[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betrieb eines vernetzten militärischen
Verbands mit mindestens zwei mit Sensoren ausgestatteten Einsatzfahrzeugen. Weitere
Gegenstände der Erfindung sind ein militärisches Verbandkommunikationssystem zum Betrieb
eines vernetzten militärischen Verbands mit mindestens zwei mit Sensoren ausgestatteten
Einsatzfahrzeugen und ein militärisches mit Sensoren ausgestattetes Einsatzfahrzeug
zum Betrieb in einem vernetzten militärischen Verband.
[0002] Militärischen Einsatzfahrzeugen, wie beispielsweise Kampfpanzen, Schützenpanzern
und Spähfahrzeugen, kommen seit Langem eine wichtige taktische Bedeutung in unterschiedlichen
Einsatzsituationen zu. Um die Umgebung vom Fahrzeuginneren aus wahrnehmen und überwachen
zu können, sind militärische Einsatzfahrzeuge mit nach außen gerichteten Sensoren
ausgestattet. Die Sensordaten werden zumindest dem Kommandanten des Fahrzeugs, welcher
das militärische Kommando über das Fahrzeug und dessen Besatzung innehat, bereitgestellt.
[0003] Derartige Einsatzfahrzeuge operieren zumeist nicht eigenständig, sondern in einem
militärischen Verband bestehend aus mehreren, auf kleinster Organisationsebene zumindest
aus zwei Einsatzfahrzeugen. In militärischen Einsatzsituationen ist die Koordination
und der Informationsaustausch zwischen den einzelnen Einsatzfahrzeugen eines militärischen
Verbands zur optimalen Erfüllung eines Einsatzziels wichtig. Dies erfolgt zumeist
über einen Sprech- oder Schreibfunk zwischen dem Kommandanten, welcher ein einzelnes
Einsatzfahrzeug führt, und anderen Kommandanten sowie dem Kommandeur des Verbands,
welcher den Verband führt und selbst Kommandant eines der Einsatzfahrzeuge sein kann.
Diese Sprech- oder Schreibfunkverbindung ermöglicht einen direkten verbalen oder textuellen
Informationsaustausch. Ebenfalls können die Koordination und der Informationsaustausch
über eine digitale Lagekarte erfolgen, in welche Informationen, wie Typ, Position,
Stärke und Uhrzeit der Sichtung, eines mittels der Sensoren aufgeklärten Elements
durch die Kommandanten eingetragen werden können.
[0004] Eine derartige Koordination und Informationsaustausch zwischen Einsatzfahrzeugen
eines militärischen Verbands hat sich aufgrund auftretender sprachlicher Unklarheiten
sowie der starken Abstraktion der realen Situation auf der digitalen Lagekarte als
schwierig erwiesen, da sie langwierig und wenig genau ist. So muss sich beispielsweise
der Kommandeur die für eine Lageeinschätzung benötigten Details, welche beispielsweise
nicht aus der digitalen Lagekarte hervorgehen, aufwendig per Sprech- oder Schreibfunk
beschreiben lassen, wobei es zu Missverständnissen oder Fehlvorstellungen kommen kann.
Alternativ kann sich der Kommandeur selbst zur Position des jeweiligen berichtenden
Einsatzfahrzeugs begeben, um sich selbst vor Ort ein Bild der Lage zu machen. Dies
ist jedoch zeitaufwendig und erfordert zudem, dass der Kommandeur seine geschützte
und/oder getarnte Position verlassen muss und sich hierbei Gefahren aussetzt.
[0005] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung liegt daher darin, den Informationsaustausch
zwischen Einsatzfahrzeugen eines militärischen Verbands zu verbessern.
[0006] Diese Aufgabe wird bei einem Verfahren der eingangs genannten Art dadurch
gelöst, dass von mindestens einem ersten Einsatzfahrzeug auf Sensordaten mindestens eines
Sensors eines zweiten Einsatzfahrzeugs zugegriffen und der mindestens eine Sensor
des zweiten Einsatzfahrzeugs von mindestens einem ersten Einsatzfahrzeug aus fernbedient
wird. Ein Zugriff auf die Sensordaten des zweiten Einsatzfahrzeugs und die Fernbedienung
des mindesten einen Sensors, beispielsweise in dessen Ausrichtung, Fokus, Zoom, Bildausschnitt,
Kontrast und/oder spektralen Detektionsbereich, ermöglicht es einem Besatzungsmitglied
des ersten Einsatzfahrzeugs, beispielsweise den Kommandanten, sich aktiv ein eigenes
Bild von der Lage an der Position des zweiten Einsatzfahrzeugs zu machen. Das Besatzungsmitglied
des ersten Einsatzfahrzeugs wird nicht auf eine passive Beobachterrolle beschränkt,
sondern kann in einem durch das Verfahren vernetzten System von Einsatzfahrzeugen
auch selbst aktiv Sensoren, beispielsweise zur signalgeregelten Einstellung eines
spektralen Detektionsbereichs oder zur Einstellung einer von Effektoren bestimmten
mechanischen Ausrichtung, fernbedienen. Hierzu muss es das erste Einsatzfahrzeug nicht
verlassen oder sich mit dem ersten Einsatzfahrzeug an die Position des zweiten Einsatzfahrzeugs
begeben. Missverständnisse und Fehlvorstellungen können vermieden und eine schnelle
und gefahrarme Lagereinschätzung ermöglicht werden. Der Zugriff auf die Sensordaten
des zweiten Einsatzfahrzeugs kann durch ein Steuersystem des ersten Einsatzfahrzeugs
erfolgen.
[0007] Vorzugsweise kann ein paralleles Arbeiten der Besatzungsmitglieder des ersten und
zweiten Einsatzfahrzeugs mit den Sensoren des zweiten Einsatzfahrzeugs ermöglicht
werden. Durch dieses parallele Arbeiten kann eine Lage schneller erfasst und eingeschätzt
werden.
[0008] Bevorzugt kann ein querschnittlicher Austausch weiterer Fahrzeugdaten, wie beispielsweise
Position, Ausrichtung, Treibstoffreserve, Munitionsbestand und Waffenstatus, zusammen
mit der Übertragung der Sensordaten erfolgen.
[0009] In vorteilhafter Weise erfolgt der Zugriff auf die Sensordaten über eine, insbesondere
von einer Sprechfunkverbindung und/oder Schreibfunkverbindung gesonderte Datenfunkverbindung.
Bei dieser Datenfunkverbindung kann es sich um eine, insbesondere nicht öffentliche
und/oder verschlüsselte, Echtzeit-W-Lan-Datenverbindung oder ein Ad-Hoc-Netzwerk handeln.
Einfluss des Zugriffs auf die Sensordaten auf die Qualität und/oder Übertragungsrate
einer Sprechfunkverbindung und/oder Schreibfunkverbindung kann vermieden werden.
[0010] Vorzugsweise kann sich mindestens ein Besatzungsmitglied des ersten Einsatzfahrzeugs
auf die Sensoren des zweiten Einsatzfahrzeugs aufschalten. Beim Aufschalten werden
in die Sensordaten in Echtzeit an das erste Einsatzfahrzeug übertragen. Das Aufschalten
kann ohne Freigabe durch die Besatzung des zweiten Einsatzfahrzeugs und/oder des Kommandeurs
erfolgen. Innerhalb des Verbands kann eine Hierarchie vorgegeben werden, aus welcher
hervorgeht, welche Besatzungsmitglieder welchen Einsatzfahrzeugs sich auf die Sensoren
welcher anderen Einsatzfahrzeuge aufschalten können, ohne dass eine explizite Freigabe
durch die Besatzung dieses Einsatzfahrzeugs und/oder des Kommandeurs erforderlich
ist. So kann Beispiel vorgegeben werden, dass sich der Kommandeur des Verbands auf
die Sensoren sämtliche zum Verband gehörenden Einsatzfahrzeuge aufschalten kann, während
die anderen Kommandanten eine explizite Freigabe zum Aufschalten auf Sensoren eines
anderen Einsatzfahrzeugs des Verbands benötigen.
[0011] In diesem Zusammenhang es sich als vorteilhaft erwiesen, wenn die Besatzung des zweiten
Einsatzfahrzeugs über ein derartiges Aufschalten und/oder dessen Anhalten informiert
wird, beispielsweise durch ein akustisches und/oder optisches Signal.
[0012] In Weiterbildung der Erfindung können Besatzungsmitglieder mehrere Einsatzfahrzeuge
des Verbands gleichzeitig auf die Sensordaten des zweiten Einsatzfahrzeugs zugreifen.
Eine bessere Koordination zwischen den Einsatzfahrzeugen des Verbands kann auf diese
Weise erfolgen.
[0013] Ferner können die Sensordaten aller Einsatzfahrzeuge zur Erstellung eines gemeinsamen
Datensatzes im Verband synchronisiert werden. Statt direkt auf die Sensordaten eines
einzelnen Einsatzfahrzeugs zuzugreifen, kann auf den gemeinsamen Datensatz zugegriffen
werden, welcher ebenfalls die Sensordaten jedes einzelnen Einsatzfahrzeugs umfasst.
Auf diese Weise kann indirekt auf die Sensordaten eines einzelnen Einsatzfahrzeugs
zugegriffen werden. Ein Zugriff auf den Datensatz kann von außerhalb des Verbands
erfolgen, wie beispielsweise von einer dem Verband übergeordneten Führungsebene zugehörigen
Einrichtung aus, wie einem Hauptquartier. Das Synchronisieren der Sensordaten kann
vorteilhafter Weise automatisiert erfolgen. Aufgeklärte Ziele und Elemente, wie beispielsweise
feindliche Stellungen, feindliche Fahrzeuge, zivile Objekte und eigene Einheiten,
können in ein Gesamtlagebild des Verbands übernommen werden. Der gemeinsame Datensatz
kann dezentral in mehreren, insbesondere in allen, Einsatzfahrzeugen des Verbands
gespeichert werden. Durch eine dezentrale Speicherung kann ein Einsatzfahrzeug durch
Empfang des dezentral gespeicherten Datensatzes auch auf Sensordaten eines anderen
Einsatzfahrzeugs zugreifen, zu welchem keine direkte Datenverbindung besteht oder
herstellbar ist. Die dezentrale Speicherung kann den gemeinsamen Datensatz vor Verlust
schützen, beispielsweise bei Beschädigung oder Vernichtung eines Einsatzfahrzeugs.
[0014] In vorteilhafter Weise werden mindestens einem Besatzungsmitglied des ersten Einsatzfahrzeugs
Sensordaten über vom ersten Einsatzfahrzeug nicht einsehbare Umgebungsbereiche zur
Verfügung gestellt. Der Sichtbereich des ersten Einsatzfahrzeugs kann durch die Bereitstellung
der Sensordaten erweitert werden. Der Besatzung des ersten Einsatzfahrzeugs kann ein
Blick hinter Sichthindernisse, welche von der Position des ersten Einsatzfahrzeugs
aus bestehen, ermöglicht werden.
[0015] In diesem Zusammenhang hat es sich als vorteilhaft erwiesen, wenn die Sensordaten
über den nicht einsehbaren Umgebungsbereich zur Erkennung und/oder Identifizierung
eines möglichen Ziels, zu dem keine ungestörte Sichtlinie vom ersten Einsatzfahrzeug
aus besteht und/oder zur Entscheidung über den Waffeneinsatz gegen ein solches Ziel
genutzt werden, insbesondere in einem Waffeneinsatzassistenten.
[0016] Weiter vorteilhaft ist es, wenn das zweite Einsatzfahrzeug nach Art eines Beobachters
dem ersten Einsatzfahrzeug Sensordaten in Form von Zieldaten über ein für das erste
Einsatzfahrzeug nicht sichtbare Ziel, wie beispielsweise die Position, Richtung und
Geschwindigkeit eines Ziels, zur Verfügung stellt. Das nach Art eines Wirkfahrzeugs
dienende erste Einsatzfahrzeug kann mit Hilfe dieser Zieldaten das Ziel verfolgen.
Insbesondere kann eine Waffe des ersten Einsatzfahrzeugs ohne direkten Sichtkontakt
auf das Ziel einlaufen, d.h. die Ausrichtung und Ausrichtungsänderungsrate der Waffe
kann an die Bewegungen des Ziels angepasst werden. Bevorzugt erfolgt dieses Einlaufen
mit Hilfe der Sensordaten des zweiten Einsatzfahrzeugs automatisiert mittels eines
Wirkassistenten. Eine schnellere Zielbekämpfung kann erzielt werden, da die Waffe
bereits auf das Ziel eingelaufen ist und dieses bekämpfen kann, sobald ein direkter,
die Bekämpfung ermöglichender Sichtkontakt zwischen dem Ziel und dem ersten Einsatzfahrzeug
besteht.
[0017] Vorzugsweise steuert mindestens ein Besatzungsmitglied des ersten Einsatzfahrzeugs
Effektoren, insbesondere ein Waffensystem, des zweiten Einsatzfahrzeugs. Die Effektoren
können zur Ausrichtung der Sensoren des zweiten Einsatzfahrzeugs dienen und/oder Teile
anderer Systeme des zweiten Einsatzfahrzeugs sein, wie beispielsweise eines Waffensystems.
Das Besatzungsmitglied des ersten Einsatzfahrzeugs kann auf diese Weise auch andere
Systeme als die des ersten Einsatzfahrzeugs ausrichten und/oder einsetzen. Das Besatzungsmitglied
des ersten Einsatzfahrzeugs kann beispielsweise das Waffensystem des zweiten Einsatzfahrzeugs
statt des ersten Einsatzfahrzeugs zu Bekämpfung eines Ziels nutzen. Die Auswahlmöglichkeit
eines optimalen Waffensystems zur Bekämpfung eines Ziels kann auf diese Weise gesteigert
werden. Das Besatzungsmitglied des ersten Einsatzfahrzeugs kann auch die Waffensysteme
beider Einsatzfahrzeuge gleichzeitig steuern, um eine aufeinander abgestimmte und/oder
gleichzeitige Zielbekämpfung zu ermöglichen.
[0018] In einer weiteren Ausgestaltung steuert das mindestens eine Besatzungsmitglied des
ersten Einsatzfahrzeugs Effektoren mehrerer zweiter Einsatzfahrzeuge, insbesondere
gleichzeitig. Eine Absprache zwischen einzelnen Bedienern der Effektoren für jedes
Einsatzfahrzeug kann entfallen, da ein einziges Besatzungsmitglied die Effektoren
der Einsatzfahrzeuge des gesamten Verbands oder eines Teils des Verbands steuern kann.
Beispielsweise kann eine einzige Bedienung, zum Beispiel der Kommandeur, sämtliche
Waffensysteme des Verbands steuern und aufeinander abgestimmt und/oder zeitgleich
zum Einsatz bringen.
[0019] Weiter vorteilhaft ist es, wenn mittels der zugegriffenen Sensordaten ein geschwindigkeitsangepasster
und/oder einsatzbedingungsangepasster Abstand zwischen den Einsatzfahrzeugen geregelt
wird, insbesondere Geschwindigkeitsänderungen vorgegeben werden. Eine Regelung des
Abstands mittels der zugegriffenen Sensordaten kann ein geringerer und/oder an die
Fahrsituation, beispielsweise an auftretende und einen größeren Abstand erfordernde
Steigungen, dynamisch anpassender Abstand erzielt werden. Bevorzugt erfolgt die Regelung
des Abstands sowie der Geschwindigkeitsänderungen mittels eines Fahrassistenten. Die
Fahrer der Einsatzfahrzeuge können entlastet werden. Insbesondere während einer Marschfahrt,
bei welcher sich die Fahrzeuge in einer vorgegebenen Formation befinden, kann eine
größere Geschwindigkeit des gesamten Verbands erzielt werden. Durch vorgegebene Geschwindigkeitsänderungen
kann ein zusammenbleiben des Verbands sichergestellt werden.
[0020] Bei einer bevorzugten Ausgestaltung des Verfahrens dient ein drittes Einsatzfahrzeug
als Relaissystem zur Vernetzung zweier außerhalb einer Kommunikationsreichweite zur
direkten Sensordatenübertragung liegender Einsatzfahrzeuge. Über das dritte Einsatzfahrzeug
kann von dem ersten Einsatzfahrzeug auf die Sensordaten des zweiten Einsatzfahrzeugs
zugegriffen werden. Insbesondere bei einem gemeinsamen Datensatz können fehlende und
oder komplementäre Daten weitergeleitet werden.
[0021] In bevorzugter Weise wird ein gegenseitiger Zugriff auf Sensordaten und/oder eine
gegenseitige Steuerung der Effektoren zwischen den Einsatzfahrzeugen ermöglicht. Ein
Zugriff innerhalb des gesamten Verbands wird auf diese Weise zusammen mit der Koordination
erleichtert, indem auf eine strikte hierarchische Zugriffsstruktur verzichtet wird.
[0022] Bei einem militärischen Verbandkommunikationssystem der eingangs beschriebenen Art
wird zur
Lösung der vorstehend genannten Aufgabe vorgeschlagen, dass von mindestens einem ersten
Einsatzfahrzeug auf Sensordaten mindestens eines Sensors eines zweiten Einsatzfahrzeugs
zugreifbar und der mindestens eine Sensor des zweiten Einsatzfahrzeugs von mindestens
einem ersten Einsatzfahrzeug aus fernbedienbar ist. Ein Zugriff auf die Sensordaten
des zweiten Einsatzfahrzeugs und die Fernbedienung des mindesten einen Sensors, beispielsweise
in dessen Ausrichtung, Fokus, Kontrast und/oder spektralen Detektionsbereich, ermöglicht
es dem Besatzungsmitglied des ersten Einsatzfahrzeugs, insbesondere den Kommandanten,
sich aktiv ein eigenes Bild von der Lage an der Position des zweiten Einsatzfahrzeugs
zu machen, ohne das erste Einsatzfahrzeug verlassen zu müssen oder der sich mit dem
ersten Einsatzfahrzeug an die Position des zweiten Einsatzfahrzeugs zu begeben. Das
Besatzungsmitglied des ersten Einsatzfahrzeugs wird nicht auf eine passive Beobachterrolle
beschränkt. Missverständnisse und Fehlvorstellungen können vermieden und eine schnelle
und für das Besatzungsmitglied des ersten Einsatzfahrzeugs gefahrarme Lagereinschätzung
ermöglicht werden. Zum Zugriff auf die Sensordaten des zweiten Einsatzfahrzeugs kann
das erste Einsatzfahrzeug ein Steuersystem aufweisen.
[0023] In diesem Zusammenhang hat es sich als vorteilhaft erwiesen, wenn das militärische
Verbandkommunikationssystem in eine modulare Steuereinheit für Assistenzsysteme der
Einsatzfahrzeuge eingegliedert ist. Jedes Einsatzfahrzeug kann eine eigene Steuereinheit
für Assistenzsysteme aufweisen. Die Steuereinheit für Assistenzsysteme kann mehrere
Assistenzsysteme steuern, wie beispielsweise einen Kommunikationsassistenten, Sensorassistenten,
Wirkassistenten, Waffeneinsatzassistenten, Serviceassistenten und/oder Fahrassistenten,
zur Steuerung und/oder Unterstützung der Besatzung bei der Bedienung von Systemen
des Einsatzfahrzeugs, wie beispielsweise von Kommunikationssystemen, Sensoren, Waffensystemen,
der Fahrzeugsteuerung und/oder dem Fahrzeugantrieb. Das Kommunikationssystem kann
ein Kommunikationsmodul sowie eine Sende- und Empfangsanlage umfassen. Die Assistenzsysteme
können als einzelne Module ausgebildet sein. Durch die Eingliederung in die modulare
Steuereinheit für Assistenzsysteme kann das Verbandkommunikationssystem auf einfache
Weise einen Zugriff auf die Sensordaten des zweiten Einsatzfahrzeugs von dem ersten
Einsatzfahrzeug aus ermöglichen. Die modulare Steuereinheit kann das Steuersystem
oder ein Teil des Steuersystems des jeweiligen Einsatzfahrzeugs sein. Das Verbandkommunikationssystem
kann die Steuereinheiten für Assistenzsysteme der Einsatzfahrzeuge hochperformant,
d. h. mit Übertragungsraten von mindestens 900 Kbit/s, insbesondere mindestens 3,5
Mbit/s, vernetzen, um einen schnellen Datenzugriff und/oder Steuerung der Effektoren
zu ermöglichen. Die Eingliederung kann in Form einer Programmapplikation der Steuereinheit
für Assistenzsysteme, eines eigenen Programms und/oder eines physisch mit der Steuereinheit
für Assistenzsysteme verbundenen Bauteils erfolgen.
[0024] Bevorzugt weist das militärische Verbandkommunikationssystem eine Verbindung mit
einem Kommunikationsassistenten der Steuereinheit für Assistenzsysteme auf. Der Kommunikationsassistent
kann eine Außenkommunikation des Einsatzfahrzeugs ermöglichen, indem er ein fahrzeugeigenes
Kommunikationssystem, wie ein Sprechfunk- und/oder Schreibfunksystem, steuert. Das
Verbandkommunikationssystem kann über den Kommunikationsassistenten und das fahrzeugeigene
Kommunikationssystem auf einfache Weise einen Zugriff auf die Sensordaten das Einsatzfahrzeugs
ermöglichen.
[0025] Als weiter vorteilhaft hat es sich erwiesen, wenn das militärische Verbandkommunikationssystem
Verbandkommunikationsmodule für die Einsatzfahrzeuge zur Vernetzung der Einsatzfahrzeuge
des militärischen Verbands untereinander aufweist. In jedes Einsatzfahrzeug des Verbands
kann ein Verbandkommunikationsmodul integriert sein. Die Verbandkommunikationsmodule
können sich zu einem Netzwerk zusammenschließen, um einen Zugriff aus Sensordaten
und/oder die Steuerung von Effektoren eines oder mehrere Einsatzfahrzeuge zu ermöglichen.
Gleichwohl ist auch die Integration mehrerer Verbandskommunikationsmodule in einem
Einsatzfahrzeug zur Erzielung eine Redundanz und/oder zur Verwendung in Verbandkommunikationssystemen
unterschiedlicher Verbände möglich. Die Verbandkommunikationsmodule können Programmanwendungen
des militärischen Verbandkommunikationssystems zur Beeinflussung und Steuerung der
Steuereinheit für Assistenzsystem umfassen. Alternativ oder zusätzlich kann das Verbandkommunikationsmodul
eine, insbesondere von einer Sprechfunkverbindung und/oder Schreibfunkverbindung eines
fahrzeugeigenen Kommunikationssystems gesonderte Datenfunkverbindung mit Verbandkommunikationsmodulen
anderer Einsatzfahrzeuge herstellen. Das Verbandkommunikationsmodul kann ein eigenständiges
Sende- und Empfängermodul sein.
[0026] In einer Weiterbildung der Erfindung sind die Verbandkommunikationsmodule von den
Steuereinheiten für Assistenzsysteme getrennte Bauteile. Die Verwendung von Verbandkommunikationsmodulen
ermöglicht eine leichte Anpassung an zukünftige, sich ändernde Bedürfnisse. Eine einfache
Erweiterung bestehender Systeme der Einsatzfahrzeuge lässt sich auf einfache Weise
erzielen.
[0027] Ferner können die Verbandkommunikationsmodule zur verschlüsselten Kommunikation je
ein Kryptomodul aufweisen. Die Kryptomodule können Daten vor der Übertragen verschlüsseln
und nach dem Empfang entschlüsseln. Das Kryptomodul kann integraler Bestandteil des
Verbandkommunikationsmoduls oder als Teil der Steuereinheit für Assistenzsysteme mit
dem Verbandkommunikationsmodul, insbesondere über die Steuereinheit für Assistenzsysteme,
verbunden sein. Ein Kryptomodul als Teil des Verbandkommunikationsmoduls kann eine
von der übrigen Verschlüsselung im Einsatzfahrzeug gesonderte Verschlüsselung der
Übertragung innerhalb des Verbandkommunikationssystems ermöglichen. Die Sicherheit
kann erhöht werden. Ein Kryptomodul als Teil des Verbandkommunikationsmoduls kann
auf einfache Weise eine spätere Anpassung an geänderte Bedürfnisse und/oder Verschlüsselungen
ermöglichen.
[0028] In diesem Zusammengang kann es vorteilhaft sein, wenn die Kryptomodule austauschbare
Baueinheiten sind. Als austauschbare Baueinheiten ausgebildete Kryptomodule können
einen einfachen und schnellen Austausch ermöglichen, beispielsweise zum Ersetzen beschädigter
Kryptomodule oder zur Anpassung an geänderte Verschlüsselungen. Bei einem Kryptomodul
als Teil des Verbandkommunikationsmoduls kann durch die Ausgestaltung als austauschbare
Baueinheiten ein materialsparender Austausch erfolgen, ohne dass das gesamte Verbandkommunikationsmodul
mit ausgetauscht werden muss.
[0029] Bei einem militärischen mit Sensoren ausgestatteten Einsatzfahrzeug zum Betrieb in
einem vernetzten militärischen Verband der eingangs beschriebenen Art wird zur Lösung
der vorstehend genannten Aufgabe vorgeschlagen, dass es mit einem militärischen Verbandkommunikationssystem
der vorstehend beschriebenen Art ausgestattet ist.
[0030] Die in Zusammenhang mit dem erfindungsgemäßen militärischen Verbandkommunikationssystem
beschriebenen Merkmale können einzeln oder in Kombination auch bei dem Einsatzfahrzeug
zur Anwendung kommen. Es ergeben sich die gleichen Vorteile, welche bereits beschreiben
wurden.
[0031] In vorteilhafter Weise sind die Sensoren CCTV-Anlagen, Wärmebildkameras, Laserdetektoren,
Entfernungsmesser, Detektoren für atomare, biologische und chemische Bedrohungen,
Radardetektoren und/oder Restlichtverstärke. Mit Sensoren dieser Sensortypen oder
Kombinationen solcher Sensortypen lassen sich auf einfache Weise Daten über die Umgebung
des Einsatzfahrzeugs erfassen. Die erfassten Daten können, insbesondere bearbeitet,
zur Beurteilung der Lage bereitgestellt werden. Über das Verbandkommunikationssystem
könne diese Daten und/oder der Zugriff auf die Sensoren anderen Teilen des Verbands
zur Verfügung gestellt werden. Von Einsatzfahrzeugen des Verbands kann auf einfache
Wiese auf Sensortypen zugegriffen werden, mit welchen das zugreifende Einsatzfahrzeug
selbst nicht ausgestattet ist.
[0032] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung sind die Sensoren richtbar und/oder
schwenkbar. Richtbare Sensoren können auf eine auf einen Bereich in der Umgebung des
sie Tragenden Einsatzfahrzeugs ausgerichtet werden, beispielsweise auf ein Ziel. Bevorzugt
können sich die Sensoren auf ein, beispielsweise von einem Bediener, dem Kommandanten
oder dem Kommandeur, vorgegebenes Ziel automatisiert ausrichten, ohne dass die Richtbewegung
von einem Bediener gesteuert wird. Jeder Sensor kann separat von den anderen Sensoren
geschwenkt und/oder gerichtet werden. Das Schwenken der Sensoren kann um eine Achse,
vorzugsweise um zwei im Wesentlichen rechtwinklig zueinanderstehende Achsen erfolgen.
Das Schwenken des Sensors kann automatisiert erfolgen, beispielsweise um ein sich
bewegendes Objekt zu verfolgen oder einen Umgebungsbereich nach Art eines Scanners
zu überstreichen.
[0033] Weiter vorteilhaft ist es, wenn die Sensoren mit einer Steuereinheit für Assistenzsysteme
des Einsatzfahrzeugs verbunden sind. Eine zentrale Steuerung der Sensoren kann erzielt
werden. Die Steuereinheit für Assistenzsysteme kann für jeden Sensortyp und/oder Sensor
einen eigenen Sensorassistenten aufweisen.
[0034] Weitere Einzelheiten und Vorteile eines erfindungsgemäßen Verfahrens, eines militärischen
Verbandkommunikationssystems sowie eines militärischen Einsatzfahrzeugs sollen nachfolgend
anhand der in den Figuren schematisch dargestellten Ausführungsbeispiele der Erfindung
exemplarisch erläutert werden. Darin zeigt:
- Fig. 1
- einen schematischen Verfahrensablauf eines erfindungsgemäßen Verfahrens,
- Fig. 2
- schematisch die Nutzung eines erfindungsgemäßen Verfahrens bei der Betrachtung eines
Ziels mit Sensoren eines anderen Einsatzfahrzeugs,
- Fig. 3
- schematisch die Nutzung eines erfindungsgemäßen Verfahrens bei einem Einlaufen einer
Waffe ohne direkten Sichtkontakt zu einem Ziel,
- Fig. 4
- schematisch die Nutzung eines erfindungsgemäßen Verfahrens bei einem Bekämpfen eines
Ziels ohne direkten Sichtkontakt,
- Fig. 5
- schematisch die Nutzung eines erfindungsgemäßen Verfahrens bei einer Abstandsregelung
in einem militärischen Verband und
- Fig. 6
- schematisch einen Aufbau und Integration eines erfindungsgemäßen Verbandkommunikationssystems
in ein Einsatzfahrzeug.
[0035] Das erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht einen verbesserten Informationsaustausch
zwischen Einsatzfahrzeugen eines militärischen Verbands und kann auf diese Weise eine
schnellere und zuverlässigere Lageeinschätzung ermöglichen.
[0036] In Fig. 1 ist ein exemplarisch der Ablauf einer Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Verfahrens, wie es von einem erfindungsgemäßen Verbandkommunikationssystem durchgeführt
wird, anhand eines Zugriffs von einem ersten Einsatzfahrzeug 1 auf Sensordaten eines
zweiten Einsatzfahrzeugs 2 des Verbands 1, 2, 3 dargestellt, wie in Fig. 2 gezeigt.
Nach dem Start des Verfahrens im Verfahrensschritt V1 wird im Verfahrensschritt V2
überprüft, ob eine Kommunikation mit anderen Einsatzfahrzeugen 2, 3 des Verbands möglich
ist. Sollte eine derartige Kommunikation nicht herstellbar sein, so wird das Verfahren
im Verfahrensschritt V12 beendet. Ist hingegen eine Kommunikation zwischen anderen
Einsatzfahrzeugen 2, 3 des Verbands möglich, beispielsweise über eine Datenfunkverbindung,
wird das Verfahren mit dem Verfahrensschritt V3 fortgeführt. In Fig. 2 ist das Bestehen
einer derartigen direkten Kommunikationsverbindung zwischen Einsatzfahrzeugen 1, 2,
3 durch sich überschneidende, zum jeweiligen Einsatzfahrzeug konzentrisch angeordnete
Kommunikationskreise 4 angedeutet.
[0037] Im Verfahrensschritt V3 überwacht ein Besatzungsmitglied des Einsatzfahrzeugs 1,
beispielsweise der Kommandeur des Verbands in seinem Führungsfahrzeug, mit den Sensoren
des ersten Einsatzfahrzeugs 1 einen Bereich mit einem ersten Ziel 5, beispielsweise
eine Ortschaft. Der durch das erste Einsatzfahrzeug 1 überwachbare Bereich wird hierbei
durch die Grenzen 7 des Sensorbereichs beschränkt, jenseits derer keine Detektion
mit den Sensoren des ersten Einsatzfahrzeugs 1 möglich ist.
[0038] Zeitgleich überwacht ein Besatzungsmitglied des zweiten Einsatzfahrzeugs 2 einen
zweiten, innerhalb der Grenzen 8 des Sensorbereichs der Sensoren des zweiten Einsatzfahrzeugs
2 liegenden Bereich im Verfahrensschritt V4. Eine in diesem zweiten Bereich auftretendes
Ziel 6, beispielsweise eine Gruppe feindlicher Kombattanten, wird von dem Besatzungsmitglied
des zweiten Einsatzfahrzeugs 2 erkannt.
[0039] Das Besatzungsmitglied des zweiten Einsatzfahrzeugs 2, bei welchem es sich beispielsweise
um den Kommandanten des zweiten Einsatzfahrzeugs 2 handelt, informiert im Verfahrensschritt
V5 die Besatzung des ersten Einsatzfahrzeugs 1, insbesondere den Kommandeur des Verbands,
über das Auftreten des Ziels 6.
[0040] Da das Ziel 6 außerhalb der Grenzen 8 das Sensorbereichs des ersten Einsatzfahrzeugs
1 liegt, kann es nicht direkt von den Sensoren des ersten Einsatzfahrzeugs 1 erfasst
werden. Um dennoch eine schnelle Einschätzung der Lage zu ermöglichen, ohne dass das
Besatzungsmitglied des zweiten Einsatzfahrzeugs 2 eine nähere Beschreibung über Sprech-oder
Schreibfunk an das Besatzungsmitglied des ersten Einsatzfahrzeugs 1 liefern muss,
werden die Sensordaten des Sensors des zweiten Einsatzfahrzeugs 2 im Verfahrensschritt
V6 an das erste Einsatzfahrzeug 1 weitergeleitet. Dem Besatzungsmitglied des ersten
Einsatzfahrzeugs 1 werden Sensordaten über ein vom ersten Einsatzfahrzeug 1 aus nicht
einsehbaren Bereich der Umgebung zur Verfügung gestellt. Ohne explizite Freigabe durch
das Besatzungsmitglied des zweiten Einsatzfahrzeugs 2 kann der Zugriff auf die Sensordaten
durch ein Aufschalten das Besatzungsmitglieds des ersten Einsatzfahrzeugs 1 auf die
Sensoren des zweiten Einsatzfahrzeugs 2 erfolgen. Im Verfahrensschritt V6 können die
Sensordaten des zweiten Einsatzfahrzeugs 2 zugleich auch an ein oder mehrere weitere
Einsatzfahrzeuge 3 des Verbands weitergeleitet werden. Ebenso kann beim Zugriff auf
die Sensordaten des zweiten Einsatzfahrzeugs 2 ein gemeinsamer Datensatz des Verbands,
welcher die Sensordaten sämtlicher Einsatzfahrzeuge des Verbands umfasst, aktualisiert
und zwischen den einzelnen Einsatzfahrzeugen 1, 2 ,3 synchronisiert werden.
[0041] Die in Fig. 1 dargestellte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens ermöglicht
neben dem Zugriff auf die Sensordaten zusätzlich auch ein Fernbedienen der Sensoren
des zweiten Einsatzfahrzeugs 2 durch die Besatzung des ersten Einsatzfahrzeugs 1.
Das Besatzungsmitglied des ersten Einsatzfahrzeugs 1 kann im Verfahrensschritt V7
wählen, ob eine solche Fernbedienung des Sensors des zweiten Einsatzfahrzeugs 2 erfolgen
soll oder nicht.
[0042] Soll keine Fernbedienung des Sensors durch das Besatzungsmitglied des ersten Einsatzfahrzeugs
1 erfolgen, wird das Verfahren mit dem Verfahrensschritt V10 weitergeführt.
[0043] Entscheidet sich das Besatzungsmitglied des ersten Einsatzfahrzeugs 1 hingegen in
Verfahrensschritt V7 zur Übernahme der Steuerung der Sensoren des zweiten Einsatzfahrzeugs
2, so werden die Sensoren im Verfahrensschritt V8 durch das Besatzungsmitglied des
ersten Einsatzfahrzeugs 1 fernbedient. Die Sensordaten werden von dem zweiten Einsatzfahrzeug
2 in Echtzeit an das erste Einsatzfahrzeug 1 übertragen. Bei der Fernbedienung können
Aufnahmeparameter der Sensoren, wie beispielsweise Fokus, Kontrast und/oder spektralen
Detektionsbereich, wie auch die Ausrichtung der Sensoren durch ein Steuern von Effektoren
des Sensors verändert und einer Auswahl unter den zur Verfügung stehenden Sensortypen
des zweiten Einsatzfahrzeugs vorgenommen werden. Zugleich kann es in einer Ausführungsform
auch vorgesehen sein, dass das Besatzungsmitglied des ersten Einsatzfahrzeugs 1 weitere
Effektoren des zweiten Einsatzfahrzeugs 2 in diesem Verfahrensschritt V8 oder einem
sich anschließenden (nicht dargestellten) und ggf. eine Auswahl analog zum Verfahrensschritt
V7 erfordernden Verfahrensschritt steuern kann.
[0044] Die Fernbedienung und insbesondere die Steuerung der Sensoren des zweiten Einsatzfahrzeugs
2 durch das Besatzungsmitglied des ersten Einsatzfahrzeugs 1 wird solange beibehalten,
bis sich das Besatzungsmitglied des ersten Einsatzfahrzeugs im Verfahrensschritt V9
dagegen entscheidet, die Sensoren weiterhin fern zu bedienen.
[0045] Im Verfahrensschritt V10 übernimmt das Besatzungsmitglied des zweiten Einsatzfahrzeugs
2 wieder die Kontrolle über die Sensoren des zweiten Einsatzfahrzeugs 2. Die Sensordaten
werden weiterhin an das erste Einsatzfahrzeug 1 übertragen.
[0046] Im Verfahrensschritt V11 wird der Zugriff auf die Sensordaten des zweiten Einsatzfahrzeugs
2 durch das Besatzungsmitglied des zweiten Einsatzfahrzeugs 2 oder das Besatzungsmitglied
des ersten Einsatzfahrzeugs 1 beendet. Das Verfahren wird sodann mit dem Verfahrensschritt
V12 beendet.
[0047] Das oben beschriebene Verfahren ist in einer weiteren, nicht dargestellten Ausführungsform
derart ausgestaltet, dass vom ersten Einsatzfahrzeug 1 zugleich auf Sensordaten mehrerer
Einsatzfahrzeugen 2, 3 zugegriffen werden kann. Sensoren und/oder Effektoren mehrerer
Einsatzfahrzeuge 2, 3 lassen sich bei einer weiteren Ausführungsform zeitgleich durch
das Besatzungsmitglied des ersten Einsatzfahrzeugs 1 fernsteuern.
[0048] In Fig. 3 wird eine Situation gezeigt, in welcher ein erfindungsgemäßes Verfahren
dazu eingesetzt wird, eine Waffe des ersten Einsatzfahrzeugs 1 ohne direkten Sichtkontakt
auf ein bewegtes Ziel 6 einlaufen zu lassen, d. h. die Ausrichtung und Ausrichtungsänderungsrate
der Waffe an die Bewegungen des Ziels 6 anzupassen. Das Ziel 6 wird für das Einsatzfahrzeug
1 durch ein Sichthindernis 9 verdeckt, sodass es nicht einsehbar ist. Mit dem erfindungsgemäßen
Verfahren kann das Einsatzfahrzeug 1 auf die Sensoren des eine direkte Sichtlinie
10 zum Ziel 6 aufweisende Einsatzfahrzeugs 2 zugreifen, bei welchem es sich beispielsweise
um ein unbewaffnetes Beobachtungsfahrzeug handelt. Die Besatzung des ersten Einsatzfahrzeugs
1 kann auf diese Wiese die Position, Geschwindigkeit und Bewegungsrichtung des Ziel
6 ausmachen. Die Waffe des Einsatzfahrzeugs 1 kann das Ziel 6 anhand der Sensordaten
des zweiten Einsatzfahrzeugs 2 der Art kontinuierlich verfolgen, so dass eine Bekämpfung
des Ziels 6 möglich ist, sobald sich eine Wirklinie 11 zwischen dem ersten Einsatzfahrzeug
1 und dem Ziel 6 ergibt, wie beispielsweise eine Häuserlücke zwischen den das Sichthindernis
9 bildenden Häusern. Da die Waffe des ersten Einsatzfahrzeugs 1 bereits auf das Ziel
6 eingelaufen ist, muss das Einlaufen nicht erst nach dem Auftreten einer freien Wirklinie
11 erfolgen, so dass die Zeit bis zur Bekämpfung des Ziels 6 vom Auftreten der Wirklinie
11 an optimiert wird. Im Feuerkampf kann auf diese Weise ein zeitlicher Vorsprung
vor dem Ziel 6 erzielt werden.
[0049] Die Kommunikation zwischen dem ersten Einsatzfahrzeug 1 und dem zweiten Einsatzfahrzeug
2 kann indirekt über das Einsatzfahrzeug 3 nach Art eines Relaissystems erfolgen,
insbesondere wenn die Einsatzfahrzeuge 1, 2 nicht direkt miteinander in Kommunikation
stehen, wie durch die nicht überschneidenden Kommunikationskreise 4 der jeweiligen
Einsatzfahrzeuge 1, 2 angedeutet.
[0050] Alternativ kann auch das Einsatzfahrzeug 3 ein erstes Einsatzfahrzeug sein, beispielsweise
wenn es sich um das Führungsfahrzeug des Verbands handelt, welches sich unter dem
Kommando des Kommandeurs des Verbands befindet. In diesem Fall greift das erste Einsatzfahrzeug
3 auf die Sensordaten des zweiten Einsatzfahrzeugs 2 mit einer direkten Sichtlinie
10 zum Ziel 6 zu, um das Ziel 6 zu identifizieren und zu verfolgen. Zeitgleich greift
das Besatzungsmitglied des ersten Einsatzfahrzeugs 3 auf die Sensordaten und auch
die Effektoren des Einsatzfahrzeugs 1 zu, um diese, insbesondere das Waffensystem
des Einsatzfahrzeugs 1, zu steuern. Das Besatzungsmitglied des ersten Einsatzfahrzeugs
3 kann mit den Sensordaten des zweiten Einsatzfahrzeugs 2 die Waffe des Einsatzfahrzeugs
1 auf das Ziel 6 einlaufen lassen. Sobald eine freie Wirklinie 11 zwischen dem Einsatzfahrzeug
1 und dem Ziel 6 auftritt, kann das Besatzungsmitglied des ersten Einsatzfahrzeugs
3 die Waffe des Einsatzfahrzeugs 1 zur Bekämpfung des Ziels 6 einsetzen. Ohne dass
das erste Einsatzfahrzeug 3 eine freie Sichtlinie oder eine freie Wirklinie zum Ziel
6 aufweist, kann das Besatzungsmitglied des ersten Einsatzfahrzeugs 3 auf diese Weise
das Ziel 6 bekämpfen.
[0051] Das Besatzungsmitglied des ersten Einsatzfahrzeugs 3 ist hierbei nicht darauf beschränkt
nur die Waffe eines Einsatzfahrzeugs 1 einzusetzen. Es kann zugleich auch auf die
Waffen mehrerer zum Verband gehöriger Einsatzfahrzeuge zurückgreifen, was hier nicht
dargestellt ist. Ebenso kann es neben der Waffe des Einsatzfahrzeugs 1 zusätzlich
auch die Bewaffnung des ersten Einsatzfahrzeugs 3 einsetzen.
[0052] Fig. 4 zeigt eine zur Fig. 3 ähnliche Ausgangssituationen. Durch das Sichthindernis
9 hat das erste Einsatzfahrzeug 1 weder eine freie Sichtlinie noch eine freie Wirklinie
11 auf das Ziel 6. Die beiden zweiten Einsatzfahrzeuge 2, 3 des Verbands haben hingegen
je eine freie Wirklinie 12 auf das Ziel 6. Über das Verbandkommunikationssystem kann
das Besatzungsmitglied des ersten Einsatzfahrzeugs 1 auf die Sensoren eines oder beider
der zweiten Einsatzfahrzeuge 2, 3 des Verbands zugreifen. Das Besatzungsmitglied des
ersten Einsatzfahrzeugs 1 kann das Ziel 6 auf diese Weise identifizieren und verfolgen.
Auch hier kann die Waffe des ersten Einsatzfahrzeugs 1 bereits ohne Sichtkontakt zum
Ziel 6 auf dieses einlaufen. Abhängig von der Einsatzsituation und der Einschätzung
durch das Besatzungsmitglied des ersten Einsatzfahrzeugs 1 kann dieses auf die Effektoren
der zweiten Einsatzfahrzeuge 2, 3 zugreifen, um beispielsweise bereits mit der jeweiligen
Bewaffnung der zweiten Einsatzfahrzeuge 2, 3 das Ziel 6 zu bekämpfen. Hierbei kann
das Besatzungsmitglied des ersten Einsatzfahrzeugs 1 unter den Bewaffnungen der zweiten
Einsatzfahrzeuge 2, 3 ein zur Bekämpfung des Ziels 6 optimales Waffensystem auswählen.
Ebenso kann das Besatzungsmitglied des ersten Einsatzfahrzeugs 1 abwarten, bis das
Ziel 6 hinter dem Sichthindernis 9 hervortritt, um das Ziel 6 geballt mit den Bewaffnungen
der Einsatzfahrzeuge 1, 2, 3 des Verbands zu bekämpfen.
[0053] In den Figuren 5a bis 5a ist eine Situation gezeigt, bei welcher mittels der zugegriffenen
Sensordaten der Abstand A1 bis A3 zwischen den Einsatzfahrzeugen 1, 2, 3 geregelt
wird. Das erste Einsatzfahrzeug 1 greift mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens
auf die Abstandsensoren der drei zweiten Einsatzfahrzeuge 2, 3 zu und erhält somit
Informationen über den Abstand A1 bis A3 zwischen den Einsatzfahrzeugen 1, 2, 3 des
Verbands. Eine Verringerung der Geschwindigkeit des ersten Einsatzfahrzeugs 1 führt
ausgehend von der in Fig. 5a dargestellten Marschfahrt mit gleichen Abständen A1 bis
A3 zu einer Verringerung des Abstands A1 zwischen dem ersten Einsatzfahrzeug 1 und
dem zweiten Einsatzfahrzeug 2, wie in Fig. 5b gezeigt. Eine solche Geschwindigkeitsänderung
kann beispielsweise durch Änderungen des Terrains, wie unterschiedlich Bodenbeschaffenheit
oder das Auftreten von Steigungen, verursacht werden. Durch den Zugriff auf die Sensordaten
der zweiten Einsatzfahrzeuge 2, 3 und somit auf die Daten zu den Abständen A1 bis
A3 kann im ersten Einsatzfahrzeug 1 ein bevorstehendes auffahren des Verbands erkannt
werden. Mittels des Verbandkommunikationssystems werden zur Vermeidung eines Auffahrens
den zweiten Einsatzfahrzeugen 2, 3 neue zu haltende Abstände A1 bis A3 vorgeben. Hierzu
werden die Sensoren derart fernbedient, dass die in ihnen hinterlegten unteren Abstandsschwellwerte,
bei deren Unterschreiten die Sensoren ein Abstands-Warnsignal an das Steuersystem
und/oder die Besatzung des jeweiligen Einsatzfahrzeugs 2, 3 abgeben, auf die neuen
zu haltenden Abstände A1 bis A3 gesetzt werden. Ebenso können die Abstände zwischen
den Einsatzfahrzeugen 1, 2, 3 auch unmittelbar durch die Beeinflussung der Geschwindigkeiten
der zweiten Einsatzfahrzeuge 2, 3 über das Verbandkommunikationssystem geregelt werden.
Neben der Verhinderung eines Auffahrens der Einsatzfahrzeuge 1, 2, 3 des Verbands
kann auf diese Weise auch ein übermäßig großer Abstand zwischen den einzelnen Einsatzfahrzeugen
1, 2, 3 des Verbands verhindert werden, wobei jedoch die oberen Abstandsschwellwerte,
bei deren Überschreiten ein Abstands-Warnsignal abgegeben wird, fernbedient angepasst
werden. Ein Zusammenbleiben des Verbands wird auf diese Weise auch bei sich ändernden
Geschwindigkeiten sichergestellt.
[0054] Fig. 6 zeigt den schematischen Aufbau und Integration eines Verbandkommunikationssystems
in ein Einsatzfahrzeug 2, wie es in militärischen Einsatzfahrzeugen 1, 2, 3 zur Durchführung
des erfindungsgemäßen Verfahrens zum Einsatz kommt. Im dargestellten Ausführungsbeispiel
wird das Verbandkommunikationssystem durch ein eigenständiges Verbandkommunikationsmodul
16 realisiert, wobei es gleichwohl auch als Softwarebestandteil der Fahrzeugsteuerung,
beispielsweise als Programmapplikation einer Steuereinheit für Assistenzsysteme 13
oder eines Kommunikationsmoduls 13.1, ausgebildet sein kann.
[0055] Zentraler Bestandteil jeden Einsatzfahrzeugs 1, 2, 3 ist die Steuereinheit für Assistenzsysteme
13. Diese Steuereinheit für Assistenzsystemen 13 ist modular aufgebaut und umfasst
mehrere als Software und/oder individuelle physische Module ausgebildete Assistenten
13.1 bis 13.6. Diese Assistenten 13.1 bis 13.6 unterstützen die Besatzung des Einsatzfahrzeugs
2 bei der Durchführung von unterschiedlichen Aufgaben beim Betrieb des Einsatzfahrzeugs
2, welche sich von Assistent zu Assistent unterscheiden können. Die Assistenten 13.1
bis 13.6 sind zudem in der Lage Aufgaben, unabhängig von der Besatzung des Einsatzfahrzeugs
2, auszuführen, um diesen in zeitsparender Weise Arbeit abzunehmen. Hierzu können
die einzelnen Assistenten 13.1 bis 13.6 auch gegenseitig aufeinander zugreifen. Abhängig
von der gestellten Aufgabe kann diese von einer sequenziellen Schaltung mehrerer Assistenten
13.1 bis 13.6 erfüllt werden. Die hier dargestellten Assistenten 13.1 bis 13.6 sind
als exemplarisch zu verstehen, je nach Einsatzfahrzeug 1, 2, 3 kann eine unterschiedliche
Kombination dieser Assistenten vorliegen. Nicht jede Steuereinheit für Assistenzsysteme
13 jedes Einsatzfahrzeugs 1, 2, 3 muss erforderlicher Weise sämtliche Assistenten
13.1 bis 13.6 aufweisen, kann dies gleichwohl tun.
[0056] Der Sensorassistent 13.2 ermöglicht eine Steuerung und Überwachung der mit der Steuereinheit
für Assistenzsysteme 13 verbundenen Sensoren 14 des Einsatzfahrzeugs 2. In erster
Linie überwacht und steuert der Sensorassistent 13.2 die Aufklärungseinrichtungen
14.1 des Einsatzfahrzeugs 2, wie beispielsweise, CCTV-Kameras, Wärmebildkameras, Radardetektoren,
Restlichtverstärker und Laserdetektoren.
[0057] Ein Wirkassistent 13.3 unterstützt die Besatzung beim Einlaufen eines Waffensystems
auf ein Ziel 6, insbesondere unter Rückgriff auf Sensordaten des eigenen Einsatzfahrzeugs
2 oder eines über das Verbandkommunikationssystem verbundenen anderen Einsatzfahrzeugs
1, 2, 3.
[0058] Der Waffeneinsatzassistent 13.4 erleichtert oder übernimmt die Bedienung eines oder
mehrerer der zu den Effektoren 15 des Einsatzfahrzeugs 2 gehörenden Abwehrsysteme
15.1, wie beispielsweise Täuschkörper, Störsender und Reaktivpanzerung oder Wirkmitteln
15.2, wie beispielsweise die Hauptbewaffnung des Einsatzfahrzeugs 2, sekundäre Waffenstationen
oder Nebelwurfanlagen. Über die Steuereinheit für Assistenzsysteme 13 ist der Waffeneinsatzassistent
13.4 hierzu mit den Effekttoren 15 entsprechend verbunden.
[0059] Ein Serviceassistent 13.5 überwacht in die Fahrzeugdiagnoseeinrichtungen 14.2, bei
welchen es sich insbesondere um fahrzeuggebundene Temperatursensoren, Schwingungsmessungssensoren
und Viskositätssensoren für hydraulische Elemente des Einsatzfahrzeugs 2 handelt.
Der Serviceassistent 13.5 verarbeitet die Daten der Fahrzeugdiagnoseeinrichtungen
14.2 und stellt der Besatzung Informationen über den Status und die Servicebedürftigkeit
des Einsatzfahrzeugs 2 zur Verfügung.
[0060] Ein Fahrassistent 13.6 unterstützt in erster Linie den Fahrer des Einsatzfahrzeugs
2 während der Fahrt. Hierzu greift der Fahrzeugassistent 13.6 auf Umfeldsensoren 14.3
zurück, wie beispielsweise 360°-Laser, Abstandsmesssensoren und Stereokameras. Die
Daten dieser Sensoren werden vom Fahrassistenten 13.6 verarbeitet. Anhand der verarbeiteten
Daten kann der Fahrassistent 13.6 fahrsituationsabhängig zur Unterstützung des Fahrers
auf die den Effekttoren 15 zugeordnete Fahrzeugsteuerung 15.3 einwirken, wie beispielsweise
auf Bremssysteme, Motorsteuerung und Lenksysteme und beispielsweise Geschwindigkeit,
Abstand und Fahrtrichtung des Einsatzfahrzeugs 2 ändern.
[0061] Ein wesentlicher Assistent der Steuereinheit für Assistenzsysteme 13 ist der Kommunikationsassistent
13.1. Der Kommunikationsassistent 13.1 unterstützt die Fahrzeugbesatzung eine der
Außenkommunikation. Verbunden mit dem Kommunikationsassistenten 13.1 ist das Verbandkommunikationssystem,
welches im dargestellten Ausführungsbeispiel durch das Verbandkommunikationsmodul
16 realisiert ist. Das Verbandkommunikationsmodul 16 kann ein softwaretechnischer
und/oder hardwaretechnischer Bestandteil des Kommunikationsassistenten 13.1 sein,
was in Fig. 6 durch den beide Module 13.1, 16 umgebenen Kasten angedeutet ist. Gleichwohl
kann das Verbandkommunikationsmodul 16 eine von der Steuereinheit für Assistenzsysteme
13 und damit auch vom Kommunikationsassistenten 13.1 getrennte bauliche Einheit bilden.
[0062] Die Steuereinheit für Assistenzsysteme 13 ist zur Ermöglichung der Aufgaben der jeweiligen
Assistenten 13.1 bis 13.6 mit mehreren fahrzeuggebundenen Fahrzeugmodulen 17 verbunden.
Bei diesen handelt es sich beispielsweise um ein Führungs- & Feuerleitsystem 17.1,
welches in erster Linie mit dem Waffeneinsatzassistenten 13.4 und dem Wirkassistenten
13.3 zur Steuerung und Ausrichtung der Abwehrsysteme 15.1 und Wirkmittel 15.2 wechselseitig
zusammenwirkt.
[0063] Ein weiteres Fahrzeugmodul 17 stellt das Kommunikationsmodul 17.2 des Einsatzfahrzeugs
2 dar. Dieses Kommunikationsmodul 17.2 dient in erster Linie der Herstellung einer
Sprechfunk-und/oder Schreibfunkverbindung mit anderen Einsatzfahrzeugen 1, 2, 3 des
Verbands sowie sonstigen Einheiten und Einrichtungen außerhalb des Einsatzfahrzeugs
2 nach Art eines Transceivers. Über das Kommunikationsmodul 17.2 ist der Kommunikationsassistent
13.1 mit einer Sende- und Empfangsanlage 18 verbunden, welche aus mehreren Antennensystemen
und/oder Laserrichtfunksystemen bestehen kann.
[0064] Ein weiteres Fahrzeugmodul 17 ist ein Kryptomodul 17.3 zur Verschlüsselung und Entschlüsselung
der Sprechfunk-und/oder Schreibfunkverbindungen. Über den Kommunikationsassistenten
13.1 kann dieses Kryptomodul 17.3, wie auch das Kommunikationsmodul 17.2 und die Sende-und
Empfangsanlage 18, von dem Verbandkommunikationssystem zur Herstellung einer verschlüsselten
Daten-Funkverbindung zwischen den Einsatzfahrzeugen 1, 2, 3 des Verbands genutzt werden.
[0065] In der in Fig. 6 dargestellten Ausführungsform weist das Verbandkommunikationsmodul
16 ein eigenständiges Kryptomodul 16.1 auf. Dieses unterscheidet sich baulich und
hinsichtlich des Verschlüsselungsalgorithmus von dem Kryptomodul 17.3 des Einsatzfahrzeugs
2. Zur Erstellung der Daten-funkverbindung zwischen den Einsatzfahrzeugen 1, 2, 3
des Verbands wird auf diese Weise eine andere Verschlüsselung als bei der Sprech-
und/oder Schreibfunkverbindung genutzt. Die Sicherheit der Datenübertragung auf diese
Weise verbessert.
[0066] Um eine einfache Reparatur bei einer Beschädigung des Verbandkommunikationsmoduls
16 zu ermöglichen, ist das Verbandkombinationsmodul 16 getrennt von der Steuereinheit
für Assistenzsysteme 13 austauschbar ausgebildet. Ebenso ist das Kryptomodul 16.1
als eigene Baueinheit des Verbandkommunikationsmoduls 16 austauschbar, ohne dass das
gesamte Verbandkommunikationsmodul 16 aus dem Einsatzfahrzeug 2 ausgebaut werden muss.
Durch die einfache Austauschbarkeit des Kryptonmoduls 16.1 kann die Verschlüsselung
der Datenfunkverbindung durch Austausch des gesamten Kryptonmoduls 16.1 auf einfache
Weise an neue Verschlüsselungsmethoden angepasst werden.
[0067] Durch das vorstehend beschriebene Verfahren zum Betrieb eines vernetzten militärischen
Verbands mit mindestens zwei mit Sensoren ausgestatteten Einsatzfahrzeugen 1, 2, das
militärische Verbandkommunikationssystem und das militärische Einsatzfahrzeug zum
Betrieb in einem vernetzten militärischen Verband wird der Informationsaustausch zwischen
Einsatzfahrzeugen 1, 2 des militärischen Verbands verbessert.
Bezugszeichen:
[0068]
- 1
- Einsatzfahrzeug
- 2
- Einsatzfahrzeug
- 3
- Einsatzfahrzeug
- 4
- Kommunikationskreis
- 5
- Ziel
- 6
- Ziel
- 7
- Grenze des Sensorbereichs
- 8
- Grenze des Sensorbereichs
- 9
- Sichthindernis
- 10
- Sichtlinie
- 11
- Wirklinie
- 12
- Wirklinie
- 13
- Steuereinheit für Assistenzsysteme
- 13.1
- Kommunikationsassistent
- 13.2
- Sensorassistent
- 13.3
- Wirkassistent
- 13.4
- Waffeneinsatzassistent
- 13.5
- Serviceassistent
- 13.6
- Fahrassistent
- 14
- Sensoren
- 14.1
- Aufklärungseinrichtungen
- 14.2
- Fahrzeugdiagnoseeinrichtungen
- 14.3
- Umfeldsensoren
- 15
- Effektoren
- 15.1
- Abwehrsystem
- 15.2
- Wirkmittel
- 15.3
- Fahrzeugsteuerung
- 16
- Verbandkommunikationsmodul
- 16.1
- Kryptomodul
- 17
- Fahrzeugmodule
- 17.1
- Führungs- & Feuerleitsystem
- 17.2
- Kommunikationsmodul
- 17.3
- Kryptomodul
- 18
- Sende- und Empfangsanlage
- A1-A3
- Abstand
- V1-V10
- Verfahrensschritt
1. Verfahren zum Betrieb eines vernetzten militärischen Verbands mit mindestens zwei
mit Sensoren (14) ausgestatteten Einsatzfahrzeugen (1, 2, 3),
dadurch gekennzeichnet,
dass von mindestens einem ersten Einsatzfahrzeug (1) auf Sensordaten mindestens eines
Sensors (14) eines zweiten Einsatzfahrzeugs (2) zugegriffen und der mindestens eine
Sensor (14) des zweiten Einsatzfahrzeugs (2) von mindestens einem ersten Einsatzfahrzeug
(1) aus fernbedient wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Zugriff auf die Sensordaten über eine, insbesondere von einer Sprechfunkverbindung
und/oder Schreibfunkverbindung gesonderte, Datenfunkverbindung erfolgt.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass sich mindestens ein Besatzungsmitglied des ersten Einsatzfahrzeugs (1) auf die Sensoren
(14) des zweiten Einsatzfahrzeugs (2) aufschalten kann.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass Besatzungsmitglieder mehrere Einsatzfahrzeuge (1, 2, 3) des Verbands gleichzeitig
auf die Sensordaten des zweiten Einsatzfahrzeugs (2) zugreifen können.
5. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Sensordaten aller Einsatzfahrzeuge (1, 2, 3) zur Erstellung eines gemeinsamen
Datensatzes im Verband synchronisiert werden.
6. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens einem Besatzungsmitglied des ersten Einsatzfahrzeugs (1) Sensordaten über
vom ersten Einsatzfahrzeug (1) nicht einsehbare Umgebungsbereiche zur Verfügung gestellt
werden.
7. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Besatzungsmitglied des ersten Einsatzfahrzeugs (1) Effektoren (15),
insbesondere ein Waffensystem (15.1, 15.2), des zweiten Einsatzfahrzeugs steuert.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eine Besatzungsmitglied des ersten Einsatzfahrzeugs (1) Effektoren
(15) mehrerer zweiter Einsatzfahrzeuge (2), insbesondere gleichzeitig, steuert.
9. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das mittels der zugegriffenen Sensordaten ein geschwindigkeitsangepasster und/oder
einsatzbedingungsangepasster Abstand (A1, A2, A3) zwischen den Einsatzfahrzeugen (1,
2, 3) geregelt wird, insbesondere Geschwindigkeitsänderung vorgegeben werden.
10. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Einsatzfahrzeug (3) als Relaissystem zur Vernetzung zweier außerhalb einer Kommunikationsreichweite
zur direkten Sensordatenübertragung liegender Einsatzfahrzeuge (1, 2) dient.
11. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein gegenseitiger Zugriff auf Sensordaten und/oder eine gegenseitige Steuerung der
Effektoren (15) zwischen den Einsatzfahrzeugen (1, 2, 3) ermöglicht wird.
12. Militärisches Verbandkommunikationssystem zum Betrieb eines vernetzten militärischen
Verbands mit mindestens zwei mit Sensoren (14) ausgestatteten Einsatzfahrzeugen (1,
2, 3),
dadurch gekennzeichnet,
dass von mindestens einem ersten Einsatzfahrzeug (1) auf Sensordaten mindestens eines
Sensors (14) eines zweiten Einsatzfahrzeugs (2) zugreifbar und der mindestens eine
Sensor (14) des zweiten Einsatzfahrzeugs (2) von mindestens einem ersten Einsatzfahrzeug
(1) aus fernbedienbar ist.
13. Militärisches Verbandkommunikationssystem nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass es in eine modulare Steuereinheit für Assistenzsysteme (13) der Einsatzfahrzeuge
(1, 2, 3) eingegliedert ist.
14. Militärisches Verbandkommunikationssystem nach Anspruch 13, gekennzeichnet durch eine Verbindung mit einem Kommunikationsassistenten (13.1) der Steuereinheit für
Assistenzsysteme (13).
15. Militärisches Verbandkommunikationssystem nach einem der Ansprüche 12 bis 14, gekennzeichnet durch Verbandkommunikationsmodule (16) für die Einsatzfahrzeuge (1, 2, 3) zur Vernetzung
der Einsatzfahrzeuge (1, 2, 3) des militärischen Verbands untereinander.
16. Militärisches Verbandkommunikationssystem nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbandkommunikationsmodule (16) von den Steuereinheiten für Assistenzsysteme
(13) getrennte Bauteile sind.
17. Militärisches Verbandkommunikationssystem nach einem der Ansprüche 15oder 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbandkommunikationsmodule (16) zur verschlüsselten Kommunikation je ein Kryptomodul
(16.1) aufweisen.
18. Militärisches Verbandkommunikationssystem nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass die Kryptomodule (16.1) austauschbare Baueinheiten sind.
19. Militärisches mit Sensoren ausgestattetes Einsatzfahrzeug (1, 2, 3) zum Betrieb in
einem vernetzten militärischen Verband, dadurch gekennzeichnet, dass es mit einem militärischen Verbandkommunikationssystem nach einem der Ansprüche 12
bis 18 ausgestattet ist.
20. Militärisches Einsatzfahrzeug (1, 2, 3) nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, dass die Sensoren (14) CCTV-Anlagen, Wärmebildkameras, Laserdetektoren, Entfernungsmesser,
Detektoren für atomare, biologische und chemische Bedrohungen, Radardetektoren und/oder
Restlichtverstärker sind.
21. Militärisches Einsatzfahrzeug nach einem der Ansprüche 19 oder 20, dadurch gekennzeichnet, dass die Sensoren (14) richtbar und/oder schwenkbar sind.
22. Militärisches Einsatzfahrzeug nach einem der Ansprüche 19 bis 21, dadurch gekennzeichnet, dass die Sensoren (14) mit einer Steuereinheit für Assistenzsysteme (13) des Einsatzfahrzeugs
(1, 2, 3) verbunden sind.