[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines wenigstens
zwei Farbschichten aufweisenden Bauteils für ein Kraftfahrzeug, wobei die Farbschichten
auf einer dünnwandigen, die Geometrie des Bauteils zumindest teilweise definierenden
Trägerstruktur aufgebracht werden, wobei die Trägerstruktur aus einem transparenten
oder transluzenten Polymermaterial besteht und bereits vor dem Auftragen der Farbschichten
eine dreidimensional ausgebildete Geometrie mit wenigstens einer Raumkrümmung aufweist,
wobei die Trägerstruktur eine in der bestimmungsgemäßen Verwendung sichtbare Außenseite
und eine der Außenseite gegenüberliegende Rückseite aufweist, wobei die wenigstens
zwei Farbschichten auf die Rückseite der Trägerstruktur aufgebracht werden und infolge
durch die Trägerstruktur hindurch auf der Außenseite zumindest abschnittsweise sichtbar
oder erkennbar sind, wobei die Trägerstruktur einen ersten Bereich oder erste Bereiche
aufweist, bei denen auf der Außenseite nur eine erste Farbschicht oder nur Teile einer
ersten Farbschicht erkennbar sind, und wobei die Trägerstruktur ferner einen zweiten
Bereich oder zweite Bereiche aufweist bei denen auf der Außenseite nur die wenigstens
eine weitere Farbschicht oder nur Teile der wenigstens einen weiteren Farbschicht
erkennbar sind.
[0002] Bei aus dem Stand der Technik bekannten Verfahren erfolgt das Aufbringen der Farbschichten
auf die Trägerstrukturen bevor diese Trägerstrukturen in eine dreidimensionale Form
gebracht werden. Durch die nachträgliche Umformung bzw. Verformung der Trägerstruktur
ist es jedoch nicht möglich komplexe Strukturen durch die Farbschichten scharf voneinander
abzugrenzen, da durch den Umformungs- bzw. Verformungsvorgang eine genaue, und insbesondere
wiederholgenaue, Fertigung einer komplexen Struktur (z.B. eines Farbgitters oder zueinander
paralleler Linien) nicht möglich ist. Bei bereits dreidimensional vorgeformten Trägerstrukturen
wird daher zum Aufbringen der ersten Farbschicht eine Maskierschablone auf der Trägerstruktur
abgelegt und dann mit einem Beschichtungsverfahren (z.B. durch eine Sprühlackierung)
diese erste Farbschicht aufgebracht. Dieser Verfahrensschritt ist jedoch zeitaufwendig,
ungenau in der Positionierung und verhindert mitunter eine teilweise Mitbeschichtung
(sog. Overspray) des zweiten Bereiches nicht zuverlässig.
[0004] Die Erfindung stellt sich daher die Aufgabe ein Verfahren mit den eingangs beschriebenen
Merkmalen anzugeben, das gegenüber dem Stand der Technik die schnellere und zuverlässigere
Herstellung eines wenigstens zwei Farbschichten aufweisenden Bauteils für ein Kraftfahrzeug
ermöglicht.
[0005] Diese Aufgabe wird durch folgendes Verfahren gelöst:
Verfahren zur Herstellung eines wenigstens zwei Farbschichten aufweisenden Bauteils
für ein Kraftfahrzeug, wobei die Farbschichten auf einer dünnwandigen, die Geometrie
des Bauteils zumindest teilweise definierenden Trägerstruktur aufgebracht werden,
wobei die Trägerstruktur aus einem transparenten oder transluzenten Polymermaterial
besteht und bereits vor dem Auftragen der Farbschichten eine dreidimensional ausgebildete
Geometrie mit wenigstens einer Raumkrümmung aufweist, wobei die Trägerstruktur eine
in der bestimmungsgemäßen Verwendung sichtbare Außenseite und eine der Außenseite
gegenüberliegende Rückseite aufweist, wobei die wenigstens zwei Farbschichten auf
die Rückseite der Trägerstruktur aufgebracht werden und infolge durch die Trägerstruktur
hindurch auf der Außenseite zumindest abschnittsweise sichtbar oder erkennbar sind,
wobei die Trägerstruktur einen ersten Bereich oder erste Bereiche aufweist, bei denen
auf der Außenseite nur eine erste Farbschicht oder nur Teile einer ersten Farbschicht
erkennbar sind, und wobei die Trägerstruktur ferner einen zweiten Bereich oder zweite
Bereiche aufweist bei denen auf der Außenseite nur die wenigstens eine weitere Farbschicht
oder nur Teile der wenigstens einen weiteren Farbschicht erkennbar sind, wobei das
Verfahren folgende Schrittreihenfolge aufweist:
- Beschichten und gleichzeitiges Maskieren des ersten Bereichs oder der ersten Bereiche
durch das Aufbringen der ersten Farbschicht auf der Rückseite der dreidimensional
ausgebildeten Trägerstruktur mittels eines Tintenstrahldruckers, der zur Ausbildung
der ersten Farbschicht eine flüssige oder pulverförmige Pigmenttinte oder eine flüssige
oder pulverförmige Farbstofftinte auf die Rückseite der Trägerstruktur aufbringt,
- zeitgleiches oder nachfolgendes Aushärten und/oder Verfestigen der ersten Farbschicht,
wobei das Aushärten und/oder Verfestigen teilweise, partiell oder vollständig erfolgt,
- Aufbringen der wenigstens einen weiteren Farbschicht zumindest auf den unmaskierten
zweiten Bereich oder zumindest auf die unmaskierten zweiten Bereiche auf der Rückseite
der Trägerstruktur.
[0006] Die Verwendung eines Tintenstrahldruckers, und somit des Tintenstrahldruckverfahrens,
für die Beschichtung und gleichzeitige Maskierung des ersten Bereiches ermöglicht
es, im Vergleich zu Verfahren des Stands der Technik, eine sehr präzise Maskierung
mit einer hohen Ortsauflösung auf der dreidimensional vorgeformten Trägerstruktur
aufzubringen. Bei dem Beschichten und gleichzeitigen Maskieren des ersten Bereichs
oder der ersten Bereiche durch das Aufbringen der ersten Farbschicht auf der Rückseite
der dreidimensional ausgebildeten Trägerstruktur mittels eines Tintenstrahldruckers,
der zur Ausbildung der ersten Farbschicht eine flüssige oder pulverförmige Pigmenttinte
oder eine flüssige oder pulverförmige Farbstofftinte auf die Rückseite der Trägerstruktur
aufbringt, kann ein Druckkopf des Tintenstrahldruckers mittels eines Manipulators
(z.B. mittels eines Roboters oder einer Verfahreinheit) über die Rückseite der Trägerstruktur
bewegt werden. Alternativ oder in Kombination kann die Trägerstruktur selbst in Relation
zu dem Druckkopf mittels eines Manipulators bewegt werden. Der Abstand des Tintenstrahldruckers
bzw. des Druckkopfs des Tintenstrahldruckers von der Oberfläche der Rückseite liegt
bevorzugt zwischen 3 mm und 50 mm.
[0007] Die Rückseite der Trägerstruktur des Bauteils wird auch "second-surface" oder B-Seite
genannt. Die Trägerstruktur weist bevorzugt eine dreidimensional ausgebildete Geometrie
mit wenigstens zwei Raumkrümmungen auf.
[0008] Das Aufbringen der wenigstens einen weiteren Farbschicht auf den zweiten Bereich
oder auf die zweiten Bereiche auf der Rückseite der Trägerstruktur kann mittels eines
sich vom Tintenstrahldrucken unterscheidenden Beschichtungsverfahren erfolgen. Aufgrund
dessen, dass die mittels des Tintenstrahldruckers aufgebrachte erste Farbschicht bereits
die Maskierung auf der Trägerstruktur ausbildet, kann für die wenigstens eine weitere
Farbschicht ein Beschichtungsverfahren gewählt werden, welches eine im Vergleich zum
Tintenstrahldruck größere Flächenleistung (also lackierte Fläche pro Zeit) aufweist.
Durch die Kombination des sehr präzisen Tintenstrahldrucks mit einem Beschichtungsverfahren
mit größerer Flächenleistung lässt sich ein Verfahren mit hoher Genauigkeit und gleichzeitig
hoher Geschwindigkeit realisieren.
[0009] Das abweichende Beschichtungsverfahren kann ein Spritzlackierverfahren oder ein Sprühlackierverfahren
oder eine Streichlackierung oder eine Tauchlackierung oder eine Walzenlackierung oder
ein Plattierungsverfahren, insbesondere ein PVD-Verfahren oder ein CVD-Verfahren,
oder ein galvanisches Abscheidungsverfahren umfassen.
[0010] Das Aushärten und/oder Verfestigen der ersten Farbschicht kann zumindest teilweise
durch Energiezufuhr ermöglicht und/oder beschleunigt werden. Es können insbesondere
UV härtende Lacke (also Lacke die durch ultraviolettes Licht aushärten) verwendet
werden. Bevorzugt ist in diesem Fall wenigstens eine UV-Lichtquelle mit dem Tintenstahldrucker
bzw. mit dem Druckkopf des Tintenstrahldruckers gekoppelt. Weiter bevorzugt befindet
sich in jeder Bewegungsrichtung (insbesondere in der Vor- und Rückwärtsrichtung) des
Druckkopfes eine in der jeweiligen Bewegungsrichtung vorlaufend angeordnete UV-Lichtquelle
an dem Tintenstrahldrucker bzw. an dem Druckkopf.
[0011] Die erste Farbschicht wird bevorzugt mit wenigsten 100 dpi, bevorzugt mit wenigstens
200 dpi, weiter bevorzugt mit wenigsten 300 dpi auf die Rückseite der Trägerstruktur
aufgedruckt.
[0012] Wobei dpi die Punktdichte "dots per inch", also "Punkte pro Zoll" bedeutet.
[0013] Der zweite Bereich oder die zweiten Bereiche kann oder können durch eine lokale Oberflächenunregelmäßigkeit
oder durch lokale Oberflächenunregelmäßigkeiten auf der Außenseite und/oder auf der
Rückseite der Trägerstruktur vorgegeben sein. Diese Oberflächenunregelmäßigkeit oder
diese Oberflächenunregelmäßigkeiten können dann mittels der wenigstens einen weiteren
Farbschicht zusätzlich visuell hervorgehoben werden.
[0014] Da hierbei die wenigstens eine weitere Farbschicht exakt auf die Oberflächenunregelmäßigkeit
oder die Oberflächenunregelmäßigkeiten aufgebracht werden muss/müssen und das Druckbild
nicht gegenüber der Oberflächenunregelmäßigkeit oder gegenüber den Oberflächenunregelmäßigkeiten
verrutschen darf, ist das erfindungsgemäße Verfahren mit seiner exakten und präzisen
Maskierung des oder dieser zweiten Bereiche (in diesem Fall der Oberflächenunregelmäßigkeit/en)
durch die mittels eines Tintenstrahldruckers aufgebrachte erste Farbschicht bzw. Maskierung
besonders geeignet.
[0015] Die lokale Oberflächenunregelmäßigkeit kann durch eine Vertiefung oder eine Sicke
oder eine Rille oder einen im Material der Trägerstruktur versenkten Schriftzug oder
eine Satinierung oder eine Narbung oder ein erhabenes Muster und/oder ein im Material
der Trägerstruktur versenktes Muster gebildet sein, oder die lokalen Oberflächenunregelmäßigkeiten
können durch Sicken und/oder Rillen und/oder einen im Material der Trägerstruktur
versenkten Schriftzug und/oder Satinierungen und/oder Narbungen und/oder erhabene
Muster und/oder im Material der Trägerstruktur versenkte Muster gebildet sein.
[0016] Erfindungsgemäß wird vor oder während des Schritts des Aufbringens der ersten Farbschicht
die jeweiligen Toleranzabweichungen in den Realabmessungen der Trägerstruktur zu den
Idealabmessungen der Trägerstruktur ermittelt, und das zu den Idealabmessungen der
Trägerstruktur hinterlegte Druckbild anhand dieser ermittelten Toleranzabweichungen
umgerechnet und an diese Realabmessungen angepasst, sodass die erste Farbschicht in
einer zu den Idealabmessungen der Trägerstruktur entsprechenden Weise auf dem vorgesehenen
ersten Bereich oder auf den vorgesehenen ersten Bereichen aufgebracht wird. Vorzugsweise
sind die Idealabmessungen der Trägerstruktur in einer Steuerung des Tintenstrahldruckers
hinterlegten. Weiter vorzugsweise ist in der oder in einer Steuerung des Tintenstrahldruckers
das Druckbild zu den Idealabmessungen der Trägerstruktur hinterlegt. Die aufgrund
des Herstellungsprozesses (beispielsweise in einem generativen Verfahren oder im Spritzguß
oder durch eine Thermoformung) nicht auszuschließenden Toleranzabweichungen in den
Realabmessungen der Trägerstruktur lassen sich hierdurch kompensieren. Insbesondere
für den Fall, dass eine vorstehend beschriebene Oberflächenunregelmäßigkeit oder vorstehend
beschriebene Oberflächenunregelmäßigkeiten maskiert werden müssen, bleibt so gewährleistet,
dass die Maskierung (also die erste Farbschicht) an der richtigen Stelle oder an den
richtigen Stellen (also zum Beispiel um die Oberflächenunregelmäßigkeit/en herum)
von dem Tintenstrahldrucker aufgebracht wird.
[0017] Die Toleranzabweichung kann anhand eines optischen Messverfahrens, insbesondere mittels
einer optischen Bilderfassung und Bildauswertung und/oder mittels eines Triangulationsverfahrens
und/oder mittels eines Konfokalmessverfahrens ermittelt werden.
[0018] Die erste Farbschicht und/oder die wenigstens eine weitere Farbschicht kann in sich
durch eine Vielzahl von Einzelschichten aufgebaut werden oder aufgebaut sein. Das
heißt die erste Farbschicht und/oder die wenigstens eine weitere Farbschicht kann
insbesondere aus wenigstens zwei oder mehr Einzelschichten aufgebaut sein.
[0019] Die wenigsten eine weitere Farbschicht kann durch eine Metallbeschichtung, insbesondere
durch eine Chrombeschichtung, gebildet werden. Unter der wenigstens einen weiteren
Farbschicht ist folglich nicht zwingend eine Lackschicht zu verstehen, sondern kann
auch eine Beschichtung durch ein Metall gemeint sein.
[0020] Die erste Farbschicht und/oder die wenigstens eine weitere Farbschicht kann in mehreren,
nebeneinanderliegenden Bahnen aufgebracht werden. Die erste Farbschicht und/oder die
wenigstens eine weitere Farbschicht müssen folglich nicht zwingend in einem Durchlauf
auf die Trägerstruktur aufgebracht werden, sondern können auch in mehreren Bahnen
aufgebracht werden. Die nebeneinanderliegenden Bahnen können sich hierbei auch in
ihren Randbereichen überlappen. Die Bahnen können bevorzugt eine Breite zwischen 5
mm bis 300 mm aufweisen.
[0021] Das Bauteil kann ein Exterieur-Bauteil eines Kraftfahrzeuges, insbesondere eine Stoßfängerverkleidung
oder eine Kühlergrillverkleidung oder eine Kotflügelverkleidung oder eine A-, B-,
C-, oder D-Säulenverkleidung oder eine Spoileraußenhaut oder eine Schwellerverkleidung
oder eine Türaußenverkleidung oder eine Türklappenaußenverkleidung sein.
[0022] Das Bauteil kann einen Bestandteil eines Exterieur-Bauteils eines Kraftfahrzeuges,
insbesondere einen Bestandteil einer Stoßfängerverkleidung oder einer Kühlergrillverkleidung
oder einer Kotflügelverkleidung oder einer A-, B-, C-, oder D-Säulenverkleidung oder
einer Spoileraußenhaut oder einer Schwellerverkleidung oder einer Türaußenverkleidung
oder einer Türklappenaußenverkleidung bilden.
[0023] Die Trägerstruktur kann mittels eines generativen Verfahrens (z.B. 3D-Druck) oder
im Spritzgußverfahren oder durch eine Thermoformung hergestellt werden oder hergestellt
sein.
[0024] Das transparente oder transluzente Polymermaterial der Trägerstruktur kann insbesondere
Polycarbonat, Polymethylmethacrylat, Polystyrol (beispielsweise PS, ABS, ASA), thermoplastisches
Polyester (beispielsweise PET, PBT) oder ein Bioplymer (beispielsweise Zelluloseacetat,
Polyhydroxybutyrat, Polymilchsäure, Polyhydroxyalkaonat) umfassen.
[0025] Weiterhin Teil der Erfindung ist ein Bauteil das mit dem vorstehend beschriebenen
Verfahren hergestellt ist.
[0026] Im Folgenden wird die Erfindung anhand lediglich Ausführungsbeispiele darstellender
Zeichnungen erläutert. Es zeigen schematisch:
- Fig. 1
- den Verfahrensschritt des Beschichtens und gleichzeitigen Maskierens des ersten Bereichs
durch das Aufbringen der ersten Farbschicht;
- Fig. 2
- Darstellung des Druckkopfes des Tintenstrahldruckers während des Beschichtens der
Rückseite der Trägerstruktur;
- Fig. 3
- Querschnittsdarstellung der Trägerstruktur nach dem Aufbringen der ersten Farbschicht;
- Fig. 4
- Querschnittsdarstellung der Trägerstruktur nach dem Aufbringen der wenigstens einen
weiteren Farbschicht;
- Fig. 5
- Aufbringung der erste Farbschicht in mehreren, nebeneinanderliegenden Bahnen.
[0027] In den Figuren werden gleiche oder funktionsgleiche Elemente mit den gleichen Bezugszeichen
versehen.
[0028] In den Fig. 1 bis 5 wird ein Verfahren zur Herstellung eines wenigstens zwei Farbschichten
1, 2 aufweisenden Bauteils für ein Kraftfahrzeug beschrieben. Die Farbschichten 1,
2 werden hierbei auf einer dünnwandigen, die Geometrie des Bauteils zumindest teilweise
definierenden Trägerstruktur 3 aufgebracht. Die Trägerstruktur 3 besteht aus einem
transparenten oder transluzenten Polymermaterial und weist bereits vor dem Auftragen
der Farbschichten 1, 2 eine dreidimensional ausgebildete Geometrie mit wenigstens
einer Raumkrümmung (vgl. insbesondere Fig. 1 bis Fig. 4) auf. Die Trägerstruktur 3
weist eine in der bestimmungsgemäßen Verwendung sichtbare Außenseite A und eine der
Außenseite A gegenüberliegende Rückseite B auf (vgl. insbesondere Fig. 3 und Fig.
4) auf. Die wenigstens zwei Farbschichten 1, 2 werden auf die Rückseite B der Trägerstruktur
3 aufgebracht und sind infolge (aufgrund des transparenten oder transluzenten Polymermaterials
der Trägerstruktur) durch die Trägerstruktur 3 hindurch auf der Außenseite A zumindest
abschnittsweise sichtbar oder erkennbar. Die Trägerstruktur 3 weist einen ersten Bereich
6 oder erste Bereiche 6 auf, bei denen auf der Außenseite A nur eine erste Farbschicht
1 oder nur Teile einer ersten Farbschicht 1 erkennbar sind (vgl. insbesondere Fig.
3). Die Trägerstruktur 3 weist ferner einen zweiten Bereich 8 oder zweite Bereiche
8 auf bei denen auf der Außenseite A nur die wenigstens eine weitere Farbschicht 2
oder nur Teile der wenigstens einen weiteren Farbschicht 2 erkennbar sind (vgl. insbesondere
Fig. 4).
[0029] Das Verfahren weist folgende Schrittreihenfolge auf:
Beschichten und gleichzeitiges Maskieren des ersten Bereichs 6 oder der ersten Bereiche
6 durch das Aufbringen der ersten Farbschicht 1 auf der Rückseite B der dreidimensional
ausgebildeten Trägerstruktur 3 mittels eines Tintenstrahldruckers 10, der zur Ausbildung
der ersten Farbschicht 1 eine flüssige oder pulverförmige Pigmenttinte oder eine flüssige
oder pulverförmige Farbstofftinte auf die Rückseite B der Trägerstruktur 3 aufbringt
(vgl. Fig. 1 und Fig. 2);
zeitgleiches oder nachfolgendes Aushärten und/oder Verfestigen der ersten Farbschicht
1, wobei das Aushärten und/oder Verfestigen teilweise, partiell oder vollständig erfolgt
(vgl. insbesondere Fig. 3);
Aufbringen der wenigstens einen weiteren Farbschicht 2 zumindest auf den unmaskierten
zweiten Bereich 8 oder zumindest auf die unmaskierten zweiten Bereiche 8 auf der Rückseite
B der Trägerstruktur (vgl. Fig. 4).
[0030] Wie in Fig. 4 ersichtlich kann die wenigstens eine weitere Farbschicht 2 hierbei
auch zusätzlich auf die erste Farbschicht 1 aufgetragen werden, da diese den ersten
Bereich 6 oder die ersten Bereiche 6 vor der wenigsten einen weiteren Farbschicht
2 maskiert.
[0031] Bei dem Beschichten und gleichzeitigen Maskieren des ersten Bereichs 6 oder der ersten
Bereiche 6 durch das Aufbringen der ersten Farbschicht 1 auf der Rückseite B der dreidimensional
ausgebildeten Trägerstruktur 3 mittels eines Tintenstrahldruckers 10, der zur Ausbildung
der ersten Farbschicht 1 eine flüssige oder pulverförmige Pigmenttinte oder eine flüssige
oder pulverförmige Farbstofftinte auf die Rückseite B der Trägerstruktur 3 aufbringt,
kann ein Druckkopf des Tintenstrahldruckers 10 mittels eines Manipulators (z.B. mittels
eines Roboters oder einer Verfahreinheit) über die Rückseite B der Trägerstruktur
3 bewegt werden. Alternativ oder in Kombination kann die Trägerstruktur 3 selbst in
Relation zu dem Druckkopf mittels eines Manipulators bewegt werden.
[0032] Das Aufbringen der wenigstens einen weiteren Farbschicht 2 auf den zweiten Bereich
8 oder auf die zweiten Bereiche 8 auf der Rückseite B der Trägerstruktur 3 erfolgt
mittels eines sich vom Tintenstrahldrucken unterscheidenden Beschichtungsverfahren.
Das abweichende Beschichtungsverfahren kann ein Spritzlackierverfahren oder ein Sprühlackierverfahren
oder eine Streichlackierung oder eine Tauchlackierung oder eine Walzenlackierung oder
ein Plattierungsverfahren, insbesondere ein PVD-Verfahren oder ein CVD-Verfahren,
oder ein galvanisches Abscheidungsverfahren umfassen.
[0033] Das Aushärten und/oder Verfestigen wird zumindest teilweise durch Energiezufuhr ermöglicht
und/oder beschleunigt. Bevorzugt wird für die Pigmenttinte oder für die Farbstofftinte
ein UV härtendes Material verwendet.
[0034] Die erste Farbschicht 1 wird mit wenigsten 100 dpi, bevorzugt mit wenigstens 200
dpi, weiter bevorzugt mit wenigsten 300 dpi auf die Rückseite B der Trägerstruktur
3 aufgedruckt.
[0035] Der zweite Bereich 8 ist oder die zweiten Bereiche 8 sind durch eine lokale Oberflächenunregelmäßigkeit
12 oder durch lokale Oberflächenunregelmäßigkeiten 12 auf der Außenseite A und/oder
auf der Rückseite B der Trägerstruktur 3 vorgegeben (vgl. Fig. 3 und Fig. 4). Die
lokale Oberflächenunregelmäßigkeit 12 ist durch eine Vertiefung oder eine Sicke oder
eine Rille oder einen im Material der Trägerstruktur versenkten Schriftzug oder eine
Satinierung oder eine Narbung oder ein erhabenes Muster und/oder ein im Material der
Trägerstruktur 3 versenktes Muster gebildet, oder die lokalen Oberflächenunregelmäßigkeiten
12 sind durch Sicken und/oder Rillen und/oder einen im Material der Trägerstruktur
versenkten Schriftzug und/oder Satinierungen und/oder Narbungen und/oder erhabene
Muster und/oder im Material der Trägerstruktur versenkte Muster gebildet.
[0036] In einem nicht näher dargestellten Verfahrensschritt werden vor oder während des
Schritts des Aufbringens der ersten Farbschicht 1 die jeweiligen Toleranzabweichungen
in den Realabmessungen der Trägerstruktur 3 zu den, vorzugsweise in einer Steuerung
des Tintenstrahldruckers 10 hinterlegten, Idealabmessungen der Trägerstruktur 3 ermittelt,
und das zu den Idealabmessungen der Trägerstruktur 3, vorzugsweise in der Steuerung,
hinterlegte Druckbild anhand dieser ermittelten Toleranzabweichungen umgerechnet und
an diese Realabmessungen angepasst werden, sodass die erste Farbschicht 1 in einer
zu den Idealabmessungen der Trägerstruktur 3 entsprechenden Weise auf dem vorgesehenen
ersten Bereich 6 oder auf den vorgesehenen ersten Bereichen 6 aufgebracht werden.
Die Toleranzabweichung kann anhand eines optischen Messverfahrens, insbesondere mittels
einer optischen Bilderfassung und Bildauswertung und/oder mittels eines Triangulationsverfahrens
und/oder mittels eines Konfokalmessverfahrens ermittelt werden.
[0037] Die erste Farbschicht 1 und/oder die wenigstens eine weitere Farbschicht 2 kann in
sich durch eine Vielzahl von Einzelschichten (d.h. insbesondere aus wenigstens zwei
Einzelschichten) aufgebaut werden.
[0038] Die wenigsten eine weitere Farbschicht 2 kann durch eine Metallbeschichtung, insbesondere
durch eine Chrombeschichtung, gebildet werden.
[0039] Die erste Farbschicht 1 wird in mehreren, nebeneinanderliegenden Bahnen T aufgebracht
(vgl. Fig. 5).
[0040] Das Bauteil kann ein Exterieur-Bauteil eines Kraftfahrzeuges, insbesondere eine Stoßfängerverkleidung
oder eine Kühlergrillverkleidung oder eine Kotflügelverkleidung oder eine A-, B-,
C-, oder D-Säulenverkleidung oder eine Spoileraußenhaut oder eine Schwellerverkleidung
oder eine Türaußenverkleidung oder eine Türklappenaußenverkleidung sein, oder einen
Bestandteil der vorgenannten Bauteile bilden.
[0041] Die Trägerstruktur 3 kann mittels eines generativen Verfahrens (z.B. 3D-Druck) oder
im Spritzgußverfahren oder durch eine Thermoformung hergestellt werden oder hergestellt
sein.
1. Verfahren zur Herstellung eines wenigstens zwei Farbschichten (1, 2) aufweisenden
Bauteils für ein Kraftfahrzeug,
wobei die Farbschichten (1, 2) auf einer dünnwandigen, die Geometrie des Bauteils
zumindest teilweise definierenden Trägerstruktur (3) aufgebracht werden,
wobei die Trägerstruktur (3) aus einem transparenten oder transluzenten Polymermaterial
besteht und bereits vor dem Auftragen der Farbschichten (1, 2) eine dreidimensional
ausgebildete Geometrie mit wenigstens einer Raumkrümmung aufweist,
wobei die Trägerstruktur (3) eine in der bestimmungsgemäßen Verwendung sichtbare Außenseite
(A) und eine der Außenseite (A) gegenüberliegende Rückseite (B) aufweist,
wobei die wenigstens zwei Farbschichten (1, 2) auf die Rückseite (B) der Trägerstruktur
(3) aufgebracht werden und infolge durch die Trägerstruktur (3) hindurch auf der Außenseite
(A) zumindest abschnittsweise sichtbar oder erkennbar sind,
wobei die Trägerstruktur (3) einen ersten Bereich (6) oder erste Bereiche (6) aufweist,
bei denen auf der Außenseite (A) nur eine erste Farbschicht (1) oder nur Teile einer
ersten Farbschicht (1) erkennbar sind, und
wobei die Trägerstruktur (3) ferner einen zweiten Bereich (8) oder zweite Bereiche
(8) aufweist bei denen auf der Außenseite (A) nur die wenigstens eine weitere Farbschicht
(2) oder nur Teile der wenigstens einen weiteren Farbschicht (2) erkennbar sind,
wobei
das Verfahren folgende Schrittreihenfolge aufweist:
- Beschichten und gleichzeitiges Maskieren des ersten Bereichs (6) oder der ersten
Bereiche (6) durch das Aufbringen der ersten Farbschicht (1) auf der Rückseite (B)
der dreidimensional ausgebildeten Trägerstruktur (3) mittels eines Tintenstrahldruckers
(10), der zur Ausbildung der ersten Farbschicht (1) eine flüssige oder pulverförmige
Pigmenttinte oder eine flüssige oder pulverförmige Farbstofftinte auf die Rückseite
(B) der Trägerstruktur (3) aufbringt,
- zeitgleiches oder nachfolgendes Aushärten und/oder Verfestigen der ersten Farbschicht
(1), wobei das Aushärten und/oder Verfestigen teilweise, partiell oder vollständig
erfolgt,
- Aufbringen der wenigstens einen weiteren Farbschicht (2) zumindest auf den unmaskierten
zweiten Bereich (8) oder zumindest auf die unmaskierten zweiten Bereiche (8) auf der
Rückseite (B) der Trägerstruktur,
dadurch gekennzeichnet, dass
vor oder während des Schritts des Aufbringens der ersten Farbschicht (1) die jeweiligen
Toleranzabweichungen in den Realabmessungen der Trägerstruktur (3) zu den, vorzugsweise
in einer Steuerung des Tintenstrahldruckers (10) hinterlegten, Idealabmessungen der
Trägerstruktur (3) ermittelt, und das zu den Idealabmessungen der Trägerstruktur (3),
vorzugsweise in der Steuerung, hinterlegte Druckbild anhand dieser ermittelten Toleranzabweichungen
umgerechnet und an diese Realabmessungen angepasst wird, sodass die erste Farbschicht
(1) in einer zu den Idealabmessungen der Trägerstruktur (3) entsprechenden Weise auf
dem vorgesehenen ersten Bereich (6) oder auf den vorgesehenen ersten Bereichen (6)
aufgebracht wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Toleranzabweichung anhand eines optischen Messverfahrens, insbesondere mittels
einer optischen Bilderfassung und Bildauswertung und/oder mittels eines Triangulationsverfahrens
und/oder mittels eines Konfokalmessverfahrens ermittelt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Aufbringen der wenigstens einen weiteren Farbschicht (2) auf den zweiten Bereich
(8) oder auf die zweiten Bereiche (8) auf der Rückseite (B) der Trägerstruktur (3)
mittels eines sich vom Tintenstrahldrucken unterscheidenden Beschichtungsverfahren
erfolgt.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das abweichende Beschichtungsverfahren ein Spritzlackierverfahren oder ein Sprühlackierverfahren
oder eine Streichlackierung oder eine Tauchlackierung oder eine Walzenlackierung oder
ein Plattierungsverfahren, insbesondere ein PVD-Verfahren oder ein CVD-Verfahren,
oder ein galvanisches Abscheidungsverfahren umfasst.
5. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Aushärten und/oder Verfestigen zumindest teilweise durch Energiezufuhr ermöglicht
und/oder beschleunigt wird.
6. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Farbschicht (1) mit wenigsten 100 dpi, bevorzugt mit wenigstens 200 dpi,
weiter bevorzugt mit wenigsten 300 dpi auf die Rückseite (B) der Trägerstruktur (3)
aufgedruckt wird.
7. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Bereich (8) oder die zweiten Bereiche (8) durch eine lokale Oberflächenunregelmäßigkeit
(12) oder durch lokale Oberflächenunregelmäßigkeiten (12) auf der Außenseite (A) und/oder
auf der Rückseite (B) der Trägerstruktur (3) vorgegeben ist oder sind.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das die lokale Oberflächenunregelmäßigkeit (12) durch eine Vertiefung oder eine Sicke
oder eine Rille oder einen im Material der Trägerstruktur versenkten Schriftzug oder
eine Satinierung oder eine Narbung oder ein erhabenes Muster und/oder ein im Material
der Trägerstruktur versenktes Muster gebildet ist, oder die lokalen Oberflächenunregelmäßigkeiten
(12) durch Sicken und/oder Rillen und/oder einen im Material der Trägerstruktur versenkten
Schriftzug und/oder und/oder Satinierungen und/oder Narbungen und/oder erhabene Muster
und/oder im Material der Trägerstruktur versenkte Muster gebildet sind.
9. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Farbschicht (1) und/oder die wenigstens eine weitere Farbschicht (2) in
sich durch eine Vielzahl von Einzelschichten aufgebaut wird.
10. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die wenigsten eine weitere Farbschicht (2) durch eine Metallbeschichtung, insbesondere
durch eine Chrombeschichtung, gebildet wird.
11. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Farbschicht (1) und/oder die wenigstens eine weitere Farbschicht (2) in
mehreren, nebeneinanderliegenden Bahnen (T) aufgebracht wird.
12. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Bauteil ein Exterieur-Bauteil eines Kraftfahrzeuges, insbesondere eine Stoßfängerverkleidung
oder eine Kühlergrillverkleidung oder eine Kotflügelverkleidung oder eine A-, B-,
C-, oder D-Säulenverkleidung oder eine Spoileraußenhaut oder eine Schwellerverkleidung
oder eine Türaußenverkleidung oder eine Türklappenaußenverkleidung ist, oder einen
Bestandteil der vorgenannten Bauteile bildet.
1. A method for producing a component comprising at least two colour layers (1, 2) for
a motor vehicle,
wherein the colour layers (1, 2) are applied to a thin-walled carrier structure (3)
that at least partially defines the geometry of the component,
wherein the carrier structure (3) consists of a transparent or translucent polymer
material and already has a three-dimensional geometry with at least one curved space
before the colour layers (1, 2) are applied,
wherein the carrier structure (3) has an outer side (A), which is visible when the
component is used as intended, and a rear side (B) opposite the outer side (A),
wherein the at least two colour layers (1, 2) are applied to the rear side (B) of
the carrier structure (3) and as a result are visible or discernible at least in some
portions from the outer side (A) through the carrier structure,
wherein the carrier structure (3) comprises a first region (6) or first regions (6),
in which only a first colour layer (1) or only parts of a first colour layer (1) are
identifiable from the outer side (A), and
wherein the carrier structure (3) further comprises a second region (8) or second
regions (8) in which only the at least one further colour layer (2) or only parts
of the at least one further colour layer (2) are identifiable from the outer side
(A),
wherein
the method comprises the following sequence of steps:
- coating and simultaneously masking the first region (6) or the first regions (6)
by applying the first colour layer (1) to the rear side (B) of the three-dimensionally-configured
carrier structure (3) by means of an inkjet printer (10) that applies a liquid or
powdery pigment ink or a liquid or powdery dye ink to the rear side (B) of the carrier
structure (3) in order to form the first colour layer (1),
- simultaneously or subsequently curing and/or solidifying the first colour layer
(1), wherein the curing and/or solidification is carried out to some extent, partially
or completely;
- applying the at least one further colour layer (2) to the rear side (B) of the carrier
structure at least in the unmasked second region (8) or at least in the unmasked second
regions (8),
characterised in that
before or during the step of applying the first colour layer (1), the respective tolerance
deviations of the actual measurements of the carrier structure (3) from the ideal
measurements of the carrier structure (2), preferably stored in a controller of the
inkjet printer (10), are determined and the print image stored for the actual dimensions
of the carrier structure (3), preferably in the controller, is recalculated on the
basis of these determined tolerance deviations and adapted to these actual dimensions,
so that the first colour layer (1) is applied to the intended first region (6) or
to the intended first regions (6) in a manner corresponding to the ideal dimensions
of the carrier structure (3).
2. The method according to claim 1, characterised in that the tolerance deviation is determined on the basis of an optical measurement method,
in particular by means of an optical image acquisition and image evaluation and/or
by means of a triangulation process and/or by means of a confocal measurement process.
3. The method according to claim 1 or 2, characterised in that the at least one further colour layer (2) is applied to the rear side (B) of the
carrier structure (3) in the second region (8) or in the second regions (8) by means
of a coating method that differs from inkjet printing.
4. The method according to claim 3, characterised in that the different coating method comprises a spray painting method or an aerosol painting
method or a brush painting or a dip painting or a roller painting or a plating method,
in particular a PVD method or a CVD method, or a galvanic deposition method.
5. The method according to one of the preceding claims, characterised in that the hardening and/or solidification is made possible and/or accelerated at least
in part by an energy input.
6. The method according to one of the preceding claims, characterised in that the first colour layer (1) is printed with at least 100 dpi, preferably with at least
200 dpi, more preferably with at least 300 dpi onto the rear side (B) of the carrier
structure (3).
7. The method according to one of the preceding claims, characterised in that the second region (8) or the second regions (8) is or are predefined by a local surface
irregularity (12) or by local surface irregularities (12) on the outer side (A) and/or
on the rear side (B) of the carrier structure (3).
8. The method according to claim 7, characterised in that the local surface irregularity (12) is formed by an indentation or a bead or a groove
or a lettering recessed in the material of the carrier structure or a satin finish
or a graining or a raised pattern and/or a pattern recessed in the material of the
carrier structure, or the local surface irregularities (12) are formed by beads and/or
grooves and/or a lettering recessed in the material of the carrier structure and/or
satin finishes and/or grainings and/or raised patterns and/or patterns recessed in
the material of the carrier structure.
9. The method according to one of the preceding claims, characterised in that the first colour layer (1) and/or the at least one further colour layer (2) are per
se built up by multiple individual layers.
10. The method according to one of the preceding claims, characterised in that the at least one further colour layer (2) is formed by a metal coating, in particular
by a chromium coating.
11. The method according to one of the preceding claims, characterised in that the first colour layer (1) and/or the at least one further colour layer (2) is applied
in a plurality of adjacent tracks (T).
12. The method according to one of the preceding claims, characterised in that the component is an exterior component of a motor vehicle, in particular a bumper
covering or a radiator grille covering or a mudguard covering or an A-, B-, C- or
D-pillar covering or a spoiler skin or a sill covering or an outer door covering or
an outer door panel covering, or forms a part of the aforementioned components.
1. Procédé de fabrication d'un composant présentant au moins deux couches de peinture
(1, 2) pour un véhicule automobile,
les couches de peinture (1, 2) étant appliquées sur une structure de support (3) à
paroi mince, définissant au moins partiellement la géométrie du composant,
la structure de support (3) consistant en un matériau polymère transparent ou translucide
et présentant déjà avant l'application des couches de peinture (1, 2) une géométrie
configurée sous forme tridimensionnelle avec au moins une courbure spatiale,
la structure de support (3) présentant un côté extérieur (A) visible dans l'utilisation
prévue et un côté arrière (B) opposé au côté extérieur (A),
les au moins deux couches de peinture (1, 2) étant appliquées sur le côté arrière
(B) de la structure de support (3) et étant visibles ou reconnaissables au moins par
sections sur le côté extérieur (A) à travers la structure de support (3),
la structure de support (3) présentant une première zone (6) ou des premières zones
(6) dans lesquelles seule une première couche de peinture (1) ou seules des parties
d'une première couche de peinture (1) sont reconnaissables sur le côté extérieur (A),
et
la structure de support (3) présentant en outre une deuxième zone (8) ou des deuxièmes
zones (8) dans lesquelles seule l'au moins une autre couche de peinture (2) ou seules
des parties de l'au moins une autre couche de peinture (2) sont reconnaissables sur
le côté extérieur (A),
le procédé présentant la séquence d'étapes suivante :
- le revêtement et le masquage simultané de la première zone (6) ou des premières
zones (6) par l'application de la première couche de peinture (1) sur le côté arrière
(B) de la structure de support configurée sous forme tridimensionnelle (3) au moyen
d'une imprimante à jet d'encre (10), qui, pour former la première couche de peinture
(1), applique une encre pigmentaire liquide ou en poudre ou une encre à base de colorant
liquide ou en poudre sur le côté arrière (B) de la structure de support (3),
- le durcissement et/ou la solidification simultanés ou consécutifs de la première
couche de peinture (1), le durcissement et/ou la solidification étant effectués partiellement,
par parties ou en totalité,
- l'application de l'au moins une autre couche de peinture (2) au moins sur la deuxième
zone non masquée (8) ou au moins sur les deuxièmes zones non masquées (8) sur le côté
arrière (B) de la structure de support,
caractérisé en ce que
avant ou pendant l'étape d'application de la première couche de peinture (1), les
écarts de tolérance respectifs dans les dimensions réelles de la structure de support
(3) par rapport aux dimensions idéales de la structure de support (3), de préférence
enregistrées dans une commande de l'imprimante à jet d'encre (10), sont déterminées,
et l'image d'impression enregistrée par rapport aux dimensions idéales de la structure
de support (3), de préférence dans la commande, est convertie à l'aide de ces écarts
de tolérance déterminés et est adaptée à ces dimensions réelles, de telle sorte que
la première couche de peinture (1) est appliquée d'une manière correspondant aux dimensions
idéales de la structure de support (3) sur la première zone prévue (6) ou sur les
premières zones prévues (6).
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'écart de tolérance est déterminé à l'aide d'un procédé de mesure optique, notamment
au moyen d'une acquisition d'image optique et d'une évaluation d'image et/ou au moyen
d'un procédé de triangulation et/ou au moyen d'un procédé de mesure confocale.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que l'application de l'au moins une autre couche de peinture (2) sur la deuxième zone
(8) ou sur les deuxièmes zones (8) sur le côté arrière (B) de la structure de support
(3) est effectuée au moyen d'un procédé de revêtement différent de l'impression à
jet d'encre.
4. Procédé selon la revendication 3, caractérisé en ce que le procédé de revêtement différent comprend un procédé de peinture par projection
ou un procédé de peinture par pulvérisation ou une peinture au pinceau ou une peinture
par immersion ou une peinture au rouleau ou un procédé de placage, notamment un procédé
PVD ou un procédé CVD, ou un procédé d'électrodéposition.
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que le durcissement et/ou la solidification sont rendus possibles et/ou accélérés au
moins partiellement par un apport d'énergie.
6. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que la première couche de peinture (1) est imprimée sur le côté arrière (B) de la structure
de support (3) avec au moins 100 dpi, de préférence avec au moins 200 dpi, de manière
davantage préférée avec au moins 300 dpi.
7. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que la deuxième zone (8) ou les deuxièmes zones (8) est ou sont prédéfinies par une irrégularité
de surface locale (12) ou par des irrégularités de surface locales (12) sur le côté
extérieur (A) et/ou sur le côté arrière (B) de la structure de support (3).
8. Procédé selon la revendication 7, caractérisé en ce que l'irrégularité de surface locale (12) est formée par un creux ou une moulure ou une
rainure ou une inscription encastrée dans le matériau de la structure de support ou
un satinage ou un grain ou un motif en relief et/ou un motif encastré dans le matériau
de la structure de support, ou les irrégularités de surface locales (12) sont formées
par des moulures et/ou des rainures et/ou une inscription encastrée dans le matériau
de la structure de support et/ou des satinages et/ou des grains et/ou des motifs en
relief et/ou des motifs encastrés dans le matériau de la structure de support.
9. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que la première couche de peinture (1) et/ou l'au moins une autre couche de peinture
(2) est construite en elle-même par une pluralité de couches individuelles.
10. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'au moins une autre couche de peinture (2) est formée par un revêtement métallique,
notamment par un revêtement de chrome.
11. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que la première couche de peinture (1) et/ou l'au moins une autre couche de peinture
(2) sont appliquées en plusieurs bandes (T) juxtaposées.
12. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que le composant est un composant extérieur d'un véhicule automobile, notamment un habillage
de pare-chocs ou un habillage de calandre ou un habillage d'aile ou un habillage de
montant A, B, C ou D ou une peau extérieure de spoiler ou un habillage de seuil ou
un habillage extérieur de porte ou un habillage extérieur de battant de porte, ou
forme un constituant des composants susmentionnés.