[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Speisevorrichtung zur Speisung von Faserflocken
in eine Spinnereivorbereitungsmaschine mit einer Speisewalze und einer Speisemulde,
wobei die Speisemulde von der Speisewalze elektrisch isoliert ist, und mit einer Erkennungsvorrichtung
zum Erkennen von Fremdmaterial, die einen ersten, offenen elektrischen Stromkreis
aufweist, welcher mit der Speisewalze und der Speisemulde verbunden ist und der erste
Stromkreis durch einen die Faserflocken verunreinigenden leitenden Fremdkörper schließbar
ist und die Speisewalze mit der ersten Spannungsquelle mittels eines ersten Schleifkontakts
verbunden ist sowie eine entsprechende Erkennungsvorrichtung.
[0002] Aus der
GB 465,899 ist eine Spinnereivorbereitungsmaschine bekannt, die Mittel zum Erkennen von Metallteilen
im Fasermaterial aufweist. Diese Mittel umfassen ein Rollenpaar, durch welche das
Fasermaterial läuft. Die elektrisch leitenden Rollen sind dabei in einem Abstand voneinander
angeordnet. Des Weiteren sind die Rollen in einem elektrischen Stromkreis angeordnet,
wobei der Stromkreis geschlossen wird, wenn ein metallischer Fremdkörper die Lücke
zwischen den beiden Rollen schließt. Wenn der Stromkreis geschlossen wurde, wird das
Fasermaterial gestoppt oder rückwärts bewegt. Die Kontaktabnahme von den drehenden
Rollen erfolgt mit Schleifkontakten.
[0003] Die
WO 2018/189595 A1 offenbart eine Speisevorrichtung, bei welcher Fremdkörper erkannt werden können.
Eine Überprüfung der Einrichtung zum Erkennen der Fremdkörper auf ihre Funktionsfähigkeit
hin kann nicht ohne weiteres durchgeführt werden.
[0004] Nachteilig an diesen Lösungen ist, dass zwischen die Schleifkontakte und die Rollen
Schmutz gelangen kann. Dieser Schmutz kann die Schleifkontakte gegenüber den Rollen
isolieren, so dass nicht mehr erkannt werden kann, wenn ein Fremdkörper die Lücke
zwischen den beiden leitenden Teilen schließt.
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es somit, eine Speisevorrichtung und Erkennungsvorrichtung
zu schaffen, die Fremdkörper erkennt, ohne dass die Gefahr besteht, dass auf Grund
von Verschmutzung die Erkennungsvorrichtung vorhandene Fremdkörper nicht mehr erkennt
und der Betrieb der Speisevorrichtung dennoch fortgesetzt wird.
[0006] Die Aufgabe wird gelöst durch eine Speisevorrichtung mit den Merkmalen der unabhängigen
Patentansprüche.
[0007] Eine Speisevorrichtung zur Speisung von Faserflocken in eine Spinnereivorbereitungsmaschine
weist eine Speisewalze und eine Speisemulde auf, wobei die Speisemulde von der Speisewalze
elektrisch isoliert ist. Bei der Spinnereivorbereitungsmaschine kann es sich um eine
Karde, eine Krempel oder einen Reiniger handeln. Durch die Isolierung der Speisemulde
von der Speisewalze lässt sich ein offener Stromkreis bilden, bei dem die Speisemulde
und die Speisewalze die offenen Enden sind.
[0008] Der Speisevorrichtung ist eine Erkennungsvorrichtung zum Erkennen von Fremdmaterial
zugeordnet, die einen ersten, offenen elektrischen Stromkreis aufweist, welcher mit
der Speisewalze und der Speisemulde verbunden ist. Der erste Stromkreis ist durch
einen die Faserflocken verunreinigenden leitenden Fremdkörper schließbar. Es werden
also zwei sowieso schon vorhandene Elemente der Speisevorrichtung zur Detektion von
Metallteilen verwendet. Weitere mechanische Teile, die den Faserfluss beeinträchtigen
und gereinigt sowie gewartet werden müssen, werden nicht benötigt.
[0009] Die Speisewalze ist mit dem ersten Stromkreis mittels eines ersten Schleifkontakts
verbunden. Erfindungsgemäß weist die Erkennungsvorrichtung einen zweiten, geschlossenen
elektrischen Stromkreis auf, welcher einerseits eine Kontrollleitung zur Speisewalze
aufweist und andererseits mit dem ersten Schleifkontakt verbunden ist. Durch den zweiten
Stromkreis wird bei ordnungsgemäßer Funktionalität der Erkennungsvorrichtung ein Strom
fließen können. Sobald dieser Stromfluss unterbrochen wird, ist dies das Signal, dass
zumindest einer der Kontakte, welcher mit der Speisewalze in Verbindung steht, nicht
mehr ausreichend elektrisch leitfähig ist. Fremdkörper zwischen der Speisewalze und
der Speisemulde können damit nicht mehr zuverlässig erkannt werden. Durch ein entsprechendes
Signal können geeignete Maßnahmen ergriffen werden. Dies kann darin bestehen, dass
die Spinnereivorbereitungsmaschine sofort abgestellt wird. Es kann aber auch einfach
ein Hinweis im Maschinenprotokoll erzeugt werden oder ein optisches oder akustisches
Signal erzeugt werden, welches den Ausfall der Erkennungsvorrichtung anzeigt. Es ist
auch möglich, dass erst nach einer gewissen Zeit, in welcher das Ausfallsignal anliegt,
eine entsprechende Maßnahme ergriffen wird. Damit wird verhindert, dass nicht bereits
bei einer kurzzeitigen Unterbrechung zum Beispiel die Maschine abgestellt wird. Durch
eine Selbstreinigung des Kontakts ist es nämlich möglich, dass nach kurzer Zeit der
Kontakt wiederhergestellt ist und die Erkennungsvorrichtung wieder ordnungsgemäß arbeitet.
[0010] Auch ist es äußert vorteilhaft, wenn die Kontrollleitung einen zweiten Schleifkontakt
zu der Speisewalze aufweist. Mit dem zweiten Schleifkontakt ist eine sehr einfache
Verbindung der Spannungsquelle des zweiten Stromkreises mit der Speisewalze herstellbar.
[0011] Des Weiteren ist es vorteilhaft, wenn die Speisewalze elektrisch isoliert ist. Dies
kann beispielsweise durch eine Befestigung der Speisewalze respektive deren Lager
auf dem Maschinenrahmen über ein elektrisch isolierendes Bauteil. Bevorzugterweise
ist das Lager der Speisewalze selbst der Isolator. So lässt sich die Isolation mit
einem sehr geringen Aufwand bewerkstelligen. Besonders vorzugsweise bestehen dabei
das gesamte Lager der Speisewalze und/oder ein Lagerring des Lagers aus einem elektrisch
isolierenden Kunststoff. Je nach Größe der Speisewalze und den mechanischen Anforderungen
kann sich eine der beiden Varianten als die vorteilhaftere erweisen.
[0012] Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Erkennungsvorrichtung einen dritten, offenen
Stromkreis aufweist, der durch einen die Faserflocken verunreinigenden, leitenden
oder nichtleitenden Fremdkörper schließbar ist. So können auch Fremdkörper erfasst
werden, die nicht metallisch sind.
[0013] Des Weiteren ist es vorteilhaft, wenn zwischen der Speisemulde und der Speisewalze
eine elastische Lippe angeordnet ist, und der dritte Stromkreis mit der Speisemulde
und der elastischen Lippe verbunden ist. Die elastische Lippe bildet dabei zwischen
sich und der Speisewalze einen Spalt aus. Ferner weist die Speisemulde eine Kontaktfläche
auf und es sind Mittel zum Erkennen eines Kontakts zwischen der elastischen Lippe
und der Kontaktfläche vorgesehen. Wird die elastische Lippe durch einen Fremdkörper
deformiert, dann kommt sie, sofern der Fremdkörper und damit die elastische Deformation
groß genug sind, in Kontakt mit der Speisemulde bzw. der Kontaktfläche. Durch die
Mittel zum Erkennen eines Kontakts werden der Kontakt und damit auch der Fremdkörper
erkannt. Durch den Kontakt der elastischen Lippe mit der Speisemulde werden also auch
nichtmetallische Fremdkörper erkannt.
[0014] Vorteilhaft ist es zudem, wenn zwischen der Speisemulde und der elastischen Lippe
eine Dichtung angeordnet ist. Die elastische Lippe und die Kontaktfläche an der Speisemulde
bilden eine Öffnung zu einem Hohlraum, der unter anderem die Beweglichkeit der elastischen
Lippe ermöglicht. Damit dieser Hohlraum nicht verschmutzt, ist vorteilhafterweise
zwischen der elastischen Lippe und der Kontaktfläche eine Dichtung angeordnet. Diese
Dichtung ist dabei so weit verformbar, dass sie bei einer Verformung der elastischen
Lippe überdrückt werden kann und somit den elektrischen Kontakt nicht behindert.
[0015] Vorteile bringt es zudem mit sich, wenn die elastische Lippe aus leitendem Material
besteht. Es ist auch vorteilhaft, wenn die elastische Lippe aus Stahl, insbesondere
aus Chromstahl, besteht, da diese Werkstoffe gute Elastizität bei einer guten Federstärke
aufweisen. Chromstahl ist darüber hinaus auch noch korrosionsbeständig. Eine Wandstärke
der elastischen Lippe an ihrem vorderen Ende liegt dabei bevorzugt zwischen 1,5 mm
und 2 mm, da dies die notwendige Federstärke liefert.
[0016] Vorteilhaft ist es, wenn die Erkennungsvorrichtung eine akustische und/oder optische
Alarmeinrichtung umfasst, die ausgelöst wird, wenn der erste Stromkreis zwischen der
Speisewalze und der Speisemulde und/oder der dritte Stromkreis zwischen der elastischen
Lippe und der Speisemulde geschlossen wird und/oder der zweite Stromkreis geöffnet
wird. Der Alarm wird also ausgelöst, wenn ein die Faserflocken verunreinigendes Metallteil
und/oder ein anderer Fremdkörper detektiert werden. Dadurch wird das Bedienpersonal
auf das Metallteil bzw. auf den Fremdkörper aufmerksam gemacht. Das Bedienpersonal
kann daraufhin die Produktion stoppen und/oder das Metallteil bzw. den Fremdkörper
entfernen. Der Alarm wird aber auch ausgelöst, wenn der zweite Stromkreis geöffnet
wird. Dies bedeutet, dass kein Kontakt mehr zwischen den Leitungen von der Stromquelle
zu der Speisewalze vorhanden ist. Dies kann zum Beispiel erfolgen, wenn zwischen einem
der Schleifkontakte und der Speisewalze eine Verschmutzung auftritt, welche eine Isolierschicht
bildet. Die elektrische Verbindung wird dadurch unterbrochen und die Alarmeinrichtung
wird ausgelöst.
[0017] Vorteilhaft ist es zudem, wenn die Speisevorrichtung eine Steuereinrichtung umfasst,
die bei einem geschlossenen ersten und/oder dritten Stromkreis und/oder bei einem
offenen zweiten Stromkreis die Drehung der Speisewalze anhält. Bei modernen Speisevorrichtungen
ist es möglich, dass sich die Oberfläche der Speisewalze vom Zeitpunkt des Erkennens
eines Metallteils bzw. Fremdkörpers bzw. der Unterbrechung der Kontaktfähigkeit der
Speisewalze bis zum Stillstand lediglich 10 mm weiterbewegt. So können Beschädigungen
der Speisewalze und der Speisemulde weitgehend vermieden werden. Vorzugsweise kann
die Steuereinrichtung, nachdem die Speisewalze zum Stillstand gekommen ist, diese
um einen vorgegebenen oder vorgebbaren Winkel zurückdrehen. Dabei ist bzw. wird dieser
Winkel so eingestellt, dass das Metallteil bzw. der Fremdkörper in einen Bereich gelangt,
aus dem er durch das Bedienpersonal leicht entfernt werden kann. Auf das Zurückdrehen
kann verzichtet werden, wenn der Stillstand aufgrund einer Unterbrechung der Kontaktfähigkeit
der Speisewalze erfolgt ist.
[0018] Eine erfindungsgemäße Erkennungsvorrichtung zum Erkennen von Fremdmaterial in einer
Speisevorrichtung weist einen ersten, offenen elektrischen Stromkreis auf, welcher
mit der Speisewalze und der Speisemulde verbindbar ist. Der erste Stromkreis ist durch
einen die Faserflocken verunreinigenden, leitenden Fremdkörper schließbar. Die Erkennungsvorrichtung
weist einen ersten Schleifkontakt auf zur Verbindung der ersten Spannungsquelle mit
der Speisewalze. Ebenso weist die Erkennungsvorrichtung einen zweiten, geschlossenen
elektrischen Stromkreis auf, welcher einerseits eine Kontrollleitung zur Verbindung
mit der Speisewalze und andererseits eine Verbindung mit dem ersten Schleifkontakt
hat. Durch den zweiten, geschlossenen elektrischen Stromkreis kann überprüft werden,
ob die Erkennungsvorrichtung funktionsfähig ist. Sobald der Stromkreis geöffnet, also
unterbrochen ist, zeigt dies an, dass die Erkennungsvorrichtung keinen Kontakt mehr
zur Speisewalze hat. Eine entsprechende Maßnahme ist sodann zu ergreifen. Mit dem
zweiten, geschlossenen elektrischen Stromkreis ist es auf besonders einfache Weise
möglich, dass die Erkennungsvorrichtung fehlerfrei arbeiten kann bzw. bei Auftreten
eines Fehlers die Speisevorrichtung oder die Spinnereivorbereitungsmaschine gestoppt
werden, um eine Beschädigung der Maschine zu vermeiden.
[0019] Besondere Vorteile bringt es mit sich, wenn die Erkennungsvorrichtung einen dritten,
offenen Stromkreis aufweist, der durch einen die Faserflocken verunreinigenden, leitenden
oder nichtleitenden Fremdkörper schließbar ist. Damit können nicht nur metallische
Fremdkörper, sondern auch nichtmetallische Fremdkörper erfasst werden.
[0020] Vorteile bringt es zudem mit sich, wenn die Erkennungsvorrichtung eine akustische
und/oder optische Alarmeinrichtung umfasst, die ausgelöst wird, wenn der erste Stromkreis
zwischen der Speisewalze und der Speisemulde und/oder der dritte Stromkreis zwischen
der Speisemulde und der elastischen Lippe geschlossen wird und/oder der zweite Stromkreis
geöffnet wird. Jedes dieser Ereignisse deutet auf einen Zustand hin, welcher entweder
signalisiert werden muss oder bei welchem sogar eine Maßnahme ergriffen werden muss,
um eine Beschädigung der Maschine zu vermeiden.
[0021] Die Speisevorrichtung und die Erkennungsvorrichtung sind gemäß der vorangegangenen
Beschreibung ausgebildet, wobei die genannten Merkmale einzeln oder in beliebiger
Kombination vorhanden sein können.
[0022] Weitere Vorteile der Erfindung sind in den nachfolgenden Ausführungsbeispielen beschrieben.
Es zeigt:
- Figur 1
- eine schematische Seitenansicht einer Karde und
- Figur 2
- eine schematische Seitenansicht einer Speisevorrichtung mit einer Erken-nungsvorrichtung.
[0023] Bei der nachfolgenden Beschreibung alternativer Ausführungsbeispiele werden für Merkmale,
die im Vergleich zu anderen Ausführungsbeispielen in ihrer Ausgestaltung und/oder
Wirkweise identisch und/oder zumindest vergleichbar sind, gleiche Bezugszeichen verwendet.
Sofern diese nicht nochmals detailliert erläutert werden, entspricht deren Ausgestaltung
und/oder Wirkweise der Ausgestaltung und Wirkweise der vorstehend bereits beschriebenen
Merkmale.
[0024] Figur 1 zeigt eine schematische Seitenansicht einer Karde 1. Dabei werden die Fasern
in der Karde 1 von links nach rechts transportiert. Eine Fasermatte 2 läuft zunächst
über eine Zufuhrplatte 3 und gelangt dann in eine Speisevorrichtung 4. Die Speisevorrichtung
4 weist eine Speisemulde 5 auf, die mit einer Speisewalze 6 zusammenwirkt. Die zwischen
Speisemulde 5 und Speisewalze 6 geklemmte Fasermatte 2 wird sodann einer Vorreisserwalze
7 zugespeist.
[0025] Von der Vorreisserwalze 7 geht das Faservlies weiter auf einen Tambour 8 und wird
zwischen dem Tambour 8 und einem hier sehr schematisch dargestellten Deckel 9 weiterverarbeitet.
Das Faservlies wird sodann von einer Dofferwalze 10 abgenommen und an eine Verdichtungseinheit
11 weitergeleitet, wo es zu einem Kardenband 12 verdichtet wird.
[0026] Figur 2 zeigt eine schematische Seitenansicht einer erfindungsgemäßen Speisevorrichtung
4. Die Speisevorrichtung 4 kann ein Teil der in Figur 1 gezeigten Karde 1 oder aber
auch ein Teil einer Krempel oder eines Reinigers sein. Die Speisevorrichtung 4 weist
dabei die Speisemulde 5 und die Speisewalze 6 auf. Außerdem ist noch ein Teil der
Vorreisserwalze 7 gezeigt.
[0027] Die Speisemulde 5 und die Speisewalze 6 sind als offene Enden in einem offenen, ersten
Stromkreis 31 angeordnet. Dabei ist die Speisewalze 6 über ihre Achse 15 elektrisch
angeschlossen. Die Verbindung erfolgt über einen ersten Schleifkontakt 16. Der erste
Stromkreis 31 umfasst des Weiteren eine Spannungsquelle 13 und eine Strommesseinrichtung
14. Wird die Lücke zwischen der Speisemulde 5 und der Speisewalze 6 durch ein die
Faserflocken verunreinigendes Metallteil geschlossen, dann wird auch der erste Stromkreis
31 geschlossen. Es fließt daraufhin ein Strom, der von der Strommesseinrichtung 14
detektiert wird. Ein von der Strommesseinrichtung 14 detektierter Stromfluss zeigt
also ein Metallteil zwischen der Speisemulde 5 und der Speisewalze 6 an.
[0028] Um den Stromfluss im ersten Stromkreis 31 und damit die Detektion des Metallteils
anzuzeigen, ist die Strommesseinrichtung 14 mit einer akustischen und/oder optischen
Alarmeinrichtung 17 verbunden, der dem Bedienpersonal das Metallteil anzeigt.
[0029] Vorteilhafterweise ist die Strommesseinrichtung 14 darüber hinaus mit einer Steuereinrichtung
18 verbunden, die bei der Detektion eines Metallteils die Alarmeinrichtung 17 initialisiert
und/oder die Speisewalze 6 stoppt, damit das Metallteil nicht weiter vordringt und
keine größeren Beschädigungen verursacht. Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Steuereinrichtung
18 die Speisewalze 6, nachdem sie gestoppt wurde, noch so weit rückwärts dreht, dass
das Metallteil unter der Speisemulde 5 herauskommt und einfach vom Bedienpersonal
entfernt werden kann.
[0030] Um den ersten Stromkreis 31 offen zu halten, müssen die Speisemulde 5 und die Speisewalze
6 voneinander elektrisch isoliert sein. Diese Isolation kann über ein elektrisch isolierendes
Lager der Achse 15 der Speisewalze 6 erfolgen. Die Achse 15 der Speisewalze 6 ist
folglich vom Lager und den anderen Teilen der Speisevorrichtung 4 elektrisch isoliert.
[0031] Die Speisemulde 5 im Ausführungsbeispiel der Figur 2 weist einen Grundkörper 21 auf.
Am Grundkörper 21 ist eine Distanzleiste 23 angeordnet, um einen optimalen Abstand
zwischen dem Grundkörper 21 und einer elastischen Lippe 24 zu ermöglichen. Die Distanzleiste
23 ist austauschbar ausgebildet, so dass sie an die jeweilige Faserlänge angepasst
werden kann. Bei sehr kurzen Fasern kann die Distanzleiste 23 sogar ganz weggelassen
werden. Der Grundkörper 21 kann aus mehreren, hier nicht dargestellten Einzelteilen
zusammengesetzt sein.
[0032] Die elastische Lippe 24 ist so angeordnet, dass Fasern zwischen ihr und der Speisewalze
6 geklemmt werden können. Auf der der Speisewalze 6 abgewandten Seite der elastischen
Lippe 24 ist der Grundkörper 21 angeordnet. Dabei kann die elastische Lippe 24 mindestens
so weit elastisch verformt werden, bis sie den Grundkörper 21 berührt. Durch den Grundkörper
21 ist eine weitere Verformung der elastischen Lippe 24, beispielsweise durch einen
harten Fremdkörper im Fasermaterial, ausgeschlossen. Die elastische Lippe 24 wird
also insbesondere nicht in einen Bereich verformt, in dem eine permanente Verformung
eintritt. Eine Rückkehr der elastischen Lippe 24 in ihre ursprüngliche Form und Position
ist dadurch stets gewährleistet.
[0033] Um einen Zwischenraum 26 zwischen der elastischen Lippe 24 und dem Grundkörper 21
vor Verschmutzung, insbesondere durch Faserflug, zu schützen, ist zwischen der elastischen
Lippe 24 und dem Grundkörper 21 eine leicht verformbare Dichtung 27 angeordnet.
[0034] Um einen harten Fremdkörper zu detektieren, der die elastische Lippe 24 gegen eine
Kontaktfläche 28 des Grundkörpers 21 drückt, sind auch die elastische Lippe 24 und
der Grundkörper 21 in einem dritten Stromkreis 33 angeordnet. Dazu isoliert zunächst
eine elektrische Isolation 29 die elastische Lippe 24 von dem Grundkörper 21. Wird
die elastische Lippe 24 durch einen Fremdkörper bis zu einem Kontakt mit dem Grundkörper
21 ausgelenkt, so wird der dritte Stromkreis 33 kurzgeschlossen. Eine Strommesseinrichtung
30 signalisiert den Kurzschluss an die Steuereinrichtung 18.
[0035] Die elektrische Schaltung in diesem Ausführungsbeispiel ist so aufgebaut, dass die
Spannungsquelle 13 neben der Erde (0V) eine positive (+U) und eine negative (-U) Spannung
liefert. Dabei müssen die Beträge der positiven und der negativen Spannung nicht gleich
sein und auch andere naheliegende Auslegungen der Spannungsquelle sind möglich. Die
positive Spannung liegt dabei an der elastischen Lippe 24 an, die negative Spannung
liegt an der Speisewalze 6 an und der Grundkörper 21 der Speisemulde 5 ist mit der
Erde verbunden.
[0036] Ein die Faserflocken verunreinigendes Metallteil, das die Speisemulde 5 mit der Speisewalze
6 in Kontakt bringt, schließt, wie oben beschrieben, den ersten Stromkreis 31 und
der Stromfluss wird von der Strommesseinrichtung 14 detektiert. Wird hingegen die
elastische Lippe 24, beispielsweise durch einen harten Fremdkörper, soweit verformt,
dass sie die Kontaktfläche 28 des Grundkörpers 21 berührt, dann wird ein anderer,
dritter Stromkreis 33 geschlossen und es fließt Strom, den die weitere Strommesseinrichtung
30 misst. Auch ein kleineres Metallteil, das zwar noch keinen Kontakt zwischen der
Speisewalze 6 und dem Grundkörper 21 der Speisemulde 5 herstellen konnte, jedoch einen
Kontakt zwischen der Speisewalze 6 und der elastischen Lippe 24 herstellt, kann detektiert
werden. Es werden dabei die beiden Stromkreise 31 und 33 geschlossen. Dies hat einen
Stromfluss durch die Strommesseinrichtung 14 und die weitere Strommesseinrichtung
30 zur Folge. Ein Stromfluss durch die beiden Strommesseinrichtungen 14 und 30 indiziert
folglich einen leitenden Fremdkörper zwischen der Speisewalze 6 und der elastischen
Lippe 24.
[0037] In dem vorliegenden Ausführungsbeispiel steht die negative Spannung (-U) über den
ersten Schleifkontakt 16 mit der Achse 15 der Speisewalze 6 in Kontakt. Die Achse
15 ist elektrisch leitend mit der Speisewalze 6 verbunden, sodass bei einem Kontakt
eines leitenden Fremdkörpers zwischen dem Grundkörper 21 und der Speisewalze 6 Strom
fliessen kann. Dieser Strom wird von der Strommesseinrichtung 14 erfasst.
[0038] Die Achse 15 ist weiterhin mit einem zweiten Schleifkontakt 35 verbunden. Der zweite
Schleifkontakt 35 ist geerdet (0V). Im funktionsfähigen Betrieb der Einrichtung fließt
damit Strom zwischen der negativen Spannung (-U), dem ersten Schleifkontakt 16, der
Achse 15 und dem zweiten Schleifkontakt 35 zur Erde (0V) in einem zweiten Stromkreis
32. Eine Strommesseinrichtung 36 misst diesen Stromfluss. Sollte dieser Stromfluss
unterbrochen sein, beispielsweise durch eine Verschmutzung zwischen dem ersten Schleifkontakt
16 und der Achse 15, so kann dies durch die Strommesseinrichtung 36 festgestellt werden.
Die Strommesseinrichtung 36 signalisiert diesen Zustand an die Steuereinrichtung 18.
Die Steuereinrichtung 18 kann sodann beispielsweise ein Signal an die Alarmeinrichtung
17 geben und/oder ein sofortiges Abstellen der Drehbewegung der Speisewalze 6 bzw.
der Karde 1 bewirken.
[0039] Mit dieser Einrichtung ist es möglich, dass eine Fehlfunktion der Erkennungsvorrichtung
rechtzeitig vor einer Beschädigung der Karde 1 festgestellt werden kann. Die Abstellung
der Speisewalze 6 bzw. der Karde 1 kann unmittelbar nach Ermittlung der Kontaktunterbrechung
erfolgen. Es kann aber auch vorteilhaft sein, erst dann die Drehung der Speisewalze
6 bzw. die Karde 1 abzustellen, wenn diese Unterbrechung über einen längeren, vorgebbaren
Zeitraum erfolgt. Damit wird vermieden, dass bereits bei einer kurzzeitigen Unterbrechung,
beispielsweise, wenn Staub zwischen dem Schleifkontakt 16 oder 35 und der Achse 15
gelangt, dieser sich aber nach kurzer Zeit wieder löst, der Betrieb der Speisewalze
6 und der Karde 1 unterbrochen wird, obwohl die Störung schnell selbst behoben wurde.
[0040] Vorzugsweise werden die Messwerte der Strommesseinrichtungen 14, 30 und 36 zum Auslösen
eines Alarms und zum Stoppen und/oder Zurückfahren der Speisewalze 6 durch die Steuereinrichtung
18 herangezogen. So kann der Alarm, beispielsweise durch unterschiedliche Töne, Farben
oder andere Darstellungen, anzeigen, in welchem Bereich ein Metallteil und/oder Fremdkörper
detektiert wurde oder ob eine Funktionsunterbrechung vorliegt. Auch kann der Winkel,
um den die Speisewalze nach einem Stopp zurückgefahren wird, in Abhängigkeit vom Bereich,
in dem das Metallteil bzw. der Fremdkörper detektiert wurde, gewählt werden. Beispielsweise
muss der Winkel für ein Metallteil, das einen Kontakt zwischen der Speisewalze 6 und
dem Grundkörper 21 der Speisemulde 5 ausgelöst hat, kleiner sein als der Winkel für
einen Fremdkörper, der erst die elastische Lippe 24 mit der Kontaktfläche 28 des Grundkörpers
21 in Kontakt gebracht hat.
[0041] Die vorliegende Erfindung ist nicht auf die dargestellten und beschriebenen Ausführungsbeispiele
beschränkt. Abwandlungen im Rahmen der Patentansprüche sind ebenso möglich wie eine
Kombination der Merkmale, auch wenn diese in unterschiedlichen Ausführungsbeispielen
dargestellt und beschrieben sind.
Legende
[0042]
- 1
- Karde
- 2
- Fasermatte
- 3
- Zufuhrplatte
- 4
- Speisevorrichtung
- 5
- Speisemulde
- 6
- Speisewalze
- 7
- Vorreisserwalze
- 8
- Tambour
- 9
- Deckel
- 10
- Dofferwalze
- 11
- Verdichtungseinheit
- 12
- Kardenband
- 13
- Spannungsquelle
- 14
- Strommesseinrichtung
- 15
- Achse
- 16
- Erster Schleifkontakt
- 17
- Alarmeinrichtung
- 18
- Steuereinrichtung
- 21
- Grundkörper
- 23
- Distanzleiste
- 24
- Elastische Lippe
- 26
- Zwischenraum
- 27
- Dichtung
- 28
- Kontaktfläche
- 29
- Isolation
- 30
- Strommesseinrichtung
- 31
- Erster Stromkreis
- 32
- Zweiter Stromkreis
- 33
- Dritter Stromkreis
- 35
- Zweiter Schleifkontakt
- 36
- Strommesseinrichtung
1. Speisevorrichtung zur Speisung von Faserflocken in eine Spinnereivorbereitungsmaschine,
- mit einer Speisewalze (6) und
- einer Speisemulde (5),
- wobei die Speisemulde (5) von der Speisewalze (6) elektrisch isoliert ist und
- mit einer Erkennungsvorrichtung zum Erkennen von Fremdmaterial,
- die einen ersten, offenen elektrischen Stromkreis (31) aufweist,
- welcher mit der Speisewalze (6) und der Speisemulde (5) verbunden ist und
- der erste Stromkreis (31) durch einen die Faserflocken verunreinigenden leitenden
Fremdkörper schließbar ist und
- die Speisewalze (6) mit dem ersten Stromkreis (31) mittels eines ersten Schleifkontakts
(16) verbunden ist,
dadurch gekennzeichnet,
- dass die Erkennungsvorrichtung einen zweiten, geschlossenen elektrischen Stromkreis (32)
aufweist, welcher
- einerseits eine Kontrollleitung zur Speisewalze (6) aufweist und
- andererseits mit dem ersten Schleifkontakt (16) verbunden ist.
2. Speisevorrichtung nach dem vorherigen Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Kontrollleitung einen zweiten Schleifkontakt (35) zu der Speisewalze (6) aufweist.
3. Speisevorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Speisewalze (6) elektrisch isoliert ist.
4. Speisevorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Lager der Speisewalze (6) der Isolator ist.
5. Speisevorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Erkennungsvorrichtung einen dritten, offenen Stromkreis (33) aufweist, der durch
einen die Faserflocken verunreinigenden, leitenden oder nichtleitenden Fremdkörper
schließbar ist.
6. Speisevorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der Speisemulde (5) und der Speisewalze (6) eine elastische Lippe (24) angeordnet
ist, und der dritte Stromkreis (33) mit der Speisemulde (5) und der elastischen Lippe
(24) verbunden ist.
7. Speisevorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der Speisemulde (5) und der elastischen Lippe (24) eine Dichtung (27) angeordnet
ist.
8. Speisevorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die elastische Lippe (24) aus leitendem Material, insbesondere aus Chromstahl, besteht.
9. Speisevorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Erkennungsvorrichtung eine akustische und/oder optische Alarmeinrichtung (17)
umfasst, die ausgelöst wird, wenn der erste Stromkreis (31) zwischen der Speisewalze
(6) und der Speisemulde (5) und/oder dritte Stromkreis (33) zwischen der Speisemulde
(5) und der elastischen Lippe (24) geschlossen wird und/oder der zweite Stromkreis
(32) geöffnet wird.
10. Speisevorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Speisevorrichtung (4) eine Steuereinrichtung (18) umfasst, die
- bei einem geschlossenen ersten und/oder dritten Stromkreis (31, 33) und/oder
- bei einem offenen zweiten Stromkreis (32)
die Drehung der Speisewalze (6) anhält.
11. Erkennungsvorrichtung zum Erkennen von Fremdmaterial in einer Speisevorrichtung (4)
nach einem der vorherigen Ansprüche,
- die einen ersten, offenen elektrischen Stromkreis (31) aufweist,
- welcher mit der Speisewalze (6) und der Speisemulde (5) verbindbar ist und
- der erste Stromkreis (31) durch einen die Faserflocken verunreinigenden, leitenden
Fremdkörper schließbar ist und
- die Erkennungsvorrichtung einen ersten Schleifkontakt (16) aufweist zur Verbindung
einer Spannungsquelle (13) mit der Speisewalze (6),
dadurch gekennzeichnet,
- dass die Erkennungsvorrichtung einen zweiten, geschlossenen elektrischen Stromkreis (32)
aufweist, welcher
- einerseits eine Kontrollleitung zur Verbindung mit der Speisewalze (6) und
- andererseits eine Verbindung mit dem ersten Schleifkontakt (16) aufweist.
12. Erkennungsvorrichtung nach dem vorherigen Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Erkennungsvorrichtung einen dritten, offenen Stromkreis (33) aufweist, der durch
einen die Faserflocken verunreinigenden, leitenden oder nichtleitenden Fremdkörper
schließbar ist.
13. Erkennungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Erkennungsvorrichtung eine akustische und/oder optische Alarmeinrichtung (17)
umfasst, die ausgelöst wird, wenn der erste Stromkreis (31) zwischen der Speisewalze
(6) und der Speisemulde (5) und/oder der dritte Stromkreis (33) zwischen der Speisemulde
(5) und der elastischen Lippe (24) geschlossen wird und/oder der zweite Stromkreis
(32) geöffnet wird.