit
Befestigungsleisten 8 eine Befestigungsauflage für die Schutzplatte 5 bilden. Um die
Neigung des Backwarenträgers gegenüber der Waagrechten einstellen zu können, kann
der Rahmen 1 Rastaussparungen 9 aufweisen, in welche Verbindungszapfen 10 der Befestigungsschienen
7 einrasten können.
[0011] Die Versorgungskontakte 3 sind mit einer Bodenplatte 11 des Backwarenträgers 2 sowie
mit einem zwischen Bodenplatte 11 und dem Boden einer Warmhalteschale 12 des Backwarenträgers
2 eingeklebten Heizelement 13, beispielsweise einer Heizfolie mit Carbonlack als aktive
Heizschicht, über eine elektrisch leitfähige Schraubverbindung verbunden. Die Kontaktauflagen
4 sind mit der Schutzplatte 5 ebenfalls über eine elektrisch leitfähige Schraubverbindung
verbunden. Die Schraubverbindungen umfassen jeweils eine Schraube 14, eine Beilagscheibe
15 sowie eine Schraubenmutter 16, wobei die Schraubverbindungen insbesondere im Bereich
der Schraubenmutter 16 elektrische Anschlussstellen 17 für beispielsweise Kabelschuhe
bilden.
[0012] Wie aus der Fig. 2 hervorgeht, können die Versorgungskontakte 3 sowie die Kontaktauflagen
4 als Kontaktplatten ausgebildet sein. Dabei können die Versorgungskontakte 3 aus
einem ferromagnetischen, korrosionsbeständigen Stahl der Werkstoffnummer 1.4462 und
die Kontaktauflagen 4 aus einem nichtmagnetischen, korrosionsbeständigen Stahl der
Werkstoffnummer V4A gefertigt sein. Die dabei auftretenden elektrischen Leitungswiderstände
befinden sich in etwa im Bereich von 3 - 8 mOhm, während der das Heizelement 13, die
Versorgungskontakte 3, die Kontaktauflagen 4 sowie die Schraubverbindungen umfassende
elektrische Gesamtwiderstand im Bereich von ca. 6 Ohm liegt.
[0013] Um bei zuverlässiger elektrischer Kontaktierung der Versorgungskontakte 3 mit den
Kontaktauflagen 4 die magnetische Haltekraft zu verbessern, können die in Fig. 2 in
einer gegenüber der Schutzplatte 5 abgebildeten Explosionsdarstellung gezeigten Kontaktauflagen
4 Aussparungen im Bereich der Permanentmagnete 6 aufweisen. Zufolge dieser Maßnahmen
wird das gegenüber den ferromagnetischen Versorgungskontakten 3 wirksame magnetische
Feld der Permanentmagneten 6 durch die Kontaktauflagen 4 nicht abgeschwächt, während
die Kontaktauflagen 4 für einen zuverlässigen Stromfluss ausreichend große Kontaktflächen
bilden.
1. Vorrichtung zur Ausgabe von Backwaren, mit einem Rahmen (1) und einem an diesem lösbar
befestigten, beheizbaren Backwarenträger (2), dadurch gekennzeichnet, dass der Backwarenträger (2) zwei ferromagnetische, elektrische Versorgungskontakte (3)
umfasst, die jeweils auf nichtmagnetischen Kontaktauflagen (4) einer Schutzplatte
(5) des Rahmens (1) unter Ausbildung einer elektrischen Verbindung aufliegen, wobei
den Kontaktauflagen (4) bezüglich der Schutzplatte (5) Permanentmagnete (6) zur lösbaren
magnetischen Befestigung der Versorgungskontakte (3) mit den Kontaktauflagen (4) gegenüberliegen.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die nichtmagnetischen, vorzugsweise diamagnetischen Kontaktauflagen (4) Aussparungen
im Bereich der Permanentmagnete (6) aufweisen.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen den Versorgungskontakten (3) und dem Backwarenträger (2) und/oder zwischen
den Kontaktauflagen (4) und der Schutzplatte (5) elektrisch leitfähige Schraubverbindungen
vorgesehen sind, die elektrische Anschlussstellen (17) bilden.
4. Vorrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Backwarenträger (2) ein, eine Heizschicht auf Kohlenstoffbasis aufweisendes Heizelement
(13) zur Temperierung der Backwaren umfasst, das mit den ferromagnetischen Versorgungskontakten
(3) elektrisch verbunden ist.