[0001] Die Erfindung betrifft ein Schloss. Das Schloss ist insbesondere zum Einbau in ein
Türblatt ausgebildet. Die Erfindung betrifft weiterhin eine Türanordnung mit einem
erfindungsgemäßen Schloss und ein Verfahren zum Betrieb einer erfindungsgemäßen Türanordnung.
[0002] Hier betrachtete Schlösser weisen insbesondere einen Schlosskasten und einen Stulp
auf und sind zum Einbau in ein Türblatt ausgebildet. Über eine Nuss des Schlosses
wird üblicherweise ein Türdrücker angeschlossen. Durch Betätigen des Türdrückers kann
die Falle des Schlosses zurückgezogen werden. Des Weiteren können vorbekannte Schlösser
zur Aufnahme eines Schließzylinders mit einem Mitnehmer ausgebildet sein. Durch Drehen
eines Schlüssels oder eines Knaufs am Schließzylinder wird der Mitnehmer im Inneren
des Schlosskastens gedreht. Dadurch kann ein Riegel des Schlosses ausgeschlossen und
zurückgezogen werden. Darüber hinaus können die vorbekannten Schlösser eine Wechselanordnung
aufweisen, die teilweise auch als "Wechsel" bezeichnet wird. Diese Wechselanordnung
wird ebenfalls vom Mitnehmer des Schließzylinders betätigt und ermöglicht ein Zurückziehen
der Falle durch Drehen des Schlüssels bzw. des Knaufes am Schließzylinder, unabhängig
von einer Betätigung der Nuss über den Türdrücker.
[0003] Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Schloss anzugeben, dass einen sicheren
Betrieb einer Türe ermöglicht. Die Lösung der Aufgabe erfolgt durch die Merkmale der
unabhängigen Ansprüche. Die abhängigen Ansprüche haben vorteilhafte Ausgestaltungen
der Erfindung zum Gegenstand.
[0004] Somit wird die Aufgabe gelöst durch ein Schloss. Das Schloss ist insbesondere als
Einsteckschloss ausgebildet. Des Weiteren kann das Schloss als Antipanikschloss ausgebildet
sein. Vorzugsweise umfasst das Schloss einen Schlosskasten.
[0005] Das Schloss umfasst eine Falle. Insbesondere umfasst die Falle einen Fallenkopf,
verbunden mit einem Fallenschaft. Der Fallenschaft ist im Inneren des Schlosses, insbesondere
im Schlosskasten, linear beweglich geführt.
[0006] Das Schloss umfasst einen über eine Drückergarnitur drehbaren Nussarm zum Zurückziehen
der Falle. Die Drückergarnitur kann zumindest eine Handhabe, insbesondere einen Türdrücker,
einen Knauf oder eine Panikstange, umfassen.
[0007] Das Schloss kann einen Riegel umfassen. Der Riegel ist zum Sperren des Schlosses
entlang einer Riegelachse verschiebbar. Insbesondere umfasst der Riegel einen Riegelkopf,
der fest mit einem Riegelschaft verbunden ist. Der Riegelschaft ist im Schlosskasten
entlang der Riegelachse linear beweglich geführt. Dadurch kann der Riegel zum Sperren
der Tür ausgeschlossen und zum Entsperren der Tür zurückgezogen werden.
[0008] Des Weiteren umfasst das Schloss einen drehbaren Mitnehmer oder ist zur Aufnahme
eines solchen drehbaren Mitnehmers ausgebildet. Dieser drehbare Mitnehmer ist insbesondere
im Schlosskasten gelagert oder Teil einer Vorrichtung, die in den Schlosskasten einsetzbar
ist.
[0009] Die Drehachse des Mitnehmers steht insbesondere senkrecht zur Riegelachse. Der Mitnehmer
muss nicht zwangsläufig über einen Schlüssel betätigt werden; sondern kann auch anderweitig
gedreht werden. Im Normalbetrieb des Schlosses wird bevorzugt der Riegel durch Drehen
des Mitnehmers ausgeschlossen und zurückgezogen.
[0010] Besonders bevorzugt ist die Aufnahme als Schließzylinderaufnahme ausgebildet.
[0011] Besonders bevorzugt kann das Schloss auch eine Zuhaltung umfassen. Diese Zuhaltung
wird vom Mitnehmer betätigt, vorzugsweise angehoben, wodurch eine Sperrung des Riegels
aufgehoben wird.
[0012] Das Schloss umfasst ferner eine Wechselanordnung zum Zurückziehen der Falle unabhängig
von dem Nussarm, der über die Drückergarnitur betätigbar ist. Der Mitnehmer bzw. die
Aufnahme des Mitnehmers sind so angeordnet, dass die Wechselanordnung mittels des
Mitnehmers betätigbar ist. Insbesondere kann der sich drehende Mitnehmer die Wechselanordnung
linear verschieben, insbesondere anheben.
[0013] Das erfindungsgemäße Schloss umfasst ferner einen Sensor zum Erfassen einer Position
oder Positionsänderung der Wechselanordnung. Bevorzugt wird eine Positionsänderung
erfasst, die zum Zurückziehen der Falle führt.
[0014] Der Sensor ist also bevorzugt so angeordnet, dass er eine Positionsänderung der Wechselanordnung
erfasst, wobei eben diese Positionsänderung zum Zurückziehen der Falle führt.
[0015] Der Sensor kann beliebig ausgebildet sein und berührend oder berührungslos die Position
oder die Positionsänderung der Wechselanordnung erfassen. Insbesondere kann es dabei
auch ausreichend sein, dass der Sensor nur eine bestimmte Position der Wechselanordnung
erfasst, wobei auf eine Positionsänderung der Wechselanordnung geschlossen werden
kann, wenn die bestimmte Position erneut erfasst oder nicht mehr erfasst wird. Der
Sensor kann z. B. als Schalter oder Taster ausgebildet sein. Beispielsweise kann der
Sensor als Mikroschalter ausgebildet sein.
[0016] Das Schloss umfasst vorzugsweise eine Schnittstelle zur kabellosen oder kabelgebundenen
Datenübertragung zwischen dem Sensor und einer Steuereinheit.
[0017] Mittels des erfindungsgemäß vorgesehenen Sensors kann erfasst werden, ob die Falle
über die Wechselanordnung zurückgezogen wird. Der Sensor erfasst dabei die Positionsänderung
bzw. die Position unmittelbar an der Wechselanordnung. Der Sensor erfasst hingegen
nicht unmittelbar die Bewegung am Mitnehmer oder an der Falle. Hierdurch ist es möglich
eindeutig festzustellen, dass die Falle durch den Mitnehmer betätigt wurde. Hierdurch
kann eine Öffnung der Tür durch den Mitnehmer eindeutig festgestellt werden. Durch
diese Feststellung können Maßnahmen zum sicheren Betrieb der Tür eingeleitet werden.
Beispielsweise kann ein Warnsignal ausgegeben werden oder eine zusätzliche Sicherheitsmaßnahme
kann eingeleitet werden, z. B. die Aktivierung einer Sicherheitseinrichtung.
[0018] Mittels der Wechselanordnung ist die Falle unabhängig vom Nussarm, der mit der Drückergarnitur
verbindbar ist, bewegbar. So kann mit dem Sensor erfasst werden, ob die Falle tatsächlich
über die Wechselanordnung und nicht über die Drückergarnitur betätigt wird.
[0019] In bevorzugter Ausführung ist vorgesehen, dass die Wechselanordnung einen unteren
Wechsel und einen oberen Wechsel umfasst. Der untere Wechsel ist vom Mitnehmer betätigbar.
Insbesondere berührt der untere Mitnehmer unmittelbar den unteren Wechsel bzw. ist
die Aufnahme des Mitnehmers so angeordnet, dass der Mitnehmer zur unmittelbaren Berührung
des unteren Wechsels angeordnet werden kann. Der untere Wechsel wiederum betätigt
den oberen Wechsel.
[0020] Insbesondere ist vorgesehen, dass der untere Wechsel direkt den oberen Wechsel berührt.
[0021] Der obere Wechsel ist zum Zurückziehen der Falle angeordnet. Die Falle umfasst hierzu
vorzugsweise einen Anschlag am Fallenschaft. Über diesen Anschlag zieht der obere
Wechsel die Falle zurück. Bevorzugt ist vorgesehen, dass der Sensor die Bewegung des
oberen Wechsels erfasst. Insbesondere berührt der Sensor den oberen Wechsel.
[0022] Insbesondere berührt der obere Wechsel unmittelbar die Falle, um diese zurückzuziehen.
[0023] Der obere Wechsel ist vorzugsweise drehbar gelagert.
[0024] Insbesondere ist vorgesehen, dass die Wechselanordnung, insbesondere der obere Wechsel,
und der Nussarm, welcher mit der Drückergarnitur drehfest verbindbar ist, unabhängig
voneinander drehbeweglich gelagert sind.
[0025] Die Wechselanordnung, insbesondere der obere Wechsel, und der Nussarm können dabei
auf koaxialen Achsen oder auf einer gemeinsamen Achse gelagert sein. Die Drehachsen
der beiden Elemente können somit koaxial zueinander angeordnet oder identisch sein.
[0026] Der obere Wechsel kann im Bereich der Drückernuss angeordnet sein. Allerdings muss
sichergestellt sein, dass sich der obere Wechsel unabhängig von dem Nussarm dreht.
[0027] Die Wechselanordnung umfasst vorzugsweise einen Wechselarm. Insbesondere umfasst
der obere Wechsel den Wechselarm. Der Wechselarm schlägt beim Zurückziehen der Falle
am Anschlag des Fallenschaftes an. Die Wechselanordnung, insbesondere der obere Wechsel,
umfasst bevorzugt einen Fortsatz. Der Fortsatz erstreckt sich vorzugsweise von dem
Wechselarm. An diesem Fortsatz wiederum ist der Sensor vorzugsweise angeordnet, so
dass letztendlich die Bewegung bzw. Position dieses Fortsatzes mittels des Sensors
erfasst wird.
[0028] Bevorzugt ist der obere Wechsel einstückig, insbesondere materialeinheitlich, ausgebildet.
[0029] Alternativ zu der mehrteiligen Ausgestaltung der Wechselanordnung kann die Wechselanordnung
einstückig ausgebildet sein.
[0030] Das Schloss kann einen Leser umfassen oder mit einem Leser verbindbar sein. Der Leser
dient dazu, insbesondere kabellos ein Berechtigungssignal zu empfangen.
[0031] Bevorzugt ist der Mitnehmer Teil einer Berechtigungsvorrichtung. Anders ausgedrückt,
umfasst die Berechtigungsvorrichtung den Mitnehmer. Das Schloss kann die Berechtigungsvorrichtung
umfassen. Die Berechtigungsvorrichtung kann in der Aufnahme eingesetzt sein. Die Berechtigungsvorrichtung
ist bevorzugt derart ausgebildet, dass der Mitnehmer nur bei einer vorliegenden Berechtigung
drehbar ist. Somit muss sich ein Benutzer authentifizieren, bevor der Benutzer den
Mitnehmer drehen und somit die Falle zurückziehen darf. Die Drehbarkeit bei vorliegender
Berechtigung kann durch eine Kupplung eines Betätigungselements mit dem Mitnehmer
oder durch eine Entsperrung eines Rotors der Berechtigungsvorrichtung erfolgen. Das
Betätigungselement kann als ein Schlüssel, als ein Knauf oder als ein Türdrücker ausgebildet
sein. Bei der Berechtigung kann es sich um eine mechanische Kodierung eines Schlüssels
oder eine elektronische Berechtigungssignal handeln. Das Berechtigungssignal kann
kabelgebunden oder kabellos von einem Berechtigungsträger, z. B. einer Karte, einem
Mobiltelefon oder einem elektronischen Schlüssel, auf die Berechtigungsvorrichtung
übertragbar sein. Hierzu kann die Berechtigungsvorrichtung eine Schnittstelle zum
Empfang des Berechtigungssignals umfassen.
[0032] Beispielsweise kann die Berechtigungsvorrichtung als ein Schließzylinder ausgebildet
sein. Hierbei kann es sich um einen mechanischen- oder elektromechanischen Schließzylinder
handeln. Der Schließzylinder kann mittels eines Schlüssels oder eines Knaufs betätigbar
sein.
[0033] Bei einer kabellosen Übertragung kann die Berechtigungsvorrichtung einen Leser umfassen
oder mit einem Leser verbindbar sein. Es kann sein, dass die Berechtigungsvorrichtung
neben einer elektromechanischen Entsperrung oder Kupplung zusätzlich eine mechanische
Entsperrung zur Notfallöffnung umfasst.
[0034] Es kann sein, dass sich die Position der Wechselanordnung, mit der Verschiebung des
Riegels ändert. Es kann sein, dass sich die Position des unteren Wechsels mit der
Verschiebung des Riegels ändert. In diesem Falle ist es besonders von Vorteil, wenn
die Position oder die Positionsänderung des oberen Wechsels durch den Sensor erfasst
wird.
[0035] Es ist denkbar, dass die Wechselanordnung nur bei zurückgezogenem Riegel betätigbar
ist. Es kann sein, dass der untere Wechsel nur bei zurückgezogenem Wechsel betätigbar
ist. So kann es insbesondere sein, dass durch das Zurückziehen des Riegels die Wechselanordnung,
insbesondere der untere Wechsel, in eine Position gebracht wird, in der die Wechselanordnung,
insbesondere der untere Wechsel, durch den Mitnehmer betätigbar ist.
[0036] Das Schloss kann einen Riegelsensor umfassen, wobei der Riegelsensor eine Position
oder eine Positionsänderung des Riegels erfasst.
[0037] Die Aufgabe der Erfindung wird auch von einer Türanordnung mit einem erfindungsgemäßen
Schloss, insbesondere mit einem Schloss nach einem der Ansprüche 1 bis 9 gelöst. Die
Türanordnung umfasst ferner eine Steuereinheit. Die Steuereinheit kann innerhalb des
Schlosskastens oder außerhalb des Schlosskastens angeordnet sein. Ein Signal des Sensors
ist von der Steuereinheit empfangbar.
[0038] Die Steuereinheit ist insbesondere zum Auswerten des Signals des Sensors ausgebildet.
Von der Steuereinheit kann im Ansprechen auf das Signal ein akustisches und/oder optisches
Warnsignal ausgelöst werden. Zusätzlich oder alternativ kann von der Steuereinheit
im Ansprechen auf das Signal eine Sicherheitseinrichtung angesteuert werden.
[0039] Die Sicherheitseinrichtung dient insbesondere zum Blockieren einer derselben oder
einer weiteren Türe. Die weitere Türe ist insbesondere der ersten mit dem erfindungsgemäßen
Schloss ausgestatteten Türe nachgeordnet.
[0040] Beispielsweise ist die Sicherheitseinrichtung als eine elektromagnetische oder elektro-mechanische
Sperrvorrichtung ausgebildet. Wird von dem Sensor erfasst, dass die Falle über die
Wechselanordnung zurückgezogen worden ist, so kann die Steuereinheit z. B. die Sicherheitseinrichtung
deaktivieren. In diesem Falle ist das Öffnen der Tür besonders einfach möglich. In
einem anderen Falle kann im Gegenteil die Steuereinheit verhindern, dass die Sicherheitseinrichtung
deaktiviert wird oder die Sicherheitseinrichtung aktivieren, wenn der Sensor erfasst,
dass die Falle über die Wechselanordnung zurückgezogen wird. In diesem Falle wird
der Zugang zu einem Raum erschwert oder verhindert.
[0041] In einem Falle ist die Sicherheitsvorrichtung zur Anordnung an einer weiteren, zweiten
Türe bestimmt. Die erste Tür, für die das erfindungsgemäße Schloss vorgesehen ist,
und die weitere, zweite Tür bilden zusammen eine Schleuse. Es kann sein, dass in diesen
Falle ein Signal des Sensors, dass die Falle zurückgezogen wird, dazu führt, dass
die Sicherheitsvorrichtung zumindest für ein vorgegebenes Zeitintervall nicht deaktivierbar
ist oder aktiviert wird. Hierdurch wird verhindert, dass die zweite Tür zusammen mit
der ersten Tür öffenbar ist.
[0042] Die Steuereinheit kann bevorzugt mehrere Signale unterschiedlicher Vorrichtungen
der Türanordnung empfangen. Beispielsweise kann die Steuereinheit das Signal des Riegelsensors
empfangen. Beispielsweise kann die Steuereinheit das Signal des Lesers, insbesondere
eines Kartenlesers, empfangen. Die Steuereinheit kann die mehreren Signale miteinander
verknüpfen und in Abhängigkeit von der Verknüpfung das Warnsignal ausgeben lassen
und/oder die Sicherheitseinrichtung ansteuern.
[0043] Beispielsweise wird ein Warnsignal ausgegeben und/oder die Sicherheitseinrichtung
aktiviert, wenn der Leser deaktiviert ist und ein Signal des Sensors empfangen wurde,
dass die Falle durch die Wechselanordnung zurückgezogen wird. Beispielsweise wird
ein Warnsignal ausgegeben und/oder die Sicherheitseinrichtung aktiviert, wenn der
Riegel zunächst zurückgezogen wird, was mittels des Riegelsensors detektiert wird,
und dann innerhalb einer vorbestimmten Zeitspanne ein Signal des Sensors empfangen
wurde, dass die Falle durch die Wechselanordnung zurückgezogen wird. Beispielsweise
unterbleibt ein Warnsignal, wenn der Leser aktiviert ist und ein Signal des Sensors
empfangen wurde, dass die Falle durch die Wechselanordnung zurückgezogen wird. Beispielsweise
unterbleibt ein Warnsignal, wenn der Riegel bereits einer vorbestimmten Zeitspanne
lang zurückgezogen ist und ein Signal des Sensors empfangen wurde, dass die Falle
durch die Wechselanordnung zurückgezogen wird.
[0044] Der Leser kann zum kabellosen Empfang des Berechtigungssignals ausgebildet sein.
[0045] Das Schloss kann eine erste Seite umfassen. Die erste Seite des Schlosses ist dazu
vorgesehen, zu einer Türinnenseite gewandt angeordnet zu werden. Das Schloss kann
eine der ersten Seite gegenüberliegende zweite Seite umfassen. Die zweite Seite des
Schlosses ist dazu vorgesehen, zu einer Türaußenseite gewandt angeordnet zu werden.
[0046] Das Schloss kann derart ausgebildet sein, dass die Drückergarnitur von einer ersten
Seite des Schlosses mit der Drückernuss verbindbar ist.
[0047] Es kann sein, dass die Schnittstelle zum Empfang des Berechtigungssignals auf der
zweiten Seite des Schlosses angeordnet ist.
[0048] Es ist denkbar, dass von der ersten Seite des Schlosses aus der Leser deaktivierbar
ist.
[0049] Es kann sein, dass die Drückergarnitur nur von der ersten Seite des Schlosses mit
der Drückernuss verbindbar ist. In diesem Falle umfasst die Drückergarnitur nur eine
erste Handhabe umfassen
[0050] Alternativ umfasst die Drückergarnitur zumindest eine erste und eine Handhabe. Die
erste Handhabe ist zur Verbindung von der ersten Seite aus vorgesehen. In diesem Falle
ist auch von der zweiten Seite eine zweite Handhabe, insbesondere ein Türdrücker oder
eine Panikstange, mit der Drückernuss verbindbar. Es kann sein, dass die zweite Handhabe
bei einem vorliegenden Berechtigungssignal mit der Drückernuss eingekuppelt wird,
so dass die zweite Handhabe die Drückernuss bewegen kann. Alternativ zu der Ausführungsform,
in der ein von dem Leser empfangen Berechtigungssignal eine Drehung des Mitnehmers
durch die Berechtigungsvorrichtung ermöglicht, kann ein vom Leser empfangenes Berechtigungssignal
eine Drehung der Drückernuss durch die zweite Handhabe ermöglichen. Insbesondere in
diesem Falle ist die Berechtigungsvorrichtung als ein Schließzylinder, insbesondere
ein mechanischer Schließzylinder, ausgestaltet. Dieser dient insbesondere zur Notöffnung.
[0051] Das Schloss kann als ein Antipanikschloss ausgebildet sein. In diesem Falle ist mit
der Drückernuss ein Panikhebel bewegbar, über den der Riegel zurückziehbar ist. Somit
ist es möglich, bei Betätigung der Drückergarnitur sowohl die Falle als auch den Riegel
zurückzuziehen.
[0052] Die Türanordnung kann die Sicherheitseinrichtung und/oder den Leser umfassen. Die
Türanordnung kann eine Warnvorrichtung zur Ausgabe des Warnsignals umfassen. Die Warnvorrichtung
kann innerhalb des Schlosses oder außerhalb des Schlosses angeordnet sein. Die Warnvorrichtung
kann in einer Zentrale vorgesehen sein.
[0053] Die Erfindung umfasst des Weiteren ein Verfahren zum Betrieb einer Türanordnung mit
den folgenden Schritten:
- (i) Erfassen in einem Schloss, insbesondere einem Schloss nach einem der Ansprüche
1 bis 9, eine Position oder eine Positionsänderung einer Wechselanordnung und Senden
eines Signales repräsentierend die Information über die Position oder die Positionsänderung
an eine Steuereinheit. Insbesondere wird hier das vorab definierte Schloss verwendet.
Insbesondere repräsentiert die Information, dass ein Zurückziehen der Falle mittels
des Wechsels erfasst wurde.
[0054] Bevorzugt ist vorgesehen, dass die Steuereinheit im Ansprechen auf das Signal ein
akustisches und/oder optisches Warnsignal auslöst. Dadurch kann beispielsweise eine
hinter der Tür befindliche Person gewarnt werden, dass die Türe geöffnet wird. Zusätzlich
oder alternativ kann die Steuereinheit im Ansprechen auf das Signal auch eine Sicherheitseinrichtung
aktivieren.
[0055] Die Erfindung wird nun anhand eines Ausführungsbeispiels näher beschrieben. Dabei
zeigen:
- Fig. 1 und 2
- zwei unterschiedliche Stellungen eines erfindungsgemäßen Schlosses gemäß einem Ausführungsbeispiel,
und
- Fig. 3
- ein Detail aus Fig. 1.
[0056] Im Folgenden wird ein erfindungsgemäßes Schloss 1 und eine erfindungsgemäßen Türanordnung
anhand der Fig. 1 bis 3 im Detail erläutert. Das Schloss 1 dient zur Durchführung
des erfindungsgemäßen Verfahrens.
[0057] Das Schloss 1 umfasst einen Schlosskasten 2, der zum Einstecken in ein Türblatt ausgebildet
ist.
[0058] Des Weiteren umfasst das Schloss 1 eine Falle 3, die linear beweglich im Schlosskasten
2 geführt ist. Die Falle 3 umfasst einen Fallenschaft 4, einen Fallenkopf 19 und einen
Anschlag 5. Der Anschlag 5 und der Fallenkopf 19 sind an zwei gegenüberliegenden Enden
des Fallenschaftes 4 angeordnet.
[0059] Des Weiteren umfasst das Schloss 1 eine Drückernuss 6. Die Drückernuss 6 umfasst
einen Nussarm 7. Die Drückernuss 6 weist einen Innenvierkant zur Aufnahme eines Dorns
einer Drückergarnitur auf. Über diese Drückergarnitur ist die Drückernuss 6 mit Nussarm
7 drehbar. Dabei zieht der Nussarm 7 über den Anschlag 5 die Falle 3 zurück. In der
Darstellung nach Fig. 1 ist die Falle 3 ausgefahren. Fig. 2 zeigt, wie durch Drehen
der Drückernuss 6 über den Nussarm 7 die Falle 3 einziehbar ist.
[0060] Die Türanordnung kann einen Leser umfassen.
[0061] In einer Ausführungsform umfasst die Drückergarnitur eine erste Handhabe, die zur
Anordnung auf einer Türinnenseite vorgesehen ist. Die erste Handhabe ist drehfest
mit dem Dorn verbunden. Die Drückergarnitur umfasst eine zweite Handhabe, die zur
Anordnung auf einer Türaußenseite vorgesehen ist. Die zweite Handhabe ist mit dem
Dorn kuppelbar. Die Kupplung erfolgt, wenn dem Leser ein Berechtigungssignal vorliegt.
Bei bestehender Kupplung kann mittels der zweiten Handhabe die Drückernuss 6 betätigt
werden.
[0062] Das Schloss 1 umfasst ferner einen Riegel 8, der parallel zur Falle 3 ausschließbar
und zurückziehbar ist.
[0063] Das Schloss 1 weist eine Aufnahme 9 für einen Mitnehmer 10 auf. Der Mitnehmer ist
Teil einer Berechtigungsvorrichtung. Insbesondere ist die Aufnahme 9 als Schließzylinderaufnahme
ausgebildet.
[0064] Der Mitnehmer 10 kann Bestandteil solch eines Schließzylinders in der Aufnahme 9
sein.
[0065] Die Berechtigungsvorrichtung kann einen mechanischen Schließzylinder umfassen. Der
mechanische Schließzylinder kann zur Notöffnung ausgebildet sein.
[0066] Das Schloss 1 umfasst eine Wechselanordnung 11. Im gezeigten Ausführungsbeispiel
umfasst die Wechselanordnung 11 einen unteren Wechsel 12 und einen oberen Wechsel
13.
[0067] Der untere Wechsel 12 ist an einem ersten Bolzen 20 und einem zweiten Bolzen 21 linear
beweglich geführt. Der erste Bolzen 20 ist relativ zum Schlosskasten 2 fest. Der zweite
Bolzen 21 ist am Riegel 8 angeordnet und bewegt sich somit zusammen mit dem Riegel.
Um ein Blockieren des unteren Wechsels 12 am Mitnehmer 10 bei Bewegung des Riegels
8 zu verhindern, ist eine Blattfeder 22 zwischen unterem Wechsel 12 und zweitem Bolzen
21 vorgesehen.
[0068] Der obere Wechsel 13 ist auf derselben Achse wie die Drückernuss 6 drehbar gelagert.
Allerdings ist der obere Wechsel 13 unabhängig von der Drückernuss 6 drehbeweglich.
Der obere Wechsel 13 weist einen Wechselanschlag 23 auf. Der untere Wechsel 12 berührt
den oberen Wechsel 13 an diesem Wechselanschlag 23.
[0069] Des Weiteren weist der obere Wechsel 13 einen Wechselarm 14 auf. Dieser Wechselarm
14 berührt bei Drehen des oberen Wechsels 13 den Anschlag 5 am Fallenschaft 4, wodurch
die Falle 3 einziehbar ist.
[0070] Der obere Wechsel 13 umfasst einen Fortsatz 15. Am Wechselarm 14 ist der Fortsatz
15 vorgesehen. An diesem Fortsatz 15 erfasst ein Sensor 16 die Positionsänderung der
Wechselanordnung 11, hier des oberen Wechsels 13.
[0071] Der Wechselanschlag 23, der Wechselarm 14 und der Fortsatz 15 sind einstückig ausgebildet.
[0072] Im gezeigten Ausführungsbeispiel wird mit dem Sensor 16 die Position des oberen Wechsels
13 bzw. des Fortsatzes 15 erfasst, woraus sich unmittelbar ein Rückschluss auf die
Positionsänderung der Wechselanordnung 11 zulässt. Durch die Positionsänderung kann
ein Zurückziehen der Falle 3 durch den Mitnehmer 10 eindeutig detektiert werden.
[0073] Der untere Wechsel 12 kann sich aufgrund seiner Lagerung am zweiten Bolzen 21 mit
dem Riegel 8 bewegen. Diese Bewegung führt nicht zu einem Zurückziehen der Falle über
die Wechselanordnung 11. Infolgedessen wird hier vorgeschlagen, dass der Sensor 16
die Bewegung am oberen Wechsel 13 erfasst, da bei einer Bewegung des oberen Wechsels
13 stets ein Zurückziehen der Falle 3 aufgrund einer Betätigung der Wechselanordnung
11 mittels des Mitnehmers 10 erfolgt. Alternativ könnte allerdings der Sensor 16 auch
z.B. die lineare Auf- und Abbewegung des unteren Wechsels 12 erfassen, welche ebenfalls
zwangsläufig zu einem Zurückziehen der Falle 3 führt.
[0074] Der untere Wechsel 12 gelangt erst durch ein Zurückziehen des Riegels 8 in eine Position,
in der der Mitnehmer 10 die Wechselanordnung 11 betätigen kann.
[0075] Figur 3 zeigt nur ausgewählte Elemente des Schlosses 1 und zeigt insbesondere rein
schematisch, dass der Sensor 16 mit einer Steuereinheit 18 verbunden ist. Diese Steuereinheit
18 befindet sich vorzugsweise außerhalb des Schlosses 1, kann jedoch auch im Schloss
1 angeordnet sein. Die Türanordnung umfasst die Steuereinheit 18.
[0076] Wie die Figuren 1 und 2 zeigen, kann das Schloss 1 zusätzlich einen Riegelsensor
17 umfassen, der erfasst, wenn der Riegel betätigt wird bzw. in welcher Position sich
der Riegel 8 befindet.
[0077] Die Steuereinheit 18 ist dazu ausgebildet, beispielsweise ein Warnsignal zu geben
oder eine Sicherheitseinrichtung zu aktivieren, wenn über den Sensor 10 erfasst wird,
dass die Falle 3 über die Wechselanordnung 11 zurückgezogen wird.
[0078] Die Steuereinheit 18 kann zusätzlich zu dem Signal des Sensors 16 das Signal des
Riegelsensors 17 empfangen. Hierdurch kann das Warnsignal z. B. ausgegeben werden,
wenn der Riegel 8 zurückgezogen wird und in einer vorbestimmten Zeitspanne danach
auch die Falle 3 über die Wechselanordnung 11 zurückgezogen wird. Letzteres wird eindeutig
durch den Sensor 16 erfasst. Andererseits kann das Warnsignal unterbleiben, wenn bereits
der Riegel 8 eine vorbestimmte Zeitspanne lang bereits zurückgezogen war und dann
die Falle 3 über die Wechselanordnung 11 zurückgezogen wird, was durch den Sensor
16 detektiert wird. Entsprechend kann die Aktivierung der Sicherheitseinrichtung davon
abhängen, ob nur die Falle 3 durch die Wechselanordnung 11 zurückgezogen wird oder
ob in einer vorbestimmten Zeitspanne zuvor auch der Riegel 8 zurückgezogen wurde.
[0079] Die Steuereinheit 18 kann ein Signal des Lesers empfangen. Die Steuereinheit 18 kann
Kenntnis darüber haben, ob der Leser aktiviert oder deaktiviert ist. Die Steuereinheit
18 kann z. B. veranlassen, dass das Warnsignal ausgegeben wird, wenn der Leser deaktiviert
ist. Hingegen kann das Warnsignal unterbleiben, wenn der Leser aktiviert ist. Somit
wird nur ein Warnsignal ausgegeben, wenn z. B. über einen mechanischen Notschlüssel
die Falle 3 mittels der Wechselanordnung 11 insbesondere von einer Türaußenseite zurückgezogen
wird.
[0080] Von der Türinnenseite kann der Leser deaktiviert werden. Das Berechtigungssignal
wird von der Türaußenseite aus von dem Schloss 1 empfangen. Der Schließzylinder und/oder
die zweite Handhabe sind auf der Türaußenseite vorgesehen.
[0081] Das Schloss 1 kann als Antipanikschloss ausgebildet sein. In diesem Falle ist ein
nicht dargestellter Panikhebel mit der Drückernuss 6 verbunden. Bei einer Betätigung
der Drückergarnitur wird mittels des Panikhebels der Riegel 8 zurückgezogen.
Bezugszeichenliste
[0082]
- 1
- Schloss
- 2
- Schlosskasten
- 3
- Falle
- 4
- Fallenschaft
- 5
- Anschlag
- 6
- Drückernuss
- 7
- Nussarm
- 8
- Riegel
- 9
- Aufnahme
- 10
- Mitnehmer
- 11
- Wechselanordnung
- 12
- unterer Wechsel
- 13
- oberer Wechsel
- 14
- Wechselarm
- 15
- Fortsatz
- 16
- Sensor
- 17
- Riegelsensor
- 18
- Steuereinheit
- 19
- Fallenkopf
- 20
- erster Bolzen
- 21
- zweiter Bolzen
- 22
- Blattfeder
- 23
- Wechselanschlag
1. Schloss (1) umfassend
• eine Falle (3),
• einen über eine Drückergarnitur drehbaren Nussarm (7) zum Zurückziehen der Falle
(3),
• einen drehbaren Mitnehmer (10) oder eine Aufnahme (9) für den Mitnehmer (10),
• eine Wechselanordnung (11) zum Zurückziehen der Falle (3) unabhängig vom Nussarm
(7), wobei der Mitnehmer (10) bzw. die Aufnahme (9) des Mitnehmers (10) so angeordnet
ist, dass die Wechselanordnung (11) mittels des Mitnehmers (10) betätigbar ist, und
• einen Sensor (16) zum Erfassen einer Position oder Positionsänderung der Wechselanordnung
(11).
2. Schloss (1) nach Anspruch 1, wobei die Wechselanordnung (11) einen unteren Wechsel
(12) und einen oberen Wechsel (13) umfasst, wobei der untere Wechsel (12) vom Mitnehmer
(10) betätigbar ist und den oberen Wechsel (13) betätigt, und wobei der obere Wechsel
(13) zum Zurückziehen der Falle (3) angeordnet ist, wobei der Sensor (16) die Position
oder die Positionsänderung des oberen Wechsels (13) erfasst.
3. Schloss (1) nach Anspruch 1 oder 2, wobei die Wechselanordnung (11), insbesondere
der obere Wechsel (13), und der Nussarm (7) unabhängig voneinander drehbeweglich gelagert
sind.
4. Schloss (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Wechselanordnung (11)
einen Wechselarm (14) umfasst, der beim Zurückziehen der Falle (3) an einem Anschlag
(5) eines Fallenschaftes (4) der Falle (3) anschlägt, wobei sich von dem Wechselarm
(14) einen Fortsatz (15) erstreckt, der den Sensor (16) betätigt.
5. Schloss (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, umfassend eine Berechtigungsvorrichtung,
die den drehbaren Mitnehmer (10) umfasst, in der Aufnahme (9), wobei die Berechtigungsvorrichtung
derart ausgebildet ist, dass der Mitnehmer (10) nur bei einer vorliegenden Berechtigung
drehbar ist.
6. Schloss (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Aufnahme (9) für den
Mitnehmer (10) als Schließzylinderaufnahme für im Schlosskasten des Schlosses (1)
ausgebildet ist.
7. Schloss (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, umfassend einen Riegel (8), der
zum Sperren des Schlosses (1) verschiebbar ist, wobei der drehbaren Mitnehmer (10)
oder die Aufnahme (9) für den Mitnehmer (10) zum Verschieben des Riegels (8) mittels
des Mitnehmers (10) angeordnet ist, wobei sich die Position der Wechselanordnung (11),
insbesondere des unteren Wechsels (12), mit der Verschiebung des Riegels (8) ändert.
8. Schloss (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dass die Wechselanordnung (11),
insbesondere der untere Wechsel (12), nur bei zurückgezogenem Riegel (8) betätigbar
ist.
9. Schloss (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dass das Schloss (1) einen Riegelsensor
(17) umfasst, wobei der Riegelsensor (17) eine Position oder eine Positionsänderung
des Riegels (8) erfasst.
10. Türanordnung mit einem Schloss (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche und mit
einer Steuereinheit (18), wobei ein Signal des Sensors (16) von der Steuereinheit
(18) empfangbar ist.
11. Türanordnung nach Anspruch 10, wobei die Steuereinheit (18) ein Warnsignal ausgibt
oder eine Sicherheitseinrichtung ansteuert, wenn der Sensor (16) ein Zurückziehen
der Falle (3) erfasst hat und zugleich eine weitere Voraussetzung, insbesondere ein
deaktivierter Kartenleser oder ein ausgeschlossener Riegel (8), vorliegt.
12. Verfahren zum Betrieb einer Türanordnung umfassend die folgenden Schritte: Erfassen
in einem Schloss (1), insbesondere einem Schloss (1) nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, eine Position oder eine Positionsänderung einer Wechselanordnung (11) und
Senden eines Signales repräsentierend die Information über die Position oder die Positionsänderung
an eine Steuereinheit (18).
13. Verfahren nach Anspruch 12, wobei von der Steuereinheit (18) im Ansprechen auf das
Signal ein akustisches und/oder optisches Warnsignal ausgelöst wird und/oder eine
Sicherheitseinrichtung angesteuert wird.