[0001] Die vorliegende Erfindung befasst sich mit einer Fassadenelementhalterung als Teil
eines Systems zur Fassadenbefestigung. Diese Fassadenelementhalterung ist unter anderem
geeignet für eine vorgehängte, hinterlüftete Fassade, wie sie heute vielfach bei Neubauten
wie Renovationen Verwendung findet.
HINTERGRUND
[0002] Als Gebäudehülle wird heute die Gesamtheit aller Bauteile verstanden, die ein Gebäude
nach aussen abschliessen. Im modernen Wohn- und Gewerbebau muss eine Gebäudehülle
dabei eine Vielzahl von Funktionen erfüllen; so als Barriere gegen Wettereinflüsse,
als thermische wie auch akustische Isolation und nicht zuletzt als Designelement,
das einem Gebäude seinen Wiedererkennungswert verleiht. Unter einer vorgehängten Fassade
versteht man dabei eine Gebäudehülle, die nicht wie eine Putzschicht oder Farbanstrich
direkt auf der tragenden Aussenwand angebracht wird, sondern beabstandet an ihr befestigt
wird. Im Kontext dieser Erfindung wird unter einem Fassadensystem bzw. Fassadenbefestigungssystem
eine Zusammenstellung betrachtet aus zumindest einer Unterkonstruktion an der tragenden
Aussenwand, den daran befestigten eigentlichen, sichtbaren Fassadenelementen und der
Fassadenelementhalterung als Befestiger bzw. Verbindungselement dazwischen.
[0003] Ein Vorteil von vorgehängten, hinterlüfteten Fassaden ist, dass die tragende Gebäudehülle
bis auf die Aufnahmepunkte der Unterkonstruktion im Wesentlichen funktional statisch
ausgelegt werden kann. Die Unterkonstruktion definiert ein Volumen zwischen der statisch
tragenden Aussenwand, das der Aufnahme von Wärmeisolation und Versorgungsleitungen
dienen kann. Als Fassadenelement wird im vorliegenden Kontext das Bauelement verstanden,
dass die Gebäudehülle nach aussen sichtbar abschliesst.
STAND DER TECHNIK
[0004] Im Stand der Technik sind eine Vielzahl von Fassadenvarianten bekannt. Generell benötigt
eine vorgehängte Fassade eine Unterkonstruktion, die den Abstand zwischen der tragenden
Aussenwand bzw. Gebäudestruktur und einem Fassadenelement vorgibt. Dazu ist es bekannt,
zur Lastableitung Trag- und Distanzelemente einzusetzen, deren erstes Ende punktuell
an der tragenden Aussenwand befestigt werden. An ihrem anderen Ende werden Langprofile
aus Stahl oder Aluminium, bevorzugt horizontal und/oder vertikal weitgehend parallel
zur tragenden Gebäudestruktur angebracht. An diesen Profilen wiederum werden über
die besagten Fassadenhalterungen die Fassadenelemente angebracht.
[0005] Eine häufige Forderung ist, dass eine vorgehängte Fassade "unsichtbar" befestigt
wird, dass also die mechanischen Verbindungspunkte zwischen Fassadenelementen und
Unterkonstruktion von aussen nicht sichtbar sind. Eine Lösung dieser Aufgabe darf
keine Kompromisse beim Montageaufwand und der Sicherheit bedeuten.
[0006] Ferner ist es wichtig, dass eine Fassade auch wieder demontierbar ist. Das kann notwendig
sein bei Reparatur oder Austausch einzelner Fassadenelemente bzw. beim Rückbau der
kompletten Fassade.
[0007] Die Erfindung hat daher die Aufgabe, ein Fassadensystem zu beschreiben, das mit möglichst
wenig Komponenten auskommt, einfach und sicher zu montieren und zu justieren ist sowie
unsichtbar befestigt werden kann. Diese wird durch die Merkmale des unabhängigen Anspruchs
1 gelöst. Ein Verfahren zur Montage wird ab Anspruch 9 beschrieben.
BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
[0008] Unter "Fassadenelemente" werden im Folgenden Bauteile verstanden, die als Teil einer
Gebäudehülle an einer Unterkonstruktion befestigt werden sollen. Diese Fassadenelemente
sind üblicherweise grossflächig, plan und haben eine quadratische oder rechteckige
Grundform. Sie werden häufig aus Faserzement, Kunststoffen, Metallplatten, Naturstein,
Glas oder Verbundmaterialien gefertigt. Sie dienen dem Schutz, der Isolation, der
Verschalung und/oder der Dekoration der Gebäudehülle. Auch funktionell aktive Fassadenelemente
wie Solarpaneele, elektronische Anzeigen oder Leuchtflächen seien mitumfasst.
[0009] Die in der vorliegenden Erfindung beschriebene Halterung für solche Fassadenelemente
umfasst im Wesentlichen zwei Profilelemente, die - wenn bestimmungsgemäss montiert
- im Sinne einer (Ein-)Hängeverbindung formschlüssig ineinander eingreifen können.
Für die Anwendung im Bauwesen ist es wichtig, dass die Verbindung lösbar ist.
[0010] Eine Fassadenelementhalterung umfasst daher ein erstes Profilelement, das als horizontal
zu montierendes Längsprofil ausgeführt ist und als solches Bestandteil, insbesondere
Abschlusselement der Unterkonstruktion einer Fassadenbefestigung ist bzw. wird. Bevorzugt
wird es daher als Längsprofil ausgeführt, das horizontal auf Abstandshaltern oder
Distanzelementen montiert wird. Der Parallelabstand dieser horizontal ausgerichteten
Längsprofile hängt unter anderem von den Dimensionen und dem Gewicht der Fassadenelemente
ab und wird in einem Montage- oder Verlegeplan festgelegt.
[0011] Ein zweites Profilelement ergänzt das erste Profilelement zum Kern der Halterung.
Es hat die Funktion eines an einem Fassadenelement anzubringenden Adapters oder Einhängeelementes.
Das zweite Profilelement wird an der Rückseite des Fassadenelements angebracht; dies
kann geschehen durch Verschrauben, Vernieten, Verkleben oder eine andere bekannte
Weise. Das zweite Profilelement kann als Leiste oder mehrfach als kurzer Abschnitt
am Fassadenelement angebracht werden - je nach Anforderung oder Vorgabe. Diese Profilelemente
können bevorzugt auch bereits bei der Herstellung bzw. Konfektionierung der Fassadenelemente
ab Werk angebracht werden statt am Montageort.
[0012] Um das oben erwähnte formschlüssige Eingreifen zu gewährleisten, schlägt die vorliegende
Erfindung vor, dass sowohl das erste wie das zweite Profilelement so ausgelegt werden,
dass sie in zwei Bereichen ineinander greifen können. Mit ineinander eingreifen ist
gemeint, dass bei der Montage die beiden Profilelemente so gefügt werden, dass sie
danach formschlüssig miteinander verbunden sind. Mit Formschluss ist dabei in üblicher
Definition gemeint, dass die beiden Profilelemente auch ohne ein drittes Element in
mindestens einer Raumrichtung in der Bewegung gehemmt ist - nach üblichem Verständnis
bewirkt der Formschluss, dass das Fassadenelement - korrekt montiert - gegen Herunterfallen
gesichert ist.
[0013] Die Hängeverbindung nach üblicher Montage bewirkt gleichzeitig einen Kraftschluss
(Reibschluss) in horizontaler Richtung. Das weiter unten beschriebene Sicherungselement
bewirkt zusätzlich, dass das Fassadenelement auch horizontal formschlüssig gesichert
ist.
[0014] Um das "Ineinandergreifen in zwei Bereichen" zu gewährleisten müssen - in verallgemeinerter
Formulierung - am ersten Profilelement zwei Sektionen A, B vorhanden sein, wobei Sektion
A eine erste Oberflächenform X aufweist und Sektion B eine zweite Oberflächenform
Y. Mit Sektionen sind dabei Bereiche bzw. Abschnitte des Profilkörpers gemeint, die
funktionell so ausgelegt sind, dass sie im Zusammenspiel mit einem Gegenstück bzw.
dem Bereich eines anderen Profils den Formschluss gewährleisten können. Dazu wird
die Oberfläche so gestaltet, dass deren Kontur mit der Kontur des Gegenstücks korrespondiert.
Das bedingt automatisch, dass die Dimensionen der Flächen so ähnlich gewählt sind,
dass der Formschluss möglich ist.
[0015] Konkret, wird das zweite Profilelement also ebenfalls zwei Sektionen C, D aufweisen,
wobei Sektion C eine erste Oberflächenform X' aufweist und Sektion D eine zweite Oberflächenform
Y' aufweist. Um den erwähnten Formschluss zu erreichen, werden X und X' sowie Y und
Y' paarweise gegengleich im Wesentlichen dieselbe Kontur aufweisen. Ferner werden
die Abstände von A zu B sowie C zu D im Wesentlichen gleich gross gewählt und die
räumliche Orientierung von A und B im ersten sowie C und D im zweiten Profilelement
so ausgeführt ist, dass das erste und zweite Profilelement im Abschnitt A und Abschnitt
C sowie in Abschnitt B und Abschnitt D formschlüssig ineinander greifen können.
Dies sind die geometrischen Randbedingungen, um die zwei formschlüssigen Bereiche
A/C und B/D mit ihren Oberflächenkonturen bzw. -formen X/X' und Y/Y' in Einklang zu
bringen.
[0016] Dabei wird nicht impliziert, dass der Formschluss nur in einer einzigen Relativlage
von A/C bzw. B/D erreicht werden kann oder nur in einer Endlage. Wie weiter unten
in Bezug auf das Justageelement erläutert wird, kann der Formschluss (im Sinne von
"gegen Herunterfallen gesichert") durchaus in verschiedenen Anordnungen von A und
C bzw. B und D zueinander erzielt werden.
[0017] Im einfachsten Fall werden die Oberflächenform X und die Oberflächenform Y im Wesentlichen
gleich ausgeführt, was die Herstellkosten verringern hilft.
[0018] Das erste wie auch das zweite Profilelement werden bevorzugt aus Aluminium gefertigt
z.B. im Strangpressverfahren, alternativ aus Stahl, z.B. als Stanz/Umformteil. Je
nach Zulässigkeit sind auch Kunststoffe vorstellbar, die feuerhemmend, hochschmelzend
und/oder faserverstärkt ausgeführt werden können.
[0019] Im Folgenden sollen Ausführung, Anordnung und Funktion eines Justage- und eines Sicherungselementes
beschrieben werden. Dazu ist es vorteilhaft, wenn das zweite Profilelement bereits
für die Aufnahme zumindest eines solcher Elementes vorbereitet ist, da es die Handhabungssicherheit
verbessert und den Aufwand am Montageort verringert. Dazu ist es vorteilhaft, am zweiten
Profilelement eine Gewindebohrung im Abschnitt C oder D vorzusehen. Die genaue Lage
und Ausrichtung ergibt sich dem Fachmann aus der Funktionsbeschreibung bei Figur 4.
Zusätzlich kann es vorteilhaft sein, im zweiten Profilelement eine Durchbohrung im
Abschnitt C oder D vorzusehen. Gewindebohrung und/oder Durchbohrung können bevorzugt
beabstandet in Profillängsrichtung angeordnet werden.
[0020] Das erwähnte Sicherungselement hat die Aufgabe, das montierte Fassadenelement gegen
seitliches (horizontales) Verschieben zu sichern. Gleichzeitig soll das Sicherungselement
aber ein Abheben / Ausheben, sprich die gewollte Demontage nicht beeinträchtigen.
Dazu wird das Sicherungselement als Schraubstift ausgeführt. Im Zusammenhang mit der
Erfindung ist mit Schraubstift ein Befestiger gemeint, der über einen kurzen Gewindeabschnitt
aufweist, der jedoch nur als Sicherung im ersten Profilelement wirksam wird. Das Gewinde
greift bei korrekter Auslegung und vorschriftsmässiger Montage nicht in das zweite
Profilelement ein. In der Reihenfolge von der Spitze bis zum Kopf betrachtet, weist
der Schraubstift bzw. das Sicherungselement an seinem ersten Ende eine Bohrspitze
auf, die in einen gewindefreien Schaft übergeht, der wiederum an einen Gewindeabschnitt
grenzt, an den sich ein als Flansch ausgeführter Kopf mit einem Kraftangriff anschliesst.
Der Gewindeabschnitt wird also im Wesentlichen als Unterkopfgewinde ausgeführt. Bei
der Handhabung kann der Schraubstift durch die oben beschriebene (optionale) Durchbohrung
im ersten Profilelement geführt werden und bohrt sich danach in das zweite Profilelement
ein. Das Unterkopfgewinde gräbt sich selbstfurchend in die Durchbohrung im ersten
Profilelement ein und sichert sich so selbst, wenn der Kopf anschlägt. Mit anderen
Worten, der Schraubstift steckt zwar im zweiten Profilelement und fixiert die relative
Lage zum ersten Profilelement (gegen horizontales Verschieben), verhindert jedoch
nicht dass die Halterung getrennt wird, sprich das erste Profilelement abgehoben wird,
da diese Bewegung parallel zur Längsachse des Schraubstiftes erfolgt. Sowohl die Bohrspitze
wie auch der gewindefreie Schaft wirken als Stiftelement. Wird ab Werk keine Durchbohrung
vorgesehen, kann durchaus mittels der Bohrspitze auch das Loch im ersten Profilelement
erzielt werden.
[0021] In einer nützlichen Weiterbildung kann ein Justageelement vorgesehen werden, das
als Stellschraube ausgeführt werden kann. Diese wird in die oben erwähnte Gewindebohrung
eingeführt und erlaubt es, das erste Profilelement gegenüber dem zweiten Profilelement
zu verschieben. Durch die Selbsthemmung des Gewindes bleibt die einmal gewählte Position
erhalten. In der vorgesehenen Montagelage wird also eine Höhenjustage des Fassadenelementes
relativ zum ersten Profilelement möglich.
[0022] Der erwähnte Formschluss durch die Abstimmung der Oberflächenformen X, X' sowie Y,
Y' lässt sich auf verschiedene Art und Weise erzielen. Ausgehend von den oben beschriebenen,
funktionellen und strukturellen Randbedingungen lässt sich eine bevorzugte Ausführung
realisieren, indem die Oberflächenform X im Wesentlichen aus drei aufeinander senkrecht
stehenden Flächen gebildet wird, die Aussenwinkel α, α' = 270° aufweisen. Damit sind
die Aussenflächen eines U-förmigen Körpers gemeint. Korrespondierend hierzu wird die
Oberflächenform X' im Wesentlichen aus drei aufeinander senkrecht stehenden Flächen
gebildet, die Innenwinkel β, β' = 90° aufweisen. Damit sind die Innenflächen eines
U-förmigen Körpers gemeint.
[0023] Zusammenfassend lässt sich also ein Verfahren zur Montage von Fassadenelementen mit
einer wie oben beschriebenen Fassadenelementhalterung wie folgt beschreiben:
- a) Bereitstellen von zweiten Profilelementen und Fassadenelementen
- b) Anbringen der zweiten Profilelemente an der Rückseite der Fassadenelemente
[0024] Diese Schritte können, wie erwähnt, vor Ort erfolgen oder als Prozessschritt bei
der Herstellung der Fassadenelemente.
c) Bereitstellen von ersten Profilelementen
d) Horizontales Verbauen der ersten Profilelemente als äussere Abschlusselemente einer
Unterkonstruktion an einer tragenden Gebäudehülle.
[0025] Wie vorerwähnt, nimmt die Art der Befestigung dieser ersten Profilelemente keinen
Einfluss auf die Erfindung. Sie kann nach einem vorgegebenen Verlegeplan erfolgen
mit Elementen aus dem Stand der Technik.
e) Einhängen einzelner Fassadenelemente, indem das oder die zweiten Profilelement(e)
mit den ersten Profilelementen so in Eingriff gebracht werden, dass Formschluss erzielt
wird.
[0026] In bevorzugter Vorgehensweise wird das Verfahren ergänzt um:
f) Ausrichten des Fassadenelementes mittels einer Justageschraube
g) Sichern des Fassadenelementes durch Verstiften eines zweiten Profilelementes an
das erste Profilelement mittels eines Schraubstiftes
[0027] Durch die vorbeschriebene Funktion des Schraubstiftes ist es äquivalent möglich,
die Schritte f) und g) zu tauschen.
BESCHREIBUNG DER FIGUREN
[0028] Die Figuren zeigen die Erfindung in verschiedenen Ansichten:
Figur 1 zeigt die Profilelemente 100 und 200 unmontiert nebeneinander im Querschnitt
Figur 2 zeigt drei verschiedene Stadien des Fügens bzw. ineinander Greifens zweier
Profilelemente
Figur 3 illustriert einen Schraubstift 400
Figur 4 zeigt eine bevorzugte Ausführungsform einer Halterung
[0029] Figur 1 zeigt im Querschnitt in der linken Bildhälfte ein Profilelement 200 im exemplarisch
verbundenen Zustand via Distanzstücke 350, 350' mit einem Fassadenelement 300. Im
Bild "oben" entspricht "oben" in der Montagesituation. Das obere Ende umfasst die
Sektion C, 210 die im Wesentlichen ein auf dem Kopf stehendes U bildet. Die inneren
Oberflächen des U bilden die Oberflächenform X', 211. Das untere Ende des Profilelementes
200 bildet die Sektion D, 220 mit der Oberflächenform Y', 222. D ist im Wesentlichen
als L-förmiges Bauteil ausgebildet. Dennoch, wie durch die Pfeile angedeutet, umfasst
das Bauteil drei Oberflächen, die zum Formschluss beitragen können. Dazu zählt auch
die äussere Abschlussfläche des unteren Schenkels des L-Bauteils (Sektion D).
[0030] Daneben ist das Gegenstück abgebildet, ein Profilelement 100. Dem Betrachter wird
klar, dass in dem abgebildeten Spezialfall das Querschnittsprofil von Element 200
das um 180° gedrehte Profil von Element 100 darstellt. Das ist jedoch nicht zwingend,
wie der Vergleich mit Figur 4 zeigt. Analog dem Profilelement 200 weist 100 eine Sektion
A, 110 auf, die L-förmig ausgebildet ist und als Oberflächenform X, 111 analog oben
drei Flächen zur Verfügung stellt. Das untere Ende von Profil 100, Sektion B, 120
hat die Oberflächenform Y bzw. 121. Die Ausbildung als Trog (Y, X') und L-Winkel (X,
Y') erlaubt bei der Montage eine Justage der beiden Elemente 100, 200 zueinander,
ohne den Formschluss zu verlieren. Mit Referenzzeichen 250 ist die Lage einer Gewindebohrung
markiert.
[0031] Die Abfolge der Zeichnungen 2a) bis c) zeigt den Vorgang des Ineinandergreifens bzw.
der Montage zweier Profilelemente wie in Figur 1 gezeigt. Figur 2a zeigt, wie die
Sektionen A-C und B-D aufeinander ausgerichtet werden, Figur 2b) zeigt die Herstellung
des Formschlusses und Fig. 2c zeigt, wie die beiden Profilelemente in Endlage ineinander
greifen. In Figur 2c deutet das Referenzzeichen 399 (Sicherungselement) schematisch
die Lage eines Schraubstifts an, dessen Unterkopfgewinde in Profilelement 200 eingreift
und die relative Lage fixiert. Durch die Gewindefreiheit des Stiftes (bis auf den
Unterkopfabschnitt im Eingriff mit Profilelement 200) wird erreicht, dass, in Umkehrung
der Montage das Profilelement 200 aus dem Profilelement 100 ausgehoben werden kann,
ohne dass ein Lösen des Schraubstifts / Sicherungselementes 399 nötig wäre.
[0032] Figur 2c) zeigt einen vollständigen Formschluss zwischen den beiden Profilelementen
100, 200 ohne den Einsatz einer Justageschraube 500 (Figur 4). In 2c) sind daher alle
drei Flächen Y, 121 mit Y', 222 am Formschluss beteiligt. Wird eine Justageschraube
verwendet, wird eine Situation wie in 2b) gezeigt möglich. Im Eingriff sind nur 2
der 3 Flächen, der Formschluss wird dennoch wirksam erzielt.
[0033] Figur 3 erläutert den Aufbau eines Schraubstiftes 400 im Vergleich mit dem Sicherungselement
399. Ausgehend vom Kopf 440 mit einem Kraftangriff 450, schliesst sich ein Unterkopfgewindeabschnitt
430 an. Nachfolgend sind der gewindefreie Schaft 420 und die Bohrspitze 410 gezeigt.
Durchmesser der Bohrspitze 410 und Durchmesser des gewindefreien Schaftes 420 sind
so gewählt, dass sie gemeinsam die Verstiftung erlauben.
[0034] Figur 4 zeigt eine Schrägsicht auf eine teilaufgeschnittene Ausführung einer realen
Fassadenelementhalterung. Die beiden Profilelemente 100 und 200 sind im Eingriff und
Formschluss. Das Justageelement 500, verankert in einer Gewindebohrung von Profilelement
200 erlaubt durch Verdrehen, den vertikalen Abstand der beiden Elemente zu verstellen,
ohne den Formschluss aufzugeben. Der Schraubstift 400 ist einmal gezeigt verankert
und einmal in axialer Verlängerung von der Montageposition.
Mit 600 und 600' sind zwei Befestiger markiert, die das Profilelement 200 mit einem
(hier nicht gezeigten) Fassadenelement verbinden könnten. Diese Verbindungsart mit
dem Fassadenelement ist nur eine von vielen möglichen.
[0035] Die in der vorstehenden Beschreibung, in den Zeichnungen sowie in den Ansprüchen
offenbarten Merkmale der Erfindung können sowohl einzeln als auch in beliebiger, jedoch
technisch sinnvoller bzw. vorteilhafter Kombination für die Verwirklichung der Erfindung
wesentlich sein.
1. Fassadenelementhalterung, umfassend
- ein erstes Profilelement (100), ausgeführt als horizontal zu montierendes Längsprofil
und Bestandteil der Unterkonstruktion einer Fassadenbefestigung;
- ein zweites Profilelement (200), ausgeführt als an einem Fassadenelement (300) anzubringender
Adapter;
- wobei das erste Profilelement (100) zwei Sektionen A, B (110, 120) aufweist, wobei
Sektion A (110) eine erste Oberflächenform X (111) aufweist und Sektion B (120) eine
zweite Oberflächenform Y (122); und
- das zweite Profilelement (200) ebenfalls zwei Sektionen C, D (210, 220) aufweist,
wobei Sektion C (210) eine erste Oberflächenform X' (211) aufweist und Sektion D (220)
eine zweite Oberflächenform Y' (222)
dadurch gekennzeichnet, dass
- X und X' sowie Y und Y' paarweise gegengleich im Wesentlichen dieselbe Kontur aufweisen;
und
- die Abstände von A zu B sowie C zu D im Wesentlichen gleich gross gewählt sind,
und
- die räumliche Orientierung von A und B im ersten (100) sowie C und D im zweiten
Profilelement (200) so ausgeführt ist, dass das erste und zweite Profilelement (100,
200) im Abschnitt A (110) und Abschnitt C (210) sowie in Abschnitt B (120) und Abschnitt
D (220) formschlüssig ineinander greifen können.
2. Fassadenelementhalterung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberflächenform X (111) im Wesentlichen gleich ausgeführt ist wie die Oberflächenform
Y (122).
3. Fassadenelementhalterung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Profilelement (200) eine Gewindebohrung im Abschnitt C (210) oder D (220)
aufweist.
4. Fassadenelementhalterung nach Anspruch 1-3, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Profilelement (200) weiter eine Durchbohrung im Abschnitt C (210) oder
D (220) aufweist.
5. Fassadenelementhalterung nach Anspruch 1-4, weiter umfassend ein Sicherungselement, ausgeführt als Schraubstift (400), wobei der Schraubstift
(400) an seinem ersten Ende eine Bohrspitze (410) aufweist, die in einen gewindefreien
Schaft (420) übergeht, welcher wiederum an einen Gewindeabschnitt (430) grenzt, an
den sich ein als Flansch ausgeführter Kopf (440) mit einem Kraftangriff (450) anschliesst.
6. Fassadenelementhalterung nach Anspruch 1-5, weiter umfassend ein Justageelement, ausgeführt als Stellschraube (500).
7. Fassadenelementhalterung nach Anspruch 1-6, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberflächenform X (111) im Wesentlichen drei aufeinander senkrecht stehende Flächen
umfasst, die Aussenwinkel α, α' = 270° aufweisen.
8. Fassadenelementhalterung nach Anspruch 1-7, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberflächenform X' (211) im Wesentlichen aus drei aufeinander senkrecht stehenden
Flächen umfasst, die Innenwinkel β, β' = 90° aufweisen.
9. Verfahren zur Montage von Fassadenelementen mit einer Fassadenelementhalterung nach
Anspruch 1-8 mit folgenden Schritten:
a) Bereitstellen von zweiten Profilelementen (200) und Fassadenelementen (300)
b) Anbringen der zweiten Profilelemente (200) an der Rückseite der Fassadenelemente
(300)
c) Bereitstellen von ersten Profilelementen (100)
d) Horizontales Verbauen der ersten Profilelemente (100) als äussere Abschlusselemente
einer Unterkonstruktion an einer tragenden Gebäudehülle
e) Einhängen einzelner Fassadenelemente (300), indem das oder die zweiten Profilelement(e)
(200) mit den ersten Profilelementen (100) so in Eingriff gebracht werden, dass Formschluss
erzielt wird.
10. Verfahren nach Anspruch 9, mit den weiteren Schritten:
f) Ausrichten des Fassadenelementes (300) mittels einer Justageschraube
g) Sichern des Fassadenelementes (300) durch Verstiften eines zweiten Profilelementes
an das erste Profilelement mittels eines Schraubstiftes (400)