[0001] Die Erfindung betrifft betrifft eine Abscheidevorrichtung, insbesondere zum Abscheiden
von Öl-Aerosolen aus einem Fluid, wie einem Luftstrom, mit einem Versorgungssystem
und einem über eine Verrohrung daran angeschlossenen Abnahmesystem, die zwischen einer
Zufuhrseite und einer Abfuhrseite für abgereinigtes bzw. belastetes Fluid eine Bypassleitung
aufweist.
[0002] Abscheidevorrichtungen dieser Art sind Stand der Technik und kommen auf verschiedenen
technischen Gebieten Öl-Aerosolen, fachsprachlich Ölnebeln, aus Medien, wie Luft,
zum Einsatz. Feine Ölnebel bilden sich beispielsweise in den Lagern von Turbinen,
wie Gas-Dampf- oder Hydroturbinen. Ein besonders verbreitetes und wichtiges Anwendungsgebiet
ist der Einsatz zur Kurbelgehäuseentlüftung von Hubkolben-Verbrennungs-motoren, vergleiche
hierzu "Lexikon Motorentechnik", Der Verbrennungsmotor von A bis Z, Richard van Basschuysen/Fred
Schäfer, Verlag Vieweg, Seiten 485, 486. Beim Betrieb von Hubkolbenmotoren treten
Durchblasegase (sog. Blow-by-Gase) aus dem Brennraum über den Bereich zwischen Kolben
und Kolbenringen und dem Zylinder in den Kurbelraum und bilden im Kurbelgehäuse den
Ölnebel als Blow-by-Gemisch. Um zu verhindern, dass durch die motorlastabhängige Menge
der Durchblasegase und durch die translatorische Kolbenbewegung im Kurbelgehäuse ein
den Betrieb des Hubkolbenmotors gefährdender Überdruck entsteht, wird der Ölnebel
über eine Kurbelgehäuseentlüftung abgeführt und das Kurbelgehäuse dadurch so entlüftet,
dass nahezu kein Überdruck im Kurbelgehäuse vorhanden ist. Aufgrund der schädlichen
Bestandteile des Ölnebels, der neben unverbrannten Kraftstoffanteilen Emissionen des
Abgassystems enthält, und der daraus folgenden gesetzlichen Vorschriften verbietet
sich die unbehandelte Abgabe an die Umwelt. Das aus dem Kurbelgehäuse abgeführte Blow-by-Gemisch
wird daher mittels einer Abscheidevorrichtung abgereinigt, bevor es als nahezu unbelasteter
Luftstrom zur Umgebung abgegeben und/oder als Zuluft einer betreffenden Komponente
des Motors, beispielsweise dem Turbolader, wieder zugeführt wird.
[0003] Aus der
EP 2 431 583 A1 ist eine Vorrichtung zum Reinigen von Gas bekannt, das in einem Kurbelgehäuse während
des Betriebs eines Verbrennungsmotors erzeugt wird. Die Vorrichtung weist zum Erfassen
des Gasdrucks im Kurbelgehäuse einen Sensor auf, dessen Druck-Messwerte einer Steuereinrichtung
übermittelt werden. Mittels eines Stellantriebs steuert die Steuereinrichtung in Abhängigkeit
der Druck-Messwerte ein Absperrventil an, das einem Zentrifugalabscheider vorgeschaltet
ist und das den Volumenstrom des aus dem Kurbelgehäuse abgeführten Gases derart regelt,
dass der Gasdruck im Kurbelgehäuse auf einem vorbestimmten Druckwert oder innerhalb
eines vorbestimmten Druckwerte-Bereichs während des Betriebs des Verbrennungsmotors
gehalten wird. In einem Ausführungsbeispiel der Vorrichtung ist das Absperrventil
in einem Fluidweg zwischen dem Kurbelgehäuse und dem Zentrifugalabscheider angeordnet,
der das Gas aus dem Kurbelgehäuse absaugt, wobei die Steuereinheit in Abhängigkeit
der im Kurbelgehäuse gemessenen Druckwerte neben dem Ventil auch den Antrieb des Rotors
des Zentrifugalabscheiders ansteuert, durch dessen Drehzahl-Änderung die Saugleistung
des Zentrifugalabscheiders regelbar ist.
[0004] Wie in Fig. 1 des vorliegenden Schutzrechtes aufgezeigt ist, ist für die Abreinigung
von Blow-by-Gasen aus Kurbelgehäusen von Hubkolbenmotoren auch eine Vorrichtung der
eingangs genannten Gattung Stand der Technik, die ein Versorgungssystem mit einer
zugehörigen Verrohrung aufweist. Die belasteten Blow-by-Gase, die aus einem Kurbelgehäuse
abgeführt sind, gelangen über die Abfuhrseite der Verrohrung zur Eingangsseite des
Versorgungssystems. Dieses weist, wie in der vorliegenden Fig. 1 gezeigt, ein elektromotorisch
angetriebenes Sauggebläse sowie einen diesem vorgeschalteten Filter/Abscheider auf.
Das Gebläse erzeugt für den über die Verrohrungs-Abfuhrseite aus dem Kurbelgehäuse
abgeführten Gasstrom, der als vom Filter/Abscheider abgereinigter Gasstrom über die
Verrohrungs-Zufuhrseite zu einem Abnahmesystem gelangt, einen Volumenstrom, durch
den der Druck im Kurbelgehäuse auf einem gewünschten geringen Unter- oder Überdruck
gehalten ist. Um sicherzustellen, dass bei einer Minderleistung des Gebläses sich
im Kurbelgehäuse kein schädlicher Überdruck entwickelt, ist die Verrohrungs-Abfuhrseite
mit der Verrohrungs-Zufuhrseite über eine Bypassleitung in Verbindung.
[0005] Ausgehend von diesem Stand der Technik stellt sich die Erfindung die Aufgabe, eine
Abscheidevorrichtung der eingangs genannten Gattung zur Verfügung zu stellen, die
sich durch ein besonders vorteilhaftes Betriebsverhalten auszeichnet.
[0006] Erfindungsgemäß ist diese Aufgabe durch eine Abscheidevorrichtung gelöst, die die
Merkmale des Patentanspruchs 1 in seiner Gesamtheit aufweist.
[0007] Gemäß dem kennzeichnenden Teil des Anspruchs 1 besteht eine wesentliche Besonderheit
der Erfindung darin, dass mittels einer Regeleinrichtung das Versorgungssystem sicherstellt,
dass außer bei einem Ausfall der Vorrichtung kein oder im Wesentlichen kein belastetes
Fluid unter Umgehen des Versorgungssystems über die Bypassleitung von der Abfuhrseite
auf die Zufuhrseite und damit zum Abnahmesystem gelangt. Bei den Abscheidevorrichtungen
nach dem Stand der Technik können Betriebszustände des zugehörigen Systems, beispielsweise
extreme Lastzustände des Hubkolbenmotors, auftreten, bei denen trotz im Betrieb befindlichem
Versorgungssystem unbehandeltes Gas über die Bypassleitung auf die Abfuhrseite der
Verrohrung und damit zum Abnahmesystem gelangt. Dadurch, dass bei der erfindungsgemäßen
Abscheidevorrichtung eine Regeleinrichtung für das Versorgungssystem vorgesehen ist,
ist die Gebläseleistung und damit die Filter/Abscheide-Leistung an die Betriebszustände
des zugeordneten Systems, wie Hubkolbenmotor, derart anpassbar, dass lediglich im
Fall des Versagens des Versorgungssystems eine ins Gewicht fallende Menge über die
Bypassleitung zur Abfuhrseite und zum Abnahmesystem gelangt. Dadurch ist in vorteilhafter
Weise eine betriebssichere Abreinigung belasteter Fluide, wie aus Kurbelgehäuseentlüftungen
stammendem Ölnebel, sichergestellt.
[0008] Bei vorteilhaften Ausführungsbeispielen weist das Versorgungssystem eine von einem
Motor, vorzugsweise einem Elektromotor, antreibbare Fluid-Fördereinrichtung auf, wie
ein Gebläse, vorzugsweise in Form eines Seitenkanalverdichters, dem, in Strömungsrichtung
des Fluids gesehen, ein vorzugsweise filternder Abscheider vorangeht, wobei die Regeleinrichtung,
vorzugsweise über einen Frequenzumrichter, auf den Elektromotor der Fördereinrichtung
einwirkt. Mittels Frequenzsteuerung des Antriebs des Gebläses lässt sich die Regelung
des Versorgungssystems nach Maßgabe der Signale üblicher Sensoren in vorteilhafter
Weise realisieren.
[0009] Mit Vorteil kann die Anordnung hierbei so getroffen sein, dass die Regeleinrichtung
an einen Ausgang einer Datenerfassungseinrichtung angeschlossen ist, die mit ihrem
jeweiligen Eingang an mindestens eine Ist- und Sollwertvorgabe sowie an den Frequenzumrichter
angeschlossen ist. Bei Eingabe eines gewünschten Sollwerts des vom Gebläse erzeugten
Volumenstroms passt die Datenerfassungseinrichtung den jeweils erfassten Ist-Wert
durch Ansteuern des Frequenzumrichters mittels der Regeleinrichtung an. In vorteilhafter
Weise ist dadurch mittels der Frequenzsteuerung des Antriebs der vom Gebläse erzeugte
Volumenstrom auf eine Größe einstellbar, bei der der Druck im angeschlossenen Kurbelgehäuse
auf dem gewünschten Wert gehalten ist.
[0010] Mit Vorteil kann zwischen dem Eingang und dem Ausgang des Abscheiders sowie parallel
zu diesem ein Differenzdruckmesser geschaltet sein, der den Ist-Wert des jeweils ermittelten
Differenzdruckes an einen weiteren Eingang der Datenerfassungseinrichtung weitergibt.
Dadurch ist eine besonders genaue Anpassung des Ist-Wertes erreichbar.
[0011] Mit besonderem Vorteil kann das Abnahmesystem ein Kurbelgehäuse eines vorzugsweise
turboaufgeladenen Verbrennungsmotors aufweisen. Dadurch kann die abgereinigte Luft
als Zuluft wieder dem Verbrennungsmotor zugeführt werden, mit Vorteil beispielsweise
dem Ladelufteingang eines Turboladers.
[0012] Mit Vorteil kann die Verrohrung aus einer Rohrleitung zwischen der Abgabeseite der
Fördereinrichtung und dem Eingang des Kurbelgehäuses bestehen sowie aus einer weiteren
Rohrleitung auf der Ausgangsseite des Kurbelgehäuses und dem Abnahmesystem, wie dem
Eingang des Verbrennungsmotors, wobei die eine Rohrleitung die Zufuhrseite und die
weitere Rohrleitung die Abfuhrseite aufweist und die dazwischenliegende Bypassleitung
Teil der Verrohrung ist.
[0013] Die Ist-Wert-Erfassung kann an eine externe Drucksignalvorgabe und/oder an eine interne
Drucksignalvorgabe angeschlossen sein, die an die Abfuhrseite des Abnahmesystems angeschlossen
ist. Die externe Drucksignalvorgabe kann beispielsweise anhand des Lastzustandes des
Verbrennungsmotors generiert sein oder als interne Drucksignalvorgabe durch einen
Drucksensor, der an der Abfuhrseite der Verrohrung angeschlossen ist.
[0014] Alternativ kann die Ist-Wert-Erfassung der Datenerfassungseinrichtung an eine Volumenstrommesseinrichtung
angeschlossen sein, die sich in der Bypassleitung und/oder mehrfach in der einen Rohrleitung,
in Fluidrichtung gesehen, vor und hinter dem Abzweig mit der Bypassleitung befindet.
Mit Vorteil kann bei in der Bypassleitung befindlicher Volumenstrommesseinrichtung
der Ist-Wert so gewählt sein, dass der Volumenstrom in der Bypassleitung gegen Null
geht. Bei auf der Zufuhrseite vor und hinter dem Abzweig mit der Bypassleitung angeordneten
Volumenstrommesseinrichtungen kann die Drehzahl des Gebläses so angepasst werden,
dass die Strömung in der Verrohrungs-Zufuhrseite vor und hinter dem Abzweig der Bypassleitung
gleich groß ist oder vor dem Abzweig größer ist als in dem vom Abzweig zum Abnahmesystem
führenden Leitungsteil.
[0015] Ferner kann eine weitere interne Drucksignalvorgabe angeschlossen sein, die den Fluiddruck
in der Bypassleitung abnimmt. Anhand des Druckwertes ist die Drehzahl des Gebläses
so anpassbar, dass kein Volumenstrom von der Verrohrungs-Abfuhrseite zur Bypassleitung
gelangt.
[0016] Alternativ kann die Ist-Wert-Erfassung der Datenerfassungseinrichtung an eine Temperatursignalvorgabe
angeschlossen sein, die vorzugsweise die Temperatur in der Bypassleitung abnimmt,
sowie in der einen Rohrleitung vor dem Abzweig mit der Bypassleitung. Wird der Ist-Wert
als Signal von zwei Temperatursensoren erfasst, deren einer die Temperatur in der
Bypassleitung und deren anderer die Temperatur in der Zufuhr-Verrohrung erfasst, ist
der Ist-Wert an den Soll-Wert mit Vorteil in der Weise anpassbar, dass die Drehzahl
des Gebläses so gesteuert wird, dass die Temperatur in der Bypassleitung immer der
Temperatur der Verrohrungs-Zufuhrseite, vor dem Abzweig mit der Bypassleitung, entspricht.
[0017] Gegenstand der Erfindung ist auch eine Abscheideeinrichtung, insbesondere zum Abscheiden
von Öl-Aerosolen aus einem Fluid, wie einem Luftstrom, für eine Abscheidevorrichtung
nach einem der Patentansprüche 1 bis 10, die die Merkmale des Patentanspruch 11 aufweist.
[0018] Nachstehend ist die Erfindung anhand von in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen
im Einzelnen erläutert.
Es zeigen:
- Fig. 1
- in Symboldarstellung die Fluidschaltung einer Abscheidevorrichtung gemäß dem Stand
der Technik;
- Fig. 2
- eine der Fig. 1 entsprechende Darstellung der Fluidschaltung eines ersten Ausführungsbeispiels
der erfindungsgemäßen Abscheidevorrichtung; und
- Fig. 3 bis 7
- entsprechende Darstellungen weiterer Ausführungsbeispiele der erfindungsgemäßen Abscheidevorrichtung.
[0019] Unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen ist die Erfindung an Beispielen
einer Abscheidevorrichtung erläutert, die als Ölnebel-Abscheider zur Abreinigung von
Blow-by-Gasen vorgesehen ist, die bei der Kurbelgehäuseentlüftung von Hubkolben-Verbrennungsmotoren
aus dem Kurbelgehäuse abgeführt werden. Es versteht sich, dass die erfindungsgemäße
Abscheidevorrichtung auch mit Vorteil zum Abscheiden von Öl-Aerosolen anderer Herkunft
einsetzbar ist. Beispielsweise sind Ölnebel-Abscheider ein wichtiger Bestandteil von
Schmieranlagen an Turbinen, wie Gas-, Dampf- oder Hydroturbinen, in deren Lagern sich
aus dem Schmierstoff ein feiner Ölnebel bildet.
[0020] Die in Fig. 1 gezeigte Abscheidevorrichtung des Standes der Technik weist ein als
Ganzes mit 2 bezeichnetes Versorgungssystem auf, das über eine Verrohrung mit einem
Abnahmesystem verbunden ist, das als Ganzes mit 4 bezeichnet ist. Die Verrohrung weist
eine Verrohrungs-Abfuhrseite 6 auf, die für die Abfuhr von Durchblasegasen am Kurbelgehäuseausgang
8 eines Hubkolben-Verbrennungsmotors 10 angeschlossen ist und zum Einlass 12 des Versorgungssystems
2 führt. Die Verrohrung weist ferner eine Verrohrungs-Abfuhrseite 14 auf, die vom
Ausgang 16 des Versorgungssystems 2 zum Abnahmesystem 4 führt. Das Abnahmesystem 4
weist neben dem Verbrennungsmotor 10 einen dessen Verbrennungsräumen vorgeschalteten
Abgasturbolader 18 und einen zur Umgebung führenden Auslass 20 auf. Insgesamt gibt
es jedoch zwei Varianten:
- eine offene Kurbelgehäuseentlüftung, bei der der Luftstrom an die Umgebung abgegeben
und nicht dem Turbolager zugeführt wird, sowie
- eine geschlossene Kurbelgehäuseentlüftung, bei der der Luftstrom dem Turbolader wieder
zugeführt und nicht an die Umgebung abgegeben wird.
[0021] Das Versorgungssystem 2 weist in einem Leitungszweig zwischen dem Einlass 12 und
dem Ausgang 16, in Strömungsrichtung aufeinanderfolgend, einen Filter/Abscheider 22
und ein Sauggebläse 24 auf. Dieses ist durch einen von einem Elektromotor 26 angetriebenen
Seitenkanalverdichter gebildet. Bei dem Elektromotor 26 handelt es sich um einen Wechselstrommotor,
dessen Drehzahl mittels eines Frequenzumrichters 28 steuerbar ist. Der Filter/Abscheider
22 ist ein ein Koaleszenzelement aufweisender Filter, in dem aus dem Ölnebel größere
Tropfen gebildet werden, die nach unten zu einem Sammelbehälter 30 ablaufen. Als Filter/Abscheider
22 kann ein Koaleszenzfilter, beispielsweise vom Typ Hydac Optimicron® Drain, eingesetzt
sein.
[0022] Zur Betriebssteuerung des Versorgungssystems 2 ist eine Datenerfassungseinrichtung
32 vorgesehen, die als Eingabe einen Sollwert 34 für die Größe des vom Gebläse 24
erzeugten Volumenstroms erhält. Außerdem erhält die Datenerfassungseinrichtung 32
als Eingabe den Ist-Wert 36 des Volumenstroms sowie als weitere Eingabe den Differenzdruck
38, der von einem Drucksensor 40 zwischen Schmutzseite und Reinseite des Filter/Abscheiders
22 gemessen wird. Zur Anpassung des Ist-Wertes 36 an den Soll-Wert 34, der die Größe
des vom Gebläse 24 erzeugten Volumenstroms darstellt, bei dem beim Betrieb des Verbrennungsmotors
der Überdruck im Kolbengehäuse auf dem gewünschten niedrigen Druckwert verbleibt,
steuert eine mit der Datenerfassungseinrichtung 32 verbundene Regeleinrichtung 42
über den Frequenzumrichter 28 die Drehzahl des Gebläses 24, so dass dieses den dem
Soll-Wert 34 entsprechenden Volumenstrom erzeugt. Um zu verhindern, dass bei einem
Ausfall der Förderleistung des Versorgungssystems 2 sich im Kurbelgehäuse des angeschlossenen
Verbrennungsmotors 10 ein gefährlicher Überdruck aufbaut, weist die Verrohrung eine
Bypassleitung 44 zwischen einer Abzweigstelle 46 an der Verrohrungs-Abfuhrseite 6
und einer Abzweigung 48 an der Verrohrungs-Zufuhrseite 14 auf. Beim Betrieb des Verbrennungsmotors
10 können Betriebszustände auftreten, beispielsweise extreme Lastzustände, bei denen
trotz im Betrieb befindlichem Versorgungssystem 2 durch Minderleistung des Gebläses
24 ungefilterte Durchblasegase über die Bypassleitung 44 zur Verrohrungs-Zufuhrseite
14 gelangen und über den Auslass 20 entweichen oder als mit Öl und Abgasemissionen
belastete Zuluft zum Verbrennungsmotor 10 gelangen und dadurch eine Gefährdung der
Umwelt und/oder der Funktion des Verbrennungsmotors 10 verursachen.
[0023] Diese Gefährdung ist bei der erfindungsgemäßen Abscheidevorrichtung dadurch vermieden,
dass das Versorgungssystem 2 mittels der Regeleinrichtung 42 derart steuerbar ist,
dass bei allen Betriebszuständen durch Steuerung der Drehzahl des Gebläses 24 die
Förderleistung an die jeweiligen Soll-Werte der jeweiligen Betriebszustände angepasst
ist. Dadurch lässt sich sicherstellen, dass bei allen Betriebszuständen, abgesehen
von vollem Ausfall des Versorgungssystems 2, kein oder nahezu kein belastetes Durchblasegas
über die Bypassleitung 44 entweicht. Bei dem in Fig. 2 gezeigten ersten Ausführungsbeispiel
der Erfindung wird hierfür der Ist-Wert 36 als externes Signal eingespeist, das von
einem Drucksignalgeber 45 mittels Erfassen des im Kurbelgehäuse herrschenden Drucks
generiert ist. Durch Steuern der Drehzahl des Gebläses 24 ist dadurch die Größe des
geförderten Volumenstroms an den bei den verschiedenen Betriebszuständen erforderlichen
Soll-Wert 34 anpassbar, so dass lediglich bei völligem Ausfall des Versorgungssystems
2 Durchblasegas ungefiltert über die Bypassleitung 44 abströmt. Vom externen Drucksignalgeber
45 abgesehen, sind die Komponenten der Verrohrung 6, 14, des Versorgungssystems 2
und des Abnahmesystems 4 die gleichen wie bei der anhand der Fig. 1 erläuterten bekannten
Lösung. Eine neuerliche Beschreibung dieser Komponenten erübrigt sich daher.
[0024] Die Fig. 3 zeigt ein zweites Ausführungsbeispiel, das dem Ausführungsbeispiel von
Fig. 2 entspricht, abgesehen davon, dass das den jeweiligen Betriebszustand darstellende
Ist-Signal 36 nicht vom externen Drucksignalgeber 45 eingespeist wird, sondern durch
eine interne Drucksignalvorgabe.
[0025] Wie in Fig. 3 gezeigt, ist bei dem zweiten Beispiel hierfür an der Verrohrungs-Zufuhrseite
14 ein Drucksensor 50 angeschlossen, vorzugsweise in Form eines Piezo-Druckaufnehmers.
[0026] Die Fig. 4 zeigt ein drittes Ausführungsbeispiel, bei dem der Ist-Wert 36 als Signal
von einem Volumenstromsensor 52 erzeugt ist, der in die Bypassleitung 44 eingefügt
ist. Zur Anpassung wird die Drehzahl des Gebläses 24 so eingestellt, dass der Volumenstrom
in der Bypassleitung 44 gegen Null geht. Die Volumenstrommessung kann mittels Messblenden
oder thermischen Sensoren erfolgen.
[0027] Die Fig. 5 zeigt ein viertes Ausführungsbeispiel, bei dem der Ist-Wert 36 als Signal
von zwei Volumenstromsensoren 54 und 56 erfasst wird. Zur Anpassung wird die Drehzahl
des Gebläses 24 so eingestellt, dass der Volumenstrom in der Verrohrungs-Zufuhrseite
14 vor und hinter dem Abzweig 48 gleich groß ist.
[0028] Die Fig. 6 zeigt ein fünftes Ausführungsbeispiel. Bei diesem wird der Ist-Wert 36
als Signal eines Druckaufnehmers 58 an der Bypassleitung 44 erfasst. Hierfür kann
ein Piezo-Druckaufnehmer oder ein Paddel-Strömungswächter eingesetzt sein.
[0029] Die Fig. 7 verdeutlicht ein sechstes Ausführungsbeispiel. Der Ist-Wert 36 wird hierbei
als Signal von zwei Temperatursensoren 60 und 62 erfasst, von denen der Temperatursensor
60 die Temperatur in der Bypassleitung 44 und der Temperatursensor 62 die Temperatur
in der Verrohrungs-Zufuhrseite 14 misst. Die Drehzahl des Gebläses 24 wird so angepasst,
dass die Temperatur der Bypassleitung 44 immer der Temperatur der Verrohrungs-Zufuhrseite
14 entspricht. Als Temperatursensoren können Oberflächentemperaturfühler oder Temperaturfühler,
welche die Temperatur der Strömung messen, verwendet werden.
[0030] Wie bereits erwähnt, sind bei den Ausführungsbeispielen die Komponenten der Verrohrung,
des Versorgungssystems 2 und des Abnahmesystems 4 jeweils die gleichen, abgesehen
von den unterschiedlichen, zur Erfassung des Ist-Wertes 36 eingesetzten Vorrichtungselementen.
1. Abscheidevorrichtung, insbesondere zum Abscheiden von Öl-Aerosolen aus einem Fluid,
wie einem Luftstrom, mit einem Versorgungssystem (2) und einem über eine Verrohrung
(6, 14) daran angeschlossenen Abnahmesystem (4), die zwischen einer Zufuhrseite (14)
und einer Abfuhrseite (6) für abgereinigtes bzw. belastetes Fluid eine Bypassleitung
(44) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass mittels einer Regeleinrichtung (42) das Versorgungssystem (2) sicherstellt, dass
außer bei einem Ausfall der Vorrichtung kein oder im Wesentlichen kein belastetes
Fluid unter Umgehen des Versorgungssystems (2) über die Bypassleitung (44) von der
Abfuhrseite (6) auf die Zufuhrseite (14) des Abnahmesystems (4) gelangt.
2. Abscheidevorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Versorgungssystem (2) eine von einem Motor, vorzugsweise einem Elektromotor (26),
antreibbare Fluid-Fördereinrichtung aufweist, wie ein Gebläse (24), vorzugsweise in
Form eines Seitenkanalverdichters, dem, in Strömungsrichtung des Fluids gesehen, ein
vorzugsweise filternder Abscheider (22) vorangeht, und dass die Regeleinrichtung (42),
vorzugsweise über einen Frequenzumrichter (28), auf den Elektromotor (26) der Fördereinrichtung
(24) einwirkt.
3. Abscheidevorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Regeleinrichtung (42) an einen Ausgang einer Datenerfassungseinrichtung (32)
angeschlossen ist, die mit ihrem jeweiligen Eingang an mindestens eine Ist- (36) und
Sollwertvorgabe (34) sowie an den Frequenzumrichter (28) angeschlossen ist.
4. Abscheidevorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem Eingang (12) und dem Ausgang des Abscheiders (22) sowie parallel zu
diesem ein Differenzdruckmesser (40) geschaltet ist, der den Istwert des jeweils ermittelten
Differenzdruckes (38) an einen weiteren Eingang der Datenerfassungseinrichtung (32)
weitergibt.
5. Abscheidevorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Abnahmesystem (4) ein Kurbelgehäuse eines vorzugsweise turboaufgeladenen Verbrennungsmotors
(10) aufweist.
6. Abscheidevorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Verrohrung aus einer Rohrleitung (14) zwischen der Abgabeseite (16) der Fördereinrichtung
(24) und dem Abnahmesystem (4), wie dem Eingang des Verbrennungsmotors (10), besteht
sowie aus einer weiteren Rohrleitung (6) auf der Ausgangsseite des Kurbelgehäuses
und dem Eingang (12) des Abscheiders (22), dass die eine Rohrleitung (14) die Zufuhrseite
und die weitere Rohrleitung (6) die Abfuhrseite aufweist und dass die dazwischenliegende
Bypassleitung (44) Teil der Verrohrung ist.
7. Abscheidevorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Ist-Wert-Erfassung (36) an eine externe Drucksignalvorgabe (45) und/oder an eine
interne Drucksignalvorgabe (50) angeschlossen ist, die an die Abfuhrseite (6) des
Abnahmesystems (4) angeschlossen ist.
8. Abscheidevorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Ist-Wert-Erfassung (36) der Datenerfassungseinrichtung (32) an eine Volumenstrommesseinrichtung
(52, 54, 56) angeschlossen ist, die sich in der Bypassleitung (44) und/oder mehrfach
in der einen Rohrleitung (14) in Fluidrichtung gesehen vor und hinter dem Abzweig
(48) mit der Bypassleitung (44) befindet.
9. Abscheidevorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine weitere interne Drucksignalvorgabe (58) angeschlossen ist, die den Fluiddruck
in der Bypassleitung (44) abnimmt.
10. Abscheidevorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Ist-Wert-Erfassung (36) der Datenerfassungseinrichtung (32) an eine Temperatursignalvorgabe
(60, 62) angeschlossen ist, die vorzugsweise die Temperatur in der Bypassleitung (44)
abnimmt, sowie in der einen Rohrleitung (14) vor dem Abzweig (48) mit der Bypassleitung
(44).
11. Abscheideeinrichtung, insbesondere zum Abscheiden von Öl-Aerosolen aus einem Fluid,
wie einem Luftstrom, für eine Abscheidevorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche,
mit einem Versorgungssystem (2) und einer zwischen einer Zufuhrseite (14) und einer
Abfuhrseite (6) der Abscheideeinrichtung für abgereinigtes bzw. belastetes Fluid angeordneten
Bypassleitung (44), dadurch gekennzeichnet, dass mittels einer Regeleinrichtung (42) das Versorgungssystem (2) sicherstellt, dass
außer bei einem Ausfall des Versorgungssystems (2) kein oder im Wesentlichen kein
belastetes Fluid unter Umgehen des Versorgungssystems (2) über die Bypassleitung (44)
von der Abfuhrseite (6) auf die Zufuhrseite (14) der Abscheideeinrichtung gelangt.