[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf Lukendeckel, welche für unterschiedliche
Frachtschiffe zur Anwendung kommen. Lukendeckel, auch Laderaumluken genannt, werden
auf Binnenschiffen sowie beispielsweise auf Massengutfrachtern/Schüttgutfrachter etc.
benötigt, um die Ladung vor äußeren Umwelteinflüssen, beispielsweise dem Eindringen
von Wasser, zu schützen. Außerdem bezieht sich die Erfindung auf ein Verfahren zur
Konfiguration eines Lukendeckels.
[0002] Traditionell werden Lukendeckel aus hochfestem Stahl aus vielen einzelnen Komponenten
zusammengeschweißt.
[0003] Zum Beispiel transportieren Bulk Carrier hauptsächlich Trockenfracht in loser Schüttung.
Diese Fracht muss durch die Lukendeckel vor Wasser geschützt werden. Die Lukendeckel
dienen nur als strukturelle wetterdichte Barriere und müssen keine weiteren Lasten
aufnehmen als die Belastung durch die Umwelt.
[0004] Es gibt verschiedene Typen von Lukendeckeln, wie:
- Lukendeckel auf Rollen die seitlich verfahren werden, um die Luken zu öffnen (engl.
Side Roll Hatch Cover),
- faltbare Lukendeckel, die durch hydraulische Zylinder aufgeklappt werden (engl. Folding
Hatch Cover),
- Lukendeckel die an einer Seite des Schiffes hintereinander aufgeschoben werden (engl.
Single Pull Hatch Cover).
[0005] Bisherige Lukendeckel sind Boxkonstruktionen in Gitterstruktur aus hochfestem Stahl,
um einerseits eine ausreichende Festigkeit zu gewährleisten. Die Lukendeckel sind
verschiedenen Belastungen durch ständiges Öffnen und Schließen, durch Wasser an Deck
durch den Seegang, durch Spannungen in den Rändern der Öffnung durch Biegung und Torsion
des Rumpfes ausgesetzt. Auch der Korrosionsschutz (Rost) ist bei den Stahl-Lukendeckeln
in der maritimen Umgebung eine Herausforderung, es entstehen Wartungs- und Reparaturarbeiten.
Ein weiteres Problem besteht darin, die Stahl-Lukendeckel ein hohes Gewicht haben,
wodurch sie schwer zu handhaben sind. Notwendige Hilfsmittel, wie zum Beispiel ein
Lukenkran, vergrößern außerdem das Gewicht der Aufbauten, wodurch weniger Ladung gebunkert
werden kann. Daher gibt es Bestrebungen, diese Stahl-Lukendeckel durch leichtere Konstruktionen
zu ersetzen.
[0006] WO 2011020999 A2 offenbart einen Lukendeckel, welcher aus einer Vielzahl von vorgefertigten Sandwichplatten
mit oberen und unteren äußeren Platten (Frontplatten) aus Stahl oder Aluminium, die
mit einem Rahmen verschweißt sind, besteht. Der Kern besteht aus Kunststoff oder Polymermaterial
(vorzugsweise aus einem hitzehärtbaren, kompakten Elastomer wie Polyurethan), der
mit den Sandwichplatten verbunden ist. Der Kern kann auch mehrere Hohlräume enthalten,
in welche eine Hauptkernschicht eingespritzt werden kann.
[0007] In
EP 2500258 A2 wird eine kombinierte Deckluke zum Abdecken eines Frachtraums eines Schiffes offenbart,
welche einen Tragbalken mit einer Kontaktfläche und eine Kunststoffplatte, die über
die Kontaktfläche mit dem Tragbalken verbunden werden kann, umfasst. Die Öffnung zum
Schiffsraum ist mit einer Anzahl von Stützbalken versehen, die in einem Abstand voneinander
angeordnet sind. Die Kunststoffplatten werden dazwischen platziert. Auf diese Weise
wird eine zusammengesetzte Deckluke mit einer Kombination aus Tragbalken und Kunststoffplatte
realisiert.
[0008] Ein Problem für diese Leichtbau-Lukendeckel ist das ständige Öffnen und Schließen
derselben zur Be- und Entladung, die Verdrehung der Lukendeckel durch Torsion und
Biegung des Schiffsrumpfes im Seegang sowie die Belastung durch Wasser auf Deck, was
in kurzer Zeit zu Beschädigungen an diesen Lukendeckeln führt.
[0009] In der Veröffentlichung
CN 2485220 Y zeigt eine unsinkbare Bootsabdeckung für kleine Boote, welche einen zusätzlichen
Auftrieb durch einen von glasfaserverstärktem Kunststoff (oder Leichtmetall) umschlossenen
Hohlbereich erhält. Die Bootsabdeckungen sind zum Abdecken von auf dem Boot befindlichen
Behältern vorgesehen. Diese eignen sich von ihrer Konstruktion her nicht als Lukendeckel
für Bulk Carrier.
Darstellung der Erfindung
[0010] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, neben dem Schutz der Ladung vor Umwelteinflüssen,
korrosionsfreie, temperaturbeständige Lukendeckel mit einer hohen Festigkeit und Stabilität
zu entwickeln. Die Lukendeckel sollen nicht plastisch verformbar sein, sich den Torsions-Bewegungen
des Lukensülls im Transit anpassen und nur einen geringeren Montage- und Wartungsaufwand
erfordern.
[0011] Weiterhin ist es die Aufgabe, dass diese Lukendeckel eine flexible modulare Gestaltung
aus wenigen, standardisierten Komponenten aufweisen und für neue Schiffe oder für
die Neuausstattung von im Einsatz befindlicher Schiffe (Nachrüsten) angewendet werden
kann, wobei ein fertiger Lukendeckel auf bestimmte Formen und/oder Abmessungen zugeschnitten
werden kann.
[0012] Die Lösung der Aufgabe erfolgt mit den Merkmalen des Hauptanspruchs und des Nebenanpruchs,
wobei die Unteransprüche weitere Ausgestaltungen beschreiben.
[0013] Der erfindungsgemäße Lukendeckel für ein Schiff enthält eine Mehrzahl von Lukendeckel-Modulen,
die mit wenigstens einem Rahmen verbunden sind. Wenigstens zwei Lukendeckel-Module,
die in mehreren, standardisierten Abmessungen vorliegen, bestehen aus einem Faser-Verbundwerkstoff.
Wenigstens zwei Lukendeckel-Module sind miteinander als eine lösbare Einheit kraftschlüssig
verbunden. Diese Einheit ist von dem Rahmen umgeben und mit dem Rahmen kraftschlüssig
verbunden.
[0014] Für eine Ausführungsform besteht ein Lukendeckel-Modul aus einer viereckigen Sandwichplatte,
die an ihren Längs- und Querseiten mit nach unten gerichteten Flanschen versehen ist.
[0015] Für eine weitere Ausführungsform weisen die Flansche des Lukendeckel-Moduls mehrere
Bohrlöcher auf, welche mit den Bohrlöchern der benachbarten Lukendeckel-Module korrespondierend
angeordnet sind. Die Lukendeckel-Module werden mit Hilfe von Verbindungsmitteln, wie
beispielsweise Schrauben oder Bolzen, miteinander kraftschlüssig verbunden.
[0016] Für eine weitere Ausführungsform sind zwischen den Lukendeckel-Modulen zur Erhöhung
der Steifigkeit der Verbindung Flachprofile eingefügt. Diese Flachprofile werden mittels
der Verbindungsmittel ebenfalls kraftschlüssig verbunden.
[0017] Für eine weitere Ausführungsform sind zwischen den Lukendeckel-Modulen dichtende
Elemente eingefügt oder die Flachprofile haben dichtende Eigenschaften.
[0018] Für eine weitere Ausführungsform entspricht der Rahmen den Abmessungen herkömmlicher
Lukendeckel und weist Hebe-, Bewegungs- und Schließmechanismen sowie Vorrichtungen
zur Anbindung an das Schiff auf.
[0019] Für eine weitere Ausführungsform besteht der Rahmen aus Stahl oder aus Verbundmaterial.
[0020] Für eine weitere Ausführungsform ist der Rahmen aus Längs- und Querstreben zusammengesetzt.
Die Längs- und Querstreben werden kraftschlüssig miteinander verbunden.
[0021] Für eine weitere Ausführungsform sind zwischen dem Rahmen und den Lukendeckel-Modulen
dichtende Elemente eingefügt. Dafür kann der Rahmen auf seiner Innenseite mit einer
Nut zur Aufnahme der dichtenden Elemente versehen sein.
[0022] Das erfindungsgemäße Verfahren zur Konfiguration und Dimensionierung eines Lukendeckels,
welcher eine Mehrzahl von Lukendeckel-Modulen enthält, die mit wenigstens einem Rahmen
verbunden sind, erfolgt mit den Schritten:
- a) Definition einer Anzahl von Lukendeckel-Modulen, die in mehreren, standardisierten
Abmessungen vorliegen, für eine größtmögliche Abdeckung einer Laderaumöffnung;
- b) Definition des benötigten Rahmens für ein finales Lukendeckelmaß;
- c) Berechnung von notwendigen, zwischen den Lukendeckel-Modulen und/oder zwischen
den Lukendeckel-Modulen und dem Rahmen einzufügenden Flachprofile und oder dichtenden
Elementen;
- d) Zurverfügungstellung von Längs- und Querstreben für den Rahmen zur direkten Montage
um die Lukendeckel-Module oder Zurverfügungstellung des vorgefertigten Rahmens;
- e) kraftschlüssiges Verbinden der definierten Anzahl von Lukendeckel-Modulen zu einer
lösbaren Einheit;
- f) kraftschlüssiges Verbinden der Einheit von Lukendeckel-Modulen mit den Längs- und
Querstreben oder dem vorgefertigten Rahmen.
[0023] Ein weiterer Schritt besteht darin, dass für den Lukendeckel notwendige und einem
jeweiligen Schiff angepasste Hebe-, Bewegungs- und Schließmechanismen montiert werden.
[0024] Durch die Erfindung wird die Möglichkeit einer Gewichtsreduktion durch die Verbundmaterialen
mit den geringeren Kosten- und Zeitaufwand bei der Reparatur (ist auch an Bord möglich)
des Lukendeckel-Systems verbunden. Einerseits hat ein derartiges, beschriebenes Verbundmaterial
eine bessere Lebensdauer unter maritimen Bedingungen (Langlebigkeit und bessere Korrosionsbeständigkeit
in maritimer Umgebung als Stahl) und es verringert die Transportkosten bei gleicher
Festigkeit und Stabilität. Andererseits wird durch die modulare Bauweise die Fertigung
vereinfacht. Es können viele mögliche Schiffstypen mit der erfindungsgemäßen Lösung
ausgestattet werden. Bei Beschädigung einzelner Lukendeckel-Module können diese einfacher
ausgetauscht oder repariert werden, ohne dass die Konstruktion an Stabilität verliert.
[0025] Ein weiterer Vorteil ist, dass bei gleicher Tragfähigkeit das Schiff mit den erfindungsgemäßen
leichteren Lukendeckeln mehr Ladung aufnehmen kann. Durch die Leichtbaukonstruktion
wird eine Gewichtsreduzierung gegenüber einer Stahlkonstruktion erreicht, was eine
Kostenreduzierung, besonders im Betrieb bedeutet. Der Kraftstoffverbrauch wird geringer,
so dass sich die Transportkosten pro Ladungseinheit verringern.
Ausführung der Erfindung
[0026] Die Erfindung wird anhand von Ausführungsbeispielen erläutert. Hierzu zeigen
- Figur 1
- Teil eines erfindungsgemäßen Lukendeckels in einer ersten Ausführungsform in perspektivischer
Darstellung von oben und von unten,
- Figur 2
- Teil eines erfindungsgemäßen Lukendeckels in einer zweiten Ausführungsform in perspektivischer
Darstellung von oben und von unten,
- Figur 3
- Teil eines erfindungsgemäßen Lukendeckels in einer weiteren Ausführungsform in perspektivischer
Darstellung von oben und von unten,
- Figur 4
- ein erfindungsgemäßer Lukendeckel in einer weiteren Ausführungsform mit Hebeeinrichtungen
in perspektivischer Darstellung von oben und von unten,
- Figur 5
- ein erfindungsgemäßer Lukendeckel in einer weiteren Ausführungsform mit Rollen zum
Verfahren des Lukendeckels in perspektivischer Darstellung von oben und von unten,
- Figur 6
- ein erfindungsgemäßer Lukendeckel in einer weiteren Ausführungsform mit einem hydraulischen
System zum Öffnen des Lukendeckels in perspektivischer Darstellung von oben und von
unten,
- Figur 7
- eine Konfiguration eines Lukendeckels mit einem Rahmen aus Längs- und die Querstreben
in einer Explosionsdarstellung, und
- Figur 8
- ein zusammengesetzter Lukendeckel.
[0027] Ein erfindungsgemäßer Lukendeckel besteht aus mehreren Komponenten, welche zusammengesetzt
werden. Gleiche Teile des Lukendeckels sind mir gleichen Bezugszeichen in den verschiedenen
Ausführungsbeispielen versehen. Zu einem Lukendeckel gehören mehrere Lukendeckel-Module
1 und ein Rahmen 2, welche zusammengesetzt einen Lukendeckel ergeben.
[0028] Das Öffnen der Lukendeckel erfolgt, wie auch im Stand der Technik durch Lift-, Roll-
oder Kipp-Bewegung, durch Abheben der Lukendeckel mit Kran (Lift), durch verschieben
der Paneele auf Rollen (Roll; Fig.4) oder durch klappen/falten der Paneele durch hydraulische
Einheiten (Kipp; Fig.5)
[0029] Figur 1 zeigt einen wesentlichen Teil des erfindungsgemäßen Lukendeckels in einer
ersten Ausführungsform und wird in einer perspektivischen Darstellung von oben und
von unten betrachtet. Der Lukendeckel besteht im Wesentlichen aus den Lukendeckel-Modulen
1, welche aus Faser-Verbundwerkstoff (GFK / CFK) als standardisierte vorgefertigte
geflanschte Sandwichplatten hergestellt sind. In die Sandwichplatte 11 ist eine Sandwichkonstruktion
(Kern aus Kunststoff, Balsaholz o.Ä.) integriert. Die Sandwichplatten 11 weisen bei
gleichen Abmessungen (a x b) die gleiche Steifigkeit wie eine Stahlplatte auf. Da
der Faser-Verbundwerkstoff ein deutlich weicheres Material als Stahl ist, kann ein
hieraus hergestelltes Lukendeckel-Modul 1 im linear-elastischen Bereich größeren Verformungen
standhalten. Die Lukendeckel-Module 1 können in mehreren, standardisierten Abmessungen
gefertigt werden, um in einer optimierten Konfiguration unterschiedlich große Lukendeckel
zu ermöglichen. So können Lukendeckel für Laderaumöffnungen unterschiedlicher Abmessungen
konfiguriert werden.
[0030] Figur 1 zeigt zusammengesetzte, identische Lukendeckel-Module 1 und Figur 2 zeigt
zusammengesetzte, unterschiedlich große Lukendeckel-Module 1 (bzgl. ihrer Abmessungen).
In beiden Abbildungen ist kein Rahmen 2 dargestellt, welcher aber zu einem vollständigen
Lukendeckel notwendig ist. Ein Lukendeckel-Modul 1 besteht aus einer viereckigen Sandwichplatte
11, die an ihren Längs- und Querseiten mit nach unten gerichteten Flanschen 12 versehen
ist. Die einzelnen Lukendeckel-Module 1 werden über die Flansche 12 miteinander verbunden.
Dazu sind in den Flanschen 12 mehrere Bohrlöcher eingebracht, welche für alle Lukendeckel-Module
1 korrespondierend angeordnet sind. Über die Bohrlöcher werden die Lukendeckel-Module
1 mit Hilfe von Verbindungsmitteln 13, wie Bolzen, Schrauben oder definierte korrosionsfreie
Bolzen-Spannklemmenverbindungen, miteinander bündig verbunden. Zwischen den Lukendeckel-Modulen
1 können zur Erhöhung der Steifigkeit der Verbindung Flachprofile 14 als sogenannte
Inlets eingefügt sein. Außerdem können an dieser Stelle auch dichtende Elemente 15,
wie beispielsweise Dichtlippen, eingefügt werden, welche den Lukendeckel nach außen
abdichten. Ebenso können die Flachprofile 14 auch dichtende Eigenschaften haben.
[0031] In den Figuren 1 und 2 sind beispielhaft mehrere Lukendeckel-Module 1 in einer Anordnung
von 2 x 3 Lukendeckel-Modulen 1 zusammengefügt. Eine Erweiterung zu einer 3 x 6-Anordnung
oder größer ist ebenso möglich wie auch ein Zusammenfügen mehrerer Lukendeckel-Module
1, ohne dass diese einem gleichförmigen Raster folgen. Durch unterschiedlich standardisierte
Größen der Lukendeckel-Module 1 können Lukendeckel mit verschiedenen Abmessungen zusammengesetzt
werden, wodurch eine problemlose Anpassung an die verschiedenen Schiffstypen möglich
ist. So wird folglich ein Lukendeckel aus einer unterschiedlichen Anzahl von Lukendeckel-Modulen
1, welche von einem Rahmen 2 umgeben sind, für eine bestimmte für Laderaumöffnungen
bestehen.
[0032] Figur 3 zeigt zusammengesetzte, identische Lukendeckel-Module 1 in einer perspektivischen
Darstellung von oben und von unten ohne Rahmen 2. Die Lukendeckel-Module 1 weisen
eine konvex gewölbte Oberfläche auf, wodurch eine verbesserte Stützwirkung erzielt
wird. Auch hier werden die Lukendeckel-Module 1, wie weiter oben beschrieben, miteinander
verbunden.
[0033] Eine weitere, wichtige Komponente des erfindungsgemäßen Lukendeckels ist der Rahmen
2, welcher den Abmessungen der jeweiligen Laderaumöffnung entspricht und aus mehreren
Einzelteilen in Form von Längs- und Querstreben 21, 22 zusammengesetzt sein kann.
Durch die Auslegung des Rahmens 2 müssen die Hebe-, Bewegungs- und Schließmechanismen
des Lukendeckels bei einer Nachrüstung eines Schiffes nicht verändert werden. Es können
die bekannten Einrichtungen für Heben, Rollen, Kippen, Verriegeln und Sülldichtung
verwendet werden.
[0034] Figur 4 zeigt einen Lukendeckel aus identischen Lukendeckel-Modulen 1 mit einem derartigen
Rahmen 2 in einer perspektivischen Darstellung von oben und von unten. Der Rahmen
2 wird wie bei herkömmlichen Lukendeckeln genutzt, um den Lukendeckel mit dem Lukensüll
6 zu verbinden. Insofern entspricht der Rahmen 2 in seinen äußeren Abmessungen denen
eines herkömmlichen Lukendeckels und besteht beispielsweise aus Stahl oder aus Verbundmaterial.
Der Rahmen 2 kann als eine Einheit gefertigt sein oder aus verschraubten vorgefertigten
Elementen (Längs- und Querstreben 21, 22) bestehen. Die entsprechend zusammengesetzten
Lukendeckel-Module 1 werden in den Rahmen 2 eingesetzt oder der Rahmen 2 wird um die
Lukendeckel-Module 1 herum zusammengefügt. Der Rahmen 2 wird mit den Lukendeckel-Modulen
1 ebenfalls über entsprechende Verbindungsmittel 13 verbunden. Idealer Weise korrespondieren
die Bohrlöcher der Lukendeckel-Module 1 mit den Bohrlöchern in dem Rahmen 2. Bevor
die zusammengesetzten Lukendeckel-Module 1 in den Rahmen 2 eingefügt werden, werden
dichtende Elemente 15, beispielsweise eine U-förmige Dichtung, um die äußeren Lukendeckel-Module
1 gelegt. In dem Rahmen 2 auf seiner Innenseite kann für die Dichtung zusätzlich eine
Nut eingearbeitet sein. Dadurch wird eine integrierte nutgeführte Dichtung zwischen
den Lukendeckel-Modulen 1 und dem Rahmen 2 ermöglicht. An dem Rahmen 2 sind Hebeeinrichtungen
3 befestigt, welche zum Abheben des Lukendeckels mit einem Kran zum Öffnen und Schließen
des Laderaums benötigt werden. Für die Verbindung des Lukendeckel-Systems mit dem
Schiff wird der Rahmen 2 wie bei herkömmlichen Stahl-Lukendeckeln mit dem Lukensüll
6 verbunden (hier nicht dargestellt).
[0035] Figur 5 zeigt eine weitere Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Lukendeckels mit
identischen Lukendeckel-Modulen 1 und mit einem Rahmen 2, wobei Rollen 4 zum Bewegen
des Lukendeckels zum Öffnen und Schließen des Laderaums an dem Rahmen 2 befestigt
sind. Dieser seitlich verfahrbare Lukendeckel ist mit standardmäßigen Verschlussvorrichtungen
für die Lukendeckelabdichtung (Cleating-System) ausgestattet.
[0036] Figur 6 zeigt in einer weiteren Ausführungsform einen Lukendeckel mit identischen
Lukendeckel-Modulen 1 und mit einem Rahmen 2 ebenfalls in einer perspektivischen Darstellung
von oben und von unten. Der Rahmen 2 ist mit einem hydraulischen System 5 zum einseitigen
Öffnen und Schließen des Lukendeckels verbunden. Das hydraulische System 5 ist mit
dem schiffsseitigen Lukensüll 6 verbunden.
[0037] Für unterschiedliche Schiffstypen sind unterschiedliche Laderaumöffnungen vorgesehen.
Für die Abdeckung einer Laderaumöffnung eines bestimmten Schiffes ist es wichtig,
deren Abmessungen zu kennen. Die Konfiguration und Dimensionierung eines Lukendeckels
ist hierbei besonders wichtig. Da ein Lukendeckel aus einer Mehrzahl von Lukendeckel-Modulen
1 in mehreren, standardisierten Abmessungen zusammengesetzt sein kann, welche mit
einem Rahmen 2 umgeben sind, muss die Anzahl der notwendigen Lukendeckel-Module 1
definiert, sprich ermittelt werden, um eine größtmögliche Abdeckung für die Laderaumöffnung
zu erreichen. Je mehr Lukendeckel-Module 1 eingesetzt werden können und je schmaler
die Längs- und die Querstreben 21, 22 des Rahmens 2 sind, umso leichter ist der gesamte
Lukendeckel. Hierbei muss auf die notwendige Festigkeit und Stabilität des zusammengesetzten
Lukendeckels geachtet werden, damit der Lukendeckel nicht plastisch verformbar ist
und sich den Torsions-Bewegungen des Lukensülls 6 anpassen kann. Die für den Lukendeckel
notwendigen und dem jeweiligen Schiff angepassten Hebe-, Bewegungs- und Schließmechanismen
werden anschließend montiert.
[0038] Figur 7 zeigt den Lukendeckel in einer Explosionszeichnung. Es sind in Figur 7 die
einzelnen Lukendeckel-Module 1, die Flachprofile 14 zur Versteifung, die dichtenden
Elemente 15 und die Längs- und Querstreben 21, 22 des Rahmens 2 sowie die Verbindungsmittel
13 zu sehen. Eine definierte Anzahl von Lukendeckel-Modulen 1, in der Figur 7 sind
es beispielsweise sechs Lukendeckel-Module 1, wird als eine lösbare Einheit kraftschlüssig
miteinander verbunden, wobei die Flachprofile 14 zur Versteifung zwischen zwei Flansche12
benachbarter Lukendeckel-Module 1 eingefügt werden und die dichtenden Elemente 15
die Abdichtung nach oben realisieren. Die nach unten weisende Pfeile sollen dies symbolisieren.
Der benötigte Rahmen 2 für ein finales Lukendeckelmaß besteht in diesem Ausführungsbeispiel
aus Längs- und Querstreben 21, 22, welche vorgefertigt sind. Ebenso kann auch ein
vollständiger Rahmen 2 mit den entsprechenden definierten Abmessungen vorgefertigt
sein. Die Längs- und Querstreben 21, 22 werden um die Einheit von miteinander verbundenen
Lukendeckel-Modulen 1 zusammengefügt und kraftschlüssig miteinander und mit den Lukendeckel-Modulen
1 durch Verbindungsmittel 13 verbunden (siehe auch Figur 8). Um die Einheit von miteinander
verbundenen Lukendeckel-Modulen 1 können ebenfalls dichtende Elemente 15 angeordnet
werden und somit einen vollständig abgedichteten Rahmen 2 ermöglichen.
[0039] Da es sich bei dem vorhergehenden, detailliert beschriebenen Lukendeckel-System um
Ausführungsbeispiele handelt, können sie in üblicher Weise vom Fachmann in einem weiten
Umfang modifiziert werden, ohne den Bereich der Erfindung zu verlassen. Insbesondere
können auch die konkreten Ausgestaltungen der Lukendeckel-Module 1 in anderer Form
als in der hier beschriebenen folgen, wenn dies aus konstruktiven Gründen notwendig
ist. Alle Verbindungsmittel 13, Abstände zwischen den Lukendeckel-Modulen 1 bzw. zwischen
dem Rahmen 2 und den Lukendeckel-Modulen 1 sowie die dichtenden Elemente 14 sind standardisiert.
Weiter schließt die Verwendung der unbestimmten Artikel "ein" bzw. "eine" nicht aus,
dass die betreffenden Merkmale auch mehrfach vorhanden sein können.
Bezugszeichen
[0040]
- 1
- Lukendeckel-Modul
11 Sandwichplatte
12 Flansch
13 Verbindungsmittel
14 Flachprofil
15 dichtende Elemente
- 2
- Rahmen
21 Längsstreben
22 Querstreben
- 3
- Hebeeinrichtungen
- 4
- Rollen
- 5
- hydraulisches System
- 6
- Lukensüll
1. Lukendeckel für ein Schiff, welcher eine Mehrzahl von Lukendeckel-Modulen (1) enthält,
die mit wenigstens einem Rahmen (2) verbunden sind, dadurch gekennzeichnet, dass
wenigstens zwei Lukendeckel-Module (1), die in mehreren, standardisierten Abmessungen
vorliegen und aus einem Faser-Verbundwerkstoff bestehen, miteinander als eine lösbare
Einheit kraftschlüssig verbunden sind, und dass diese Einheit von dem Rahmen (2) umgeben
und mit dem Rahmen (2) kraftschlüssig verbunden ist.
2. Lukendeckel nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass ein Lukendeckel-Modul (1) aus einer viereckigen Sandwichplatte (11) besteht, die
an ihren Längs- und Querseiten mit nach unten gerichteten Flanschen (12) versehen
ist.
3. Lukendeckel nach Anspruch 2 dadurch gekennzeichnet, dass die Flansche (12) des Lukendeckel-Moduls (1) mehrere Bohrlöcher aufweisen, welche
mit den Bohrlöchern der benachbarten Lukendeckel-Module (1) korrespondierend angeordnet
sind, wobei die Lukendeckel-Module (1) mit Hilfe von Verbindungsmitteln (13) miteinander
kraftschlüssig verbunden sind.
4. Lukendeckel nach einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass
zwischen den Lukendeckel-Modulen (1) zur Erhöhung der Steifigkeit der Verbindung Flachprofile
(14) eingefügt sind.
5. Lukendeckel nach einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass
zwischen den Lukendeckel-Modulen (1) dichtende Elemente (15) oder Flachprofile (14)
mit dichtenden Eigenschaften eingefügt sind.
6. Lukendeckel nach einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass
der Rahmen (2) den Abmessungen herkömmlicher Lukendeckel entspricht und Hebe-, Bewegungs-
und Schließmechanismen sowie Vorrichtungen zur Anbindung an das Schiff aufweist.
7. Lukendeckel nach einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass
der Rahmen (2) aus Stahl oder aus Verbundmaterial besteht.
8. Lukendeckel nach einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass
der Rahmen (2) aus Längs- und Querstreben (21, 22) zusammengesetzt ist, wobei die
Längs- und Querstreben (21, 22) kraftschlüssig miteinander verbunden sind.
9. Lukendeckel nach einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass
zwischen dem Rahmen (2) und den Lukendeckel-Modulen (1) dichtende Elemente (15) eingefügt
sind.
10. Lukendeckel nach Anspruch 8 dadurch gekennzeichnet, dass der Rahmen auf seiner Innenseite mit einer Nut zur Aufnahme der dichtenden Elemente
(15) versehen ist.
11. Verfahren zur Konfiguration und Dimensionierung eines Lukendeckels, welcher eine Mehrzahl
von Lukendeckel-Modulen (1) enthält, die mit wenigstens einem Rahmen (2) verbunden
sind, mit den Schritten:
a) Definition einer Anzahl von Lukendeckel-Modulen (1), die in mehreren, standardisierten
Abmessungen vorliegen, für eine größtmögliche Abdeckung einer Laderaumöffnung;
b) Definition des benötigten Rahmens (2) für ein finales Lukendeckelmaß;
c) Berechnung von notwendigen, zwischen den Lukendeckel-Modulen (1) und/oder zwischen
den Lukendeckel-Modulen (1) und dem Rahmen (2) einzufügenden Flachprofile (14) und/oder
dichtenden Elementen (15);
d) Zurverfügungstellung von Längs- und Querstreben (21, 22) für den Rahmen (2) zur
direkten Montage um die Lukendeckel-Module (1) oder Zurverfügungstellung des vorgefertigten
Rahmens (2);
e) kraftschlüssiges Verbinden der definierten Anzahl von Lukendeckel-Modulen (1) zu
einer lösbaren Einheit;
f) kraftschlüssiges Verbinden der Einheit von Lukendeckel-Modulen (1) mit den Längs-
und Querstreben (21, 22) oder dem vorgefertigten Rahmen (2).
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass für den Lukendeckel notwendige und einem jeweiligen Schiff angepasste Hebe-, Bewegungs-
und Schließmechanismen montiert werden.
Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 137(2) EPÜ.
1. Lukendeckel für ein Schiff, welcher eine Mehrzahl von Lukendeckel-Modulen (1), die
aus einem Faser-Verbundwerkstoff bestehen, enthält, die mit wenigstens einem Rahmen
(2) verbunden sind, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens zwei Lukendeckel-Module (1), die in mehreren, standardisierten Abmessungen
vorliegen , miteinander als eine lösbare Einheit kraftschlüssig verbunden sind, und
dass diese Einheit von dem Rahmen (2) umgeben und mit dem Rahmen (2) kraftschlüssig
verbunden ist.
2. Lukendeckel nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass
ein Lukendeckel-Modul (1) aus einer viereckigen Sandwichplatte (11) besteht, die an
ihren Längs- und Querseiten mit nach unten gerichteten Flanschen (12) versehen ist.
3. Lukendeckel nach Anspruch 2 dadurch gekennzeichnet, dass
die Flansche (12) des Lukendeckel-Moduls (1) mehrere Bohrlöcher aufweisen, welche
mit den Bohrlöchern der benachbarten Lukendeckel-Module (1) korrespondierend angeordnet
sind, wobei die Lukendeckel-Module (1) mit Hilfe von Verbindungsmitteln (13) miteinander
kraftschlüssig verbunden sind.
4. Lukendeckel nach einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass
zwischen den Lukendeckel-Modulen (1) zur Erhöhung der Steifigkeit der Verbindung Flachprofile
(14) eingefügt sind.
5. Lukendeckel nach einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass
zwischen den Lukendeckel-Modulen (1) dichtende Elemente (15) oder Flachprofile (14)
mit dichtenden Eigenschaften eingefügt sind.
6. Lukendeckel nach einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass
der Rahmen (2) den Abmessungen herkömmlicher Lukendeckel entspricht und Hebe-, Bewegungs-
und Schließmechanismen sowie Vorrichtungen zur Anbindung an das Schiff aufweist.
7. Lukendeckel nach einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass
der Rahmen (2) aus Stahl oder aus Verbundmaterial besteht.
8. Lukendeckel nach einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass
der Rahmen (2) aus Längs- und Querstreben (21, 22) zusammengesetzt ist, wobei die
Längs- und Querstreben (21, 22) kraftschlüssig miteinander verbunden sind.
9. Lukendeckel nach einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass
zwischen dem Rahmen (2) und den Lukendeckel-Modulen (1) dichtende Elemente (15) eingefügt
sind.
10. Lukendeckel nach Anspruch 8 dadurch gekennzeichnet, dass der Rahmen auf seiner Innenseite mit einer Nut zur Aufnahme der dichtenden Elemente
(15) versehen ist.
11. Verfahren zur Konfiguration und Dimensionierung eines Lukendeckels, welcher eine Mehrzahl
von Lukendeckel-Modulen (1) enthält, die mit wenigstens einem Rahmen (2) verbunden
sind, mit den Schritten:
a) Definition einer Anzahl von Lukendeckel-Modulen (1), die in mehreren, standardisierten
Abmessungen vorliegen, für eine größtmögliche Abdeckung einer Laderaumöffnung;
b) Definition des benötigten Rahmens (2) für ein finales Lukendeckelmaß;
c) Berechnung von notwendigen, zwischen den Lukendeckel-Modulen (1) und/oder zwischen
den Lukendeckel-Modulen (1) und dem Rahmen (2) einzufügenden Flachprofile (14) und/oder
dichtenden Elementen (15);
d) Zurverfügungstellung von Längs- und Querstreben (21, 22) für den Rahmen (2) zur
direkten Montage um die Lukendeckel-Module (1) oder Zurverfügungstellung des vorgefertigten
Rahmens (2);
e) kraftschlüssiges Verbinden der definierten Anzahl von Lukendeckel-Modulen (1) zu
einer lösbaren Einheit;
f) kraftschlüssiges Verbinden der Einheit von Lukendeckel-Modulen (1) mit den Längs-
und Querstreben (21, 22) oder dem vorgefertigten Rahmen (2).
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass
für den Lukendeckel notwendige und einem jeweiligen Schiff angepasste Hebe-, Bewegungs-
und Schließmechanismen montiert werden.