[0001] Gegenstand der Erfindung ist ein System zum Verbinden einer Warenbahn mit einer Wickelwelle
gemäss Oberbegriff des Patentanspruch 1.
[0002] Markisen als Sonnen- und/oder Regenschutz umfassen eine Stoffbahn, die auf einer
Wickelwelle aufwickelbar ist, um sie geschützt und auf kleinem Raum bei Nichtgebrauch
stauen zu können. Üblicherweise wird in die mit der Wickelwelle zu verbindende Kante
des Stoffs in einem Hohlsaum ein Stab eingelegt und dadurch ein Kederwulst gebildet.
Alternativ kann auch eine Kederfahne an der Kante des Stoffs angebracht, z.B. aufgenäht
werden. Zur Befestigung der Kante des Stoffs mit dem Kederwulst an der Wickelwelle
ist an letzterer unter der Manteloberfläche eine axial verlaufende Ausnehmung als
Kederschiene angebracht, in welche der Keder eingelegt werden kann. Meistens ist die
Ausnehmung im Querschnitt etwa kreisrund und die Ausnehmung steht nur an einer schmalen
Stelle mit der Oberfläche der Wickelwelle in Verbindung, so dass nach Einschieben
der Stoffbahn mit dem Keder in axialer Richtung die Stoffbahn gehalten wird. Solche
Verbindungen zwischen Stoffbahn und Wickelwelle sind sicher und verhältnismässig einfach
zu handhaben.
[0003] Nachteilig an einer solchen Verbindung ist der Aufwand zum Einführen des Keders,
da dieser nur stirnseitig in die Wickelwelle eingeführt werden kann und folglich die
Wickelwelle an deren Ende für das Einführen freigelegt werden muss. Ein weiterer Nachteil
besteht darin, dass die Stoffbahn, beispielsweise ein Markisenstoff aus Acryl, der
immerhin eine Dicke von 1 bis 3 mm aufweisen kann, radial aus der Ausnehmung an der
Wickelwelle herausgeführt wird und dadurch nach der ersten Umschlingung und weiteren
Umschlingungen beim Aufwickeln der Bereich der Markise, die über dem Schlitz der Ausnehmung
liegt, leicht abgehoben wird und folglich dieser Bereich sich durch diesen Wulst auf
der Markise, wenn sie ausgefahren ist, abzeichnet. Dies führt zu einem negativen Erscheinungsbild
der Markise.
Wird die Markise bzw. deren Kante auf die Welle aufgeschraubt oder aufgenietet und
durch einen Abdeckstab auf die Oberfläche der Welle gedrückt, so entsteht dasselbe
negative Erscheinungsbild, da sich auch dieser Bereich auf der Markise ein- oder mehrmals
abzeichnet.
[0004] Aus der
EP 3 431 678 A1 ist weiter eine Anordnung zum Verbinden einer Warenbahn, insbesondere Markise, mit
einer Wickelwelle bekannt. In dieser Anordnung ist in der Wickelwelle eine Ausnehmung
eingelassen, deren Basis kreisbogenabschnittförmig ausgebildet ist und an deren beiden
Seitenkanten im Querschnitt S-förmig verlaufende Bereiche ausgebildet sind, sodass
der Schlitz in der Manteloberfläche der Wickelwelle eine geringere Breite aufweist
wie die Basis der Ausnehmung. Die Ausnehmung bildet für einen einklickbaren Stab durch
eine im Wesentlichen im Querschnitt T-förmige Nut Raum, sodass dieser nicht über die
Manteloberfläche der Wickelwelle hinausragt, jedoch mit seinen seitlichen Kanten die
überstehenden Randbereiche des Schlitzes untergreifen kann. Um den Stab, an welchem
die Markise befestigt wird, in die axial verlaufende Ausnehmung einsetzen zu können,
ist an der Unterseite des Stabs eine Nut eingelassen, damit der ausserhalb der Nut
liegende Bereich des Stabs, der aus einem verhältnismässig weichen biegsamen Kunststoffmaterial
hergestellt sein muss, beim Auflegen und gleichzeitigen Zusammenpressen des Stabs
auf seiner gesamten Länge auf die Ausnehmung bzw. den Schlitz zurückweisen kann und
so die Breite des Stabs kurzfristig verkürzt wird. Nach dem radialen Einschieben des
Stabs schwenkt der Stabbereich ausserhalb der Nut wieder von der Nut weg und hält
so den Stab innerhalb der Ausnehmung fest. Weiter ist im Stab eine entlang dessen
Längskanten verlaufende Bohrung eingelassen, die durch einen Schlitz mit der Oberfläche
des Stabs verbunden ist. In diese Bohrung muss der Keder an einer Markise mühsam axial
eingeschoben und so am Stab gehalten werden.
Diese Anordnung ermöglicht zwar eine versenkte Anordnung eines die Markise festhaltenden
Stabs, jedoch ist einerseits das Verbinden der Markise mit dem Stab aufwendig, da
diese über die gesamte Länge des Stabs in diesen eingeschoben werden muss. Dies kann
bei Markisen von mehreren Metern Länge rein platzmässig und auch arbeitsmässig viel
Aufwand benötigen. Im Weiteren kann andererseits der Stab, nachdem er in die Ausnehmung
in der Wickelwelle eingeklipst ist, darin nicht sicher gehalten werden, denn, falls
eine erhöhte Zugkraft auf die Markise einwirkt, vor allem wenn die Ausnehmung an der
Wickelwelle nicht im oberen Scheitel derselben, sondern weiter unten zu liegen kommt,
erfolgt ein Durchbiegen des Stabs und dadurch kann der elastische Haltebereich aus
der Ausnehmung herausgezogen werden, da dieser bekanntlich für das Einführen schwenkbeweglich
am Stab ausgebildet sein muss. Einerseits ist folglich die Verbindung zwischen Markise
und Stab sehr aufwendig und andererseits ist die Verankerung des Stabs nach der Montage
an der Wickelwelle nicht in jeder Position gewährleistet.
[0005] Weiter ist aus der
CH 698 032 eine Wickelwelle bekannt, bei welcher entlang der Kante der Markise, welche mit der
Wickelwelle verbunden werden muss, ein S-förmiger Haltebereich befestigt. Dieser greift
in eine kreisrunde, durch einen Schlitz mit der Oberfläche verbundene Bohrung in der
Wickelwelle ein. Ein sicherer Halt der Markise ist nur gewährleistet, wenn die Markise
bereits einmal um die Wickelwelle herumgewickelt ist und über dem S-förmigen Haken
zu liegen kommt und diesen radial auf die Wickelwelle presst. Ein sicherer Halt ist
damit nicht gewährleistet.
[0006] Weiter ist aus der
US 2006/0207731 eine Verbindungsanordnung zwischen einer Wickelwelle und der Kante einer Markise
bekannt. An der Kante der Markise isst ein Halteelement befestigt, dessen Ende T-förmig
ausgebildet ist und in eine entsprechende T-förmige Nut in der Wickelwelle eingreift.
Eine solcherart ausgerüstete Markise kann nur axial in die Wickelwelle eingeführt
werden. Dies bewirkt, dass für einen Wechsel der Markise, z.B. wenn diese beschädigt
ist oder auch bei der Montage einer neuen Sonnenschutzanlage, die Wickelwelle aus
deren Lagerung herausgehoben, dann die Markise, z.B. eine 6 m breite Markise, eingeführt
werden muss und nachher die schwere Wickelwelle samt der nicht aufgewickelten Markise
nach oben in die Lager für die Welle befördert werden muss. Eine solche Anordnung
ist sehr zeitaufwendig während der Montage (axiales Einführen und Anheben der schweren
Welle mit darauf befindlicher Markise und deren nachträgliche Montage an der Oberseite
einer Fenster- oder Türöffnung).
[0007] Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht nun darin, ein System zur Befestigung
bzw. zur Verbindung der Kante einer textilen Warenbahn mit einer Wickelwelle zu schaffen,
das einerseits eine einfache Montage, d.h. ein einfaches Verbinden der Warenbahn mit
der Wickelwelle an deren Einsatzort ermöglicht, als auch einen stufenlosen Übergang
von der Wickelwelle in die Markise gewährleistet.
[0008] Gelöst wird diese Aufgabe durch ein System gemäss den Merkmalen des Patentanspruchs
1.
[0009] Das erfindungsgemässe Verbindungssystem ermöglicht es, den Verbindungsbereich der
Warenbahn vollständig unter der Manteloberfläche der Wickelwelle anzuordnen, so dass
kein stufenartiger Übergang an der Oberfläche der Wickelwelle erfolgt und nach der
ersten Umschlingung der Wickelwelle durch die Warenbahn der über dem Verbindungsbereich
zu liegen kommende Bereich der zweiten Wickellage der Warenbahn nicht radial nach
aussen gedrängt wird, sondern innerhalb dem bogenförmigen Verlauf der Manteloberfläche
der Wickelwelle zu liegen kommt. Der Übergang, der von der ersten Umschlingung in
die zweite erfolgt, ist folglich stufenlos ohne Bildung eines Wulstes. Erreicht wird
dies durch einen Einhänge-Profilstab, der einseitig mit dem Kantenbereich der Warenbahn
verbunden wird und der vollständig in eine Ausnehmung unter der Oberfläche der Wickelwelle
einlegbar und dort einrastbar befestigt wird. Sehr vorteilhaft und zeitsparend wirkt
sich das System aus, indem der Einhänge-Profilstab mit der Stoffbahn radial an die
in einem Tür- oder Fenstersturz eingebaute Wickelwelle herangeführt und in einer Ausnehmung
in deren Mantelfläche werkzeugfrei eingehängt und eingerastet werden kann. Ein axiales
Verschieben während des Gebrauchs entfällt, da der Einhänge-Profilstab in der Ausnehmung
einrastet. Eine Demontage der Wickelwelle zur Einführung des Verbindungselements ist
daher nicht mehr notwendig. Der Einhänge-Profilstab kann in einfacher und kostengünstiger
Weise direkt mit dem Kantenbereich der Warenbahn verbunden werden, indem die Verbindung
durch eine Ultraschallschweissung oder durch Kleben erfolgt. Zudem muss an der Kante
der Warenbahn kein Saum angebracht werden, sondern die geschnittene Kante kann ohne
weitere Nachbehandlung am Einhänge-Profilstab befestigt werden. Alternativ kann in
einer vorteilhaften Ausgestaltung an der Kante der Warenbahn vorab ein Übergangselement
befestigt werden, welches seinerseits mit dem Einhänge-Profilstab verbunden wird.
Das Übergangselement verbessert den sanften Einlauf der Warenbahn von der Ausnehmung
in die Mantelfläche der Wickelwelle.
An der Wickelwelle lässt sich die Ausnehmung sehr einfach herstellen. Die Ausnehmung
weist einen im Verhältnis zu deren Tiefe sehr breiten Schlitz auf, der das Einführen
des Einhänge-Profilstabs in radialer Richtung ermöglicht und nicht wie bisher eine
Demontage der Wickelwelle verlangt, um axial eingeführt zu werden.
Der bisher an der Warenbahn notwendigerweise auszubildende Saum mit einem darin angeordneten
Stab zur Bildung eines Kederwulstes als Befestigungselement an der Wickelwelle entfällt.
Der Einhänge-Profilstab kann mit geringem Arbeitsaufwand durch Kleben oder eine Ultraschallschweissung
an der geschnittenen ungesäuberten Warenbahnkante direkt befestigt werden. In der
bevorzugten Ausgestaltung des Systems wird die ungesäuberte Warenbahnvorderkante mit
einem Anschlussband durch Schweissen oder Kleben verbunden. Das Anschlussband seinerseits
wird ebenfalls durch Verkleben oder Verschweissen mit dem Einhänge-Profilstab verbunden.
Dies ermöglicht es, dass der Einhänge-Profilstab vollständig in der schlitzförmigen
Ausnehmung eingesetzt werden kann und keine Teile über die Manteloberfläche der Wickelwelle
hinausragen. Wird zusätzlich ein Anschlussband zwischen die Warenbahn und dem Einhänge-Profilstab
eingesetzt, so kann eine völlig übergangsfreie Verbindung zwischen der Wickelwelle
und der Warenbahn erreicht werden. Der Einhänge-Profilstab und das Anschlussband,
welches bevorzugt aus einem weicheren Material besteht als der Profilstab, können
auch einteilig hergestellt sein, wodurch nur eine Verbindung zur Stoffkante erfolgen
muss. Muss eine Warenbahn einer Markise nach Jahren infolge Defekts ausgewechselt
werden, so lässt sich die Warenbahn mit dem daran befestigten Einhänge-Profilstab
ohne Demontage der Wickelwelle aus der Ausnehmung herausschieben und durch eine neue
oder reparierte Warenbahn ersetzen.
[0010] Anhand eines illustrierten Ausführungsbeispiels wird die Erfindung näher erläutert.
Es zeigen:
- Figur 1
- eine Wickelwelle mit einer Ausnehmung und einem darin angeordneten Einhänge-Profilstab
mit der Warenbahn,
- Figur 2
- eine Wickelwelle und den Einhänge-Profilstab mit dem Ende der Warenbahn beim Einhängen
in die Ausnehmung an der Wickelwelle,
- Figur 3
- den Einhänge-Profilstab,
- Figur 4
- das Anschlusselement,
- Figur 5
- den Einhänge-Profilstab, verbunden mit einem Anschlusselement für den Stoff,
- Figur 6
- eine vergrössert dargestellte Ausnehmung im Mantel der Wickelwelle,
- Figur 7
- ein Einhänge-Profilstab mit integriertem Anschlusselement und am Einhänge-Profilstab
befestigte Warenbahn,
- Figur 8
- eine perspektivische Darstellung von Figur 7 und
- Figur 9
- eine Wickelwelle mit der Ausnehmung und dem darin angeordneten Einhänge-Profilstab
mit Anschlusselement und Warenbahn gemäss der zweiten Ausgestaltung der Erfindung.
[0011] In Figur 1 ist mit Bezugszeichen 1 ein System zur Verbindung einer Warenbahn 3, z.B.
der Stoff für eine Markise, mit einer Wickelwelle 5 bezeichnet. Die manuell oder elektrisch
antreibbare Wickelwelle 5 weist einen kreisrunden Querschnitt mit einer Manteloberfläche
7 auf. Die Wickelwelle 5 wird vorzugsweise als Aluminiumprofil hergestellt. Im Scheitel
der Wickelwelle 5 in Figur 2 ist eine unter der Manteloberfläche 7 ausgebildete Ausnehmung
9 ersichtlich, über der ein axial verlaufender Schlitz 11 (Fig. 6) mit einer Breite
b in der Manteloberfläche 7 ausgebildet ist. Die Breite b des Schlitzes 11 kann in
Umfangsrichtung eine Ausdehnung bis zum Mass des Radius r der Wickelwelle 1 aufweisen.
Selbstverständlich kann - in Abhängigkeit des Durchmessers der Wickelwelle 5 - auch
eine wesentlich kleinere Öffnungsbreite b gewählt werden. Die Ausnehmung 9 hat im
Querschnitt die Gestalt einer T-Nut oder, wie in den Figuren dargestellt, eines auf
dem Rücken liegenden, flachgedrückten C's, dessen Rücken 13 leicht radial konvex nach
aussen gebogen verlaufen kann, also in etwa parallel zum fehlenden Bereich in der
Manteloberfläche 7 über dem Schlitz 11. Die Ausnehmung 9 weist eine innere Breite
B auf. Die beiden Übergänge von der Manteloberfläche 7 in den Rücken 13 verlaufen
in etwa in der Gestalt von gegeneinander gerichteten Halbkreisen (vergl. Fig. 1,2,6).
Die Ausnehmung 9 dient im System zur Aufnahme eines Einhänge-Profilstabs 17. Im Querschnitt
weist der Einhänge-Profilstab 17 die Gestalt eines auf dem Kopf stehenden T's mit
einer Bodenfläche 19 auf, deren konvexe Krümmung dem Rücken 13 in der Ausnehmung 9
an der Wickelwelle 5 entsprechen kann. Eine der Bodenfläche 19 gegenüberliegende Kontaktfläche
21 am Körper des Einhänge-Profilstabs 17 dient zur Aufnahme und Verbindung eines Anschlussbandes
23 oder direkt dem Kantenbereich der Warenbahn 3. Das Anschlussband 23 als Teil des
Profilstabs 17 dient dazu, den vorderen Kantenbereich der Warenbahn 3 mit dem Einhänge-Profilstab
17 unlösbar zu verbinden. Das Anschlussband 23 weist in Figur 4 auf der rechten Seite
an seiner radial aussenliegenden Oberfläche einen Absatz 25 auf, so dass die Oberfläche
eine im dünneren Bereich 23' auf dem Anschlussband 23 befestigte Warenbahn 3 stufenlos
oder absatzlos in die äussere Oberfläche 27 des Anschlussbandes 23 übergeht. Das Anschlussband
23 und eine darauf befestigte vordere Kante einer Warenbahn 3 liegen folglich in einer
gemeinsamen konvex gebogenen Fläche. Das Anschlussband 23 kann an seinem linken freien
Ende in Figur 4 eine grössere Wandstärke aufweisen als im anschliessenden, im Kontakt
mit dem Einhänge-Profilstab 17 liegenden Abschnitt. Die Verbindung zwischen dem Einhänge-Profilstab
17 und dem Anschlussband 23 kann durch eine Verklebung oder, wie im Beispiel dargestellt,
durch eine Ultraschallschweissung erfolgen, durch welche im Schweissbereich 29 eine
unbedeutende Einbuchtung im Anschlussband 23 entstehen kann und allenfalls auch in
der Kontaktfläche 21 des Einhänge-Profilstabs 17.
Der Einhänge-Profilstab 17 ist an dessen beiden Enden stufenförmig ausgebildet, so
dass die obere Kontaktfläche 21 kürzer ist als die untere Bodenfläche 19.
Der erste stufenförmige Abschnitt 31 des Einhänge-Profilstabs 17 nimmt auf der linken
Seite das dickere Ende des Anschlussbandes 23 auf und ist länger als der zweite stufenförmige
Abschnitt 33 auf der rechten Seite in den Figuren 3 und 5.
Die Dicke c
1 des Einhänge-Profilstabs 17 im Anschluss an den ersten stufenförmigen Abschnitts
31 ist kleiner als die Dicke c
2 vor dem zweiten stufenförmigen Abschnitt 33. Durch diese Massnahme gelangt die Oberfläche
27 des Anschlussbandes 23 stufenlos in die Manteloberfläche 7 der Wickelwelle 5.
Um eine optimale dauerhafte Verbindung zwischen dem Einhänge-Profilstab 17 und dem
Anschlussband 23 an der Kontaktfläche 21 zu erlangen, sind diese aus einem ultraschallschweissbaren
Material bestehend oder aus Materialien, die optimal und dauerhaft miteinander verklebbar
sind. Das Anschlussband 23 ist vorzugsweise aus einem Kunststoff hergestellt, der
biegsamer, weicher und zusammenpressbarer ist als das härtere und damit steife Material
des Einhänge-Profilstabs 17. Der Einhänge-Profilstab 17 und das Anschlussband 23 können
auch einteilig hergestellt sein, z.B. durch einen Extrudiervorgang oder einen Zweikomponenten-Spritzvorgang,
so dass eine spätere Verklebung oder Verschweissung der beiden Elemente miteinander
nicht mehr notwendig ist.
[0012] Nachfolgend wird die Funktionsweise der Verbindung zwischen der Wickelwelle 5 und
dem Einhänge-Profilstab 17 mit dem daran befestigten Anschlussband 23 und der an diesem
befestigten Warenbahn 3 der ersten Ausführungsform beschrieben. Nach dem Zuschneiden/Konfektionieren
einer Warenbahn 3 für eine Markise wird deren vordere Kante bzw. der vordere Kantenbereich
an dem Absatz 25 am Anschlussband 23 anstossend mit diesem verbunden. Die Verbindung
kann durch eine Verklebung erfolgen oder durch eine Ultraschallschweissung, welche
die beiden Materialien, nämlich die Warenbahn 3 und das Anschlussband 23, unlösbar
miteinander verbindet. Die auf diese Weise vorbereitete Warenbahn 3 mit daran befestigtem
Anschlussband 23 wird nun mit dem Einhänge-Profilstab 17 verbunden. Diese Verbindung
kann ebenfalls durch eine Verklebung oder eine Ultraschallschweissung erfolgen. Selbstverständlich
könnte auch zuerst der Einhänge-Profilstab 17 mit dem Anschlussband 23 verbunden werden
und erst anschliessend die Warenbahn 3 an das Anschlussband 23 befestigt werden.
Die so vorbereitete Markise kann nun an der Wickelwelle 5, die im Sturz einer Fenster-
oder Türöffnung oder in einem Wetterschutzgehäuse drehbar gelagert und durch einen
hand- oder motorischen Antrieb drehbar ist, montiert werden. Dazu ist es nicht nötig
die Wickelwelle 5 von deren Aufhängung und Antrieb zu lösen, sondern es wird der Einhänge-Profilstab
17 mit seinem vorne, d.h. auf der linken Seite in den Figuren, liegenden stufenförmigen
Absatz 31 im Wesentlichen in spitzem Winkel zur Manteloberfläche in Richtung des Pfeils
F in die Ausnehmung 9 eingeführt. Dabei untergreift der erste stufenförmige Abschnitt
31 den halbkreisförmigen Bereich 15 der Ausnehmung 9. Beim Einführen kann das verdickte
Ende des Anschlussbandes 23, da es vorzugsweise aus einem weicheren Material als der
zentrale Bereich des Profilstabs 17 besteht, etwas zurückgedrängt bzw. zurückgeschoben
werden. Sobald der erste stufenförmige Abschnitt 31 unter die halbkreisförmige Kante
der Ausnehmung 9 eingeschoben und untergeschoben ist, wird der Einhänge-Profilstab
17 in Richtung des Pfeiles P (Uhrzeigersinn) geschwenkt und gelangt danach mit seiner
Bodenfläche 19 in Kontakt mit dem Rücken 13 der Ausnehmung 9 (vergl. Figur 1).
Sobald die Wickelwelle 5 im Gegenuhrzeigersinn in Drehung versetzt wird, wird einerseits
die Warenbahn 3 radial an die Manteloberfläche 7 der Wickelwelle 5 angedrückt und
der Einhänge-Profilstab 17 bzw. dessen zweiter stufenförmiger Abschnitt 33 in den
kreisbogenförmigen Randbereich der Ausnehmung 9 hineingezogen. Der erste stufenförmige
Abschnitt 31 verbleibt weiterhin radial gehalten im bogenförmigen Abschnitt der Ausnehmung
9 (linke Seite). Unterstützt wird das Einschieben im Uhrzeigersinn zusätzlich durch
die Spannkraft des zusammengepressten weichen Endes des Anschlussbandes 23. Der Einhänge-Profilstab
17 liegt nun, die Ausnehmung 9 annähernd ausfüllend, an beiden Kanten gehalten in
der Ausnehmung 9. Die Oberfläche 27 des Anschlussbandes 23 und die aussenliegende
Oberfläche der Warenbahn 3 liegen in einer übergangslos verlaufenden im Wesentlichen
kreisrunden Bahn in der Manteloberfläche 7 der Wickelwelle 5.
[0013] In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung gemäss den Figuren 7 bis 9 ist der
Einhänge-Profilstab 17' als Einheit mit dem Anschlussband 23" ausgebildet und damit
einstückig aus zwei Komponenten unterschiedlicher Härte herstellbar und als Verbindungselement
35 bezeichnet. Das Verbindungselement 35 umfasst einen ersten stufenförmigen Abschnitt
31 und einen zweiten stufenförmigen Abschnitt 33. Im Weiteren ist auf dem ersten stufenförmigen
Abschnitt 31 eine federnde Nase 37 angeformt sowie auf der gegenüberliegenden Seite
über dem zweiten stufenförmigen Abschnitt 33 ein ebenfalls aus einem weicheren Material
als der zentrale Teil des Verbindungselements 35 erzeugter Anschlussbandabschnitt
23'. Der Grundkörper des Verbindungselements 35 ist vorzugsweise aus einem Kunststoffmaterial
mit grösserer Stärke und vor allem hoher Steifigkeit hergestellt als die Nase 37 und
der Abschnitt 23' des Anschlussbands 23. Hergestellt wird das Verbindungselement im
Spritzgiessverfahren mit zwei unterschiedlichen Kunststoffkomponenten. Die beiden
Komponenten, nämlich die biegesteife für den Grundkörper und die elastisch verformbare
für die Nase 37, und fakultativ auch für den Abschnitt 23', sind folglich untrennbar
verbunden.
Die Verbindung der Warenbahn 3 mit dem eine geringere Stärke bzw. Dicke und vorzugsweise
hoher Elastizität aufweisenden Abschnitt des Anschlussbands 23' ausserhalb des Absatzes
25, dient als Verbindungsbereich des Verbindungselements 35 mit der Warenbahn 3. Die
Verbindung erfolgt entweder durch Kleben mit einem Kleber, durch gegenseitige Verklebung
durch Wärmeeinwirkung oder durch eine Ultraschallschweissung.
[0014] Nachfolgend wird die Funktionsweise der Verbindung zwischen der Wickelwelle 5 und
dem Einhänge-Profilstab 17 mit der daran befestigten Warenbahn 3 der zweiten Ausführungsform
beschrieben.
Nach dem Zuschneiden/Konfektionieren der Warenbahn 3 wird deren vordere Kante am Absatz
25 des Anschlussbereichs 23' angelegt und durch einen Kleber, eine thermische Verschmelzung
oder durch eine Ultraschallschweissung mit dem Anschlussbereich 23' verbunden. Das
Verbinden der Warenbahn 3 mit dem Verbindungselement 35 kann vorzugsweise bereits
in den Räumlichkeiten des Herstellers der Markise oder am Einsatzort kurz vor der
Befestigung der Warenbahn 3 an der Wickelwelle 5 erfolgen.
Die am Verbindungselement 35 befestigte Warenbahn 3 wird dann, wie in Figur 2 des
ersten Ausführungsbeispiels dargestellt, vor Ort, d.h. an der bereits an einem Gebäude
befestigten Wickelwelle eingeklinkt. Dabei führt der Monteur den ersten stufenförmigen
Abschnitt 31 am Einhänge-Profilstab (17) in spitzem Winkel zur Oberfläche des Mantels
der Wickelwelle 5 unter die halbkreisförmige Ausnehmung 15 in der Ausnehmung 9 an
der Wickelwelle 5 ein. Nun berührt die elastische Nase 37, die sich als Rippe über
die gesamte Länge des Verbindungselements 15 oder über mindestens mehrere Teillängen
erstreckt in Anlage mit dem Mantel 7 der Wickelwelle 5. Durch einen leichten Druck
in Richtung der Kraft F in Figur 2 schiebt er den ersten stufenförmigen Abschnitt
31 vollständig in die halbkreisförmige Ausnehmung, bis der zweite stufenförmige Abschnitt
33 durch Verschwenken des Einhänge-Profilstabs 17 im Uhrzeigersinn in Anlage mit dem
Rücken 13 der Ausnehmung 9 gelangt. Sobald die Kraft F auf den Einhänge-Profilstab
17 aufgehoben wird, verschiebt sich das Verbindungselement 35 im Uhrzeigersinn durch
die Kraft der elastisch gespannten Nase 37 und gelangt mit seinem zweiten stufenförmigen
Abschnitt 33 unter den halbkreisförmigen Bereich der Ausnehmung 9 auf der rechten
Seite. Damit ist der Einhänge-Profilstab 17 in der Ausnehmung 9 verankert. Sobald
die Wickelwelle 5 im Gegenuhrzeigersinn in Drehung versetzt wird, um die Warenbahn
3 aufwickeln zu können, wird das Verbindungselement 35 zusätzlich bis zum Anschlag
in der Ausnehmung 9 verschoben, sofern nicht bereits die Kraft der Nase 37 das Verbindungselement
35 vollständig im Uhrzeigersinn verschoben hat.
[0015] Muss im Schadensfall eine Markise bzw. die Warenbahn 3 ausgetauscht werden, so lässt
sich diese in umgekehrter Reihenfolge ohne Demontage der Wickelwelle 5 von dieser
abnehmen.
1. System zum Verbinden einer Warenbahn (3) mit einer Wickelwelle (5) einer Sonnenschutzvorrichtung,
umfassend ein Verbindungselement mit einem Einhänge-Profilstab (17) zur Befestigung
an einer Vorderkante der Warenbahn (3) und eine axial verlaufende, in der Wickelwelle
(5) ausgebildete Ausnehmung (9) mit einem in der Manteloberfläche (7) der Wickelwelle
(5) verlaufenden Schlitz (11) zum Einführen des Verbindungselements in die darunterliegende
Ausnehmung (9), wobei der Schlitz (11) eine geringere Breite b aufweist als die Breite
B der Ausnehmung (9)
dadurch gekennzeichnet, dass
der Einhänge-Profilstab (17) einen im Wesentlichen steifen, nicht verformbaren Grundkörper
mit entlang seiner beiden Längskanten ausgebildeten ersten und zweiten ebenfalls biegesteifen
abgestuften Abschnitten (31,33) und über mindestens einem der Abschnitte (31,33) eine
elastisch verformbare Nase (37) umfasst.
2. System nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die elastisch verformbare Nase (37) als eine sich über die gesamte Länge des Verbindungselements
(17) ununterbrochene Rippe ausgebildet ist oder aus einer Mehrzahl von Rippenabschnitten
besteht, welche über dem ersten abgestuften Abschnitt (31) liegt.
3. System nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Nase (37) im Wesentlichen lotrecht auf dem ersten stufenförmigen Abschnitt (31)
ausgebildet ist oder dass die Nase (37) sich horizontal verlaufend am zentralen Bereich
des Verbindungselements (17) angeordnet über den ersten stufenförmigen Abschnitt (31)
erstreckt.
4. System nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Einhänge-Profilstab (17) nach dem Einlegen in die Ausnehmung (9) durch eine tangential
zur Oberfläche des Mantels der Wickelwelle (5) verlaufende Verschiebung in der Ausnehmung
(9) verrastbar ist.
5. System nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
- dass die Ausnehmung (9) einen zur Manteloberfläche (7) beabstandet liegenden Rücken (13)
umfasst, dessen Krümmung im Wesentlichen parallel zur Krümmung der Manteloberfläche
(7) der Wickelwelle (5) verläuft oder geradlinig ausgebildet ist,
- dass der Rücken (13) beidendig halbkreisförmig verlaufend in die beiden Längskanten des
Schlitzes (11) in der Manteloberfläche (7) übergeht und
- dass die Breite b des Schlitzes (11) kleiner ist als der Abstand B zwischen den beiden
bogenförmig verlaufenden Seitenwänden der Ausnehmung (9).
6. System nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Einhänge-Profilstab (17) einen Querschnitt in Gestalt eines auf dem Kopf stehenden
T's aufweist, wobei der horizontale Teil der Bodenfläche (19) des Einhänge-Profilstabs
(17) an die Krümmung der Oberfläche des Rückens (13) der Basis der Ausnehmung (9)
angepasst ist und die der Bodenfläche (19) gegenüberliegende Kontaktfläche (21) etwa
dem Kreisabschnitt der über deren Schlitz (11) fehlenden Manteloberfläche (7) entspricht.
7. System nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Kontaktfläche (21) kürzer ist als die Bodenfläche (19) und dass die Übergänge
von der Kontaktfläche (21) in die Bodenfläche (19) als stufenförmige Abschnitte (31,33)
ausgebildet sind.
8. System nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass einer der beiden Abschnitte (31) und (33) einen längeren, die bogenförmig verlaufenden
Seitenwände der Ausnehmung (9) untergreifenden Haltebereich aufweist als der Haltebereich
am anderen Abschnitt (33).
9. System nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass ein Anschlussband (23) zur Verbindung der vorderen Kante der Warenbahn (3) mit dem
Einhänge-Profilstab (17) ausgebildet ist, dessen Querschnitt entlang einer der beiden
Kanten des Anschlussbandes (23) einen Absatz (25) aufweist, dessen Höhe h der Dicke
der Warenbahn (3) entspricht.
10. System nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Warenbahn (3) direkt am Einhänge-Profilstab (17) oder indirekt durch das Anschlussband
(23) mit dem Einhänge-Profilstab (17) verbunden ist.
11. System nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindung der Warenbahn (3) mit Einhänge-Profilstab (17) oder die Verbindungen
der Warenbahn (3) mit dem Anschlussband (23) und das Anschlussband (23) mit dem Einhänge-Profilstab
(17) durch eine Verklebung oder durch eine Ultraschallverschweissung erfolgt.