[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Parkdeckmoduls und ein
entsprechendes Parkdeckmodul für ein demontierbares Parkdeck, das ein Deckenelement
mit zwei Schmalseiten und zwei Längsseiten aufweist. Ferner betrifft die Erfindung
ein demontierbares Parkdeck mit einem derartigen Parkdeckmodul.
[0002] Demontierbare Parkdecks kommen immer dann zum Einsatz, wenn für einen begrenzten
Zeitraum zusätzlicher Parkraum zur Verfügung gestellt werden soll. Dabei werden die
demontierbaren Parkdecks üblicherweise aus einem Gerüst aus verzinkten Stahlträgern
zusammengesetzt, wobei auf Längsträger entsprechende Deckenelemente üblicherweise
aus Holz oder Metall abgelegt werden. Somit ist es möglich, die Größe des demontierbaren
Parkdecks relativ einfach an den zur Verfügung stehenden Platz anzupassen. Durch das
demontierbare Parkdeck kann zumindest eine zweite Parkebene bereitgestellt werden,
wobei Fahrzeuge sowohl auf den Deckenelementen als auch unter den Deckenelementen
geparkt werden können. Es wird somit fast eine Verdoppelung der Kapazität erreicht.
Gegebenenfalls ist es sogar möglich, mehrstöckige demontierbare Parkdecks zu realisieren,
wobei dann mehrere Deckenelemente übereinander angeordnet sind. Dementsprechend stehen
dann mehrere Ebenen als Parkraum zur Verfügung.
[0003] Bei bekannten Lösungen für demontierbare Parkdecks werden diese am gewünschten Ort
aus vielen Einzelteilen zusammengebaut. So erfolgt in der Regel zunächst ein Zusammensetzen
des benötigten Gerüstes, das anschließend mit den Deckenelementen versehen wird. Der
Auf- und Abbau dieser demontierbaren Parkdecks ist daher relativ aufwendig und insbesondere
für Parkdecks, die nur über einen kurzen Zeitraum genutzt werden, kaum wirtschaftlich.
[0004] Aus
GB 2 446 291 A ist ein Parkdeckmodul für ein demontierbares Parkdeck bekannt, das ein Deckenelement
mit zwei Schmalseiten und zwei Längsseiten aufweist. Dabei sind an den Schmalseiten
Seitenteile zum eigenständigen Aufstellen des Parkdeckmoduls angeordnet. Die Seitenteile
sind über Längsträger verbunden, auf denen das Deckenelement gelegt ist. Das Deckenelement
kann dabei beispielsweise als Betonverbundbauteil ausgebildet sein.
[0005] Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Herstellen eines
Parkdeckmoduls bzw. ein Parkdeckmodul und ein demontierbares Parkdeck anzugeben, das
mit geringem Aufwand hergestellt werden kann.
[0006] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs
1, ein Parkdeckmodul mit den Merkmalen des Anspruchs 5 bzw. durch ein Parkdeck mit
den Merkmalen des Anspruchs 13 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen finden sich in
den Unteransprüchen.
[0007] Bei einem Verfahren zum Herstellen eines Parkdeckmoduls für ein demontierbares Parkdeck,
ist erfindungsgemäß vorgesehen, das ein Deckenelement als Stahlbeton-Verbundelement
hergestellt wird, ein Stahlverbundträger über eine Schalung mit konkaver Form angeordnet
und in Richtung Schalung auf Biegung entsprechend der Form der Schalung belastet wird,
wobei anschließend Beton in die Schalung eingegossen wird und nach Aushärten des Betons
die Belastung des Stahlverbundträgers weggenommen wird.
[0008] Dies ermöglicht ein einfach herzustellendes und somit kostengünstiges Parkdeckmodul,
da das Deckenelement als alleine tragendes Element ohne unterstützende Längsträger
eingesetzt werden kann. Gleichzeitig ist das Deckenelement sehr robust gegen Witterungseinflüsse
und kann hohe Lasten aufnehmen. Durch die Biegebelastung der Stahlverbundträger erhält
das Deckenelement eine Vorspannung zur Minimierung des Risikos des Entstehens von
Rissen. Dadurch lässt sich das Deckenelement auch relativ zeitnah nach dem Betonieren
problemlos aus der Schalung entnehmen und umdrehen, ohne das durch die dabei auftretenden
sich ändernden Druck- und Zugbelastungen Schäden im Beton auftreten. Im unbelasteten
Zustand kann das Deckenelement aufgrund dieser Vorspannung eine Wölbung aufweisen,
die jedoch keine Probleme darstellt. Diese Wölbung weist bei aufgestellten Parkdeckmodul
nach oben, so dass beispielsweise Regenwasser einfach ablaufen kann und eine Pfützenbildung
verhindert wird. Gleichzeitigt ergibt sich bei Anordnung von Fahrzeugen auf dem Deckenelement
nur eine zunehmende Druckbelastung und keine zunehmende Zugbelastung, so dass insgesamt
eine höhere Belastbarkeit des Deckenelements erreicht wird.
[0009] Dabei ist besonders bevorzugt, dass das Deckenelement nach Herausnehmen aus der Schale
gewendet wird, wobei die in der Schalung unten liegende Seite als Park- und Fahrbahnfläche
im Parkdeckmodul eingesetzt wird. Diese in der Schalung untenliegende Seite kann mit
relativ hoher Oberflächenqualiät hergestellt werden und kann so ohne zusätzliche Beschichtung
als Fahrbahnfläche eingesetzt werden. Die Stahlverbundträger liegen dann im aufgestellten
Zustand des Parkdeckmoduls unterseitig. Eine Verkleidung ist demnach nicht erforderlich.
[0010] Vorzugsweise werden an Schmalseiten des Deckenelements zum eigenständigen Aufstellen
des Parkdeckmoduls Seitenteile schwenkbar befestigt. Die Seitenteile können also direkt
mit den Deckenelement verbunden werden, ohne das zusätzliche Träger erforderlich sind.
Dies führt zu einem besonders einfachen Aufbau.
[0011] Dabei ist besonders bevorzugt, dass die Seitenteile an den Stahlverbundträgern schwenkbar
befestigt werden. Die Stahlverbundträger dienen dann zur Kraftübertragung von den
Seitenteilen auf die Deckenelemente. Eine punktuelle Belastung des Betons wird so
verhindert und eine hohe Belastbarkeit sicher gestellt.
[0012] Bei einem Parkdeckmodul für ein demontierbares Parkdeck, das ein Deckenelement mit
zwei Schmalseiten und zwei Längsseiten aufweist, ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass
das Deckenelement als Stahlbeton-Verbundelement ausgebildet ist: Das Stahlbeton-Verbundelement
ist dabei insbesondere nach einem in den Ansprüche 1 bis 4 beschriebenen Verfahren
hergestellt.
[0013] Dies ermöglicht ein kostengünstiges Parkdeckmodul. Gleichzeitig ist das Deckenelement
sehr robust gegen Witterungseinflüsse und kann ausreichend hohe Lasten aufnehmen.
Bevorzugt erhält das Deckenelement eine Vorspannung zur Minimierung von Rissbreiten.
Dadurch wird eine erhöhte Widerstandsfähigkeit gegen Witterungseinflüsse, insbesondere
gegen Feuchtigkeit in Kombination mit Streusalzen erreicht. Im unbelasteten Zustand
kann das Deckenelement aufgrund dieser Vorspannung eine Wölbung aufweisen.
[0014] Bevorzugterweise sind an den Schmalseiten Seitenteile zum eigenständigen Aufstellen
des Parkdeckmoduls angeordnet. Das demontierbare Parkdeck kann dann durch Zusammenstellen
der Parkdeckmodule fertig aufgestellt werden, wobei jedes Parkdeckmodul bereits ein
Deckenelement beinhaltet, das mit Hilfe der Seitenteile frei aufgestellt werden kann,
so dass unterhalb des Deckenelements und auf dem Deckenelement Fahrzeuge geparkt werden
können. Die Deckenelemente dienen damit als Park- und Fahrbahnflächen. Es ist nicht
erforderlich, zunächst ein vollständiges Gerüst zu bauen, welches anschließend mit
Deckenelementen zu versehen ist. Vielmehr entsteht durch Kombination mehrerer Parkdeckmodule
bereits ein demontierbares Parkdeck mit zumindest zwei Ebenen. Der Aufwand für den
Aufbau und den Abbau wird somit minimiert. Dabei wird dadurch, dass die Parkdeckmodule
eigenständig auf ihren Seitenteilen stehen können, eine hohe Stabilität erreicht,
wobei gleichzeitig der Aufbau weiter vereinfacht wird, da die Parkdeckmodule einfach
nebeneinander gestellt werden können und dann nur aneinander gesichert werden müssen.
[0015] In einer bevorzugten Ausgestaltung sind die Seitenteile derart schwenkbar am Deckenelement
befestigt, dass sie von einer Aufstellposition, in der sie senkrecht zum Deckenelement
verlaufen, in eine Transportposition verschwenkbar sind, in der sie parallel zum Deckenelement
ausgerichtet sind. Die Parkdeckmodule können so zum Transport platzsparend zusammengelegt
werden. Somit bleiben die Seitenteile immer mit dem Deckenelement verbunden, womit
eine hohe Stabilität dieser Verbindung erhalten werden kann.
[0016] Vorzugsweise stehen die Seitenteile in der Aufstellposition über das Deckenelement
über. Die überstehenden Bereiche bilden damit eine Begrenzung an den Schmalseiten
des Deckenelements bzw. ein Geländer und eine Absturzsicherung für Fahrzeuge. Ein
zusätzliches Sicherungselement ist damit nicht mehr erforderlich.
[0017] In einer alternativen Ausgestaltung schließen die Seitenteile in der Aufstellposition
bündig mit der Park- und Fahrbahnfläche des Deckenelements ab.
[0018] In einer bevorzugten Ausgestaltung weisen die Seitenteile jeweils zwei Vertikalstreben
auf, die gegebenenfalls als Profile, insbesondere mit H förmigen Querschnitt, ausgebildet
sind. Die Seitenteile können dann trotz geringer Masse eine ausreichende Stabilität
aufweisen. Durch die Ausgestaltung der Vertikalstreben als Profile, insbesondere mit
H förmigen Querschnitt, lässt sich dabei die Masse und das erforderliche Material
der Vertikalstreben weiter reduzieren, ohne große Einbußen im Hinblick auf deren Festigkeit
zu erleiden. Bei einer Ausgestaltung mit einem H-Profil ist dabei vorzugsweise vorgesehen,
dass eine geschlossene Seite des Profils die Außenseite und die andere geschlossene
Seite des Profils die Innenseite des Seitenteils bilden, so dass in den offenen Seiten
des Profils gegebenenfalls Verbindungselemente eingeführt werden können, um nebeneinander
angeordnete Parkdeckmodule aneinander zu befestigen. Ferner ergibt sich so eine glatte
äußere Oberfläche, die weniger verschmutzungsanfällig und einfacher zu reinigen ist.
[0019] Vorzugsweise sind unterhalb und parallel zu den Längsseiten des Deckenelementes mindestens
zwei Längsträger angeordnet, die insbesondere als Doppel-T-Profile ausgebildet sind.
Auf den Längsträgern kann sich das Deckenelement dann abstützen, so dass Gewichtskräfte,
die beispielsweise durch das Abstellen oder Überfahren von Autos auf das Deckenelement
wirken, über die Längsträger abgeführt werden. Dadurch ist eine stabile, relativ leichte
Konstruktion möglich. Dies wird dabei insbesondere dadurch erreicht, dass die Längsträger
ein Doppel-T-Profil aufweisen. Dabei können die Längsträger beispielsweise über ein
Drehgelenk mit den Vertikalstreben der Seitenteile verbunden werden, um so eine stabile,
schwenkbare Verbindung zu erhalten.
[0020] Dabei ist besonders bevorzugt, dass in Seitenflächen der Längsträger Aufnahmegeometrien
für Anbauteile eingeformt sind. Diese Aufnahmegeometrien, im einfachsten Fall Ausnehmungen,
können dabei für verschiedene Dinge genutzt werden, beispielsweise zur Anbringung
eines Geländers als Anbauteil oder zur Verschraubung nebeneinander angeordneter Längsträger
benachbarter Parkdeckmodule.
[0021] In einer bevorzugten Weiterbildung ist zwischen den Längsträgern und den Vertikalstreben
des Seitenteils jeweils zumindest eine demontierbare Zugstrebe angeordnet. Die Zugstrebe
kann dann für den Transport zumindest einseitig gelöst werden, bietet in der Aufstellposition
aber eine zusätzliche Sicherheit. Insbesondere verhindert sie ein Einklappen des Seitenteils
und erhöht die Stabilität bei Kräften, die in Längsrichtung auf das Deckenelement
wirken.
[0022] Vorzugsweise weisen die Seitenteile mindestens eine Diagonalstrebe auf, die Vertikalstreben
eines Seitenteils miteinander verbindet. Dadurch erhöht sich die Stabilität der Seitenteile
insbesondere für Belastungen, die quer zur Längsrichtung auf das Deckenelement wirken.
Die Diagonalstreben können dabei fest mit den Vertikalstreben verbunden sein, beispielsweise
verschweißt oder verschraubt sein.
[0023] In einer bevorzugten Weiterbildung weist ein in der Aufstellposition das Deckenelement
überragende Bereich der Seitenteile mindestens zwei Querstreben auf, die parallel
zur Schmalseite des Deckenelements ausgerichtet sind. Eine der Querstreben bildet
dabei insbesondere den oberen Abschluss des Seitenelements. Durch diese Querstreben
wird ein Raum zwischen den Vertikalstreben eines Seitenteils gesichert, so dass auch
Fußgänger vor dem Herunterfallen geschützt werden.
[0024] Vorzugsweise sind bodenseitige Enden der Seitenteile in Fußelementen aufgenommen.
Diese Fußelemente, die beispielsweise aus Beton gefertigt werden, dienen dann sozusagen
zur Verankerung des Parkdeckmoduls am Untergrund. Somit ergibt sich ein besonders
sicherer Stand. Dabei kann je Parkdeckmodul jeder Vertikalstrebe ein eigenes Fußelement
zugeordnet werden.
[0025] Bei einem demontierbaren Parkdeck mit mindestens zwei gleichartigen Parkdeckmodulen
ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass die Parkdeckmodule an ihren Längsseiten benachbart
zueinander angeordnet sind, wobei die Deckenelemente bündig aneinander anstoßen. Während
durch die Seitenteile dann eine Begrenzung der Parkfläche gebildet wird, können durch
entsprechendes Aneinanderreihen der Parkdeckmodule in einer beliebig langen Reihe
relativ große Parkflächen bereitgestellt werden. Durch einen bündigen Anschluss der
Deckenelemente an ihren Längsseiten ist dann ein problemloses Überfahren mit Fahrzeugen
möglich. Ein leichter Versatz, der von einem Reifen eines Fahrzeugs problemlos überwunden
werden kann, wird dabei ebenfalls als bündig angesehen.
[0026] Bevorzugterweise sind die nebeneinander angeordneten Parkdeckmodule über Verbindungselemente
aneinander befestigt, die unterhalb der Deckenelemente angeordnet sind und insbesondere
senkrecht zu den Längsträgern verlaufen. Es ergibt sich somit eine nahezu unsichtbare
Befestigung der Parkdeckmodule untereinander, so dass sich diese zum einen gegenseitig
sichern, zum anderen aber auch verhindert wird, dass sich ein Spalt zwischen benachbarten
Parkdeckmodulen auftut. Die Verbindungselemente sind dabei beispielsweise Querträger,
die zwischen den Längsträgern angeordnet werden. Im einfachsten Fall werden sie durch
Schraubelemente gebildet, die benachbarte Längsträger miteinander verbinden.
[0027] Vorzugsweise sind die nebeneinander angeordneten Parkdeckmodule an ihren Seitenteilen
miteinander verbunden. Dies kann beispielsweise durch entsprechende Elemente erfolgen,
die die Vertikalstreben miteinander verbinden, wobei diese im Falle der Ausgestaltung
der Vertikalstreben mit einem Profil innerhalb des Profils geführt werden können.
Es ist aber auch denkbar, beispielsweise Klammern vorzusehen, die jeweils zwei benachbarte
Vertikalstreben umklammern und damit die Seitenteile aneinander sichern.
[0028] Vorzugsweise sind nebeneinander angeordnete Vertikalstreben benachbarter Parkdeckmodule
in einem gemeinsamen Fußelement aufgenommen. Dadurch ergibt sich eine zusätzliche
Verbindungsstelle und damit eine erhöhte Stabilität. Gleichzeitig wird die Anzahl
erforderlicher Fußelemente halbiert und damit der Aufbau weiter vereinfacht.
[0029] Die Erfindung wird im Folgenden anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele in Verbindung
mit den Zeichnungen näher beschrieben. Es zeigen:
- Fig. 1
- Eine Teilansicht eines demontierbaren Parkdecks in dreidimensionaler Darstellung,
- Fig. 2
- eine Seitenansicht eines Parkdeckmoduls in Aufstellposition,
- Fig. 3
- eine Seitenansicht eines Parkdeckmoduls in Transportposition,
- Fig. 4
- eine Verbindung zwischen benachbarten Parkdeckmodulen,
- Fig. 5
- eine weitere Ausgestaltung der Verbindung nach Fig. 5 und
- Fig. 6
- einen Verfahrensablauf zur Herstellung eines Deckenelements.
[0030] In Fig. 1 ist ein demontierbares Parkdeck 1 in Teilansicht dargestellt, das mehrere
gleichartige Parkdeckmodule 2a - 2j umfasst. Die tatsächliche Anzahl an Parkdeckmodulen
hängt dabei vom jeweiligen Einsatzzweck und dem zur Verfügung stehenden Platz ab und
ist relativ frei wählbar.
[0031] Da die Parkdeckmodule 2a - 2j alle gleich aufgebaut sind, wird im Folgenden nur noch
auf das Parkdeckmodul 2j Bezug genommen und dieses der Einfachheit halber mit dem
Bezugszeichen 2 bezeichnet.
[0032] Das Parkdeckmodul 2 weist ein Deckenelement 3 auf, das von zwei Längsträgern 4, 5
gestützt wird. An einer Schmalseite 6 des Deckenelements 3 ist ein Seitenteil 7 angeordnet,
das über ein entsprechendes Drehgelenk schwenkbar am Deckenelement 3 befestigt ist.
An einer gegenüberliegenden Schmalseite, , befindet sich ein baugleich aufgebautes
weiteres Seitenteil.
[0033] Über die Seitenteile kann das Parkdeckmodul 2 derartig aufgestellt werden, dass das
Deckenelement 3 beabstandet zu einem Untergrund ist, so dass unterhalb des Deckenelements
und auf dem Deckenelement Fahrzeuge bewegt und geparkt werden können. Dabei ist das
Parkdeckmodul 2 selbsttragend bzw. freistehend ausgebildet, benötigt also keine weiteren
Abstützungen, um aufgestellt werden zu können.
[0034] Die Seitenteile 7 weisen jeweils einen oberen Bereich 8 auf, der in der in Fig. 1
gezeigten Aufstellposition über das Deckenelement 3 übersteht und eine Absturzsicherung
für Fahrzeuge in Form eines Geländers bildet.
[0035] Die Seitenteile 7 weisen zwei Vertikalstreben 9, 10 auf, die über Diagonalstreben
11, 12 miteinander verbunden sind. Im oberen Bereich 8 sind drei Querstreben 15, 16,
17 angebracht, die eine Absturzsicherung in Form eines Geländers bilden.
[0036] Untere Enden 13, 14 der Vertikalstreben 9, 10 bzw. der Seitenteile 7 sind in Füßen
18, 19 aufgenommen, die beispielsweise aus Beton gebildet sind. Dadurch ergibt sich
ein sicherer Stand des Parkdeckmoduls 2.
[0037] Dabei können, wie in Fig. 1 dargestellt, die Enden benachbarter Vertikalstreben 9,
10 unterschiedlicher Parkdeckmodule 2 in einem gemeinsamen Fuß aufgenommen werden.
Somit ergibt sich gleichzeitig eine Sicherung der Parkdeckmodule 2 relativ zueinander.
[0038] Durch die Anordnung der Parkdeckmodule 2a - 2j nebeneinander ist ein demontierbares
Parkdeck entstanden, das auf den Deckenelementen eine zweite Parkebene bereitstellt.
Zum Auffahren auf die Deckenelemente ist ein Rampenelement 23 vorgesehen, dass bei
diesem Ausführungsbeispiel an Schmalseiten zweier Parkdeckmodule 2a, 2b angebracht
ist. Diese Parkdeckmodule weisen bei diesem Ausführungsbeispiel dafür eine geringere
Längserstreckung auf als die übrigen Parkdeckmodule 2c - 2j und sind auch nur an einer
Schmalseite mit einem Geländer versehen. Im Übrigen entspricht deren Aufbau dem Aufbau
der Parkdeckmodule 2c - 2j.
[0039] Eine breite der Parkdeckmodule ist vorzugsweise darauf abgestimmt, dass zwei nebeneinander
angeordnete Parkdeckmodule eine Breite ergeben, die etwas mehr als die Breite eines
handelsüblichen PKWs entspricht. Beispielsweise beträgt dafür die Breite eines Parkdeckmoduls
1 m bis 2,50 m. Die Parkdeckmodule lassen sich so mit handelsüblichen Lastkraftwagen
noch problemlos transportieren und einfach handhaben.
[0040] In Fig. 2 ist ein Parkdeckmodul 2 in Seitenansicht dargestellt. Dabei sind die gleichen
Bezugszeichen verwendet wie in der Darstellung nach Fig. 1.
[0041] Das Seitenteil 7 ist über eine Zugstrebe 20 am Längsträger 5 bzw. am Deckenelement
abgestützt und damit sicher in der Aufstellposition gehalten. Dabei kann jeder Vertikalstrebe
eine Zugstrebe zugeordnet sein.
[0042] Bei diesem Ausführungsbeispiel ist das Deckenelement 3 als Stahlbetonelement ausgebildet,
das eine geschlossene Oberfläche bereitstellt. Durch die bei der Herstellung in das
Beton-Verbundelement eingebrachte Spannung ergibt sich im unbelasteten Zustand eine
leichte Wölbung des Deckenelements 3, die durch Belastung zumindest teilweise ausgeglichen
werden kann. Die Herstellung des Deckenelements kann dann ähnlich wie bei Spannbetonelementen
erfolgen, wie sie beispielsweise für den Brückenbau eingesetzt werden.
[0043] Der Längsträger 5 ist mit Aufnahmegeometrien 21 für Anbauteile versehen, wie beispielsweise
ein Geländer bzw. eine Absturzsicherung oder wie Verbindungselemente zum Verbinden
benachbarter Längsträger.
[0044] In Fig. 3 ist das Parkdeckmodul 2 in Transportposition dargestellt. Dabei können
auch eine größere Anzahl an Parkdeckmodulen übereinander angeordnet und damit gleichzeitig
transportiert werden.
[0045] Das Seitenteil 7 ist dabei gegenüber dem Deckenelement 3 derart verschwenkt, dass
es im Wesentlichen parallel zum Deckenelement 3 verläuft. Damit ergibt sich ein sehr
kompaktes Paket. Der obere Bereich 8 kann dabei in Längsrichtung zumindest teilweise
über das Deckenelement 3 überstehen, so dass sich eine geringfügige Verlängerung des
Parkdeckmoduls in der Transportposition gegenüber der Aufstellposition ergibt.
[0046] In den Fig. 4 und 5 sind Detailausschnitte dargestellt, die Ausgestaltungen für Verbindungselemente
2 zeigen, die zum Verbinden nebeneinander angeordneter Parkdeckmodule 2 dienen können.
Die Verbindungselemente 22 verlaufen dabei senkrecht zu den Längsträgern 4, 5 und
überbrücken einen Spalt zwischen den Deckenelementen 3. Dabei sind die Verbindungselemente
22 unterseitig der Deckenelemente 3 angeordnet, so dass die Oberseite der Deckenelemente
3 keine Unebenheiten aufweist. Die Verbindungselemente 22 können dabei jeweils an
den Aufnahmegeometrien der Längsträger befestigt werden, so dass eine sichere, stabile
Verbindung benachbarter Parkdeckmodule erhalten wird.
[0047] In Fig. 6 sind die einzelnen Verfahrensschritte zur Herstellung eines Deckenelements
3 schematisch dargestellt. In einem ersten Schritt (a) wird ein Stahlverbundträger
24 bereitgestellt, der eine Wölbung aufweist. Dieser Stahlverbundträger 24 wird dann
mit seiner Wölbung nach unten in einer konkaven Schalung 25 positioniert (b) und in
Richtung Schalung 25 beispielsweise mit Gewichten belastet (c). Diese Belastung wird
durch Pfeile 26, 27 symbolisiert. Anschließend wird Beton 28 in die Schalung eingelassen
und es erfolgt unter Beibehaltung der Belastung des Stahlverbundträgers 24 ein Betonieren
(d).
[0048] Nach Aushärten des Betons 28 wird die Belastung (e) weggenommen und das Deckenelement
3 aus der Schalung 25 entfernt. Abschließend wird das Deckenelement 3 um 180 gedreht,
so dass die an der Schalung 25 anliegende Seite 29 nach oben weist und als Fahrbahnfläche
eingesetzt werden kann (f). Dies enstpricht dann der Einbaulage des Deckenelements
3 im aufgestellten Parkdeckmodul.
[0049] Durch die durch die Stahlverbundträger 24 in das Deckenelement 3 eingebrachte Spannung
ist es möglich, das Deckenelement 3 bereits bei noch relativ frischen Beton 28 zu
bewegen, ohne das aufgrund der sich verändernden auf das Deckenelement 3 wirkenden
Druck- und Zugbelastungen eine Beschädigung des Deckenelements 3 zu befürchten ist.
Ferner ist eine zusätzliche Verkleidung des oder der Stahlverbundträger 24, die dann
auf einer Unterseite des Deckenelements 3 liegen, nicht weiter erforderlich.
[0050] Durch das erfindungsgemäße Vorgehen verringert sich so der Aufwand zur Herstellung
der Parkdeckmodule, wobei neben dem einfacheren Aufbau auch eine relativ geringe Masse
bei hoher Belastbarkeit erreicht werden kann.
[0051] Die Erfindung ist nicht auf eines der genannten Ausführungsbeispiele beschränkt,
sondern in vielfältiger Weise abwandelbar. Durch die Erfindung wird dabei ein Parkdeckmodul
bzw. ein demontierbares Parkdeck bereitgestellt, das eine Herstellung, einen Aufbau
und einen Abbau mit geringem Aufwand ermöglicht. Das Parkdeckmodul kann dabei eigenständig
auf seinen Seitenteilen stehen und es muss somit nicht erst ein Gerüst aus vielen
Einzelteilen zusammengesetzt werden. Gleichzeitig sind die einzelnen Parkdeckmodule
einfach und platzsparend transportierbar.
[0052] Sämtliche aus den Ansprüchen, der Beschreibung und der Zeichnung hervorgehenden Merkmale
und Vorteile, einschließlich konstruktiver Einzelheiten, räumlicher Anordnungen und
Verfahrensschritten, können sowohl für sich als auch in den verschiedensten Kombinationen
erfindungswesentlich sein.
Bezugszeichenliste
[0053]
- 1
- Parkdeck
- 2
- Parkdeckmodule 2a, 2b, 2c, 2d
- 3
- Deckenelement
- 4
- Längsträger
- 5
- Längsträger
- 6
- Schmalseite
- 7
- Seitenteile
- 8
- oberer Bereich
- 9
- Vertikalstrebe
- 10
- Vertikalstrebe
- 11
- Diagonalstrebe
- 12
- Diagonalstrebe
- 13
- Ende
- 14
- Ende
- 15
- Querstrebe
- 16
- Querstrebe
- 17
- Querstrebe
- 18
- Fuß
- 19
- Fuß
- 20
- Zugstrebe
- 21
- Aufnahmegeometrie
- 22
- Verbindungselement
- 23
- Rampenelement
- 24
- Stahlverbundträger
- 25
- Schalung
- 26
- Pfeil
- 27
- Pfeil
- 28
- Beton
- 29
- Seite
1. Verfahren zum Herstellen eines Parkdeckmoduls für ein demontierbares Parkdeck, wobei
ein Deckenelement (3) als Stahlbeton-Verbundelement hergestellt wird, wobei ein Stahlverbundträger
(24) über eine Schalung (25) mit konkaver Form angeordnet und in Richtung Schalung
(25) auf Biegung entsprechend der Form der Schalung (25) belastet wird, wobei anschließend
Beton (28) in die Schalung eingegossen wird und nach Aushärten des Betons (28) die
Belastung des Stahlverbundträgers weggenommen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Deckenelement nach Herausnehmen aus der Schalung (25) gewendet wird, wobei die
in der Schalung (25) unten liegende Seite (29) als Park- und Fahrbahnfläche im Parkdeckmodul
(2) eingesetzt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass an Schmalseiten (6) des Deckenelements (3) Seitenteile (7) zum eigenständigen Aufstellen
des Parkdeckmoduls (2) schwenkbar befestigt werden.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Seitenteile (7) an den Stahlverbundträgern (24) schwenkbar befestigt werden.
5. Parkdeckmodul (2) für ein demontierbares Parkdeck (1), das ein Deckenelement (3) mit
zwei Schmalseiten (6) und zwei Längsseiten aufweist, wobei das Deckenelement (3) als
Stahlbeton-Verbundelement ausgebildet ist, das insbesondere nach einem Verfahren gemäß
zumindest einem der vorliegenden Ansprüche hergestellt ist.
6. Parkdeckmodul nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass an den Schmalseiten (6) des Deckenelements (3) Seitenteile (7) zum eigenständigen
Aufstellen des Parkdeckmoduls (2) angeordnet sind.
7. Parkdeckmodul nach einem der Ansprüche 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Seitenteile (7) in der Aufstellposition bündig mit der Park- und Fahrbahnfläche
des Deckenelements (3) abschließen.
8. Parkdeckmodul nach einem der vorhergehenden Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Seitenteile (7) jeweils zwei Vertikalstreben (9, 10) aufweisen, die gegebenenfalls
als Profile, insbesondere mit H-Querschnitt ausgebildet sind.
9. Parkdeckmodul nach einem der vorhergehenden Ansprüche 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass unterhalb und parallel zu den Längsseiten des Deckenelements (3) mindestens zwei
Längsträger (4, 5) angeordnet sind, die insbesondere als Doppel-T-Profile ausgebildet
sind.
10. Parkdeckmodul nach einem der vorhergehenden Ansprüche 5 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen den Längsträgern (4, 5) oder dem Deckenelement (3) und Vertikalstreben (9,
10) der Seitenteile (7) jeweils zumindest eine insbesondere demontierbare Zugstrebe
(20) angeordnet ist.
11. Parkdeckmodul nach einem der vorhergehenden Ansprüche 5 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass ein in der Aufstellposition das Deckenelement (3) überragender Bereich (8) der Seitenteile
mindestens zwei Querstreben (15, 16, 17) aufweist, die insbesondere parallel zur Schmalseite
(6) des Deckenelements (3) ausgerichtet sind.
12. Parkdeckmodul nach einem der vorhergehenden Ansprüche 5 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass bodenseitige Enden (13, 14) der Seitenteile (7) in Fußelementen (18, 19) aufgenommen
sind.
13. Demontierbares Parkdeck mit mindestens zwei gleichartigen Parkdeckmodulen nach einem
der Ansprüche 5 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Parkdeckmodule (2) an ihren Längsseiten benachbart zueinander angeordnet sind,
wobei die Deckenelemente (3) insbesondere bündig aneinander anstoßen.
14. Parkdeck nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die nebeneinander angeordneten Parkdeckmodule (2) über Verbindungselemente (22) aneinander
befestigt sind, die unterhalb der Deckenelemente (3) angeordnet sind und insbesondere
senkrecht zu den Längsträgern (4, 5) verlaufen.
15. Parkdeck nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass die nebeneinander angeordneten Parkdeckmodule (2) an ihren Seitenteilen (7) miteinander
verbunden sind.