[0001] Die Erfindung betrifft eine Reinigungsvorrichtung zur manuellen Reinigung einer Zielfläche,
aufweisend ein auf einen Träger aufstülpbares und/oder auf den Träger aufgestülptes
textiles Reinigungselement mit einem wenigstens einen Teil der Außenfläche des Reinigungselements
einnehmenden Reinigungsabschnitt aus einer Maschenware, die eine aus einem Grundfaden
gebildete Grundmaschenstruktur aufweist. Daneben betrifft die Erfindung ein Verfahren
zur Herstellung eines Reinigungselements einer solchen Reinigungsvorrichtung.
[0002] Im Stand der Technik besteht ein steigender Bedarf für Reinigungsvorrichtungen, um
beispielsweise schwer erreichbare Zielflächen einfach und effektiv reinigen zu können.
In diesem Kontext wurden bereits auf einen Träger aufstülpbare Reinigungselemente
aus Textilmaterialien vorgeschlagen, insbesondere ausgebildet als über einen Finger
zu ziehende Fingerlinge. In diesem Fall bildet ein Finger den (nicht zur Reinigungsvorrichtung
gehörenden) Träger. Fingerlinge eignen sich insbesondere zur Reinigung von Zähnen,
beispielsweise bei Babys oder Tieren.
[0003] Fingerlinge als aufstülpbare Reinigungselemente wurden im Stand der Technik bereits
vorgeschlagen. So offenbart beispielsweise
DE 20 2008 010 776 U1 einen Fingerling auch zur Anwendung als Arbeitsmittel, der aus einem sich im Wesentlichen
der Anatomie eines Fingers anpassenden, flexiblen und schlauchartigen Gebilde besteht,
welches ausgehend vom dritten Fingerglied der Fingerkuppe sich bis mindestens zum
zweiten Fingerglied erstreckt.
DE 20 2016 102 041 U1 betrifft eine Vorrichtung zur Reinigung und/oder Pflege einer Wunde oder zur Reinigung
und/oder Pflege von Mundhöhle und Rachenraum, wobei ein Kappenteil als auf einen Finger
einer Hand aufsetzbarer Fingerling enthalten ist, welcher an seinem distalen Ende
ein Zotten aufweisendes Kopfteil aufweist. Diese Zotten sollen eine effektivere und
nachhaltigere Reinigung und/oder Pflege von Mundhöhle und Rachenraum erzielen können.
Die Zotten dienen insbesondere zur Benetzung der Gewebestruktur und/oder zur Reinigung
und/oder Abschabung von Debridement und wirken quasi wie ein sogenannter Feudel.
[0004] EP 1 267 663 B1 betrifft einen Fingerling, der aus einer nicht gewebten Grundstruktur, mithin insbesondere
einem Vlies, bestehen soll. Der Fingerling kann eine abrasive Oberfläche zur Vereinfachung
von Reinigungsmaßnahmen aufweisen, die aus verschiedenen texturierten Materialien
bestehen kann, beispielsweise geschlauften Borsten auf einer vliesartigen Grundstruktur.
[0005] DE 102 15 805 C1 offenbart ein Zahnreinigungsteil, welches unter elastischer Verformung auf einem
Finger oder einem Halter angebracht werden kann. Das Zahnreinigungsteil umfasst eine
elastische Grundschicht und eine mit dieser mitgestrickte Florschicht, die aus Mikrofaser-Material
bestehen kann.
Die Oberflächen bekannter Fingerlinge bzw. im Allgemeinen bekannter Reinigungsvorrichtungen
mit aufstülpbarem Reinigungselement sind üblicherweise für bestimmte Tätigkeiten optimiert,
beispielsweise bei einer Ausbildung des Fingerlings aus Mikrogarnen oder Supermikrogarnen
zur Politur einer Oberfläche, wie dies häufig bei der Zahnpflege von Säuglingen eingesetzt
wird. Sollen jedoch nachhaltigere Reinigungen erreicht werden, kann beispielsweise
zunächst eine Reinigungsvorrichtung mit einer abrasiven Oberfläche eingesetzt werden,
um das Reinigungselement dann zu wechseln und nachfolgend eine Politur vorzunehmen.
Dies ist äußerst umständlich. Gerade im Hinblick auf eine eher schmirgelndescheuernde
Wirkung von Reinigungsabschnitten an Fingerlingen bzw. sonstigen Reinigungselementen
besteht zudem das Problem der schwierigen und teuren Herstellbarkeit.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine flexibel einsetzbare, insbesondere
mehrere Arbeitsgänge in einem erlaubende Reinigungsvorrichtung mit einem robusten,
einfach und kostengünstig herstellbaren Reinigungselement, insbesondere einem Fingerling,
anzugeben.
[0006] Zur Lösung dieser Aufgabe ist bei einer Reinigungsvorrichtung der eingangs genannten
Art erfindungsgemäß vorgesehen, dass der Reinigungsabschnitt einen ersten Faden, der
als Mikrofaden oder Supermikrofaden ausgebildet ist und über die Grundmaschenstruktur
herausragende erste Schlaufen bildet, und einen zweiten Faden, der eine stärkere abrasive
Wirkung als der erste Faden aufweist und über die aus dem ersten Faden gebildeten
ersten Schlaufen herausragende zweite Schlaufen bildet, gebildet ist.
[0007] Erfindungsgemäß wird also vorgeschlagen, eine robuste Maschenware zu verwenden, aus
deren Grundmaschenstruktur erste Schlaufen eines ersten Fadens, nämlich eines Mikrofadens
oder Supermikrofadens, emporragen, so dass eine polierende Wirkung entsteht und insbesondere
bei einem Multifilamentfaden als erstem Faden eine hervorragende Aufnahmekraft für
Reinigungsmittel und/oder abgelösten Schmutz gegeben ist. Die aus dem ersten Faden
gebildeten Schlaufen können also als eine Art "Flor" bezeichnet werden. Gleichzeitig
aber weist der Reinigungsabschnitt des Reinigungselements über die Grundmaschenstruktur
und die ersten Schlaufen herausragende zweite Schlaufen umfassend einen zweiten Faden,
der eine stärkere abrasive Wirkung als der erste Faden (und die Grundmaschenstruktur)
aufweist, auf. Anders gesagt wird vorgeschlagen, als Reinigungsabschnitt eine Maschenware
bereitzustellen, über die sowohl die vorteilhafte Wirkung von Mikrofäden bzw. Supermikrofäden
erreicht werden kann, gleichzeitig jedoch eine hervorragende (abrasive) Reinigungswirkung
durch die über die ersten Schlaufen herausragenden zweiten Schlaufen gegeben ist.
Die zweiten Schlaufen stellen also eine Art "Zahnbürsteneffekt/ Schleifeffekt" bereit
und können, bevorzugt gemeinsam mit den ersten Schlaufen, durch spezielle, im Folgenden
noch näher dargelegte Maschenbildungsprozesse erzeugt werden.
[0008] Die Schlaufenköpfe der zweiten Schlaufen aus Fäden, die abrasiv wirken, haben mithin
insbesondere eine Scheuer-/Schmirgelwirkung, wogegen die Mikrogarne bzw. Supermikrogarne
der ersten Schlaufen eine putzende/polierende Wirkung besitzen und Wirkmittel, insbesondere
Reinigungsmittel, Polituren oder dergleichen, "puffern" können. Durch die beschriebene
Konstruktion des Reinigungsabschnitts des Reinigungselements, insbesondere also die
Kombination von Mikrofaden bzw. Supermikrofaden und zweiten Schlaufen mit abrasiven
zweiten Fäden in einer Maschenware werden zu reinigende Oberflächen geschmirgelt/gereinigt
und zugleich poliert/geputzt. Der erste Faden nimmt Wirkmittel, insbesondere Reinigungsmittel
und/oder Polituren, auf und gibt diese nach und nach, insbesondere auch an die Schlaufenköpfe
der zweiten Schlaufen, ab, wodurch der Einsatz des entsprechenden Wirkmittels minimiert
werden kann. Durch die gleichzeitige Durchführung mehrerer Arbeitsgänge wird der zeitliche
Aufwand der Reinigung gegenüber einer Reinigung mit herkömmlichen Fingerlingen oder
Tüchern erheblich verkürzt.
[0009] Dabei lässt sich die Reinigungsvorrichtung mit dem bevorzugt als Fingerling ausgebildeten
Reinigungselement in verschiedensten Einsatzgebieten nutzen, wofür unterschiedliche
Materialien/Gesamteigenschaften herangezogen werden können, um die für den speziellen
Einsatzzweck benötigten Reinigungs- und Putz/Polierwirkungen zu erzielen. Beispielsweise
kann die vorgeschlagene Reinigungsvorrichtung im Sanitärbereich, beispielsweise zur
Fugenreinigung, im Zweiradbereich, beispielsweise zur Reinigung von Felgen, Speichen,
Chrom und Aluminiumteilen bei Fahrrädern und/oder Motorrädern, und/oder zur Reinigung
sonstiger schwer zugänglicher Stellen, beispielsweise in Rohren, eingesetzt werden.
Weitere Einsatzbereiche umfassen beispielsweise die Reinigung von robusteren Zähnen,
beispielsweise Tierzähnen, und/oder den Einsatz als Zungenreiniger, wobei dann die
Reinigungsvorrichtung bevorzugt zusätzlich zu dem Reinigungselement auch den zugehörigen
Träger, welcher beispielsweise in Form eines Löffels und/oder Schabers vorliegen kann,
aufweist. Das bedeutet, allgemein gesagt kann die Reinigungsvorrichtung neben dem
Reinigungselement auch den Träger für das Reinigungselement aufweisen.
[0010] Konkret kann vorgesehen sein, dass der erste Faden einen Filamenttiter kleiner als
2 dtex und der zweite Faden einen Titer/Filamenttiter größer als 20 dtex aufweist,
wie üblich bezogen auf die Einzelfilamente bei Multifilamentfäden. Dabei werden Multifilamentfäden
mit einer Filamenteinheit unter 1 dtex üblicherweise als Mikrofäden (bzw. Mikrogarne)
bezeichnet. Liegt der Titer der einzelnen Filamente im Bereich von kleiner als 0,7
dtex, mithin das Gewicht nur noch unter 0,7 g/10000 m, spricht man von Supermikrofäden
bzw. Supermikrogarnen.
[0011] Der Grundfaden kann dabei dem ersten Faden entsprechen, so dass auch die Grundmaschenstruktur
an der Polierwirkung/Pufferwirkung teilhaben kann. Insbesondere kann also auch der
Grundfaden als ein Mikrofaden oder ein Supermikrofaden ausgebildet sein. Allgemein
kann jedoch jeder für eine Grundmaschenstruktur verwendbare Faden als Grundfaden verwendet
werden.
[0012] Die erfindungsgemäße Reinigungsvorrichtung weist ein Reinigungselement, insbesondere
einen Fingerling, auf, bei dem zumindest in einem Reinigungsabschnitt die bevorzugt
elastische Maschenware neben der Grundmaschenstruktur aus zwei oder mehr unterschiedlichen
Fäden besteht, welche unterschiedliche abrasive Wirkungen aufweisen. In einer konkreten
Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung kann vorgesehen sein, dass die zweiten Schlaufen
ein um wenigstens 30%, bevorzugt wenigstens 100%, stärkeres Abrasionsverhalten als
der ersten Faden aufweisen. Je nach Anwendung können unterschiedliche Verhältnisse
der abrasiven Wirkung herangezogen werden.
[0013] Zur Quantifizierung einer abrasiven Wirkung, um die hier genannten Werte überprüfen
zu können, kann die Martindale-Methode herangezogen werden. Dabei wird das zu prüfende
Material an einem Prüfling auf einem anderen Gegenstand gerieben, beispielsweise mit
50.000 Touren/Reibeinheiten. Bei dieser Überprüfung nimmt der Prüfling den Abrieb,
der entsteht, auf. Wird nun der Prüfling vor und nach dem Test gewogen, beschreibt
die Gewichtsdifferenz die abrasive Wirkung, was leicht beispielsweise in Form von
Prozentwerten ausgedrückt werden kann. Hierzu kann beispielsweise zunächst ein Fingerling
ohne abrasive, zweite Fäden geprüft werden, sodann ein Fingerling mit zweitem Faden.
Nach der Prüfung wird die Abriebmenge, die der Prüfling aufgenommen hat, festgestellt.
Bei einer Gegenüberstellung der jeweiligen Abriebe kann ein Abrasionsunterschied in
Prozent ermittelt werden.
[0014] Die besonderen Vorteile der Verwendung von Maschenware zeigen sich insbesondere in
Ausführungsformen, in denen das Reinigungselement komplett aus Maschenware und/oder
elastisch ausgebildet ist. Insbesondere bei einer elastischen Ausbildung eines als
Fingerling ausgebildeten Reinigungselements lässt sich dieser einfach und bequem auf
einen entsprechenden Finger aufziehen und passt sich der Fingergeometrie an. Sodann
kann der Finger als Träger des Reinigungselements genutzt werden, um mittels des Reinigungsabschnitts
die Reinigung der wenigstens einen Zielfläche vorzunehmen. Die Elastizität wird dabei
bevorzugt durch elastische Fäden herbeigeführt werden, wobei entweder der Grundfaden
und/oder der erste und/oder der zweite Faden selbst mit einer gewissen Elastizität
ausgestattet sein können, oder aber, wie im Folgenden noch näher erläutert werden
wird, die Elastizität bereitstellende Zusatzfäden in den jeweiligen Maschen verwendet
werden können.
[0015] Die Verwendung einer Maschenware bietet im Rahmen der Erfindung jedoch auch weitere
Vorteile. So ist eine kostengünstigere und einfachere Herstellung des Reinigungselements
möglich. Der Reinigungsabschnitt, bzw. bei bevorzugter vollständiger Ausbildung des
Reinigungselements aus Maschenware das gesamte Reinigungselement, ist stabiler als
beispielsweise bei der Verwendung von Vliesen und kann auch elastischer ausgestaltet
werden. Ferner ist durch die Maschenware keine Naht erforderlich, was insbesondere
im Hinblick auf Fingerlinge als Reinigungselemente vorteilhaft ist, da keine störenden
Kanten/Wulsten auftreten und der Fingerling weich und glatt am Finger anliegt. Ein
komplettes Reinigungselement, insbesondere ein kompletter Fingerling, umfassend beispielsweise
ein schlauchartiges, auf einer Seite durch eine Kappe abgeschlossenes Gebilde, wird
vollständig, beispielsweise durch eine Strickmaschine, gestrickt, was eine einfache
Herstellung ermöglicht.
[0016] Aufgrund der robusten Ausgestaltung kann das Reinigungselement mehrfach, beispielsweise
mehr als dreißig Mal, gewaschen und wiederverwendet werden.
[0017] Wie bereits erwähnt, sind aufgrund der unterschiedlichen denkbaren Anwendungsgebiete
auch unterschiedliche Materialien für den ersten und den zweiten Faden sowie gegebenenfalls
Zusatzfäden denkbar, genau wie verschiedene Ausgestaltungen von Fäden. Beispielsweise
können verwendete Fäden gezwirnt, profiliert, texturiert und/oder geflochten sein.
In bevorzugten Ausgestaltungen kann der Grundfaden und/oder der erste Faden und/oder
der zweite Faden und/oder gegebenenfalls ein Zusatzfaden ein Kunststoffmaterial, insbesondere
gewählt aus der Gruppe umfassend Polyester (PES), Polyamid (PA), Polypropylen (PP),
Polyethylen (PE) und Aramid, und/oder Baumwolle umfassen. In einer bevorzugten Ausgestaltung
kann der zweite Faden zum Erhalt hervorragender abrasiver Wirkungen Edelstahl und/oder
Kupfer umfassen und/oder ein Monofilamentfaden sein. Die Fäden und/oder die Maschenware
an sich kann wenigstens teilweise eine Beschichtung aufweisen. Beispielsweise ist
es für manche Anwendungsfälle sinnvoll, zur Innenseite des schlauchartig ausgebildeten
Reinigungselements hin eine hydrophobe Beschichtung vorzusehen.
[0018] In einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung kann ferner vorgesehen sein, dass
in wenigstens einem Teil der Fäden der Maschenware ein flüssiges Wirkmittel, insbesondere
Reinigungsmittel und/oder Poliermittel, zur Abgabe über die Zeit eingebracht ist.
Das bedeutet, das Reinigungselement der Reinigungsvorrichtung kann bereits mit einem
in die Maschenware sozusagen eingespeicherten Wirkmittel geliefert werden, welches
aufgrund der speziellen Eigenschaften der Mikrofäden bzw. Supermikrofäden über die
Zeit abgegeben wird und seine entsprechende Wirkung entfaltet. Selbstverständlich
ist es auch umgekehrt denkbar, dass ein Wirkmittel auch zu einem späteren Zeitpunkt
noch in die Maschenware eingebracht wird, um dort mit der Zeit abgegeben zu werden.
Bei dem Wirkmittel muss es sich nicht zwangsläufig um ein Reinigungsmittel und/oder
eine Politur handeln, sondern es sind auch andere Wirkmittel denkbar, beispielsweise
bei der Tierzahnpflege mittels einer erfindungsgemäßen Reinigungsvorrichtung ein medizinisch
wirkendes Mittel. Dabei sei bereits an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass, wird
der bevorzugt als Monofilamentfaden ausgebildete zweite Faden der Schlaufen um einen
Multifilamentfaden, insbesondere auch einen Mikrofaden oder Supermikrofaden, ergänzt,
die speichernde und abgebende Wirkung zumindest teilweise auch innerhalb der zweiten
Schlaufen realisiert werden kann.
[0019] In einer besonders vorteilhaften, konkreten Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung
kann vorgesehen sein, dass die Maschenware des Reinigungsabschnitts in wenigstens
einer Maschenreihe den Grundfaden enthaltende Grundmaschen für jedes Maschenstäbchen
und den ersten Faden und den zweiten Faden enthaltende Fangmaschen für einen Teil
der Maschenstäbchen aufweist, wobei zwischen wenigstens einem Teil der Fangmaschen
die aus Flottungen entstandenen ersten und zweiten Schlaufen liegen. Das bedeutet,
in der Maschenware können bevorzugt Grundmaschen und zusätzliche Fangmaschen innerhalb
einer Reihe vorliegen, wobei nach dem Stricken zwischen den Fangmaschen zunächst Flottungen
liegen, die in einem bevorzugten weiteren Herstellungsschritt, der Krumpfung, sich
aufgrund der zusammenziehenden Wirkung des Krumpfens aufstellen und über die aus den
Grundmaschen entstehende Grundmaschenstruktur hinausragen. Die Entscheidung, wo Fangmaschen
und Flottungen vorliegen, bestimmt dann letztlich auch die Dichte und Verteilung der
Schlaufen im fertigen Produkt.
[0020] Im Rahmen der vorliegenden Erfindung ist es mithin besonders bevorzugt, wenn für
wenigstens ein paar aus aus der gleichen Flottung entstandener erster und zweiter
Schlaufe die unterschiedliche Größe der Schlaufen durch Krumpfung erzeugt ist. Hierbei
werden die unterschiedlichen Eigenschaften des ersten und des zweiten Fadens auch
hinsichtlich der Krumpfung ausgenutzt, um aus gleich langen Flottungen des ersten
und des zweiten Fadens, die zunächst übereinander liegen können, um Rahmen des Krumpfvorgangs
durch unterschiedliche Verkürzung des ersten und des zweiten Fadens unterschiedlich
hoch emporragende erste und zweite Schlaufen zu erhalten. Eine derartige Ausgestaltung
ermöglich eine besonders einfache Herstellung auf einer Strickmaschine, da beim Stricken
der erste und der zweite Faden gleich behandelt werden können.
[0021] Andererseits ist es zusätzlich oder alternativ jedoch auch denkbar, wenigstens teilweise
die unterschiedlichen Größen der ersten und zweiten Schlaufen durch unterschiedliche
Flottungslängen zu erzeugen. Beispielsweise ist es also möglich, beim Stricken für
den ersten und den zweiten Faden unterschiedliche Flottungslängen vorzusehen, was
zu unterschiedlichen Schlaufengrößen führen kann.
[0022] Das Krumpfen kann im Rahmen der vorliegenden Erfindung beispielsweise und bevorzugt
dadurch erfolgen, dass die Reinigungsvorrichtung mit bei 3-5 Sekunden, insbesondere
6 Sekunden, Kontaktzeit mit 130-150° C, bevorzugt 140° C, heißen Wasserdampf behandelt
werden. Auch andere Krumpfmethoden, beispielsweise Bügeln, Waschen bei Temperaturen
größer 40°C, bevorzugt größer 60°C, und Tumbeln sind denkbar.
[0023] Allgemein kann die Höhe der Schlaufen beispielsweise über die Abstände zwischen den
Fangmaschen, also die Länge der Flottung, eingestellt werden. Die Häufigkeit der Schlaufen
kann über die Zahl und/oder Abstände der Flottungen und/oder Maschenreihen mit Fangmaschen
eingestellt werden. Es können auch versetzte Schlaufen in unterschiedlichen Maschenreihen
vorgesehen werden, indem eine versetzte ("verschobene") Zuordnung von Fangmaschen
und/oder Flottungen zu Maschenstäbchen gewählt wird. Auf diese Weise kann das Produkt
auch bezüglich der Größe der Schlaufen und/oder der Anzahl/DichteNerteilung der Schlaufen
auf die entsprechende, gewünschte Anwendung angepasst werden. Insbesondere ist es
auch denkbar, für den ersten und/oder den zweiten Faden unterschiedliche Flottungslängen
für den jeweiligen Faden zu verwenden, um unterschiedlich große jeweilige Schlaufen
zu realisieren, beispielsweise in unterschiedlichen Bereichen.
[0024] Dies verdeutlicht nochmals die besonderen Vorteile, die die Verwendung einer Maschenware
und die korrespondierende Herstellung, insbesondere mittels eines Strickgeräts, mit
sich bringt. Durch feine Anpassungen eines zugehörigen Strickprogramms und/oder Anpassungen
der verwendeten Fäden/Materialien lassen sich mit demselben Strickgerät Reinigungsvorrichtungen
für unterschiedlichste Anwendungen unproblematisch herstellen, beispielsweise Fingerlinge
zur Tierzahnreinigung, Zungenreiniger, Felgen- und/oder Speichenreiniger, Rohrreiniger
und vieles mehr.
[0025] Mit besonderem Vorteil kann dem Grundfaden und/oder dem ersten Faden und/oder dem
zweiten Faden auch wenigstens ein Zusatzfaden zur Herstellung wenigstens einer gewünschten
Eigenschaft parallel geführt sein. Das bedeutet, die Grundmaschen sowie die Fangmaschen/Flottungen
können aus mehreren, parallel insbesondere mittels eines Strickgeräts geführten Fäden
bestehen. In einer konkreten Ausgestaltung kann vorgesehen sein, dass dem insbesondere
als Multifilamentfaden ausgeführten Grundfaden ein die Elastizität der Grundmaschenstruktur
herstellender Zusatzfaden, insbesondere ein Elastanfaden und/oder ein Silikonfaden,
und/oder dem insbesondere als Monofilamentfaden und/oder Metallfaden ausgebildeten
zweiten Faden ein insbesondere zur Aufnahme von Wirkmittel und/oder Oberflächenerhöhung
dienender Multifilamentfaden und/oder dem ersten und/oder dem zweiten Faden ein zur
definierten Ausbildung der Schlaufen aus den Flottungen beitragender elastischer Zusatzfaden
parallel geführt sind.
[0026] So kann eine konkrete, bevorzugte Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung vorsehen,
dass die Grundmaschen aus zwei Fäden bestehen, nämlich dem Grundfaden als Multifilamentfaden,
dessen Filamente, wie bei Mikrogarnen bzw. Supermikrogarnen üblich, einen Filamenttiter
kleiner als 1 dtex aufweisen können, und einem die Elastizität herstellenden Zusatzfaden,
beispielsweise einem Elastomerfaden/Elastanfaden, Silikonfaden und/oder Gummifaden.
Die Fangmaschen und Flottungen/Schlaufen können aus drei oder mehr parallel geführten
Fäden bestehen, nämlich neben dem bevorzugt als Multifilamentfaden ausgeführten ersten
Faden, dem bevorzugt als Monofilamentfaden und/oder Metallfaden ausgebildeten zweiten
Faden, aus einem ersten elastischen Zusatzfaden, der sich bei dem Krumpfen zusammenzieht
und somit als ein Schlaufenbildner wirkt, und einem zweiten, als Multifilamentfaden
ausgebildeten Zusatzfaden für den zweiten Faden, welcher eine Oberflächenvergrößerung
der zweiten Schlaufen bereitstellt und zudem Speichereigenschaften für Abrieb und/oder
Wirkmittel bereitstellt.
[0027] Wie auch andere Eigenschaften der Maschenware je nach Anwendung unterschiedlich gewählt
werden können, gilt dies auch für die verwendbare Dichte. Beispielsweise kann vorgesehen
sein, dass die Maschenware sieben bis zweiundzwanzig Maschenreihen pro Zentimeter,
bevorzugt elf Maschenreihen pro Zentimeter, und/oder vier bis zwölf Maschenstäbchen
pro Zentimeter, bevorzugt acht Maschenstäbchen pro Zentimeter, aufweist.
[0028] Wie bereits erwähnt, kann das Reinigungselement bevorzugt ein auf einen Finger als
Träger auszustülpender Fingerling sein, wobei die Reinigungsvorrichtung dann insbesondere
aus dem Fingerling besteht. Ein Fingerling weist eine schlauchartige, insbesondere
auf einer Seite geschlossene Grundform auf. Er besteht bevorzugt vollständig aus einer
elastischen Maschenware, so dass eine Fertigung "an einem Stück" möglich ist, mithin
keine Nähte oder dergleichen nötig sind.
[0029] Alternativ oder zusätzlich kann vorgesehen sein, dass die Reinigungsvorrichtung auch
den Träger für das Reinigungselement aufweist. Der Träger kann beispielsweise eine
stabartige und/oder löffelartige Grundform aufweisen, wobei eine löffelartige Grundform
bei einem Zungenreiniger als Reinigungsvorrichtung bevorzugt ist.
[0030] Dabei sei an dieser Stelle angemerkt, dass bei einer Ausbildung als Fingerling, aber
auch bei Aufstülpen des Reinigungselements auf einen Träger, das Reinigungselement
bevorzugt auch ein Arretierungsmittel zur verlässlichen Halterung des Reinigungselements
auf dem Träger, beispielsweise dem Finger, aufweisen kann, insbesondere, falls dessen
Elastizität nicht ausreichend zur Halterung ist. Beispielsweise ist es denkbar, als
Arretierungsmittel ein Gummiband in einen unteren Saum eines Fingerlings einzuarbeiten.
Weist die Reinigungsvorrichtung auch einen Träger auf, kann dessen Formgebung bei
elastischem Reinigungselement ebenso bereits zu einer Arretierung des aufgestülpten
Reinigungselements beitragen.
[0031] Neben der Reinigungsvorrichtung betrifft die vorliegende Erfindung auch ein Verfahren
zur Herstellung eines Reinigungselements einer erfindungsgemäßen Reinigungsvorrichtung,
umfassend folgende Schritte:
- Stricken einer Maschenware für wenigstens den Reinigungsabschnitt, insbesondere das
gesamte Reinigungselement, die in dem Reinigungsabschnitt in wenigstens einer Maschenreihe
den Grundfaden enthaltende Grundmaschen für jedes Maschenstäbchen und den ersten Faden
und den zweiten Faden enthaltende Fangmaschen für einen Teil der Maschenstäbchen aufweist,
wobei zwischen wenigstens einem Teil der Fangmaschen Flottungen liegen, und
- Krumpfen der Maschenware zur Ausbildung der ersten und der zweiten Schlaufen aus den
Flottungen.
[0032] Sämtliche Ausführungen zur Herstellung bezüglich der erfindungsgemäßen Reinigungsvorrichtung
lassen sich analog auf das erfindungsgemäße Herstellungsverfahren übertragen, insbesondere
bezüglich der zu verwendenden Materialien und/oder Fäden, der Anordnung der Fangmaschen/Flottungen
und dergleichen. Mithin stellt das erfindungsgemäße Herstellungsverfahren eine besonders
einfach und kostengünstig zu realisierende Möglichkeit zur Herstellung von Reinigungselementen
für unterschiedliche Anwendungen bereit, wie diesbezüglich der erfindungsgemäßen Reinigungsvorrichtung
bereits ausgeführt wurde.
[0033] Weitere Vorteile und Einzelheiten der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus den
im Folgenden beschriebenen Ausführungsbeispielen sowie anhand der Zeichnung. Dabei
zeigen:
- Fig. 1
- eine erfindungsgemäße Reinigungsvorrichtung mit einem Reinigungselement in Form eines
Fingerlings,
- Fig. 2
- die Maschenlegung in einem Reinigungsabschnitt des Fingerlings,
- Fig. 3
- die sich beim Krumpfen der Maschenlegung aus Fig. 2 ergebende Schlaufenstruktur,Fig.
4 den an einer Hand angezogenen Fingerling, und
- Fig. 5
- eine erfindungsgemäße Reinigungsvorrichtung gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel.
[0034] Fig. 1 zeigt ein erstes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Reinigungsvorrichtung
1, die vorliegend aus einem als Fingerling 2 ausgebildeten Reinigungselement 3 besteht,
welches auf einen Finger einer Hand einer Person, mithin eines Benutzers, aufstülpbar
ist. Hierzu besteht der Fingerling 2 durchgängig aus einer in einem Strickvorgang
gestrickten Maschenware, die in einem Schaftabschnitt 4 andere Eigenschaften aufweist
als in einem Reinigungsabschnitt 5, der sich nicht zwangsläufig, wie hier dargestellt,
bis zur Kuppe 6 erstrecken muss und auch beispielsweise nur die Vorderseite des Fingerlings
2 überdecken kann. In dem Schaftabschnitt 4 handelt es sich um einfache, gestrickte
Maschenware elastischer Art, die lediglich für einen guten Sitz am Finger als Träger
und für einen Schutz des Fingers sorgt.
[0035] In dem Reinigungsabschnitt 5 umfasst die Maschenware neben einem Grundfaden, der
die Grundmaschenstruktur 7 bildet, wenigstens zwei Fäden mit unterschiedlicher abrasiver
Wirkung, im vorliegenden Fall einen als Multifilamentfaden mit Mikrofilamenten oder
Supermikrofilamenten ausgebildeten ersten Faden, mithin einem Mikrofaden oder Supermikrofaden,
der erste, in Fig. 1 der Übersichtlichkeit halber nicht gezeigte Schlaufen, die aus
der Grundmaschenstruktur 7 herausragen, bildet, und einem hier als Monofilamentfaden
ausgebildeten zweiten Faden, der als Teil von zweiten Schlaufen 8 über die Grundmaschenstruktur
7 und die ersten Schlaufen übersteht, so dass sich insgesamt im Reinigungsabschnitt
5 eine Schlaufen-Maschenware ergibt. Die überstehenden zweiten Schlaufen 8 haben eine
um wenigstens 30%, bevorzugt 100%, höhere abrasive Wirkung als die ersten Schlaufen,
die eine Art Flor bilden.
[0036] Fig. 2 erläutert die Maschenlegung in dem ersten Ausführungsbeispiel genauer. Ersichtlich
umfasst die Maschenstruktur, wie grundsätzlich bekannt, mehrere Maschenreihen 9 und
mehrere Maschenstäbchen 10, die sich vorliegend auf eine aus einem dem ersten Faden
18 entsprechenden Grundfaden 11 gebildete Grundmasche 12 beziehen. In jeder der Maschenreihen
9 existieren jedoch zusätzlich zu den Grundmaschen 10 noch Fangmaschen 13 und zwischen
Fangmaschen 13 liegende Flottungen 14, die insbesondere auch durch den ersten Faden
18 und den zweiten Faden 16 gebildet sind.
[0037] Vorliegend werden zusätzlich zu dem Grundfaden 11, ersten Faden 18 und dem zweiten
Faden 16, wobei der erste Faden 18, wie beschrieben, als Multifilamentfaden, beispielsweise
aus PES, gewählt wurde und der zweite Faden 16 als Monofilamentfaden, beispielsweise
aus Polypropylen (PP), Zusatzfäden verwendet, um bestimmte Eigenschaften der Reinigungsvorrichtung
1 herbeizuführen und die Bildung der ersten Schlaufen und der zweiten Schlaufen 8
zu begünstigen, die aus den Flottungen 14 durch Krumpfen entstehen sollen.
[0038] Wie durch die Aufspaltung im rechten Teil der Fig. 2 zeichnerisch angezeigt, sind
die Grundmaschen 12 aus zwei parallel laufenden Fäden 11, 15 gebildet, nämlich dem
Grundfaden 11 und dem Zusatzfaden 15, der hier ein elastischer Faden, beispielsweise
ein Elastanfaden oder Silikonfaden, ist und die Elastizität der Maschenware sowie
das Zusammenziehen beim Krumpfen begünstigen/bereitstellen soll. Die Flottungen 14
und die Fangmaschen 13 werden durch drei oder mehr parallel verlaufende Fäden 16,
17 und 18 gebildet. Der zweite Faden 16 und der erste Faden 18 wurden bereits beschrieben.
Der wenigstens eine Zusatzfaden 17 kann einen Multifilamentfaden, der zum einen eine
vergrößerte Oberfläche der zweiten Schlaufen 8 bereitstellt, zum anderen aber aufgrund
der Mikrofilamente oder Supermikrofilamente eine Einspeicherungsmöglichkeit für Wirkmittel
bereitstellt, und/oder einen weiteren elastischen Faden, der sich beim Krumpfen in
Querrichtung zusammenzieht und somit für eine definierte Ausbildung der Schlaufen
8 sorgt, umfassen. Das bedeutet, durch Krumpfen der in Fig. 2 dargestellten Maschenstruktur
entsteht die in Fig. 1 dargestellte Struktur des Reinigungsabschnitts 5 mit den ersten
Schlaufen und den zweiten Schlaufen 8, wobei gezielt die unterschiedlichen Eigenschaften
des ersten Fadens 18 und des zweiten Fadens 16 beim Krumpfen ausgenutzt werden, so
dass die ersten Schlaufen und die zweiten Schlaufen 8 trotz gleicher Flottungslänge
unterschiedliche Größen erhalten.
[0039] Der erste Faden 18 weist einen Einzelfilamenttiter von kleiner als 2 dtex auf, der
zweite Faden 16 einen Einzelfilamenttiter größer als 20 dtex. Der erste Faden 18 stellt
als Mikrofaden bzw. Supermikrofaden mithin eine polierende und putzende Wirkung bereit
und erlaubt zudem ein Puffern von Wirkmittel, beispielsweise Reinigungsmittel und/oder
Politur. Zudem wird Abrieb verlässlich bis zur Reinigung des Reinigungselements 3
weitgehend zurückgehalten. Daher ist auch zweckmäßig, den Grundfaden 11 gleich wie
den ersten Faden 18 auszubilden. Der zweite Faden 16 verleiht den zweiten Schlaufen
8 eine abrasive Wirkung, das heißt, insbesondere eine schmirgelnde bzw. scheuernde
Wirkung. Auf diese Weise werden Zieloberflächen, beispielsweise bei Speichen eines
Fahrrads, in einem Arbeitsgang gereinigt und poliert/geputzt. Dabei steht aufgrund
der Verwendung der Maschenware ein robustes und mit hervorragenden Elastikeigenschaften
ausgestattetes Material des Fingerlings 2 bereit, der zudem aufgrund der gestrickten
Anfertigung keinerlei Nähte aufweist, die störend wirken könnten.
[0040] Es sei an dieser Stelle noch angemerkt, dass im vorliegenden Ausführungsbeispiel
in den Grundfasen 11 und/oder den ersten Faden 18 und/oder den Zusatzfaden 17 bereits
von Haus aus ein Wirkmittel eingebracht werden kann, das über die Zeit abgegeben wird
und beispielsweise die reinigende und/oder polierende Wirkung der Reinigungsvorrichtung
1 unterstützt.
[0041] Die Größe und Positionierung/Dichte der ersten Schlaufen und der zweiten Schlaufen
8 kann ausgehend von der Darstellung in Fig. 2 leicht modifiziert werden. Beispielsweise
kann eine Flottung 14 mehrere Grundmaschen 12 in Reihenrichtung überspannen, um größere
erste Schlaufen und zweite Schlaufen 8 zu erhalten. Seltenere erste Schlaufen und
zweite Schlaufen 8 lassen sich durch die Verwendung aufeinanderfolgender Fangmaschen
13 in einer Maschenreihe 9 und/oder durch Weglassen von Fangmaschen 13/Flottungen
14 für manche der Maschenreihen 9 erreichen. Wie in Fig. 2 dargestellt, lässt sich
eine Gleichverteilung der ersten Schlaufen und der zweiten Schlaufen 8 im Übrigen
auch durch eine versetzte Vorsehung der Flottungen 14 erreichen.
[0042] Fig.3 zeigt die sich ergebende Struktur gemäß Fig. 2 nach der Krumpfung genauer.
Über die Grundmaschenstruktur 7 ragen zunächst die aus dem ersten Faden 18 gebildeten
ersten Schlaufen 22 auf, die als eine Art Flor die polierende Wirkung erzielen. Höher
als die ersten Schlaufen 22 ragen die zweiten Schlaufen 8 über die Grundmaschenstruktur
7 auf, die eine abrasive Wirkung zeigen. Fig. 4 zeigt den Fingerling 2, wie er am
Finger einer Hand 20 angezogen ist. Wie deutlich zu erkennen ist, erstreckt sich der
Reinigungsabschnitt 5 auf über die Fingerkuppe 21 bis hin zum Fingernagel, was aufgrund
der Ausbildung in gestrickter Maschenware erreichen lässt.
[0043] Fig. 5 zeigt ein zweites Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Reinigungsvorrichtung
1', die beispielsweise als ein Zungenreiniger verwendet werden kann. Die Reinigungseinrichtung
1' umfasst vorliegend einen löffelartig ausgebildeten Träger 19, auf den das entsprechend
ausgeformte, wiederum aus elastischer Maschenware ausgebildete Reinigungselement 3
aufstülpbar ist. Das Reinigungselement 3 weist erneut einen Schaftabschnitt 4 und
einen Reinigungsabschnitt 5 auf, dessen Maschenware wie beim Fingerling 2 ausgebildet
ist.
1. Reinigungsvorrichtung (1, 1') zur manuellen Reinigung einer Zielfläche, aufweisend
ein auf einen Träger (19) aufstülpbares und/oder auf den Träger (19) aufgestülptes
textiles Reinigungselement (3) mit einem wenigstens einen Teil der Außenfläche des
Reinigungselements (3) einnehmenden Reinigungsabschnitt (5) aus einer Maschenware,
die eine aus einem Grundfaden (11) gebildete Grundmaschenstruktur (7) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass der Reinigungsabschnitt (5) einen ersten Faden (18), der als Mikrofaden oder Supermikrofaden
ausgebildet ist und über die Maschenstruktur (7) herausragende erste Schlaufen (22)
bildet, und einen zweiten Faden (16), der eine stärkere abrasive Wirkung als der erste
Faden (18) aufweist und über die aus dem ersten Faden (18) gebildeten ersten Schlaufen
(22) herausragende zweite Schlaufen (8) bildet, aufweist.
2. Reinigungsvorrichtung (1, 1') nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Faden (18) einen Filamenttiter kleiner als 2 dtex und der zweite Faden
(16) einen Filamenttiter größer als 20 dtex hat.
3. Reinigungsvorrichtung (1, 1') nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die zweiten Schlaufen (8) ein um wenigstens 30%, bevorzugt wenigstens 100%, stärkeres
Abrasionsverhalten als die aus dem ersten Faden (18) gebildeten ersten Schlaufen (22)
aufweisen.
4. Reinigungsvorrichtung (1, 1') nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Reinigungselement (3) komplett aus Maschenware und/oder elastisch ausgebildet
ist.
5. Reinigungsvorrichtung (1, 1') nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Grundfaden (11) und/oder der erste Faden (18) und/oder zweite Faden (16) ein
Kunststoffmaterial, insbesondere gewählt aus der Gruppe umfassend Polyester, Polyamid,
Polypropylen, Polyethylen und Aramid, und/oder Baumwolle umfasst und/oder der zweite
Faden (16) Edelstahl und/oder Kupfer umfasst und/oder die Fäden (11, 16, 15, 17, 18)
wenigstens teilweise eine Beschichtung aufweisen.
6. Reinigungsvorrichtung (1, 1') nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in wenigstens einem Teil der Fäden (11, 17) der Maschenware ein flüssiges Wirkmittel,
insbesondere Reinigungsmittel, zur Abgabe über die Zeit eingebracht ist.
7. Reinigungsvorrichtung (1, 1') nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Maschenware des Reinigungsabschnitts (5) in wenigstens einer Maschenreihe (9)
den Grundfaden (11) enthaltende Grundmaschen (12) für jedes Maschenstäbchen (10) und
den ersten und den zweiten Faden (18, 16) enthaltende Fangmaschen (13) für einen Teil
der Maschenstäbchen (10) aufweist, wobei zwischen wenigstens einem Teil der Fangmaschen
(13) die aus Flottungen (14) entstandenen ersten und zweiten Schlaufen (22, 8) liegen.
8. Reinigungsvorrichtung (1, 1') nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass für wenigstens ein Paar aus aus der gleichen Flottung entstandener erster und zweiter
Schlaufe (22, 8) die unterschiedliche Größe durch Krumpfen erzeugt ist und/oder dass
wenigstens teilweise die unterschiedlichen Größen der ersten und zweiten Schlaufen
(22, 8) durch unterschiedliche Flottungslängen erzeugt sind.
9. Reinigungsvorrichtung (1, 1') nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass dem Grundfaden und/oder dem ersten Faden (18) und/oder dem zweiten Faden (16) wenigstens
ein Zusatzfaden (15, 17) zur Herstellung wenigstens einer gewünschten Eigenschaft
parallel geführt ist.
10. Reinigungsvorrichtung (1, 1') nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass dem insbesondere als Multifilamentfaden ausgeführten Grundfaden (11) ein die Elastizität
der Grundmaschenstruktur (7) herstellender Zusatzfaden (15), insbesondere ein Elastanfaden
und/oder ein Silikonfaden, und/oder dem insbesondere als Monofilamentfaden und/oder
Metallfaden ausgebildeten zweiten Faden (16) ein insbesondere zur Aufnahme von Wirkmittel
und/oder Oberflächenerhöhung dienender Multifilamentfaden (17) und/oder dem ersten
und/oder dem zweiten Faden (16, 18) ein zur definierten Ausbildung der Schlaufen (8,
22) aus den Flottungen (14) beitragender elastischer Zusatzfaden (17) parallel geführt
sind.
11. Reinigungsvorrichtung (1, 1') nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Reinigungselement (3) ein auf einen Finger als Träger aufzustülpender Fingerling
(2) ist.
12. Verfahren zur Herstellung eines Reinigungselements (3) einer Reinigungsvorrichtung
(1, 1') nach einem der vorangehenden Ansprüche, umfassend folgende Schritte:
- Stricken einer Maschenware für wenigstens den Reinigungsabschnitt (5), für die in
dem Reinigungsabschnitt (5) in wenigstens einer Maschenreihe (9) den Grundfaden (11)
enthaltende Grundmaschen (12) für jedes Maschenstäbchen (10) und den ersten Faden
(18) und den zweiten Faden (16) enthaltende Fangmaschen (13) für einen Teil der Maschenstäbchen
(10) aufweist, wobei zwischen wenigstens einem Teil der Fangmaschen (13) Flottungen
(14) liegen, und
- Krumpfen der Maschenware zur Ausbildung der ersten und der zweiten Schlaufen (22,
8) aus den Flottungen (14).