[0001] Die Erfindung betrifft ein wandmontierbares Authentifizierungsgerät zur Authentifizierung
eines Nutzers eines Gebäudeschließsystems sowie ein Verfahren zur Authentifizierung
eines Nutzers eines Gebäudeschließsystems.
[0002] Wandmontierbare Türkommunikationssysteme sind grundsätzlich bekannt, insbesondere
solche, die eine Sprachkommunikation zwischen einem Nutzer des Türkommunikationssystems
im Außenbereich eines Gebäudes und einem Bewohner im Innenbereich des Gebäudes ermöglichen
sowie eine Kamera umfassen, die es dem Bewohner erlaubt, den Nutzer anhand eines übertragenen
Bildes zu identifizieren. Ist der Bewohner abwesend, so hat er keine Möglichkeit mit
einem solchen Gerät Aktivitäten im Türbereich zu verfolgen oder zu beeinflussen. Durch
zugangsberechtigte Personen werden Türen vom Außenbereich her üblicherweise mittels
eines Schlüssels, einer Chipkarte oder eines PIN-Codes geöffnet. Ein Öffnen der Tür
kann in diesen Fällen auch durch eine nicht zugangsberechtigte Person erfolgen, wenn
diese Zugriff auf Schlüssel, Chipkarte oder PIN-Code erlangt hat.
[0003] Davon ausgehend liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Authentifizierungsgerät
und ein Authentifizierungsverfahren bereitzustellen, das eine erhöhte Sicherheit gegen
unbefugten Zugang zu einem Gebäude bietet und sich außerdem durch einen erhöhten Bedienkomfort
auszeichnet.
[0004] Die Aufgabe wird durch ein wandmontierbares Authentifizierungsgerät mit den Merkmalen
des Anspruchs 1 und ein Verfahren zur Authentifizierung eines Nutzers eines Gebäudeschließsystems
mit den Merkmalen des Anspruchs 9 gelöst.
[0005] Erfindungsgemäß umfasst ein wandmontierbares Authentifizierungsgerät zur Authentifizierung
eines Nutzers eines Gebäudeschließsystems eine Steuereinheit, eine mit der Steuereinheit
verbundene Bilderfassungseinrichtung, eine mit der Steuereinheit verbundene Ton-Aufnahme/Ausgabeeinrichtung,
eine mit der Steuereinheit verbundene Einrichtung zum drahtlosen Senden/Empfangen
von Daten, einen mit der Steuereinheit verbundenen berührungsempfindlichen Bildschirm
sowie ein mit der Steuereinheit verbundenes Schnittstellenmodul zur Verbindung des
Authentifizierungsgeräts mit mindestens einem Türaktor.
[0006] Bei einem erfindungsgemäßen Verfahren zur Authentifizierung eines Nutzers eines Gebäudeschließsystems
mittels eines mit einem Türaktor verbundenen Authentifizierungsgeräts der voranstehenden
Art, wird in einem ersten Authentifizierungsschritt ein erstes Sicherheitsmerkmal
des Nutzers erfasst und das erfasste Sicherheitsmerkmal mit wenigstens einem ersten
vorgegebenen Sicherheitsmerkmal verglichen und, sofern das erfasste erste Sicherheitsmerkmal
mit dem ersten vorgegebenen Sicherheitsmerkmal übereinstimmt, in einem zweiten Authentifizierungsschritt
ein zweites Sicherheitsmerkmal des Nutzers erfasst und das erfasste zweite Sicherheitsmerkmal
mit wenigstens einem zweiten vorgegebenen Sicherheitsmerkmal verglichen und, sofern
das erfasste zweite Sicherheitsmerkmal mit dem zweiten vorgegebenen Sicherheitsmerkmal
übereinstimmt, durch die Steuereinheit ein Entriegeln und/oder Öffnen einer dem Türaktor
zugeordneten Tür veranlasst.
[0007] Mit Hilfe des erfindungsgemäßen Authentifizierungsgeräts und Authentifizierungsverfahrens
werden eine erhöhte Sicherheit bei der Authentifizierung eines Nutzers und entsprechend
eine erhöhte Sicherheit gegenüber unbefugtem Zugang zu einem Gebäude erreicht, nämlich
dadurch dass zumindest zwei Sicherheitsmerkmale des Nutzers positiv verifiziert werden
können bzw. müssen, bevor ein Entriegeln und/oder ein Öffnen einer Tür erfolgt. Im
Allgemeinen ist das erste erfasste Sicherheitsmerkmal vom zweiten erfassten Sicherheitsmerkmal
verschieden, um eine erhöhte Sicherheit im Authentifizierungsverfahren bereitzustellen.
Als Resultat einer erfolgreichen Authentifizierung ist ein Entriegeln und/oder Öffnen
der Tür ohne manuelles Eingreifen des Nutzers vorgesehen, was zu einem erhöhten Bedienkomfort
für den Nutzer führt.
[0008] Das erfindungsgemäße Authentifizierungsgerät ist wandmontierbar, das heißt, es ist
dazu vorgesehen, an einer Wand, insbesondere an einer Gebäudewand und bevorzugt neben
einer Tür, angebracht zu werden. Das Authentifizierungsgerät kann auch an einem Eingangstor
zu einem Gelände angebracht sein. Es kann sich in beiden Fällen sowohl um ein privat
als auch um ein geschäftlich genutztes Gelände und/oder Gebäude handeln. Das Authentifizierungsgerät
kann zur Nutzerauthentifizierung in Einparteien- oder Mehrparteiengebäuden genutzt
werden. Entsprechend kann das Authentifizierungsgerät mehrere Türaktoren ansteuern,
die gegebenenfalls unterschiedlichen Türen zugeordnet sein können. Für verschiedene
anzusteuernde Türaktoren können unterschiedliche Nutzer mit gegebenenfalls unterschiedlichen
Berechtigungen am Authentifizierungsgerät registriert sein.
[0009] Als Ergebnis eines Authentifizierungsvorgangs werden Aktionen von dem Authentifizierungsgerät
ausgeführt, die von den Berechtigungen und Konfigurationen abhängen, die für den jeweils
authentifizierten Nutzer hinterlegt sind. Dies kann beispielsweise ein Entriegeln
eines Türschlosses und gegebenenfalls automatisches Öffnen der zugeordneten Tür für
einen zugangsberechtigten Nutzer oder ein Anzeigen eines Klingelknopfes für einen
nicht zugangsberechtigten Nutzer umfassen.
[0010] Als Nutzer werden in diesem Zusammenhang alle Personen bezeichnet, die mit dem Authentifizierungsgerät
interagieren. Dies können unter anderem Bewohner eines Privathaushalts, Personal im
Privathaushalt, Mitarbeiter einer Firma, bekannte Besucher mit oder ohne Zugangsberechtigung
und unbekannte Besucher sein, welche üblicherweise keine Zugangsberechtigung aufweisen,
wie z.B. Postboten oder Paketzusteller sowie Dienstleister und Handwerker. Ebenso
können die Nutzer in verschiedene Kategorien eingeteilt sein: Ein Masternutzer kann
dazu berechtigt sein, Konfigurationen am Authentifizierungsgerät vorzunehmen, während
ein Standardnutzer beispielsweise nur eine Zugangsberechtigung besitzt oder nur auf
einen durch den Masternutzer konfigurierbaren, beschränkten Funktionsumfang des Authentifizierungsgeräts
zugreifen kann. Ein unbekannter Nutzer kann beispielsweise nur dazu berechtigt sein,
eine Signaleinheit zu betätigen, eine Nachricht zu hinterlassen sowie konfigurationsabhängig
beispielsweise eine Beleuchtung anzuschalten, bestimmte vernetzte Geräte wie zum Beispiel
eine Gartenbewässerung zu starten oder einen Sicherheitscode einzugeben. Ebenso können
durch einen Masternutzer Nutzergruppen erstellt werden, für die spezifische Funktionsumfänge
und -abläufe konfiguriert werden können, beispielsweise Nutzergruppen wie 'Kinder
eines Bewohners' oder 'Mitarbeiter 1. Stock'. Im Folgenden werden alle Personen, die
sich in einem Gebäude, Gelände oder Haushalt, welche mit einem erfindungsgemäßen Gebäudeschließsystem
gesichert sind, erwartungsgemäß und regelmäßig aufhalten, als Bewohner bezeichnet.
Das kann entsprechend Mitarbeiter eines Unternehmens in erfindungsgemäß gesicherten
Räumlichkeiten umfassen, ebenso wie Bewohner eines Privathaushalts.
[0011] Die Steuerung des Authentifizierungsverfahrens und der Funktionen des Authentifizierungsgeräts,
umfassend die Verarbeitung von eingehenden Signalen und Befehlen, sowie das Generieren
von passenden Aktionen, erfolgt durch die Steuereinheit, die entsprechend mit den
Komponenten des Authentifizierungsgeräts verbunden ist. Diese Komponenten umfassen
eine Bilderfassungseinrichtung, eine Ton-Aufnahme/Ausgabeeinrichtung, welche mindestens
ein Mikrofon und mindestens einen Lautsprecher umfasst, eine Einrichtung zum drahtlosen
Senden/Empfangen von Daten, nachfolgend auch als Sende/Empfangseinrichtung bezeichnet,
einen berührungsempfindlichen Bildschirm, welcher zur Ausgabe von Informationen und
Nachrichten sowie zur Eingabe von Befehlen und zur Interaktion mit dem Authentifizierungsgerät
konfiguriert ist, sowie ein Schnittstellenmodul zur Verbindung des Authentifizierungsgeräts
mit einem Türaktor. Das Schnittstellenmodul ist so beschaffen, dass die Verbindung
mit dem Türaktor mittels Funk, insbesondere beispielsweise mittels Sub-1 GHz-Frequenzen,
oder auch kabelgebunden hergestellt werden kann.
[0012] Die Ton-Aufnahme/Ausgabeeinrichtung ist dazu vorgesehen, eine Türkommunikation zwischen
einem Nutzer des Authentifizierungsgeräts und einem Bewohner des Gebäudes zu ermöglichen,
Tonaufnahme und -wiedergäbe für Sprach- und Videonachrichten oder -anrufe zur Verfügung
zu stellen und eine biometrische Stimmenerkennung zu ermöglichen. Zudem kann das Mikrofon
dazu konfiguriert sein, auffällige Geräusche im Türbereich aufzunehmen und mittels
Geräuscherkennung durch die Steuereinheit des Authentifizierungsgeräts entsprechende
Warnungen für den Bewohner des Gebäudes zu generieren.
[0013] Unter Türaktoren werden in diesem Kontext sowohl Türschlösser als auch Türantriebe
zum automatischen Öffnen beziehungsweise Schließen einer Tür verstanden. Insbesondere
kann ein Türaktor durch eine in ein Türschloss integrierte Vorrichtung wie beispielsweise
ein Motorschloss, einen elektronischen Türzylinder, einen motorischen Türschlossantrieb
oder einen elektrischen Türsummer, ein elektromagnetisches Türschloss oder eine elektrische
Türöffnungsvorrichtung gebildet sein. Ferner kann der Türaktor eine Vorrichtung zum
automatischen Ver- und Entriegeln der Tür sowie eine Vorrichtung zum automatischen
Öffnen und Schließen der Tür umfassen, sodass als Resultat eines erfolgreichen Authentifizierungsverfahrens
ein automatisches, d.h. keinen manuellen Eingriff erforderndes, und somit besonders
komfortables Entriegeln und Öffnen bzw. Schließen und Verriegeln der Tür erfolgen
kann.
[0014] Das erfindungsgemäße Authentifizierungsverfahren basiert auf der Erfassung von Sicherheitsmerkmalen
eines Nutzers des Authentifizierungsgeräts. Geeignete Sicherheitsmerkmale umfassen
personenbezogene Merkmale, welche insbesondere biometrische Merkmale sein können,
sowie elektronische Sicherheitsschlüssel und/oder Sicherheitscodes. Unter den Begriff
des biometrischen Merkmals fallen in diesem Zusammenhang unter anderem Fingerabdrücke,
Handgeometrie und Handvenenmuster, Iris- oder Retinacharakteristika, charakteristische
Augenbewegungen, charakteristische Merkmale der Stimme, sowie zwei- und/oder dreidimensionale
Gesichtsgeometrie. Elektronische Sicherheitsschlüssel umfassen in diesem Zusammenhang
unter anderem QR-Codes, Bluetooth-Schlüssel, WLAN-Schlüssel sowie NFC- oder RFID-Tags,
während als Sicherheitscodes PIN-Codes oder auch Passwörter und -phrasen denkbar sind.
Biometrische Merkmale, insbesondere Handvenenmuster oder charakteristische Augenbewegungen,
weisen gemeinhin im Vergleich zu herkömmlichen Schlüsseln, Chipkarten oder PIN-Codes
eine deutlich erhöhte Sicherheit gegenüber Fälschung und Missbrauch auf.
[0015] Eine besonders hohe Sicherheit wird erfindungsgemäß dadurch erzielt, dass in zwei
Authentifizierungsschritten insbesondere unterschiedliche Sicherheitsmerkmale des
Nutzers abgefragt werden. Das im ersten Authentifizierungsschritt abgefragte Sicherheitsmerkmal
wird mit vorgegebenen gespeicherten Sicherheitsmerkmalen der bekannten Nutzer verglichen.
Sofern eine Übereinstimmung zwischen dem erfassten und einem ersten vorgegebenen Sicherheitsmerkmal
besteht, wird die Abfrage eines zweiten Sicherheitsmerkmals des Nutzers getriggert,
das von dem ersten Sicherheitsmerkmal verschieden ist. Nur bei zusätzlicher Übereinstimmung
des zweiten Sicherheitsmerkmals mit einem zweiten vorgegebenen Sicherheitsmerkmal
wird ein Entriegeln und/oder Öffnen der Tür veranlasst. Eine solche Zweifachauthentifizierung
verringert das Risiko eines unbefugten Öffnens der Tür erheblich.
[0016] Es versteht sich, dass zusätzliche Authentifizierungsschritte in das Authentifizierungsverfahren
aufgenommen werden können, um die Sicherheit noch weiter zu erhöhen.
[0017] Vorteilhafte Ausbildungen der Erfindung sind den Unteransprüchen, der Beschreibung
und der Zeichnung zu entnehmen.
[0018] Gemäß einer Ausführungsform weist das Authentifizierungsgerät eine mit der Steuereinheit
verbundene Sensorik zur Erfassung der Annäherung einer Person an das Authentifizierungsgerät
auf. Eine Erhöhung der Lebensdauer sowie eine Verringerung des Energieverbrauchs des
Authentifizierungsgeräts können dadurch bewerkstelligt werden, dass eine Aktivierung
des Authentifizierungsgeräts nur bei Detektion einer sich annähernden Person innerhalb
eines Erkennungsabstands d
rec vom Authentifizierungsgerät erfolgt. Die Sensorik zur Erfassung der Annäherung einer
Person kann beispielsweise einen pyroelektrischen (PIR) Sensor, einen Ultraschallsensor
oder eine Kamera als Näherungssensor umfassen.
[0019] Das Authentifizierungsgerät weist bevorzugt eine Datenbank auf, in der vorgegebene
Sicherheitsmerkmale der registrierten Nutzer hinterlegt sind, insbesondere biometrische
Merkmale, elektronische Sicherheitsschlüssel und/oder Sicherheitscodes.
[0020] Gemäß einer weiteren Ausführungsform des Authentifizierungsgeräts ist das Schnittstellenmodul
zur Verbindung der Steuereinheit mit einem lokalen Netzwerk,einem externen Server,
einer Türklingel, einer Sensorik zur Erfassung eines Öffnungszustandes einer dem Türaktor
zugeordneten Tür, einem Smart Home System und/oder einer Alarmanlage ausgebildet.
Die Verbindung kann drahtgebunden, beispielsweise über Ethernet, oder drahtlos erfolgen,
beispielsweise mittels WLAN und/oder mittels Funk, insbesondere mittels Sub-1 GHz-Frequenzen.
Der externe Server kann in diesem Zusammenhang durch eine oder mehrere zentrale Rechnereinheiten
oder alternativ durch eine Cloud gebildet sein. Bei einer solchen Cloud kann es sich
um eine vom Hersteller des Authentifizierungsgeräts bereitgestellte Cloud handeln,
welche die Nutzung und Konfigurierung des vollen Funktionsumfangs des Authentifizierungsgeräts
gewährleistet, oder um eine von einem Drittanbieter bereitgestellte Cloud. Des Weiteren
kann der externe Server eine Datenbank umfassen, in der vorgegebene Sicherheitsmerkmale
hinterlegt sind. Zudem kann der externe Server eine Internetverbindung für das Authentifizierungsgerät
bereitstellen, um einen Austausch von Nachrichten und Informationen zwischen dem Authentifizierungsgerät
und mobilen Endgeräten, mobilen Applikationen oder Datenbanken sowie das Herunterladen
von Informationen aus dem Internet zu ermöglichen. Beispielsweise kann das Authentifizierungsgerät
über das Schnittstellenmodul auch mit einem hausinternen System wie zum Beispiel einer
Alarm-, Überwachungs- oder Sicherheitsanlage, einem Smart Home System und/oder einer
ABUS Sicherheitsplattform verbunden werden.
[0021] Vorteilhafterweise erfasst die Sensorik zur Erfassung eines Öffnungszustandes einer
dem Türaktor zugeordneten Tür sowohl, ob und wann die Tür geöffnet oder geschlossen
wird, als auch, ob sich das Türschloss in einem verriegelten oder entriegelten Zustand
befindet.
[0022] Bevorzugt umfasst die Bilderfassungseinrichtung des Authentifizierungsgeräts zumindest
eine Kamera zur zweidimensionalen Bilderfassung, beispielsweise eine RGB-Kamera. Besonders
bevorzugt umfasst die Bilderfassungseinrichtung des Authentifizierungsgeräts eine
Kamera zur dreidimensionalen Bilderfassung, beispielsweise eine 3D-TOF-Kamera zur
Bilderfassung mittels Laufzeitverfahren. Eine 3D-TOF-Kamera stellt eine erhöhte Sicherheit
gegen unbefugten Zugang bereit durch die Möglichkeit einer dreidimensionalen Gesichtserkennung
sowie eines Venenscans im Authentifizierungsprozess und bietet eine Erweiterung des
Funktionsumfangs des Authentifizierungsgeräts durch die Möglichkeit der Erfassung
von Gesten. Im Gegensatz zu Aufnahmen mit einer 2D-RGB-Kamera ist die dreidimensionale
Bilderfassung mittels Laufzeitverfahren unempfindlich gegenüber ungünstigen Lichtverhältnissen.
Alternativ oder zusätzlich kann die Bilderfassungseinrichtung eine Infrarot-Kamera
aufweisen, um beispielsweise mittels dieser oder einer vorstehend genannten Kamera
eine Erkennung von Personen, eine Blickerfassung oder eine Verfolgung einer Pupillenbewegung
zu ermöglichen.
[0023] Gemäß einer weiteren Ausführungsform weist die Einrichtung zum drahtlosen Senden/Empfangen
von Daten ein Bluetooth-Modul, ein RFID-Modul, ein NFC-Modul und/oder ein WLAN-Modul
auf, welche einzeln oder in beliebiger Kombination in dem Authentifizierungsgerät
verbaut sein können, zur Abfrage von entsprechenden Sicherheitsmerkmalen dienen können
und/oder eine Kommunikation zwischen dem Authentifizierungsgerät und einem externen
Server bereitstellen können.
[0024] Weiterer Gegenstand der Erfindung ist ein Gebäudeschließsystem mit einem Authentifizierungsgerät
der voranstehend beschriebenen Art und einem mit dem Authentifizierungsgerät verbundenen
Türaktor, wobei die Verbindung drahtlos, beispielsweise mittels Funk, oder auch kabelgebunden
erfolgen kann.
[0025] Bevorzugt weist das Gebäudeschließsystem einen externen Server auf, der mit dem Authentifizierungsgerät
verbunden ist. Wie bereits erwähnt, kann es sich bei dem externen Server auch um eine
Cloud handeln.
[0026] Das Verfahren zur Authentifizierung eines Nutzers eines Gebäudeschließsystems mittels
eines mit einem Türaktor verbundenen Authentifizierungsgeräts ist vorteilhaftweise
so ausgestaltet, dass das erste und/oder zweite erfasste Sicherheitsmerkmal ein biometrisches
Merkmal ist. Die erhöhte Fälschungssicherheit von biometrischen Merkmalen, insbesondere
beispielsweise von Venenscans, trägt zu einer erhöhten Sicherheit des Authentifizierungsverfahrens
bei. In einem ersten Authentifizierungsschritt kann beispielsweise ein biometrisches
Merkmal erfasst werden und bei Übereinstimmung dieses erfassten biometrischen Merkmals
mit einem vorgegebenen Sicherheitsmerkmal die automatisierte Abfrage eines weiteren
personenbezogenen Sicherheitsmerkmals in einem zweiten Authentifizierungsschritt getriggert
werden, beispielsweise der Austausch eines digitalen Schlüssels mit einem mobilen
Endgerät des Nutzers mittels Bluetooth oder WLAN, die Erfassung eines weiteren biometrischen
Merkmals oder eines anderen Sicherheitsmerkmals.
[0027] Gemäß einer Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Steuereinheit ein Verriegeln
der dem Türaktor zugeordneten Tür veranlasst, wenn das Authentifizierungsgerät innerhalb
eines vorbestimmten Zeitraums vor dem ersten Authentifizierungsschritt ein Öffnen
der Tür erfasst hat und bereits das im ersten Authentifizierungsschritt erfasste Sicherheitsmerkmal
mit einem entsprechend vorgegebenen Sicherheitsmerkmal übereinstimmt. Dies dient der
Erhöhung des Bedienkomforts, da auf diese Weise ein verlässliches Verriegeln der Tür
ohne manuellen Eingriff nach dem Verlassen des Gebäudes sichergestellt werden kann.
Die Authentifizierung durch ein einzelnes Sicherheitsmerkmal ist beim Verriegeln ausreichend,
da hier üblicherweise geringere Sicherheitsanforderungen bestehen. Der vorbestimmte
Zeitraum vor dem ersten Authentifizierungsschritt, in welchem ein Öffnen der Tür erfasst
wird, kann durch einen Masternutzer konfigurierbar oder herstellerseitig voreingestellt
sein, beispielsweise derart, dass ein Verriegeln der Tür bei positiver Authentifizierung
eines Nutzers nur innerhalb von 2 Minuten, bevorzugt 1 Minute, nach dem Öffnen der
Tür erfolgt.
[0028] Vorteilhafterweise ist das Authentifizierungsverfahren so gestaltet, dass, wenn ein
in einem der Authentifizierungsschritte erfasstes Sicherheitsmerkmal nicht mit einem
entsprechend vorgegebenen Sicherheitsmerkmal übereinstimmt, auf dem berührungsempfindlichen
Bildschirm wenigstens ein Eingabefeld für eine Nutzereingabe angezeigt wird, das es
dem Nutzer ermöglicht, ein Klingelsignal zu erzeugen, eine Video-, Sprach- oder Textnachricht
für einen anderen Nutzer des Authentifizierungsgeräts auf dem Authentifizierungsgerät
zu hinterlassen, einen Video- oder Sprachanruf über das Authentifizierungsgerät zu
einem mobilen Endgerät eines anderen Nutzers des Authentifizierungsgeräts herzustellen,
eine Textnachricht über das Authentifizierungsgerät zu einem mobilen Endgerät eines
anderen Nutzers des Authentifizierungsgeräts zuzustellen, eine Video-, Sprach- oder
Textnachricht, die ein anderer Nutzer auf dem Authentifizierungsgerät hinterlegt hat,
abzurufen sowie mittels Eingabe eines Sicherheitscodes ein Entriegeln und/oder Öffnen
der dem Türaktor zugeordneten Tür zu veranlassen. Im Falle einer nicht erfolgreichen
Authentifizierung kann auf dem berührungsempfindlichen Bildschirm für den Nutzer ebenso
eine Information darüber bereitgestellt werden, ob eine Störung im Authentifizierungsprozess
vorliegt, und welcher Art diese Störung ist. Beispielsweise kann darauf hingewiesen
werden, dass keine Datenverbindung vorliegt, oder es kann im Fall einer fehlgeschlagenen
biometrischen Authentifizierung eine Aufforderung und/oder Anleitung für den Nutzer
angezeigt werden, sich korrekt im Erfassungsbereich des Authentifizierungsgeräts zu
positionieren. Ein vom Nutzer am Authentifizierungsgerät generiertes Klingelsignal
kann beispielsweise an einer Signaleinheit im Inneren des Gebäudes oder auch auf einem
mobilen Endgerät des Bewohners des Gebäudes wiedergegeben werden. Zur Erhöhung von
Sicherheit und Bedienkomfort kann ein Bewohner also auch während seiner Abwesenheit
über Aktivitäten an dem Authentifizierungsgerät informiert werden bzw. über sein mobiles
Endgerät und das Authentifizierungsgerät mit dem Nutzer kommunizieren. Auf dem Authentifizierungsgerät
für andere Nutzer hinterlassene Video-, Sprach- und Textnachrichten können insbesondere
beispielsweise an einen Bewohner des Gebäudes oder ein Kind des Bewohners gerichtet
sein, ebenso wie die auf mobile Endgeräte übertragenen Video- und Sprachanrufe und
Textnachrichten. Nachrichten, die zum Abrufen für einen Nutzer auf dem Authentifizierungsgerät
von einem anderen Nutzer hinterlassen werden, können insbesondere von einem Bewohner
hinterlegt werden und beispielsweise Informationen darüber enthalten, wann der Bewohner
wieder erreichbar ist oder wer ersatzweise zu kontaktieren ist.
[0029] Besonders vorteilhafterweise kann ein Besucher ein Klingelsignal am Authentifizierungsgerät
auslösen, welches in Abwesenheit des Bewohners vom Gebäude, dem Bewohner auf sein
mobiles Endgerät weitergeleitet wird. Der Bewohner hat dann die Möglichkeit, das Klingelsignal
in Form eines Video- oder Sprachanrufs anzunehmen und über das Authentifizierungsgerät
mit dem Besucher zu kommunizieren. Mittels seines mobilen Endgeräts könnte der Bewohner
dann dem Besucher auch während seiner Abwesenheit die Tür öffnen oder dem Besucher
einen Sicherheitscode zum einmaligen Öffnen der Tür zukommen lassen.
[0030] Die Bilderfassungseinrichtung kann dazu ausgebildet sein, von nicht registrierten
und/oder nicht zugangsberechtigten Nutzern, die am Authentifizierungsgerät detektiert
werden, eine Fotoaufnahme inklusive Zeitstempel anzufertigen, damit ein Bewohner des
Gebäudes über Besuche informiert werden kann. Gegebenenfalls kann ein entsprechendes
Eingabefeld angezeigt werden, das es dem Nutzer des Authentifizierungsgeräts ermöglicht,
per Nutzereingabe der Fotoaufnahme zuzustimmen beziehungsweise diese gezielt auszulösen.
[0031] Die angezeigten Eingabefelder können auch eine Rückfalloption für einen zugangsberechtigten
Nutzer bieten, um die Tür zu öffnen, falls die regulär vorgesehenen Authentifizierungsschritte
ausnahmsweise nicht erfolgreich abgeschlossen werden können. Das kann beispielsweise
passieren, wenn in einem Schritt des Authentifizierungsverfahrens durch das Authentifizierungsgerät
ein elektronischer Sicherheitsschlüssel angefordert wird, der Akku des entsprechend
benötigten mobilen Endgeräts des Nutzers aber leer ist. In diesem Fall kann ein zugangsberechtigter
Nutzer über den berührungsempfindlichen Bildschirm einen Sicherheitscode, beispielsweise
einen PIN-Code oder ein Passwort eingeben, um dennoch die Tür öffnen zu können. Um
zu verhindern, dass ein Nutzer anhand von Fingerabdrücken, die bei einer vorausgegangenen
Nutzung des Authentifizierungsgeräts auf dem berührungsempfindlichen Bildschirm hinterlassen
wurden, ableiten kann, welche Ziffern, Buchstaben und/oder Symbole ein gültiger Sicherheitscode
enthält, kann ein entsprechendes Tastaturfeld zur Codeeingabe auf dem berührungsempfindlichen
Bildschirm so dargestellt werden, dass die Tasten bei jedem Aufruf in zufälliger Anordnung
angezeigt werden.
[0032] Bevorzugt geht das Authentifizierungsgerät nach der Benutzung in einen Ruhemodus
über. Es wechselt erst dann in einen Aktivmodus und startet den ersten Authentifizierungsschritt,
wenn die Annäherung eines Nutzers an das Authentifizierungsgerät detektiert wird.
Der berührungsempfindliche Bildschirm kann im Ruhemodus deaktiviert sein und erst
bei Detektion eines Nutzers aktiviert werden. Denkbar ist, dass ein Einschalten des
Bildschirms bei einer Entfernung des Nutzers erfolgt, die kleiner ist als 10 Meter
und bevorzugt kleiner als 5 Meter. Dies verlängert die Lebensdauer des Bildschirms
und reduziert den Energieverbrauch des Authentifizierungsgeräts.
[0033] Wird durch eine geeignete Sensorik die Annäherung eines Nutzers an das Authentifizierungsgerät
detektiert, können dem Nutzer in Abhängigkeit von einem Abstand zwischen dem Nutzer
und dem Authentifizierungsgerät unterschiedliche Visualisierungen auf dem berührungsempfindlichen
Bildschirm angezeigt werden. Beispielsweise kann bei einem Abstand von mehr als einem
Meter ein konfigurierbarer Begrüßungsbildschirm angezeigt werden, der Informationen
wie Adressdaten oder Bewohnerdaten, Warnhinweise, beispielsweise auf eine Videoüberwachung
des Türbereichs, Klingelbereiche für zumindest eine Partei im Gebäude und andere Informationen
beinhalten kann. Bei einem verringerten Abstand des Nutzers zum Authentifizierungsgerät,
beispielsweise kleiner als 1 Meter, kann das Authentifizierungsverfahren mit der Erfassung
eines Sicherheitsmerkmals gestartet werden.
[0034] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform können, sofern alle im Authentifizierungsverfahren
erfassten Sicherheitsmerkmale mit entsprechend vorgegebenen Sicherheitsmerkmalen übereinstimmen,
weitere konfigurierbare Funktionen, insbesondere Smart-Home-Geräte sowie Sicherheitssysteme,
aktiviert oder deaktiviert werden und/oder Informationen über deren Zustand sowie
erfasste Ereignisse und Warnungen auf dem berührungsempfindlichen Bildschirm angezeigt
werden und/oder Informationen über Aktivitäten am Authentifizierungsgerät und damit
verbundenen Geräten oder Sensoriken auf dem berührungsempfindlichen Bildschirm angezeigt
werden.
[0035] Dies kann umfassen, dass einzelne Smart-Home-Geräte, beispielsweise Beleuchtungen,
Musikanlagen, Klimageräte, etc. durch das Authentifizierungsgerät steuerbar sind.
Entsprechend können diese Geräte beispielsweise ausgeschaltet werden, wenn das Authentifizierungsgerät
detektiert, dass alle Bewohner das Gebäude verlassen haben, oder umgekehrt aktiviert
werden, wenn ein Bewohner das Gebäude betritt. Ebenso können Sicherheitssysteme, beispielsweise
eine Alarmanlage, durch das Authentifizierungsgerät steuerbar sein, beispielsweise
aktiviert werden, wenn das Authentifizierungsgerät detektiert, dass alle Bewohner
das Gebäude verlassen haben, und umgekehrt deaktiviert werden, wenn ein Bewohner das
Gebäude betritt. Weitere haus- oder gebäude- oder geländeinterne Geräte können durch
das Authentifizierungsgerät steuerbar sein, beispielsweise ein Garagentor, ein Einfahrtstor,
eine Gartenbewässerung und weitere Geräte, die im Rahmen eines smarten Zuhauses vernetzt
vorliegen.
[0036] Zudem können durch einen Masternutzer des Authentifizierungsgeräts Szenarien konfiguriert
werden, die mehrere Funktionen vernetzter Geräte gleichzeitig umfassen. Diese Szenarien
können durch das Authentifizierungsgerät aktiviert oder deaktiviert werden, abhängig
davon welcher Nutzer am Authentifizierungsgerät authentifiziert wird. Beispielsweise
kann ein Szenario 'Haus ist leer' gestartet werden, wenn das Authentifizierungsgerät
detektiert hat, dass alle Bewohner das Gebäude verlassen haben, was ein Aktivieren
einer Alarmanlage, ein Ausschalten aller Beleuchtungen im Gebäude und ein Herunterregeln
einer Heizung umfassen kann.
[0037] Ferner kann ein Szenario 'Kind kommt nach Hause' bei Authentifizierung eines Kindes
am Authentifizierungsgerät bewirken, dass die Eltern eine Benachrichtigung über das
Heimkommen des Kindes auf einem mobilen Endgerät empfangen und/oder eine Nachricht
der Eltern für das Kind auf dem berührungsempfindlichen Bildschirm des Authentifizierungsgeräts
abgespielt wird und/oder die Beleuchtung im Haus eingeschaltet wird.
[0038] Es können zudem für Personen mit unterschiedlichen Berechtigungen unterschiedliche
Optionen am Authentifizierungsgerät bereitgestellt werden. Beispielsweise kann, wenn
ein bestimmter registrierter Nachbar am Authentifizierungsgerät authentifiziert wird,
ein Eingabefeld auf dem berührungsempfindlichen Bildschirm angezeigt werden, welches
es dem Nachbarn ermöglicht, beispielsweise eine Gartenbewässerung einzuschalten ohne
das Gebäude zu betreten.
[0039] Ebenso können Informationen über den Zustand der verbundenen Smart-Home-Geräte sowie
erfasste Ereignisse und Warnungen auf dem berührungsempfindlichen Bildschirm angezeigt
werden und/oder Informationen über Aktivitäten am Authentifizierungsgerät und damit
verbundenen Geräten oder Sensoriken während der Abwesenheit des Bewohners auf dem
berührungsempfindlichen Bildschirm angezeigt werden, wenn der Bewohner selbst oder
andere entsprechend autorisierte Nutzer vom Authentifizierungsgerät authentifiziert
werden. Dies kann unter anderem eine Mitteilung über bekannte oder unbekannte Besucher
in Abwesenheit, Fotoaufnahmen der Besucher oder von den Besuchern hinterlassene Videonachrichten,
eine Nachricht, dass Post in den Briefkasten eingeworfen wurde, wenn dieser über eine
entsprechende Sensorik mit dem Authentifizierungsgerät verbunden ist, ebenso wie Informationen
über auffällige Geräusche im Türbereich oder andere Warnhinweise umfassen.
[0040] In Kombination mit entsprechenden Überwachungssystemen kann das Authentifizierungsgerät
in einem Alarmfall eine Notfallöffnung der mit dem Authentifizierungsgerät verbundenen
Tür möglichen. Diese kann entweder mittels einer pauschal im Alarmfall freigeschalteten
Notöffnungsfunktion, beispielsweise mittels eines entsprechenden Eingabefelds, das
auf dem berührungsempfindlichen Bildschirm angezeigt wird, erfolgen oder nur für Einsatzkräfte
zugänglich sein, die beispielsweise eine Fernöffnung durch einen hinterlegten Notfallkontakt
anfordern können.
[0041] Nachfolgend wird die Erfindung rein beispielhaft anhand einer möglichen Ausführungsform
unter Bezugnahme auf die beigefügte Zeichnung beschreiben. Es zeigen:
- Fig. 1
- ein Gebäudeschließsystem mit einem erfindungsgemäßen Authentifizierungsgerät und einem
elektrischen Türaktor;
- Fig. 2
- eine schematische Darstellung eines Grundaufbaus des Authentifizierungsgeräts von
Fig. 1;
- Fig. 3
- eine schematische Darstellung einer ersten konkreten Ausführungsform des Authentifizierungsgeräts
von Fig. 1;
- Fig. 4A
- ein schematisches Ablaufdiagramm eines Authentifizierungsverfahrens mit dem Authentifizierungsgerät
von Fig. 3 für den Fall 'Ankommen' für einen registrierten Nutzer;
- Fig. 4B
- eine schematische Darstellung einer Bildschirmvisualisierung mit dem Authentifizierungsgerät
von Fig. 3 für den Fall 'Ankommen' für einen unbekannten Nutzer;
- Fig. 4C
- ein schematisches Ablaufdiagramm eines Authentifizierungsverfahrens mit dem Authentifizierungsgerät
von Fig. 3 für den Fall 'Verlassen';
- Fig. 5
- eine schematische Darstellung einer zweiten konkreten Ausführungsform des Authentifizierungsgeräts
von Fig. 1.
[0042] Fig. 1 zeigt ein Gebäude 10 mit einer Gebäudewand 12, in die eine Tür 18 eingelassen
ist. Die Tür 18 ist mit zwei Türaktoren versehen, welche hier in Form einer elektrischen
Türöffnungsvorrichtung 22 und eines motorisiertes Türschlosses 24 ausgebildet sind.
Die Türaktoren 22, 24 sind Teil eines Gebäudeschließsystems 14, das zudem einen externen
Server 26, der hier als Cloud ausgebildet ist, und ein Authentifizierungsgerät 16
umfasst. Das Authentifizierungsgerät 16 ist neben der Tür 18 an der Gebäudewand 12
montiert und dazu vorgesehen, einen Nutzer des Gebäudeschließsystems 14 zu authentifizieren.
[0043] In Fig. 2 ist ein Grundaufbau des Authentifizierungsgeräts 16 genauer dargestellt.
Das Authentifizierungsgerät 16 umfasst eine Steuereinheit 30, welche mit weiteren
Komponenten des Authentifizierungsgeräts 16 verbunden ist, nämlich mit einer Bilderfassungseinrichtung
32, einer Ton-Aufnahme/Ausgabeeinrichtung 34, einer Einrichtung zum drahtlosen Senden/Empfangen
36 von Daten, einem berührungsempfindlichen Bildschirm 38 und einem Schnittstellenmodul
40 zur drahtgebundenen oder drahtlosen Verbindung des Authentifizierungsgeräts 16
mit den Türaktoren 22, 24.
[0044] Fig. 3 zeigt eine erste konkrete Ausführungsform des Authentifizierungsgeräts 16.
Die Bilderfassungseinrichtung 32 umfasst hier eine 2D-Kamera 42, welche dazu vorgesehen
ist, Foto- oder Videoaufnahmen eines Nutzers aufzunehmen. Diese Aufnahmen können prinzipiell
einer zweidimensionalen Gesichtserkennung oder einer Erfassung charakteristischer
Augenbewegungen zugrunde gelegt werden sowie einem Bewohner des Gebäudes 10 zu Informationszwecken
vorgespielt werden. Überdies weist die gezeigte Bilderfassungseinrichtung 32 eine
3D-TOF-Kamera 44 auf, welche dazu vorgesehen ist, dreidimensionale Aufnahmen mittels
eines Laufzeitverfahrens aufzunehmen. Diese können in einem Authentifizierungsverfahren
vorteilhaft für eine dreidimensionale Gesichtserkennung und/oder einen Scan des Handvenenmusters
eines Nutzers genutzt werden.
[0045] Die Ton-Aufnahme/Ausgabeeinrichtung 34 umfasst ein Mikrofon 46 sowie einen Lautsprecher
48, welche dazu vorgesehen sind, Nachrichten für andere Nutzer, insbesondere für einen
Bewohner des Gebäudes 10 auf dem Authentifizierungsgerät zu hinterlassen und/oder
Tonaufnahmen abzuspielen sowie auch zur biometrischen Stimmenerkennung genutzt zu
werden.
[0046] Die Sende/Empfangseinrichtung 36 umfasst ein Bluetooth-Modul 50 sowie ein WLAN-Modul
52, welche in einem Authentifizierungsverfahren zum Austausch eines digitalen Schlüsselpaars
mit einem mobilen Endgerät des Nutzers vorgesehen sind. Wahlweise kann der Schlüsselaustausch
entsprechend mittels Bluetooth oder WLAN erfolgen.
[0047] Das Authentifizierungsgerät 16 weist überdies einen Sensor 54 zur Detektion einer
Annäherung eines Nutzers an das Authentifizierungsgerät 16 auf, der hier als PIR-Sensor
ausgebildet ist. Die Detektion eines Nutzers kann dazu führen, dass das Authentifizierungsgerät
16 aus einem Ruhemodus mit ausgeschaltetem berührungsempfindlichen Bildschirm 38 in
einen Aktivmodus versetzt wird.
[0048] Die Steuereinheit 30 ist über das Schnittstellenmodul 40 mit einem lokalen Netzwerk
verbunden, beispielsweise mittels Ethernet oder mittels WLAN. Über das lokale Netzwerk
kann eine Internetverbindung zu einem externen Server 26 hergestellt werden, welche
eine Kommunikation zwischen einem Nutzer des Authentifizierungsgeräts 16 und einem
Bewohner des Gebäudes 10, insbesondere auch in dessen Abwesenheit, beispielsweise
über eine mobile Applikation auf einem mobilen Endgerät des Bewohners in Form von
Video-, Sprach- oder Textnachrichten oder in Form von Internettelefonie ermöglicht.
[0049] Das Authentifizierungsgerät 16 ist zudem über das Schnittstellenmodul 40 mit einem
Sensor 56 verbunden, der den Öffnungszustand der Tür 18 und hier mit der Steuereinheit
30 verbunden ist. Der Sensor 56 kann grundsätzlich drahtgebunden oder drahtlos mit
dem Authentifizierungsgerät 16 verbunden sein.
[0050] Das Schnittstellenmodul 40 weist hier auch ein Sub-1 GHz-Modul 64 auf, das dazu vorgesehen
ist, beispielsweise den Türaktor 24 in Form eines elektronischen Schließzylinders
und/oder benötigte Sensoriken an die Steuereinheit 30 des Authentifizierungsgeräts
16 anzubinden.
[0051] Das Authentifizierungsgerät 16 weist ferner eine mit der Steuereinheit 30 verbundene
Datenbank 58 auf, in der vorgegebene Sicherheitsmerkmale hinterlegt sind, insbesondere
biometrische Merkmale, elektronische Sicherheitsschlüssel und/oder Sicherheitscodes.
Die in der Datenbank 58 hinterlegten Sicherheitsmerkmale können durch die Steuereinheit
30 mit den in einem Authentifizierungsvorgang erfassten Sicherheitsmerkmalen verglichen
werden, um einen Nutzer zu identifizieren und gegebenenfalls Funktionen am Authentifizierungsgerät
16 zu starten.
[0052] Nachfolgend wird die Authentifizierung eines Nutzers mit Hilfe des Authentifizierungsgeräts
16 beschrieben. Grundsätzlich kann zwischen den Situationen 'Ankommen' (Fig. 4A,B),
bei der ein Nutzer sich dem Authentifizierungsgerät 16 von der Außenseite des Gebäudes
10 her nähert und 'Verlassen' (Fig. 4C), bei der ein Nutzer das Gebäude 10 von der
Innenseite her verlässt, unterschieden werden.
[0053] Bei der Situation 'Ankommen' nähert sich zunächst ein Nutzer von außen dem Gebäude
oder Gelände 10 und somit dem Authentifizierungsgerät 16 des Gebäudeschließsystems
14. Der PIR-Sensor 54 detektiert die Annäherung 100 und bringt das Authentifizierungsgerät
16 von einem Ruhemodus in einen Aktivmodus, wenn der Nutzer sich dem Authentifizierungsgerät
16 bis auf einen Abstand d nähert, der nicht größer ist als ein Erkennungsabstand
d
rec. Während im Ruhemodus der berührungsempfindliche Bildschirm 38 deaktiviert ist, wird
er im Aktivmodus eingeschaltet. Solange der Abstand des Nutzers zum Authentifizierungsgerät
16 mehr als einen von einem Masternutzer konfigurierten Mindestabstand d
min beträgt, im gezeigten Ausführungsbeispiel 1 Meter, wird auf dem berührungsempfindlichen
Bildschirm 38 ein Begrüßungsbildschirm angezeigt 102. Dieser kann z.B. einen Warnhinweis
enthalten, dass der Nutzer sich in einem videoüberwachten Bereich befindet, sowie
die Hausnummer des Gebäudes 10 und den Namen der Bewohner.
[0054] Sobald sich der Nutzer dem Authentifizierungsgerät 16 bis auf weniger als den Mindestabstand
d
min nähert, startet das Authentifizierungsgerät 16 einen Authentifizierungsvorgang 104
(Fig. 4A).
[0055] In einem ersten Authentifizierungsschritt 106 wird ein erstes Sicherheitsmerkmal
des Nutzers ermittelt. Im gezeigten Ausführungsbeispiel soll hierzu mittels der 2D-Kamera
42 eine zweidimensionale Gesichtserkennung des Nutzers durchgeführt werden. Eine entsprechende
Aufforderung und eine Anleitung zur korrekten Positionierung des Gesichts vor der
2D-Kamera 42 werden auf dem berührungsempfindlichen Bildschirm 38 angezeigt und eine
entsprechende Aufnahme des Gesichts wird erstellt. Charakteristische Merkmale der
Aufnahme werden durch die Steuereinheit 30 mit vorgegebenen charakteristischen Merkmalen
der am Authentifizierungsgerät 16 registrierten Nutzer verglichen, welche in der Datenbank
58 hinterlegt sind. Beispielsweise kann abhängig von den Lichtverhältnissen auf eine
zweidimensionale Gesichtserfassung mittels der 2D-Kamera 42 verzichtet werden und
stattdessen eine dreidimensionale Gesichtserkennung mittels der 3D-TOF-Kamera 44 im
Laufzeitverfahren eingesetzt werden.
[0056] Sofern die erfasste Gesichtsgeometrie mit einer in der Datenbank 58 hinterlegten
Gesichtsgeometrie eines registrierten Nutzers übereinstimmt, wird ein zweiter Authentifizierungsschritt
108 durchgeführt. In dem gezeigten Ausführungsbeispiel wird hierzu durch das Bluetooth-Modul
50 des Authentifizierungsgeräts 16 automatisch mittels Bluetooth ein Sicherheitsschlüssel
von dem mobilen Endgerät des Nutzers abgefragt. Der von dem mobilen Endgerät empfangene
Sicherheitsschlüssel wird durch die Steuereinheit 30 mit in der Datenbank 58 hinterlegten
Sicherheitsschlüsseln verglichen.
[0057] Sofern der empfangene Sicherheitsschlüssel mit einem in der Datenbank 58 hinterlegten
Sicherheitsschlüssel eines registrierten Nutzers übereinstimmt, wird durch die Steuereinheit
30 überprüft, welche Berechtigungen der identifizierte Nutzer besitzt. Ist der identifizierte
Nutzer zugangsberechtigt, veranlasst die Steuereinheit 30 ein automatisiertes Entriegeln
und Öffnen 110 der Tür 18 mittels der verbundenen Türaktoren 22, 24.
[0058] Auf dem berührungsempfindlichen Bildschirm 38 werden zusätzlich konfigurationsabhängig
nutzerspezifische Informationen für den authentifizierten Nutzer bereitgestellt 112.
Wird ein Bewohner erkannt, kann dies folgende Informationen über Ereignisse am Authentifizierungsgerät
16 und an damit verbundenen Geräten und Sensoriken umfassen:
- Verpasste Besuche, gegebenenfalls einschließlich Zeitstempel, wann die Besuche erfolgt
sind, Fotoaufnahmen der Besucher und eventuell von den Besuchern hinterlassene Video-,
Sprach- oder Textnachrichten, welche über den berührungsempfindlichen Bildschirm abgerufen
werden können;
- Informationen über erkannte Ereignisse, wie z.B. eine Unterbrechung eines Öffnungskontakts
eines mit dem Authentifizierungsgerät 16 verbundenen Briefkastens, weshalb ein Hinweis
auf Post im Briefkasten angezeigt wird;
- Warnungen eines mit dem Authentifizierungsgerät 16 verbundenen Sicherheitssystems,
die anzeigen, ob ein Alarm in Abwesenheit stattgefunden hat oder ob sich eine unbekannte
Person auf dem Grundstück befindet.
[0059] Es versteht sich, dass die voranstehende Aufzählung nicht abschließend ist. Zusätzlich
werden konfigurierbare Funktionen oder Szenarien hausinterner Systeme nutzerspezifisch
nach der Authentifizierung eines Nutzers durch das Authentifizierungsgerät 16 aktiviert
oder deaktiviert 114. Dies betrifft beim Heimkommen eines Bewohners beispielsweise
die Deaktivierung einer Alarmanlage, das Anschalten einer Beleuchtung, die Benachrichtigung
anderer, abwesender Bewohner auf ihren mobilen Endgeräten über das Heimkommen des
authentifizierten Nutzers und weitere Funktionen.
[0060] Im vorliegenden Ausführungsbeispiel wird im ersten Authentifizierungsschritt 106
eine zweidimensionale Gesichtserkennung durchgeführt, im zweiten Authentifizierungsschritt
108 ein mittels Bluetooth übertragener Sicherheitsschlüssel. Das Verfahren kann grundsätzlich
aber auch so ausgestaltet sein, dass zwei biometrische Merkmale oder auch gar kein
biometrisches Merkmal in den Authentifizierungsschritten 106 und 108 erfasst werden.
Mögliche Kombinationen wären hierbei beispielsweise
- eine 3D-Gesichtserkennung gefolgt von einem Handvenenscan, beides mittels der 3D-TOF-Kamera
44,
- eine biometrische Stimmenerkennung mittels des Mikrofons 46 gefolgt von der Abfrage
eines Bluetooth-Schlüssels durch das Bluetooth-Modul 50,
- eine Erfassung einer charakteristischen Augenbewegung mittels der 2D-Kamera 42 gefolgt
von der Abfrage eines WLAN-Schlüssels durch das WLAN-Modul 52,
- eine Erfassung eines QR-Codes mittels der 2D-Kamera 42 gefolgt von einer 2D-Gesichtserkennung
mittels derselben 2D-Kamera 42,
- eine Abfrage eines Bluetooth-Schlüssels durch das Bluetooth-Modul 50 gefolgt von einer
Authentifizierung mittels einer manuellen Sicherheitscode-Eingabe mittels des berührungsempfindlichen
Bildschirms 38,
- eine biometrische Stimmenerkennung mittels des Mikrofons 46 während der Aussprache
eines Code-Worts, welches entweder ein personenbezogenes Passwort sein kann, das in
der Datenbank 58 hinterlegt ist, oder ein Zufallswort, das auf dem berührungsempfindlichen
Bildschirm 38 angezeigt und vorgelesen werden muss.
[0061] Auch diese Aufzählung ist nicht abschließend, sondern vielmehr beispielhaft für die
möglichen Kombinationen von Merkmalen, die sich mit den Komponenten des Authentifizierungsgeräts
16 aus Fig. 3 ausführen lassen. Je nach Anwendungsbereich und -ziel kann eine entsprechend
vorteilhafte Kombination von Merkmalen für die konkrete Ausführung des Authentifizierungsgeräts
16 und des Authentifizierungsverfahrens gewählt werden.
[0062] Wird im Authentifizierungsverfahren ein Nutzer erkannt, der am Authentifizierungsgerät
16 registriert, aber nicht zugangsberechtigt ist, wird abhängig vom authentifizierten
Nutzer ein entsprechender erweiterter Funktionsumfang auf dem berührungsempfindlichen
Bildschirm 38 des Authentifizierungsgeräts 16 angezeigt. Das betrifft beispielsweise
den Nachbarn, der in Abwesenheit der Bewohner am Authentifizierungsgerät 16 die mit
dem Authentifizierungsgerät 16 verbundene Gartenbewässerungsanlage aktivieren kann.
[0063] Sofern eines der in einem der Authentifizierungsschritte 106 oder 108 erfassten Sicherheitsmerkmale
nicht mit einem hinterlegten Sicherheitsmerkmal eines registrierten Nutzers übereinstimmt,
werden einem Nutzer auf dem berührungsempfindlichen Bildschirm 38 ein oder mehrere
Eingabefelder angezeigt, mittels derer eine Nutzereingabe in das Authentifizierungsgerät
16 erfolgen kann und Informationen für den Nutzer bereitgestellt werden können (Fig.
4B).
[0064] Ein Eingabefeld 116 ermöglicht es dem Nutzer ein Klingelsignal zu erzeugen, das an
einem Signalgerät im Innenbereich des Gebäudes 10 wiedergegeben wird, um einen Bewohner
über die Anwesenheit eines Besuchers am Authentifizierungsgerät 16 zu informieren.
Zusätzlich kann auf dem Signalgerät im Innenbereich ein Foto oder Video des Besuchers
angezeigt werden. Der Bewohner kann daraufhin dem Besucher die Tür 18 manuell oder
automatisiert öffnen.
[0065] Ist der Bewohner vom Gebäude 10 abwesend, kann mittels des externen Servers 26 das
Klingelsignal an einem mobilen Endgerät des Bewohners wiedergegeben werden, ebenso
kann ein Foto oder Video des Besuchers übertragen werden. Der Bewohner kann dann auf
das Klingelsignal hin einen Video- oder Sprachanruf mit dem Authentifizierungsgerät
16 annehmen.
[0066] Nach einem unbeantworteten Klingelvorgang ermöglicht es ein Eingabefeld 118 dem Besucher,
einen Video- oder Sprachanruf mittels des externen Servers 26 mit einem mobilen Endgerät
des Bewohners herzustellen. Ein anderes Eingabefeld 120 stellt eine Funktion zum Senden
einer Textnachricht an ein mobiles Endgerät des Bewohners mittels des externen Servers
26 bereit. Ein Eingabefeld 122 ermöglicht, eine Video-, Sprach-, oder Textnachricht
auf dem Authentifizierungsgerät 16 zu hinterlassen. Ein Eingabefeld 124 ermöglicht
es, eine Video-, Sprach- oder Textnachricht abzurufen, die der Bewohner auf dem Authentifizierungsgerät
16 hinterlassen hat. Ein Eingabefeld 126 stellt die Möglichkeit bereit, die Tür 18
durch Eingabe eines Sicherheitscodes zu öffnen.
[0067] Es versteht sich, dass die beschriebene Ausführungsform nur beispielhaft zu verstehen
ist. Welche der genannten Eingabefelder und Funktionen bereitgestellt werden sollen,
ist durch einen Masternutzer des Authentifizierungsgeräts 16 bedarfsgerecht konfigurierbar.
Andere Ausführungsformen sind jederzeit möglich. So kann beispielsweise auf dem berührungsempfindlichen
Bildschirm 38 des Authentifizierungsgeräts 16 ein Informationsfeld 128 angezeigt werden,
das einen Nutzer über Öffnungszeiten informiert, beispielsweise falls das Authentifizierungsgerät
16 nicht in einem Privathaushalt sondern in einem geschäftlichen Umfeld zum Einsatz
kommt. Entsprechend kann der berührungsempfindlichen Bildschirm 38 als Werbefläche
genutzt werden oder Infotainment für den Besucher bereitstellen.
[0068] Eine Ausführungsform der Situation 'Verlassen' ist in Fig. 4C dargestellt. Gestartet
wird der Ablauf durch ein von der Sensorik 56 erfasstes Öffnen 130 der Tür 18. Bei
nachfolgender Annäherung eines Nutzers an das Authentifizierungsgerät 16 werden die
Schritte 100-106 des Authentifizierungsverfahrens gestartet wie in der Situation 'Ankommen'
(Fig. 4A) beschrieben. Sofern die Authentifizierung eines bekannten Nutzers innerhalb
eines vorbestimmten Zeitfensters t < tmax von beispielsweise 1 Minute nach dem detektierten
Öffnen 130 der Tür 18 erfolgt, erkennt das Authentifizierungsgerät 16, dass es sich
um die Situation 'Verlassen' handelt, das heißt, eine Person verlässt das Gebäude
10. Sofern in diesem Fall das Authentifizierungsgerät 16 im ersten Authentifizierungsschritt
106 einen zugangsberechtigten Nutzer erkennt, wird kein weiterer Authentifizierungsschritt
108 durchgeführt, sondern ein automatisches Schließen und/oder Verriegeln 132 der
Tür 18 veranlasst.
[0069] Auch diese Funktion des Authentifizierungsgeräts 16 kann durch einen Masternutzer
derart konfigurierbar sein, dass beispielsweise die Nutzergruppen konfiguriert werden,
für die ein automatisiertes Verriegeln der Tür 132 stattfinden soll, oder dass das
automatisierte Verriegeln 132 der Tür 18 nur dann stattfindet, wenn das Authentifizierungsgerät
16 mittels der Sensorik 56 detektiert hat, dass alle Bewohner das Gebäude 10 verlassen
haben.
[0070] Ebenso wie beim 'Ankommen' können einem authentifizierten Nutzer beim 'Verlassen'
konfigurierbare nutzerspezifische Informationen auf dem berührungsempfindlichen Bildschirm
38 angezeigt sowie Funktionen oder Szenarien an mit dem Authentifizierungsgerät 16
verbundenen Geräten gestartet werden. In diesem Fall wird beim Verlassen des Gebäudes
10 eine Alarmanlage aktiviert, sowie die Beleuchtung ausgeschaltet. Dem Bewohner werden
Hinweise angezeigt - basierend auf seinem Kalender beispielsweise eine Erinnerung,
eine Sporttasche mitzunehmen oder basierend auf einem aus dem Internet bereitgestellten
Wetterbericht ein Hinweis, einen Regenschirm einzupacken.
[0071] Ebenso können konfigurierbare Eingabefelder angezeigt werden, die ein manuelles Ansteuern
verbundener Geräte nach Bedarf ermöglichen, beispielsweise ein Öffnen des Garagentors
sowie die Weiterleitung von Klingelsignalen, die am Authentifizierungsgerät 16 ausgelöst
werden, auf ein mobiles Endgerät.
[0072] Fig. 5 zeigt eine zweite konkrete Ausführungsform des Authentifizierungsgeräts 16,
die sich letztlich nur darin von der ersten konkreten Ausführungsform von Fig. 3 unterscheidet,
dass die Sende/Empfangseinrichtung 36 ein RFID-Modul 62 zusätzlich zum Bluetooth-Modul
44 und zum WLAN-Modul 46 aufweist. Mit diesem Authentifizierungsgerät 16 sind weitere
Ausgestaltungen des Authentifizierungsverfahrens möglich, da es zusätzliche Möglichkeiten
bietet, wie ein Nutzer am Authentifizierungsgerät 16 authentifiziert werden kann.
So kann entweder im ersten Authentifizierungsschritt 106 oder im zweiten Authentifizierungsschritt
108 ein nutzerbezogener RFID-Tag als erfasstes Sicherheitsmerkmal vom Authentifizierungsgerät
16 ausgelesen werden. Es versteht sich, dass in anderen Ausführungsformen des Authentifizierungsgeräts
16 Übertragungsstandards wie NFC, bereitgestellt durch ein NFC-Modul, zum Einsatz
kommen können, wobei eine beliebige Kombination mit den voranstehend genannten weiteren
Modulen zum drahtlosen Senden/Empfangen von Daten möglich ist.
Bezugszeichenliste
[0073]
- 10
- Gebäude
- 12
- Gebäudewand
- 14
- Gebäudeschließsystem
- 16
- Authentifizierungsgerät
- 18
- Tür
- 22
- elektrische Türöffnungsvorrichtung
- 24
- motorisiertes Türschloss
- 26
- externer Server
- 30
- Steuereinheit
- 32
- Bilderfassungseinrichtung
- 34
- Ton-Aufnahme/Ausgabeeinrichtung
- 36
- Einrichtung zum drahtlosen Senden/Empfangen von Daten
- 38
- berührungsempfindlicher Bildschirm
- 40
- Schnittstellenmodul
- 42
- 2D-Kamera
- 44
- 3D-TOF-Kamera
- 46
- Mikrofon
- 48
- Lautsprecher
- 50
- Bluetooth-Modul
- 52
- WLAN-Modul
- 54
- PIR-Sensor
- 56
- Sensorik zur Erfassung eines Öffnungszustandes einer Tür
- 58
- Datenbank
- 62
- RFID-Modul
- 64
- Sub-1 GHz-Modul
- 100
- Detektion eines Nutzers im Erkennungsabstand dmin < d < drec
- 102
- Anzeige eines Begrüßungsbildschirms
- 104
- Start des Authentifizierungsverfahrens bei d < dmin
- 106
- erster Authentifizierungschritt
- 108
- zweiter Authentifizierungsschritt
- 110
- automatisches Entriegeln und/oder Öffnen einer Tür
- 112
- nutzerspezifische optionale Informationen
- 114
- nutzerspezifische Aktivierung von Funktionen/Szenarien
- 116
- Eingabefeld für Klingelsignal
- 118
- Eingabefeld für Video-/Sprachanruf auf mobiles Endgerät
- 120
- Eingabefeld für Textnachricht auf mobiles Endgerät
- 122
- Eingabefeld zum Hinterlassen einer Video-/Sprach-/Textnachricht
- 124
- Eingabefeld zum Abrufen einer Nachricht
- 126
- Eingabefeld zum Eingeben eines Sicherheitscodes
- 128
- Informationsfeld
- 130
- Erfassung des Öffnens einer Tür
- 132
- automatisches Schließen und/oder Verriegeln einer Tür
1. Wandmontierbares Authentifizierungsgerät (16) zur Authentifizierung eines Nutzers
eines Gebäudeschließsystems (14), umfassend:
eine Steuereinheit (30),
eine mit der Steuereinheit (30) verbundene Bilderfassungseinrichtung (32),
eine mit der Steuereinheit (30) verbundene Ton-Aufnahme/Ausgabeeinrichtung (34),
eine mit der Steuereinheit (30) verbundene Einrichtung zum drahtlosen Senden/Empfangen
von Daten (36),
einen mit der Steuereinheit (30) verbundenen berührungsempfindlichen Bildschirm (38)
und
ein mit der Steuereinheit (30) verbundenes Schnittstellenmodul (40) zur Verbindung
des Authentifizierungsgeräts (16) mit mindestens einem Türaktor (22, 24).
2. Authentifizierungsgerät (16) nach Anspruch 1,
wobei das Authentifizierungsgerät (16) eine mit der Steuereinheit (30) verbundene
Sensorik (54) zur Erfassung der Annäherung einer Person an das Authentifizierungsgerät
(16) aufweist.
3. Authentifizierungsgerät (16) nach Anspruch 1 oder 2,
wobei das Authentifizierungsgerät (16) eine Datenbank (58) aufweist, in der vorgegebene
Sicherheitsmerkmale hinterlegt sind, insbesondere biometrische Merkmale, elektronische
Sicherheitsschlüssel und/oder Sicherheitscodes.
4. Authentifizierungsgerät (16) nach einem der vorherigen Ansprüche,
wobei das Schnittstellenmodul (40) zur Verbindung der Steuereinheit (30) mit einem
lokalen Netzwerk, einem externen Server (26), einer Türklingel, einer Sensorik (56)
zur Erfassung eines Öffnungszustands einer dem Türaktor (22, 24) zugeordneten Tür
(18), einem Smart Home System und/oder einer Alarmanlage ausgebildet ist.
5. Authentifizierungsgerät (16) nach einem der vorherigen Ansprüche,
wobei die Bilderfassungseinrichtung (32) eine 2D-Kamera (42) und/oder eine 3D-Kamera
(44), beispielsweise eine TOF-Kamera zur Bilderfassung mittels Laufzeitverfahren,
aufweist.
6. Authentifizierungsgerät (16) nach einem der vorherigen Ansprüche,
wobei die Einrichtung zum drahtlosen Senden/Empfangen von Daten (36) ein Bluetooth-Modul
(50), ein RFID-Modul (62), ein NFC-Modul und/oder ein WLAN-Modul (52) aufweist.
7. Gebäudeschließsystem (14) mit einem Authentifizierungsgerät (16) nach einem der vorherigen
Ansprüche und einem mit dem Authentifizierungsgerät (16) verbundenen Türaktor (22,
24).
8. Gebäudeschließsystem (16) nach Anspruch 7,
wobei das Authentifizierungsgerät (16) mit einem lokalen Netzwerk, einem externen
Server (26), einer Sensorik (56) zur Erfassung eines Öffnungszustands einer dem Türaktor
(22, 24) zugeordneten Tür (18), einer Türklingel, einem Smart Home System und/oder
einer Alarmanlage verbunden ist.
9. Verfahren zur Authentifizierung eines Nutzers eines Gebäudeschließsystems (14) mittels
eines mit einem Türaktor (22, 24) verbundenen Authentifizierungsgeräts (16) nach einem
der vorherigen Ansprüche,
wobei das Authentifizierungsgerät (16) in einem ersten Authentifizierungsschritt (106)
ein erstes Sicherheitsmerkmal des Nutzers erfasst und das erfasste erste Sicherheitsmerkmal
mit wenigstens einem ersten vorgegeben Sicherheitsmerkmal vergleicht und,
sofern das erfasste erste Sicherheitsmerkmal mit dem ersten vorgegebenen Sicherheitsmerkmal
übereinstimmt, das Authentifizierungsgerät (16) in einem zweiten Authentifizierungsschritt
(108) ein zweites Sicherheitsmerkmal des Nutzers erfasst und das erfasste zweite Sicherheitsmerkmal
mit wenigstens einem zweiten vorgegeben Sicherheitsmerkmal vergleicht und,
sofern das erfasste zweite Sicherheitsmerkmal mit dem zweiten vorgegebenen Sicherheitsmerkmal
übereinstimmt, die Steuereinheit (30) ein Entriegeln und/oder Öffnen (110) einer dem
Türaktor (22, 24) zugeordneten Tür (18) veranlasst.
10. Verfahren nach Anspruch 9,
wobei das erste und/oder zweite erfasste Sicherheitsmerkmal ein biometrisches Merkmal
ist.
11. Verfahren nach Anspruch 9 oder 10,
wobei, wenn das Authentifizierungsgerät (16) innerhalb eines vorbestimmten Zeitraums
vor dem ersten Authentifizierungsschritt (106) ein Öffnen der Tür erfasst hat (130),
die Steuereinheit (30) ein Verriegeln (132) der dem Türaktor (22, 24) zugeordneten
Tür (18)veranlasst, sofern bereits das im ersten Authentifizierungsschritt (106) erfasste
Sicherheitsmerkmal mit einem entsprechend vorgegebenen Sicherheitsmerkmal übereinstimmt.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 11,
wobei, wenn ein in einem der Authentifizierungsschritte (106, 108) erfasstes Sicherheitsmerkmal
nicht mit einem entsprechend vorgegebenen Sicherheitsmerkmal übereinstimmt, auf dem
berührungsempfindlichen Bildschirm (38) wenigstens ein Eingabefeld (116, 118, 120,
122, 124, 126) für eine Nutzereingabe angezeigt wird, das es dem Nutzer ermöglicht,
ein Klingelsignal zu erzeugen,
eine Video-, Sprach- oder Textnachricht für einen anderen Nutzer des Authentifizierungsgeräts
(16) auf dem Authentifizierungsgerät (16) zu hinterlassen,
einen Video- oder Sprachanruf über das Authentifizierungsgerät (16) zu einem mobilen
Endgerät eines anderen Nutzers des Authentifizierungsgeräts (16) herzustellen,
eine Textnachricht über das Authentifizierungsgerät (16) zu einem mobilen Endgerät
eines anderen Nutzers des Authentifizierungsgeräts (16) zuzustellen,
eine Video-, Sprach- oder Textnachricht, die ein anderer Nutzer auf dem Authentifizierungsgerät
(16) hinterlegt hat, abzurufen und/oder
mittels manueller Eingabe eines Sicherheitscodes ein Entriegeln und/oder Öffnen der
dem Türaktor (22, 24) zugeordneten Tür (18) zu veranlassen.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 12,
wobei das Authentifizierungsgerät (16) nach Benutzung in einen Ruhemodus übergeht
und erst dann in einen Aktivmodus wechselt und den ersten Authentifizierungsschritt
(106) startet, wenn die Annäherung eines Nutzers an das Authentifizierungsgerät (16)
detektiert wird (100).
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 13,
wobei dem Nutzer in Abhängigkeit von einem Abstand zwischen dem Nutzer und dem Authentifizierungsgerät
(16) unterschiedliche Visualisierungen (102, 128) auf dem berührungsempfindlichen
Bildschirm (38) des Authentifizierungsgeräts (16) angezeigt werden.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 14,
wobei, sofern alle erfassten Sicherheitsmerkmale mit entsprechend vorgegebenen Sicherheitsmerkmalen
übereinstimmen,
weitere konfigurierbare Funktionen, insbesondere Smart-Home-Geräte sowie Sicherheitssysteme,
aktiviert oder deaktiviert werden (114) und/oder
Informationen über deren Zustand sowie erfasste Ereignisse und Warnungen auf dem berührungsempfindlichen
Bildschirm (38) des Authentifizierungsgeräts (16) angezeigt werden (112) und/oder
Informationen über Aktivitäten am Authentifizierungsgerät (16) sowie damit verbundenen
Geräten oder Sensoriken auf dem berührungsempfindlichen Bildschirm (38) des Authentifizierungsgeräts
(16) angezeigt werden (112).