[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Überwachung von erforderlichen Luftströmen
zum Handhaben eines Fadens und/oder eines Faserbandes bei einer mehrere Spinnstellen
aufweisenden Spinnmaschine und eine Spinnmaschineneinheit zur Ausführung des Verfahrens.
[0002] Spinnmaschinen umfassen bekanntlich eine Mehrzahl an gleichartigen Spinnstellen,
welche mit Handhabungseinheiten zum Handhaben eines Fadens und/oder eines Faserbandes
ausgestattet sind, die zumindest zeitweise einen Luftstrom benötigen, um das Faserband
im Zuge des Spinnprozesses oder den gesponnenen Faden, insbesondere qualitätsbeeinflussend,
zu handhaben. Der Luftstrom wird üblicherweise von wenigstens einer einen Luftstrom
erzeugende Quelle erzeugt. Abhängig vom Spinnmaschinentyp kann es sich um eine Saugluftanlage,
welche insbesondere bei einer Rotorspinnmaschine beispielsweise zum Erzeugen eines
Spinnunterdrucks eingesetzt wird, oder um eine Druckluft erzeugende Quelle handeln,
welche insbesondere bei einer Luftspinnmaschine zum Erzeugen eines Spinndrucks Verwendung
findet.
[0003] Als eine Handhabungseinheit kann dementsprechend beispielhaft der Spinnrotor der
Rotorspinnmaschine angesehen werden, dessen Rotortasse während eines regulären Spinnbetriebs,
aber auch während eines Anspinnvorgangs, mit Saugluft versorgt wird. Bei einer Luftspinnmaschine
kann durchaus die Spinndüse als eine Handhabungseinheit betrachtet werden. Als Handhabungseinheiten
kommen generell alle Einrichtungen in Betracht, welche pneumatisch einen Faden oder
ein Faserband handhaben.
[0004] Für die Qualität des von der Spinnmaschine hergestellten Fadens ist es erforderlich,
dass der Luftstrom, insbesondere der einhergehende Druck, Unterdruck oder Volumenstrom
für ein ordnungsgemäßes Handhaben des Fadens bzw. des Faserbandes durch die Handhabungseinheit
in einem definierten Bereich liegt. Weiter maximiert es die Produktivität der Maschine,
wenn der Luftstrom möglichst unmittelbar nach einer entsprechenden Anforderung zur
Verfügung gestellt wird, da die Handhabungseinheit ansonsten eine unproduktive Wartezeit
verbringen müsste. Andererseits erhöht die Auslegung der den Luftstrom erzeugenden
Quelle auf einen maximal erforderlichen Luftstrombedarf hin deren Kosten in nachteiliger
Weise. Ähnlich erhöht das Vorhalten eines Luftstroms oberhalb eines gerade benötigten
Niveaus den Energieverbrauch. Dieses Vorhalten kann unter anderem dann erforderlich
sein, wenn es zu Verlusten innerhalb des Luftstromweges beispielsweise aufgrund von
Leckagen kommt.
[0005] Daher hat es sich im Stand der Technik durchgesetzt, zum einen gewisse Wartezeiten
auf den Luftstrom zumindest in Extremsituationen zu akzeptieren, und zum anderen den
Luftstrom möglichst exakt auf den erforderlichen Bedarf einzuregeln. Da aber vor allem
aufgrund der Länge der Luftstromkanäle eine Regelung des Luftstroms relativ träge
ist, kann bei rein nachführenden Regelungen oft der erforderliche Luftstrom nicht
eingehalten werden.
[0006] Daher wurde z.B. mit der Druckschrift
DE 195 11 960 A1 vorgeschlagen, dass eine Handhabungseinheit seinen Luftstrombedarf vorher anzumelden
hat, also eine Anforderung abgeben soll, woraufhin die Luftstromregelung rechtzeitig
vor Abruf des Luftstroms diesen ausreichend einregelt, um auch nach Zuteilung dieser
Anforderung einen ausreichenden Luftstrom für alle angeschlossenen Handhabungselemente
aufrechtzuerhalten. Dies kann zu einem erhöhten Energieverbrauch durch Erhöhung der
erforderlichen Energieaufnahme führen. Bei Erreichen einer maximal zulässigen Energieaufnahme
werden weitere Anforderungen nicht mehr zugeteilt, sondern die anfordernde Handhabungseinheit
wird in Wartestellung versetzt. Wartende Handhabungseinheiten werden erst dann wieder
bedient, wenn die Energieaufnahme durch Abarbeiten vorheriger Anforderungen ausreichend
abgesunken ist.
[0007] Mit der Druckschrift
DE 10 2006 050 220 A1 wird eine prioritätsgesteuerte Abarbeitung der Anforderungen vorgeschlagen. So können
insbesondere die Wartezeiten knapper Ressourcen wie z.B. der für mehrere Arbeitsstellen
zuständigen Bedienaggregate und des Bedienpersonals verkürzt werden.
[0008] Die Druckschrift
DE 10 2006 050 220 A1 offenbart dazu die Verteilung der Anforderungen der Handhabungseinheiten auf Spinnstellenebene.
Konkret werden Zuteilungen nur an eine bestimmte Anzahl von Spinnstellen zugelassen.
Ist die Maximalzahl erreicht, werden Anforderungen weiterer Handhabungseinheiten in
die Warteschlange eingestellt. An eine wartende Spinnstelle kann der Luftstrom folglich
erst dann zugeteilt werden, wenn eine der gerade versorgten Spinnstellen ihre Arbeit,
für welche sie den Luftstrom angefordert hatte, beendet, die Spinnstelle also keinen
aktuellen Bedarf mehr hat.
[0009] Allen vorbekannten Lösungen ist gemein, dass Luftstromverluste durch beispielsweise
Leckagen entlang des Luftstromweges keine explizite Berücksichtigung finden. Solche
Verluste können sich auf die Funktionsfähigkeit der entsprechenden Handhabungseinheit
derart negativ auswirken, dass ein zu gering anliegender Luftstrom an der Handhabungseinheit
zu einer Qualitätseinbusse des von der Handhabungseinheit zu handhabenden Fadens oder
Faserbandes führen kann. Beispielsweise kann ein zu geringer Spinndruck oder Spinnunterdruck
zu einer Erzeugung eines qualitativ minderwertigeren Fadens führen. Weiterhin beispielhaft
sei angeführt, dass ein zu geringer Druck zum Verdichten der Fasern eines Faserbandes
im Bereich eines Streckwerkes der Spinnmaschine ebenfalls zu einem qualitativ minderwertigeren
Faden führen kann.
[0010] Vor diesem Hintergrund soll mit der vorliegenden Erfindung eine Möglichkeit bereitgestellt
werden, die zur Handhabung eines Fadens und/oder Faserbandes erforderlichen Luftströme
zu überwachen und ungewollte Luftstromverluste bspw. durch Leckagen insbesondere einfach
und kostengünstig festzustellen. Unter einen Luftstrom wird im Sinne der vorliegenden
Erfindung ein durch Unterdruck über Überdruck erzeugter Luftstrom verstanden, wobei
ein sich ein durch Unterdruck erzeugter Luftstrom von dem Luftstrom, der durch Druck
erzeugt wird, nur in der Luftstromrichtung unterscheidet.
[0011] Dazu wird nach einem ersten Aspekt der vorliegenden Erfindung ein Verfahren zur Überwachung
von erforderlichen Luftströmen zum Handhaben eines Fadens und/oder eines Faserbandes
bei einer mehrere Spinnstellen aufweisenden Spinnmaschine vorgeschlagen. Der Spinnmaschine
ist wenigstens eine einen Luftstrom erzeugende Quelle zugeordnet, die mit einem den
Luftstrom führenden Luftstromkanal Luftstrom kommunizierend, im Folgenden als strömungsseitig
bezeichnet, verbunden ist, wobei der Luftstromkanal einen mit der Quelle strömungsseitig
gekoppelten Luftstromhauptkanal und mehrere, von dem Luftstromhauptkanal abzweigende
Luftstromabzweigkanäle aufweist. Die Luftstromabzweigkanäle zweigen jeweils zu einer
Spinnstelle zur Luftstromversorgung von spinnstelleneigenen Handhabungseinheiten zum
Handhaben des Fadens bzw. des Faserbandes ab. Der Spinnmaschine ist ferner eine Auswerteeinrichtung
zum Auswerten von Messdaten und eine Erfassungseinrichtung zum Erfassen von produktiven
und/oder nicht produktiven Spinnstellen und/oder Handhabungseinheiten zugeordnet,
wobei die Erfassungseinrichtung mit der Auswerteeinrichtung datenübertragend verbunden
ist. Eine datenübertragende Verbindung kann im Allgemeinen in üblicher Weise bedarfsgerecht
insbesondere kabelgebunden oder kabellos (wireless) realisiert sein.
[0012] Die Quelle, die Auswerteeinrichtung und/oder die Erfassungseinrichtung können in
bevorzugter Weise von der Spinnmaschine umfasst sein. Alternativ dazu kann/können
die Quelle, die Auswerteeinrichtung und/oder die Erfassungseinrichtung extern der
Spinnmaschine angeordnet und mit dieser wirkverbunden sein, wodurch im Sinne der vorliegenden
Erfindung eine Spinnmaschineneinheit ausgebildet wird.
[0013] Die Erfindung zeichnet sich dadurch aus, dass eine Luftvolumenstrommesseinheit vorgesehen
ist, die in dem Luftstromhauptkanal zwischen der Quelle und dem der Quelle entlang
des Luftstromweges nächsten Luftstromabzweigkanal angeordnet ist, wobei die Luftvolumenstrommesseinheit
mit der Auswerteeinrichtung insbesondere in einer wie vorstehend beschriebenen Art
datenübertragend verbunden ist. Im Zuge des Verfahrens wird der Luftvolumenstrom mittels
der Luftvolumenstrommesseinheit gemessen und das Messergebnis bspw. in Ausgestaltung
eines konkreten Messwertes oder einer den Messwert repräsentierenden Codierung an
die Auswerteeinrichtung übertragen. Ferner werden die Anzahl von produktiven und/oder
nicht produktiven Spinnstellen und/oder Handhabungseinheiten mittels der Erfassungseinheit
zum Zeitpunkt der Luftvolumenstrommessung erfasst und an die Auswerteeinrichtung übertragen.
In einem produktiven Betrieb befindet sich eine Spinnstelle bzw. Handhabungseinheit
solange bis diese keinen Luftstrom zum Erzeugen des Fadens bzw. zum Handhaben des
Fadens und/oder Faserbandes beispielsweise wegen einer Störung und damit einhergehenden
Stillsetzung der Spinnstelle mehr bedarf. Rein beispielhaft seien als einen produktiven
Betrieb definierende Abläufe das Anspinnen, das Spinnen des Fadens, das Anlegen eines
Fadenendes an einer Leerhülse, das Verdichten des Faserbandes oder ähnliches genannt.
Bei all diesen Abläufen sind Luftströme erforderlich, unter Verwendung welcher der
Faden bzw. das Faserband von entsprechenden Handhabungseinheiten gehandhabt wird.
[0014] Im Zuge des Verfahrens wird ferner ein Luftvolumenstrom-Sollwert abhängig von der
Anzahl der zum Zeitpunkt des Messens des Luftvolumenstroms erfassten produktiven und/oder
nicht produktiven Spinnstellen ermittelt, wobei der Luftvolumenstrom-Sollwert zu einem
Luftvolumenstromgesamtbedarf der zum Messzeitpunkt produktiven Spinnstellen korrespondiert.
Der ermittelte Luftvolumenstrom-Sollwert wird mit dem Istwert des gemessenen Luftvolumenstroms
abgeglichen und der Abgleich dahingehend bewertet, ob eine unzulässige Abweichung
des Istwertes zu dem Luftvolumenstrom-Sollwert vorliegt. Eine unzulässige Abweichung
kann beispielsweise vorliegen, wenn der Sollwert eine Grenze eines Wertebereiches
definiert, der als tolerierbar bzw. zulässig angesehen wird, wobei der Istwert des
gemessenen Luftvolumenstroms außerhalb des Wertebereiches liegt. Eine weitere unzulässige
Abweichung kann vorliegen, wenn ein Differenzwert zwischen dem Istwert und dem Sollwert
einen festgelegten, korrespondierenden Schwellenwert überschreitet.
[0015] Die Vorgänge der Ermittlung, des Abgleichs und der Bewertung werden von der Auswerteeinrichtung
durchgeführt. Unter einer Auswerteeinrichtung fallen im Sinne der vorliegenden Erfindung
solche funktional zusammenwirkenden Elemente oder Einheiten, welche ausgestaltet sind,
diese erforderlichen Vorgänge durchzuführen. Dabei können die Elemente bzw. Einheiten
voneinander getrennt oder in einer gemeinsamen Baugruppe verwirklicht sein. Die Auswerteeinrichtung
kann vorzugsweise eine prozessorgestützte Einrichtung wie beispielsweise eine eine
oder mehrere Spinnmaschinen oder Spinnstellen zugeordnete Steuereinheit sein.
[0016] Sobald eine unzulässige Abweichung bewertet ist, kann nach einer bevorzugten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung die Initiierung eines Alarmsignals erfolgen. Die Initiierung
des Alarmsignals ist erfolgt, wenn die Auswerteeinrichtung ein zum Auslösen des Alarmsignals
geeignetes Signal überträgt, beispielsweise unmittelbar an eine das Alarmsignal auslösende
Einheit oder an eine zwischengeschaltete Einheit. Das Alarmsignal kann dabei ein visuelles,
optisches, akustisches und/oder haptisches Signal sein. Mittels eines solchen Alarmsignals
kann einem Bediener der Spinnmaschine ein nicht ordnungsgemäßer Betrieb der Spinnmaschine,
im Besonderen ein für das Handhaben des Fadens bzw. des Faserbandes nicht ordnungsgemäßer
Luftstrom, angezeigt werden, welcher zu einem qualitativ minderwertigen Faden führen
kann.
[0017] Das vorgeschlagene Verfahren stellt eine kostengünstige und sehr einfache Möglichkeit
zur Überwachung von Luftströmen und insbesondere Identifizierung von Luftstromverlusten
bei einer Spinnmaschine bereit.
[0018] Die Vorgänge des Messens, Übertragens, Ermittelns, Abgleichens und Bewertens können
hierbei je nach Anforderung an einen Energieverbrauch in bevorzugter Weise kontinuierlich,
periodisch oder zu festgelegten Zeitpunkten erfolgen. Je häufiger solche Vorgänge
durchgeführt werden, umso höher kann zwar ein entsprechender Energiebedarf der Spinnmaschine
sein, desto zuverlässiger ist aber auch die Überwachung und Möglichkeit eines unmittelbaren
Eingreifens bzw. einer Störbehebung, wodurch die Produktivität der Spinnmaschine optimierbar
ist
[0019] Das mit der Erfindung vorgeschlagene Verfahren eignet sich in besonders bevorzugter
Weise für eine als Luftspinnmaschine ausgestaltete Spinnmaschine, wobei die einen
Luftstrom erzeugende Quelle eine Druckluftquelle wenigstens zum Erzeugens eines vorbestimmten
Spinndruckes in einer Spinneinheit bzw. Spinndüse der Spinnstelle ist.
[0020] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform beinhaltet das Alarmsignal neben der Information
einer unzureichenden Luftstromversorgung auch die Information, in welchem Spinnstellenabschnitt,
weiter bevorzugt welche Spinnstelle, weiterhin bevorzugt, welche Handhabungseinheit
und/oder Luftstromabzweigkanal betroffen ist. Dazu ist in bevorzugter Weise eine weitere
Luftvolumenstrommesseinheit in wenigstens einem Luftstromabzweigkanal, insbesondere
in jedem zu einer Spinnstelle oder unmittelbar zu einer Handhabungseinheit führenden
Luftstromabzweigkanal angeordnet, wobei der weiteren Luftvolumenstrommesseinheit insbesondere
eine eigene abrufbare Codierung zur Identifizierung der Spinnstelle bzw. der Handhabungseinheit
bzw. des Luftstromabzweigkanals zugeordnet sein kann. Zu einem festgelegten Zeitpunkt
wird der Luftvolumenstrom durch die weitere Luftvolumenstrommesseinheit gemessen und
an die Auswerteeinrichtung übertragen. Zu dem Zeitpunkt der Luftvolumenstrommessung
wird mittels der Erfassungseinheit erfasst, ob die mit der weiteren Luftstrommesseinheit
wirkverbundene Spinnstelle oder Handhabungseinheit produktiv und/oder nicht produktiv
ist. Der produktiven Spinnstelle bzw. Handhabungseinheit wird ein entsprechender Einzelistwert
des gemessenen Luftvolumenstroms zugeordnet und mit einem Einzelsollwert abgeglichen,
welcher zu einem Luftvolumenstromgesamtbedarf der wirkverbundenen Spinnstelle bzw.
Handhabungseinheit korrespondiert. Basierend auf dem Abgleich wird mittels der Auswerteinrichtung
eine Bewertung vorgenommen, ob eine unzulässige Abweichung des Einzelistwertes zu
dem Einzelsollwert vorliegt. Im Falle der Bewertung einer Abweichung als unzulässig,
wird ein Alarmsignal initiiert, welches eine Information über die unzulässige Abweichung
betreffende weitere Luftvolumenstrommesseinheit, Spinnstelle, Handhabungseinheit und/oder
Luftstromabzweigkanal umfasst.
[0021] Weiter bevorzugt weist der Luftstromabzweigkanal ein Verschlusselement zum Verschließen
des Luftstromabzweigkanals, besonders bevorzugt nahe der Abzweigung von dem Luftstromhauptkanal,
auf. Das Verschlusselement ist vorzugsweise manuell und/oder automatisch zwischen
einer Offenstellung zum Durchlass des Luftvolumenstroms und einer Schließstellung
zum Verschluss des Luftstromabzweigkanals bewegbar. Mittels eines solchen Verschlusselementes
braucht bei Vorliegen einer unzulässigen Abweichung in vorteilhafter Weise nur die
Spinnstelle bzw. Handhabungseinheit stillgesetzt bzw. von der Luftstromzufuhr getrennt
zu werden, welche von dem Luftstromverlust betroffen ist. Die übrigen Spinnstellen
bzw. Handhabungseinheiten können ordnungsgemäß weiter betrieben werden.
[0022] Nach einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung wird eine Spinnmaschineneinheit
zur Ausführung eines Verfahrens nach einem der bevorzugten Ausführungsformen vorgeschlagen.
[0023] Die Spinnmaschineneinheit umfasst mehrere Spinnstellen mit jeweils wenigstens einer
einen Luftstrom erfordernden Handhabungseinheit zum Handhaben eines Fadens oder Faserbandes
mittels des erforderten Luftstromes. Ferner weist die Spinnmaschineneinheit eine einen
Luftstrom erzeugende Quelle auf, die mit einem Luftstromkanal Luftstrom kommunizierend,
im Folgenden als strömungsseitig bezeichnet, verbunden ist, wobei der Luftstromkanal
einen mit der Quelle strömungsseitig gekoppelten Luftstromhauptkanal und mehrere,
von dem Luftstromhauptkanal abzweigende Luftstromabzweigkanäle aufweist, die jeweils
zu einer Spinnstelle zur Luftstromversorgung der wenigstens einen spinnstelleneigenen
Handhabungseinheit abzweigen. Die Spinnmaschineneinheit umfasst des Weiteren eine
Auswerteeinrichtung zum Auswerten von Messdaten, und eine Erfassungseinrichtung zum
Erfassen von produktiven und/oder nicht produktiven Spinnstellen, wobei die Erfassungseinrichtung
mit der Auswerteeinrichtung datenübertragend verbindbar oder verbunden ist.
[0024] Die Spinnmaschineneinheit zeichnet sich dadurch aus, dass eine Luftvolumenstrommesseinheit
vorgesehen ist, die in dem Luftstromhauptkanal zwischen der Quelle und dem der Quelle
entlang des Luftstromweges nächsten Luftstromabzweigkanal angeordnet ist, wobei die
Luftvolumenstrommesseinheit mit der Auswerteeinrichtung datenübertragend verbindbar
oder verbunden ist. Die Luftvolumenstrommesseinheit kann in bevorzugter Weise in einem
Maschinenend- oder mittengestell angeordnet sein, von welchem die Anordnung der mehreren
Spinnstellen aus erfolgt. Das Maschinenend- oder mittengestell kann ein Steuergehäuse
mit Einheiten zum Steuern und/oder Regeln der zugeordneten Spinnstellen aufweisen,
in welches die Luftvolumenstrommesseinheit vorzugsweise zugreifbar und weiter bevorzugt
von außerhalb des Steuergehäuses beispielsweise durch ein Sichtfenster oder Öffnung
einsehbar angeordnet ist.
[0025] Des Weiteren ist die Auswerteeinrichtung eingerichtet ist, einen Luftvolumenstrom-Sollwert
abhängig von der Anzahl der zum Zeitpunkt des Messens des Luftvolumenstroms erfassten
produktiven und/oder nicht produktiven Spinnstellen zu ermitteln, wobei der Luftvolumenstrom-Sollwert
zu einem Luftvolumenstromgesamtbedarf der zum Messzeitpunkt produktiven Spinnstellen
korrespondiert. Die Auswerteeinrichtung ist zudem eingerichtet, den Luftvolumenstrom-Sollwert
mit dem Istwert des gemessenen Luftvolumenstroms abzugleichen und basierend auf dem
Abgleich eine Bewertung vorzunehmen, ob eine unzulässige Abweichung des Istwertes
zu dem Luftvolumenstrom-Sollwert vorliegt.
[0026] Mit einer solchen Spinnmaschineneinheit können die dem vorgeschlagenen Verfahren
nach einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung zugeordneten Vorteile
ebenfalls erreicht werden. Die der Spinnmaschineneinheit zugeordneten Komponenten
können in bevorzugter Weise derart entsprechend weitergebildet sein, dass die im Zuge
des Verfahrens nach einer bevorzugten Ausführungsform beschriebenen Schritte bzw.
Vorgänge von der jeweiligen Komponente aus- und durchführbar sind.
[0027] Vorzugsweise ist nach einer bevorzugten Ausführungsform eine weitere Luftvolumenstrommesseinheit
in wenigstens einem Luftstromabzweigkanal, insbesondere in jedem zu einer Spinnstelle
oder unmittelbar zu einer Handhabungseinheit führenden Luftstromabzweigkanal, angeordnet,
wobei die Erfassungseinrichtung eingerichtet ist, zu einem Zeitpunkt einer von der
weiteren Luftvolumenstrommesseinheit durchgeführten Luftvolumenstrommessung zu erfassen,
ob die mit den weiteren Luftstrommesseinheit wirkverbundene Spinnstellen oder Handhabungseinheit
produktiv und/oder nicht produktiv sind. Die Auswerteeinrichtung ist in diesem Zuge
eingerichtet, der mit der weiteren Luftvolumenstrommesseinheit wirkverbundenen produktiven
Spinnstelle bzw. Handhabungseinheit einen Einzelistwert des gemessenen Luftvolumenstroms
zuzuordnen und mit einem korrespondierenden Einzelsollwert abzugleichen, welcher zu
einem Luftvolumenstromgesamtbedarf der wirkverbundenen Spinnstelle bzw. Handhabungseinheit
korrespondiert. Basierend auf dem Abgleich ist die Auswerteeinrichtung zudem eingerichtet,
eine Bewertung vorzunehmen, ob eine unzulässige Abweichung des Einzelistwertes zu
dem Einzelsollwert vorliegt, und im Falle der Bewertung einer Abweichung als unzulässig,
ein Alarmsignal zu initiieren, welches eine Information über die unzulässige Abweichung
betreffende weitere Luftvolumenstrommesseinheit, Spinnstelle, Handhabungseinheit und/oder
Luftstromabzweigkanal umfasst.
[0028] Weiterhin bevorzugt ist nach einer Ausführungsform in dem Luftstromabzweigkanal,
welches eine weitere Luftvolumenstrommesseinheit umfasst, ein Verschlusselement angeordnet,
welches zwischen einer Offen- und Schließstellung bewegbar ist, wobei das Verschlusselement
in der Schließstellung zum Abriegeln der Luftstromversorgung der zugehörigen Spinnstelle
und/oder Handhabungseinheit ist, wenn eine den das Verschlusselement aufweisende Luftstromabzweigkanal
betreffende Abweichung als unzulässig bewertet wurde.
[0029] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
bevorzugter Ausführungsbeispiele der Erfindung, anhand der Figuren und Zeichnungen,
die erfindungswesentliche Einzelheiten zeigen, und aus den Patentansprüchen. Die einzelnen
Merkmale können je einzeln für sich oder zu mehreren in beliebiger Kombination bei
einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung verwirklicht sein.
[0030] Bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend anhand der beigefügten
Zeichnungen näher erläutert.
[0031] Es zeigen
- Fig. 1
- schematisch eine Spinnmaschineneinheit nach einem bevorzugten Ausführungsbeispiel;
und
- Fig. 2
- schematisch ein Ablaufdiagramm eines Verfahrens nach einem bevorzugten Ausführungsbeispiel.
[0032] Figur 1 zeigt in rein schematischer Darstellung eine Spinnmaschineneinheit 1 nach
einem bevorzugten Ausführungsbeispiel, welche zur Durchführung eines Verfahrens 100
nach einem bevorzugten Ausführungsbeispiel geeignet ist, das mit dem mit Figur 2 schematisch
dargestellten Ablaufdiagramm gezeigt ist.
[0033] Die Spinnmaschineneinheit 1, welche beispielhaft eine Rotorspinnmaschine oder Luftspinnmaschine
ist, umfasst an einem Maschinenende ein Maschinengestell mit einem Steuergehäuse 2,
von welchem eine Mehrzahl an Spinnstellen 3 auf und entlang einer Maschinenlängsseite
der Spinnmaschineneinheit reihenartig angeordnet ausgehen, wobei die jeweiligen Spinnstellen
3 mit einer in dem Steuergehäuse 2 nicht dargestellten zentralen Steuereinheit datenübertragungsseitig
verbunden sind. Jede Spinnstelle 3 weist erste 4 und zweite Handhabungseinheiten 5
zum Handhaben eines an der jeweiligen Spinnstelle 3 zu handhabenden Fadens oder Faserbands
auf. Bei den ersten 4 und zweiten Handhabungseinheiten 5 kann es sich abhängig vom
Spinnmaschinentyp um übliche, einer jeweiligen Spinnstelle 3 zugeordnete, einen Luftstrom
zum Handhaben eines Fadens oder Faserbandes erfordernde Einheiten wie Spinnrotoren,
pneumatische Fadenspeicher, Spinndüsen, Verdichtungseinrichtungen oder ähnliches handeln.
[0034] Die Spinnmaschineneinheit 1 umfasst eine einen Luftstrom erzeugende Quelle 6, welche
bei diesem bevorzugten Ausführungsbeispiel in dem Steuergehäuse 2 angeordnet ist.
Die Quelle 6 ist zur Erzeugung eines durch Unterdruck oder Überdruck bedingten Luftstromes
eingerichtet. Die Quelle 6 ist mit einem Luftstromkanal 7 Luftstrom kommunizierend,
im Folgenden als strömungsseitig bezeichnet, verbunden, wobei der Luftstromkanal 7
einen Luftstromhauptkanal 8 und mehrere, davon abzweigende Luftstromabzweigkanäle
9 aufweist. Jeder der abzweigenden Luftstromabzweigkanäle 9 führt zu einer Spinnstelle
3 und den der Spinnstelle 3 zugeordneten ersten 4 und zweiten Handhabungseinheiten
5, um diese mit dem von der Quelle 6 erzeugbaren Luftstrom zu versorgen.
[0035] Der Luftstromhauptkanal 8 weist in einem zwischen der Quelle 6 und einem der Quelle
6 nächsten Luftstromabzweigkanal 9 eine Luftvolumenstrommesseinheit 10 auf, welche
nach dem gezeigten bevorzugten Ausführungsbeispiel in dem Steuergehäuse 2 angeordnet
ist. Die Luftvolumenstrommesseinheit 10 kann in dem Steuergehäuse 2 durch eine Wartungsklappe
zugreifbar und insbesondere durch ein in der Wartungsklappe integriertes Sichtfenster
einsehbar sein. Die Luftvolumenstrommesseinheit 10 kann nach einem bevorzugten Ausführungsbeispiel
eine Anzeige zur skalierten und/oder digitalen Anzeige des durchgeleiteten messbaren
Luftvolumenstroms aufweisen.
[0036] Der jeweilige zu einer Spinnstelle 3 führende Luftstromabzweigkanal 9 als auch die
davon zu einer jeweiligen ersten 4 und zweiten Handhabungseinheit 5 führen Luftstromabzweigkanäle
9 weisen eine weitere Luftvolumenstrommesseinheit 11 zum Messen des durchgeleiteten
Luftvolumenstromes auf. Entlang des Luftstromweges ist zwischen dem Luftstromhauptkanal
8 und dem Luftstromabzweigkanal 9 ein Verschlusselement 12 beispielsweise in Ausgestaltung
eines ansteuerbaren Ventils angeordnet. Das Verschlusselement 12 ist zwischen einer
Offen- und Schließstellung verbringbar. In der Offenstellung ist ein Luftstrom durch
den entsprechenden Luftstromabzweigkanal 9 über das Verschlusselement 12 durchleitbar,
wohingegen der entsprechende Luftstromabzweigkanal 9 für den Luftstrom abgeriegelt
ist, wenn sich das Verschlusselement 12 in der Schließstellung befindet. Die zwischenliegende
Anordnung des Verschlusselements 12 zwischen der weiteren Luftvolumenstrommesseinheit
11 und dem Luftstromhauptkanal 8 ist dahingehend vorteilhaft, dass in der jeweiligen
Offen- und Schließstellung durch eine Messung kontrollierbar ist, ob der weitere Luftstromabzweigkanal
9 entsprechend mit dem Luftstrom versorgbar oder abgeriegelt ist.
[0037] Die Luftvolumenstrommesseinheit 10, die weiteren Luftvolumenstrommesseinheiten 11
und die Verschlusselemente 12 sind mit einer Auswerteeinrichtung 13 datenübertragungsseitig
verbunden. So können an die Auswerteeinrichtung 13 von der Luftvolumenstrommesseinheit
10 und den weiteren Luftvolumenstrommesseinheiten 11 gemessene Luftvolumenströme übertragen
werden. Ferner kann das jeweilige Verschlusselement 12 zum Verbringen in die Offen-
oder Schließstellung angesteuert werden. Auch wenn in dem Blockschaltbild der Figur
1 der Datenübertragungsweg monodirektional gezeigt ist, so kann es sich nach einem
weiteren bevorzugten Ausführungsbeispiel um eine bidirektionale Verbindung handeln,
um insbesondere entsprechende Rückmeldungen geben oder abrufen zu können.
[0038] Die Auswerteeinrichtung 13 ist ferner mit einer Erfassungseinrichtung 14 datenübertragungsseitig
mono- oder bidirektional verbunden. Die Erfassungseinrichtung 14 ist nach diesem bevorzugten
Ausführungsbeispiel wiederum datenübertragungsseitig mono- oder bidirektional mit
einer jeweiligen Spinnstelle 3 und einer jeweiligen ersten 4 und zweiten Handhabungseinheit
5 verbunden. In diesem Zuge ist hervorzuheben, dass in der Figur 1 rein der Übersicht
halber nur die datenübertragungsseitige Verbindung der entlang des Luftstromweges
der Quelle 6 nächsten Spinnstelle 3, erste Handhabungseinheit 4, Verschlusselemente
12 und weiteren Luftvolumenstrommesseinheiten 11 dargestellt ist. Eine entsprechende
Verbindung gilt in äquivalenter Weise für die übrigen, in der Figur 1 dargestellten
nicht verbundenen Komponenten.
[0039] Die Erfassungseinrichtung 14 ist eingerichtet, eine produktive und/oder nicht produktive
Spinnstelle 3, erste 4 und zweite Handhabungseinheit 5 zu erfassen und an die Auswerteeinrichtung
13 zu übertragen.
[0040] Die vorbeschriebene Spinnmaschineneinheit 1 nach einem bevorzugten Ausführungsbeispiel
ist eingerichtet, ein mit dem mit Figur 2 als Ablaufdiagramm schematisch dargestelltes
Verfahren 100 zur Überwachung von erforderlichen Luftströmen zum Handhaben eines Fadens
und/oder eines Faserbandes nach einem bevorzugten Ausführungsbeispiel durchzuführen.
Das Verfahren 100 umfasst einen Schritt 110 des Messens eines Luftvolumenstroms mittels
der Luftvolumenstrommesseinheit 10, die in dem Luftstromhauptkanal 8 angeordnet ist.
Der zu einem definierten Zeitpunkt gemessene Messwert oder ein diesen abbildender
Codierwert wird an die Auswerteeinrichtung 13 übertragen. Zu dem definierten Zeitpunkt
des Messens wird in einem weiteren Schritt 120 die Anzahl von produktiven und/oder
nicht produktiven Spinnstellen 3 erfasst und an die Auswerteeinrichtung 13 übertragen.
Anschließend erfolgt in einem weiteren Schritt 130 mittels der Auswerteeinrichtung
13 die Ermittlung eines Luftvolumenstrom-Sollwertes abhängig von der Anzahl der erfassten
produktiven und/oder nicht produktiven Spinnstellen 3, wobei der Luftvolumenstrom-Sollwert
zu einem Luftvolumenstromgesamtbedarf der zum Messzeitpunkt produktiven Spinnstellen
korrespondiert. Der Luftvolumenstromgesamtbedarf ist ein theoretischer Wert und korrespondiert
zu einem solchen Luftvolumenstrom, welcher für die Durchführung eines ordnungsgemäßen
Betriebs der produktiven Spinnstellen erforderlich ist. Üblicherweise ist für den
ordnungsgemäßen Betrieb einer produktiven Spinnstelle ein Einzelsollwert bekannt bzw.
kann im Vorwege ermittelt werden, wobei dieser Wert generell von der Ausgestaltung
einer jeweiligen Spinnstelle abhängt. Dieser Wert kann von der Auswerteeinrichtung
13 in einem nicht dargestellten flüchtigen oder nichtflüchtigen Speicher abrufbar
und von einem Bediener oder einer Steuereinheit änderbar hinterlegt sein. Der Speicher
ist zumindest der Spinnmaschine zugeordnet und kann insbesondere von dieser umfasst
sein. Der Einzelsollwert wird nach einem bevorzugten Ausführungsbeispiel mit der Anzahl
der produktiven Spinnstellen multipliziert, um den Luftvolumenstrom-Sollwert zu erhalten.
Alternativ dazu kann in dem Speicher eine Konkordanztabelle umfassend einen jeweiligen
Luftvolumenstrom-Sollwert für eine jeweilige unterschiedliche Anzahl an produktiven
Spinnstellen abrufbar derart hinterlegt sein, dass abhängig von der Anzahl der produktiven
Spinnstellen unmittelbar ein Luftvolumenstrom-Sollwert abrufbar ist. Die Anzahl der
produktiven Spinnstellen kann unmittelbar durch die Erfassung der produktiven Spinnstellen
oder durch die Erfassung der nicht produktiven Spinnstellen erfolgen, wobei letztere
einen Schritt des Berechnens einer bekannten Gesamtanzahl an den Luftstromhauptkanal
angeschlossenen Spinnstellen abzüglich der erfassten Anzahl der nicht produktiven
Spinnstellen bedarf.
[0041] In einem nachfolgenden Schritt 140 gleicht die Auswerteeinrichtung 1 den ermittelten
Luftvolumenstrom-Sollwert mit dem Istwert des gemessenen Luftvolumenstroms ab und
nimmt daran anschließend oder im Zuge des Abgleichs in einem weiteren Schritt 150
eine Bewertung vor, ob eine unzulässige Abweichung des Istwertes zu dem Luftvolumenstrom-Sollwert
vorliegt. Sollte eine unzulässige Abweichung als vorliegend bewertet sein, initiiert
die Auswerteeinrichtung 13 ein Alarmsignal, durch welches die unzulässige Abweichung
einem Bediener beispielsweise über eine Alarmsignalanzeigeeinheit 15, die mit der
Auswerteeinrichtung 13 datenübertragend verbunden ist, angezeigt werden kann (vgl.
Figur 1).
[0042] Die vorstehenden Schritte können nach einem bevorzugten Ausführungsbeispiel kontinuierlich
oder nach einem alternativen Ausführungsbeispiel zu festgelegten Zeitpunkten, insbesondere
periodisch, erfolgen. Mittels der Überwachung kann auf einfache Weise ein Luftvolumenstromverlust
in dem Luftstromkanal identifiziert werden. Die Spinnmaschineneinheit kann abhängig
von der Anzahl der Spinnstellen durchaus mehr als einen Luftstromkanal aufweisen,
wobei ein Luftstromkanal zur Versorgung einer definierten Anzahl an Spinnstellen vorgesehen
ist. So kann abhängig von dem Luftstromkanal, bei welchem eine unzulässige Abweichung
bewertet worden ist, der Ort des Luftvolumenstromverlustes näher bestimmt werden.
[0043] Bei der mit Figur 1 gezeigten Spinnmaschineneinheit 1 nach einem bevorzugten Ausführungsbeispiel
sind weitere Luftvolumenstrommesseinheiten 11 und Verschlusselemente 12 vorgesehen,
welche in den Luftstromabzweigkanälen 9 angeordnet sind.
[0044] Äquivalent zu der vorbeschriebenen Überwachung des Luftstromhauptkanals 8 kann auch
ein Luftstromabzweigkanal 9 auf einen ungewöhnlichen Luftvolumenstromverlust wie bspw.
eine Leckage überwacht werden. Dazu wird in einem Schritt 160 der Luftvolumenstrom
mittels einer weiteren Luftvolumenstrommesseinheit 11 gemessen und an die Auswerteeinrichtung
13 übertragen. Die Erfassungseinheit 14 erfasst zu dem Zeitpunkt des Messens in einem
Schritt 170 die produktiven und/oder nicht produktiven Spinnstellen 3 und/oder ersten
4 und zweiten Handhabungseinheiten 5. In einem Schritt 180 wird den erfassten produktiven
Spinnstellen und/oder Handhabungseinheiten ein entsprechender gemessener Einzelistwert
des gemessenen Luftvolumenstroms oder vice versa zugeordnet, um in einem weiteren
Schritt 190 mit einem dazu korrespondierenden Einzelsollwert abgeglichen zu können,
wobei der Einzelsollwert zu einem Luftvolumenstrombedarf der jeweiligen wirkverbundenen
Spinnstelle bzw. Handhabungseinheit korrespondiert. Basierend auf dem Abgleich erfolgt
im Zuge eines Schrittes 200 eine Bewertung mittels der Auswerteeinrichtung 13, ob
eine unzulässige Abweichung des Einzelistwertes zu dem Einzelsollwert vorliegt. Im
Falle der Bewertung einer Abweichung als unzulässig, wird in einem Schritt 210 mittels
der Auswerteeinrichtung ein Alarmsignal initiiert, welches eine Information über die
unzulässige Abweichung betreffende weitere Luftvolumenstrommesseinheit, Spinnstelle,
Handhabungseinheit und/oder Luftstromabzweigkanal umfasst, wodurch eine noch leichtere
örtliche Eingrenzung der unzulässigen Abweichung ermöglicht wird. Ferner wird im Falle
der Bewertung einer Abweichung als unzulässig, der die unzulässige Abweichung betreffende
Luftstromabzweigkanal 9 gegenüber der Luftstromversorgung abgeriegelt, indem in einem
Schritt 220 das Verschlusselement 12 von der Offenstellung in die Schließstellung
verbracht wird. Dadurch lassen sich übrige, nicht an dem Luftstromabzweigkanal 9 angeschlossene,
den Luftstrom erfordernde Spinnstellen bzw. Handhabungseinheiten ordnungsgemäß weiter
betreiben und gleichzeitig der betroffene Luftstromabzweigkanal 9 untersucht werden,
aus welchen Gründen es zu der unzulässigen Abweichung gekommen ist.
[0045] Die Vorsehung von weiteren Luftvolumenstrommesseinheiten 11 und/oder Verschlusselementen
12 in Luftstromabzweigkanälen 9 der Spinnmaschineneinheit 1 kann bedarfsgerecht erfolgen.
So können in ausgewählten Luftstromabzweigkanälen 9 nur weitere Luftvolumenstrommesseinheiten
11 oder nur Verschlusselemente 12 angeordnet werden. Auch kann abhängig von einer
Anordnung von weiteren Luftvolumenstrommesseinheiten 11 und/oder Verschlusselementen
12 das vorbeschriebene Verfahren 100 geeignet angepasst werden. So können die jeweiligen
Verfahrensschritte oder ausgewählte davon für einen Luftromabzweigkanal 9 und/oder
Luftstromhauptkanal 8 oder für mehrere Luftstromabzweigkanäle 9 und/oder Luftstromhauptkanäle
8 vorgenommen werden, um Luftvolumenstromverluste in den jeweiligen Luftstromabzweigkanälen
9 und/oder Luftstromhauptkanälen 8 feststellen zu können.
Bezugszeichenliste
[0046]
- 1
- Spinnmaschineneinheit
- 2
- Steuergehäuse
- 3
- Spinnstelle
- 4
- erste Handhabungseinheit
- 5
- zweite Handhabungseinheit
- 6
- Luftstrom erzeugende Quelle
- 7
- Luftstromkanal
- 8
- Luftstromhauptkanal
- 9
- Luftstromabzweigkanal
- 10
- Luftvolumenstrommesseinheit
- 11
- weitere Luftvolumenstrommesseinheit
- 12
- Verschlusselement
- 13
- Auswerteeinrichtung
- 14
- Erfassungseinrichtung
- 15
- Alarmsignalanzeigeeinheit
- 100
- Verfahren
- 110
- Schritt des Messens eines Luftvolumenstroms mittels der Luftvolumenstrommesseinheit
- 120
- Schritt des Erfassens der produktiven und/oder nicht produktiven Spinnstellen
- 130
- Schritt des Abgleichs
- 140
- Schritt des Bewertens
- 150
- Schritt der Initiierung eines Alarmsignals
- 160
- Schritt des Messens eines Luftvolumenstroms mittels der weiteren Luftvolumenstrommesseinheit
- 170
- Schritt des Erfassens der produktiven und/oder nicht produktiven Spinnstellen und/oder
Handhabungseinheiten
- 180
- Schritt des Zuordnens
- 190
- Schritt des Abgleichs des Einzelsollwertes mit dem Einzelistwert
- 200
- Schritt des Bewertens
- 210
- Schritt der Initiierung eines Alarmsignals
- 220
- Schritt des Abriegelns
1. Verfahren (100) zur Überwachung von erforderlichen Luftströmen zum Handhaben eines
Fadens und/oder eines Faserbandes bei einer mehrere Spinnstellen (3) aufweisenden
Spinnmaschine,
wobei der Spinnmaschine wenigstens eine Luftstrom erzeugende Quelle (6) zugeordnet
ist, die mit einem Luftstromkanal (7) Luftstrom kommunizierend verbunden ist, wobei
der Luftstromkanal (7) einen mit der Quelle (6) Luftstrom kommunizierend gekoppelten
Luftstromhauptkanal (8) und mehrere, von dem Luftstromhauptkanal (8) abzweigende Luftstromabzweigkanäle
(9) aufweist, die jeweils zu einer Spinnstelle (3) zur Luftstromversorgung von spinnstelleneigenen
Handhabungseinheiten (4; 5) zum Handhaben eines Fadens oder eines Faserbandes abzweigen,
und
wobei der Spinnmaschine eine Auswerteeinrichtung (13) zum Auswerten von Messdaten
und eine Erfassungseinrichtung (14) zum Erfassen von produktiven und/oder nicht produktiven
Spinnstellen 83) und/oder Handhabungseinheiten (4; 5) zugeordnet ist, wobei die Erfassungseinrichtung
(14) mit der Auswerteeinrichtung (13) datenübertragend verbunden ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
eine Luftvolumenstrommesseinheit (10) vorgesehen ist, die in dem Luftstromhauptkanal
(8) zwischen der Quelle (6) und dem der Quelle (6) entlang des Luftstromweges nächsten
Luftstromabzweigkanal (9) angeordnet ist, wobei die Luftvolumenstrommesseinheit (10)
mit der Auswerteeinrichtung (13) datenübertragend verbunden ist,
in einem Schritt (110) der Luftvolumenstrom mittels der Luftvolumenstrommesseinheit
(10) gemessen und das Messergebnis an die Auswerteeinrichtung (13) übertragen wird,
in einem Schritt (120) die Anzahl von produktiven und/oder nicht produktiven Spinnstellen
(3) mittels der Erfassungseinheit (14) zum Zeitpunkt der Luftvolumenstrommessung erfasst
und an die Auswerteeinrichtung (13) übertragen wird,
in einem Schritt (130) ein Luftvolumenstrom-Sollwert abhängig von der Anzahl der zum
Zeitpunkt des Messens des Luftvolumenstroms erfassten produktiven und/oder nicht produktiven
Spinnstellen (3) ermittelt wird, wobei der Luftvolumenstrom-Sollwert zu einem Luftvolumenstromgesamtbedarf
der zum Messzeitpunkt produktiven Spinnstellen (3) korrespondiert,
in einem Schritt (140) der Luftvolumenstrom-Sollwert mit dem Istwert des gemessenen
Luftvolumenstroms mittels der Auswerteeinrichtung (13) abgeglichen wird, und
in einem Schritt (150) die Auswerteeinrichtung (13) basierend auf dem Abgleich eine
Bewertung vornimmt, ob eine unzulässige Abweichung des Istwertes zu dem Luftvolumenstrom-Sollwert
vorliegt.
2. Verfahren (100) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass von der Auswerteeinrichtung (13) ein Alarmsignal initiiert wird, wenn die Bewertung
eine unzulässige Abweichung des Istwertes zu dem Sollwert ergibt.
3. Verfahren (100) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Spinnmaschine eine Luftspinnmaschine ist, wobei die einen Luftstrom erzeugende
Quelle eine Druckluftquelle wenigstens zum Erzeugen eines vorbestimmten Spinndruckes
in einer Spinneinheit der Spinnstelle (3) ist.
4. Verfahren (100) nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine weitere Luftvolumenstrommesseinheit (11) in wenigstens einem Luftstromabzweigkanal
(9), insbesondere in jedem zu einer Spinnstelle (3) oder unmittelbar zu einer Handhabungseinheit
(4; 5) führenden Luftstromabzweigkanal (9) angeordnet ist, wobei in einem Schritt
(160) der Luftvolumenstrom zu einem festgelegten Zeitpunkt durch die weitere Luftvolumenstrommesseinheit
(11) gemessen und an die Auswerteeinrichtung (13) übertragen wird, wobei in einem
Schritt (170) zu dem Zeitpunkt der Luftvolumenstrommessung mittels der Erfassungseinheit
(14) erfasst wird, ob die mit der weiteren Luftstrommesseinheit (11) wirkverbundene
Spinnstelle (3) oder Handhabungseinheit (4; 5) produktiv und/oder nicht produktiv
ist, wobei in einem Schritt (180) der wirkverbundenen produktiven Spinnstelle (3)
bzw. Handhabungseinheit (4; 5) ein entsprechender Einzelistwert des gemessenen Luftvolumenstroms
zugeordnet und in einem Schritt (190) mit einem Einzelsollwert abgeglichen wird, welcher
zu einem Luftvolumenstromgesamtbedarf der wirkverbundenen Spinnstelle (3) bzw. Handhabungseinheit
(4; 5) korrespondiert, wobei in einem Schritt (200) basierend auf dem Abgleich eine
Bewertung mittels der Auswerteeinrichtung (13) vorgenommen wird, ob eine unzulässige
Abweichung des Einzelistwertes zu dem Einzelsollwert vorliegt und wobei im Falle der
Bewertung einer Abweichung als unzulässig, in einem Schritt (210) ein Alarmsignal
von der Auswerteeinrichtung (13) initiiert wird, welches eine Information über die
unzulässige Abweichung betreffende weitere Luftvolumenstrommesseinheit (11), Spinnstelle
(3), Handhabungseinheit (4; 5) und/oder Luftstromabzweigkanal (9) umfasst.
5. Verfahren (100) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass in jedem Luftstromabzweigkanal (9) umfassend eine weitere Luftvolumenstrommesseinheit
(11) ein Verschlusselement (12), insbesondere nahe des Luftstromhauptkanals (8), angeordnet
ist, welches zwischen einer Offen- und Schließstellung bewegbar ist, wobei das Verschlusselement
(12) in die Schließstellung bewegt wird, wenn eine den das Verschlusselement (12)
aufweisende Luftstromabzweigkanal (9) betreffende Abweichung als unzulässig bewertet
wurde.
6. Spinnmaschineneinheit (1) zur Ausführung eines Verfahrens (100) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die Spinnmaschineneinheit (1) umfasst
mehrere Spinnstellen (3) mit jeweils wenigstens einer einen Luftstrom erfordernden
Handhabungseinheit (4; 5) zum Handhaben eines Fadens oder Faserbandes mittels des
erforderten Luftstromes,
eine einen Luftstrom erzeugende Quelle (6), die mit einem Luftstromkanal (7) Luftstrom
kommunizierend verbunden ist, wobei der Luftstromkanal (7) einen mit der Quelle (6)
Luftstrom kommunizierend gekoppelten Luftstromhauptkanal (8) und mehrere, von dem
Luftstromhauptkanal (8) abzweigende Luftstromabzweigkanäle (9) aufweist, die jeweils
zu einer Spinnstelle (3) zur Luftstromversorgung der wenigstens einen spinnstelleneigenen
Handhabungseinheit (4; 5) abzweigen,
eine Auswerteeinrichtung (13) zum Auswerten von Messdaten, und
eine Erfassungseinrichtung (14) zum Erfassen von produktiven und/oder nicht produktiven
Spinnstellen (4; 5), wobei die Erfassungseinrichtung (14) mit der Auswerteeinrichtung
(13) datenübertragend verbindbar oder verbunden ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
eine Luftvolumenstrommesseinheit (10) vorgesehen ist, die in dem Luftstromhauptkanal
(8) zwischen der Quelle (6) und dem der Quelle (6) entlang des Luftstromweges nächsten
Luftstromabzweigkanal (9) angeordnet ist, wobei die Luftvolumenstrommesseinheit (10)
mit der Auswerteeinrichtung (13) datenübertragend verbindbar oder verbunden ist, und
die Auswerteeinrichtung (13) eingerichtet ist,
- einen Luftvolumenstrom-Sollwert abhängig von der Anzahl der zum Zeitpunkt des Messens
des Luftvolumenstroms erfassten produktiven und/oder nicht produktiven Spinnstellen
(3) zu ermitteln, wobei der Luftvolumenstrom-Sollwert zu einem Luftvolumenstromgesamtbedarf
der zum Messzeitpunkt produktiven Spinnstellen (3) korrespondiert,
- den Luftvolumenstrom-Sollwert mit dem Istwert des gemessenen Luftvolumenstroms abzugleichen,
und
- basierend auf dem Abgleich eine Bewertung vorzunehmen, ob eine unzulässige Abweichung
des Istwertes zu dem Luftvolumenstrom-Sollwert vorliegt.
7. Spinnmaschineneinheit (1) nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, dass eine weitere Luftvolumenstrommesseinheit (11) in wenigstens einem Luftstromabzweigkanal
(9), insbesondere in jedem zu einer Spinnstelle (3) oder unmittelbar zu einer Handhabungseinheit
(4; 5) führenden Luftstromabzweigkanal (9), angeordnet ist,
wobei die Erfassungseinrichtung (14) eingerichtet ist, zu einem Zeitpunkt einer von
der weiteren Luftvolumenstrommesseinheit (11) durchgeführten Luftvolumenstrommessung
zu erfassen, ob die mit der weiteren Luftstrommesseinheit (11) wirkverbundene Spinnstelle
(3) oder Handhabungseinheit (4; 5) produktiv und/oder nicht produktiv ist,
wobei die Auswerteeinrichtung (13) eingerichtet ist
- der mit der weiteren Luftvolumenstrommesseinheit (11) wirkverbundenen produktiven
Spinnstelle (3) bzw. Handhabungseinheit (4; 5) einen Einzelistwert des gemessenen
Luftvolumenstroms zuzuordnen und mit einem korrespondierenden Einzelsollwert abzugleichen,
welcher zu einem Luftvolumenstromgesamtbedarf der wirkverbundenen Spinnstelle (3)
bzw. Handhabungseinheit (4; 5) korrespondiert,
- basierend auf dem Abgleich eine Bewertung vorzunehmen, ob eine unzulässige Abweichung
des Einzelistwertes zu dem Einzelsollwert vorliegt, und
- im Falle der Bewertung einer Abweichung als unzulässig, ein Alarmsignal zu initiieren,
welches eine Information über die unzulässige Abweichung betreffende weitere Luftstrommesseinheit
(11), Spinnstelle (3), Handhabungseinheit (4; 5) und/oder Luftstromabzweigkanal (9)
umfasst.
8. Spinnmaschineneinheit (1) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Luftstromabzweigkanal (9) umfassend eine weitere Luftvolumenstrommesseinheit
(11) ein Verschlusselement (12), insbesondere nahe des Luftstromhauptkanals (8), angeordnet
ist, welches zwischen einer Offen- und Schließstellung bewegbar ist, wobei das Verschlusselement
(12) in der Schließstellung ist, wenn eine den das Verschlusselement (12) aufweisende
Luftstromabzweigkanal (9) betreffende Abweichung als unzulässig bewertet wurde.