[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Synthese von Methanol gemäß dem Oberbegriff
von Anspruch 1 sowie eine Anlage zur Synthese von Methanol gemäß dem Oberbegriff von
Anspruch 15.
[0002] Die Herstellung von Methanol findet regelmäßig in einem Reaktor einer Anlage für
die Synthese von Methanol statt, welchem Reaktor ein Synthesegasstrom mit Wasserstoff
und Kohlenstoffoxiden zugeführt wird und in welchem die exotherme Reaktion zur Herstellung
von Methanol abläuft.
[0003] Grundsätzlich ist es zweckmäßig, die Methanolsynthese bei einem hohen Druck durchzuführen.
Daher ist regelmäßig in der Anlage ein Synthesegaskompressor vorgesehen, welcher den
Synthesegasstrom auf den gewünschten Druck komprimiert. Allerdings ist ein solcher
Synthesegaskompressor insbesondere energetisch besonders ressourcenintensiv und daher
ein wesentlicher Kostenfaktor bei der Synthese von Methanol.
[0004] Im Stand der Technik gibt es Ansätze, auf einen solchen Synthesegaskompressor zu
verzichten. Das amerikanische Patent
US 6,881,758 B2 beschreibt eine Anlage zur Synthese von Methanol, welche ohne einen Synthesegaskompressor
auskommt. Speziell wird das Synthesegas in dem entsprechenden Reaktor unter Zusatz
von druckerhöhtem Sauerstoff beispielsweise durch autotherme Reformierung bereits
mit einem Druck von 60 bar bereitgestellt, sodass das Synthesegas ohne Druckerhöhung
dem Methanolsynthesereaktor zugeführt werden kann.
[0005] Nachteilig an diesem Stand der Technik ist, dass beim Erzeugen des Synthesegases
durch autotherme Reformierung die für die Methanolsynthese bevorzugte Stöchiometrie
nicht erreicht werden kann.
[0006] Die Offenlegungsschrift
WO 2005/108336 A1 aus dem Stand der Technik beschreibt ebenfalls eine Anlage zur Synthese von Methanol,
bei welcher ebenfalls kein Synthesegaskompressor vorgesehen ist. Das Synthesegas wird
bei der in der
WO 2005/108336 A1 gezeigten Anlage durch nicht-katalytische partielle Oxidation gewonnen. Zwar findet
eine Rückführung von Wasserstoff, welcher durch eine PSA aus einem Restgas des Methanolreaktors
gewonnen wurde, zu diesem Methanolreaktor statt, doch wird dieser Wasserstoff entweder
überhaupt nicht komprimiert oder es findet eine Komprimierung mit einem eigenen Kompressor
statt. Jedoch ist einerseits die Komprimierung eines reinen Wasserstoffstroms aufwendig
und andererseits das Vorsehen eines weiteren Kompressors kostspielig.
[0007] Die
EP 2 011 564 A1 aus dem Stand der Technik, von welcher die vorliegende Erfindung ausgeht, sieht sowohl
den Verzicht auf einen Synthesegaskompressor als auch die Maßnahme vor, dass ein Wasserstoffstrom,
welcher mittels einer PSA aus unreagiertem Restgas gewonnen wurde, wieder dem Recyclekompressor
zugeführt wird. Nachteilig an der hier gezeigten Lösung ist allerdings, dass der der
PSA zugeführte Strom bereits durch den Recyclekompressor eine Druckerhöhung erfahren
hat. Dadurch, dass die Rückführung vom Ausgang des Recyclekompressors zum Eingang
des Recyclekompressors und damit in einem eigenen Kreislauf erfolgt, ist eine Dimensionierung
des Recyclekompressors erforderlich, welche größer ist, als an sich nötig wäre.
[0008] Ausgehend von diesem Stand der Technik besteht die Aufgabe der Erfindung daher darin,
das aus dem Stand der Technik bekannte Verfahren zur Synthese von Methanol ohne Synthesegaskompressor
und die aus dem Stand der Technik bekannte Anlage zur Synthese von Methanol ohne Synthesegaskompressor
dahingehend zu verbessern und weiterzuentwickeln, dass weiterhin kein eigener Kompressor
für den zurückzuführenden Wasserstoff erforderlich ist und der Recyclekompressor kleiner
dimensioniert werden kann.
[0009] Bezogen auf ein Verfahren zur Synthese von Methanol gemäß dem Oberbegriff von Anspruch
1 wird diese Aufgabe durch die Merkmale des kennzeichnenden Teils von Anspruch 1 gelöst.
Bezogen auf eine Anlage zur Synthese von Methanol gemäß dem Oberbegriff von Anspruch
15 wird diese Aufgabe durch die Merkmale des kennzeichnenden Teils von Anspruch 15
gelöst.
[0010] Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass der extrahierte Wasserstoff aus
der Wasserstoffrückgewinnung so geführt werden kann, dass er zwischen dem Austritt
aus der ersten Reaktorstufe der Methanolsynthese und der erneuten Zuführung zu der
ersten Reaktorstufe der Methanolsynthese genau einmal eine Druckerhöhung durch den
Recyclekompressor erfährt. Auf diese Weise wird verhindert, dass eine wiederholte
und damit im Grunde überflüssige Druckerhöhung des Wasserstoffs erfolgt. Dadurch kann
dann die Dimensionierung des Recyclekompressors verringert werden.
[0011] Das vorschlagsgemäße Verfahren dient der Synthese von Methanol. Bei dem vorschlagsgemäßen
Verfahren wird ein kohlenstoffhaltiger Energieträgerstrom einer Synthesegasreaktoranordnung
zum Gewinnen eines Synthesegasstroms mit Wasserstoff und Kohlenstoffoxiden zugeführt.
Der Synthesegasstrom weist also Wasserstoff, Kohlenstoffmonoxid und Kohlenstoffdioxid
auf und kann daneben noch weitere Bestandteile wie insbesondere Stickstoff und Edelgase
aufweisen. Der Synthesegasstrom kann auch als Frischgasstrom bezeichnet werden.
[0012] Ebenso wird bei dem vorschlagsgemäßen Verfahren der Synthesegasstrom einer ersten
Reaktorstufe einer Methanol-Reaktoranordnung zur teilweisen Umwandlung in Methanol
zugeführt. Das Merkmal der teilweisen Umwandlung in Methanol begründet sich darin,
dass ein nicht umgesetzter Rest an Edukten aus der Methanol-Reaktoranordnung austritt
und daher die Umwandlung nicht vollständig abläuft. Die Methanol-Reaktoranordnung
kann mehrere Reaktorstufen oder nur eine einzelne Reaktorstufe aufweisen. Weist die
Methanol-Reaktoranordnung nur eine einzelne Reaktorstufe auf, so handelt es sich bei
der ersten Reaktorstufe um diese einzige Reaktorstufe der Methanol-Reaktoranordnung.
Die erste Reaktorstufe der Methanol-Reaktoranordnung ist diejenige Reaktorstufe der
Methanol-Reaktoranordnung, welcher der Synthesegasstrom zugeführt wird, bevor er oder
ein verbliebener Restgasstrom einer weiteren Reaktorstufe zugeführt wird. Die erste
Reaktorstufe ist insoweit die prozesstechnisch zuerst gelagerte Reaktorstufe der Methanol-Reaktoranordnung.
Dieser Umstand deckt sich mit der möglichen Bezeichnung des Synthesegasstroms als
Frischgasstrom. Jede einzelne Reaktorstufe der Methanol-Reaktoranordnung kann dabei
mehrere, prozesstechnisch zueinander parallel geschaltete Einzelreaktoren für die
Methanolsynthese aufweisen.
[0013] Gemäß dem vorschlagsgemäßen Verfahren wird der Synthesegasstrom in der Synthesegasreaktoranordnung
mit einem Erzeugungsdruck gewonnen, welcher höher ist als der Synthesedruck, mit welchem
der Synthesegasstrom in der ersten Reaktorstufe teilweise in Methanol umgewandelt
wird. Mit anderen Worten erfährt der Synthesegasstrom - und damit das Synthesegas
- ab Erzeugung im Ergebnis keine Druckerhöhung bis zum Erreichen der Methanol-Reaktoranordnung
für die Methanolsynthese. Insbesondere erfolgt keine Druckerhöhung des Synthesegasstroms
nach seiner Erzeugung durch einen der Methanolsynthese prozesstechnisch vorgelagerten
- und damit der Synthesegasherstellung nachgelagerten - Kompressor. Ebenso kann es
sein, dass nach Durchlaufen der Methanol-Reaktoranordnung verbliebenes Restgas eine
Druckerhöhung erfährt. Dies wird untenstehend noch erläutert.
[0014] Beim vorschlagsgemäßen Verfahren ist vorgesehen, dass aus der Methanol-Reaktoranordnung
ein Restgasstrom mit unreagierten Kohlenstoffoxiden gewonnen wird, welcher Restgasstrom
einem Recyclekompressor zur Druckerhöhung des Restgasstroms zugeführt wird. Der Restgasstrom
weist ebenso unreagierten Wasserstoff auf. Sollte die Methanol-Reaktoranordnung mehr
als eine Reaktorstufe aufweisen, so kann dieser Restgasstrom nach einer beliebigen
Reaktorstufe gewonnen werden.
[0015] Das vorschlagsgemäße Verfahren sieht weiter vor, dass der druckerhöhte Restgasstrom
der Methanol-Reaktoranordnung zur teilweisen Umwandlung in Methanol zugeführt wird.
Es handelt sich also um eine Rückführung des nun druckerhöhten Restgasstroms zur Methanol-Reaktoranordnung,
aus welcher der Restgasstrom ja gewonnen wurde.
[0016] Das vorschlagsgemäße Verfahren sieht ebenso vor, dass vor Zuführung zu der ersten
Reaktorstufe der Synthesegasstrom einer Wärmerückgewinnungsvorrichtung zum Rückgewinnen
von Wärme aus dem Synthesegasstrom zugeführt wird. Diese Wärmerückgewinnungsvorrichtung
ist mit anderen Worten prozesstechnisch zwischen der Synthesegasreaktoranordnung und
der Methanol-Reaktoranordnung angeordnet. Hierbei ist zu beachten, dass die Wärmerückgewinnungsvorrichtung
regelmäßig nur eine Stufe einer Wärmerückgewinnungsanordnung mit mehreren Wärmerückgewinnungsvorrichtungen
darstellt. Anders ausgedrückt kann es sein, dass der Synthesegasstrom nur einer Wärmerückgewinnungsvorrichtung
von mehreren, miteinander zusammenhängenden Wärmerückgewinnungsvorrichtungen vor Zuführung
zu der Methanol-Reaktoranordnung zugeführt wird.
[0017] Das vorschlagsgemäße Verfahren sieht zusätzlich vor, dass ein Rückgewinnungsstrom
mit unreagiertem Wasserstoff aus einem unreagierten Restgas der ersten Reaktorstufe
einer Wasserstoffrückgewinnungsanordnung zum Gewinnen eines H-Recyclestroms mit dem
unreagierten Wasserstoff des Rückgewinnungsstroms zugeführt wird. Es ergibt sich,
dass der Wasserstoff des H-Recyclestroms zumindest teilweise und vorzugsweise vollständig
dem unreagierten Wasserstoff des Rückgewinnungsstroms entspricht. Bei dem unreagierten
Restgas kann es sein, dass es sich nur um einen Teil des gesamten unreagierten Gases
aus der ersten Reaktorstufe handeln. Ebenso kann es sein, dass der unreagierte Wasserstoff
nur ein Teil des gesamten unreagierten Wasserstoffs der ersten Reaktorstufe ist.
[0018] Das vorschlagsgemäße Verfahren sieht vor, dass dieser unreagierte Wasserstoff des
Rückgewinnungsstroms erneut der ersten Reaktorstufe zur zumindest teilweisen Umwandlung
in Methanol zugeführt wird. Die erneute Zuführung des unreagierten Wasserstoffes des
Rückgewinnungsstroms zur ersten Reaktorstufe kann dabei sowohl direkt als auch indirekt
erfolgen. In dem Fall der indirekten Zuführung wird der unreagierte Wasserstoff also
zunächst anderen Vorrichtungen zugeführt.
[0019] Das vorschlagsgemäße Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass der unreagierte Wasserstoff
des Rückgewinnungsstroms von der ersten Reaktorstufe bis zur erneuten Zuführung zur
ersten Reaktorstufe durch den Recyclekompressor mit den unreagierten Kohlenstoffoxiden
genau einmal druckerhöht wird. Anders ausgedrückt findet zwischen dem Austritt des
unreagierten Wasserstoffes aus der ersten Reaktorstufe und der erneuten Zuführung
dieses unreagierten Wasserstoffes zu der ersten Reaktorstufe eine Druckerhöhung nur
einmal statt, und zwar speziell durch den Recyclekompressor. Da der Recyclekompressor
- wie bereits festgestellt - den Restgasstrom mit unreagierten Kohlenstoffoxiden druckerhöht,
findet also diese Druckerhöhung durch den Recyclekompressor mit den unreagierten Kohlenstoffoxiden
statt. Ebenso wird unreagierter Wasserstoff der ersten Reaktorstufe, welcher nicht
der Wasserstoffrückgewinnungsanordnung zugeführt wurde, durch den Recyclekompressor
druckerhöht.
[0020] An sich überflüssige wiederholte Druckerhöhungen werden damit vermieden. Zu beachten
ist, dass dieses Erfordernis der genau einmaligen Druckerhöhung durch den Recyclekompressor
nur den unreagierten Wasserstoff aus der ersten Reaktorstufe betrifft, welcher auch
im Rückgewinnungsstrom enthalten ist. Sollte es also - wie regelmäßig der Fall ist
- unreagierten Wasserstoff aus der ersten Reaktorstufe geben, welcher nicht in dem
Rückgewinnungsstrom enthalten ist, so ist es nicht erforderlich, dass auch dieser
unreagierte Wasserstoff außerhalb des Rückgewinnungsstroms genau eine Druckerhöhung
durch den Recyclekompressor erfährt. Vielmehr ist dann sowohl eine mehrfache Druckerhöhung
als auch überhaupt keine Druckerhöhung möglich.
[0021] Wie untenstehend noch beschrieben wird, kann diese erneute Zuführung des unreagierten
Wasserstoffs zu der ersten Reaktorstufe indirekt derart erfolgen, dass der Wasserstoff
als Teil einer Reihe weiterer Ströme der ersten Reaktorstufe zugeführt wird.
[0022] Grundsätzlich kann es sich bei der obigen Druckerhöhung des unreagierten Wasserstoffs
um eine Druckerhöhung um einen beliebigen Betrag handeln. Bevorzugt ist, dass der
unreagierte Wasserstoff vor der zumindest teilweisen Umwandlung in Methanol auf einen
Druck erhöht wird, welcher höher als der Druck des H-Recyclestroms aus der Wasserstoffrückgewinnungsanordnung
ist. Ebenso kann es sein, dass der unreagierte Wasserstoff vor der erneuten Zuführung
zur ersten Reaktorstufe auf einen Druck erhöht wird, welcher höher als der Druck des
Rückgewinnungsstroms bei Zuführung zu der Wasserstoffrückgewinnungsanordnung ist.
[0023] Die Druckerhöhung des unreagierten Wasserstoffs kann einerseits vor der Zuführung
zur Wasserstoffrückgewinnungsanordnung erfolgen. So kann es sein, dass der Rückgewinnungsstrom
insgesamt druckerhöht wird. Die Druckerhöhung des unreagierten Wasserstoffs kann aber
auch nach Zuführung zur Wasserstoffrückgewinnungsanordnung erfolgen. Daher kann etwa
die Druckerhöhung des unreagierten Wasserstoffs des H-Recyclestroms dadurch erfolgen,
dass der H-Recyclestrom insgesamt druckerhöht wird.
[0024] Die Synthesegasreaktoranordnung, die Methanol-Reaktoranordnung, die Wärmerückgewinnungsvorrichtung,
der Recyclekompressor und die Wasserstoffrückgewinnungsanordnung können von einer
Anlage zur Synthese von Methanol umfasst sein.
[0025] Vorzugsweise beträgt der Erzeugungsdruck mehr als 60 bar oder mehr als 70 bar oder
mehr als 80 bar. Der Erzeugungsdruck kann auch mehr als 90 bar und insbesondere mehr
als 100 bar betragen.
[0026] Grundsätzlich kann der dem Recyclekompressor zugeführte Restgasstrom eine beliebige
Zusammensetzung aufweisen, solange der Restgasstrom unreagierte Kohlenstoffoxide zu
einem grundsätzlich beliebigen Anteil und den unreagierten Wasserstoff des Rückgewinnungsstroms
umfasst. Bevorzugt ist jedoch, dass der dem Recyclekompressor zugeführte Restgasstrom
einen molaren Wasserstoffanteil kleiner als 90 %, insbesondere kleiner als 85 % und
weiter insbesondere kleiner als 80 % aufweist. Alternativ oder zusätzlich kann es
sein, dass der dem Recyclekompressor zugeführte Restgasstrom einen molaren Wasserstoffanteil
von größer als 50 %, insbesondere von größer als 60 % und weiter insbesondere von
größer als 70 % aufweist. Dieser molare Wasserstoffanteil bezieht sich auf den gesamten
molaren Wasserstoffanteil des Restgasstroms. Daher zählt nicht nur der Wasserstoff
aus dem Rückgewinnungsstrom dazu, sondern auch sonstiger Wasserstoff in dem Restgasstrom.
[0027] Vorzugsweise umfasst die Methanol-Reaktoranordnung eine Methanol-Trennvorrichtung
zum Gewinnen des unreagierten Restgases der ersten Reaktorstufe und eines Rohmethanolstroms
der ersten Reaktorstufe. Grundsätzlich kann die Methanol-Trennvorrichtung auf beliebige
Art und Weise funktionieren. Insbesondere kann es sein, dass die Methanol-Trennvorrichtung
eine Kondensationsvorrichtung zum Gewinnen des unreagierten Restgases der ersten Reaktorstufe
und des Rohmethanolstroms der ersten Reaktorstufe durch Kondensation umfasst.
[0028] Es kann sein, dass nur ein Teil des druckerhöhten Restgasstroms der Methanol-Reaktoranordnung
zugeführt wird. Insbesondere ist es bevorzugt, dass ein Teil des druckerhöhten Restgasstroms
abgezweigt und der Synthesegasreaktoranordnung zugeführt wird. Dabei kann insbesondere
vorgesehen sein, dass der abgezweigte Teil des druckerhöhten Restgasstroms dem Energieträgerstrom
zugeführt wird.
[0029] Wie bereits festgestellt kann es prinzipiell sein, dass die Methanol-Reaktoranordnung
nur eine einzige Methanol-Reaktorstufe umfasst. Eine weitere bevorzugte Ausführungsform
des Verfahrens ist dadurch gekennzeichnet, dass die Methanol-Reaktoranordnung eine
Vielzahl von prozesstechnisch hintereinander geschalteten Reaktorstufen zur Methanolsynthese
aufweist. Jede einzelne Reaktorstufe kann dabei einen oder mehrere Reaktoren aufweisen.
Die Reaktoren einer Reaktorstufe können dabei insbesondere untereinander prozesstechnisch
parallel angeordnet sein. Weiter kann es sein, dass durch die Methanol-Trennvorrichtung
ein jeweiliges unreagiertes Restgas aus jeder der Vielzahl von Reaktorstufen gewonnen
wird.
[0030] Dass die Reaktorstufen prozesstechnisch hintereinandergeschaltet sind bedeutet, dass
Restgas aus einer Reaktorstufe - sofern es nicht die letzte Reaktorstufe in der Reihe
der Reaktorstufen ist - direkt oder indirekt der jeweils danach geschalteten Reaktorstufe
zugeführt wird. Grundsätzlich kann der obige Recyclekompressor bezüglich der Vielzahl
von Reaktorstufen beliebig angeordnet sein. Eine Variante ist, dass der Recyclekompressor
prozesstechnisch zwischen zwei Reaktorstufen angeordnet ist. Das bedeutet, dass dem
Recyclekompressor zumindest ein Teil des unreagierten Restgases aus einer Reaktorstufe
als Restgasstrom zugeführt wird und der druckerhöhte Restgasstrom dann der dieser
Reaktorstufe nachgelagerten Reaktorstufe zugeführt wird.
[0031] Grundsätzlich kann der H-Recyclestrom beliebig geführt werden, solange mindestens
ein Teil seines Wasserstoffs in Methanol umgewandelt wird. Gemäß einer weiteren bevorzugten
Ausführungsform des Verfahrens ist diesbezüglich bevorzugt, dass der H-Recyclestrom
dem unreagierten Restgas einer prozesstechnisch der ersten Reaktorstufe nachgelagerten
Reaktorstufe zugeführt wird. Mit anderen Worten wird der unreagierte Wasserstoff des
H-Recyclestroms nach der Zuführung gemeinsam mit zumindest einem Teil des unreagierten
Restgases einer anderen Reaktorstufe als der ersten Reaktorstufe behandelt.
[0032] Bevorzugt ist, dass der H-Recyclestrom dem Recyclekompressor zur Druckerhöhung mit
dem Restgasstrom zugeführt wird.
[0033] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform des Verfahrens ist vorgesehen, dass der Restgasstrom
aus einer prozesstechnisch der ersten Reaktorstufe nachgelagerten Reaktorstufe gewonnen
wird. Mit anderen Worten entstammt dann der dem Recyclekompressor zugeführte Restgasstrom
nicht der ersten Reaktorstufe - also der Reaktorstufe, welcher der Synthesegasstrom
unmittelbar zugeführt wird - sondern einer nachgelagerten Reaktorstufe. Weiter kann
es sein, dass der Recyclekompressor den druckerhöhten Restgasstrom der ersten Reaktorstufe
zuführt. Grundsätzlich kann der druckerhöhte Restgasstrom aber auch einer anderen
Reaktorstufe der Vielzahl von Reaktorstufen zugeführt werden.
[0034] Eine weitere bevorzugte Ausführungsform des vorschlagsgemäßen Verfahrens ist dadurch
gekennzeichnet, dass der Restgasstrom aus einer prozesstechnisch zuletztgelagerten
Reaktorstufe der Vielzahl von Reaktorstufen gewonnen wird.
[0035] Grundsätzlich kann der Rückgewinnungsstrom an einer beliebigen Stelle und aus einem
beliebigen Ursprung innerhalb der Methanol-Reaktoranordnung gewonnen werden. Erforderlich
ist lediglich, dass er unreagierten Wasserstoff aus einem unreagierten Restgas der
ersten Reaktorstufe enthält. Eine erste bevorzugte Variante sieht vor, dass der Rückgewinnungsstrom
zumindest teilweise aus dem unreagierten Restgas der ersten Reaktorstufe abgezweigt
wird. Es kann sein, dass der Rückgewinnungsstrom zumindest teilweise dem Recyclekompressor
prozesstechnisch vorgelagert abgezweigt wird.
[0036] Es kann aber auch sein, dass der Rückgewinnungsstrom bereits eine Druckerhöhung durch
den Recyclekompressor erfahren hat. Eine weitere bevorzugte Ausführungsform des Verfahrens
ist daher dadurch gekennzeichnet, dass der Rückgewinnungsstrom der Wasserstoffrückgewinnungsanordnung
mit einem Zuführungsdruck zugeführt wird, welcher höher ist als ein Restgasdruck,
mit welchem der Restgasstrom aus der Methanol-Reaktoranordnung gewonnen wird. Eine
bevorzugte Möglichkeit zur Erhöhung des Drucks des Rückgewinnungsstroms besteht darin,
diesen zuvor durch den Recyclekompressor komprimieren zu lassen. Entsprechend ist
es bevorzugt, dass der Rückgewinnungsstrom zumindest teilweise dem Recyclekompressor
prozesstechnisch nachgelagert aus dem Restgasstrom abgezweigt wird.
[0037] Es kann aber auch sein, dass der Wasserstoffrückgewinnungsanordnung mehr als ein
Strom zugeführt wird, aus dem Wasserstoff gewonnen wird. Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform
des Verfahrens ist so etwa vorgesehen, dass zumindest ein Teil des Synthesegasstroms
für die Zuführung an eine Wassergas-Shift-Reaktionsvorrichtung abgezweigt wird. Es
kann auch der Synthesegasstrom insgesamt der Wassergas-Shift-Reaktionsvorrichtung
zugeführt werden. Ebenso ist es bevorzugt, dass ein weiterer Rückgewinnungsstrom zumindest
teilweise aus der Wassergas-Shift-Reaktionsvorrichtung gewonnen und der Wasserstoffrückgewinnungsanordnung
zum Gewinnen des H-Recyclestroms zugeführt wird. Mit anderen Worten wird zumindest
ein Teil des Wasserstoffs des H-Recyclestroms aus diesem weiteren Rückgewinnungsstrom
gewonnen. Diese Wassergas-Shift-Reaktionsvorrichtung kann von der Anlage zur Synthese
von Methanol umfasst sein.
[0038] Insbesondere kann in der Wassergas-Shift-Reaktionsvorrichtung durch eine Wassergas-Shift-Reaktion
zumindest ein Teil des Kohlenstoffoxids im Synthesegasstrom zu Kohlenstoffdioxid und
Wasserstoff reagieren. Durch die Erhöhung des Wasserstoffanteils kann somit die Stöchiometrie
für die Methanolsynthese verbessert werden.
[0039] Ebenso kann es sein, dass der H-Recyclestrom zunächst nicht der ersten Reaktorstufe
zugeführt wird. Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform des Verfahrens ist
dann vorgesehen, dass der H-Recyclestrom dem Synthesegasstrom zugeführt wird. Das
bedeutet speziell, dass der H-Recyclestrom dem Synthesegasstrom der Synthesegasreaktoranordnung
prozesstechnisch nachgelagert zugeführt wird. Anders ausgedrückt wird der H-Recyclestrom
dem Synthesegasstrom der ersten Reaktorstufe prozesstechnisch vorgelagert zugeführt.
Durch die Zuführung des Synthesegasstroms zur ersten Reaktorstufe der Methanol-Reaktoranordnung
wird der Wasserstoff des H-Recyclestroms im Ergebnis aber wieder der ersten Reaktorstufe
zugeführt.
[0040] Die Synthesegasreaktoranordnung kann neben einem Reaktor zur Erzeugung des Synthesegases
weitere Vorrichtungen aufweisen. So kann die Synthesegasreaktoranordnung eine jeweils
dem Reaktor prozesstechnisch vorgelagerte Vorrichtung zur Entschwefelung des kohlenstoffhaltigen
Energieträgerstroms, eine Sättigungsstufe zur Sättigung des kohlenstoffhaltigen Energieträgerstroms
mit Wasser, einen Pre-Reformer zur Vorreformierung des kohlenstoffhaltigen Energieträgerstroms
und/oder eine Vorrichtung zum Aufheizen des kohlenstoffhaltigen Energieträgerstroms
aufweisen.
[0041] Grundsätzlich kann das Gewinnen des Synthesegasstroms aus dem Energieträgerstrom
auf beliebige Art und Weise erfolgen. Bevorzugt ist, dass zum Gewinnen des Synthesegasstroms
ein sauerstoffhaltiger Strom der Synthesegasreaktoranordnung zugeführt wird. Grundsätzlich
kann der sauerstoffhaltige Strom neben dem Sauerstoff noch weitere Bestandteile aufweisen.
So kann es sich bei dem sauerstoffhaltigen Strom auch um Umgebungsluft handeln.
[0042] Grundsätzlich kann der Synthesegasstrom etwa durch eine Dampfreformierung des kohlenstoffhaltigen
Energieträgerstroms gewonnen werden. Eine weitere bevorzugte Ausführungsform des Verfahrens
ist dadurch gekennzeichnet, dass in der Synthesegasreaktoranordnung der Synthesegasstrom
durch eine autotherme Reformierung aus dem kohlenstoffhaltigen Energieträgerstrom
gewonnen wird. Bei einer solchen autothermen Reformierung stellt eine katalytische
partielle Oxidation die für die endothermen Reformierungsreaktionen erforderliche
Wärme bereit. Gegenüber einer reinen Dampfreformierung bietet die autotherme Reformierung
den Vorteil, dass der Synthesegasstrom mit einem höheren Druck bereitgestellt werden
kann. Alternativ oder zusätzlich kann es sein, dass in der Synthesegasreaktoranordnung
der Synthesegasstrom durch eine partielle Oxidation aus dem kohlenstoffhaltigen Energieträgerstrom
gewonnen wird.
[0043] Grundsätzlich kann eine autotherme Reformierung auch mit Umgebungsluft betrieben
werden. Bevorzugt ist jedoch, dass der sauerstoffhaltige Strom aus einer Luftzerlegungsvorrichtung
zum Gewinnen eines Sauerstoffstroms aus einer Umgebungsluft gewonnen wird. Die Luftzerlegungsvorrichtung
kann darüber hinaus auch zum Gewinnen eines Stickstoffstroms eingerichtet sein. Insbesondere
kann es dann sein, dass der sauerstoffhaltige Strom im Wesentlichen aus Sauerstoff
besteht. Auf diese Weise wird der Anteil an inerten Gasen bei der Methanolsynthese
verringert, sodass verschiedene Vorrichtungen der Anlage kleiner dimensioniert werden
können.
[0044] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform des Verfahrens ist vorgesehen, dass der H-Recyclestrom
dem Energieträgerstrom zugeführt wird. Insbesondere kann es sein, dass der H-Recyclestrom
dem Energieträgerstrom der Synthesegasreaktoranordnung prozesstechnisch vorgelagert
zugeführt wird.
[0045] Neben dem H-Recyclestrom kann die Wasserstoffrückgewinnungsanordnung auch weitere
Ströme ausgeben. Vorzugsweise gibt die Wasserstoffrückgewinnungsanordnung einen Purgestrom
aus. Dieser kann insbesondere zur Verfeuerung abgeführt werden.
[0046] Grundsätzlich kann der H-Recyclestrom eine beliebige Zusammensetzung aufweisen, sofern
er den unreagierten Wasserstoff enthält. Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
des Verfahrens ist vorgesehen, dass der H-Recyclestrom einen höheren molaren Anteil
an Wasserstoff als der Rückgewinnungsstrom aufweist. Mit anderen Worten ist in dem
H-Recyclestrom der Wasserstoff gegenüber dem Rückgewinnungsstrom angereichert. Ebenso
ist es bevorzugt, dass der H-Recyclestrom einen höheren molaren Anteil an Wasserstoff
als der Purgestrom aufweist.
[0047] Grundsätzlich kann die Wasserstoffrückgewinnungsanordnung nach einem beliebigen Prinzip
funktionieren, so etwa basierend auf einer Membran oder einer Kältevorrichtung. Eine
bevorzugte Ausführungsform des Verfahrens ist dadurch gekennzeichnet, dass die Wasserstoffrückgewinnungsanordnung
eine Druckwechsel-Adsorptionsvorrichtung (PSA) zum Gewinnen des H-Recyclestroms aus
dem Rückgewinnungsstrom aufweist. Auf diese Weise kann eine hohe Rückgewinnung an
Wasserstoff im H-Recyclestrom erreicht werden. Ebenso sind die Druckverluste bei einer
solchen Druckwechsel-Adsorptionsvorrichtung noch vertretbar. Eine hohe Wasserstoffreinheit
ist zwar vorliegend grundsätzlich nicht erforderlich, kann aber erreicht werden. Es
kann also sein, dass der H-Recyclestrom im Wesentlichen aus Wasserstoff besteht.
[0048] Die vorschlagsgemäße Anlage dient der Synthese von Methanol. Sie weist eine Synthesegasreaktoranordnung
zum Gewinnen eines Synthesegasstroms mit Wasserstoff und Kohlenstoffoxiden aus einem
kohlenstoffhaltigen Energieträgerstrom, eine Methanol-Reaktoranordnung, welche eine
erste Reaktorstufe aufweist, eine Wärmerückgewinnungsvorrichtung zum Rückgewinnen
von Wärme aus dem Synthesegasstrom, eine Wasserstoffrückgewinnungsanordnung und einen
Recyclekompressor auf.
[0049] Bei der vorschlagsgemäßen Anlage wird der Synthesegasstrom der ersten Reaktorstufe
zur teilweisen Umwandlung in Methanol zugeführt und in der Synthesegasreaktoranordnung
mit einem Erzeugungsdruck gewonnen, welcher höher ist als der Synthesedruck, mit welchem
der Synthesegasstrom in der ersten Reaktorstufe teilweise in Methanol umgewandelt
wird.
[0050] Weiter wird bei der vorschlagsgemäßen Anlage aus der Methanol-Reaktoranordnung ein
Restgasstrom mit unreagierten Kohlenstoffoxiden gewonnen, welcher Restgasstrom dem
Recyclekompressor zur Druckerhöhung des Restgasstroms zugeführt wird, wobei der druckerhöhte
Restgasstrom der Methanol-Reaktoranordnung zur teilweisen Umwandlung in Methanol zugeführt
wird, wobei vor Zuführung zu der ersten Reaktorstufe der Synthesegasstrom der Wärmerückgewinnungsvorrichtung
zugeführt wird, wobei der Wasserstoffrückgewinnungsvorrichtung ein Rückgewinnungsstrom
mit unreagiertem Wasserstoff aus einem unreagierten Restgas der ersten Reaktorstufe
zum Gewinnen eines H-Recyclestroms mit dem unreagierten Wasserstoff des Rückgewinnungsstroms
zugeführt wird, welcher unreagierte Wasserstoff des Rückgewinnungsstroms erneut der
ersten Reaktorstufe zur zumindest teilweisen Umwandlung in Methanol zugeführt wird.
[0051] Die vorschlagsgemäße Anlage ist dadurch gekennzeichnet, dass der unreagierte Wasserstoff
des Rückgewinnungsstroms von der ersten Reaktorstufe bis zur erneuten Zuführung zur
ersten Reaktorstufe durch den Recyclekompressor mit den unreagierten Kohlenstoffoxiden
genau einmal druckerhöht wird.
[0052] Merkmale, Vorteile und Eigenschaften der vorschlagsgemäßen Anlage entsprechen den
Merkmalen, Vorteilen und Eigenschaften des vorschlagsgemäßen Verfahrens und umgekehrt.
[0053] Weitere Einzelheiten, Merkmale, Ziele und Vorteile der vorliegenden Erfindung werden
nachfolgend anhand der nur Ausführungsbeispiele wiedergebenden Zeichnung erläutert.
In der Zeichnung zeigt
- Fig. 1
- schematisch das Fließbild einer Anlage zur Ausführung des vorschlagsgemäßen Verfahrens
gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel,
- Fig. 2
- schematisch das Fließbild einer Anlage zur Ausführung des vorschlagsgemäßen Verfahrens
gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel,
- Fig. 3
- schematisch das Fließbild einer Anlage zur Ausführung des vorschlagsgemäßen Verfahrens
gemäß einem dritten Ausführungsbeispiel,
- Fig. 4
- schematisch das Fließbild einer Anlage zur Ausführung des vorschlagsgemäßen Verfahrens
gemäß einem vierten Ausführungsbeispiel und
- Fig. 5
- schematisch das Fließbild einer Anlage zur Ausführung des vorschlagsgemäßen Verfahrens
gemäß einem fünften Ausführungsbeispiel.
[0054] Die in der Fig. 1 gezeigte Anlage gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel der vorschlagsgemäßen
Anlage dient der Synthese von Methanol 1 und kann gemäß dem vorschlagsgemäßen Verfahren
betrieben werden.
[0055] Ein im Wesentlichen aus Wasserstoff, Kohlenstoffmonoxid und Kohlenstoffdioxid bestehender
Synthesegasstrom 2 wird aus einem durch Erdgas gebildeten und damit kohlenstoffhaltigen
Energieträgerstrom 11 gewonnen, welcher einer Synthesegasreaktoranordnung 13 zugeführt
wird. In der Synthesegasreaktoranordnung 13 findet eine autotherme Reformierung zum
Gewinnen des Synthesegasstroms 2 statt. Für die autotherme Reformierung wird ein sauerstoffhaltiger
Strom 22 zugeführt, welcher hier aus einer Luftzerlegungsvorrichtung 23 gewonnen wurde
und im Wesentlichen aus Sauerstoff besteht. Die Luftzerlegungsvorrichtung 23 ist dabei
zum Gewinnen eines Sauerstoffstroms - hier also des sauerstoffhaltigen Stroms 22 -
aus der Umgebungsluft eingerichtet. Der Synthesegasstrom 2 wird mit einem Erzeugungsdruck
von im Wesentlichen 80 bar gewonnen.
[0056] Der Synthesegasstrom 2 wird zunächst einer Wärmerückgewinnungsvorrichtung zugeführt
10, in welcher der Synthesegasstrom 2 abgekühlt wird und auf diese Weise ein Teil
der bei der autothermen Reformierung erzeugten Wärme zurückgewonnen wird. Anschließend
wird der Synthesegasstrom 2 der ersten Reaktorstufe 21a einer Methanol-Reaktoranordnung
4 zugeführt, in welcher ersten Reaktorstufe 21a eine Methanolsynthese stattfindet
und zumindest ein Teil des Synthesegasstroms 2 in Methanol 1 umgewandelt wird. Die
Methanolsynthese findet bei einem Synthesedruck von über 70 bar statt. Ein Synthesegaskompressor
zur Druckerhöhung des Synthesegasstroms 2 ist daher entbehrlich.
[0057] Die Anlage weist eine als Druckwechsel-Adsorptionsanlage 24 - welche auch als PSA
bezeichnet werden kann - ausgebildete Wasserstoffrückgewinnungsanordnung 5 auf, welche
aus einem Rückgewinnungsstrom 6 einen H-Recyclestrom 7 gewinnt, welcher H-Recyclestrom
7 im Wesentlichen aus Wasserstoff besteht. Ebenso wird das verbleibende Gas von der
Wasserstoffrückgewinnungsanordnung 5 als Purgestrom 8 ausgegeben und anschließend
in einer - hier nicht dargestellten - befeuerten Heizvorrichtung der Anlage verfeuert.
Der H-Recyclestrom 7 wird dem Synthesegasstrom 2 zugeführt.
[0058] Wie in der Fig. 1 zu erkennen ist, weist die Anlage des ersten Ausführungsbeispiels
ebenso einen Recyclekompressor 14 auf, welcher einen Restgasstrom 15 komprimiert.
Der Restgasstrom 15 weist unreagiertes Restgas 16b auf, welches seinerseits im Wesentlichen
diejenigen Bestandteile des Synthesegases aufweist, welche in der Methanol-Reaktoranordnung
4 nicht in Methanol 1 umgewandelt wurden. Entsprechend weist der Restgasstrom 15 insbesondere
unreagierte Kohlenstoffoxide auf. Der somit druckerhöhte Restgasstrom 15 wird zu einem
ersten Teil erneut der Methanol-Reaktoranordnung 4 zugeführt.
[0059] Das unreagierte Restgas 16a, b wird aus einer Methanol-Trennvorrichtung 17 der Methanol-Reaktoranordnung
4 gewonnen, welche hier zwei Kondensationsvorrichtungen 18a, b umfasst. Durch Kondensation
wird in diesen jeweils das unreagierte Restgas 16a, b einerseits und ein jeweiliger
Rohmethanolstrom 19a, b andererseits gewonnen. Die Rohmethanolströme 19a, b werden
dann einer Destillation 20 der Anlage zugeführt, sodass das Methanol 1 aus den Rohmethanolströmen
19a, b gewonnen werden kann.
[0060] Bei der Anlage des Ausführungsbeispiels der Fig. 1 weist die Methanol-Reaktoranordnung
4 zwei prozesstechnisch hintereinander geschaltete Reaktorstufen 21a, b zur Methanolsynthese
auf. Bei diesem Ausführungsbeispiel weist die erste Reaktorstufe 21a zwei zueinander
parallel angeordnete isotherme Reaktoren und die zweite Reaktorstufe 21b einen einzelnen
isothermen Reaktor auf. Jeder der beiden Kondensationsvorrichtungen 18a, b wird dabei
der Produktstrom aus jeweils einer Reaktorstufe 21a, b zugeführt. Dabei wird diejenige
Reaktorstufe 21a, welcher der Synthesegasstrom 2 direkt zugeführt wird, als erste
Reaktorstufe 21a bezeichnet. Die Reaktorstufe 21b ist dieser dann in dem Sinne prozesstechnisch
nachgelagert, dass ihr das unreagierte Restgas 16a aus der ersten Reaktorstufe 21a
zur Umwandlung in Methanol 1 zugeführt wird.
[0061] Bei diesem Ausführungsbeispiel der Fig. 1 wird der Rückgewinnungsstrom 6 aus dem
durch den Recyclekompressor druckerhöhten Restgasstrom 15 abgezweigt. Dieser dem Recyclekompressor
14 zugeführte Restgasstrom 15 wird nicht aus dem unreagierten Restgas 16a der ersten
Reaktorstufe 21a gewonnen, sondern aus dem unreagierten Restgas 16b der der ersten
Reaktorstufe 21a prozesstechnisch nachgelagerten und damit zweiten Reaktorstufe 21b.
[0062] Gleichwohl weist dieser Restgasstrom 15 neben den bereits genannten unreagierten
Kohlenstoffoxiden auch unreagierten Wasserstoff aus der ersten Reaktorstufe 21a auf.
Den jedweder unreagierte Wasserstoff aus dem Restgas 16a der ersten Reaktorstufe 21a
wird der zweiten Reaktorstufe 21b zugeführt. Da auch in der zweiten Reaktorstufe 21b
keine vollständige Reaktion des Wasserstoffs stattfindet, weist das unreagierte Restgas
16b der zweiten Reaktorstufe 21b auch unreagierten Wasserstoff aus der ersten Reaktorstufe
21a auf.
[0063] Da der Rückgewinnungsstrom 6 aus dem druckerhöhten Restgasstrom 15 abgezweigt wurde,
weist auch der H-Recyclestrom 7 unreagierten Wasserstoff aus dem Restgas 16a der ersten
Reaktorstufe 21a auf. Speziell wird ein zweiter Teil des druckerhöhten Restgasstroms
15 als Rückgewinnungsstrom 6 abgezweigt. Dadurch, dass der H-Recyclestrom 7 dem Synthesegasstrom
2 zugeführt wird, wird der unreagierte Wasserstoff aus dem Restgas 16a der ersten
Reaktorstufe 21a im Rückgewinnungsstrom 6 dieser ersten Reaktorstufe 21 wieder für
die Umwandlung in Methanol zugeführt. Zwischen dem Verlassen der ersten Reaktorstufe
21a und der neuerlichen Zufuhr zu der ersten Reaktorstufe 21a hat der unreagierte
Wasserstoff des Rückgewinnungsstroms 6 jedoch als Bestandteil des Restgasstroms 15
eine Druckerhöhung durch den Recyclekompressor 14 erfahren, und zwar genau einmal
und gemeinsam mit den unreagierten Kohlenstoffoxiden im Restgasstrom 15. Der durch
den Recyclekompressor 14 komprimierte Restgasstrom 15 wird dann wiederum zu dem bereits
erwähnten ersten Teil direkt der ersten Reaktorstufe 21a zugeführt.
[0064] Das zweite Ausführungsbeispiel der vorschlagsgemäßen Anlage, dargestellt in der Fig.
2, unterscheidet sich von dem Ausführungsbeispiel der Fig. 1 darin, dass der Recyclekompressor
14 prozesstechnisch zwischen der ersten Reaktorstufe 21a und der ihr nachgelagerten
Reaktorstufe 21b angeordnet ist. Folglich wird der dem Recyclekompressor 14 zugeführte
Restgasstrom 15 aus dem unreagierten Restgas 16a der ersten Reaktorstufe 21a gewonnen.
Der durch den Recyclekompressor 14 komprimierte Restgasstrom 15 mit den unreagierten
Kohlenstoffoxiden wird der der ersten Reaktorstufe 21a nachgelagerten Reaktorstufe
21b zugeführt. Das unreagierte Restgas 16b aus dieser Reaktorstufe 21b wird ohne weitere
Komprimierung zurück zur ersten Reaktorstufe 21a geführt. Der Rückgewinnungsstrom
6 wird - anders als bei dem ersten Ausführungsbeispiel - aus dem unreagierten Restgas
16a der ersten Reaktorstufe 21a gewonnen, wobei ebenfalls in Übereinstimmung mit dem
ersten Ausführungsbeispiel das Abzweigen des Rückgewinnungsstroms 6 dem Recyclekompressor
14 prozesstechnisch nachgelagert erfolgt. Folglich findet auch bei dem zweiten Ausführungsbeispiel
eine Druckerhöhung des unreagierten Wasserstoffs aus dem Restgas 16a der ersten Reaktorstufe
21a im Rückgewinnungsstrom 6 mit den unreagierten Kohlenstoffoxiden durch den Recyclekompressor
14 genau einmal statt, bevor dieser unreagierte Wasserstoff wieder der ersten Reaktorstufe
21a zugeführt wird.
[0065] Bei dem dritten Ausführungsbeispiel der Fig. 3 wird der Rückgewinnungsstrom 6 ähnlich
wie bei dem zweiten Ausführungsbeispiel aus dem Restgas 16a der ersten Reaktorstufe
21a gewonnen. Im Gegensatz zum zweiten Ausführungsbeispiel ist jedoch kein Recyclekompressor
14 zwischen der ersten Reaktorstufe 21a und der zweiten Reaktorstufe 21b angeordnet.
Vielmehr ist der Recyclekompressor 14 wie bei dem ersten Ausführungsbeispiel der zweiten
Reaktorstufe 21b prozesstechnisch nachgelagert angeordnet.
[0066] Anders als sowohl dem ersten Ausführungsbeispiel und dem zweiten Ausführungsbeispiel
wird bei dem dritten Ausführungsbeispiel der H-Recyclestrom 7 dem Restgas 16b der
der ersten Reaktorstufe 21a nachgelagerten zweiten Reaktorstufe 21b zugeführt. Speziell
erfolgt diese Zuführung vor der Druckerhöhung durch den Recyclekompressor 14. Der
Wasserstoff in dem H-Recyclestrom 7 entsprechend dem unreagierten Wasserstoff aus
dem Restgas 16a der ersten Reaktorstufe 21a im Rückgewinnungsstrom 6 erhält auf diese
Weise mit dem sonstigen unreagierten Restgas 16b der zweiten Reaktorstufe 21b und
insbesondere mit unreagierten Kohlenstoffoxiden eine Druckerhöhung durch den Recyclekompressor
14. Diese Druckerhöhung erfolgt also genau einmal vor der erneuten Zuführung dieses
unreagierten Wasserstoffes zu der ersten Reaktorstufe 21a, was die mangels Synthesegaskompressors
fehlende Druckerhöhung kompensiert.
[0067] Zusätzlich ist bei dem dritten Ausführungsbeispiel vorgesehen, dass ein Teil des
druckerhöhten Restgasstroms 15 abgezweigt und dem Energieträgerstrom 11 zugeführt
wird. Es ist aber auch möglich, auf dieses Abzweigen eines Teils des druckerhöhten
Restgasstroms 15 zu verzichten.
[0068] Die Anlage gemäß dem vierten Ausführungsbeispiel der Fig. 4 entspricht dem dritten
Ausführungsbeispiel der Fig. 3. Sie weist jedoch eine Wassergas-Shift-Reaktionsvorrichtung
9 auf, welcher ein Teil des Synthesegasstroms 2 nach Zuführung zu der Wärmerückgewinnungsvorrichtung
10 zugeführt wird. Die in der Wassergas-Shift-Reaktionsvorrichtung 9 ablaufende Wassergas-Shift-Reaktion
führt zu einer Erhöhung des Wasserstoffanteils in dem abgezweigten Teil des Synthesegasstroms
2. Der auf diese Weise abgezweigte und der Wassergas-Shift-Reaktion unterzogene Teil
des Synthesegasstrom 2 aus der Wassergas-Shift-Reaktionsvorrichtung 9 bildet hier
einen weiteren Rückgewinnungsstrom, welcher zusammen mit der Rückgewinnungsstrom 6
der Wasserstoffrückgewinnungsanordnung 5 zugeführt wird. Ebenso wie bei dem Ausführungsbeispiel
der Fig. 3 wird der H-Recyclestrom 7 dem Restgas 16b der der ersten Reaktorstufe 21a
nachgelagerten zweiten Reaktorstufe 21b zugeführt, sodass also auch bei diesem Ausführungsbeispiel
eine einmalige Druckerhöhung durch den Recyclekompressor 14 mit den unreagierten Kohlenstoffoxiden
erfolgt.
[0069] Das fünfte Ausführungsbeispiel der Fig. 5 sieht eine Anordnung des Recyclekompressors
14 zwischen den Reaktorstufen 21a, b der Methanol-Reaktoranordnung 4 vor wie bei dem
zweiten Ausführungsbeispiel, auf welchem das fünfte Ausführungsbeispiel auch basiert.
Im Unterschied zum zweiten Ausführungsbeispiel wird der Rückgewinnungsstrom 6 aus
dem Restgas 16b der zweiten Reaktorstufe 21b gewonnen. Der Wasserstoff in diesem Rückgewinnungsstrom
6 hat dabei eine Druckerhöhung durch den Recyclekompressor erfahren, und zwar speziell
noch vor Zuführung zu der zweiten Reaktorstufe 21b.
1. Verfahren zur Synthese von Methanol (1), wobei ein kohlenstoffhaltiger Energieträgerstrom
(11) einer Synthesegasreaktoranordnung (13) zum Gewinnen eines Synthesegasstroms (2)
mit Wasserstoff und Kohlenstoffoxiden zugeführt wird, wobei der Synthesegasstrom (2)
einer ersten Reaktorstufe (21a) einer Methanol-Reaktoranordnung (4) zur teilweisen
Umwandlung in Methanol (1) zugeführt wird, wobei der Synthesegasstrom (2) in der Synthesegasreaktoranordnung
(13) mit einem Erzeugungsdruck gewonnen wird, welcher höher ist als der Synthesedruck,
mit welchem der Synthesegasstrom (2) in der ersten Reaktorstufe (21a) teilweise in
Methanol (1) umgewandelt wird, wobei aus der Methanol-Reaktoranordnung (4) ein Restgasstrom
(15) mit unreagierten Kohlenstoffoxiden gewonnen wird, welcher Restgasstrom (15) einem
Recyclekompressor (14) zur Druckerhöhung des Restgasstroms (15) zugeführt wird, wobei
der druckerhöhte Restgasstrom (15) der Methanol-Reaktoranordnung (4) zur teilweisen
Umwandlung in Methanol (1) zugeführt wird, wobei vor Zuführung zu der ersten Reaktorstufe
(21a) der Synthesegasstrom (2) einer Wärmerückgewinnungsvorrichtung (10) zum Rückgewinnen
von Wärme aus dem Synthesegasstrom (2) zugeführt wird, wobei ein Rückgewinnungsstrom
(6) mit unreagiertem Wasserstoff aus einem unreagierten Restgas (16a) der ersten Reaktorstufe
(21a) einer Wasserstoffrückgewinnungsanordnung (5) zum Gewinnen eines H-Recyclestroms
(7) mit dem unreagierten Wasserstoff des Rückgewinnungsstroms (6) zugeführt wird,
welcher unreagierte Wasserstoff des Rückgewinnungsstroms (6) erneut der ersten Reaktorstufe
(21a) zur zumindest teilweisen Umwandlung in Methanol (1) zugeführt wird, dadurch gekennzeichnet, dass der unreagierte Wasserstoff des Rückgewinnungsstroms (6) von der ersten Reaktorstufe
(21a) bis zur erneuten Zuführung zur ersten Reaktorstufe (21a) durch den Recyclekompressor
(14) mit den unreagierten Kohlenstoffoxiden genau einmal druckerhöht wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Methanol-Reaktoranordnung (4) eine Methanol-Trennvorrichtung (17) zum Gewinnen
des unreagierten Restgases (16a) der ersten Reaktorstufe (21a) und eines Rohmethanolstroms
(19a) der ersten Reaktorstufe (21a) umfasst, insbesondere, dass die Methanol-Trennvorrichtung
(17) eine Kondensationsvorrichtung (18a) zum Gewinnen des unreagierten Restgases (16a)
der ersten Reaktorstufe (21a) und des Rohmethanolstroms (19a) der ersten Reaktorstufe
(21a) durch Kondensation umfasst.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass ein Teil des druckerhöhten Restgasstroms (15) abgezweigt und der Synthesegasreaktoranordnung
(13) zugeführt wird, vorzugsweise dass der abgezweigte Teil des druckerhöhten Restgasstroms
(15) dem Energieträgerstrom (11) zugeführt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Methanol-Reaktoranordnung (4) eine Vielzahl von prozesstechnisch hintereinander
geschalteten Reaktorstufen (21a, b) zur Methanolsynthese aufweist, vorzugsweise, dass
der Recyclekompressor (14) prozesstechnisch zwischen zwei Reaktorstufen (21a, b) angeordnet
ist, insbesondere, dass durch die Methanol-Trennvorrichtung (17) ein jeweiliges unreagiertes
Restgas (16a, b) aus jeder der Vielzahl von Reaktorstufen (21a, b) gewonnen wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der H-Recyclestrom (7) dem unreagierten Restgas (16b) einer prozesstechnisch der
ersten Reaktorstufe (21a) nachgelagerten Reaktorstufe (21b) zugeführt wird, vorzugsweise,
dass der H-Recyclestrom (7) dem Recyclekompressor (14) zur Druckerhöhung gemeinsam
mit dem Restgasstrom (15) zugeführt wird.
6. Verfahren nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Restgasstrom (15) aus einer prozesstechnisch der ersten Reaktorstufe (21a) nachgelagerten
Reaktorstufe (21b) gewonnen wird, insbesondere, dass der Recyclekompressor (14) den
druckerhöhten Restgasstrom (15) der ersten Reaktorstufe (21a) zuführt.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet,, dass der Restgasstrom (15) aus einer prozesstechnisch zuletztgelagerten Reaktorstufe (21b)
der Vielzahl von Reaktorstufen (21a, b) gewonnen wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet,, dass der Rückgewinnungsstrom (6) zumindest teilweise aus dem unreagierten Restgas (16a)
der ersten Reaktorstufe (21a) abgezweigt wird, weiter vorzugsweise, dass der Rückgewinnungsstrom
(6) zumindest teilweise dem Recyclekompressor (14) prozesstechnisch vorgelagert abgezweigt
wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Rückgewinnungsstrom (6) der Wasserstoffrückgewinnungsanordnung (5) mit einem
Zuführungsdruck zugeführt wird, welcher höher ist als ein Restgasdruck, mit welchem
der Restgasstrom (15) aus der Methanol-Reaktoranordnung gewonnen wird, vorzugsweise,
dass der Rückgewinnungsstrom (6) zumindest teilweise dem Recyclekompressor (14) prozesstechnisch
nachgelagert aus dem Restgasstrom (15) abgezweigt wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der H-Recyclestrom (7) dem Synthesegasstrom (2) zugeführt wird.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass zum Gewinnen des Synthesegasstroms (2) ein sauerstoffhaltiger Strom (22) der Synthesegasreaktoranordnung
(13) zugeführt wird, insbesondere, dass in der Synthesegasreaktoranordnung (13) der
Synthesegasstrom (2) durch eine autotherme Reformierung oder eine partielle Oxidation
aus dem kohlenstoffhaltigen Energieträgerstrom (11) gewonnen wird, weiter vorzugsweise,
dass der sauerstoffhaltige Strom (22) aus einer Luftzerlegungsvorrichtung (23) zum
Gewinnen eines Sauerstoffstroms aus einer Umgebungsluft gewonnen wird, weiter, insbesondere,
dass der sauerstoffhaltige Strom (22) im Wesentlichen aus Sauerstoff besteht.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der H-Recyclestrom (7) dem Energieträgerstrom (11), insbesondere der Synthesegasreaktoranordnung
(13) prozesstechnisch vorgelagert, zugeführt wird, vorzugsweise, dass die Wasserstoffrückgewinnungsanordnung
(5) einen Purgestrom (8) ausgibt, welcher weiter insbesondere zur Verfeuerung abgeführt
wird.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass der H-Recyclestrom (7) einen höheren molaren Anteil an Wasserstoff als der Rückgewinnungsstrom
(6) aufweist, vorzugsweise, dass der H-Recyclestrom (7) einen höheren molaren Anteil
an Wasserstoff als der Purgestrom (8) aufweist.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Wasserstoffrückgewinnungsanordnung (5) eine Druckwechsel-Adsorptionsvorrichtung
(24) zum Gewinnen des H-Recyclestroms (7) aus dem Rückgewinnungsstrom (6) aufweist,
weiter vorzugsweise, dass der H-Recyclestrom (7) im Wesentlichen aus Wasserstoff besteht.
15. Anlage zur Synthese von Methanol (1) mit einer Synthesegasreaktoranordnung (13) zum
Gewinnen eines Synthesegasstroms (2) mit Wasserstoff und Kohlenstoffoxiden aus einem
kohlenstoffhaltigen Energieträgerstrom (11), mit einer Methanol-Reaktoranordnung (4),
welche eine erste Reaktorstufe (21a) aufweist, mit einer Wärmerückgewinnungsvorrichtung
(10) zum Rückgewinnen von Wärme aus dem Synthesegasstrom (2), mit einer Wasserstoffrückgewinnungsanordnung
(5) und mit einem Recyclekompressor (14), wobei der Synthesegasstrom (2) der ersten
Reaktorstufe (21a) zur teilweisen Umwandlung in Methanol (1) zugeführt wird und in
der Synthesegasreaktoranordnung (13) mit einem Erzeugungsdruck gewonnen wird, welcher
höher ist als der Synthesedruck, mit welchem der Synthesegasstrom (2) in der ersten
Reaktorstufe (21a) teilweise in Methanol (1) umgewandelt wird, wobei aus der Methanol-Reaktoranordnung
(4) ein Restgasstrom (15) mit unreagierten Kohlenstoffoxiden gewonnen wird, welcher
Restgasstrom (15) dem Recyclekompressor (14) zur Druckerhöhung des Restgasstroms (15)
zugeführt wird, wobei der druckerhöhte Restgasstrom (15) der Methanol-Reaktoranordnung
(4) zur teilweisen Umwandlung in Methanol (1) zugeführt wird, wobei vor Zuführung
zu der ersten Reaktorstufe (21a) der Synthesegasstrom (2) der Wärmerückgewinnungsvorrichtung
(10) zugeführt wird, wobei der Wasserstoffrückgewinnungsvorrichtung (5) ein Rückgewinnungsstrom
(6) mit unreagiertem Wasserstoff aus einem unreagierten Restgas (16a) der ersten Reaktorstufe
(21a) zum Gewinnen eines H-Recyclestroms (7) mit dem unreagierten Wasserstoff des
Rückgewinnungsstroms (6) zugeführt wird, welcher unreagierte Wasserstoff des Rückgewinnungsstroms
(6) erneut der ersten Reaktorstufe (21a) zur zumindest teilweisen Umwandlung in Methanol
(1) zugeführt wird, dadurch gekennzeichnet, dass der unreagierte Wasserstoff des Rückgewinnungsstroms (6) von der ersten Reaktorstufe
(21a) bis zur erneuten Zuführung zur ersten Reaktorstufe (21a) durch den Recyclekompressor
(14) mit den unreagierten Kohlenstoffoxiden genau einmal druckerhöht wird.