GEBIET DER ERFINDUNG
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Trocknung eines ein mehrstufiges
Kühlsystem aufweisenden Transformators, insbesondere Leistungstransformators oder
einer Drossel, mit mindestens einer Transformatorwicklung und mindestens einem Isoliermittel
zur elektrischen Isolation, wobei die Kühlstufen eine niedrigste Kühlstufe und eine
höchste Kühlstufe umfassen, wobei die einzelnen Kühlstufen jeweils mit einem Belastungszustandsbereich
des Transformators assoziiert sind und bei Erreichen des jeweiligen Belastungszustandsbereichs
des Transformators aktiviert werden, wobei der Belastungszustandsbereich eine Funktion
ist, die zumindest von einer Temperatur des Transformators abhängt, und wobei das
Verfahren zur Trocknung während des Betriebs des Transformators durchgeführt wird.
[0002] Weiters betrifft die vorliegende Erfindung eine Kühlersteuerung für einen ein mehrstufiges
Kühlsystem aufweisenden Transformator, insbesondere Leistungstransformator oder eine
Drossel, mit mindestens einer Transformatorwicklung und mindestens einem Isoliermittel
zur elektrischen Isolation.
STAND DER TECHNIK
[0003] Leistungstransformatoren stellen Investitionsgüter mit relativ hohen Kosten und einer
erwünschten langen Betriebsdauer dar. Zur Erzielung der letztgenannten Eigenschaft
unterliegt das Material des Transformators, insbesondere der Transformatorisolation,
die vor allem zur elektrischen Isolation der Transformatorwicklungen dient und beispielsweise
eine Kombination von Öl und Zellulosepapier umfasst, bei der Herstellung eines Transformators
einem Trocknungsprozess, da Feuchtigkeit die Alterung im Betrieb beschleunigt. Im
Betrieb kommt es allerdings zu einem Anstieg des Feuchtegehaltes, weshalb Transformatoren,
insbesondere das Material der Transformatorisolation, von Zeit zu Zeit getrocknet
werden könnten, um die Lebensdauer der Transformatoren zu erhöhen.
[0004] Hierzu ist es aus dem Stand der Technik bekannt, die Aktivteile von Transformatoren
in einer Vapour-Phase-Trocknungsanlage zu trocknen, vgl. z.B. https://de.wikipedia.org/wiki/Vapour-Phase-Trocknung.
Da der jeweilige, zu trocknende Transformator hierzu in einen Trocknungsofen eingebracht
werden muss, findet diese Trocknung klarerweise nicht während des Betriebs des Transformators
statt und verursacht entsprechende Stillstandzeiten.
[0005] Weiters sind aus dem Stand der Technik Versuche zur Trocknung während des Betriebs
bekannt, bei denen Filterkartuschen eingesetzt werden, um laufend Feuchtigkeit aus
dem Transformatoröl bzw. aus der Isolierflüssigkeit zu absorbieren bzw. extrahieren.
Über die Trocknung der Isolierflüssigkeit setzt sich der Trocknungsprozess in der
festen Isolation fort. Nachteilig hierbei ist die in der Praxis extrem lange Prozessdauer,
insbesondere für die feste Isolation, die sogar ein Jahr überschreiten kann. Dies
kann zu einem weiteren Nachteil führen, nämlich bei der Beurteilung eines Transformators,
da - abhängig vom Trocknungsverfahren, insbesondere bei Extraktionsverfahren mit Vakuum
- aus der Isolierflüssigkeit nicht nur die gelöste Feuchte, sondern auch andere gelöste
Komponenten wie z.B. Fehlergase entfernt werden. Während des Trocknungsprozesses kann
dadurch mittels der üblichen Ölanalytik (vgl. z.B. https://de.wikipedia.org/wiki/Leistungstransformator#Ölanalys
e) nicht mehr der Zustand des Isolationssystems überwacht werden.
AUFGABE DER ERFINDUNG
[0006] Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Möglichkeit zur raschen Trocknung
von Transformatoren während des Betriebs zur Verfügung zu stellen.
DARSTELLUNG DER ERFINDUNG
[0007] Zur Lösung der genannten Aufgabe ist es bei einem Verfahren zur Trocknung eines ein
mehrstufiges Kühlsystem aufweisenden Transformators, insbesondere Leistungstransformators
oder einer Drossel, mit mindestens einer Transformatorwicklung und mindestens einem
Isoliermittel zur elektrischen Isolation, wobei die Kühlstufen eine niedrigste Kühlstufe
und eine höchste Kühlstufe umfassen, wobei die einzelnen Kühlstufen jeweils mit einem
Belastungszustandsbereich des Transformators assoziiert sind und bei Erreichen des
jeweiligen Belastungszustandsbereichs des Transformators aktiviert werden, wobei der
Belastungszustandsbereich eine Funktion ist, die zumindest von einer Temperatur des
Transformators abhängt, und wobei das Verfahren zur Trocknung während des Betriebs
des Transformators durchgeführt wird, erfindungsgemäß vorgesehen, dass eine obere
Kühlstufe, die über der niedrigsten Kühlstufe liegt, deaktiviert wird oder bleibt
und die unmittelbar unter der oberen Kühlstufe liegende Kühlstufe aktiviert wird oder
bleibt, während sich der Transformator im zur oberen Kühlstufe gehörigen Belastungszustandsbereich
befindet.
[0008] Ein Belastungszustand im Belastungszustandsbereich verursacht eine Alterung des Transformators
und ist explizit zumindest von der Temperatur des Transformators abhängig.
[0009] Der Transformator wird somit im konkret vorliegenden Arbeitspunkt auf eine höhere
Temperatur, die im folgenden auch als "erhöhte Temperatur" bezeichnet wird, gelegt
als ohne diese Maßnahme.
[0010] "Bereich" im Begriff Belastungszustandsbereich deutet zum einen an, dass es sich
nicht um einen mathematischen Punkt handelt, mit dem die Kühlstufe assoziiert ist,
sondern dass die Kühlstufe mit einem in der Praxis zwangsweise auftretenden Bereich
von Belastungszuständen assoziiert ist. Beispielsweise macht es in der Praxis keinen
Unterschied, ob die Temperatur X°C oder eine geringfügig andere, z.B. X°C + 0,1°C,
vorliegt, obgleich mathematisch streng genommen ein quantitativ geringfügig anderer
Belastungszustand vorliegt. Zum anderen können bewusst ein gewisser Temperaturbereich
und damit ein gewisser Bereich von Belastungszuständen mit der jeweiligen Kühlstufe
assoziiert sein.
[0011] Beim erfindungsgemäßen Verfahren wird mittels einer geeignet gewählten Reduktion
der Kühlleistung - somit ohne zusätzliche Heizmittel - eine Temperaturerhöhung auf
eine erhöhte Temperatur bewirkt. Sofern das mindestens eine Isoliermittel eine feste
Isolation umfasst, welche feste Isolation insbesondere hygroskopes Material wie Zellulose
beinhaltet (beispielsweise in festem Material, sog. Pressspan oder "Pressboard", oder
Wickelpapier), ist diese erhöhte Temperatur groß genug, um Feuchtediffusion aus der
festen Isolation zu fördern. Sofern das mindestens eine Isoliermittel eine flüssige
Isolation, insbesondere Öl wie z.B. Mineralöl, umfasst, wird durch die erhöhte Temperatur
die Aufnahmekapazität der flüssigen Isolation für die Feuchtigkeit erhöht, wobei die
Feuchtigkeit in an sich bekannter Weise - z.B. mittels Filterkartuschen, welche z.B.
wiederum Zellulose oder andere geeignete Materialien enthalten können - aus der Flüssigkeit
entfernt werden kann. Hierdurch ergeben sich deutlich schnellere und effizientere
Trocknungsbedingungen, wobei die Trocknung während des laufenden Betriebs vorgenommen
werden kann und typischerweise nur wenige Wochen dauert.
[0012] Es sei bemerkt, dass unter der "Temperatur des Transformators" prinzipiell unterschiedliche
Messgrößen verstanden werden können, beispielsweise eine Heißöltemperatur oder die
Temperatur an einer bestimmten besonders heißen Stelle ("Hotspots") der festen Isolation
bzw. des Transformators. Die Heißöltemperatur wird typischerweise im Bereich eines
Deckels eines mit Öl gefüllten Gehäuses des Transformators gemessen, wobei im Gehäuse
die Transformatorwicklung und der Transformatorkern angeordnet sind. Die Temperatur
des Hotspots im festen Material liegt üblicherweise über der Heißöltemperatur. Dieser
Wert kann entweder auf Basis der Heißöltemperatur unter Berücksichtigung des Laststroms
abgeschätzt werden, oder es erfolgt eine direkte Messung der Hotspottemperatur mit
hochspannungsfester Sensorik, insbesondere mittels Lichtleitersensoren.
[0013] Wie bereits festgehalten kann das mindestens eine Isoliermittel sowohl eine feste
als auch eine flüssige Isolation beinhalten, insbesondere Zellulosepapier und/oder
Öl. Das mindestens eine Isoliermittel dient dabei insbesondere zur elektrischen Isolation
der mindestens einen Transformatorwicklung bzw. von deren metallischen Leitern.
[0014] Allgemein gilt, dass bei steigender Belastung bzw. bei höheren Belastungszustandsbereichen
die Kühlleistung erhöht wird und umgekehrt. Die Änderung der Kühlleistung kann stufig
erfolgen, wodurch automatisch Kühlstufen definiert sind. Die Kühlleistung kann aber
auch im Wesentlichen kontinuierlich erfolgen, beispielsweise indem eine Drehzahl kontinuierlich
gesteuert wird, wobei sich aber natürlich auch in diesem Fall Kühlstufen definieren
lassen, beispielsweise als gewisse Drehzahlbereiche. Man könnte in diesem Fall auch
von virtuellen Kühlstufen sprechen. Solche Kühlstufen bzw. virtuellen Kühlstufen bilden
das Kühlsystem aus.
[0015] Die mit den Kühlstufen assoziierten Belastungszustandsbereiche können definiert oder
vorgebbar sein.
[0016] Es versteht sich, dass das erfindungsgemäße Verfahren auch als computerimplementiertes
Verfahren vorgesehen sein kann.
[0017] Grundsätzlich ist es denkbar, dass die Temperatur des Transformators von unterschiedlichen
Faktoren beeinflusst wird, die damit implizit auch den Belastungszustand bzw. den
Belastungszustandsbereich beeinflussen. Selbstverständlich ist es aber auch möglich,
dass der Belastungszustandsbereich bzw. der Belastungszustand explizit von weiteren
Größen abhängt, beispielsweise von der elektrischen Last bzw. der strommäßigen Belastung
des Transformators und/oder der Umgebungstemperatur. Diese Größen können bei bevorzugten
Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Verfahrens zusätzlich berücksichtigt werden.
Entsprechend ist es bei einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens
vorgesehen, dass der Belastungszustandsbereich außerdem von der strommäßigen Belastung
des Transformators abhängt und dass die obere Kühlstufe nur dann deaktiviert wird
oder bleibt und die unmittelbar unter der oberen Kühlstufe liegende Kühlstufe nur
dann aktiviert wird oder bleibt, wenn die strommäßige Belastung unter einen Schwellwert
abgesunken ist und/oder den Schwellwert nicht übersteigt, wobei der Schwellwert unter
einem Maximalwert der strommäßigen Belastung des Transformators im zur oberen Kühlstufe
gehörigen Belastungszustandsbereich und innerhalb dieses Belastungszustandsbereichs
liegt.
[0018] D.h. das Erzielen der erhöhten Temperatur ist in diesem Fall mit einer gegenüber
dem Maximalwert reduzierten strommäßigen Belastung bzw. elektrischen Last des Transformators
gekoppelt. Dies hat den zusätzlichen Vorteil, dass die im Transformator tatsächlich
vorliegende Temperaturverteilung bei weitem nicht so inhomogen ist wie bei hohen Betriebsströmen
bzw. elektrischen Lasten. Hohe elektrische Transformatorlasten sind nämlich üblicherweise
mit einer ausgeprägten Inhomogenität der Temperaturverteilung gekoppelt, sodass einerseits
die bereits erwähnten Heißstellen markant auftreten, während andererseits gerade die
stärker befeuchteten Teile der Isolation ein nur eher moderates Temperaturniveau aufweisen.
Bei den kühleren Stellen lagert sich sodann die meiste Feuchte an. Durch den erfindungsgemäßen
Ansatz wird ein Zustand genutzt, bei dem die Heißstellen lediglich moderat ausgeprägt
sind und auch kühleren Bereiche besser erwärmt bzw. schneller getrocknet werden. Das
Risiko von ausgeprägten lokalen Heißstellen mit extremer Alterung ist praktisch nicht
gegeben. Somit kann mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens auch der schlimmste Fall
ausgeschlossen werden, nämlich eine Gasblasenbildung im Isoliersystem, die im Hochspannungsbereich
zu einem sofortigen Schaden durch Explosion und somit zum Ausfall des Transformators
führen kann - mit Brandgefahr und großem Restaurierungsaufwand.
[0019] Konkret können beispielsweise Heißöltemperaturen erzielt werden, die im Bereich von
z.B. maximal 80°C liegen. Die sich bei diesen Heißöltemperaturen ergebende Temperaturverteilung
im Transformator ist dann typischerweise derart, dass in der festen Isolation nur
geringfügige Heißstellen unter 95°C auftreten. Es sei bemerkt, dass diese lediglich
beispielhaft genannten Zahlen auch von der Wärmeklasse der eingesetzten Materialien
abhängen.
[0020] Indem nur geringfügige Heißstellen erzeugt werden, führt der Trocknungsvorgang praktisch
zu keiner relevant erhöhten Alterung des mindestens einen Isoliermittels.
[0021] Vorgesehene Mittel zur Messung des entsprechenden Kennwerts, insbesondere entsprechende
Strom- bzw. Leistungssensoren, sind an sich bekannt.
[0022] Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens
ist vorgesehen, dass der Schwellwert höchstens 80%, bevorzugt höchstens 70%, besonders
bevorzugt höchstens 60%, des Maximalwerts der Belastung des Transformators im zur
oberen Kühlstufe gehörigen Belastungszustandsbereich beträgt. Auf diese Weise lassen
sich inhomogene Temperaturverteilungen mit schädlichen Heißstellen deutlich reduzieren,
wobei durch die erhöhte Temperatur auch der Nachteil von kühleren Bereichen mit schlechteren
Trocknungseigenschaften minimiert wird, sodass die Gesamtisolation bzw. sämtliche
Isoliermittel eine für die Trocknung vorteilhafte Temperatur erhält bzw. erhalten.
[0023] Bei einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens ist vorgesehen,
dass die obere Kühlstufe die höchste Kühlstufe ist. Auf diese Weise wird durch den
mit der höchsten Kühlstufe einhergehenden Belastungszustandsbereich sichergestellt,
dass die sich einstellende erhöhte Temperatur für die Trocknung besonders hoch ist,
wodurch sich eine besonders rasche Trocknung erreichen lässt.
[0024] Heutzutage eingesetzte Kühlersteuerungen von Transformatoren können dazu eingerichtet
sein, Aspekten, die über die reine Kühlung hinausgehen, - zumindest in einem gewissen
Maß - Rechnung zu tragen, indem die Kühlung entsprechend gesteuert wird. Beispielsweise
können solche Kühlersteuerungen eine Verminderung der Gesamtverluste, eine Erhöhung
der Überlastfähigkeit und/oder eine Vergleichmäßigung der Abnutzung der Kühlaggregate
steuern. Vorteilhafterweise können solche Kühlersteuerungen zur Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens herangezogen werden, insbesondere indem die Software der jeweiligen Kühlersteuerung
entsprechend angepasst wird. Daher ist es bei einer Kühlersteuerung für einen ein
mehrstufiges Kühlsystem aufweisenden Transformator, insbesondere Leistungstransformator
oder eine Drossel, mit mindestens einer Transformatorwicklung und mindestens einem
Isoliermittel zur elektrischen Isolation erfindungsgemäß vorgesehen, dass die Kühlersteuerung
zur Durchführung eines erfindungsgemäßen Verfahrens eingerichtet ist. D.h. die Kühlersteuerung
kann geeignete Mittel, insbesondere des Kühlsystems, derart ansteuern, dass das erfindungsgemäße
Verfahren mit Hilfe dieser Mittel durchgeführt wird.
[0025] Wie bereits erwähnt, kann die Kühlersteuerung hierzu eine entsprechende Software
aufweisen bzw. verwenden, die beispielsweise in einen Speicher der Kühlersteuerung
geladen ist. Es ist weiters denkbar, dass diese Software auch über ein Netzwerk übertragen
oder auf einem Datenträger verbreitet werden kann. Daher ist erfindungsgemäß ein Computerprogrammprodukt
vorgesehen, umfassend Befehle, die bewirken, dass die erfindungsgemäße Kühlersteuerung
das erfindungsgemäße Verfahren ausführt.
[0026] Analog ist erfindungsgemäß ein Transformator, insbesondere Leistungstransformator
oder Drossel, mit mindestens einer Transformatorwicklung und mindestens einem Isoliermittel
zur elektrischen Isolation, umfassend ein mehrstufiges Kühlsystem sowie die erfindungsgemäße
Kühlersteuerung vorgesehen.
[0027] Bei einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Transformators ist vorgesehen,
dass mindestens drei Kühlstufen vorgesehen sind. Dies begünstigt das Erzielen hinreichend
großer erhöhter Temperaturen für eine schnelle Trocknung sowie gleichzeitig eine möglichst
homogene Temperaturverteilung, da die unmittelbar unter der oberen Kühlstufe liegende
Kühlstufe nicht die niedrigste Kühlstufe sein muss.
[0028] Für eine optimale Isolation einerseits und eine gute Kühlung andererseits ist es
bei einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Transformators vorgesehen,
dass das mindestens eine Isoliermittel Isolierflüssigkeit, insbesondere Öl, umfasst
und vorzugsweise eine Zellulose aufweisende Feststoffisolierung. Die Isolierflüssigkeit
bzw. das Öl fungiert dabei gleichzeitig als Isolator und als Kühlmittel. Es kann sich
hierbei beispielsweise um Mineralöl, Pflanzenöl oder synthetische Flüssigkeiten wie
Silikonöl handeln. Darüberhinaus sind Isolierflüssigkeiten mit erhöhten Flammpunkten
denkbar.
[0029] Weiters ist es für eine optimale Isolation einerseits und eine gute Kühlung andererseits
bei einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Transformators vorgesehen,
dass das mindestens eine Isoliermittel eine Feststoffisolierung umfasst, die vorzugsweise
Zellulose oder Aramid aufweist. Als hygroskopes Material wie Zellulose als Feststoffisolierung,
die typischerweise die mindestens eine Transformatorwicklung bzw. deren Windungen
umgibt, kann z.B. Zellulosepapier oder Pressspan bzw. "Pressboard"-Material vorgesehen
sein. Aramid wiederum weist vor allem bei sehr hohen Temperaturen vorteilhafte Eigenschaften
auf, wobei Aramid auch Feuchtigkeit aufnimmt, obgleich es bis zu einem gewissen Grad
imprägnierbar ist.
[0030] Bei besonders bevorzugten Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Transformators
ist zur optimalen Kühlung unter Verwendung von Isolierflüssigkeit bzw. Öl vorgesehen,
dass die folgenden Kühlstufen in aufsteigender Reihenfolge vorgesehen sind: ONAN,
ONAF; oder KNAN, KNAF;
oder ODAF1, ODAF2; oder KDAF1, KDAF2;
oder OFAF1, OFAF2; oder KFAF1, KFAF2;
oder ONAN, OFAN; oder KNAN, KFAN;
oder ONAN, ODAN, ODAF; oder KNAN, KDAN, KDAF;
oder ONAN, ONAF1, ONAF2; oder KNAN, KNAF1, KNAF2.
[0031] Bei diesen besonders bevorzugten Ausführungsbeispielen sind also sowohl zweistufige
als auch dreistufige Kühlsysteme vorgesehen.
[0032] Die angegebenen Bezeichnungen sind in der Kühltechnik übliche Begriffe, vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BChlung.
"O" steht für "Oil", "K" für eine Isolierflüssigkeit Isolierflüssigkeit mit im Vergleich
zum Öl erhöhter Wärmeklasse bzw. erhöhtem Flammpunkt, "N" für "Natural" (hier wird
das jeweilige Medium bzw. Fluid nur aufgrund natürlich vorkommender Konvektion bewegt),
"F" für "Forced" (hier werden zur Bewegung des Mediums bzw. Fluids Pumpen eingesetzt),
"D" für "Directed" (hier wird gezielt bzw. gerichtet zu den Wicklungen gepumpt), "A"
für "Air". Die Ziffern bezeichnen in aufsteigender Reihenfolge eine erhöhte Anzahl
der entsprechenden Kühlmittel zur Bewegung des jeweiligen Kühlmediums/-fluids, d.h.
AF1 steht für eine gewisse Anzahl von Lüftern bzw. Ventilatoren, wohingegen AF2 für
eine vergleichsweise höhere Anzahl von Ventilatoren steht.
[0033] Es sei bemerkt, dass sowohl Radiatoren als auch Kühler eingesetzt werden können,
wobei Kühler zwingend Lüfter und Pumpen voraussetzen, wohingegen bei Radiatoren auch
natürliche Konvektion der Kühlmedien/-fluide vorgesehen sein kann.
[0034] Allgemein sei noch angemerkt, dass außer Luft auch ein anderes Kühlfluid eingesetzt
werden könnte, beispielsweise ein anderes Gas oder eine Flüssigkeit wie z.B. Wasser.
[0035] Zu den Ausführungsbeispielen ONAN, ODAN, ODAF und KNAN, KDAN, KDAF:
ODAF steht für "Oil Directed Air Forced", d.h. das Öl wird mittels mindestens einer
Ölpumpe gerichtet gepumpt und mindestens ein Lüfter ist eingeschaltet, wodurch die
höchste Kühlstufe mit stärkster Kühlung realisiert ist. Dabei zirkuliert das Öl in
einem Kühlkreislauf, der zumindest einen Radiator zum Wärmetausch mit der Umgebung
und mindestens einen Lüfter bzw. Ventilator umfasst, vorzugsweise mindestens einen
Axialventilator, bei dem die Drehachse eines Laufrads parallel bzw. axial zu einem
Luftstrom verläuft. Durch den mindestens einen Lüfter kann - verglichen zur Kühlung
mit natürlicher Konvektion - eine wesentlich höhere Kühlung des mindestens einen Radiators
bzw. ein wesentlich höherer Wärmetausch mit der Umgebungsluft erzielt werden.
[0036] KDAF bezeichnet eine Kühlstufe analog zu ODAF, wobei statt Öl eine Isolierflüssigkeit
mit erhöhter Wärmeklasse bzw. erhöhtem Flammpunkt zum Einsatz kommt.
[0037] Durch Abschalten des mindestens einen Lüfters verbleibt lediglich die Luftzirkulation
aufgrund von natürlicher Konvektion, sodass die Kühlleistung in der mittleren Kühlstufe
gegenüber der höchsten Kühlstufe erniedrigt ist. Entsprechend steht ODAN für "Oil
Directed Air Natural".
[0038] KDAN bezeichnet eine Kühlstufe analog zu ODAN, wobei statt Öl die Isolierflüssigkeit
mit erhöhter Wärmeklasse bzw. erhöhtem Flammpunkt zum Einsatz kommt.
[0039] Wird nun auch noch die mindestens eine Pumpe abgeschaltet, kann das Öl nur noch aufgrund
der natürlichen Konvektion zirkulieren, wodurch sich die Kühlleistung in der niedrigsten
Kühlstufe gegenüber der mittleren Kühlstufe nochmals verringert. Entsprechend steht
ONAN für "Oil Natural Air Natural".
[0040] KNAN bezeichnet eine Kühlstufe analog zu ONAN, wobei statt Öl die Isolierflüssigkeit
mit erhöhter Wärmeklasse bzw. erhöhtem Flammpunkt zum Einsatz kommt.
KURZE BESCHREIBUNG DER FIGUREN
[0041] Die Erfindung wird nun anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert. Die Zeichnung
ist beispielhaft und soll den Erfindungsgedanken zwar darlegen, ihn aber keinesfalls
einengen oder gar abschließend wiedergeben. Dabei zeigt:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung eines erfindungsgemäßen Transformators
WEGE ZUR AUSFÜHRUNG DER ERFINDUNG
[0042] Fig. 1 zeigt eine schematische Darstellung eines erfindungsgemäßen Transformators
1, der über eine Transformatorwicklung 3 verfügt, die um einen Transformatorkern 10
gewickelt ist. Die Transformatorwicklung 3 besteht zumindest aus einer figürlich nicht
weiter dargestellten Unter- sowie Oberspannungswicklung. Weiters ist die Transformatorwicklung
3, genauer deren elektrischer Leiter, zur elektrischen Isolierung mit Zellulosepapier
(nicht extra dargestellt) umwickelt.
[0043] Die Transformatorwicklung 3 und der Transformatorkern 10 sind in einem Gehäuse 2
des Transformators 1 angeordnet, das mit einem Transformatoröl 7 gefüllt ist. Bei
dem Transformatoröl 7 kann es sich z.B. um Mineralöl handeln. Das Transformatoröl
7 dient einerseits ebenfalls zur elektrischen Isolierung. D.h. Isoliermittel des Transformators
1 umfassen das Transformatoröl 7 und das Zellulosepapier, wobei letzteres mit Transformatoröl
7 entsprechend getränkt ist.
[0044] Andererseits dient das Transformatoröl 7 der Kühlung, da die Transformatorwicklung
3 während des Betriebs des Transformators 1 Wärme erzeugt, die mit der elektrischen
Last bzw. der strommäßigen Belastung des Transformators 1 steigt. Das Transformatoröl
7 kann dabei in einem das Gehäuse 2 umfassenden Kühlkreislauf 4 zirkulieren. Die Zirkulation
des Transformatoröls 7 kann durch natürliche Konvektion stattfinden und/oder mittels
einer Pumpe 11 erzwungen werden. Im Kühlkreislauf 4 ist weiters mindestens ein Radiator
5 vorgesehen, um Wärmeaustausch zwischen dem Transformatoröl 7 und Umgebungsluft zu
ermöglichen. Hierbei wird der Radiator 5 durch die Umgebungsluft gekühlt, wobei die
Umgebungsluft Wärme vom Radiator 5 aufnimmt. Kühlere Umgebungsluft kann dem Radiator
5 über natürliche Konvektion zugeführt werden und/oder mittels mindestens einen Ventilators
6. Wenn die Kühlung des Radiators 5 mittels des Ventilators 6 erfolgt, wird Umgebungsluft
vom Ventilator 6 angesaugt und an einer dem Radiator 5 zugwandten Austrittsseite 9
des Ventilators 6 auf den Radiator 5 geblasen.
[0045] Im dargestellten Ausführungsbeispiel werden insbesondere das Transformatoröl 7, die
Pumpe 11, der Radiator 5 und der Ventilator 6 dazu verwendet, drei Kühlstufen - eine
niedrigste Kühlstufe, eine mittlere Kühlstufe und eine höchste Kühlstufe - des Transformators
1 zu realisieren.
[0046] Diese Kühlstufen sind mit zugehörigen Belastungszustandsbereichen assoziiert, d.h.
jede der Kühlstufen ist einem Belastungszustandsbereich zugeordnet, wobei jeder Belastungszustandsbereich
einen Bereich von Belastungszuständen umfasst, die eine Alterung des Transformators
1 verursachen. Dabei ist der Belastungszustand bzw. der Belastungszustandsbereich
zumindest von der Temperatur des Transformators 1 abhängig. Im dargestellten Ausführungsbeispiel
ist der Belastungszustand bzw. der Belastungszustandsbereich außerdem explizit von
der elektrischen Last bzw. der strommäßigen Belastung des Transformators 1 abhängig.
[0047] Mittels einer Kühlersteuerung 8 werden mit zunehmendem Belastungszustandsbereich
sukzessive immer höhere Kühlstufen aktiviert und bei abnehmendem Belastungszustandsbereich
die höheren Kühlstufen sukzessive deaktiviert. D.h. die niedrigste Kühlstufe ist mit
einem niedrigen Belastungszustandsbereich assoziiert, die mittlere Kühlstufe mit einem
mittleren Belastungszustandsbereich und die höchste Kühlstufe mit einem hohen Belastungszustandsbereich.
[0048] In Fig. 1 deuten punktierte Linien an, dass die Kühlersteuerung 8 wirkverbunden mit
der Pumpe 11 und dem Ventilator 6 ist, um diese wahlweise ein- oder auszuschalten.
Die strichpunktierte Linie in Fig. 1 deutet an, dass die Kühlersteuerung 8 Informationen
über den aktuellen Belastungszustand bzw. Belastungszustandsbereich des Transformators
1 verarbeitet. Diese Informationen können über an sich bekannte Mittel, insbesondere
Sensoren für die Temperatur des Transformators 1 sowie für die elektrische Leistungsaufnahme
oder für den auf der Sekundärseite des Transformators 1 fließenden Strom, zur Verfügung
gestellt werden.
[0049] Die höchste Kühlstufe ist im dargestellten Ausführungsbeispiel ODAF ("Oil Directed
Air Forced"), d.h. das Transformatoröl 7 wird mit der Pumpe 11 gerichtet durch den
Kühlkreislauf 4 gepumpt und der Ventilator 6 ist aktiviert, sodass eine maximale Kühlleistung
realisiert ist.
[0050] Durch Abschalten des Ventilators 6 wird ODAN ("Oil Directed Air Natural") als die
mittlere Kühlstufe im dargestellten Ausführungsbeispiel realisiert, bei der lediglich
die Luftzirkulation aufgrund von natürlicher Konvektion verbleibt, sodass die Kühlleistung
in der mittleren Kühlstufe gegenüber der höchsten Kühlstufe erniedrigt ist. Es sei
bemerkt, dass es alternativ auch denkbar wäre, die mittlere Kühlstufe durch Abschalten
der Pumpe 11 und Laufenlassen des Ventilators 6 zu realisieren, was als ONAF ("Oil
Natural Air Forced") bezeichnet würde.
[0051] Wird beim dargestellten Ausführungsbeispiel nun auch noch die Pumpe 11 abgeschaltet,
kann das Transformatoröl 7 nur noch aufgrund der natürlichen Konvektion zirkulieren,
wodurch sich die Kühlleistung in der niedrigsten Kühlstufe gegenüber der mittleren
Kühlstufe nochmals verringert. D.h. die niedrigste Kühlstufe im dargestellten Ausführungsbeispiel
ist ONAN ("Oil Natural Air Natural").
[0052] Die Kühlersteuerung 8 ist außerdem dazu eingerichtet, ein erfindungsgemäßes Verfahren
zur Trocknung durchzuführen, d.h. insbesondere die Pumpe 11 und den Ventilator 6 in
Abhängigkeit vom Belastungszustandsbereich des Transformators 1 so anzusteuern, dass
das erfindungsgemäße Verfahren während des Betriebs des Transformators 1 folgendermaßen
durchgeführt wird: Eine obere Kühlstufe, die über der niedrigsten Kühlstufe liegt,
wird deaktiviert oder bleibt deaktiviert und die unmittelbar unter der oberen Kühlstufe
liegende Kühlstufe wird aktiviert oder bleibt aktiviert, während sich der Transformator
1 im zur oberen Kühlstufe gehörigen Belastungszustandsbereich befindet. Dabei wird
im dargestellten Ausführungsbeispiel die obere Kühlstufe nur dann deaktiviert oder
bleibt deaktiviert und wird die unmittelbar unter der oberen Kühlstufe liegende Kühlstufe
nur dann aktiviert oder bleibt aktiviert, wenn die strommäßige Belastung unter einen
Schwellwert abgesunken ist und/oder den Schwellwert nicht übersteigt, wobei der Schwellwert
unter einem Maximalwert der strommäßigen Belastung des Transformators 1 im zur oberen
Kühlstufe gehörigen Belastungszustandsbereich und innerhalb dieses Belastungszustandsbereichs
liegt.
[0053] Vorzugsweise ist die obere Kühlstufe die höchste Kühlstufe.
[0054] Der Schwellwert kann gegenüber dem Maximalwert der strommäßigen Belastung des Transformators
1 im zur oberen Kühlstufe gehörigen Belastungszustandsbereich beispielsweise um mindestens
20%, bevorzugt um mindestens 30%, besonders bevorzugt um mindestens 40%, erniedrigt
sein.
[0055] Weitere Illustration des erfindungsgemäßen Verfahrens:
Die folgende Tabelle A gibt ein Beispiel für eine konventionelle dreistufige Kühlung
des in Fig. 1 dargestellten Transformators 1. Der angegebene typische Laststrom ist
in Prozent des Nennstroms bzw. maximalen Laststroms angegeben. Typischerweise ist
der angegebene Laststrom dabei abhängig von der Umgebungstemperatur und der Dyanmik
des Systems und verschiebt sich entsprechend bei hohen Umgebungstemperaturen zu kleineren
Prozentwerten und umgekehrt bei tiefen Umgebungstemperaturen zu höheren Prozentwerten.
Insofern ist bei Anwendung des Trockenmodus bzw. des erfindungsgemäßen Verfahrens
zum Trocknen eine hohe Umgebungstemperatur vorteilhaft, um auch bei kleineren Lastströmen
einen effiziente Trocknung zu erzielen.
[0056] Der Belastungszustandsbereich, der mit den Kühlstufen jeweils assoziiert ist, ist
eine Funktion von sowohl der Temperatur des Transformators 1, wobei die Temperatur
insbesondere eine Heißöltemperatur sein kann, als auch vom Laststrom.
TABELLE A - KONVENTIONELLE DREISTUFIGE KÜHLUNG
| Kühlstufe |
1 |
2 |
3 |
| Type |
ONAN |
ONAF |
ODAF |
| Eingeschaltete Zusatzaggregate |
- |
Lüfter |
Pumpen+ Lüfter |
| Schwelltemperatur "Ein" [°C] |
|
60 |
70 |
| Schwelltemperatur "Aus" [°C] |
|
50 |
60 |
| Auftretende Temperaturen[°C] |
<60 |
50-70 |
>60 |
| Typischer Laststrom |
<60% |
60-80% |
>80% |
[0057] Eine Ausführungsform des erfindungsgemäßen Trocknungsverfahrens ist demgegenüber
in der folgenden Tabelle B illustriert. Klarerweise gilt auch für das Verfahren gemäß
Tabelle B, dass der Belastungszustandsbereich, der mit den Kühlstufen jeweils assoziiert
ist, eine Funktion von sowohl der Temperatur des Transformators 1, wobei die Temperatur
insbesondere eine Heißöltemperatur sein kann, als auch vom Laststrom ist.
TABELLE B - AUSFÜHRUNGSFORM DES ERFINDUNGSGEMÄSSEN VERFAHRENS
| Kühlstufe |
1 |
2 |
3 |
| Type |
ONAN |
ODAN |
ODAF |
| Eingeschaltete Zusatzaggregate |
- |
Pumpen |
Pumpen+ Lüfter |
| Laststrom < 70% |
|
|
|
| Schwelltemperatur "Ein" [°C] |
|
70 |
80 |
| Schwelltemperatur "Aus" [°C] |
|
65 |
76 |
| Auftretende Temperaturen[°C] |
<70 |
65-80 |
>75 |
| Trocknungsmodus: >60°C |
|
|
|
| |
|
|
|
| Laststrom ≥ 70% |
|
|
|
| Schwelltemperatur "Ein" [°C] |
|
68 |
70 |
| Schwelltemperatur "Aus" [°C] |
|
60 |
66 |
| Auftretende Temperaturen[°C] |
<68 |
60-70 |
>65 |
| Trocknungsmodus: >60°C |
|
|
|
[0058] In Tabelle B sind zwei Fälle dargestellt sind, nämlich einmal für einen Laststrom
< 70% des Nennstroms und einmal für einen Laststrom ≥ 70% des Nennstroms. Eine effiziente
Trocknung findet dabei jeweils bei mehr als 60°C statt.
[0059] Es sei bemerkt, dass aus Tabelle B hervorgeht, dass die mittlere Kühlstufe ODAN statt
ONAF gewählt ist, wofür keine strukturelle Änderung am Transformator 1 vorgenommen
werden muss. Über die Kühlersteuerung 8 werden die entsprechenden Typen der Kühlung
einfach eingestellt.
[0060] Gegenüber der konventionellen Kühlung gemäß Tabelle A wird bei der in Tabelle B illustrierten
Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens speziell bei Belastungszustandsbereichen,
die zur höchsten Kühlstufe gemäß Tabelle A gehören, die zweite Kühlstufe verwendet.
Entsprechend sind die bei Betrieb der zweiten Kühlstufe auftretenden Temperaturen
in Tabelle B deutlich höher als in Tabelle A, was eine effiziente Trocknung während
des Betriebs des Transformators 1 ermöglicht.
Bezugszeichenliste:
[0061]
- 1
- Transformator
- 2
- Gehäuse des Transformators
- 3
- Transformatorwicklung, mit um den Leiter gewickeltem Zellulosepapier
- 4
- Kühlkreislauf
- 5
- Radiator
- 6
- Ventilator
- 7
- Transformatoröl
- 8
- Kühlersteuerung
- 9
- Austrittsseite des Ventilators
- 10
- Transformatorkern
- 11
- Pumpe
1. Verfahren zur Trocknung eines ein mehrstufiges Kühlsystem aufweisenden Transformators
(1), insbesondere Leistungstransformators oder einer Drossel, mit mindestens einer
Transformatorwicklung (3) und mindestens einem Isoliermittel (7) zur elektrischen
Isolation,
wobei die Kühlstufen eine niedrigste Kühlstufe und eine höchste Kühlstufe umfassen,
wobei die einzelnen Kühlstufen jeweils mit einem Belastungszustandsbereich des Transformators
(1) assoziiert sind und bei Erreichen des jeweiligen Belastungszustandsbereichs des
Transformators (1) aktiviert werden, wobei der Belastungszustandsbereich eine Funktion
ist, die zumindest von einer Temperatur des Transformators (1) abhängt,
und wobei das Verfahren zur Trocknung während des Betriebs des Transformators (1)
durchgeführt wird, dadurch gekennzeichnet, dass eine obere Kühlstufe, die über der niedrigsten Kühlstufe liegt, deaktiviert wird
oder bleibt und die unmittelbar unter der oberen Kühlstufe liegende Kühlstufe aktiviert
wird oder bleibt, während sich der Transformator (1) im zur oberen Kühlstufe gehörigen
Belastungszustandsbereich befindet.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Belastungszustandsbereich außerdem von der strommäßigen Belastung des Transformators
(1) abhängt und dass die obere Kühlstufe nur dann deaktiviert wird oder bleibt und
die unmittelbar unter der oberen Kühlstufe liegende Kühlstufe nur dann aktiviert wird
oder bleibt, wenn die strommäßige Belastung unter einen Schwellwert abgesunken ist
und/oder den Schwellwert nicht übersteigt, wobei der Schwellwert unter einem Maximalwert
der strommäßigen Belastung des Transformators (1) im zur oberen Kühlstufe gehörigen
Belastungszustandsbereich und innerhalb dieses Belastungszustandsbereichs liegt.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Schwellwert höchstens 80%, bevorzugt höchstens 70%, besonders bevorzugt höchstens
60%, des Maximalwerts der strommäßigen Belastung des Transformators (1) im zur oberen
Kühlstufe gehörigen Belastungszustandsbereich beträgt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die obere Kühlstufe die höchste Kühlstufe ist.
5. Kühlersteuerung (8) für einen ein mehrstufiges Kühlsystem aufweisenden Transformator
(1), insbesondere Leistungstransformator oder eine Drossel, mit mindestens einer Transformatorwicklung
(3) und mindestens einem Isoliermittel (7) zur elektrischen Isolation, dadurch gekennzeichnet, dass die Kühlersteuerung (8) zur Durchführung eines Verfahrens nach einem der Ansprüche
1 bis 4 eingerichtet ist.
6. Transformator (1), insbesondere Leistungstransformator oder Drossel, mit mindestens
einer Transformatorwicklung (3) und mindestens einem Isoliermittel (7) zur elektrischen
Isolation, umfassend ein mehrstufiges Kühlsystem sowie die Kühlersteuerung (8) nach
Anspruch 5.
7. Transformator (1) nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens drei Kühlstufen vorgesehen sind.
8. Transformator (1) nach einem der Ansprüche 6 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eine Isoliermittel Isolierflüssigkeit, insbesondere Öl (7), umfasst.
9. Transformator (1) nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eine Isoliermittel eine Feststoffisolierung umfasst, die vorzugsweise
Zellulose oder Aramid aufweist.
10. Transformator (1) nach Anspruch 7 und Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, dass die folgenden Kühlstufen in aufsteigender Reihenfolge vorgesehen sind:
ONAN, ONAF; oder KNAN, KNAF;
oder ODAF1, ODAF2; oder KDAF1, KDAF2;
oder OFAF1, OFAF2; oder KFAF1, KFAF2;
oder ONAN, OFAN; oder KNAN, KFAN;
oder ONAN, ODAN, ODAF; oder KNAN, KDAN, KDAF;
oder ONAN, ONAF1, ONAF2; oder KNAN, KNAF1, KNAF2.
11. Computerprogrammprodukt, umfassend Befehle, die bewirken, dass die Kühlersteuerung
(8) nach Anspruch 5 das Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4 ausführt.