[0001] Die Erfindung betrifft eine Verriegelungsvorrichtung, die zwischen einem Verriegelungszustand
und einem Freigabezustand umschaltbar ist, umfassend wenigstens eine Umschalteinrichtung
mit einem zwischen einer Verriegelungsstellung und einer Freigabestellung verstellbaren
Umschaltglied und einem elektromagnetischen Antrieb zum Verstellen des Umschaltglieds,
sodass die Verriegelungsvorrichtung sich in der Verriegelungsstellung des Umschaltglieds
im Verriegelungszustand und in der Freigabestellung des Umschaltglieds im Freigabezustand
befindet.
[0002] Bei bisher bekannten schließtechnischen Vorrichtungen handelt es sich für gewöhnlich
um mechanische oder elektronische Verriegelungsvorrichtungen. Seit langem bekannt
sind vor allem mechanische Vorrichtungen wie z.B. alle Arten von Türschlössern, Vorhängeschlössern
oder dergleichen. Der Vorteil dieser Konstruktionen ist die einfache und billige Herstellung
mit seit langem bekannten Technologien. Ein wesentlicher Nachteil jedoch ist die manchmal
nicht ausreichende Sicherheit derartiger Schlösser gegen unerlaubtes Nachsperren sowie
die festgelegten schwer änderbaren Schließberechtigungen.
[0003] Einen erhöhten Schutz vor unbefugtem Zutritt und flexiblere Berechtigungsvergabe
gewähren elektronische Schließvorrichtungen, da bei derartigen Vorrichtungen die Sperrinformation
codiert vorliegt und mit den bekannten Technologien nur schwer dupliziert, von entsprechend
berechtigten Personen beispielsweise in einer Software aber einfach geändert werden
kann. Nachteilig ist jedoch für gewöhnlich, dass für die Umstellung eines Umschaltglieds
zwischen einer Verriegelungsstellung und einer Freigabestellung bei derartigen schließtechnischen
Vorrichtungen komplizierte elektronische und mechanische Bauteile notwendig sind und
ein hoher Energieverbrauch auftritt. Durch den für gewöhnlich aufwendigen Aufbau derartiger
elektronischer Schließvorrichtungen sind die Konstruktionen teuer in der Herstellung
und auf Grund der Vielzahl an Bauteilen auch oft fehleranfällig.
[0004] Zum Betätigen einer Verriegelungsvorrichtung ist üblicherweise ein Betätigungsglied
vorgesehen, wie beispielsweise ein Türgriff, ein Türknauf, ein Schlüssel oder dergleichen,
dessen Bewegung entweder unmittelbar oder unter Zwischenschaltung einer Kupplungseinrichtung
mit einem Sperrglied, wie beispielsweise einer Sperrnase oder einem Sperrriegel, zum
Öffnen oder Schließen eines Schlosses gekuppelt ist, wobei die Kupplungseinrichtung
das Betätigungsglied mit der Sperreinrichtung in der Regel nur dann kuppelt, wenn
eine Zutrittsberechtigung festgestellt wurde. Die Zutrittsberechtigung kann hierbei
mechanisch durch Einstecken eines passenden Schlüssels oder elektronisch durch eine
Identifizierung mittels eines elektronischen Codes festgestellt werden. Vor allem
bei elektronischen Schlössern sind herkömmliche Kupplungseinrichtungen kompliziert
im Aufbau und wartungsanfällig, da die Kupplungsglieder meist durch Motoren oder andere
elektromagnetische Antriebe angetrieben werden müssen, um zwischen einer Ineingriffs-
und einer Außereingriffslage bewegt zu werden. Hinzu kommt, dass gegen Manipulation
jeglicher Art, z.B. durch Krafteinwirkung durch Schlag oder mittels starker Magneten,
Vorkehrungen getroffen werden müssen. Die Konstruktion weist in der Regel einen hohen
Platzbedarf auf, sodass eine Miniaturisierung nicht ohne weiteres möglich ist.
[0005] Die vorliegende Erfindung zielt darauf ab, die oben erwähnten Nachteile zu vermeiden
und eine Verriegelungsvorrichtung zu schaffen, die günstig in der Herstellung ist
und eine geringere Wartungsanfälligkeit und eine höhere Sperrsicherheit aufweist.
Weiter soll der für den Antrieb erforderliche Stromverbrauch minimiert werden.
[0006] Die Erfindung zielt weiters darauf ab, die Baugröße derart zu verkleinern, dass sämtliche
elektrische und mechanische Baugruppen in eine schließtechnische Einrichtung der herkömmlichen
Art, wie beispielsweise ein Zylinderschloss, integriert werden können.
[0007] Zur Lösung dieser Aufgabe ist die Verriegelungsvorrichtung der eingangs genannten
Art im Wesentlichen derart weitergebildet, dass der elektromagnetische Antrieb des
Umschaltglieds wenigstens eine Erregerspule und einen durch die Wirkung der Erregerspule
elektromagnetisch zwischen zwei Endstellungen hin- und herbewegbaren, permanentmagnetischen
Anker aufweist. In einer bevorzugten Ausführung wirkt der permanentmagnetische Anker
in wenigstens einer seiner beiden Endstellungen, bevorzugt in beiden Endstellungen,
mit einem bzw. jeweils einem ferro- oder permanentmagnetischen Element magnetisch
zusammen, um den Anker in der jeweiligen Endstellung zu halten.
[0008] Durch die Verwendung eines elektromagnetischen Antriebs, bei dem wenigstens eine
Erregerspule bei entsprechender Bestromung einen hin- und herbewegbaren Anker magnetisch
anzieht oder abstößt, wird die für die Umschaltbewegung erforderliche Bewegung in
überaus energiesparender Weise hervorgerufen, weil für die Bewegung jeweils nur ein
kurzer Stromimpuls erforderlich ist. Dadurch, dass der Anker von einem Permanentmagneten
gebildet ist, kann auch mit einem relativ schwachen Magnetfeld der wenigstens einen
Erregerspule das Auslangen gefunden werden, was den Stromverbrauch reduziert. Der
elektromagnetische Antrieb weist bevorzugt einen offenen ferromagnetischen Kreis,
wie z.B. Eisenkreis, auf. In einer weiteren bevorzugten Ausführung weist der elektromagnetische
Antrieb keinen gesonderten ferromagnetischen Kreis, wie z.B. Eisenkreis, auf. In weiteren
bevorzugten Ausführungen kann der permanentmagnetische Anker in die wenigstens eine
Erregerspule hineinreichen, muss dies aber nicht. So kann die wenigstens eine Erregerspule
in einer weiter bevorzugten Ausführung als Luftspulen ausgebildet sein.
[0009] Bei herkömmlichen Elektromagneten muss die Stromzufuhr aufrechterhalten werden, um
den Anker in einer Endstellung zu halten, was einen hohen Stromverbrauch verursacht.
Bei einer bevorzugten Ausbildung wird der permanentmagnetische Anker im Gegensatz
dazu stromlos in der Endstellung gehalten, indem der Anker in der Endstellung mit
einem ferro- oder permanentmagnetischen Element magnetisch zusammenwirkt. Das ferro-
oder permanentmagnetische Element ist hierbei bevorzugt derart angeordnet, dass es
vom Anker berührt wird, sobald der Anker die Endstellung erreicht. Bevorzugt ist an
beiden Endstellungen jeweils ein ferro- oder permanentmagnetisches Element angeordnet,
sodass der Anker in beiden Endstellungen magnetisch festgehalten wird, ohne dass die
Erregerspule stromdurchflossen ist. Dadurch wird eine bistabile Umschalteinrichtung
geschaffen, die lediglich für die Umstellung des Ankers von der einen Endstellung
in die andere Endstellung einen kurzen Stromimpuls benötigt.
[0010] Die wenigstens eine Erregerspule kann bevorzugt derart angeordnet sein, dass sie
den Anker zumindest über eine axiale Teillänge des Ankers umschließt. Alternativ kann
die wenigstens eine Erregerspule auch so angeordnet sein, dass sie in Richtung der
Hin- und Herbewegung des Ankers an den Anker anschließt oder zumindest ausreichend
in dessen Wirkbereich liegt. In all diesen Fällen ist jedoch vorgesehen, dass die
geometrische Achse der wenigstens einen Erregerspule mit der sich in der Richtung
der Hin- und Herbewegung erstreckenden Längsachse des Ankers fluchtet. Bevorzugt ist
hierbei vorgesehen, dass kein geschlossener Eisenkreis ausgebildet wird.
[0011] Der permanentmagnetische Anker ist bevorzugt in Richtung seiner Hin- und Herbewegung
polarisiert, d.h. der Nordpol und der Südpol befinden sich an in Bezug auf die Hin-
und Herbewegung gegenüberliegenden Endbereichen des Ankers.
[0012] Der permanentmagnetische Anker kann bevorzugt einen quadratischen, rechteckigen,
kreisrunden, dreieckigen oder elliptischen Querschnitt aufweisen.
[0013] Wenn eine einzige Erregerspule vorgesehen ist, kann die gewünschte Richtung der Bewegung
des Ankers durch geeignete Polung der Erregerspule erzielt werden. Wenn, wie dies
einer bevorzugten Ausbildung entspricht, zwei Erregerspulen vorgesehen sind, könnte
in einer weiteren bevorzugten Ausführung bei einem Richtungswechsel auf eine Umpolung
der Erregerspulen verzichtet werden, wenn die eine Erregerspule für die Hinbewegung
und die andere Erregerspule für die Herbewegung verantwortlich ist. Es kann aber auch
in einer weiteren bevorzugten Ausführung eine Spule jeweils den Anker abstoßen und
die Zweite zieht diesen gleichzeitig an. So erreicht man eine höhere Kraftwirkung
auf den Anker, da an beiden Endlagen jeweils eine Spule sehr nahe ist und auf Grund
des geringen Abstandes eine hohe Kraftwirkung entfalten kann. Für die Bewegung des
Ankers in die Gegenrichtung werden beide Spulen umgepolt. Dabei können die Spulen
auch zeitlich versetzt angesteuert werden.
[0014] Im Falle von zwei Erregerspulen umschließen diese bevorzugt die zwei entgegengesetzten
Endbereiche des Ankers oder sind diesen benachbart angeordnet.
[0015] Das wenigstens eine für das Halten der Endstellung des Ankers vorgesehene ferro-
oder permanentmagnetische Element kann in bevorzugter Weise in oder an der Erregerspule
angeordnet sein. Im Falle von zwei Erregerspulen kann vorgesehen sein, dass jede Erregerspule
ein ferro- oder permanentmagnetisches Element aufweist, das die jeweilige Endstellung
definiert.
[0016] Die wenigstens eine Erregerspule ist bevorzugt ortsfest angeordnet und der Anker
ist relativ zur ortsfesten Erregerspule hin- und herbeweglich geführt. Dadurch kann
auf bewegliche elektrische Kontakte, wie z.B. Schleifkontakte, verzichtet werden.
[0017] Der Anker besteht bevorzugt aus einem permanentmagnetischen Material, das eine hohe
magnetische Flussdichte aufweist. Beispielsweise ist der Anker als Neodym-Eisen-Bor-Magnet
(Nd2Fe14B) ausgebildet.
[0018] Ein Vorteil des erfindungsgemäßen Antriebs liegt in der geringen Anzahl von Bauteilen
und in der daraus resultierenden zuverlässigen Arbeitsweise. Weiters ist auf Grund
des einfachen Aufbaus eine Miniaturisierung möglich, sodass bei entsprechend kleiner
Baugröße eine Anordnung innerhalb der Verriegelungsvorrichtung ermöglicht wird, ohne
die vorgegebene Baugröße z.B. eines herkömmlichen Schließzylinders überschreiten zu
müssen.
[0019] Weiters sind mit dem erfindungsgemäßen Antrieb überaus kurze Stellzeiten möglich,
sodass besonders kurze Ver- und Entriegelungszeiten erreicht werden.
[0020] Gemäß einer Ausführung der Erfindung bildet der permanentmagnetische Anker das für
die Umschaltung der Verriegelungsvorrichtung zwischen einem Verriegelungszustand und
einem Freigabezustand verantwortliche Umschaltglied aus. Hierbei ist somit kein gesondertes
Umschaltglied vorgesehen, sondern der Anker übernimmt die Funktion des Umschaltglieds.
[0021] Das Material des Ankers wird jedoch in erster Linie im Hinblick auf seine permanentmagnetischen
Eigenschaften ausgewählt, sodass der Anker für manche Anwendungsfälle keine ausreichende
mechanische Stabilität aufweist. Bevorzugt ist daher vorgesehen, dass das Umschaltglied
als vom permanentmagnetischen Anker gesondertes Element ausgebildet ist, mit welchem
der Anker antriebsmäßig zusammenwirkt. Das Material des Ankers und das Material des
Umschaltglieds kann hierbei im Hinblick auf die jeweiligen Anforderungen ausgewählt
werden, nämlich das Material des Ankers im Hinblick auf die permanentmagnetischen
Eigenschaften und das Material des Umschaltglieds im Hinblick auf eine ausreichende
mechanische Stabilität. Das Umschaltglied kann hierbei bevorzugt aus einem ferromagnetischen
Material bestehen.
[0022] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführung ist das Umschaltglied entlang eines geraden
Verstellweges zwischen der Verriegelungsstellung und der Freigabestellung verschieblich
geführt. Die translatorische Bewegung des Umschaltglieds ermöglicht es die Hin- und
Herbewegung des Ankers direkt in eine entsprechende Hin- und Herbewegung des Umschaltglieds
umzusetzen. Das Umschaltglied kann hierbei, wenn es als vom Anker gesondertes Bauteil
ausgebildet ist, vom Anker unmittelbar angeschoben bzw. zurückgezogen werden, wobei
die erforderliche Kopplung des Ankers mit dem Umschaltglied durch die magnetische
Kraft des permanentmagnetischen Ankers bewerkstelligt sein kann.
[0023] Für die Umschaltung der Verriegelungsvorrichtung zwischen dem Verriegelungszustand
und dem Freigabezustand mit Hilfe der Umschalteinrichtung kann gemäß einer bevorzugten
Ausführung vorgesehen sein, dass die Verriegelungsvorrichtung zwei Bauteile umfasst,
von denen eines relativ zum anderen bewegbar, insbesondere drehbar, angeordnet ist,
und dass das Umschaltglied die beiden Bauteile in der Verriegelungsstellung oder in
der Freigabestellung starr, insbesondere, drehfest miteinander verbindet und die Relativbewegung
in der jeweils anderen Stellung freigibt.
[0024] Eine besonders kleinbauende Ausführung gelingt hierbei bevorzugt dadurch, dass der
elektromagnetische Antrieb des Umschaltglieds in einem der beiden Bauteile aufgenommen
ist. Insbesondere kann der elektromagnetische Antrieb, umfassend die wenigstens eine
Erregerspule und den Anker, in einer bevorzugt zylindrischen Aufnahme eines der beiden
Bauteile aufgenommen sein.
[0025] Bevorzugt ist vorgesehen, dass die Verriegelungsvorrichtung als Schließzylinder mit
einem Schließzylindergehäuse und einem in einer Ausnehmung des Schließzylindergehäuses
drehbar gelagerten Zylinderkern ausgebildet ist.
[0026] Hierbei kann das Umschaltglied in vorteilhafter Weise als Verriegelungsstift ausgebildet
sein, der das Schließzylindergehäuse und den Zylinderkern in der Verriegelungsstellung
drehfest miteinander verbindet und in der Freigabestellung vollständig in das Schließzylindergehäuse
oder den Zylinderkern zurückgezogen ist. Im drehfest miteinander verbundenen Zustand
ist eine Betätigung der Verriegelungsvorrichtung dadurch gesperrt.
[0027] In konstruktiv besonders einfacher Weise kann hierbei vorgesehen sein, dass der Verriegelungsstift
in der Verriegelungsstellung ausgehend vom Zylinderkern in eine Ausnehmung des Schließzylindergehäuses
oder ausgehend vom Schließzylindergehäuse in eine Ausnehmung des Zylinderkerns eintaucht.
[0028] Das Umschaltglied, insbesondere der Verriegelungsstift, kann hierbei dazu dienen,
die händische oder mittels eines anderen Antriebs erfolgende Bewegung eines Sperrglieds
der Verriegelungsvorrichtung zu sperren oder freizugeben.
[0029] Alternativ kann das Umschaltglied, insbesondere der Verriegelungsstift, hierbei dazu
dienen, die händische oder mittels eines anderen Antriebs erfolgende Bewegung eines
Betätigungselements, wie z.B. einer Handhabe, der Verriegelungsvorrichtung zu sperren
oder freizugeben.
[0030] Bei Verriegelungsvorrichtungen können Kupplungseinrichtungen Verwendung finden, die
beispielsweise ein Betätigungselement mit dem Sperrglied koppeln oder entkoppeln.
Wenn das Betätigungselement vom Sperrglied entkoppelt ist, kann das Betätigungselement
ohne jegliche Wirkung frei bewegt werden, ein Betätigungsknauf kann beispielsweise
lediglich frei durchgedreht werden. Erst bei einer Kopplung des Betätigungselements
mit dem Sperrglied bewirkt eine Betätigung des Betätigungselements eine entsprechende
Bewegung des Sperrglieds. Im Rahmen der vorliegenden Erfindung sieht eine bevorzugte
Weiterbildung in diesem Zusammenhang vor, dass die Verriegelungsvorrichtung ein Betätigungselement,
wie z.B. eine Handhabe, aufweist, welches unter Zwischenschaltung einer Kupplungseinrichtung
mit dem Zylinderkern zur Bewegung desselben kuppelbar ist, wobei die Kupplungseinrichtung
ein zwischen einer Ineingriffsstellung und einer Außereingriffsstellung bewegbares
Mitnehmerelement aufweist, das vom Umschaltelement gebildet ist. Ein derartiger elektromagnetischer
Antrieb des Mitnehmerelements führt zu einer äußerst zuverlässigen Funktionsweise,
wobei aufgrund der kleinen Baugröße der Umschalteinrichtung ein derartiger Antrieb
ohne weiteres in die Kupplungseinrichtung integriert werden kann. Das Mitnehmerelement
ist dabei bevorzugt translatorisch geführt. Mit Vorteil ist das Mitnehmerelement in
einer Richtung quer oder parallel zur Drehachse des Betätigungsglieds translatorisch
geführt, wodurch eine besonders sichere Kopplung des Betätigungsglieds mit dem Sperrglied
erfolgen kann.
[0031] Die Erfindung kann im Rahmen von verschiedenen schließtechnischen Einrichtungen zum
Einsatz gelangen. Es ist daher bevorzugt vorgesehen, dass die Verriegelungsvorrichtung
als Schließzylinder, Doppelknaufschließzylinder, Doppelknaufschließzylinder mit einseitiger
oder beidseitiger Schlüsselsteckfunktion für eine mechanische Übersperre, Schließzylinder
mit lediglich einem Knauf, mit oder ohne Schlüsselsteckfunktion auf der dem Knauf
gegenüberliegenden Schließzylinderseite, Doppelschließzylinder, Doppelschließzylinder
mit beidseitiger mechanischer oder elektronischer oder mechatronischer Berechtigungsabfrage,
Halbzylinder, Halbzylinder mit Knauf, Halbzylinder mit mechatronischer Berechtigungsabfrage,
Halbzylinder mit elektronsicher Berechtigungsabfrage, Knauf, Beschlag mit Fallen und/oder
Riegelbetätigung, Einstemmschloss, selbstverriegelndes Einstemmschloss, Möbelschloss,
Möbelschließzylinder, Hangschloss oder Schaltzylinder ausgebildet ist.
[0032] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von in der Zeichnung schematisch dargestellten
Ausführungen näher erläutert. In dieser zeigen Fig. 1 eine erste Ausbildung der erfindungsgemäßen
Verriegelungsvorrichtung, Fig. 2 eine abgewandelte Ausbildung, Fig. 3 eine weitere
abgewandelte Ausbildung und Fig. 4 eine weitere abgewandelte Ausbildung.
[0033] In Fig. 1 ist ein Schließzylinder dargestellt, der ein feststehendes Schließzylindergehäuse
1 und einen darin rotierbar gelagerten Zylinderkern 2 umfasst. Eine Verdrehung des
Zylinderkerns 2 betätigt eine mit dem Zylinderkern 2 gekoppelte Sperrnase (nicht dargestellt),
welche wiederum ein Sperrelement, wie z.B. eine Falle oder einen Sperrriegel bewegt.
Die Betätigung des Zylinderkerns 2 kann in herkömmlicherweise durch einen in einen
Schlüsselkanal des Zylinderkerns 2 eingesteckten passenden mechanischen Schlüssels
oder durch eine mit dem Zylinderkern drehfest verbundene oder in drehfeste Verbindung
einkuppelbare Handhabe erfolgen. Eine Zutrittskontrolle erfolgt durch Überprüfen elektronischer
Zutrittsberechtigungsdaten, die auf einem geeigneten Datenträger gespeichert sind,
wobei die elektronischen Zutrittsberechtigungsdaten durch eine geeignete Leseeinrichtung
ausgelesen und in einer Auswerteschaltung im Hinblick auf die Zutrittsberechtigung
überprüft werden. Wenn eine Zutrittsberechtigung festgestellt wird, erfolgt eine Freigabe
durch eine Umschalteinrichtung, die ein zwischen einer Verriegelungsstellung und einer
Freigabestellung verstellbares Umschaltglied und einen elektromagnetischen Antrieb
zum Verstellen des Umschaltglieds aufweist.
[0034] Das Umschaltglied wird im vorliegenden Ausführungsbeispiel von einem permanentmagnetischen
Anker 4 gebildet, der in einer Ausnehmung 3 des Zylinderkerns 2 aufgenommen und in
der Ausnehmung 3 im Sinne des Pfeils 6 verschiebbar geführt ist. Der Anker 4 kann
hierbei von der in Fig. 1 dargestellten Freigabestellung in eine Verriegelungsstellung
verschoben werden, in welcher der Anker 4 in eine im Schließzylindergehäuse 1 ausgebildeten
Ausnehmung 7 verschoben wird, wodurch die Verdrehbarkeit des Zylinderkerns 2 relativ
zum Schließzylindergehäuse 1 blockiert ist. Der Antrieb des Ankers 4 erfolgt mit Hilfe
einer schematisch dargestellten Erregerspule 5, welche dem Anker 4 benachbart angeordnet
ist. Alternativ kann die Erregerspule den Anker 4 auch umschließen, wie dies mit dem
Bezugszeichen 5' angedeutet ist.
[0035] Bei einer Bestromung der Erregerspule 5 bzw. 5' mit einem Stromimpuls wird ein magnetisches
Feld erzeugt, das ein Abstoßen des Ankers in Richtung des Pfeils 6 bewirkt. Eine Rückkehr
des Ankers 4 von der Verriegelungsstellung in die Freigabestellung erfolgt durch umgepolte
Bestromung der Erregerspule 5 bzw. 5', sodass der Anker 4 magnetisch angezogen wird.
[0036] Bei der alternativen Ausführungsform gemäß Fig. 2 ist in der Ausnehmung 7 ein ferromagnetisches
Element 8 angeordnet, das ausgebildet ist, um den permanentmagnetischen Anker 4 in
der in die Ausnehmung 7 eintauchenden Verriegelungsstellung magnetisch zu halten.
[0037] Bevorzugt ist, wie in Fig. 3 dargestellt, ein weiteres ferromagnetisches Element
9 in der Ausnehmung 3 angeordnet, um den Anker 4 auch in der Freigabestellung magnetisch
zu halten. Dadurch können die Endstellungen des Ankers 4 auch ohne Bestromung der
Erregerspule 5 bzw. 5' gehalten werden.
[0038] In Fig. 4 ist eine weitere Ausbildung dargestellt, bei welcher die Verriegelungsvorrichtung
ein Betätigungselement, wie z.B. eine Handhabe, aufweist, welches unter Zwischenschaltung
einer Kupplungseinrichtung mit dem Zylinderkern zur Bewegung desselben kuppelbar ist,
wobei die Kupplungseinrichtung ein zwischen einer Ineingriffstellung und einer Außereingriffsstellung
bewegbares Mitnehmerelement aufweist. In Fig. 4 ist hierbei lediglich die Kupplungseinrichtung
sowie der Antrieb des Mitnehmerelements bzw. Umschaltglieds dargestellt.
[0039] Die Kupplungseinrichtung umfasst ein drehbares Kupplungsteil 10, das mit der nicht
dargestellten Handhabe (beispielsweise dem Drücker eines Beschlages) drehfest verbunden
ist. Die Kupplungseinrichtung umfasst weiters ein drehbares Kupplungsteil 11, welches
mit dem nicht dargestellten Einstemmschloss (in weitere Folge mit der Falle des Einstemmschlosses)
drehfest verbunden ist. Das Mitnehmerelement ist mit 12 bezeichnet und ist als Umschaltglied
ausgebildet, welches sich in Fig. 4 in der Verriegelungslage befindet, sodass sich
die Verriegelungsvorrichtung im Verriegelungszustand befindet. Die Handhabe kann hierbei
gemeinsam mit dem Kupplungsteil 10 frei durchgedreht werden. Um das Kupplungsteil
10 mit dem Kupplungsteil 11 drehfest zu kuppeln, muss das Umschaltglied 12 nach oben
bewegt werden, sodass es in die in dem Kupplungsteil 10 ausgebildete Ausnehmung 13
eintaucht, wenn die Ausnehmung 13 sich in einer mit dem Umschaltglied 12 fluchtenden
Lage befindet.
[0040] Der Antrieb des Umschaltglieds 12 erfolgt wiederum elektromagnetisch mit Hilfe eines
permanentmagnetischen Ankers 14 mit einem Nordpol N und eine Südpol S. Der Anker 14
ist in einer länglichen Führung aufgenommen und kann im Sinne des Doppelpfeils 15
auf und ab bewegt werden. Zu beiden Seiten des Ankers 14 ist jeweils eine Erregerspule
16 und 17 angeordnet. Der Anker 14 ist mit einer Stange 18 starr verbunden, die wiederum
mit einem weiteren Permanentmagneten 19 starr verbunden ist, der einen Nordpol N und
einen Südpol S aufweist. Der Permanentmagnet 19 ist mit dem Umschaltglied 12 gekoppelt.
Die Funktionsweise ist nun wie folgt.
[0041] Die beiden Erregerspulen 16 und 17 werden angesteuert, um den Anker 14 ausgehend
von der in Fig. 4 gezeigten Lage nach oben zu bewegen, wobei die Erregerspulen gemeinsam
wirken können, indem die Erregerspule 16 so bestromt wird, dass sie eine abstoßende
Kraft auf den Anker 14 ausübt und die Erregerspule 17 so bestromt wird, dass sie eine
anziehende Kraft auf den Anker 14 ausübt. Die Erregung der beiden Erregerspulen kann
zeitlich nacheinander erfolgen, sodass zuerst die Erregerspule 16 und danach die Erregerspule
17 bestromt wird, um den erforderlichen Hub des Ankers 14 mit minimalem Stromverbrauch
zu bewerkstelligen. Die Bewegung des Ankers 14 wird über die Stange 18 auf den Permanentmagneten
19 übertragen, der das Umschaltglied 12 nach oben schiebt. Für die umgekehrte Bewegung
ist vorgesehen, dass das Umschaltglied 12 aus einem ferromagnetischen Material besteht,
sodass der Permanentmagnet 19 bei der nach unten gerichteten Bewegung das Umschaltglied
12 magnetisch mitnimmt.
[0042] Um das Umschaltglied 12 in der jeweiligen Endstellung zu halten, können wiederum
ferro- oder permanentmagnetische Elemente vorgesehen sein (nicht dargestellt).
[0043] Stehen die zu kuppelnden Teile nicht in Flucht, so kann die sich zwischen Anker 14
und dem jeweiligen ferro- oder permanentmagnetischen Element ergebende magnetische
Feder in der Art vorgespannt werden, dass sich der Anker ein Stück in Richtung der
neuen Endlage bewegt, so dass der Anker 14 oder der mit diesem mechanisch gekoppelte
Permanentmagnet 19 in den Wirkbereich des jeweiligen ferro- oder permanentmagnetischen
Elements kommt und durch die Wirkung der magnetischen Feder in die jeweilige Endlage
gezogen wird, sobald die zu kuppelnden Teile in Flucht stehen.
[0044] Die in Fig. 4 dargestellte Konstruktion kann beispielsweise auch in einen Zylinderknauf
oder entsprechend miniaturisiert auch in anderen Teilen eines Schließzylinders oder
Schließzylinderkerns untergebracht werden.
1. Verriegelungsvorrichtung, die zwischen einem Verriegelungszustand und einem Freigabezustand
umschaltbar ist, umfassend wenigstens eine Umschalteinrichtung mit einem zwischen
einer Verriegelungsstellung und einer Freigabestellung verstellbaren Umschaltglied
(4, 12) und einem elektromagnetischen Antrieb zum Verstellen des Umschaltglieds (4,
12), sodass die Verriegelungsvorrichtung sich in der Verriegelungsstellung des Umschaltglieds
(4, 12) im Verriegelungszustand und in der Freigabestellung des Umschaltglieds (4,
12) im Freigabezustand befindet, dadurch gekennzeichnet, dass der elektromagnetische Antrieb wenigstens eine Erregerspule (5, 5') und einen durch
die Wirkung der Erregerspule (5, 5') elektromagnetisch zwischen zwei Endstellungen
hin- und herbewegbaren, permanentmagnetischen Anker (4, 14) aufweist.
2. Verriegelungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der permanentmagnetische Anker (4, 14) in wenigstens einer seiner beiden Endstellungen,
bevorzugt in beiden Endstellungen, mit einem bzw. jeweils einem ferro- oder permanentmagnetischen
Element magnetisch zusammenwirkt, um den Anker (4, 14) in der jeweiligen Endstellung
zu halten.
3. Verriegelungsvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der elektromagnetische Antrieb einen offenen ferromagnetischen Kreis, wie z.B. Eisenkreis,
aufweist.
4. Verriegelungsvorrichtung nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass der elektromagnetische Antrieb keinen ferromagnetischen Kreis, wie z.B. Eisenkreis,
aufweist.
5. Verriegelungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der elektromagnetische Antrieb für das Halten der Endstellungen des Ankers (4, 14)
und für die Hin- und Herbewegung des Ankers (4, 14) keine mechanische Feder aufweist.
6. Verriegelungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass sich zwischen dem Anker (4, 14) und dem jeweiligen ferro- oder permanentmagnetischen
Element eine magnetische Feder ergibt.
7. Verriegelungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der permanentmagnetische Anker (4, 14) das Umschaltglied (4, 12) ausbildet.
8. Verriegelungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Umschaltglied (12) als vom permanentmagnetischen Anker (4, 14) gesondertes Element
ausgebildet ist, mit welchem der Anker (4, 14) antriebsmäßig zusammenwirkt.
9. Verriegelungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Umschaltglied (4, 12) entlang eines geraden Verstellweges zwischen der Verriegelungsstellung
und der Freigabestellung verschieblich geführt ist.
10. Verriegelungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Verriegelungsvorrichtung zwei Bauteile umfasst, von denen eines relativ zum anderen
bewegbar, insbesondere drehbar, angeordnet ist, und dass das Umschaltglied (4, 12)
die beiden Bauteile in der Verriegelungsstellung oder in der Freigabestellung starr,
insbesondere, drehfest miteinander verbindet und die Relativbewegung in der jeweils
anderen Stellung freigibt.
11. Verriegelungsvorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der elektromagnetische Antrieb des Umschaltglieds (4, 12) in einem der beiden Bauteile
aufgenommen ist.
12. Verriegelungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Verriegelungsvorrichtung als Schließzylinder mit einem Schließzylindergehäuse
(1) und einem in einer Ausnehmung des Schließzylindergehäuses (1) drehbar gelagerten
Zylinderkern (2) ausgebildet ist.
13. Verriegelungsvorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Umschaltglied (12) als Verriegelungsstift ausgebildet ist, der das Schließzylindergehäuse
(1) und den Zylinderkern (2) in der Verriegelungsstellung drehfest miteinander verbindet
und in der Freigabestellung vollständig in das Schließzylindergehäuse (1) oder den
Zylinderkern (2) zurückgezogen ist.
14. Verriegelungsvorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Verriegelungsstift in der Verriegelungsstellung ausgehend vom Zylinderkern (2)
in eine Ausnehmung des Schließzylindergehäuses (1) oder ausgehend vom Schließzylindergehäuse
(1) in eine Ausnehmung des Zylinderkerns (2) eintaucht.
15. Verriegelungsvorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Verriegelungsvorrichtung ein Betätigungselement, wie z.B. eine Handhabe, aufweist,
welches unter Zwischenschaltung einer Kupplungseinrichtung mit dem Zylinderkern (12)
zur Bewegung desselben kuppelbar ist, wobei die Kupplungseinrichtung ein zwischen
einer Ineingriffsstellung und einer Außereingriffsstellung bewegbares Mitnehmerelement
(12) aufweist, das vom Umschaltelement gebildet ist.
16. Verriegelungsvorrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass das Mitnehmerelement in einer Richtung quer oder parallel zur Drehachse des Betätigungselements
translatorisch geführt ist.
17. Verriegelungsvorrichtung nach Anspruch 15 oder 16, dadurch gekennzeichnet, dass das Mitnehmerelement aus einem ferromagnetischen Material besteht, das mit einem
vom Anker (4, 14) verschiedenen Permanentmagneten (19) magnetisch zusammenwirkt, wobei
der Anker (4, 14) ggf. unter Zwischenschaltung eines verschiebbaren Verbindungselements
mit dem Permanentmagneten (19) antriebsmäßig zusammenwirkt.
18. Verriegelungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass die Verriegelungsvorrichtung als Schließzylinder, Doppelknaufschließzylinder, Doppelknaufschließzylinder
mit einseitiger oder beidseitiger Schlüsselsteckfunktion für eine mechanische Übersperre,
Schließzylinder mit lediglich einem Knauf, mit oder ohne Schlüsselsteckfunktion auf
der dem Knauf gegenüberliegenden Schließzylinderseite, Doppelschließzylinder, Doppelschließzylinder
mit beidseitiger mechanischer oder elektronischer oder mechatronischer Berechtigungsabfrage,
Halbzylinder, Halbzylinder mit Knauf, Halbzylinder mit mechatronischer Berechtigungsabfrage,
Halbzylinder mit elektronsicher Berechtigungsabfrage, Knauf, Beschlag mit Fallen und/oder
Riegelbetätigung, Einstemmschloss, selbstverriegelndes Einstemmschloss, Möbelschloss,
Möbelschließzylinder, Hangschloss oder Schaltzylinder ausgebildet ist.