[0001] Die Erfindung betrifft einen Container mit einer Verdichtereinheit, um Pressgut zu
verdichten und in einen Innenbereich des Containers zu transportieren.
[0002] Derartige Container werden beispielsweise als Abfall- und Sammelbehälter z.B. für
Papier und Kartonagen als Pressgut eingesetzt. Die anmontierte oder integrierte Verdichtereinheit
ermöglicht es, das Innenvolumen des Containers möglichst effektiv auszunutzen, sodass
Abfuhr- bzw. Entleerungsintervalle für den Container verlängert werden können.
[0003] Ein derartiger Container mit Verdichtereinheit, auch Presscontainer genannt, ist
beispielsweise aus der Druckschrift
EP 0 472 870 B1 bekannt. Der dort gezeigte Container ist seitlich, nach oben und an einer Stirnseite
verschlossen und wird durch eine Öffnung an der gegenüberliegenden Stirnseite befüllt.
Zum Befüllen ist ein nach oben offener Ladebereich an dem Container angebracht, in
dem ein linear verfahrbares Pressschild angeordnet ist, das einem Schieber gleich
in den Ladebereich eingebrachtes Pressgut in den Container hineinschiebt und dabei
verdichtet.
[0004] Beim Verdichten über den Schieber gehobenes und damit in dem Ladebereich verbleibendes
Pressgut wird bei der Rückbewegung des Schiebers durch einen vorgeschwenkten Keil
angehoben, sodass es wieder auf die zum Container weisenden Seite des Schiebers geworfen
wird und in einem sich anschließenden Verdichtungsvorgang erfasst werden kann. Zur
Bewegung des Pressschilds ist eine zentral an diesem angreifende Antriebsvorrichtung
vorgesehen, die als Zahnstange oder Spindel ausgebildet sein kann oder die von einem
Hydraulikzylinder bewegt wird.
[0005] Die Druckschrift
DE 10 2005 054 986 B3 zeigt eine ähnliche Anordnung, wobei hierbei zwei seitlich am Pressschild angreifende
Hydraulikzylinder bzw. Kolbenstangen als Antrieb dienen.
[0006] Nachteilig an den gezeigten Anordnungen ist es, dass spezielle Vorkehrungen zu treffen
sind, um hinter dem Pressschild liegendes Pressgut anzuheben, sodass es ein Zurückfahren
des Pressschilds nicht behindert.
[0007] Ein weiterer Nachteil ergibt sich aus der großen Baulänge des Containers mit dem
stirnseitig angeordneten Ladebereich. In der Regel wird die maximale Länge eines Containers
durch eine Längenbeschränkung beim Transport bestimmt. Transportfahrzeuge, die den
Container zum Transport aufziehen, weisen eine vorgegebene Ladelänge auf, die nicht
überschritten werden darf. Die Baulänge des Ladebereichs reduziert damit die effektiv
nutzbare Länge des Containers für die Aufnahme des Pressguts. Alternativ kann vorgesehen
sein, den Ladebereich trennbar vom Container auszugestalten, sodass der Container
ohne den Ladebereich transportiert wird und damit die maximale Transportlänge ausschöpfen
könnte. In dem Fall verkompliziert sich allerdings der An- und Abtransport des Containers
aufgrund des notwendigen Trennens bzw. Anmontierens der Verdichtereinheit deutlich.
[0008] Aus den Druckschriften
EP 1 385 695 B1 und
DE 20 2010 012 354 U2 sind alternative Ausgestaltungen von Presscontainern bekannt, bei denen ein Pressvorgang
nicht über ein linear verschiebbares Pressschild erfolgt, sondern mithilfe von schwenkbaren
Flügeln oder Schaufeln. Bei der Schrift
EP 1 385 695 B1 ist eine Pressschaufel horizontal schwenkbar gelagert, wohingegen die Schrift
DE 20 2010 012 354 U2 um eine vertikalen Achse schwenkbar gelagerte Pressflügel zeigt.
[0009] Auch bei diesen Ausgestaltungen des Presscontainers reduziert der stirnseitig dem
Container vormontierte Ladebereich die effektiv nutzbare Länge des Containers für
den Transport.
[0010] Es ist daher eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Container der eingangs
genannten Art zu schaffen, der bei einfacher Handhabung im Betrieb und beim Transport
bei vorgegebener Länge ein möglichst großes nutzbares Innenvolumen bereitstellt.
[0011] Diese Aufgabe wird durch einen Container mit den Merkmalen des unabhängigen Anspruchs
gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen sind Gegenstand der abhängigen
Ansprüche.
[0012] Ein erfindungsgemäßer Container der eingangs genannten Art zeichnet sich dadurch
aus, dass die Verdichtereinheit eine horizontal verfahrbare Lade mit einem Boden und
einer Stirnwand aufweist, die aus einer Beladeöffnung des Containers ausfahrbar ist,
wobei die Stirnwand in einem eingefahrenen Zustand der Lade die Beladeöffnung zumindest
teilweise verschließt.
[0013] Die z.B. aus einer Stirnseite des Containers ausfahrbare Lade stellt sowohl Ladebereich,
als auch - mit ihrer Stirnwand -das Pressschild selbst dar. Das Einfahren der Lade
transportiert das Pressgut in den Container und verdichtet es. Dadurch, dass die Lade
eingefahren werden kann, trägt sie anders als ein feststehender Ladeberich in einem
Transportzustand nicht zur Gesamtlänge des Containers bei. Entsprechend kann die gesamte
Maximallänge des Containers zur Aufnahme von Pressgut genutzt werden. Da die gesamte
Lade ein- bzw. ausfährt, entfällt zudem die Problematik, dass die Rückbewegung eines
Pressschilds durch Pressgut, das sich zwischen dem Pressschild und einer Rückwand
eines Ladebereichs befindet, behindert werden könnte.
[0014] In einer vorteilhaften Ausgestaltung des Containers weist die Lade Seitenwangen auf,
die seitlich vom Boden aufragen und sich bei eingefahrener Lade in dem Innenraum des
Containers befinden. Die Seitenwangen, die ebenso hoch sein können wie die Stirnwand
der Lade, bevorzugt aber auch höher ausgeführt sein können, verhindern, dass Pressgut
seitlich aus der Lade herausfällt oder herausgedrückt wird.
[0015] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des Containers ist die Lade über Gleitlager
horizontal verfahrbar an einer Wandung des Containers gelagert. Bevorzugt umfassen
die Gleitlager Führungsstege aus einem Kunststoff, vorzugsweise Polyamid. Weiter bevorzugt
sind die Führungsstege von außen verstellbar, so dass ein Führungsspiel der Lade einfach
ein- und nachgestellt werden kann.
[0016] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des Containers ist die Lade über Hydraulikzylinder,
die seitlich an der Wandung des Containers angeordnet sind, verfahrbar. Hydraulikzylinder
stellen eine kompakte und kraftvolle Antriebsmöglichkeit für die Lade dar. Alternativ
können auch andere Antriebe, z.B. elektromotorisch betriebene Spindel- oder Zahnstangenantriebe
eingesetzt werden.
[0017] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des Containers erstreckt sich die Stirnwand
der Lade über etwa ein unteres Drittel bis zu etwa einer unteren Hälfte des Containers.
Auf diese Weise ist eine Beladung der Lade in einer für Nutzer bequemen Höhe möglich.
Die Beladeöffnung weist dabei vorteilhaft eine Höhe auf, die in etwa der Höhe der
Stirnwand der Lade entspricht, um möglichst über die gesamte Höhe der Beladeöffnung
eine Verdichtung des Pressguts zu erzielen.
[0018] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des Containers ist an einer oberen
Kante der Stirnwand der Lade eine schwenkbare Ladeschaufel angeordnet. Die Ladeschaufel
weist bevorzugt eine Ladefläche, Seitenwangen und eine Ladekante auf. Die Ladeschaufel
kann zum Beladen des Containers aufgeschwenkt werden, so dass die Ladefläche möglichst
horizontal vom Container weg steht. Die Ladeschaufel kann z.B. über einen Hydraulikzylinder
gegenüber der Lade verschwenkt werden. Pressgut kann dann entweder unmittelbar auf
den Boden der Lade eingeworfen werden oder für den Nutzer bequem auf der Ladefläche
deponiert werden. Auf der Ladefläche abgelegtes Pressgut kann z.B. gesichtet und/oder
sortiert werden, beispielsweise um für den Container nicht geeignetes Material wieder
entnehmen und damit aussortieren zu können. Vor einem Einfahren der Lade wird die
Ladeschaufel hochgeschwenkt, so dass auf der Ladefläche abgelegtes Pressgut in die
Lade fällt und beim Einfahren in den Container transportiert und verdichtet wird.
[0019] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des Containers ist im Bereich der Beladeöffnung
ein vertikal verfahrbarer Rückhalteschieber angeordnet, der die Beladeöffnung ganz
oder teilweise verschließen kann. In einer hochgefahrenen Position des Rückhalteschiebers
ist die Beladeöffnung bevorzugt maximal geöffnet, um das Pressgut durch die Beladeöffnung
in das Innere des Containers zu befördern und dort zu verdichten. In der eingefahrenen
Stellung der Lade kann dann der Rückhalteschieber abgesenkt werden und die Lade bei
abgesenktem Rückhalteschieber wieder geöffnet werden. Durch den Rückhalteschieber
fährt die Lade aus, ohne dass Pressgut aus dem Container mit bewegt wird.
[0020] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung weist der Container Transporthilfen
auf, insbesondere einen im Bodenbereich angeordneten Transportschlitten und/oder im
Bodenbereich angeordnete Transportrollen. Weiter ist bevorzugt an der Lade ein Transporthaken
zum Aufziehen des Containers auf einen LKW und/oder zu Rangierzwecken angeordnet.
Der Transporthaken kann z.B. an der Stirnwand der Lade montiert sein. Insbesondere
wenn die Lade mit einer Ladeschaufel ausgestattet ist, ist der Transporthaken vorteilhaft
klapp- oder schwenkbar gelagert. Die genannten Transporthilfen ermöglichen es, den
Container auf übliche Art und Weise zu rangieren bzw. zu Transportwecken auf einen
LKW aufzuziehen.
[0021] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels mithilfe von Figuren
näher erläutert. Die Figuren zeigen:
- Figur 1
- eine isometrische Gesamtansicht eines Containers mit Verdichtereinheit mit eingefahrener
Lade;
- Figur 2
- eine Teilansicht des Containers aus Figur 1 mit ausgefahrener Lade;
- Figur 3a, b
- eine Teilansicht des Containers gemäß Figur 1 mit ausgefahrener Lade, ausgeschwenkter
Ladeschaufel und hochgefahrenem Abstreifer aus verschiedenen Blickrichtungen;
- Figur 4
- eine isometrische Teilansicht des Containers der Figuren 3a, b, jedoch mit abgesenktem
Abstreifer; und
- Figur 5
- eine längsgeschnittene isometrische des Containers der Figuren 1 bis 4.
[0022] In den Figuren ist ein Ausführungsbeispiel eines Containers 1 mit einer integrierten
Verdichtereinheit 10 beschrieben. Die Figuren zeigen das Ausführungsbeispiel in verschiedenen
Zuständen und aus verschiedenen Blickrichtungen. In allen Figuren kennzeichnen gleiche
Bezugszeichen gleiche Elemente. Aus Gründen der Übersichtlichkeit ist nicht in jeder
Figur jedes Element mit einem Bezugszeichen versehen.
[0023] Figur 1 zeigt den Container 1 in einer isometrischen Gesamtansicht. Der Container
1 hat eine im Wesentlichen rechteckige Form, wobei Be- und Entladen über die Stirnseiten
erfolgt. Der Container 1 weist Rahmenelemente 2 auf, die eine nach oben, unten und
zu den Seiten geschlossene Wandung 3 tragen und ihr eine erhöhte Stabilität geben.
Die Rahmenelemente 2 und die Wandung 3 bestehen typischerweise aus Stahl und sind
miteinander verschweißt. Die Wandung 3 kann an den Seiten und/oder an der Oberseite
des Containers 1 auch konisch ausgebildet sein, um die Entleerung des aufgenommenen
Materials zu erleichtern. Auch kann ein Teil der Wandung 3, beispielsweise an der
Oberseite, schwenkbar- oder klappbar ausgebildet sein, um die Entleerung zu unterstützen.
[0024] Die in der Figur 1 auf der rechten Seite erkennbare Stirnseite stellt eine Entleerungsöffnung
4 für den Container 1 dar. Sie ist im dargestellten Fall mittels einer seitlich angelenkten
Tür verschlossen. In einer alternativen Ausgestaltung kann eine horizontal verschwenkbare
und beispielsweise entlang ihrer Oberseite angelenkte Klappe verwendet werden, um
die Entleerungsöffnung 4 zu verschließen.
[0025] An der Unterseite des Containers 1 sind Transporthilfen 5 angeordnet, konkret ein
Transportschlitten 51 mit vorliegend zwei Kufen, die beispielsweise gemäß DIN 30722,
Teile 1-3, oder vergleichbaren, ggf. länderspezifischen Normierungen ausgebildet sein
können. Als weitere Transporthilfe 5 sind am hinteren Ende, d.h. dem Ende der Entleerungsöffnung
4 des Containers 1, Transportrollen 52 angeordnet, die beispielsweise ebenfalls gemäß
der Norm DIN 30722 oder vergleichbaren Normierungen ausgebildet sein können.
[0026] Seitlich am Container 1 ist ein Aggregatraum 6 ausgebildet, vorliegend in Form einer
leicht nach Innen ragenden Mulde. Im Aggregatraum 6 sind ein Schaltkasten 61 mit elektrischen
Komponenten sowie ein Hydraulikaggregat 62 angeordnet. Am oder im Schaltkasten 61
können auch Bedienelemente vorhanden sein, beispielsweise (Schlüssel-) Schalter und/oder
Signalleuchten. Es kann eine Klappe, ein Aufsatz oder auch eine Jalousie vorgesehen
sein, um den Aggregatraum 6 verschließen zu können, was ggf. zusätzlichen Schutz vor
einer unbefugten Bedienung und vor Vandalismus bietet.
[0027] Ebenfalls seitlich am Container 1 angeordnet, im Unterschied zum Aggregatraum 6 jedoch
beidseitig, sind im unteren Bereich des Containers 1 ein Hydraulikzylinder 7, dessen
hier nicht sichtbare Kolbenstange innerhalb einer ausgestellten Ausbuchtung 8 des
Containers 1 verläuft.
[0028] Im Bereich der vorderen, der Entleerungsöffnung 4 gegenüberliegenden Stirnseite des
Containers 1 ist die bereits genannte Verdichtereinheit 10 angeordnet. Sie umfasst
eine ausfahrbare Lade 11 in Form einer Schublade, die in der Darstellung der Figur
1 vollständig in den Container 1 eingefahren ist, sodass sie eine in der Figur 1 nicht
sichtbare stirnseitige Beladeöffnung des Containers 1 verschließt.
[0029] In diesem in Figur 1 gezeigtem Zustand ist der Container 1 transportbereit. Zum Aufziehen
auf einen Lastkraftwagen zum Transport weist der Container 1 einen an der Lade 11
befestigten Transporthaken 15 auf, der im gezeigten Beispiel als ein Schwenk- oder
Klapphaken ausgebildet ist, was im Zusammenhang mit Figur 2 noch näher beschrieben
wird.
[0030] Figur 2 zeigt den vorderen Bereich des Containers 1 gemäß Figur 1 in einer vergrößerten
isometrischen Darstellung.
[0031] Im Unterschied zu Figur 1 ist bei Figur 2 der Container 1 mit ausgefahrener Lade
11 wiedergegeben. Die Lade 11 weist einen Boden 111, Seitenwangen 112 und eine Stirnwand
113 auf. Gut zu erkennen ist der Aufbau der Lade 11 auch in Figur 5, die eine isometrische
und längsgeschnittene Ansicht des Containers 1 mit der Verdichtereinheit 10 zeigt.
[0032] Eine Führung der Lade 11 erfolgt vorliegend über eine Gleitführung. Es sind horizontale
Führungsstege 9 seitlich im Container 1 angeordnet, die in Längsnuten der Seitenwand
112 der Lade 11 eingreifen. Die Führungsstege 9 können beispielsweise aus einem harten
und gut auf Stahl gleitenden Kunststoff bestehen, beispielsweise aus Polyamid. Im
dargestellten Ausführungsbeispiel sind die Führungsstege 9 vorteilhaft von außen verstellbar
ausgebildet, so dass ein Führungsspiel eingestellt werden kann um z.B. Abnutzungen
der Führungsstege 9 ausgleichen zu können. Weitere Führungsstege können auf dem Boden
des Containers 1 angeordnet sein, sodass die Lade 11 mit der Unterseite ihres Bodens
111 auf diesen gleitet.
[0033] Bewegt wird die Lade 11 über die bereits genannten seitlich am Container 1 angeordneten
Hydraulikzylinder 7. Ein Ende der hier nicht sichtbaren Kolbenstangen der Hydraulikzylinder
7 greift dabei an einer entsprechenden Halterung am hinteren Ende der Seitenwangen
112 der Lade 11 an. Die genannte Halterung und die Kolbenstangen bewegen sich unter
der Ausbuchtung 8, sodass an dieser Stelle keine Klemmgefahr für einen Nutzer besteht.
Um zu verhindern, dass sich Pressgut in den Ausbuchtungen 8 ansammelt und in Richtung
der Hydraulikzylinder 7 mit bewegt wird, ist am hinteren Ende der Lade 11 ein in die
Ausbuchtung 8 hineinragender Ausräumer 115 angeordnet. Nach unten hin, vom Ende des
Bodens 111 ausgehend, ist ein Abstreifer 114 an der Lade 11 befestigt, um zu verhindern,
dass Pressgut in den Bereich zwischen den Boden 111, der Lade 11 und dem Boden des
Containers 1 gelangt.
[0034] Weiterhin ist in der Figur 2 zu erkennen, dass der Transporthaken 15 nach unten verschwenkt
worden ist. Dieses kann in einer Ausgestaltung manuell vorgenommen werden, es ist
jedoch auch denkbar, einen weiteren Hydraulikzylinder vorzusehen, über den der Transporthaken
15 verschwenkt werden kann.
[0035] Das Verschwenken des Transporthakens 15 ist im dargestellten Ausführungsbeispiel
erforderlich, um eine am oberen Ende der Stirnwand 113 verschwenkbar angelenkte Ladeschaufel
12 herunter schwenken zu können. Die Funktion der Ladeschaufel 12 wird im Zusammenhang
mit den Figuren 3a, b und 4 noch detaillierter erläutert. In alternativer Ausgestaltung
des Containers 1 kann die Lade 11 mit einer höheren Stirnwand 113 ausgestattet sein,
sodass eine oberhalb angeordnete Ladeschaufel 12 auch dann verschwenkt werden kann,
wenn der Transporthaken 15 in seiner Transportstellung verbleibt. In einer solchen
Ausgestaltung kann der Transporthaken 15 fest an die Lade 11 anmontiert sein und braucht
nicht als Schwenkhaken ausgebildet sein. In weiteren alternativen Ausgestaltungen
des Containers 1 kann dieser auch ohne die Ladeschaufel 12 aufgebaut sein. Auch in
dem Fall ist eine Verschwenkbarkeit des Transporthakens 15 nicht zwingend notwendig.
[0036] In den Figuren 3a und b ist der Container 1 in isometrischen Teilansichten mit heruntergeschwenkter
Ladeschaufel 12 aus verschiedenen Blickrichtungen dargestellt. Das Verschwenken der
Ladeschaufel 12, die über Scharniere 13 am oberen Rand der Stirnwand 113 gelagert
ist, erfolgt über einen Hydraulikzylinder 14, der an entsprechenden Halterungen an
der Stirnwand 113 und der Ladeschaufel 12 montiert ist. Wie Figur 2 zeigt, sind entsprechende
Halterungen an beiden Seiten der Stirnwand 113 bzw. der Ladeschaufel 12 vorgesehen,
um ggf. zwei Hydraulikzylinder 14 verwenden zu können, falls der Container 1 für schwereres
Pressgut geeignet sein soll.
[0037] Die Ladeschaufel 12 weist wiederum eine Ladefläche 121 auf und Seitenwangen 122 sowie
eine Ladekante 123. In der in den Figuren 3a und 3b gezeigten Stellung von Lade 11
und Ladeschaufel 12 ist der Container 1 zur Aufnahme von Pressgut bereit. Dieses kann
entweder unmittelbar auf den Boden 111 der Lade 11 eingeworfen werden oder für den
Nutzer bequem auf der Ladefläche 121 der Ladeschaufel 12 deponiert werden. Auf der
Ladefläche 121 abgelegtes Pressgut kann gesichtet und/oder sortiert werden, beispielsweise
um für den Container 1 nicht geeignetes Material wieder entnehmen zu können.
[0038] Nach dem Befüllen der Lade 11 bzw. der Ladefläche 121 der der Ladeschaufel 12 wird
die Ladeschaufel 12 über den Hydraulikzylinder 14 wieder in die in Figur 2 gezeigte
Stellung gefahren, wodurch auf der Ladefläche 112 deponiertes Pressgut in den Bereich
der Lade 11 rutscht. Die Seitenwangen 122 der Ladeschaufel 12, die überlappend mit
den Seitenwangen 112 der Lade 11 einschwenken, verhindern dabei, dass eingelegtes
Pressgut seitlich aus dem Container 1 fällt. Die Ladekannte 123 verhindert, dass auf
der Ladefläche 121 deponiertes Pressgut beim Hochschwenken der Ladeschaufel12 nach
vorne von der Ladefläche 121 rutscht.
[0039] Nach dem Hochschwenken der Ladeschaufel 12 gemäß Figur 2 wird die Lade 11 in das
Innere des Containers 1 über die Hydraulikzylinder 7 eingefahren, wodurch das sich
im Bereich der Lade 11 befindende Pressgut in das Innere des Containers 1 transportiert
und dabei verdichtet wird. Die Stirnwand 113 der Lade 11 wirkt dabei wie ein Pressschild
oder Pressstempel.
[0040] Das Pressgut wird durch eine Beladeöffnung des Containers 1, die in der Ebene seiner
Stirnfläche liegt, in das Innere des Containers 1 bewegt. Diese Beladeöffnung kann
sich über den gesamten Querschnitt des Containers 1 erstrecken, sodass letztlich die
gesamt Stirnfläche des Containers 1 als Beladeöffnung dient. An einer solchen Ausgestaltung
ist jedoch nachteilig, dass das in den Container 1 verpresste Pressgut sich insbesondere
bei einem höheren Beladezustand des Containers 1 beim Öffnen der Lade 11 wieder aus
der Beladeöffnung herausdrücken kann.
[0041] Beim dargestellten Ausführungsbeispiel ist nicht der gesamte Querschnitt der Stirnfläche
des Containers 1 als Beladeöffnung genutzt, sondern nur ein unterer Bereich, der sich
in etwa über die halbe Höhe des Containers 1 erstreckt. Der obere Teil ist durch eine
feste Verschlusswand verschlossen. Bereits dadurch wird wirksam ein Austreten von
Pressgut aus der Beladeöffnung verhindert. Dies gilt insbesondere, da der Massestrom
innerhalb des Containers 1 im unteren Bereich in Richtung der Entleerungsöffnung 4
verläuft und sich an der verschlossenen Tür oder Klappe der Entleerungsöffnung 4 nach
oben wälzt und im oberen Bereich wieder nach vorne in Richtung des Verdichtungselements
10 bewegt. Dieser obere, sich nach vorne bewegende Massestrom wird dann durch die
feste Verschlusswand an der vorderen Stirnfläche des Containers 1 gestoppt.
[0042] Im dargestellten Ausführungsbeispiel ist zusätzlich ein Rückhalteschieber 16 vorgesehen,
der über die gesamte Breite der Beladeöffnung 10 verläuft und mittels seitlicher Führung
17 und einem Hydraulikzylinder 18 vertikal verfahrbar ist. In einer hochgefahrenen
Position des Rückhalteschiebers 16 ist die Beladeöffnung maximal geöffnet, wie das
in den Figuren 3a und 3b zu erkennen ist. In dieser Stellung des Rückhalteschiebers
16 erfolgt ein Einfahren der Lade 11, um das Pressgut in das Innere des Containers
1 durch die Beladeöffnung 9 zu befördern und dort zu verdichten.
[0043] In der eingefahrenen Stellung der Lade 11, die beispielsweise in Figur 1 sichtbar
ist, wird dann der Rückhalteschieber 16 abgesenkt, wobei eine an seinem unteren Ende
angeordnete und im Profil sägezahnförmige Kante Pressgut im Bereich des Rückhalteschiebers
16 weiter in das Innere des Containers 1 befördert oder zerteilt. Die Lade 11 wird
danach bei abgesenktem Rückhalteschieber 16 geöffnet, sodass sie ausfährt, ohne dass
Pressgut aus dem Container 1 mit bewegt wird. Dieser Zustand ist in der Figur 4 gezeigt.
[0044] Nach erneutem Aufschwenken der Ladeschaufel 12 und Anheben des Rückhalteschiebers
16 befindet sich der Container 1 dann wieder in dem in den Figuren 3a, b gezeigten
Zustand und ist zur Aufnahme von weiterem Pressgut bereit.
[0045] Alle Bewegungsvorgänge werden in dem dargestellten Beispiel von Hydraulikzylindern
7, 14, 18 vorgenommen, die von dem Hydraulikaggregat 62 gespeist werden. Alternativ
können andere Antriebe eingesetzt werden, z.B. von Elektromotoren angetriebene Spindelantriebe.
Bezugszeichen
[0046]
- 1
- Container
- 2
- Rahmenelement
- 3
- Wandung
- 4
- Entleerungsöffnung
- 5
- Transporthilfe
- 51
- Transportschlitten
- 52
- Transportrolle
- 6
- Aggregatraum
- 61
- Schaltkasten
- 62
- Hydraulikaggregat
- 7
- Hydraulikzylinder (für Lade)
- 8
- Ausbuchtung
- 9
- Führungssteg
- 10
- Verdichtereinheit
- 11
- Lade
- 111
- Boden
- 112
- Seitenwange
- 113
- Stirnwand
- 114
- Abstreifer
- 115
- Ausräumer
- 12
- Ladeschaufel
- 121
- Ladefläche
- 122
- Seitenwange
- 123
- Ladekante
- 13
- Scharnier
- 14
- Hydraulikzylinder (für Ladeschaufel)
- 15
- Transporthaken
- 16
- Rückhalteschieber
- 17
- seitliche Führung
- 18
- Hydraulikzylinder (für Rückhalteschieber)
1. Container (1) mit einer Verdichtereinheit (10), um Pressgut zu verdichten und in einen
Innenraum des Containers (1) zu transportieren, dadurch gekennzeichnet, dass
die Verdichtereinheit (10) eine horizontal verfahrbare Lade (11) mit einem Boden (111)
und einer Stirnwand (113) aufweist, die aus einer Beladeöffnung des Containers (1)
ausfahrbar ist, wobei die Stirnwand in einem eingefahrenen Zustand der Lade (11) die
Beladeöffnung zumindest teilweise verschließt.
2. Container (1) nach Anspruch 1, bei dem die Lade (11) Seitenwangen (112) aufweist,
die seitlich vom Boden (111) aufragen und sich bei eingefahrener Lade (121) in dem
Innenraum des Containers (1) befinden.
3. Container (1) nach Anspruch 1 oder 2, bei dem die Lade (11) über Gleitlager horizontal
verfahrbar an einer Wandung (3) des Containers (1) gelagert ist.
4. Container (1) nach Anspruch 3, bei dem die Gleitlager Führungsstege (9) aus einem
Kunststoff, vorzugsweise Polyamid, umfassen.
5. Container (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, bei dem die Lade (11) über Hydraulikzylinder
(7), die seitlich an der Wandung (3) des Containers (1) angeordnet sind, verfahrbar
ist.
6. Container (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, bei dem die Lade (11) aus einer Stirnseite
des Containers (1) ausfährt.
7. Container (1) nach Anspruch 6, bei dem die Stirnwand (113) der Lade (11) sich über
etwa ein unteres Drittel bis zu etwa einer unteren Hälfte der Höhe der Stirnseite
des Containers (1) erstreckt.
8. Container (1) nach Anspruch 7, bei dem die Beladeöffnung eine Höhe aufweist, die in
etwa der Höhe der Stirnwand (113) der Lade (11) entspricht.
9. Container (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, bei dem an einer oberen Kante der
Stirnwand (113) der Lade (11) eine schwenkbare Ladeschaufel (12) angeordnet ist.
10. Container (1) nach Anspruch 9, bei dem die Ladeschaufel (12) eine Ladefläche (121),
Seitenwangen (122) und eine Ladekante (123) aufweist.
11. Container (1) nach Anspruch 9 oder 10, bei dem die Ladeschaufel (12) über einen Hydraulikzylinder
(14) gegenüber der Lade (1) verschwenkbar ist.
12. Container (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 11, bei dem im Bereich der Beladeöffnung
ein vertikal verfahrbarer Rückhalteschieber (16) angeordnet ist, der die Beladeöffnung
ganz oder teilweise verschließen kann.
13. Container (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 12, aufweisend Transporthilfen (5), insbesondere
einen im Bodenbereich angeordneten Transportschlitten (51) und/oder im Bodenbereich
angeordnete Transportrollen (52).
14. Container (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 13, bei dem an der Lade (11) ein Transporthaken
(15) zum Aufziehen des Containers (1) auf einen LKW und/oder zu Rangierzwecken angeordnet
ist.
15. Container (1) nach Anspruch 14, bei dem der Transporthaken (15) an der Stirnwand (113)
der Lade (11) montiert ist.
16. Container (1) nach Anspruch 14 oder 15, bei dem der Transporthaken (15) klapp- oder
schwenkbar gelagert ist.