Bodenständersystem für Verkehrssignale und -tafeln
[0001] Gegenstand der Erfindung ist ein Bodenständersystem für Verkehrssignale und -tafeln
gemäss Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
[0002] Verkehrssignale und -tafeln, welche temporär an Autobahnen, Autostrassen aber auch
auf Verkehrswegen ohne Leitsysteme, wie Leitplanken und dergleichen aufgestellt werden
müssen, benötigen windresistente Bodenständer. Üblicherweise werden Bakenfüsse verwendet,
in welchen die Spannrohre für die Signale eingesteckt werden können. Diese Bakenfüsse
sind zwar schwer, sie haben jedoch eine verhältnismässig kleine Standfläche und können
bei höheren Windgeschwindigkeiten, insbesondere Starkwindverhältnissen, die Verkehrssignale
nicht sicher halten und kippen um. Eine Windböe kann auch durch schnell fahrende Lastwagen
ausgelöst werden und das Signal kippen. Ein gekipptes Signal ist für den Autofahrer
nicht mehr sichtbar und daher können Gefahrenzonen nicht mehr rechtzeitig erkannt
werden. Zudem kann ein gekippter Bakenfuss ein gefährliches Hindernis bilden.
[0003] Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht nun darin, ein Bodenständersystem
für Verkehrssignale und -tafeln zu schaffen, der auch bei Starkwindverhältnissen,
z.B. über 65 km/h sicher standhalten.
[0004] Gelöst wird diese Aufgabe durch ein Bodenständersystem gemäss den Merkmalen des Patentanspruchs
1. Vorteilhafte Ausgestaltungen des Bodenständers sind in den abhängigen Ansprüchen
umschrieben.
[0005] Der einen Hauptrahmen und zwei daran angelenkte Nebenrahmen umfassende Bodenständer
weist eine sehr grosse, insbesondere ein Mehrfaches der Bodenfläche eines Bakenfusses
auf. Durch das Auflegen von einem oder zwei Bakenfüsse auf die vom Spannrohr beabstandet
angeordneten Nebenrahmen kann erreicht werden, dass auch bei hohen Windgeschwindigkeiten
die Verkehrssignale nicht mehr umstürzen. Bei noch höherer Windgeschwindigkeit können
die Verkehrssignale sich zwar temporär neigen und durch die Verkleinerung der projizierten
Angriffsfläche des Windes die Gefahr zu kippen, verringern. Unmittelbar nach Abflauen
einer Windböe oder einer längeren hohen Windgeschwindigkeit kehrt der Bodenständer
in die Ausgangslage zurück. Diese Eigenschaft wird ermöglicht durch die gelenkige
Verbindung zwischen dem Hauptrahmen und den Nebenrahmen. Bei noch höherer Windgeschwindigkeit,
die auch zu Umstürzen des Bodenständers führen würde, kann das Verkehrssignal am Spannrohr
über einen elastischen Verbindungsbereich zwischen zwei Spannrohrabschnitten, wie
aus dem Skirennsport bekannt, verfügen. Das Umstürzen kann verhindert werden, indem
sich das Verkehrssignal bis in die Horizontale umlegt und folglich den starken Windkräften
durch die vollständige Verkleinerung der Angriffsfläche widersteht.
[0006] Die Standfestigkeit des Bodenständers kann auch durch Auflegen weiterer Bakenfüsse
oder auch anderer, als Gewichte geeignete Elemente wie Stahl- oder Betonplatten oder
mit Wasser gefüllte Behälter oder Sandsäcke wesentlich erhöht werden.
[0007] Sowohl der Bodenständer als auch die Bakenfüsse sind stapelbar. Zum Stapeln der Bodenständer
werden die Nebenrahmen um ca. 180° geschwenkt und im Hauptrahmen versenkt, so dass
mit geringstem Raumaufwand auf einer Normpalette ohne Weiteres 10 oder 20 Bodenständer
stapelbar und transportierbar sind.
[0008] Anhand eines illustrierten Ausführungsbeispiels wird die Erfindung näher erläutert.
Es zeigen:
- Figur 1
- einen Bodenständer mit in einer gemeinsamen Ebene liegendem Haupt- und Nebenrahmen
und eine aufgesetzte und befestigte Aufnahme für ein Spannrohr,
- Figur 2a
- einen Vertikalschnitt durch den Bodenständer in Figur 1,
- Figur 2b
- eine perspektivische Ansicht des Bodenständers mit teilweise aufgeschnittener Aufnahme,
- Figur 3
- einen Bodenständer mit abgenommener und auf dem Hauptrahmen verstauter Aufnahme,
- Figur 4
- einen Bodenständer mit je einem auf den Nebenrahmen aufgelegten Bakenfuss mit aufgesetzter
Aufnahme,
- Figur 5
- einen Bodenständer mit aufgesetzten Bakenfüssen, dessen Hauptrahmen durch eine Windböe
oder Starkwind in einem Winkel α zur Standfläche temporär angehoben ist und
- Figur 6
- einen Bodenständer mit eingeklappten Nebenrahmen, transportbereit.
[0009] Mit Bezugszeichen 1 ist ein Bodenständersystem bezeichnet. Dieses umfasst einen Bodenständer
3 mit einem Hauptrahmen 5 aus zwei Holmen 7, zwei die Holmen 7 verbindenden Stegen
9 und einen Zentralsteg 11. Die beiden Holme 7 sind vorzugsweise aus U-förmigen Profilen
aus Stahl oder Aluminium hergestellt, wobei die Schenkel der Holme 7 nach oben gerichtet
sind. Die Stege 9 sind, aus Gewichtsgründen, ebenfalls U-förmige Profile. Sie könnten
auch geschlossene rechteckförmige Querschnitte aufweisen. Der Zentralsteg 11 besteht
aus einem Rohr, das mit den beiden Holmen 7 verbunden ist. Eine Aufnahme 13 aus einem
Rohr, vorzugsweise rechteckförmigem Rohr, wird dreiseitig gehalten von einem am Zentralsteg
11 befestigten Halter 29 und durch einen Träger 12 mit einer Ausnehmung, in welche
das untere Ende der Aufnahme 13 eingreifen kann. Die Aufnahme 13 ist vom Halter 29
am Zentralsteg 11 abnehmbar und kann in montiertem Zustand durch ein Spannmittel 15,
beispielsweise einem Zurrgurt, gespannt gehalten werden. An den Enden der Holme 7
sind in deren Schenkeln Bohrungen ausgebildet, welche Schwenkzapfen 17 aufnehmen.
Auf den Schwenkzapfen 17 sind die ersten Enden von Holmen 19, welche seitlich einen
Nebenrahmen 21 bilden, angelenkt. Die Holme 19 der Nebenrahmen 21 sind ebenfalls Stege
23 und 25 miteinander verbunden. An den aussenliegenden zweiten Enden der Stege 23,
25 sind Laschen 27 ausgebildet. Diese können am aussenliegenden Steg 23, 25 befestigt
oder durch einen Stanz-/Biegevorgang einteilig mit dem Steg 23, 25 hergestellt sein.
Die Stege 9 können eine grössere Höhe H aufweisen als die Höhe h der Holme 7.
[0010] Weiter ist an den Holmen 19 der Nebenrahmen 21 im Bereich des Gelenkes beim Schwenkzapfen
17 ein Anschlagblech 31 befestigt, welches einerseits den Schwenkwinkel zwischen dem
Hauptrahmen 5 und dem Nebenrahmen 21 einschränkt. Weiter kann zwischen den Holmen
7 des Hauptrahmens 5 ein die Holmen 7 verbindendes Lagerblech 33 eingesetzt sein,
auf welchem die Aufnahme 13 nach deren Demontage bei Nichtgebrauch aufleg- und staubar
ist.
[0011] Wie in den Figuren dargestellt, können auf die beiden Nebenrahmen 21 als Gewichte
Bakenfüsse 35 aufgelegt werden. Bakenfüsse 35 sind meist aus Abfallgummi und dergleichen
oder Beton bestehende Körper zum Einstecken von Spannrohren 43 geeignet geformten
Löchern 37 und für deren Transport ausgebildeten Handgriffen 39. Selbstverständlich
können auch Platten aus Stahl oder Beton, Sandsäcke oder mit Wasser gefüllte Behälter
als Gewichte verwendet werden.
[0012] Figur 5 zeigt das Bodenständersystem 1 bei Starkwind, beispielsweise Wind über 50
km/h (siehe Pfeil F). Der Hauptrahmen 5 ist dabei um einen Winkel α zur Auflagefläche
am Boden um das Gelenk zwischen dem Nebenrahmen 21 und dem Hauptrahmen 5 geschwenkt.
Der Nebenrahmen mit dem Bakenfuss 35 auf der rechten Seite liegt weiterhin auf dem
Boden; der Nebenrahmen 21 auf der linken Seite ist um den Winkel α nach unten weggeschwenkt
und liegt weiterhin horizontal, d.h. parallel, zum Boden. Der Nebenrahmen 21 auf der
rechten Seite wird in dieser Position durch das Rastblech 31, gegen Verschieben gehalten.
Die Rastbleche 31 sind als von den Holmen 19 der Nebenrahmen 21 dreieckförmig abstehende
Zacken geformt. Die nach oben ragende Zacke verhindert, dass der Bakenfuss 35 bei
viel Wind gegen den Hauptrahmen 5 gleiten kann. Geeignete Mittel (nicht gezeigt) verhindern
ein Verschwenken der Nebenrahmen um mehr als den Winkel α. Durch die Verschwenkung
des Hauptrahmens 5 und damit auch der Aufnahme 13 mit dem darin eingesteckten Spannrohr
43, das an seinem oberen Ende ein Verkehrssignal trägt, ist ebenfalls um den Winkel
α zur Bodenoberfläche geneigt. Dadurch hat sich die projizierende Fläche des Verkehrssignals,
welche der Kraft F des Windes ausgesetzt ist, verkleinert. Der Bodenständer 3 kippt
folglich nicht. Sobald die Kraft F des Windes abnimmt, kehren der Hauptrahmen 5 und
der linke Nebenrahmen 21 auf den Boden zurück und liegen wieder in gestreckter gemeinsamer
Bodenebene.
[0013] Figur 6 zeigt den Bodenständer 3 in Lager- und Transportstellung. Die beiden Nebenrahmen
21 sind, geschwenkt um die Schwenkzapfen 17 in den Hauptrahmen 5 hineingelegt. Sie
liegen teilweise versenkt zwischen den Schenkeln der Holme 7 des Hauptrahmens 5 und
überragen dadurch die Stege 9 bzw. deren Oberkanten auf der Höhe H nicht. Sie können
daher ohne Weiteres raumsparend übereinander gestapelt werden. Um eine Verschiebung
der übereinander gestapelten Bodenständer 3 während des Transports zu verhindern,
sind in den Stegen 9 Bohrungen 45 für Zapfen 47 ausgebildet, die bei den gestapelten
Bodenständern 3 ineinandergreifen.
[0014] Die Bodenständer 3 sind kostengünstig aus handelsüblichen Profilen für die Holme
7, 19 und die Stege 9, 23, 25 sowie die Aufnahme 13 oder aus einfachen, durch einen
Stanz- und Biegevorgang erzeugte Profile, welche auf das Lagerblech 33 aufgelegt ist,
herstellbar.
1. Bodenständersystem (1) mit einem Bodenständer (3) für Verkehrssignale und -tafeln,
umfassend einen Standfuss mit einer Standfläche für die Aufstellung auf Asphalt-,
Kies- oder Wiesenflächen und ein Aufnahmerohr (13) zum Befestigen eines Spannrohrs
(43) für ein Verkehrssignal,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Standfuss einen Hauptrahmen (5) für die Befestigung der Aufnahme (13) und zwei
am Hauptrahmen (5) auslenkbare Nebenrahmen (21) umfasst.
2. Bodenständersystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Hauptrahmen (5) zwei beabstandet angeordnete aus Profilen bestehende Holme (7),
zwei die Holme (7) verbindende Stege (9) und einen Zentralsteg (11) umfasst, an welchem
die Aufnahme (13) befestigbar ist.
3. Bodenständersystem nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Stege (9) eine grössere Höhe H aufweisen als die Höhe h der Holme (7) und Mittel
(45, 47) zum Festhalten übereinander gestapelter Bodenständer (3) aufweisen.
4. Bodenständersystem nach einem der Ansprüche 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufnahme (13) mit dem Zentralsteg (11) durch einen Halter (29) lösbar verbunden
und mit einem Spannelement (15) mit dem Zentralsteg (11) verspannbar ausgebildet ist.
5. Bodenständersystem nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass an den Nebenrahmen (21) Mittel (31, 27) zum Festhalten von Bakenfüssen (35) ausgebildet
sind.
6. Bodenständersystem nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Nebenrahmen (21) an Schwenkzapfen (17) mit dem Hauptrahmen (5) verbunden sind,
wobei der Schwenkwinkel aus der gestreckten, in Linie mit dem Hauptrahmen (5) liegenden
Arbeitsstellung nach unten kleiner ist als aus der Arbeitsstellung nach oben.
7. Bodenständersystem nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Querschnitte der Holme (7) des Hauptrahmens (5) U-förmig sind und dass die Holme
(19) der Nebenrahmen (21) für den Transport zwischen die Schenkel der Holme (7) des
Hauptrahmens (5) einführbar ausgebildet sind.
8. Bodenständersystem nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass an den Holmen (19) der Nebenrahmen (21) Rastbleche (31) zur Verhinderung des Gleitens
und zum Festhalten von aufgelegten Bakenfüssen (35) Platten aus Stahl oder Beton oder
mit Wasser oder Sand gefüllte Behältnisse angeordnet sind.