TECHNISCHES GEBIET
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Türflügel mit einem Dichtungssystem sowie
ein Dichtungssystem zur Verwendung in einem derartigen Türflügel.
STAND DER TECHNIK
[0002] Türdichtungen werden üblicherweise in Bereichen eingesetzt, wo Lichtdurchlässe verhindert
werden sollen und/oder ein Schallschutz gewährleistet werden soll. Absenkbare Türdichtungen
bestehen üblicherweise im Wesentlichen aus einem Gehäuse in Form einer nach unten
offenen, u-förmigen Profilschiene, aus einer in diesem Gehäuse gehaltenen und relativ
zu diesem verschiebbaren Dichtleiste mit einem Trägerprofil und einem daran befestigten
Dichtungsprofil und aus einem Absenkmechanismus zum Absenken und Anheben der Dichtleiste.
Die Dichtleiste senkt üblicherweise automatisch beim Schliessen der Tür ab, indem
eine Kraft in Längsrichtung auf einen Betätigungsstab wirkt und den mechanischen Absenkmechanismus
entgegen einer Federkraft betätigt. Derartige Türdichtungen sind beispielsweise aus
EP 0 338 974 A2,
DE 195 16 530 A1,
EP 0 509 961 A1 und
EP 2 085 559 A2 bekannt.
EP 2 840 221 A1 offenbart eine sehr schmale Ausführungsform einer derartigen automatisch betätigbaren
Absenkdichtung.
[0003] Des Weiteren werden absenkbare Dichtungen zunehmend auch für Türen und Fenster eingesetzt,
welche einen Innenraum von einer Gebäudeaussenseite trennen. Die Anforderungen an
diese Dichtungen sind erhöht, da sie insbesondere auch vor Nässe schützen müssen.
Schlagregen, d.h. Regen, welcher vom Wind aus seiner lotrechten Fallrichtung gebracht
wird, und Stauwasser, d.h. Wasser, welches vor dem Fenster oder der Tür auf dem Boden
liegt und gegen die Dichtung drückt, stellen eine besondere Herausforderung dar.
[0004] WO 2016/066576 offenbart eine mechanisch betätigbare Absenkdichtung mit einem Dichtungsprofil, welches
einerseits auf beiden Seiten an die Stirnseiten des Türrahmens gepresst wird und welches
andererseits an mehreren übereinanderliegenden Befestigungsstellen am Trägerprofil
befestigt ist. Diese Absenkdichtung hält Schlagregen stand und bietet auch einen Schutz
vor Stauwasser. Diese Dichtung lässt sich jedoch nicht in allen Bereich einsetzen.
Insbesondere kann je nach geometrischer Beschaffenheit der Tür und/oder des Bodens
noch eine Winddurchlässigkeit, insbesondere bei grossen Windstärken, vorhanden sein.
[0005] Türen müssen auch seitlich und oben gedichtet sein, um einen genügenden Schutz insbesondere
vor Wind zu gewährleisten. Diese Dichtungen umfassen üblicherweise elastomere Dichtungsstreifen,
welche am Türrahmen und/oder am Türflügel befestigt sind. Die Dichtungslinien dieser
Dichtungsstreifen enden jeweils an den Stirnseiten des Türflügels und können somit
den Spalt zwischen unterer Stirnseite des Türflügels und Boden nicht dichten. Je nach
Lage dieser Dichtungsstreifen relativ zur Absenkdichtung entsteht somit ein Luftweg,
welcher es vor Allem Wind bei grossen Windstärken ermöglicht, die Absenkdichtung zu
umströmen und so in das Innere des eigentlich abzuschirmenden Gebäudes zu gelangen.
Dieser Wind kann auch Wassermitführen.
DARSTELLUNG DER ERFINDUNG
[0006] Es ist deshalb eine Aufgabe der Erfindung, ein verbessertes Dichtungssystem zu schaffen.
Diese Aufgabe lösen ein Dichtungssystem mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 sowie
ein Tür- oder Fensterflügel mit einem Dichtungssystem mit den Merkmalen des Patentanspruchs
2.
[0007] Die Erfindung betrifft einen Tür- oder Fensterflügel mit einem Dichtungssystem zur
Dichtung eines Spalts zwischen dem Türflügel und einer Stirnseite des Tür- oder Fensterflügels
gegenüberliegenden Fläche. Das erfindungsgemässe Dichtungssystem weist eine erste
Dichtungseinheit und eine zweite Dichtungseinheit auf, welche in Strömungsrichtung
durch den Spalt von einer Tür- oder Fensterseite zu einer gegenüberliegenden Tür-
oder Fensterseite hintereinander angeordnet sind. Die erste Dichtungseinheit dient
der Dichtung gegenüber Wasser und die zweite Dichtungseinheit dient der Dichtung gegenüber
Luft, insbesondere Wind. Die erste Dichtungseinheit bildet somit einen eine Wasserbarriere
bzw. Wasserstopp, die zweite Dichtungseinheit bildet eine Luftbarriere bzw. einen
Luftstopp.
[0008] Im Folgenden umfassen die Begriffe "Tür" und "Türflügel" und ähnliche Begriffe auch
Fenster bzw. Fensterflügel und dazu passende Begriffe.
[0009] Die Strömungsrichtung ist diejenige Richtung, in welcher Luft und insbesondere auch
Wasser von einer Seite der Tür durch den Türspalt zur anderen Seite der Tür strömt
bzw. fliesst, d.h. im Falle einer Aussentüre eines Gebäudes üblicherweise die Richtung
von der Umgebung ausserhalb des Gebäudes zum Innenraum des Gebäudes. Die Strömungsrichtung
führt somit von der Wetterseite auf die gegenüberliegende Seite der Tür.
[0010] Die erste Dichtungseinheit bildet eine Barriere gegenüber Wasser, die zweite Dichtungseinheit
eine Barriere gegenüber Luft, insbesondere gegenüber Wind bei grossen Windstärken.
Dadurch lässt sich verhindern, dass sich ein Weg für die Luft ausbilden kann, über
welchen die Luft beide Dichtungen um- bzw. überströmen und somit bis ins Innere des
Gebäudes gelangen kann. Somit lässt sich auch verhindern, dass mittels dieser Luft
Wasser von aussen ins Innere des Gebäudes mitgetragen werden kann.
[0011] Dies lässt sich insbesondere dadurch erreichen, indem die zwei Dichtungseinheiten
an geeigneter Stelle relativ zu den vertikalen Dichtungslinien der Tür, d.h. insbesondere
zu den vertikalen Dichtungsstreifen, angeordnet sind. Vorzugsweise bildet die zweite
Dichtungseinheit gemeinsam mit einer vertikalen Dichtungslinie eine ununterbrochene
Dichtungslinie, welche sich über die gesamte Höhe des Türflügels und dem unteren Spalt
bis zum Boden erstreckt. Vorzugsweise liegt die Dichtungslinie in einer Ebene oder
sie weist eine minimale Versetzung aus dieser Ebene auf.
[0012] Durch die Zuteilung der Dichtungsaufgaben lassen sich die Dichtungseinheiten zudem
optimal bezüglich ihrer Funktion auswählen bzw. neu ausbilden, so dass sie in Kombination
miteinander einen optimalen Schutz vor Wetter- und Umwelteinflüssen bieten. Vorzugsweise
sind die zwei Dichtungseinheiten deshalb unterschiedlich ausgebildet.
[0013] Das erfindungsgemässe Dichtungssystem verbessert vorzugsweise den Schutz vor Schlagregen.
Es verbessert auch den Schutz vor Wind, insbesondere bei grossen Windstärken.
[0014] Vorzugsweise ist die erste Dichtungseinheit in Strömungsrichtung vor der zweiten
Dichtungseinheit angeordnet. Auf diese Weise wird in einer ersten Stufe, d.h. in einem
ersten Dichtungsbereich, das Eindringen von Wasser verhindert und in einer zweiten
Stufe, d.h. in einem zweiten Dichtungsbereich, das Eindringen von Luft, insbesondere
bei Wind. Der durch die zweite Stufe gebildete Luftstopp verhindert zudem ein Eindringen
von mit der Luft mitgetragenem Wasser in den nachfolgenden Bereich und optimiert deshalb
die Wirkung des Dichtungssystems.
[0015] Die zweite Stufe ist vorzugsweise durch eine bandseitige und eine schlossseitige
seitliche Dichtung verstärkt, welche sich entlang der vertikal verlaufenden Bandseite
und der gegenüberliegenden Schlossseite der Türe über die gesamte Höhe des Türflügels
erstrecken und den Türflügel auf diesen zwei Stirnflächen gegenüber dem Türrahmen
dichten. Vorzugsweise ist der Türflügel auch an seiner oberen Stirnfläche gegenüber
dem Türrahmen gedichtet. Die zweite Stufe und die bandseitige vertikale Dichtung sowie
die zweite Stufe und die schlossseitige vertikale Dichtung bilden eine ununterbrochene
Dichtungslinie gegen Wind.
[0016] Ist auch eine obere horizontale Türdichtung vorhanden, beispielsweise eine einfache
Profildichtung oder auch eine Absenkdichtung im Sinne der zweiten Stufe, so ist die
in sich geschlossene und den Türflügel vollständig umlaufende Dichtungslinie geschaffen,
welche eine wirkungsvolle Barriere gegen Wind darstellt und auch ein Eindringen von
Wasser über diesen Weg vollständig ausschliesst.
[0017] Die genannten vertikalen Türdichtungen der gemeinsamen Dichtungslinie verlaufen vorzugsweise
in einer Ebene mit der zweiten Stufe, mindestens jedoch benachbart vor oder hinter
der zweiten Stufe. Sie sind zudem vorzugsweise beabstandet zur ersten Stufe.
[0018] Vorzugsweise befinden sich die vertikalen Türdichtungen dieser gemeinsamen Dichtungslinie
zwischen der ersten und der zweiten Stufe.
[0019] Vorzugsweise ist die zweite Stufe von aussen nach innen in Bezug auf ein Gebäude
betrachtet, d.h. in Strömungsrichtung betrachtet, nach der ersten Stufe angeordnet.
Sie kann jedoch auch vor der ersten Stufe angeordnet sein.
[0020] In einfachen Ausführungsbeispielen ist eine der zwei Dichtungseinheiten als Schleifdichtung
ausgebildet. Mindestens ist eine, vorzugsweise sind beide Dichtungseinheiten als absenkbare
Dichtungseinheiten ausgebildet. Die erste Dichtungseinheit und/oder die zweite Dichtungseinheit
ist bzw. sind als absenkbare Dichtungseinheit mit einem beim Schliessen des Türflügels
automatisch auf die Fläche absenkbaren Dichtungsprofil ausgebildet.
[0021] Eine oder beide Dichtungseinheiten sind in einigen Ausführungsbeispielen als Magnetdichtungen,
als manuell oder als motorisch absenkbare Absenkdichtungen ausgebildet. In bevorzugten
Ausführungsformen sind jedoch beide Dichtungseinheiten automatisch mechanisch absenkbare
Dichtungen, welche beim Schliessen des Türflügels durch Aktivierung eines mechanischen
Auslöseelements abgesenkt und beim Öffnen des Türflügels durch Freigabe dieses Auslöseelements
wieder angehoben werden. Vorzugsweise sind die zwei Dichtungseinheiten durch Absenkdichtungen
gebildet, wie sie eingangs beschrieben sind oder zumindest durch ähnliche Typen von
Absenkdichtungen.
[0022] Vorzugsweise weist die erste Dichtungseinheit eine erste Gehäuseschiene auf, in welcher
eine erste Trägerschiene und ein an der ersten Trägerschiene angeordnetes erstes Dichtungsprofil
angeordnet ist, wobei die erste Trägerschiene gemeinsam mit dem ersten Dichtungsprofil
relativ zur ersten Gehäuseschiene anhebbar und absenkbar in dieser gehalten ist. Die
zweite Dichtungseinheit weist vorzugsweise eine zweite Gehäuseschiene auf, in welcher
eine zweite Trägerschiene und ein an der zweiten Trägerschiene angeordnetes zweites
Dichtungsprofil angeordnet ist, wobei die zweite Trägerschiene gemeinsam mit dem zweiten
Dichtungsprofil relativ zur zweiten Gehäuseschiene anhebbar und absenkbar in dieser
gehalten ist.
[0023] Vorzugsweise weist das erste Dichtungsprofil und/oder das zweite Dichtungsprofil
einen im wesentlichen u-förmigen Querschnitt auf mit einer rechten und einer linken
Seitenwand und einen die rechte mit der linken Seitenwand verbindenden Steg, wobei
an der rechten und an der linken Seitenwand je mindestens eine Befestigungsrippe angeformt
ist zur Verbindung mit der zugehörigen Trägerschiene, wobei die Befestigungsrippe
der rechten Seitenwand und die Befestigungsrippe der linken Seitenwand auf unterschiedlichen
Höhen angeformt sind. Dieses Dichtungsprofil lässt sich sehr schmal ausbilden.
[0024] Vorzugsweise weist das erste und/oder das zweite Dichtungsprofil nach oben ragende
Schenkel auf, welche gleitend an einer Seitenfläche anliegen. Derartige Dichtungen
haben sich bewährt, weil sie den Spalt nicht nur nach unten dichten sondern auch seitliche
Dichtungsflächen ausbilden. Sie eignen sich gegen Schutz vor Wasser und Luft.
[0025] Vorzugsweise unterscheidet sich die erste Dichtungseinheit mit mindestens einem der
folgenden Merkmale von der zweiten Dichtungseinheit: Form des Dichtungsprofils, Breite
der Dichtungseinheit, Höhe des Dichtungsprofils, Breite eines zur dichtenden Auflage
ausgebildeten Verbindungsstegs des Dichtungsprofils, Art der Befestigung des Dichtungsprofils
an der Trägerschiene. Dadurch lassen sich beide Dichtungseinheiten, wie bereits oben
erwähnt, zur Erfüllung ihrer jeweiligen Aufgabe optimieren.
[0026] Vorzugsweise ist die erste Dichtungseinheit breiter ausgebildet als die zweite Dichtungseinheit.
Dank ihrer Breite kann sie Wasser optimal standhalten. Vorzugsweise ist sie um ein
Vielfaches breiter ausgebildet.
[0027] Vorzugsweise kann das Dichtungsprofil mindestens auf einer Seite stirnseitig gegenüber
der vertikalen Seitenfläche des Türrahmens dichten. Vorzugsweise ist das Dichtungsprofil
stirnseitig geschlossen ausgebildet. Vorzugsweise lässt sich das Dichtungsprofil auf
einer Stirnseite, vorzugsweise auf beiden Stirnseiten, nach aussen schieben und an
den seitlichen Türrahmen anpressen. Vorzugsweise entspricht die erste Dichtungseinheit
der Dichtung gemäss
WO 2016/066576.
[0028] Die zwei Dichtungseinheiten lassen sich in einer einfachen Ausführungsform über ein
gemeinsames Aktivierungselement und/oder einen gemeinsamen Betätigungsmechanismus
betätigen. Vorzugsweise weist jedoch die erste Dichtungseinheit einen ersten Betätigungsmechanismus
auf und die zweite Dichtungseinheit weist einen zweiten Betätigungsmechanismus auf,
wobei die zwei Betätigungsmechanismen voneinander unabhängig sind. Vorzugsweise sind
auch zwei voneinander unabhängige Aktivierungselemente vorhanden. Dadurch lässt sich
jede Dichtungseinheit getrennt von der anderen einstellen, insbesondere ihr Hub.
[0029] Weitere Ausführungsformen sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
[0030] Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung werden im Folgenden anhand der Zeichnungen
beschrieben, die lediglich zur Erläuterung dienen und nicht einschränkend auszulegen
sind. In den Zeichnungen zeigen:
- Figur 1
- eine Seitenansicht eines schematisch dargestellten Türflügels, an anhand welcher das
Grundprinzip des erfindungsgemässen Dichtungssystems erkennbar ist;
- Figur 2a
- eine Seitenansicht eines doppelt gefalzten Türflügels mit dem erfindungsgemässen Dichtungssystem;
Figur 2b eine Ansicht gemäss Figur 2a von oben;
- Figur 3a
- eine Seitenansicht eines einfach gefälzten Türflügels in einer ersten Variante mit
dem erfindungsgemässen Dichtungssystem;
- Figur 3b
- eine Ansicht gemäss Figur 3a von oben;
- Figur 4a
- eine Seitenansicht eines einfach gefälzten Türflügels in einer zweiten Variante mit
dem erfindungsgemässen Dichtungssystem und
- Figur 4b
- eine Ansicht gemäss Figur 4a von oben.
BESCHREIBUNG BEVORZUGTER AUSFÜHRUNGSFORMEN
[0031] In Figur 1 ist ein unterer Teil eines Türflügels 1 dargestellt, welcher Teil einer
Aussentüre eines Gebäudes bildet. Die Wetterseite, d.h. die zur Gebäudeaussenseite
hin gerichtete Seite, liegt links. Es ist eine Wolke mit Regen dargestellt, welche
auf die Aussentüre einwirkender Schlagregen 8 darstellt. Zudem sind die Einflüsse
des Schlagregens, welche jedoch auch einzeln vorkommen können, nochmals getrennt dargestellt.
Diese sind Wasser 6 und Luft bzw. Wind 7.
[0032] Die untere Stirnseite des Türflügels 1 endet beabstandet zu einem Gebäudeboden 2
oder eine anderen Fläche, beispielsweise einer im Boden versenkten Schwelle. Zwischen
dem Boden 2 und dem Türflügel 1 ist ein Spalt 9 gebildet. Luft und Wasser, welche
durch diesen Spalt von aussen in das Gebäude eindringen können, definieren eine Strömungsrichtung
S, welche mit einem einfachen Pfeil dargestellt ist.
[0033] In der unteren Stirnseite des Türflügels 1 sind zwei Nuten angeordnet. Sie befinden
sich in einem Abstand in Strömungsrichtung S hintereinander und erstrecken sich vorzugsweise
über die gesamte Breite des Türflügels 1. In der ersten Nut ist eine erste Dichtungseinheit
3 aufgenommen und gehalten, in der zweiten Nut ist eine zweite Dichtungseinheit 4
aufgenommen und gehalten. Die Fixierung innerhalb der Nut erfolgt mit bekannten Mitteln,
beispielsweise mittels stirnseitig angebrachten Befestigungswinkeln, welche in den
Figuren jedoch nicht dargestellt sind.
[0034] Alternativ lassen sich die Dichtungseinheiten auch an der unteren Stirnfläche des
Türflügels befestigen.
[0035] In den Figuren sind zwei bevorzugte Dichtungseinheiten dargestellt. Sie lassen sich
jedoch auch durch andere Dichtungseinheiten ersetzen, welche gegen Wasser bzw. Luft,
insbesondere Wind, dichten. Insbesondere lässt sich eine Absenkdichtung verwenden,
deren Dichtleiste oder zumindest deren Dichtungsprofil im abgesenkten Zustand stirnseitig
auf beiden Seiten nach aussen geschoben ist und so gegen die vertikalen Stirnflächen
des Türrahmens dichtend angelegt, insbesondere gepresst, werden kann. Eine derartige
Absenkdichtung ist beispielsweise aus
WO 2016/066576 oder auf dem Markt als Dichtung Planet X3 der Anmelderin bekannt.
[0036] Die erste Dichtungseinheit 3 weist eine erste Gehäuseschiene 30 auf, welche mit einem
im Wesentlichen u-förmigen Querschnitt ausgebildet ist, wobei sie so ausgerichtet
ist, dass sie nach unten offen ist. In dieser ersten Gehäuseschiene 30 ist eine erste
Trägerschiene 32 angeordnet. Sie ist über einen hier nicht dargestellten Absenkmechanismus
relativ zur ersten Gehäuseschiene 30 anhebbar und absenkbar. Der Absenkmechanismus
umfasst vorzugsweise mindestens eine Blattfeder, welche mit einem ersten Ende direkt
oder über einen sich in Längsrichtung der ersten Gehäuseschiene 30 erstreckenden,
ebenfalls nicht dargestellten Schieber mit einem ersten Betätigungsknopf 31 fest verbunden
ist. Ein zweites Ende der Blattfeder ist mit der ersten Gehäuseschiene 30 schwenkbar
verbunden und ein mittlerer Bereich der Blattfeder ist mit der ersten Trägerschiene
32 verbunden. Beim Schliessen des Türflügels 1 wird der dem Türflügel 1 stirnseitig
vorstehende erste Betätigungsknopf 31 eingedrückt, wodurch die Blattfeder gespannt
und die erste Trägerschiene 32 abgesenkt wird. Dieser abgesenkte Zustand ist in den
Figuren dargestellt.
[0037] An der ersten Trägerschiene 32 ist ein erstes Dichtungsprofil 33 gehalten. In diesem
Beispiel ist das erste Dichtungsprofil 33 einstückig ausgebildet. Es kann jedoch auch
mehrstückig ausgebildet sein. Das erste Dichtungsprofil 33 weist vorzugsweise einen
im Wesentlichen u-förmigen Querschnitt auf mit zwei ersten Seitenwänden 331 und einem
diese zwei Seitenwände miteinander verbindenden ersten Steg 332. An jeder ersten Seitenwand
331 ist mindestens eine erste Befestigungsrippe 330 angeformt, welche in eine entsprechende
Nut der ersten Trägerschiene 32 eingreift und so das erste Dichtungsprofil 33 an dieser
hält. Im abgesenkten Zustand liegt der erste Steg 332 dichtend auf dem Boden auf.
Die zwei ersten Seitenwände 331 weisen nach oben ragende Schenkel mit freien Enden
auf, welche gleitend an den inneren Seitenwänden der ersten Gehäuseschiene 30 anliegen
und dadurch seitliche Dichtungen bilden.
[0038] Die zweite Dichtungseinheit 4 weist dieselben Grundelemente auf und verfügt vorzugsweise
über denselben Absenkmechanismus mit Blattfedern. Die entsprechenden Teile sind: zweite
Gehäuseschiene 40, zweiter Betätigungsknopf 41, zweite Trägerschiene 42, zweites Dichtungsprofil
43, zweite Befestigungsrippen 430, zweite Seitenwände 431 und zweiter Steg 432.
[0039] Die Dichtungsprofile beider Dichtungseinheiten weisen je nach Ausführungsform einen
einfachen Steg auf oder sie verfügen über ein oder mehrere nach unten abstehende Dichtungsrippen,
-flügel oder -zungen.
[0040] Die erste Dichtungseinheit 3 ist vorzugsweise breiter ausgebildet als die zweite
Dichtungseinheit 4. Entsprechend ist das erste Dichtungsprofil 33 breiter und insbesondere
der erste Steg 332 ist länger ausgebildet. Er weist somit eine grössere Dichtungsfläche
gegenüber dem Boden 2 auf als der zweite Steg 432. Vorzugsweise ist ihr Dichtungsprofil
stirnseitig geschlossen und/oder die Trägerschiene oder zumindest das Dichtungsprofil
ist im abgesenkten Zustand beidseitg nach aussen, d.h. aus der Gehäuseschiene heraus,
geschoben und liegt dichtend an den vertikalen Seitenflächen des Türrahmens an.
[0041] Die zweite Dichtungseinheit 4 ist relativ schmal ausgebildet. Dies lässt sich beispielsweise
dadurch erreichen, dass die zweiten Befestigungsrippen 430 auf unterschiedlichen Höhen
angebracht sind. So können sich die Aufnahmenuten der zweiten Trägerschiene 42 bezüglich
der Quermittelachse der zweiten Gehäuseschiene 40 überlappen, so dass die Breite der
Dichtungseinheit minimiert ist.
[0042] Die erste und die zweite Gehäuseschiene 30, 40 sowie die erste und die zweite Trägerschiene
32, 42 sind vorzugsweise aus Aluminium gefertigt. Das erste und das zweite Dichtungsprofil
33, 43 bestehen vorzugsweise aus einem elastomeren Material, bevorzugterweise aus
Silikon oder Kautschuk.
[0043] Die erste Dichtungseinheit 3 dichtet zwar gegenüber dem Boden und auf eine geringe
Höhe auf in vertikaler Richtung. Je nach Ausgestaltung der Tür kann jedoch Luft 7
diese erste Dichtungseinheit 3 um- bzw. überströmen, insbesondere bei grossen Windstärken.
Dies ist in Figur 1 schematisch durch einen Weg der Luft 5 dargestellt, welcher entlang
einer der Wetterseite zugewandten Seitenwand der ersten Gehäuseschiene 30 nach oben,
parallel entlang des oberen Stegs der ersten Gehäuseschiene 30 zur gegenüberliegenden
Seitenwand und entlang dieser nach unten in den Spalt 9 zur zweiten Dichtungseinheit
4 führt.
[0044] Wie in Figur 1 erkennbar ist, verhindert die erste Dichtungseinheit 3 ein bodenseitiges
Eindringen von Wasser 6. Je nach Ausführungsform ist auch ein stirnseitiges Eindringen
von Wasser 6 verhindert. Die entsprechende Wasserblockade ist symbolisch mit einem
imaginären schwarzen Vertikalbalken und der Bezugsziffer 60 versehen. Der Weg des
Wassers trägt das Bezugszeichen 5'.
[0045] Luft 7 kann jedoch diese erste Dichtungseinheit 3 überströmen. Diese Luft 7 kann
sogar Wasser mittragen, insbesondere im Fall von Schlagregen und starken Winden.
[0046] Diese Luft wird jedoch von der zweiten Stufen, insbesondere der Dichtungseinheit
4 und der vertikalen Dichtungslinie aufgehalten. Die entsprechende Luftblockade ist
symbolisch mit einem imaginären schwarzen Vertikalbalken und der Bezugsziffer 70 versehen.
Damit diese Luft die zweite Dichtungseinheit 4 nicht ebenfalls überströmt, ist diese
in geeigneter Lage zu weiteren Dichtungsmitteln angeordnet.
[0047] Die Tür verfügt deshalb vorzugsweise auch über eine schlossseitige und eine bandseitige
vertikale Dichtung, welche sich über die gesamte Höhe des Türflügels 1 erstreckt.
Diese Dichtung ist vorzugsweise durch einen Dichtungsstreifen, insbesondere durch
ein elastomeres Dichtungselement, gebildet.
[0048] Diese Dichtung bildet einen ersten Teil einer vertikalen Dichtungslinie. Dieser erste
Teil ist in Figur 1 mit dem Bezugszeichen 700 versehen. Dieser erste Teil geht im
Bereich des unteren Spalts, vorzugsweise in derselben Ebene oder mit einem minimalen
Versatz, jedoch ohne Unterbruch, in einen zweiten Teil über, welcher in Figur 1 mit
dem Bezugszeichen 70 versehen ist. Dieser zweite Teil wird durch die zweite Stufe
des erfindungsgemässen Dichtungssystems, d.h. durch die zweite Dichtungseinheit 4
gebildet.
[0049] Der obere Bereich des Türflügels und des Türrahmens ist hier nicht dargestellt. Falls
auch die obere Stirnfläche des Türflügels an entsprechender Stelle gedichtet ist,
so gehen die schlossseitige und die bandseitige vertikale Dichtungslinie ohne Unterbrechung
in eine horizontale obere Dichtungslinie über, welche gemeinsam mit der durch die
zweite Dichtungseinheit gebildeten horizontalen unteren Dichtungslinie eine vollständig
geschlossene und den Türflügel umlaufende Dichtung gegen Luft und somit auch gegen
mitgeführtem Wasser bildet.
[0050] In den nachfolgend beschriebenen Figuren wird das erfindungsgemässe Dichtungssystem
anhand konkreter Ausführungsbeispiele beschrieben. Die Beispiele unterscheiden sich
in der Türgeometrie. Die Beispiele verwenden dieselben Absenkdichtungen. Alle Beispiele
können auch andere Absenkdichtungen, beispielsweise wie oben beschrieben, verwenden.
Alternativ lässt sich die erste und/oder die zweite Dichtung als Schleifdichtung ausbilden.
Vorzugsweise ist die Anordnung der zwei Dichtungseinheiten relativ zueinander und
relativ zu den vertikal verlaufenden Dichtungsstreifen der seitlichen Stirnflächen
wie jeweils dargestellt.
[0051] In den Figuren 2a und 2b ist eine doppelt gefälzte Türe mit einer bevorzugten erfindungsgemässen
Anordnung der zwei Dichtungseinheiten 3, 4 dargestellt. Die erste Dichtungseinheit
3 bildet wiederum den Wasserstopp, wobei die symbolische Barriere mit dem Bezugszeichen
60 hier nicht mehr dargestellt ist. Die zweite Dichtungseinheit 4 bildet den Luftstopp.
Diese Barriere trägt das Bezugszeichen 70.
[0052] Wie in Figur 2b erkennbar ist, stehen die Betätigungsknöpfe 31, 41 im geschlossenen
Zustand der Tür am Türrahmen 10 an und sind eingedrückt. Die Dichtleisten, d.h. die
Trägerschienen 32, 42 und die zugehörigen Dichtungsprofile 33, 43 sind abgesenkt.
[0053] Vorzugsweise wird dabei die Dichtleiste oder zumindest das das Dichtungsprofil 33
der ersten Dichtungseinheit 3 nach aussen geschoben und steht ebenfalls dichtend an
an beiden Seiten des Türrahmens 10 an. Dies ist in Figur 2b gut erkennbar.
[0054] Der in den Figuren 2a und 2b dargestellte doppelt gefalzter Türrahmen 10 weist für
jede L-förmige Stufe in der vertikalen Ausdehnung je einen Dichtungsstreifen 11, 12
auf. Vorzugsweise sind die Dichtungsstreifen 11, 12 bekannter Art, wie sie üblicherweise
für vertikale Seiten und die obere Kante der Türe verwendet werden. Sie sind vorzugsweise
als elastomere Profilelemente, insbesondere aus Silikon, gefertigt und weisen je nach
Ausführungsform unterschiedliche Querschnittsformen auf.
[0055] In Figur 2a sind Aufnahmenuten 13, 14 für diese Dichtungsstreifen 11, 12 dargestellt,
nicht jedoch die zwei Dichtungsstreifen 11, 12 selber. Die Dichtungsstreifen 11, 12
liegen an den entsprechenden Stufen des Türrahmens 10 an, wenn die Tür geschlossen
ist. Die Dichtungsstreifen 11, 12 sind je nach Ausführungsform im Türrahmen und/oder
im Türflügel 1 angeordnet.
[0056] Die erste Dichtungseinheit 3 befindet sich vorzugsweise zwischen den zwei Stufen
und somit zwischen den zwei Dichtungsstreifen 11, 12. Die zweite Dichtungseinheit
4 befindet sich vorzugsweise in Strömungsrichtung hinter dem zweiten Dichtungsstreifen
12, d.h. also dem Innenraum des Gebäudes zugewandt. Vorzugsweise schliesst die zweite
Dichtungseinheit 4 nahezu unmittelbar oder in einem minimalen Abstand an die zweite
Aufnahmenut 14 an. In anderen Ausführungsformen ist die zweite Dichtungseinheit 4
in Strömungsrichtung S hinter der zweiten Aufnahmenut 14 angeordnet. Sie schliesst
jedoch auch in diesem Fall vorzugsweise nahezu unmittelbar daran an.
[0057] In den Figuren 3a und 3b ist eine erste Variante einer einfach gefalzten Tür dargestellt.
Sie weist auf jeder vertikalen Stirnseite und der oberen Seite nur je einen L-förmigen
Falz und somit nur eine Aufnahmenut 14 und einen Dichtungsstreifen 12 auf jeder vertikalen
Stirnseite des Türflügels auf. In diesem Fall sind vorzugsweise beide Dichtungseinheiten
3, 4 in Strömungsrichtung S vor diesem Falz und somit vor dem Dichtungsstreifen 12,
also wetterseitig, angeordnet. Die zweite Dichtungseinheit 4 kann jedoch in Strömungsrichtung
S auch hinter der Aufnahmenut 14 angeordnet sein. Auch hier dient die ersten Dichtungseinheit
3 als Wasserstopp, wobei die entsprechende Barriere 60 nicht eingezeichnet ist. Die
zweite Dichtungseinheit 4 dient als Luftstopp.
[0058] In den Figuren 4a und 4b ist eine zweite Variante einer einfach gefälzten Tür dargestellt.
Es ist wiederum nur eine Aufnahmenut 14 und nur ein Dichtungsstreifen 12 vorhanden.
Diese befinden sich in Strömungsrichtung vor der zweiten Dichtungseinheit 4. Die erste
Dichtungseinheit 3 bildet wiederum den Wasserstopp mit nicht eingezeichneter Barriere
60, die zweite Dichtungseinheit 4 bildet den Luftstopp und verhindert gemeinsam mit
den an beiden Enden der Dichtung 4 anschliessenden vertikalen Dichtungsstreifen 12
ein Eindringen von Luft, insbesondere Wind.
[0059] Vorzugsweise ist der Türflügel bei all diesen Ausführungsformen auf allen Stirnseiten,
d.h. auf beiden vertikalen Seiten, oben und unten mit Dichtungsvorrichtungen versehen.
[0060] In den Figuren 2 bis 4 ist zur Vereinfachung der Darstellungen nur noch der Schlagregen
8 schematisch dargestellt. Selbstverständlich gilt jedoch das zu Figur 1 Gesagte auch
für diese Ausführungsformen.
[0061] Der erfindungsgemässe Türflügel sowie das erfindungsgemässe Dichtungssystem ermöglichen
einen optimalen Schutz vor Wind und Wasser, insbesondere vor Schlagregen.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0062]
| 1 |
Türflügel |
43 |
zweites Dichtungsprofil |
| 10 |
Türrahmen |
430 |
zweite Befestigungsrippe |
| 11 |
erster Dichtungsstreifen |
431 |
zweite Seitenwand |
| 12 |
zweiter Dichtungsstreifen |
432 |
zweiter Steg |
| 13 |
erste Aufnahmenut |
|
|
| 14 |
zweite Aufnahmenut |
5 |
Weg der Luft |
| |
|
5' |
Weg des Wassers |
| 2 |
Boden |
|
|
| |
|
6 |
Wasser |
| 3 |
erste Dichtungseinheit |
60 |
Wasserblockade |
| 30 |
erste Gehäuseschiene |
|
|
| 31 |
erster Betätigungsknopf |
7 |
Luft |
| 32 |
erste Trägerschiene |
70 |
Luftblockade |
| 33 |
erstes Dichtungsprofil |
700 |
vertikale Dichtungsebene |
| 330 |
erste Befestigungsrippe |
|
|
| 331 |
erste Seitenwand |
8 |
Schlagregen |
| 332 |
erster Steg |
|
|
| |
|
9 |
Spalt |
| 4 |
zweite Dichtungseinheit |
|
|
| 40 |
zweites Gehäuseschiene |
S |
Strömungsrichtung |
| 41 |
zweiter Betätigungsknopf |
|
|
| 42 |
zweite Trägerschiene |
|
|
1. Dichtungssystem für einen Tür- oder Fensterflügel (1) mit einer unteren Stirnseite
und mit einer ersten Tür- oder Fensterseite und einer dieser ersten Tür- oder Fensterseite
gegenüberliegenden zweiten Tür- oder Fensterseite und zur Dichtung eines Spalts (9)
zwischen dem Tür- oder Fensterflügel (1) und einer der unteren Stirnseite des Tür-
oder Fensterflügels (1) gegenüberliegenden Fläche (2), wobei das Dichtungssystem eine
erste Dichtungseinheit (3) und eine zweite Dichtungseinheit (4) aufweist, welche in
Strömungsrichtung durch den Spalt (8) von der ersten Tür- oder Fensterseite zur zweiten
Tür- oder Fensterseite hintereinander angeordnet sind, wobei die erste Dichtungseinheit
(3) zur Dichtung gegenüber Wasser (6) ausgebildet ist und die zweite Dichtungseinheit
(4) zur Dichtung gegenüber Luft (7) ausgebildet ist, wobei die erste Dichtungseinheit
(3) bei geschlossenem Tür- oder Fensterflügel nach unten gegenüber der Fläche (2)
sowie auf beiden Stirnseiten nach aussen gegenüber einem Tür- oder Fensterrahmen dichtet
und wobei die erste Dichtungseinheit (3) und/oder die zweite Dichtungseinheit (4)
als absenkbare Dichtungseinheit mit einem beim Schliessen des Tür- oder Fensterflügels
(1) automatisch auf die Fläche (2) absenkbaren Dichtungsprofil (33, 43) ausgebildet
ist bzw. sind.
2. Tür- oder Fensterflügel (1) mit einer unteren Stirnseite und mit einer ersten Tür-
oder Fensterseite und einer dieser ersten Tür- oder Fensterseite gegenüberliegenden
zweiten Tür- oder Fensterseite und mit einem Dichtungssystem gemäss Anspruch 1.
3. Tür- oder Fensterflügel nach Anspruch 2, wobei die erste Dichtungseinheit (3) in Strömungsrichtung
(S) vor der zweiten Dichtungseinheit (4) angeordnet ist.
4. Tür- oder Fensterflügel nach einem der Ansprüche 2 oder 3, wobei der Tür- oder Fensterflügel
an beiden vertikalen Stirnflächen mit je einem Dichtungsstreifen (12) gedichtet ist
und wobei die zweite Dichtungseinheit (4) nahezu unmittelbar an diesen Dichtungsstreifen
(12) angrenzt.
5. Tür- oder Fensterflügel nach Anspruch 4, wobei die zwei Dichtungsstreifen (12) und
die zweite Dichtungseinheit (4) eine ununterbrochene Dichtungslinie von einer oberen
Kante des Türflügels bis zur Fläche (2) bilden.
6. Tür- oder Fensterflügel nach einem der Ansprüche 2 bis 5, wobei die erste Dichtungseinheit
(3) eine Längsrichtung aufweist und wobei eine Dichtleiste (32, 33) der ersten Dichtungseinheit
(3) in Längsrichtung auf beiden Seiten nach aussen versetzbar ist, um beidseitig stirnseitig
zu dichten.
7. Tür- oder Fensterflügel nach einem der Ansprüche 2 bis 6, wobei die erste Dichtungseinheit
(3) eine erste Gehäuseschiene (30) aufweist, in welcher eine erste Trägerschiene (32)
und ein an der ersten Trägerschiene (32) angeordnetes erstes Dichtungsprofil (33)
angeordnet ist, wobei die erste Trägerschiene (32) gemeinsam mit dem ersten Dichtungsprofil
(33) relativ zur ersten Gehäuseschiene (30) anhebbar und absenkbar in dieser gehalten
ist, und wobei die zweite Dichtungseinheit (4) eine zweite Gehäuseschiene (40) aufweist,
in welcher eine zweite Trägerschiene (42) und ein an der zweiten Trägerschiene (42)
angeordnetes zweites Dichtungsprofil (43) angeordnet ist, wobei die zweite Trägerschiene
(42) gemeinsam mit dem zweiten Dichtungsprofil (43) relativ zur zweiten Gehäuseschiene
(40) anhebbar und absenkbar in dieser gehalten ist.
8. Tür- oder Fensterflügel nach einem der Ansprüche 2 bis 7, wobei das erste Dichtungsprofil
(3) und/oder das zweite Dichtungsprofil (4) einen im wesentlichen u-förmigen Querschnitt
aufweist mit einer rechten und einer linken Seitenwand (331, 431) und einen die rechte
mit der linken Seitenwand (331, 431) verbindenden Steg (332, 432), wobei an der rechten
und an der linken Seitenwand (331, 431) je mindestens eine Befestigungsrippe (330,
430) angeformt ist zur Verbindung mit der zugehörigen Trägerschiene (32, 42), wobei
die Befestigungsrippe (330, 430) der rechten Seitenwand und die Befestigungsrippe
(330, 430) der linken Seitenwand auf unterschiedlichen Höhen angeformt sind.
9. Tür- oder Fensterflügel nach einem der Ansprüche 7 oder 8, wobei das erste und/oder
das zweite Dichtungsprofil (33, 43) nach oben ragende Schenkel aufweist, welche gleitend
an einer Seitenfläche anliegen.
10. Tür- oder Fensterflügel nach einem der Ansprüche 2 bis 9, wobei die erste Dichtungseinheit
(3) und die zweite Dichtungseinheit (4) unterschiedlich ausgebildet sind.
11. Tür- oder Fensterflügel nach den Ansprüchen 7 und 10, wobei sich erste Dichtungseinheit
(3) mit mindestens einem der folgenden Merkmale von der zweiten Dichtungseinheit (4)
unterscheidet: Form des Dichtungsprofils (33, 43), Breite der Dichtungseinheit, Höhe
des Dichtungsprofils (33, 43), Breite eines zur dichtenden Auflage ausgebildeten Verbindungsstegs
(332, 432) des Dichtungsprofils (33, 43), Art der Befestigung des Dichtungsprofils
(33, 43) an der Trägerschiene (32, 42).
12. Tür- oder Fensterflügel nach einem der Ansprüche 2 bis 11, wobei die erste Dichtungseinheit
(3) breiter ausgebildet ist als die zweite Dichtungseinheit (4).
13. Tür- oder Fensterflügel nach einem der Ansprüche 2 bis 12, wobei die erste Dichtungseinheit
(3) einen ersten Betätigungsmechanismus aufweist und die zweite Dichtungseinheit (4)
einen zweiten Betätigungsmechanismus aufweist, wobei die zwei Betätigungsmechanismen
voneinander unabhängig sind.
1. Sealing system for a door leaf or window sash (1) having a lower end face and having
a first door or window side and, opposite this first door or window side, a second
door or window side and intended for sealing a gap (9) between the door leaf or window
sash (1) and a surface (2) opposite the lower end face of the door leaf or window
sash (1), wherein the sealing system has a first sealing unit (3) and a second sealing
unit (4) which are arranged one behind the other in the flow direction through the
gap (8) from the first door or window side to the second door or window side, wherein
the first sealing unit (3) is designed for sealing against water (6), and the second
sealing unit (4) is designed for sealing against air (7), wherein, with the door leaf
or window sash closed, the first sealing unit (3) seals downwardly with respect to
the surface (2) and, on both end faces, outwardly with respect to a door or window
frame, and wherein the first sealing unit (3) and/or the second sealing unit (4) are/is
designed as a lowerable sealing unit with a sealing profile (33, 43) which is able
to be lowered automatically onto the surface (2) when closing the door leaf or window
sash (1).
2. Door leaf or window sash (1) having a lower end face and having a first door or window
side and, opposite this first door or window side, a second door or window side and
having a sealing system according to Claim 1.
3. Door leaf or window sash according to Claim 2, wherein the first sealing unit (3)
is arranged upstream of the second sealing unit (4) in the flow direction (S).
4. Door leaf or window sash according to either of Claims 2 and 3, wherein the door leaf
or window sash is sealed on both vertical end faces with a respective sealing strip
(12), and wherein the second sealing unit (4) almost directly adjoins this sealing
strip (12).
5. Door leaf or window sash according to Claim 4, wherein the two sealing strips (12)
and the second sealing unit (4) form an uninterrupted sealing line from an upper edge
of the door leaf to the surface (2).
6. Door leaf or window sash according to one of Claims 2 to 5, wherein the first sealing
unit (3) has a longitudinal direction, and wherein a seal strip (32, 33) of the first
sealing unit (3) is outwardly displaceable on both sides in the longitudinal direction
in order to provide end face sealing on both sides.
7. Door leaf or window sash according to one of Claims 2 to 6, wherein the first sealing
unit (3) has a first housing rail (30) in which there are arranged a first carrier
rail (32) and a first sealing profile (33) arranged on the first carrier rail (32),
wherein the first carrier rail (32) together with the first sealing profile (33) are
held in the first housing rail (30) so as to be able to be raised and lowered relative
thereto, and wherein the second sealing unit (4) has a second housing rail (40) in
which there are arranged a second carrier rail (42) and a second sealing profile (43)
arranged on the second carrier rail (42), wherein the second carrier rail (42) together
with the second sealing profile (43) is held in the second housing rail (40) so as
to be able to be raised and lowered relative thereto.
8. Door leaf or window sash according to one of Claims 2 to 7, wherein the first sealing
profile (3) and/or the second sealing profile (4) have/has a substantially u-shaped
cross section with a right and a left side wall (331, 431) and a web (332, 432) connecting
the right and the left side wall (331, 431), wherein the right and the left side wall
(331, 431) each have at least one fastening rib (330, 430) formed thereon for connection
to the associated carrier rail (32, 42), wherein the fastening rib (330, 430) of the
right side wall and the fastening rib (330, 430) of the left side wall are formed
thereon at different heights.
9. Door leaf or window sash according to either of Claims 7 and 8, wherein the first
and/or the second sealing profile (33, 43) have/has upwardly projecting legs which
bear against a lateral surface such that they can slide thereon.
10. Door leaf or window sash according to one of Claims 2 to 9, wherein the first sealing
unit (3) and the second sealing unit (4) are formed differently.
11. Door leaf or window sash according to Claims 7 and 10, wherein the first sealing unit
(3) differs from the second sealing unit (4) through at least one of the following
features: shape of the sealing profile (33, 43), width of the sealing unit, height
of the sealing profile (33, 43), width of a connecting web (332, 432), which is designed
to bear in a sealing manner, of the sealing profile (33, 43), way in which the sealing
profile (33, 43) is fastened to the carrier rail (32, 42).
12. Door leaf or window sash according to one of Claims 2 to 11, wherein the first sealing
unit (3) is designed to be wider than the second sealing unit (4).
13. Door leaf or window sash according to one of Claims 2 to 12, wherein the first sealing
unit (3) has a first actuating mechanism and the second sealing unit (4) has a second
actuating mechanism, wherein the two actuating mechanisms are independent of one another.
1. Système d'étanchéité pour un battant de porte ou de fenêtre (1) avec un côté frontal
inférieur et avec un premier côté de porte ou de fenêtre et un deuxième côté de porte
ou de fenêtre opposé à ce premier côté de porte ou de fenêtre et pour l'étanchéité
d'un interstice (9) entre le battant de porte ou de fenêtre (1) et une surface (2)
opposée au côté frontal inférieur du battant de porte ou de fenêtre (1), dans lequel
le système d'étanchéité présente une première unité d'étanchéité (3) et une deuxième
unité d'étanchéité (4), qui sont agencées l'une derrière l'autre dans la direction
d'écoulement à travers l'interstice (8) depuis le premier côté de porte ou de fenêtre
jusqu'au deuxième côté de porte ou de fenêtre, dans lequel la première unité d'étanchéité
(3) est configurée pour assurer l'étanchéité à l'eau (6) et la deuxième unité d'étanchéité
(4) est configurée pour assurer l'étanchéité à l'air (7), dans lequel la première
unité d'étanchéité (3) assure l'étanchéité vers le bas par rapport à la surface (2)
lorsque le battant de porte ou de fenêtre est fermé, ainsi que sur les deux côtés
frontaux vers l'extérieur par rapport à un cadre de porte ou de fenêtre, et dans lequel
la première unité d'étanchéité (3) et/ou la deuxième unité d'étanchéité (4) sont configurée(s)
sous forme d'unité d'étanchéité abaissable avec un profilé d'étanchéité (33, 43) pouvant
être abaissé automatiquement sur la surface (2) lors de la fermeture du battant de
porte ou de fenêtre (1).
2. Battant de porte ou de fenêtre (1) avec un côté frontal inférieur et avec un premier
côté de porte ou de fenêtre et un deuxième côté de porte ou de fenêtre opposé à ce
premier côté de porte ou de fenêtre et avec un système d'étanchéité selon la revendication
1.
3. Battant de porte ou de fenêtre selon la revendication 2, dans lequel la première unité
d'étanchéité (3) est agencée avant la deuxième unité d'étanchéité (4) dans la direction
d'écoulement (S).
4. Battant de porte ou de fenêtre selon l'une quelconque des revendications 2 ou 3, dans
lequel le battant de porte ou de fenêtre est rendu étanche sur chacune des deux surfaces
frontales verticales par une bande d'étanchéité (12) et dans lequel la deuxième unité
d'étanchéité (4) est presque directement adjacente à cette bande d'étanchéité (12).
5. Battant de porte ou de fenêtre selon la revendication 4, dans lequel les deux bandes
d'étanchéité (12) et la deuxième unité d'étanchéité (4) forment une ligne d'étanchéité
ininterrompue depuis un bord supérieur du battant de porte jusqu'à la surface (2).
6. Battant de porte ou de fenêtre selon l'une quelconque des revendications 2 à 5, dans
lequel la première unité d'étanchéité (3) présente une direction longitudinale et
dans lequel une bande d'étanchéité (32, 33) de la première unité d'étanchéité (3)
peut être déplacée vers l'extérieur dans la direction longitudinale des deux côtés
afin d'assurer l'étanchéité des deux côtés frontaux.
7. Battant de porte ou de fenêtre selon l'une quelconque des revendications 2 à 6, dans
lequel la première unité d'étanchéité (3) présente un premier rail de boîtier (30)
dans lequel sont agencés un premier rail de support (32) et un premier profilé d'étanchéité
(33) agencé sur le premier rail de support (32), le premier rail de support (32) étant
maintenu dans le premier rail de boîtier (30) de manière à pouvoir être soulevé et
abaissé conjointement avec le premier profilé d'étanchéité (33) par rapport à celui-ci,
et dans lequel la deuxième unité d'étanchéité (4) présente un deuxième rail de boîtier
(40) dans lequel sont agencés un deuxième rail de support (42) et un deuxième profilé
d'étanchéité (43) agencé sur le deuxième rail de support (42), le deuxième rail de
support (42) étant maintenu dans le deuxième rail de boîtier (40) de manière à pouvoir
être soulevé et abaissé conjointement avec le deuxième profilé d'étanchéité (43) par
rapport à celui-ci.
8. Battant de porte ou de fenêtre selon l'une quelconque des revendications 2 à 7, dans
lequel le premier profilé d'étanchéité (3) et/ou le deuxième profilé d'étanchéité
(4) présente une section transversale essentiellement en forme de U avec une paroi
latérale droite et une paroi latérale gauche (331, 431) et une entretoise (332, 432)
reliant la paroi latérale droite à la paroi latérale gauche (331, 431), au moins une
nervure de fixation (330, 430) étant formée sur la paroi latérale droite et sur la
paroi latérale gauche (331, 431) pour la liaison avec le rail de support (32, 42)
correspondant, la nervure de fixation (330, 430) de la paroi latérale droite et la
nervure de fixation (330, 430) de la paroi latérale gauche étant formées à des hauteurs
différentes.
9. Battant de porte ou de fenêtre selon l'une quelconque des revendications 7 ou 8, dans
lequel le premier et/ou le deuxième profilé d'étanchéité (33, 43) présente des pattes
faisant saillie vers le haut qui s'appuient de manière coulissante contre une surface
latérale.
10. Battant de porte ou de fenêtre selon l'une quelconque des revendications 2 à 9, dans
lequel la première unité d'étanchéité (3) et la deuxième unité d'étanchéité (4) sont
configurées sous forme différente.
11. Battant de porte ou de fenêtre selon les revendications 7 et 10, dans lequel la première
unité d'étanchéité (3) diffère de la deuxième unité d'étanchéité (4) par au moins
une des caractéristiques suivantes : forme du profilé d'étanchéité (33, 43), largeur
de l'unité d'étanchéité, hauteur du profilé d'étanchéité (33, 43), largeur d'une entretoise
de liaison (332, 432) du profilé d'étanchéité (33, 43) configurée pour l'appui étanche,
mode de fixation du profilé d'étanchéité (33, 43) sur le rail de support (32, 42).
12. Battant de porte ou de fenêtre selon l'une quelconque des revendications 2 à 11, dans
lequel la première unité d'étanchéité (3) est configurée plus large que la deuxième
unité d'étanchéité (4).
13. Battant de porte ou de fenêtre selon l'une quelconque des revendications 2 à 12, dans
lequel la première unité d'étanchéité (3) présente un premier mécanisme d'actionnement
et la deuxième unité d'étanchéité (4) présente un deuxième mécanisme d'actionnement,
les deux mécanismes d'actionnement étant indépendants l'un de l'autre.