[0001] Die Erfindung bezieht sich auf das Gebiet der Erzeugung von Laufradverzahnungen in
Hohlrädern und genauer auf entsprechende Innenverzahnungen. Laufradverzahnungen und
insbesondere Evolventenverzahnungen finden Anwendung in Zahnradgetrieben und insbesondere
in Planetengetrieben, zum Beispiel in solchen von Automatikgetrieben für Automobile,
aber auch in anderen Bereichen des Fahrzeugbaus und des Maschinenbaus.
[0002] Innenliegende Laufradverzahnungen werden heute vor allem durch spanabhebende Verfahren
erzeugt, insbesondere durch Räumen.
[0003] Räumen wird auch zur Erzeugung von Zahnnabenprofilen wie Innenverzahnungen nach DIN
5480, DIN 5482, usw. eingesetzt.
[0004] Wenn durch Räumen topfförmig ausgebildete Werkstücke mit einer Laufradverzahnung
erstellt werden sollen, muss zunächst in einem der Topfwandung entsprechenden Teil
die Laufradverzahnung erstellt und danach dieser Teil mit einem Topfbodenteil verbunden
werden, beispielsweise durch Laser- oder Elektronenstrahlschweissen.
[0005] Wenn in einem topfförmig ausgebildeten Werkstück eine Laufradverzahnung spanabhebend
erzeugt werden soll, kommt das Stossen zur Anwendung, welches gegenüber dem Räumen
jedoch eine geringere Wirtschaftlichkeit aufweist.
[0006] Für mechanisch wenig belastete Teile ist das Herstellen von innenverzahnten Hohlrädern
durch Sintern eine Alternative, die es ausserdem erlaubt, topfförmig ausgebildete
Hohlräder einstückig auszubilden, ohne dass ein anschliessender Verbindungsschritt
für Topfboden und Wandung durchgeführt werden müsste.
[0007] Ein alternatives, auf Kaltumformen basierendes Verfahren zum Erstellen von innenliegenden
Laufradverzahnungen ist aus
WO 2013/159 241 A1 bekannt. Dort ist beschrieben, wie durch radial hämmerndes Bearbeiten eines dickwandigen
Werkstücks von innen mittels eines Prägewerkzeugs eine innenliegende Laufradverzahnung
in dem Werkstück erzeugt werden kann.
[0008] Aus dem Stand der Technik sind allem Anschein nach ausschliesslich dickwandige Hohlräder
bekannt. Dadurch wird eine hohe Formstabilität des Hohlrades erreicht, wenn es, beispielsweise
in einem Planetengetriebe, zum Einsatz kommt. Allerdings resultiert daraus auch ein
relativ hohes Gewicht des Hohlrades. Aussen behält ein solches Hohlrad in seinem innenverzahnten
Bereich meist die Form, die es schon als unverzahnter Rohling hatte, so dass bei zylinderverzahnten
Hohlrädern, die ausgehend von entsprechend zylinderrohrförmigen Rohlingen gefertigt
werden, meist auch das mit der Innenverzahnung versehene Hohlrad aussen eine Zylindermantelfäche
aufweist. Deren Durchmesser ist um das Doppelte der Restwandstärke der Innenverzahnung
grösser als der Fusskreisdurchmesser der Innenverzahnung. Die Restwandstärke eines
solchen dickwandigen Hohlrades ist mindestens 0.25 mal so gross bzw. in der Regel
eher mindestens 0.5 mal so gross wie die Verzahnungstiefe der Innenverzahnung. Trotz
des Jahrzehnten bestehenden allgemeinen Bedürfnisses nach Leichtbaukomponenten, vor
allem auch im Fahrzeugbau scheint die Idee, ein laufradverzahntes Hohlrad als ein
Leichtbau-Teil auszuführen, noch nicht aufgekommen zu sein oder zumindest nicht realisiert
worden zu sein. Natürlich kann beim Gewicht eines Hohlrades gespart werden, wenn sehr
geringe Restwandstärken gewählt werden, beispielsweise wie im Falle der zuvor genannten
Restwandstärke im Bereich zwischen 0.25 mal und 0.5 mal die Verzahnungstiefe. Allerdings
sind der Restwandstärke nach unten Grenzen gesetzt durch Fertigungstauglichkeit und
auch durch die im Einsatz erforderliche Formstabilität.
[0009] Aus einem anderen technischen Gebiet, nämlich der Erstellung von Steckverzahnungen,
sind weitere kaltumformende Fertigungsverfahren bekannt. Beispielsweise können Steckverzahnungen
(auch als "Passverzahnungen" bekannt) kaltumformend erstellt werden, indem in ein
hohlzylindrisches Werkstück ein aussenprofilierter Dorn eingebracht wird und dann
eine der Profilierung des Dornes entsprechende Innenprofilierung des Werkstückes dadurch
erzeugt wird, dass das Werkstück von aussen durch Schlagwalzen mittels planetenartig
angetriebener und periodisch auf das Werkstück einwirkender unprofilierter Werkzeuge
bearbeitet wird. Solche Verfahren sind beispielsweise aus
DE 37 15 393 C2,
CH 670 970 A5,
CH 675 840 A5,
CH 685 542 A5 und
EP 0 688 617 B1 bekannt.
[0010] Eine Erstellung von innenliegenden Laufradverzahnungen durch Kaltumformung ist allerdings
nur schwer zu realisieren, da Laufradverzahnungen, zumindest im Vergleich mit Steckverzahnungen
wesentlich grössere Zahnhöhen aufweisen und ausserdem im allgemeinen höhere Genauigkeitsanforderungen
an die Zahnform stellen.
[0011] Ein Verfahren zum Erstellen einer Innen- und Aussenprofilierung in dünnwandigen zylindrischen
Hohlteilen ist in
WO 2007/009267 A1 beschrieben. Das dünnwandige Hohlteil sitzt auf einem aussenprofilierten Dorn und
wird durch mindestens ein von aussen auf das Hohlteil schlagartig einwirkendes Profilierungswerkzeug
kaltumformend bearbeitet. Dabei wird das Profilierungswerkzeug senkrecht zur Oberfläche,
also radial, bewegt und das Hohlteil relativ gegenüber dem Profilierungswerkzeug bei
gleichbleibender radialer Zustelltiefe axial verschoben. Durch dieses Verfahren kann
die durch den Dorn vorgegebene Profilierung auf die Innenverzahnnung des dünnwandigen
Hohlteils übertragen werden, und eine durch das Profilierungswerkzeug vorgegebene
Form kann auf die Aussenverzahnung des dünnwandigen Hohlteils übertragen werden. Zur
Erstellung von Steckverzahnungen ist das Verfahren sehr gut geeignet, aber zur Erstellung
einer innenliegenden Laufradverzahnung ist es völlig ungeeignet, da es nur bei dünnwandigen
Blechteilen angewendet werden kann, wodurch weder eine für Laufradverzahnungen ausreichende
Fertigungsgenauigkeit noch eine ausreichende Belastbarkeit im Einsatz erreichbar ist.
[0012] Es ist eine Aufgabe der Erfindung, ein alternatives Verfahren zu schaffen, durch
das eine innenliegende Laufradverzahnung erzeugbar ist. Weiter soll eine entsprechende
Vorrichtung zur Erzeugung entsprechender Hohlräder geschaffen werden. Und damit einhergehend
soll eine Verwendung der Vorrichtung geschaffen werden.
[0013] Insbesondere ist es eine Aufgabe der Erfindung, Verfahren und Vorrichtungen zu schaffen,
welche die Nachteile der Verfahren und Vorrichtungen des Standes der Technik nicht
aufweisen.
[0014] Der Erfinder hat erkannt, dass Bemühungen um Leichtbau auch Hohlräder betreffen können,
die mit einer Innenverzahnung versehen sind, bei der es sich um eine Laufradverzahnung
handelt. Und darüber hinaus hat er eine Möglichkeit entwickelt, solche Hohlräder wirtschaftlich
und dennoch mit hoher Genauigkeit herzustellen.
[0015] Und ausserdem ergeben sich aus der erfinderischen Idee Bauteile und Anwendungen,
die mit aus dem Stand der Technik bekannten Hohlrädern nicht durchführbar sind oder
sich nur mit relativ grossem Aufwand und somit vermutlich nicht wirtschaftlich umsetzen
bzw. herstellen lassen.
[0016] Das mit dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellte Hohlrad weist nicht nur eine
Innenverzahnung auf, die eine Laufradverzahnung ist, sondern auch noch eine Aussenverzahnung.
[0017] Dadurch kann einerseits eine solche Restwandstärke (die ja im Bereich eines Zahnfusses
der Innenverzahnung gemessen wird) vorgesehen werden, die ausreichend ist für den
geplanten Einsatz des Hohlrades, aber andererseits kann im Bereich der Zahnköpfe der
Innenverzahnung eine Materialstärke des Hohlrades vorgesehen sein, die deutlich geringer
ist, als es der Fall wäre, wenn das Hohlrad aussen die Form einer (unverzahnten) Zylindermantelfläche
beschriebe. Dort, im Bereich der Zahnköpfe der Innenverzahnung, hat das Hohlrad also
eine gegenüber den aus dem Stand der Technik bekannten innen laufradverzahnten und
aussen rotationssymmetrischen, unprofilierten Hohlrädern deutlich verringerte Materialstärke,
so dass das Gewicht des Hohlrades deutlich verringert ist. Und dennoch kann eine Formstabilität
erreichbar sein, die für einen geplanten Einsatz ausreichend ist.
[0018] Ausserdem ist die Aussenverzahnung nutzbar, beispielsweise um damit einen weiteren
Körper verdrehsicher mit dem Hohlrad zu verbinden.
[0019] Mittels der oben genannten bekannten Sinterverfahren könnten Hohlräder hergestellt
werden, die sowohl eine Innenverzahnung (als Laufradverzahnung) als auch eine Aussenverzahnung
aufweisen. Auch in dem Fall kann das Hohlrad eine relativ geringe Masse aufweisen.
Aber für Anwendungen, in denen das Hohlrad grösseren mechanischen Belastungen ausgesetzt
ist, dürften diese ungeeignet sein.
[0020] Ferner ist davon auszugehen, dass ein Herstellen eines innen und aussen verzahnten
Hohlrades mittels spanabhebender Verfahren wenig wirtschaftlich ist, da nicht nur
die innenliegende Laufradverzahnung, sondern zusätzlich noch die Aussenverzahnung
spanabhebend erstellt werden muss, was in erster Näherung einen verdoppelten Fertigungsaufwand
bedeutet.
[0021] Und auch das aus
WO 2013/159 241 A1 bekannte Kaltumformverfahren regt nicht dazu an, zu der vorliegenden Erfindung weiterentwickelt
zu werden.
[0022] Ein das Herstellungsverfahren und die Vorrichtung zur Herstellung betreffender Aspekt
der Erfindung ist, dass es zum Erreichen einer ausreichend grossen Genauigkeit, wie
sie für Laufradverzahnungen nötig ist, eine Stabilisierung des Werkstücks während
des Herstellungsprozesses braucht. Wenn mit dem hierin beschriebenen Verfahren kaltumformend
hämmernd auf ein Werkstück eingewirkt wird, kann dies zu unerwünschten Verformungen
führen, zum Beispiel zu Abweichungen von der Zylindersymmetrie, was wiederum zu nicht
ausreichend genau ausgebildeten Flankenformen der Laufradverzahnung führen kann.
[0023] Entsprechend ist mindestens ein Stabilisierungsabschnitt vorgesehen, der derartigen
Problemen entgegenwirkt.
[0024] Noch ein weiterer das Herstellungsverfahren und die Vorrichtung zur Herstellung betreffender
Aspekt der Erfindung ist, dass eine Matrize verwendet wird, die eine innenliegende
Matrizenverzahnung aufweist, so dass ein Werkstück, das zu dem Hohlrad umgeformt werden
soll, derart umgeformt wird, dass gleichzeitig eine Laufradverzahnung als Innenverzahnung
und eine weitere Verzahnung als Aussenverzahnung entstehen. Durch ein hämmerndes Bearbeiten
des Werkstücks von innen mittels eines Prägewerkzeuges wird dort, wo das Prägewerkzeug
(mit seinem vorstehenden Wirkbereich) zum Eingriff kommt, eine Zahnlücke der Innenverzahnung
erzeugt, und gleichzeitig wird dort (also an der gleichen Umfangsposition) ein Zahn
der Aussenverzahnung erzeugt, nämlich indem das Material des Werkstücks mittels des
Prägewerkzeugs in eine Zahnlücke der Matrizenverzahnung getrieben wird. Durch die
angrenzenden Zahnköpfe der Matrizenverzahnung hingegen wird ein radial nach aussen
gerichteter Materialfluss unterbunden, so dass sich dort die Zahnfüsse der Aussenverzahnung
ausbilden können.
[0025] Für eine gut definierte Ausbildung der Zahnköpfe der Innenverzahnung kann das Prägewerkzeug
Kalibrierbereiche aufweisen, die gleichzeitig einen Materialfluss radial nach innen
begrenzen, so dass ein neben einer Zahnlücke der Innenverzahnung ausbildender Zahnkopf
radial nicht zu weit nach innen ragt.
[0026] Die Umfangspositionen der Zähne der Innenverzahnung und der Zahnlücken der Aussenverzahnung
sind gleich. Und die Umfangspositionen der Zahnlücken der Innenverzahnung und der
Zähne der Aussenverzahnung sind ebenfalls gleich. Typischerweise hat die (als Laufradverzahnung
ausgebildete) Innenverzahnung eine grössere Verzahnungstiefe als die Aussenverzahnung.
Die Verzahnungstiefe einer Verzahnung ist definiert als die Hälfte der Differenz zwischen
Kopfkreisdurchmesser und Fusskreisdurchmesser der Verzahnung. Sie ergibt sich auch
als Summe von Kopfhöhe und Fusshöhe der Verzahnung.
[0027] Eine weitere Aufgabe der Erfindung ist das Herstellen von Hohlrädern mit besonders
geringem Gewicht.
[0028] Eine weitere Aufgabe der Erfindung ist es, Hohlräder fertigen zu können, die eine
innenliegende Laufradverzahnung von hoher Qualität aufweisen.
[0029] Eine weitere Aufgabe der Erfindung ist es, eine sehr wirtschaftliche Fertigungsweise
für Hohlräder mit einer innenliegenden Laufradverzahnung bereitzustellen und insbesondere,
kurze Bearbeitungszeiten zu erreichen.
[0030] Eine weitere Aufgabe der Erfindung ist es, eine Möglichkeit zu schaffen, innenliegende
Laufradverzahnungen mit grossen Verzahnungstiefen zu erzeugen. Laufradverzahnungen
mit schlanken Zähnen sollen in Hohlrädern erzeugbar sein.
[0031] Eine weitere Aufgabe der Erfindung ist es, eine Möglichkeit zu schaffen, innenliegende
Laufradverzahnungen in topfförmig ausgebildeten Hohlrädern zu erzeugen, insbesondere
unter Sicherstellung einer präzisen Ausrichtung des Topfbodens gegenüber der Verzahnung.
[0032] Eine weitere Aufgabe der Erfindung ist es, eine Möglichkeit zu schaffen, innenliegende
Laufrad-Schrägverzahnungen zu erzeugen.
[0033] Eine weitere Aufgabe der Erfindung ist es, eine Möglichkeit zu schaffen, innenliegende
Laufrad-Pfeilverzahnungen zu erzeugen.
[0034] Mindestens eine dieser Aufgaben wird zumindest teilweise durch , Verfahren und Vorrichtung
gemäss den unabhängigen Patentansprüchen gelöst.
[0035] Das Verfahren ist ein Verfahren zur Herstellung eines Hohlrades, das eine Innenverzahnung
und eine Aussenverzahnung aufweist, wobei die Innenverzahnung eine Laufradverzahnung
ist, und wobei ein Werkstück durch mindestens ein Prägewerkzeug bearbeitet wird.
[0036] Das Werkstück weist einen rohrförmigen Abschnitt mit einer Längsachse auf.
[0037] Dieser kann einen runden (kreisförmigen) Querschnitt aufweisen. Entsprechend kann
der rohrförmige Abschnitt Zylindersymmetrie aufweisen und insbesondere zylinderrohrförmig
sein.
[0038] Zusätzlich weist das Werkstück noch mindestens einen mit dem röhrförmigen Abschnitt
verbundenen ersten Stabilisierungsabschnitt auf. Dieser dient der Formstabilisierung
des rohrförmigen Abschnitts während der Bearbeitung durch das mindestens eine Prägewerkzeug
.
[0039] Beispielsweise können Verformungen, die aus einem kreisförmigen Querschnitt des rohrförmigen
Abschnitts einen ovalen Querschnitt machen würden, verhindert werden. Der erste Stabilisierungsabschnitt
kann direkt mit dem rohrförmigen Abschnitt verbunden sein, also direkt an diesen anschliessen.
Der rohrförmige Abschnitt kann aber auch indirekt, nämlich über einen Übergangsbereich,
mit dem rohrförmigen Abschnitt verbunden sein.
[0040] Weiter wird eine Matrize bereitgestellt, die eine röhrförmige Öffnung aufweist, in
welcher eine innenliegende Matrizenverzahnung ausgebildet ist. Die röhrförmige Öffnung
ist zur Aufnahme des rohrförmigen Abschnitts vorgesehen.
[0041] Sie kann dieselbe Anzahl Zähne aufweisen wie die zu erzeugenden Verzahnungen, also
wie die Innenverzahnung und wie die Aussenverzahnung.
[0042] Der rohrförmige Abschnitt wird in die röhrförmige Öffnung eingebracht, und anschliessend
wird das Werkstück an der Innenseite des rohrförmigen Abschnittes durch das mindestens
eine Prägewerkzeug bearbeitet. Und zwar, so dass gleichzeitig die Innenverzahnung
und die Aussenverzahnung erzeugt wird.
[0043] Dazu führt das Werkstück eine Rotationsbewegung mit zeitlich variierender Rotationsgeschwindigkeit
um die genannte Längsachse durch; beispielsweise eine intermittierende Rotation. Insbesondere
können das Werkstück und die Matrize doe genannte Rotationsbewegung (gemeinsam) durchführen.
Und das mindestens eine Prägewerkzeug führt radial oszillierende Bewegungen durch,
die mit der genannten Rotationsbewegung synchronisiert sind. Dabei kennzeichnet der
Begriff "radial" Ausrichtungen senkrecht zu der Längsachse. Der Begriff "axial" kennzeichnet
Ausrichtungen parallel zu der Längsachse.
[0044] Die genannte Synchronisation ist so ausgestaltet, dass das mindestens eine Prägewerkzeug
den rohrförmigen Abschnitt zum Erzeugen der Aussenverzahnung bei gleichzeitigem Erzeugen
der Innenverzahnung durch wiederholtes hämmerndes Bearbeiten des rohrförmigen Abschnitts
in die Matrizenverzahnung einformt.
[0045] So kann also vorgesehen sein, dass - jeweils zum Zeitpunkt eines hämmernden Eingriffs
des mindestens einen Prägewerkzeugs in das Werkstück - die Matrize eine solche Drehausrichtung
hat, dass an der Umfangsposition, an welcher der Eingriff des Prägewerkzeuges stattfindet,
eine Zahnlücke der Matrizenverzahnung vorhanden ist.
[0046] Und dies kann für jede Zahnlücke des Matrizenverzahnung vorgesehen sein, und zwar
insbesondere so, dass das Prägewerkzeug den rohrförmgen Abschnitt an jeder der beschriebenen
Umfangspositionen mehrmals in der beschriebenen Weise bearbeitet.
[0047] Das Verfahren ermöglicht es, Laufradverzahnungen der Qualität 8 oder 7 oder unter
Umständen auch 6 nach DIN 3961 / DIN 3962 zu erzeugen. Und dies auf sehr wirtschaftliche
Weise, beispielsweise weil sehr kurze Bearbeitungszeiten ermöglicht werden.
[0048] Und weiter kann von relativ preisgünstigem Material ausgegangen werden, denn durch
das beschriebene Kaltumformen werden die Materialeigenschaften verbessert. Beispielsweise
kann das Material eine höhere Festigkeit erhalten.
[0049] Das Prägewerkzeug kann den rohrförmigen Abschnitt wiederholt an solchen Umfangspositionen
bearbeiten, an denen die innenliegende Matrizenverzahnung Zahnlücken aufweist. Dadurch
kann der rohrförmige Abschnitt sukzessive in die innenliegende Matrizenverzahnung
eingeformt werden. So können Zähne der Aussenverzahnung und Zahnlücken der Innenverzahnung
an den genannten Umfangspositionen (wo die innenliegende Matrizenverzahnung Zahnlücken
aufweist) ausgebildet werden. Und gleichzeitig können Zahnlücken der Aussenverzahnung
und Zähne der Innenverzahnung ausgebildet werden, und zwar an dazwischenliegenden
Umfangspositionen, an denen die innenliegende Matrizenverzahnung Zähne aufweist.
[0050] Die zeitlich variierende Rotationsgeschwindigkeit des Werkstücks bildet aufeinanderfolgende
Phasen relativ höherer Rotationsgeschwindigkeit und relativ geringerer Rotationsgeschwindigkeit,
wobei insbesondere vorgesehen werden kann, dass das Werkstück in den Phasen der relativ
geringeren Rotationsgeschwindigkeit zumindest momentan zum (Rotations-) Stillstand
kommt (Rotationsstillstand hat auch eine Rotationsgeschwindigkeit, nämlich null).
Die Bearbeitung des Werkstückes durch ein Prägewerkzeug findet normalerweise jeweils
während einer der Phasen relativ geringerer Rotationsgeschwindigkeit statt. Je langsamer
das Werkstück während des Eingriffs des jeweiligen Prägewerkzeuges rotiert bzw. je
länger das Werkstück in den Phasen relativ geringerer Rotationsgeschwindigkeit langsam
rotiert oder stillsteht, desto besser kann eine hohe Präzision der letztlich erzeugten
Laufradverzahnung erreicht werden.
[0051] Zum Beispiel kann das Prägewerkzeug das Werkstück in solchen Phasen der Rotationsbewegung
bearbeiten, in denen das Werkstück zumindest momentan stillsteht. Insbesondere kann
die Rotationsbewegung des Werkstücks eine intermittierende Rotation sein, und das
Prägewerkzeug bearbeitet das Werkstück in Phasen des Rotationsstillstandes des Werkstückes.
Das Prägewerkzeug ist dann also in Phasen des Stillstandes der intermittierenden Werkstückkrotationsbewegung
mit dem Werkstück in Eingriff. Es ist zu bemerken, dass eine intermittierende Rotation
beinhaltet, dass zwischen Phasen der Rotation Phasen des Rotationsstillstandes vorgesehen
sind, wobei Phasen Zeitdauern kennzeichnen, wodurch sich Stillstandsphasen von momentanem
Stillstand unterscheiden. Normalerweise ist dann vorgesehen, dass innerhalb der Zeiten
des Rotationsstillstandes das Werkstück umgeformt wird, und dass während der Rotation
des Werkstückes das Prägewerkzeug so weit vom Werkstück entfernt ist (bzw. alle Prägewerkzeuge
so weit vom Werkstück entfernt sind), dass sich das Werkstück drehen kann, ohne mit
dem (bzw. mit einem) Prägewerkzeug in Kontakt zu kommen oder gar von mit dem (bzw.
einem) Prägewerkzeug an der Rotation gehindert zu werden.
[0052] Die zeitlich variierende Rotationsgeschwindigkeit des Werkstücks ist normalerweise
eine zumindest abschnittsweise periodisch variierende Rotationsgeschwindigkeit.
[0053] Die Rotationsbewegung des Werkstücks wird von der Matrize mit ausgeführt. Zum Beispiel
sind Werkstück und Matrize aneinander fixiert, so dass sie dieselbe Rotationsbewegung
ausführen.
[0054] Werkstück und Matrize sind dabei zueinander zumindest im wesentlichen koaxial ausgerichtet
sowie auch (zumindest im wesentlichen) koaxial zu der Längsachse ausgerichtet.
[0055] Material des rohrförmigen Abschnitts wird durch das Bearbeiten durch das mindestens
eine Prägewerkzeug so umgeformt und in die Zahnlücken der Matrizenverzahnung eingeformt,
dass es aussen seine Form an die Form der Zahnköpfe und an die Form von an die Zahnköpfe
angrenzenden Abschnitten der Zahnflanken der Matrizenverzahnung anpasst. So entsteht
die Aussenverzahnung, mit Flankenformen, die einem Negativ von Flankenformen (oder
von Abschnitten von Flankenformen) der Matrizenverzahnung entsprechen und deren Zahnfussform
einem Negativ der Zahnkopfform der Matrizenverzahnung entspricht.
[0056] Gleichzeitig wird die Innenverzahnung ausgebildet, deren Flankenformen einem Negativ
von Flankenformen des Prägewerkzeugs entspricht, und deren Zahnfussform einem Negativ
einer Werkzeugkopfform des Prägewerkzeugs entspricht.
[0057] Das Werkstück wird durch das Prägewerkzeug hämmernd bearbeitet. Es kann durch die
radial oszillierende hämmernde Bewegung des Prägewerkzeuges periodisch bearbeitet
werden.
[0058] Auf diese Weise können die Innen- und die Aussenverzahnung sukzessive ausgebildet
werden. Die Zahnlücken der Innenverzahnung werden mit der Zeit (aufgrund der zunehmenden
Anzahl hämmernder Eingriffe pro Zahnlücke der Innenverzahnung) immer tiefer, und gleichzeitig
werden die Zähne der Aussenverzahnung immer höher.
[0059] Das Prägewerkzeug dient der periodischen Einwirkung auf das Werkstück, so dass die
Erzeugung der Verzahnungen in eine Vielzahl von Einzel-Prägevorgängen zerlegt stattfinden
kann.
[0060] Durch das Ausbilden der Innenverzahnung und der Aussenverzahnung durch das mindestens
eine Prägewerkzeug entsteht kein Materialabtrag. Es findet dadurch keine Spanabtragung
statt. Der rohrförmige Abschnitt wird durch das Prägewerkzeug lediglich kaltumgeformt.
Ein spanabhebendes Nachbearbeiten einer der erzeugten Verzahnungen ist in der Regel
nicht nötig.
[0061] Eine Querschnittsfläche des rohrförmigen Abschnitts in einer zu der Längsachse senkrecht
ausgerichteten Ebene bleibt bei dem Erstellen der Verzahnungen im wesentlichen unverändert,
sie ist also vor und nach den Einbringen der Verzahnungen gleich, zumindest innerhalb
von 2% oder wenigstens innerhalb von 5%.
[0062] Es kann vorgesehen sein, dass das Werkstück nach Erstellen der Verzahnungen durch
Wärmeeinwirkung gehärtet wird. Aufgrund der kaltumformenden Bearbeitung mittels des
Prägewerkzeuges ist ein Härteverzug, dem ein Hohlrad bei einer Härtung durch Wärmeeinwirkung
unterliegt, deutlich geringer als bei einem Hohlrad, bei dem die Laufradverzahnung
spanabhebend erzeugt wurde.
[0063] Das Werkstück ist typischerweise aus Metall beispielsweise aus einem Stahl, zum Beispiel
aus legiertem Vergütungsstahl (mit typischweise mindestens 0.3% Kohlenstoffgehalt),
der nachher typischweise induktiv gehärtet oder lasergehärtet wird, oder aus legiertem
Einsatzstahl (mit typischweise höchstens 0.3% Kohlenstoffgehalt), der nachher typischweise
durch Gasnitrieren oder Nitrokarborieren gehärtet wird.
[0064] Die Matrize ist typischerweise aus Metall.
[0065] In einer Ausführungsform beträgt vor dem Einbringen des rohrförmigen Abschnitts in
die röhrförmige Öffnung eine Materialstärke des Werkstücks in dem rohrförmigen Abschnitt
weniger als das Doppelte, insbesondere weniger als das 1.5-fache einer Verzahnungstiefe
der Innenverzahnung.
[0066] Bei allzu grossen Materialstärken kommt es zu keiner Ausbildung der Aussenverzahnung
mehr.
[0067] In einer Ausführungsform beträgt vor dem Einbringen des rohrförmigen Abschnitts in
die röhrförmige Öffnung eine Materialstärke des Werkstücks in dem rohrförmigen Abschnitt
mindestens 0.2 mal, insbesondere mindestens ein Viertel einer Verzahnungstiefe der
Innenverzahnung.
[0068] Bei allzu geringen Materialstärken hat das Material des rohrförmigen Abschnitts keine
ausreichende Stabilität mehr, um in die gewünschte (innen und aussen verzahnte) Form
umgeformt zu werden.
[0069] In einer Ausführungsform weist das mindestens eine Prägewerkzeug einen Wirkbereich
auf, der einen Werkzeugkopf und zwei daran angrenzende Werkzeugflanken aufweist. Durch
die Werkzeugflanken wird die Form der Flanken der Innenverzahnung bestimmt. Durch
den Werkzeugkopf wird die Form der Zahnfüsse der Innenverzahnung bestimmt.
[0070] Entsprechend kann der Wirkbereich eine Form aufweisen, die ein Negativ einer Form
einer Zahnlücke der Innenverzahnung ist oder genauer: ein Negativ einer Form eines
Zahnfusses einschliesslich der angrenzenden Zahnflanken der Innenverzahnung.
[0071] Weiter kann das mindestens eine Prägewerkzeug zwei jeweils an eine der zwei Werkzeugflanken
angrenzende Kalibrierbereiche aufweisen. Deren Form kann jeweils ein Negativ einer
Form eines Abschnittes eines Zahnkopfes der Innenverzahnung sein.
[0072] Dadurch ist es möglich, auch die Zahnköpfe der Innenverzahnung in definierter Art
formen. Der Materialfluss, der sich aufgrund des hämmernden Bearbeitens ergibt, kann
mittels der Kalibrierbereiche entsprechend gelenkt und begrenzt werden.
[0073] Durch die Kalibrierbereiche kann die Zahnkopfform der Innenverzahnung und auch der
jeweilige Bereich der Innenverzahnung genau definiert werden, wo ein Zahnkopf der
Innenverzahnung an Zahnflanken der Innenverzahnung angrenzt.
[0074] In einer Ausführungsform weist die Innenverzahnung eine Längsballigkeit auf.
[0075] In einer Ausführungsform sind die Werkzeugflanken derart geformt, dass die Innenverzahnung
eine Längsballigkeit aufweist.
[0076] Entsprechend weisen die Werkzeugflanken eine Konkavität auf. Genauer ist dies eine
Konkavität relativ zu der Form von Werkzeugflanken, die zur Ausbildung derselben Innenverzahnungs
ohne Längsballigkeit ausgebildet sind.
[0077] Beispielsweise für den Fall, dass die Innenverzahnung eine Geradverzahnung ist, weist
das Prägewerkzeug (und genauer: der Wirkbereich des Prägewerkzeuges) in einem durch
die Werkzeugflanken verlaufenden Schnitt, der senkrecht zu einer mittig zwischen den
Werkzeugflanken verlaufenden Ebene verläuft, an beiden Werkzeugflanken eine Konkavität
auf. In dem genannten Schnitt beschreiben beide Werkzeugflanken je eine konkave Linie.
Das Prägewerkzeug (und genauer: der Wirkbereich des Prägewerkzeuges) weist in diesem
Schnitt eine Taille auf.
[0078] Wegen der Konkavität der Werkzeugflanken weist die erzeugte Innenverzahnung eine
entsprechende Konvexität auf: die Längsballigkeit.
[0079] Relativ zu den aus dem Stand der Technik bekannten dickwandigen Hohlräder (ohne eine
entsprechende Aussenverzahnung) sind die hier beschriebenen Hohlräder dünnwandig.
Dadurch können grosse mechanische Belastungen bei diesen Hohlrädern eher zu elastischen
Verformungen führen, als es bei dickwandigen Hohlrädern gleicher Restwandstärke der
Fall wäre. Für ein besseres Laufverhalten, zum Beispiel für mehr Laufruhe, kann die
genannte Längsballigkeit vorgesehen werden. Kantenträger können so vermieden werden;
ein gut definierter Kontakt eines in dem Hohlrad laufenden aussenverzahnten Rades,
beispielsweise im wesentlichen in der Mitte der durch die Innenverzahnung verzahnten
Länge, kann sichergestellt werden.
[0080] Das Prägewerkzeug kann in Verlaufsrichtung des Werkzeugkopfes (entsprechend der Verzahnungsrichtung,
also der Verlaufsrichtung der Zahnlücken der Innenverzahnung) mindestens so lang sein
wie, insbesondere sogar länger sein, als die Zahnlücken der Laufradverzahnung. Dies
bezieht sich natürlich auf den Wirkbereich des Prägewerkzeuges, wo ja das Prägewerkzeug
in das Werkstück eingreift, also mit diesem in (umformenden) Kontakt kommt. Dies kann
dazu beitragen, sicherzustellen, dass die Laufradverzahnung über ihre gesamte Länge
mit hoher Präzision erstellt wird. Und das Verfahren kann besonders wirtschaftlich
sein. Und es kann vereinfachen, die oben beschriebene Längsballigkeit der Innenverzahnung
zu erzeugen, insbesondere nämlich, indem ein Prägewerkzeug verwendet wird und bei
jedem der hämmernden Eingriffe über die gesamte Verzahnungslänge der Innenverzahnung
mit dem Werkstück in umformenden Kontakt kommt, das die oben beschriebene Konkavität
der Werkzeugflanken aufweist.
[0081] Es ist möglich, das Verfahren mit den beschriebenen Bearbeitungsschritten so durchzuführen,
dass anschliessend keine zusätzlichen Schritte zur Kalibrierung oder Nachformung der
Laufradverzahnung mehr durchgeführt werden müssen.
[0082] In einer Ausführungsform wird in einer Vielzahl von Umläufen der Rotation des Werkstückes
durch die (periodische) Bearbeitung des Werkstücks mittels des Prägewerkzeugs eine
in Verzahnungsrichtung fortschreitende Ausbildung der Innen- und der Aussenverzahnung
bewirkt, bis eine vorgegebene verzahnte Länge erreicht ist. Typischerweise werden
in dem Fall das mindestens eine Prägewerkzeug und das Werkstück (während der Rotationsbewegung
des Werkstückes und während der radial oszillierenden Prägewerkzeugbewegung) in Axialrichtung
relativ zueinander bewegt.
[0083] Die Relativbewegung von Werkstück und Prägewerkzeug beschreibt somit beispielsweise
eine von der radial oszillierenden Bewegung des genannten Prägewerkzeuges überlagerte
schraubenförmige Raumkurve.
[0084] Unabhängig davon, ob beispielsweise die Umformung des Werkstücks bei jedem hämmernden
Eingriff über die gesamte Verzahnungslänge stattfindet oder ob das Werkstück bei jedem
hämmernden Eingriff nur in einem Bereich umgeformt wird, der sich nur entlang eines
Bruchteils der Verzahnungslänge erstreckt, ist es möglich, das Verfahren mit einem
einzigen Prägewerkzeug durchzuführen oder auch zwei Prägewerkzeuge zu verwenden.
[0085] So oder so wird der rohrförmige Abschnitt mit den Verzahnungen, also mit der Innenverzahnung
und der Aussenverzahnung, versehen.
[0086] In manchen Ausführungsformen ist der mit der Innen- und der Aussenverzahnung versehene
Bereich des Werkstücks identisch mit dem rohrförmigen Abschnitt.
[0087] In manchen Ausführungsformen gehen die Innen- und die Aussenverzahnung über in eine
Restverzahnung in einem Übergangsbereich, der an den rohrförmigen Abschnitt anschliesst.
Mehr dazu weiter unten.
[0088] Der bereits erwähnte erste Stabilisierungsabschnitt kann mit dem röhrförmigen Abschnitt
zusammen einstückig ausgebildet sein. Beispielsweise kann das Werkstück, dessen rohrförmiger
Abschnitt in die röhrförmige Öffnung eingebracht wird, ein tiefgezogenes Blechteil
sein, zum Beispiel eines aus Stahlblech.
[0089] Auch kann der erste Stabilisierungsabschnitt einen Kragen des Hohlrades bilden, insbesondere
einen Kragen, der mit dem röhrförmigen Abschnitt zusammen einstückig ausgebildet ist.
[0090] Es kann insbesondere auch vorgesehen sein, dass der erste Stabilisierungsabschnitt
(oder der genannte Kragen) weder die genannte Innenverzahnung noch die genannte Aussenverzahnung
aufweist.
[0091] Der Kragen kann ein nicht-verzahnter Kragen sein.
[0092] Der Kragen kann auf die Längsachse zu oder von der Längsachse weg gerichtet sein.
[0093] So kann der erste Stabilisierungsabschnitt eine Versteifung des Werkstücks bewirken.
unerwünschte Verformungen des Werkstücks, insbesondere auch im Bereich der Verzahnungen,
können somit drastisch verringert werden, so dass die Umformung mittels des mindestens
einen Prägewerkzeuges mit hoher Präzision stattfinden kann. Und ein grundsätzlich
kreisrunder Querschnitt des rohrförmigen Abschnitt kann während des Umformens und
auch im fertigen Hohlrad erhalten bleiben.
[0094] Die Formstabilisierung durch den ersten Stabilisierungsabschnitt ermöglicht es, Verformungen
in radiale Richtung, die ungleichmässig über den Umfang sind, zu minimieren. Beispielsweise
können unerwünschte Verformungen des rohrförmigen Abschnitts zu einem Oval verhindert
oder wenigstens stark reduziert werden.
[0095] Weiter kann insbesondere das Vorsehen zweier Stabilisierungsabschnitte, beispielsweise
an gegenüberliegenden Enden des rohrförmigen Abschnitts, Verformungen des rohrförmigen
Abschnitts verhindern oder stark verringern, die eventuell anderenfalls auftreten
und zu einer Konizität des rohrförmigen Abschnitts führen könnten, also zum Beispiel
zu einer Veränderung des Durchmessers des rohrförmigen Abschnitts entlang einer Richtung
parallel zur Längsachse.
[0096] Ein erster Stabilisierungsabschnitt, der am Hohlrad verbleibt, kann auch der Formstabilisierung
des rohrförmigen Abschnittes im Einsatz dienen, zum Beispiel einerseits (i) unter
Last, wie beispielsweise bei Belastung durch mindestens ein in dem Hohlrad laufenden
Planetenrad, und/oder andererseits (ii) zur Stabilisierung gegen Fliehkräfte bei schneller
Rotation des Hohlrades.
[0097] In manchen Ausführungsformen bildet der erste Stabilisierungsabschnitt einen Stabilisierungskragen.
[0098] In manchen Ausführungsformen bildet der erste Stabilisierungsabschnitt eine Stabilisierungsrippe.
[0099] In manchen Ausführungsformen ist der erste Stabilisierungsabschnitt auf die Längsachse
zu gerichtet. Er kann vom rohrförmigen Abschnitt aus nach innen gerichtet sein. So
kann die Ausdehnung des Hohlrades in Längsrichtung klein gehalten werden. Ausserdem
kann dies das Entfernen des rohrförmigen Abschnitts aus der Matrize nach Erstellen
der Verzahnungen vereinfachen.
[0100] Andererseits kann manchen Ausführungsformen der erste Stabilisierungsabschnitt von
der Längsachse weg gerichtet sein, zum Beispiel gerichtet ein. Er kann vom rohrförmigen
Abschnitt aus nach aussen gerichtet sein. So kann auch bei einer eher geringen radialen
Ausdehnung des ersten Stabilisierungsabschnitts eine relativ gute Formstabilisierung
erreicht werden. Und der erste Stabilisierungsabschnitt kann so ausgestaltet sein,
dass durch ihn der Zugang zum Inneren des Hohlrades nicht behindert wird.
[0101] Der erste Stabilisierungsabschnitt (oder der genannte Kragen) kann umlaufend, insbesondere
vollständig umlaufend ausgebildet sein. Er kann vollständig um den Umfang des rohrförmigen
Abschnitts umlaufend sein.
[0102] Weiter kann der erste Stabilisierungsabschnitt (oder der genannte Kragen) rotationssymmetrisch
um die Längsachse sein. Auf diese Weise werden alle radialen Richtungen gleichermassen
stabilisiert.
[0103] In manchen Ausführungsformen bildet der erste Stabilisierungsabschnitt eine umlaufende,
gegenüber dem rohrförmigen Abschnitt gewinkelte Stirnfläche des Hohlrades. Die Stirnfläche
kann beispielsweise in einer Ebene liegen, auf der die Längsachse senkrecht steht.
So kann relativ zur Menge des für den ersten Stabilisierungsabschnitt aufgewendeten
Materials eine besonders gute Formstabilisierung erreicht werden.
[0104] In manchen Ausführungsformen ist das Werkstück in dem ersten Stabilisierungsabschnitt
relativ zu dem rohrförmigen Abschnitt aufgeweitet oder verengt oder um mindestens
90° nach innen oder nach aussen gerichtet.
[0105] Das Werkstück einschliesslich des ersten (und ggf. auch eines zweiten) Stabilisierungsabschnitts
kann beispielsweise durch Umformung, zum Beispiel kaltumformend, aus einem rohrförmigen
Grundkörper gewonnen.
[0106] Beispielsweise kann das Werkstück in dem ersten Stabilisierungsabschnitt gegenüber
dem rohrförmigen Abschnitt aufgeweitet sein, und insbesondere einen sich mit zunehmendem
Abstand von dem rohrförmigen Abschnitt vergrössernden Durchmesser aufweisen; oder
er kann sich verjüngen, und insbesondere einen sich mit zunehmendem Abstand von dem
rohrförmigen Abschnitt verkleinernden Durchmesser aufweisen.
[0107] Zum Beispiel kann der erste Stabilisierungsabschnitt eine rotationssymmetrische Kegelstumpfmantelform
beschreiben. Insbesondere kann der erste Stabilisierungsabschnitt so ausgebildet sein,
dass er in einem, beispielsweise in jedem, Querschnitt senkrecht zur Längsache eine
zu der Längsachse gewinkelt ausgerichtete gerade Linie beschreibt.
[0108] In manchen Ausführungsformen hingegen beschreibt der erste Stabilisierungsabschnitt
eine Kreisringform. Auf diese Weise kann ein Platzbedarf des ersten Stabilisierungsabschnitts
in axiale Richtung sehr klein gehalten werden. Der erste Stabilisierungsabschnitt
kann im wesentlich rechtwinklig zur Längsachse erstreckt sein.
[0109] Der beschriebene Kreisring kann einen Innendurchmesser aufweisen, der im wesentlichen
dem Aussendurchmesser des rohrförmigen Abschnitts entspricht. In anderen Ausführungsformen
kann der Kreisring einen Aussendurchmesser haben, der im wesentlichen dem Innendurchmesser
des rohrförmigen Abschnitts entspricht.
[0110] In manchen Ausführungsformen ist der erste Stabilisierungsabschnitt mit einem ersten
Ende des rohrförmigen Abschnittes direkt verbunden. In anderen Ausführungsformen ist
der erste Stabilisierungsabschnitt indirekt, nämlich über einen Übergangsbereich,
mit einem erste Ende des rohrförmigen Abschnittes verbunden.
[0111] In einer Ausführungsform hat der erste Stabilisierungsabschnitt (oder der entsprechende
Kragen) einen minimalen Abstand von der Längsachse, der geringer ist, insbesondere
der um mindestens das 0.25-fache (zum Beispiel mindestens um das 0.4-fache) einer
Verzahnungstiefe der Innenverzahnung geringer ist, als ein minimaler Abstand, den
der rohrförmige Abschnitt (vor Erzeugung der Verzahnungen) von der Längsachse hat.
Zum Beispiel kann der erste Stabilisierungsabschnitt (oder der entsprechende Kragen)
rotationssymmetrisch um die Längsachse sein, ebenso wie der rohrförmige Abschnitt,
und sein Innendurchmesser ist geringer als der Innendurchmesser des rohrförmigen Abschnitts
(vor Erzeugung der Verzahnungen), beispielsweise um mindestens das 0.5-fache (insbesondere
um mindestens das 0.8-fache) einer Verzahnungstiefe der Innenverzahnung. Dadurch kann
eine geeignete Formstabilität realisierbar sein.
[0112] Und/oder der erste Stabilisierungsabschnitt (oder der entsprechende Kragen) hat einen
minimalen Abstand von der Längsachse, der geringer ist, insbesondereder um mindestens
das 0.2-fache (zum Beispiel mindestens um das 0.4-fache) einer Verzahnungstiefe der
Innenverzahnung geringer ist, als ein minimaler Abstand, den ein Zahnkopf der Innenverzahnung
von der Längsachse hat. Zum Beispiel kann der erste Stabilisierungsabschnitt (oder
der entsprechende Kragen) rotationssymmetrisch um die Längsachse sein, und sein Innendurchmesser
ist geringer als der Kopfkreisdurchmesser der Innenverzahnung, beispielsweise um mindestens
das 0.3-fache oder 0.4-fache (insbesondere um mindestens das 0.8-fache) einer Verzahnungstiefe
der Innenverzahnung geringer als der Kopfkreisdurchmesser der Innenverzahnung. Dadurch
kann eine geeignete Formstabilität realisierbar sein.
[0113] In einer Ausführungsform hat der erste Stabilisierungsabschnitt (oder der entsprechende
Kragen) einen maximalen Abstand von der Längsachse, der grösser ist, insbesondere
der um mindestens das 0.25-fache (zum Beispiel mindestens um das 0.4-fache) einer
Verzahnungstiefe der Innenverzahnung grösser ist, als ein maximaler Abstand, den der
rohrförmige Abschnitt (vor Erzeugung der Verzahnungen) von der Längsachse hat. Zum
Beispiel kann der erste Stabilisierungsabschnitt (oder der entsprechende Kragen) rotationssymmetrisch
um die Längsachse sein, ebenso wie der rohrförmige Abschnitt, und sein Aussendurchmesser
ist grösser als der Aussendurchmesser des rohrförmigen Abschnitts (vor Erzeugung der
Verzahnungen), beispielsweise um mindestens das 0.5-fache (insbesondere um mindestens
das 0.8-fache) einer Verzahnungstiefe der Innenverzahnung. Dadurch kann eine geeignete
Formstabilität realisierbar sein.
[0114] Und/oder der erste Stabilisierungsabschnitt (oder der entsprechende Kragen) hat einen
maximalen Abstand von der Längsachse, der grösser ist, insbesondere der um mindestens
das 0.2-fache (zum Beispiel mindestens um das 0.4-fache) einer Verzahnungstiefe der
Innenverzahnung grösser ist, als ein maximaler Abstand, den ein Zahnkopf der Innenverzahnung
von der Längsachse hat. Zum Beispiel kann der erste Stabilisierungsabschnitt (oder
der entsprechende Kragen) rotationssymmetrisch um die Längsachse sein, und sein Aussendurchmesser
ist grösser als der Kopfkreisdurchmesser der Innenverzahnung, beispielsweise um mindestens
das 0.3-fache oder 0.4-fache (insbesondere um mindestens das 0.8-fache) einer Verzahnungstiefe
der Innenverzahnung grösser als der Kopfkreisdurchmesser der Aussenverzahnung. Dadurch
kann eine geeignete Formstabilität realisierbar sein.
[0115] Die genaue Dimensionierung des ersten Stabilisierungsabschnittes hängt von vielen
Details ab, beispielsweise von den Materialeingeschaften des rohrfömigen Abschnitts
und von dessen Materialstärke.
[0116] In manchen Ausführungsformen bildet der erste Stabilisierungsabschnitt einen Bodenteil
des Werkstücks. Der rohrförmige Abschnitt kann zusammen mit dem Bodenteil topfförmig
ausgebildet sind, wobei der rohrförmige Abschnitt eine Topfwandung und der Bodenteil
einen Topfboden bildet. Der Bodenteil kann eine Öffnung aufweisen, insbesondere eine
zentrale Öffnung.
[0117] Das Werkstück kann zusätzlich zu dem ersten Stabilisierungsabschnitt noch einen zweiten
Stabilisierungsabschnitt aufweisen. Die für den zweiten Stabilisierungsabschnitt beschriebenen
Eigenschaften und Funktionen können dieselben sein, wie sie für den ersten Stabilisierungsabschnitt
beschriebenen sind. Mit der Ausnahme, dass im allgemeinen nicht vorgesehen ist, dass
beide Stabilisierungsabschnitte an ein und dasselbe Ende des rohrförmigen Abschnitts
anschliessend sind. Hingegen kann zum Beispiel vorgesehen sein, dass der erste Stabilisierungsabschnitt
an ein erstes Ende des rohrförmigen Abschnitts anschliessend ist (sei es direkt oder
über einen ersten Übergangsbereich), und dass der zweite Stabilisierungsabschnitt
an ein zweite Ende des rohrförmigen Abschnitts anschliessend ist (sei es direkt oder
über einen zweiten Übergangsbereich).
[0118] Es können zum Beispiel die beiden Stabilisierungsabschnitte je an einem der gegenüberliegenden
Enden des rohrförmigen Abschnitts anschliessend vorgesehen sein (direkt oder indirekt).
Es kann also vorgesehen sein, dass zumindest ein Teil der Innenverzahnung und zumindest
ein Teil der Aussenverzahnung bezüglich ihrer axialen Position zwischen dem ersten
und den zweiten Stabilisierungsabschnitt angeordnet ist.
[0119] Wenn zwei Stabilisierungabschnitte vorgesehen sind, kann vorgesehen sein, dass mindestens
einer davon, zum Beispiel der erste Stabilisierungsabschnitt (oder der entsprechende
Kragen) auf die Längsachse zu gerichtet ist. Und/oder dieser erste Stabilisierungsabschnitt
(oder der entsprechende Kragen) weist die weiter oben angegebenen Dimensionen auf
bezüglich dessen Minimalabstand zur Längsachse bzw. bezüglich seines Innendurchmessers.
Ein Entfernen des rohrförmigen Abschnitts aus der Matrize nach Bearbeitung durch das
mindestens eine Prägewerkzeug kann dadurch erleichtert werden.
[0120] Im Falle zweier Stabilisierungsabschnitte können also beispielsweise
- beide Stabilisierungsabschnitte nach innen gerichtet sein; oder
- einer der Stabilisierungsabschnitte nach innen und ein weiterer nach aussen gerichtet
sein.
[0121] In manchen Ausführungformen weist das Werkstück (bzw. das Hohlrad) einen zweiten
Stabilisierungsabschnitt auf, wobei dieser auf die Längsachse zu gerichtet ist, und
wobei ein minimaler Abstand, den dieser von der Längsachse hat, geringer ist als ein
minimaler Abstand, den ein Zahnkopf der Innenverzahnung von der Längsachse hat. Für
mögliche Dimensionierungen wird auf die weiter oben angegebenen Dimensionierungen
für den ersten Stabilisierungsabschnitt verwiesen.
[0122] In einer Ausführungsform haben der rohrförmige Abschnitt und der erste Stabilisierungsabschnitt
vor dem Bearbeiten durch das Prägewerkzeug die gleiche Materialstärke. Entsprechende
Werkstücke bzw. Rohlinge sind recht günstig und einfach zu fertigen.
[0123] In manchen Ausführungsformen ist die Innenverzahnung als eine Hochverzahnung ausgebildet,
mit einer Verzahnungstiefe von mehr als dem 2.0-fachen eines Normalmoduls der Innenverzahnung,
beispielsweise mit einer Verzahnungstiefe von mehr als dem 2.2-fachen eines Normalmoduls
der Innenverzahnung. Insbesondere kann die Innenverzahnung eine Verzahnungstiefe von
mindestens dem 2.4-fachen eines Normalmoduls der Innenverzahnung haben. Grosse Verzahnungstiefen
ermöglichen einen grossen Überdeckungsgrad, was die entsprechenden Hohlräder besonders
belastbar macht.
[0124] Eine Verzahnungstiefe, die dem 2.2-fachen eines Normalmoduls einer Laufradverzahnung
entspricht, entspricht einem gebräuchlichen Wert für Laufrad-Evolventenverzahnungen.
[0125] In manchen Ausführungsformen hat die Innenverzahnung einen Modul zwischen 0.5 und
5, insbesondere zwischen 1 und 3 und/oder einen Modul von mindestens 1.25.
[0126] In manchen Ausführungsformen weist die Innenverzahnung einen Teilkreisdurchmesser
und eine verzahnte Länge auf, für die gilt, dass der Teilkreisdurchmesser mindestens
2 mal und höchstens 20 mal so gross ist, insbesondere mindestens 3 mal und höchstens
15 mal so gross ist oder mindestens 4 mal und höchstens 10 mal so gross ist wie die
verzahnte Länge.
[0127] Bekanntermassen gilt für den Stirn-Modul ms: ms = Td/p, wobei Td den Teilkreisdurchmesser
bezeichnet und p die Anzahl Zähne der Verzahnung. Und es gilt für den Stirn-Modul
ms: ms = t/π, wobei π die Kreiszahl und t die Teilung (Stirnteilung) der Verzahnung
bezeichnet. Und der Normalmodul m
N ergibt sich als m
N = ms cos β, wobei β der Schrägungswinkel einer Schrägverzahnung ist; für Geradverzahnungen
ist β = 0°.
[0128] Die Innenverzahnung und die Aussenverzahnung können Geradverzahnungen sein.
[0129] In manchen Ausführungsformen aber sind die Innenverzahnung und die Aussenverzahnung
Schrägverzahnungen. Dabei kann für den Schrägungswinkel insbesondere gelten: 40° ≥
|β| ≥ 5°.
[0130] In weiteren Ausführungsformen sind die Innenverzahnung und die Aussenverzahnung Pfeilverzahnungen.
[0131] Die Innenverzahnung kann eine Evolventenverzahnung sein. Aber auch andere Laufradverzahnungen
sind herstellbar. Beispielsweise kann die Innenverzahnung eine Zykloidenverzahnung
sein.
[0132] In manchen Ausführungsformen ist eine Verzahnungstiefe der Aussenverzahnung kleiner
als eine Verzahnungstiefe der Matrizenverzahnung. Eine entsprechende Dimensionierung
der Matrize (bzw. der Zahnlücken der Matrizenverzahnung) kann die Herstellung des
Hohlrades und insbesondere das Umformen erleichtern.
[0133] In manchen Ausführungsformen ist eine Verzahnungstiefe der Aussenverzahnung kleiner
als eine Verzahnungstiefe der Innenverzahnung. Eine entsprechende Dimensionierung
des Prägewerkzeugs (bzw. dessen Wirkbereichs) und der Matrize (bzw. der Zahnlücken
der Matrizenverzahnung) kann die Herstellung des Hohlrades und insbesondere das Umformen
erleichtern.
[0134] Die Matrize kann aus einem Metall gefertig sein. Sie kann einstückig ausgebildet
sein.
[0135] Die meisten das Werkstück betreffenden Merkmale können auf das (fertiggestellte)
Hohlrad übertragen werden. Auch wenn manche der Eigenschaften des Werkstücks bzw.
des Hohlrades, wie zum Beispiel die Eigenschaften des ersten Stabilisierungsbereichs,
zumindest scheinbar in einem speziellen Zusammenhang, wie zum Beispiel im Zusammenhang
mit dem Herstellungsverfahren, beschrieben sind, können diese grundsätzlich ebenso
Eigenschaften des fertiggestellten Hohlrades sein. Um den Text knapp zu fassen, werden
die meisten dieser Eigenschaften darum nicht nochmals als explizit das fertiggestellte
Hohlrad betreffende Merkmale wiederholt. Dennoch:
Das Hohlrad weist auf:
- einen rohrförmigen Abschnitt mit einer Längsachse, der eine Innenverzahnung und eine
Aussenverzahnung aufweist, wobei die Innenverzahnung eine Laufradverzahnung ist;
- einen ersten Stabilisierungsabschnitt.
[0136] Der erste Stabilisierungsabschnitt kann verzahnungsfrei sein. Und er kann mit dem
röhrförmigen Abschnitt zusammen einstückig ausgebildet sein. Er kann einen Kragen
des Hohlrades bilden. Dabei kann der Kragen insbesondere auf die Längsachse zu oder
von der Längsachse weg gerichtet sein. Der Kragen kann direkt an den rohrförmigen
Abschnitt angrenzend sein oder an einen Übergangsbereich angrenzen, der seinerseits
direkt an den rohrförmigen Abschnitt angrenzt. Der rohrförmige Abschnitt kann grundsätzlich
zylinderrohrförmig sein. Der erste Stabilisierungsabschnitt kann rotationssymmetrisch
bezüglich der Längsachse sein.
[0137] Eine relative Dünnwandigkeit des Hohlrades kann dadurch beschrieben werden, dass
eine Differenz von Fusskreisdurchmesser der Aussenverzahnung und Kopfkreisdurchmesser
der Innenverzahnung weniger als das Doppelte, insbesondere weniger als das 1.5-fache
einer Verzahnungstiefe der Innenverzahnung beträgt.
[0138] Weiter kann vorgesehen sein, dass eine Differenz von Fusskreisdurchmesser der Aussenverzahnung
und Kopfkreisdurchmesser der Innenverzahnung mehr als das 0.2-fache, insbesondere
mehr als das 0.3-fache einer Verzahnungstiefe der Innenverzahnung beträgt.
[0139] Wenn ein Hohlrad in der beschriebenen Weise hergestellt wird, können charakteristische
Formen entstehen, deren Existenz und Ausprägung unter anderem davon abhängen können,
wie der erste Stabilisierungsabschnitt relativ zu den Innenverzahnung und der Aussenverzahnung
augeordnet ist. Sie können aber am fertigen Produkt Hohlrad erkennen lassen, dass
dieses in der beschriebenen Weise gefertigt wurde - ausser vielleicht, die charakteristische
Formen wurden anschliessend entfernt.
[0140] In einer Ausführungsform des Hohlrades ist der Kragen von der Längsachse weg gerichtet,
und in einem Übergangsbereich zwischen dem rohrförmigen Abschnitt und dem ersten Stabilisierungsabschnitt
ist eine an die Innenverzahnung anschliessende innenliegende Restverzahnung ausgebildet.
Und weiter ist
- ein Kopfkreisdurchmesser der innenliegenden Restverzahnung kleiner als ein Kopfkreisdurchmesser
der Innenverzahnung;
und/oder
- an jedem Zahnfuss der innenliegenden Restverzahnung ein axial vorstehender Wulst ausgebildet.
[0141] Wenn der Eingriff des mindestens einen Prägewerkzeuges sich bis dort erstreckt, wo
bezüglich seiner axialen Position der erste Stabilisierungsabschnitt beginnt, ist
dort ein radial nach aussen gerichteter Materialfluss durch den ersten Stabilisierungsabschnitt
stark erschwert. Entsprechend muss sich das Material beim Kaltumformen andere Wege
suchen. In der beschriebenen Anordnung bedeutet das einerseits Materialfluss radial
nach innen (beidseitig des Wirkbereichs des Prägewerkzeugs), so dass es zu den verkleinerten
Kopfkreisdurchmesser der innenliegenden Restverzahnung kommt. Und andererseits fliesst
das Material auch ungefähr in die axiale Richtung, die vom rohrförmigen Abschnitt
wegweist, so dass sich die Wulste bilden.
[0142] In einer anderen Ausführungsform des Hohlrades ist in einem Übergangsbereich zwischen
dem rohrförmigen Abschnitt und dem ersten Stabilisierungsabschnitt eine an die Aussenverzahnung
anschliessende äussere Restverzahnung ausgebildet, wobei in dem Übergangsbereich eine
Verzahnungstiefe der äusseren Restverzahnung von einer Verzahnungstiefe der Aussenverzahnung
auf null stetig abnimmt. Insbesondere können Zähne der äusseren Restverzahnung in
dem Übergangsbereich, insbesondere in einem an den rohrförmigen Abschnitt angrenzenden
Abschnitt des Übergangsbereichs eine abgerundete Schulter aufweisen. Dabei kann der
Kragen des ersten Stabilisierungsabschnitts auf die Längsachse zu gerichtet sein;
aber der erste Stabilisierungsabschnitt kann auch anders ausgebildet sein und zum
Beispiel einen nach aussen gerichteten Kragen aufweisen.
[0143] Es kann vorgesehen sein, dass ein Abschnitt des Übergangsbereich rohrförmig, insbesondere
zylinderrohrförmig, ausgebildet sein kann. Zum Beispiel kann ein an den rohrförmigen
Abschnitt angrenzender Abschnitt des Übergangsbereiches rohrförmig, insbesondere zylinderrohrförmig,
ausgebildet sein.
[0144] Der Übergangsbereich kann (als Ganzes) rohrförmig ausgebildet sein.
[0145] Um den genannte stetige Abnahme quantitativ genauer zu beschreiben, kann man sagen,
dass in einem die Längsachse enthaltenden Schnitt durch einen Zahn der Aussenverzahnung
ein Winkel, der die Abnahme beschreibt, kleiner als 80°, inbesondere kleiner als 70°
ist. Und weiter kann dieser Winkel grösser als 5° sein, insbesondere grösser as 10°.
Der Winkel lässt sich zum Beispiel so definieren, dass man in dem genannten Schnitt
einen ersten Punkt bestimmt, an dem der Zahn (im Bereich der Restverzahnung) noch
90% der Höhe hat, die er im rohrförmigen Abschnitt hat, und einen zweiten Punkt bestimmt,
an dem der Zahn (im Bereich der Restverzahnung) noch 10% der Höhe hat, die er im rohrförmigen
Abschnitt hat, und der Winkel, den eine diese beiden Punkte verbindende Gerade mit
der Längsachse einschliesst, ist der genannte Winkel.
[0146] Selbstverständlich kann ein Werkstück sowohl
- in einem Übergangsbereich zwischen dem rohrförmigen Abschnitt und einem von der Längsachse
weg gerichteten Kragen eines Stabilisierungsabschnitts eine innere Restverzahnung
(mit dem Wulst oder den genannten Kopfkreisdurchmesserverhältnissen) als auch
- in einem anderen Übergangsbereich zwischen dem rohrförmigen Abschnitt und einem anderen
Stabilisierungsabschnitt eine äussere Restverzahnung (mit abgerundeter Schulter)
aufweisen.
[0147] Der Durchmesser (Teilkreisdurchmesser) der Innenverzahnung liegt typischerweise im
Bereich 50 mm bis 500 mm, insbesondere im Bereich 100 mm bis 400 mm und oft im Bereich
150 mm bis 350 mm.
[0148] Weiter beschreiben wir noch ein Hohlradbauteil. Dieses weist ein Hohlrad der beschriebenen
Art auf sowie zusätzlich noch einen Körper. Der Körper ist dadurch gegenüber dem Hohlrad
drehgesichert ist, dass er eine zu der Aussenverzahnung passende Innenprofilierung
aufweist.
[0149] Die Aussenverzahnung kann also beispielsweise einer drehsicheren Aufnahme des Hohlrades
dienen.
[0150] Die Drehsicherung betrifft eine Drehung um die Längsachse.
[0151] Beispielsweise kann der Körper formschlüssig mit der Aussenverzahnung verbunden sein.
Zum Beispiel kann der Körper an die Aussenverzahnung angegossen sein.
[0152] Ein Schritt bei der Herstellung des genannten Körpers kann also beispielsweise sein,
dass die Aussenverzahnung eingegossen wird, wodurch zumindest ein Teil des genannten
Körpers gebildet wird.
[0153] In manchen Ausführungsformen ist das Hohlrad ein Getriebehohlrad.
[0154] Das Hohlrad kann in Planetengetrieben Anwendung finden.
[0155] Das Planetengetriebe weist ein Hohlrad der beschriebenen Art auf sowie mindestens
ein in das Hohlrad eingebrachtes aussenverzahntes Zahnrad. Dieses ist für ein Zusammenwirken
mit dem Hohlrad in geeigneter Weise verzahnt.
[0156] Typischerweise werden ein Sonnenrad und mindestens zwei Planetenräder in das Hohlrad
eingebracht.
[0157] Entsprechend beinhaltet das Verfahren zum Herstellen eines Planetengetriebes, dass
ein Hohlrad in der beschriebenen Art und Weise hergestellt wird, und es umfasst weiter
das Bereitstellen mindestens eines aussenverzahnten Zahnrades und ein Einbringen dessen
in das Hohlrad.
[0158] Das genannte Zahnrad weist eine Aussenverzahnung auf, die zu der Innenverzahnung
des Hohlrades passend ist. Und typischerweise werden ein Sonnenrad und mindestens
zwei Planetenräder in das Hohlrad eingebracht.
[0159] Weiter betrifft die Erfindung auch eine Vorrichtung, die zur Durchführung des Herstellungsverfahrens
geeignet ist bzw. eine Vorrichtung mit den folgenden Eigenschaften:
Vorrichtung zur Herstellung von Hohlrädern, die eine Innenverzahnung und eine Aussenverzahnung
aufweisen, wobei die Innenverzahnung eine Laufradverzahnung ist, und die Vorrichtung
weist auf:
- eine Matrize, die zur Aufnahme eines rohrförmigen Abschnitts eines Werkstücks eine
röhrförmige Öffnung aufweist, in welcher eine innenliegende Matrizenverzahnung ausgebildet
ist;
- einen um eine Längsachse rotierbaren Matrizenhalter zur Halterung der Matrize, derart,
dass ein rohrförmiger Abschnitt eines in die Matrize aufgenommenen Werkstücks an seiner
Innenseite bearbeitbar ist;
- einen Drehantrieb für die Rotation des Matrizenhalters, der ausgelegt ist zur Erzeugung
einer Rotation mit zeitlich variierender Rotationsgeschwindigkeit, insbesondere zur Erzeugung einer intermittierenden Rotation;
- einen Werkzeughalter zum Halten mindestens eines Prägewerkzeuges, der zu einer senkrecht
zu der Längsachse verlaufenden oszillierenden Bewegung antreibbar ist, so dass der
rohrförmige Abschnitt an seiner Innenseite durch das mindestens eine Prägewerkzeug
wiederholt, insbesondere periodisch bearbeitbar ist;
- eine Synchronisationsvorrichtung zur Synchronisation der mittels des Drehantriebs
erzeugbaren Rotation des Matrizenhalters mit der senkrecht zu der Längsachse verlaufenden
oszillierenden Bewegung des Werkzeughalters.
[0160] Viele weitere Details der Vorrichtung ergeben sich direkt aus dem oben beschriebenen
Verfahren. Diese werden hier darum nicht wiederholt.
[0161] In einer Ausführungsform weist die Vorrichtung eine Ladevorrichtung zum Einführen
eines rohrförmigen Abschnitts eines in die Matrize aufzunehmenden Werkstücks in die
röhrförmige Öffnung der Matrize auf. Die Ladevorrichtung weist einen weiteren Antrieb
auf, für eine parallel zu der Längsachse verlaufende Relativbewegung von Werkstück
und Matrize. So lässt sich das Einführen des rohrförmigen Abschnitts in die röhrförmige
Öffnung der Matrize automatisieren.
[0162] Weiter kann es relevant sein, sicherzustellen, dass zumindest zu Beginn der kaltumformenden
Bearbeitung durch das Prägewerkzeug eine Relativposition von Werkstück und Matrize
(axial und/oder radial) fixiert ist.
[0163] Entsprechend kann die Vorrichtung eine Haltevorrichtung zum Fixieren einer Position
eines in die Matrize aufgenommenen Werkstücks relativ zu der Matrize während der genannten
Rotation des Matrizenhalters aufweisen. Beispielsweise kann mittels der Haltevorrichtung
ein Anpressdruck erzeugbar sein, durch welchen Werkstück und Matrize in axialer Richtung
aufeinander zu gepresst werden. So führen Werkstück und Matrize dieselbe Rotationsbewegung
durch.
[0164] Die Anpressvorrichtung kann mit der genannten Rotation des Matrizenhalters mitrotierbar
sein.
[0165] Das Fixieren kann zum Beispiel durch Druckbeaufschlagung an einem Stabilisierungsabschnitt
des Werkstücks erfolgen.
[0166] Beispielsweise kann ein axiales Anpressen des Werkstücks an die Matrize oder der
Matrize an das Werkstück stattfinden.
[0167] Die Haltevorrichtung kann zu dem zusätzlichen Antrieb vorgesehen sein. Es ist aber
auch möglich, dass mindestens ein Teil der Haltevorrichtung mit mindestens einem Teil
des weiteren Antriebs identisch ist.
[0168] Die beschriebene Vorrichtung kann zum gleichzeitigen Erstellen einer Innenverzahnung
und einer Aussenverzahnung in einem rohrförmigen Abschnitt eines Werkstücks verwendet
werden, wobei die Innenverzahnung eine Laufradverzahnung ist.
[0169] Weiter Details der Verwendung der Vorrichtung ergeben sich aus der obigen Beschreibung
des Herstellungsverfahrens, des Hohlrades und der Vorrichtung.
[0170] Weitere Ausführungsformen und Vorteile gehen aus den abhängigen Patentansprüchen
und den Figuren hervor.
[0171] Im folgenden wird der Erfindungsgegenstand anhand von Ausführungsbeispielen und den
beiliegenden Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen schematisch:
- Fig. 1
- Details einer Vorrichtung zur Herstellung von Hohlrädern, in einem durch die Längsachse
verlaufenden Schnitt;
- Fig. 2a
- eine Veranschaulichung des Verfahrens vor einem ersten Prägewerkzeugeingriff in das
Werkstück, in einem Schnitt senkrecht zur Längsachse;
- Fig. 2b
- eine Veranschaulichung des Verfahrens während eines Prägewerkzeugeingriffs bei Fertigstellung
eines Hohlrades, in einem Schnitt senkrecht zur Längsachse;
- Fig. 3a
- ein Werkstück mit zwei auf die Längsachse zu gerichteten Stabilisierungsabschnitten,
in einem durch die Längsachse verlaufenden Schnitt;
- Fig. 3b
- ein Werkstück mit einem auf die Längsachse zu gerichteten Stabilisierungsabschnitt
und einem von der Längsachse weg gerichteten Stabilisierungsabschnitt, in einem durch
die Längsachse verlaufenden Schnitt;
- Fig. 3c
- ein Detail eines Werkstücks mit einem auf die Längsachse zu gerichteten Stabilisierungsabschnitt
und einem von der Längsachse weg gerichteten Stabilisierungsabschnitt, in einem durch
die Längsachse verlaufenden Schnitt;
- Fig. 3d
- ein Detail eines Hohlrades mit einem auf die Längsachse zu gerichteten Stabilisierungsabschnitt
und einem von der Längsachse weg gerichteten Stabilisierungsabschnitt, in einem durch
die Längsachse verlaufenden Schnitt;
- Fig. 4
- ein Detail eines Hohlrades zur Veranschaulichung einer äusseren Restverzahnung, in
einem durch die Längsachse verlaufenden Schnitt;
- Fig. 5
- ein Detail eines Hohlrades mit einem von der Längsachse weg gerichteten Stabilisierungsabschnitt
zur Veranschaulichung einer innenliegenden Restverzahnung mit Wulst, in einem durch
die Längsachse verlaufenden Schnitt durch einen Zahnfuss der Innenverzahnung;
- Fig. 6
- ein Detail eines Hohlrades mit einem von der Längsachse weg gerichteten Stabilisierungsabschnitt
zur Veranschaulichung einer innenliegenden Restverzahnung, in einem durch die Längsachse
verlaufenden Schnitt durch einen Zahnkopf der Innenverzahnung;
- Fig. 7a
- ein Detail eines Prägewerkzeuges, in einem Schnitt senkrecht zum Verlauf des Werkzeugkopfes;
- Fig. 7b
- ein Detail des Prägewerkzeuges aus Fig. 7a in einem Schnitt parallel zum Verlauf des
Werkzeugkopfes entlang der gestrichelten Linie aus Fig. 7 durch die Werkzeugflanken;
- Fig. 8a
- eine Veranschaulichung einer Geradverzahnung;
- Fig. 8b
- eine Veranschaulichung einer Schrägverzahnung;
- Fig. 8c
- eine Veranschaulichung einer Pfeilverzahnung;
- Fig. 9
- eine Veranschaulichung eines Planetengetriebes;
- Fig. 10
- ein Hohlradbauteil aufweisend ein Hohlrad und einen damit formschlüssig verbundenen
Körper, in einen Schnitt senkrecht zur Längsachse.
[0172] Für das Verständnis der Erfindung nicht wesentliche Teile sind zum Teil nicht dargestellt.
Die beschriebenen Ausführungsbeispiele stehen beispielhaft für den Erfindungsgegenstand
oder dienen seiner Erläuterung und haben keine beschränkende Wirkung. Die meisten
der folgenden Ausführungen beziehen sich der Einfachheit halber implizit oder explizit
auf Geradverzahnungen, sind aber auf andere Verzahnungstypen übertragbar.
[0173] Fig. 1 zeigt Details einer Vorrichtung zur Herstellung von Hohlrädern, in einer stark
schematisierten Schnittdarstellung. Ein Werkstück 1 ist dünnwandig und kann mittels
der Vorrichtung mit einer Innenverzahnung und einer Aussenverzahnung versehen werden,
wobei die Innenverzahnung eine Laufradverzahnung ist, beispielsweise eine Evolventenverzahnung.
[0174] Das Werkstück 1 hat eine Längsachse Z und einen rohrförmigen Abschnitt 3, der zylindrisch
ist und koaxial zu der Längsachse Z ausgerichtet ist, und in den mittels eines Prägewerkzeuges
2 die beiden genannten Verzahnungen eingebracht werden.
[0175] Der in Fig. 1 dargestellte Schnitt verläuft durch die Längsachse Z.
[0176] Die Vorrichtung weist weiter eine Matrize 5 auf, die eine innenliegende Matrizenverzahnung
5z sowie eine rohrförmige Öffnung 5o zur Aufnahme des Werkstücks 1 aufweist. Die Matrize
5 ist in einem Matrizenhalter 15 gehaltert, der zu Rotationen um eine Drehachse antreibbar
ist, beispielsweise mittels eines angetribenen Spindelstocks 8.
[0177] Mittels eines Werkzeughalters 12 ist das Prägewerkzeug 2 gehaltert, durch den ein
Werkstück 1 periodisch bearbeitet werden kann. Dazu führt der Werkzeughalter 12 eine
oszillierende Bewegung in radialer Richtung durch (versinnbildlicht durch den kleinen
Doppelpfeil in Fig. 2). Richtungen, die senkrecht zu der Längsachse Z verlaufen, werden
als radial bezeichnet.
[0178] Mittels einer Ladevorrichtung 16 wird das Werkstück 1 in die rohrförmige Öffnung
5o der Matrize 5 eingeführt, wie durch die offenen Pfeile symbolisiert in axialer
Richtung. Mittels einer Haltevorrichtung 18, die teilweise mit der Ladevorrichtung
16 identisch sein kann, wird das Werkstück 1 dann in einer fixen Position relativ
zur Matrize 5 gehalten, typischerweise vor und während der Werkstück- und Matrizen-Rotation,
beispielsweise durch Gegeneinanderpressen der beiden Teile in axialer Richtung.
[0179] Während der Bearbeitung des Werkstücks 1 durch das Prägewerkzeug 2 sind die Matrize
5 (und insbesondere ihre Matrizenverzahnung 5z), das Werkstück 1 (und insbesondere
dessen rohrförmiger Abschnitt 3 und seine Längsachse Z) und die Drehachse des Matrizenhalters
15 koaxial zueinander ausgerichtet. Und das Werkstück 1 dreht sich mit dem Matrizenhalter
15 mit, beispielsweise, indem die Haltevorrichtung 18 drehbar gelagert ist.
[0180] Weil also während der Bearbeitung die Längsachse Z des Werkstücks 1 mit der Rotationsachse
des drehbaren Matrizenhalters 15 zusammenfällt, werden der Einfachheit halber die
entsprechenden Achsen im weiteren beide als Längsachse Z oder als als Achse Z bezeichnet.
[0181] Der Matrizenhalter 15 muss nicht direkt zu seiner Rotation antreibbar sein. Beispielsweise
kann auch die Haltevorrichtung 18 (beispielsweise direkt) zur Rotation angetrieben
sein, und der Matrizenhalter 15 ist drehbar gelagert und dreht sich, einschliesslich
Matrize 5 und Werkstück 1 mit der Haltevorrichtung 18 mit.
[0182] Die genannte Rotation findet mit zeitlich variierender Rotationsgeschwindigkeit statt,
synchronisiert mit der radial oszillierenden Bewegung des Prägewerkzeugs 2.
[0183] Zur Erzeugung der radial oszillierenden Bewegung des Prägewerkzeugs 2 kann der Werkzeughalter
12 wie dargestellt einen Schaft aufweisen, der zu einer oszillierenden Bewegung angetrieben
ist. Das Prägewerkzeug 2 kommt auf diese Weise wiederholt, im allgemeinen periodisch,
in Eingriff mit dem Werkstück. Das Werkstück 1 seinerseits wird um die Achse Z mit
variierender Rotationsgeschwindigkeit gedreht, insbesondere intermittierend gedreht
(versinnbildlicht durch den gestrichelten Kreispfeil in Fig. 1). Die oszillierende
Bewegung des Werkzeughalters 12, die einer oszillierenden Bewegung des Prägewerkzeugs
2 entspricht, ist mit der Rotation des Werkstückes 1 so synchronisiert, dass in Phasen
minimaler Werkstückrotationsgeschwindigkeit (im Falle einer intermittierenden Werkstückrotation:
in Phasen des Stillstandes der intermittierenden Rotation des Werkstückes) das Prägewerkzeug
2 mit dem Werkstück 1 in Eingriff kommt. Im Falle einer intermittierenden Werkstückrotation
kann das Werkstück 1 weiterrotiert werden (typischerweise um eine Teilung), sobald
der Werkzeughalter 12 weit genug (in radiale Richtung) verschoben ist, dass kein Prägewerkzeug
während der Werkstückrotation mit dem Werkstück 1 in Kontakt kommt. Bei einer nicht-intermittierenden
Werkstückrotation ist das Geschwindigkeitsprofil (zeitliche Variation der Rotationsgeschwindigkeit)
entsprechend zu wählen.
[0184] Danach - also im Falle intermittierender Rotation innerhalb der nächsten Stillstandsphase
- greift das Prägewerkzeug 2 wieder in das Werkstück 1 ein, zur Weiterbildung der
nächsten Zahnlücke der zur erzeugenden Verzahnungen usw. Die Verzahnungen werden somit
durch ein Nacheinanderausführen einer Vielzahl von Prägesschritten kaltumformend erzeugt.
[0185] Die bei der prägenden Umformung durch das Prägewerkzeug 2 auf das dünnwandige Werkstück
1 wirkenden Kräfte sind so gross, dass ohne weitere Vorkehrungen unerwünschte Deformationen
des rohrförmigen Abschnitts 3 auftreten können. Statt seinen grundsätzlich kreisförmigen
Querschnitt zu behalten, kann sich ein ovaler oder elliptischer Querschnitt des rohrförmigen
Abschnitts 3 ausbilden und zu mangelnder Genauigkeit der Verzahnungen führen, was
sehr unerwünscht ist. Auch kann sich eine unerwünschte Konizität des rohrförmigen
Abschnitts 3 ausbilden, so dass sich dessen Durchmesser in einer Richtung entlang
der Längsachse zunehmend wäre.
[0186] Darum weist da Werkstück (während seiner Bearbeitung) mindestens einen Stabilisierungsabschnitt
auf. Im Beispiel aus Fig. 1 hat das Werkstück 1 einen nach innen (auf die Längsachse
zu) gerichteten Stabilisierungsabschnitt 4 und einen nach aussen (von der Längsachse
weg) gerichteten Stabilisierungsabschnitt 4`, die beide jeweils an ein Ende des rohrförmigen
Abschnitts 3 anschliessend sind. Die Stabilisierungsabschnitte 4, 4` bilden Krägen
des Werkstücks 1 und sind mit dem rohrförmigen Abschnitt 3 einstückig ausgebildet.
[0187] Durch ihre Ausdehnung in radiale Richtung bewirken die Stabilisierungsabschnitte
4, 4` eine Formstabilisierung, so dass die genannten Deformationen verhindert oder
zumindest auf ein akzeptables Mass reduziert werden können.
[0188] Zur gleichzeitigen Erstellung der Innen- und der Aussenzverzahnung in dem rohrförmigen
Abschnitt 3 wird das dünnwandige Werkstück 1 mittels des Prägewerkzeugs in der beschriebenen
Weise in die Matrizenverzahnung 5z der Matrize 5 eingeformt. Dies wird anhand der
Figuren 2a, 2b veranschaulicht.
[0189] Fig. 2a ist eine schematische Veranschaulichung des Verfahrens vor einem ersten Prägewerkzeugeingriff
in das Werkstück 1, in einem Schnitt senkrecht zur Längsachse; und Fig. 2b ist eine
schematische Veranschaulichung des Verfahrens während eines Prägewerkzeugeingriffs
bei Fertigstellung des Hohlrades 1a, in dem gleichen Schnitt.
[0190] Vor dem ersten Prägewerkzeugeingriff (Fig. 2a) befindet sich das noch unverzahnte
Werkstück 1 in der Öffnung 5o der Matrize 5. Ein Zahnkopf 5a, ein Zahnfuss 5b und
eine Zahnflanke 5f der innenliegenden Matrizenverzahnung sind in Fig. 2a gekennzeichnet.
Viele hämmernde Eingriffe des Prägewerkzeugs 2 an jeder der Umfangspositionen, an
denen die Zahnlücken der Matrizenverzahnung sind, später sind die Innen- und die Aussenverzahnung
fertiggestellt. Fig. 2b zeigt das Werkstück, das nun ein verzahntes Hohlrad 1a ist,
während eines letzten umformenden Eingriffs des Prägewerkzeugs 2.
[0191] Die dicke gestrichelte Linie in Figs. 2a, 2b kennzeichnet eine radiale Richtung,
entlang welcher die periodische Linearbewegung des Prägewerkzeuges 2 zum Umformen
des Werkstücks verläuft.
[0192] Die dünnen gestrichelten Linien in Fig. 2b kennzeichnen den Fusskreisdurchmesser
bzw. den Kopfkreisdurchmesser der Innenverzahnung. Der offene Pfeil in Fig. 2b kennzeichnet
die Verzahnungstiefe t6 der Innenverzahnung. In dem Ausführungsbeispiel von Figs.
2a, 2b beträgt die Materialstärke D des unverzahnten rohrförmigen Abschnitts 3 (Fig.
2a) etwa 0.4 mal die Verzahnungstiefe t6 der Innenverzahnung.
[0193] Das Prägewerkzeug 2 weist einen Wirkbereich 2w auf, der einen Werkzeugkopf 2k und
zwei Werkzeugflanken 2f aufweist. Der Wirkbereich 2w weist eine Form auf, die ein
Negativ einer Form einer Zahnlücke der zu erzeugenden Innenverzahnung ist (Fig. 2b).
Weiter weist das Prägewerkzeug 2 zwei Kalibrierbereiche 2x auf, durch welche die Zahnköpfe
6a (Fig. 2b) der Innenverzahnung geformt werden, zum Beispiel kann vorgesehen sein,
dass die Form eines Abschnittes eines Kalibrierbereichs 2x ein Negativ der Form eines
Abschnittes eines Zahnkopfes 6a der Innenverzahnung ist.
[0194] Die Werkzeugflanken 2f haben die Form eines Negativs einer Flanke 6f der Innenverzahnung,
und der Werkzeugkopf 2k hat die Form eines Negativs eines Zahnfusses 6b der Innenverzahnung
(Fig. 2b).
[0195] Während die Form der Innenverzahnung im wesentlichen durch die Form des Prägewerkzeugs
2 bestimmt wird, wird die Form der Aussenverzahnung im wesentlichen durch die Form
der Matrizenverzahnung bestimmt.
[0196] Die Form eines Zahnkopfes 5a der Matrizenverzahnung entspricht einem Negativ der
Form eines Zahnfusses 7b der zu erzeugenden Aussenverzahnung. Und die Form der Zahnflanken
5f der Matrizenverzahnung entspricht einem Negativ der Form von Zahnflanken 7f der
Aussenverzahnung. Allerdings ist die Form des Zahnkopfes 7a der Aussenverzahnung durch
freien Materialfluss bestimmt. Zwischen den Zahnköpfen 7a der Aussenverzahnung und
den jeweiligen Zahnfüssen 5b der Matrizenverzahnung verbleibt ein Abstand. Von den
Zahnflanken 5f der Matrizenverzahnung ist es nur ein Abschnitt, der mit dem Werkstück
in Kontakt kommt und somit die Form der Flanken 7f der Aussenverzahnung bestimmt.
[0197] Ein hämmerndes Einformen des zunächst unverzahnten rohrförmigen Abschnitts 3 in die
Matrizenverzahnung findet an solchen über den Umfang des rohrförmigen Abschnitts 3
verteilten Stellen statt, an denen sich Zahnlücken der Matrizenverzahnung befinden,
also dort, wo die Zähne der Aussenverzahnung und Zahnlücken der Innenverzahnung zu
liegen kommen (entstehen). Beispielsweise kann das Werkstück 1 durch das Prägewerkzeug
2 zunächst in jeder Zahnlücke der Matrizenverzahnung 5z einmal bearbeitet werden (also
genau einen radial hämmernden Schlag aufnehmen und dadurch umgeformt werden), bevor
es bei einer der Zahnlücken der Matrizenverzahnung 5z ein weiteres mal bearbeitet
wird.
[0198] Es findet ein Erzeugen der Innnenverzahnung bei gleichzeitigem Erzeugen der Aussenverzahnung
statt.
[0199] Die Anzahl Zähne und die Anzahl Zahnlücken ist identisch für die Innenverzahnung
und für die Aussenverzahnung und für die Matrizenverzahnung. Und die Zahnfüsse 6b
der Innenverzahnung befinden sich an den gleichen Positionen entlang des Umfangs des
rohrförmigen Abschnitts wie die Zahnköpfe 7a der Aussenverzahnung. Und entsprechend
befinden sich die Zahnköpfe 6a der Innenverzahnung an den gleichen Positionen entlang
des Umfangs des rohrförmigen Abschnitts 3 wie die Zahnfüsse 7b der Aussenverzahnung.
[0200] Es ist auch möglich, ein zweites Prägewerkzeug einzusetzen. Dieses kann, zumindest
bezüglich des Wirkbereichs und des Kalibrierbereichs, dieselbe Form aufweisen wie
das andere Prägewerkzeug.
[0201] Zwischen den einzelnen hämmernden Bearbeitungsschritten wird das Prägewerkzeug jeweils
wieder vom Werkstück radial beabstandet.
[0202] Im Gegensatz zu manchen, als "Abwälzen" bezeichneten Verfahren zur Profilierung von
Werkstücken findet in dem hier beschriebenen Verfahren kein Wälzen des Prägewerkzeuges
am Werkstück statt. Und das Werkzeug ist auch nicht dauerhaft mit dem Werkstück in
Kontakt, sondern immer nur kurzzeitig mit einer anschliessenden Phase, in der kein
Kontakt und keine Umformung stattfindet. Und das Werkzeug hat nicht eine Vielzahl
von über seinen Umfang verteilten Zähnen, sondern, wie dargestellt, nur einen zahnartigen
Wirkbereich oder allenfalls zwei (nicht dargestellt).
[0203] Fig. 3a zeigt ein Werkstück 1 mit zwei auf die Längsachse Z zu gerichteten Stabilisierungsabschnitten
4, 4', in einem durch die Längsachse Z verlaufenden Schnitt. Die Stabilisierungsabschnitte
4, 4' bilden jeweils einen Kragen, was auch bei den weiteren Ausführungsformen der
Fall ist. Die im folgenden beschriebenen Eigenschaften können auch dem entsprechenden
Kragen zugeschrieben werden.
[0204] Fig. 3b zeigt ein Werkstück 1 mit einem auf die Längsachse zu gerichteten Stabilisierungsabschnitt
4' und einem von der Längsachse weg gerichteten Stabilisierungsabschnitt 4, in einem
durch die Längsachse Z verlaufenden Schnitt.
[0205] Die in Figs. 3a, 3b gezeigten Stabilisierungsabschnitte bilden jeweils kreisringförmige
Stirnflächen 4f des Werkstücks 1. Ein Öffnungswinkel der Stirnflächen 4f muss allerdings
nicht 90° betragen, wie in Figs. 1 und 3a und 3b. Allerdings ist bei 90° eine hohe
Formstabilität bei sehr geringen Aussmassen entlang der Längsachse Z erreichbar.
[0206] Fig. 3c zeigt ein Detail eines weiteren rotationssymetrischen Werkstücks 1 mit einem
auf die Längsachse Z zu gerichteten Stabilisierungsabschnitt 4' und einem von der
Längsachse Z weg gerichteten Stabilisierungsabschnitt 4, in einem durch die Längsachse
Z verlaufenden Schnitt, wobei dieser einen Öffnungswinkel von etwa 45° aufweist. Dort
vergrössert sich der Durchmesser des Werkstücks 1 mit zunehmendem Abstand vom rohrförmigen
Abschnitt 3. Die Stirnfläche 4f, die Stabilisierungsabschnitt 4 bildet, ist eine rotationssymmetrische
Kegelstumpfmantelform.
[0207] In den dargestellten Schnitten, die die Längsachse Z enthalten muss ein Stabilisierungsabschnitt
aber keine gerade Linie zeigen; es sind auch andere Formen möglich. Fig. 3d zeigt
ein Beispiel
[0208] Fig. 3d zeigt ein Detail eines Werkstücks 1, das bereits zu einem verzahnten Hohlrad
1a umgeformt ist, mit einem auf die Längsachse Z zu gerichteten Stabilisierungsabschnitt
4' und einem von der Längsachse weg gerichteten Stabilisierungsabschnitt 4, in einem
durch die Längsachse Z verlaufenden Schnitt. Der Stabilisierungsabschnitt 4 hat die
Form eines Trichters mit gebogener, konischer Wandung.
[0209] Unabhängig von der Form der Stabiliiserungsabschnitte 4, 4` sind in Fig. 3d ein Zahnkopf
7a der Aussenverzahnung und ein Zahnkopf 6a der Innenverzahnung angedeutet (auch wenn
diese nicht genau in derselben Schnittebene liegen). Die verzahnte Länge ist zu erkennen;
diese muss sich nicht über die Gesamtlänge des rohrförmigen Abschnitts 3 erstrecken.
[0210] Fig. 3d illustriert auch, dass ein Maximalabstand d4, den ein Teil des Stabilisierungsabschnitts
4 von der Längsachse Z hat, was bei der hier angenommenen Rotationssymmetrie der Hälfte
eines Aussendurchmessers des Stabilisierungsabschnitts 4 entspricht, grösser ist,
als die Hälfte k7 des Kopfkreisdurchmesser der Aussenverzahnung.
[0211] Und Fig. 3d illustriert auch, dass ein Minimalabstand d4', den ein Teil des Stabilisierungsabschnitts
4` von der Längsachse Z hat, was bei der hier angenommenen Rotationssymmetrie der
Hälfte eines Innendurchmessers des Stabilisierungsabschnitts 4` entspricht, kleiner
ist als ein minimaler Abstand k6, den ein Zahnkopf 6a der Innenverzahnung von der
Längsachse Z hat, also kleiner ist, als die Hälfte k6 des Kopfkreisdurchmesser der
Innenverzahnung.
[0212] Die typischerweise ein oder zwei Stabilisierungsabschnitte sind im allgemeinen unverzahnt
(verzahnungsfrei); zumindest sind sie frei von der zu erzeugenden Innenverzahnung
und frei von der zu erzeugenden Aussenzverzahnung.
[0213] Fig. 4 zeigt ein Detail eines Hohlrades 1a zur Veranschaulichung einer äusseren Restverzahnung
45a, in einem durch die Längsachse Z verlaufenden Schnitt durch einen Zahnkopf 7a
der Aussenverzahnung. Eine solche äussere Restverzahnung 45a bildet sich aufgrund
des gewählten kaltumformenden Herstellungsverfahrens, begründet durch den freien Materialfluss
nicht nur in radialer sondern auch in axialer Richtung innerhalb von Zahnlücken der
Matrizenverzahnung.
[0214] In diesem Ausführungsbeispiel, bei dem im übrigen der Stabilisierungsabschnitt 4
auch nach innen statt nach aussen gerichtet sein könnte, gibt es einen Übergangsbereich
45 zwischen dem rohrförmigen Abschnitt 3 und dem Stabilisierungsabschnitt 4. In dem
Übergangsbereich gibt es eine an die Aussenverzahnung anschliessende äussere Restverzahnung
mit Zahnköpfen 45a, in welcher die Verzahnungstiefe der Restverzahnung langsam abnimmt,
nämlich von der Verzahnungstiefe t7 der Aussenverzahnung auf null. Ein Winkel der
Abnahme der Verzahnungstiefe kann beispielsweise wie weiter oben beschrieben definiert
werden: Die Punkte, an denen die Restverzahnung eine Verzahnungstiefe von 90% der
Verzahnungstiefe t7 der Aussenverzahnung hat bzw. nur noch 10% der Verzahnungstiefe
t7 der Aussenverzahnung hat, sind in Fig. 4 dort, wo die gepunkteten Linien rechtwinklig
die Richtung ändern. Die dicke gestrichelte Linie bildet mit der Längsachse Z denselben
Winkel wie eine Gerade durch die beiden genannten Punkte, ist aber der Übersichtlichkeit
halber nicht dort gezeichnet. Der Winkel beträgt in Fig. 4 etwa 20°.
[0215] In Fig. 4 ist unabhängig davon auch noch dargestellt, dass der Übergangsbereich 45,
der im übrigen einen Bereich beschreibt, der entlang der Längsachse Z erstreckt ist,
einen unverzahnten Abschnitt aufweisen kann und/oder einen nicht mit dem Prägewerkzeug
2 bearbeiteten Bereich aufweisen kann.
[0216] Wie weiter oben schon erwähnt, bilden sich weitere für das Herstellungverfahren charakteristische
Strukturen auch dort in einem Übergangsbereich 45 aus, wo nahe einem Stabilisierungsabschnitt
eine innenliegende Restverzahnung erzeugt wird, zum Beispiel weil für das Erzeugen
der Innen- und der Aussenverzahnung ein Prägewerkzeug verwendet wird, das länger ist
als die Länge der Innenverzahnung. Figs. 5 und 6 zeigen entsprechende Beispiele.
[0217] Fig. 5 zeigt ein Detail eines Werkstücks 1, das bereits zum verzahnten Hohlrad 1a
umgeformt ist, mit einem von der Längsachse Z weg gerichteten Stabilisierungsabschnitt
4 zur Veranschaulichung einer innenliegenden Restverzahnung mit Wulst 45w, in einem
durch die Längsachse Z verlaufenden Schnitt durch einen Zahnfuss 6b der Innenverzahnung.
Der Schnitt verläuft somit auch durch einen Zahnfuss 45b der innenliegenden Restverzahnung.
Pro Zahnfuss 6b der Innenverzahnung bildet sich ein Wulst 45w. Diese kann wie in Fig.
5 illustriert, axial vorstehen.
[0218] Fig. 6 zeigt ein Detail eines Werkstücks 1, das bereits zum verzahnten Hohlrad 1a
umgeformt ist, mit einem von der Längsachse Z weg gerichteten Stabilisierungsabschnitt
4 zur Veranschaulichung einer innenliegenden Restverzahnung, in einem durch die Längsachse
Z verlaufenden Schnitt durch einen Zahnkopf 6a der Innenverzahnung. Der Schnitt verläuft
somit auch durch einen Zahnkopf 45i der innenliegenden Restverzahnung. Wie in Fig.
6 ersichtlich ist, weist die innenliegende Restverzahnung einen Kopfkreisdurchmesser
auf, der kleiner ist als ein Kopfkreisdurchmesser der Innenverzahnung. Insbesondere
ist der kleinste Kopfkreisdurchmesser der Restverzahnung kleiner als der Kopfkreisdurchmesser
der Innenverzahnung. Der halbe minimale Kopfkreisdurchmesser der innenliegenden Restverzahnung
ist in Fig. 6 als k45 angeschrieben, und der halbe Kopfkreisdurchmesser der Innenverzahnung
ist als k6 angeschrieben.
[0219] Weil die beschriebenen Hohlräder dünnwandig sind, können diese unter Belastung eher
zu elastischen Verformungen neigen. Für ein gutes Laufverhalten kann es darum zuträglich
sein, eine Längsballigkeit der Innenverzahnung vorzusehen. Kantenträger sind auf diese
Weise vermeidbar. Dies kann erreicht werden durch eine entsprechende Ausbildung des
Prägewerkzeugs 2.
[0220] Fig. 7a zeigt ein Detail eines Prägewerkzeuges 2, in einem Schnitt senkrecht zum
Verlauf des Werkzeugkopfes 2k, also in der gleichen Weise wie in Figs. 2a, 2b.
[0221] Fig. 7b zeigt ein Detail des Prägewerkzeuges 2 aus Fig. 7a, aber in einem Schnitt
parallel zum Verlauf des Werkzeugkopfes 2k, entlang der gestrichelten Linie aus Fig.
7a durch die Werkzeugflanken 2f. In Fig. 7b ist eine Konkavität des Prägewerkzeugs
2 zu erkennen, mittels der die Längsballigkeit erzeugt werden kann. Diese ist in Fig.
7b allerdings übertrieben gross dargestellt. Die Werkzeugflanken 2f sind durch ihre
Konkavität zur Ausbildung der Längsballigkeit der Innenverzahnung ausgebildet.
[0222] Figs. 8a bis 8c veranschaulichen ein Geradverzahnung, eine Schrägverzahnung bzw.
eine Pfeilverzahnung. All diese und noch weitere Verzahnungen lassen sich mittels
des beschriebenen Verfahrens herstellen. Die breiten schwarzen Linien geben die Lage
der Zahnköpfe 6a der Innenverzahnung wieder. Die eingezeichnete gestrichelte Linie
entspricht einer Achse Z' an, die parallel zur Längsachse Z verläuft. Die Darstellung
kann so verstanden werden, dass sie gedanklich gewonnen werden kann, indem das Hohlrad
aufgeschnitten wird und dann mit nach unten zeigender Aussenverzahnung auf eine Ebene
gedrückt (flachgedrückt) wird.
[0223] In Fig. 8b bezeichnet β den Schrägungswinkel der Schrägverzahnung.
[0224] Fig. 9 zeigt eine Veranschaulichung eines Planetengetriebes 20 mit einem Sonnenrad
22, drei Planetenrädern 24 und einem Hohlrad 1a der hier beschriebenen Art. Die entsprechenden
Aussenverzahnungen der Räder 22, 24, 1a sind durch die dicken Linien veranschaulicht.
Die dünn gezeichnete Kreislinie aussen illustriert die Aussenverzahnung 7 des Hohlrades
1a. Stabilisierungsabschnitte sind in Fig. 9 nicht dargestellt.
[0225] Fig. 10 veranschaulicht ein Hohlradbauteil 10, aufweisend ein Hohlrad 1a, das in
Fig. 10 übertrieben dünnwandig und ohne Stabilisierungsabschnitt dargestellt ist,
und einen damit formschlüssig verbundenen Körper 11, in einen Schnitt senkrecht zur
Längsachse Z. Zum Beispiel kann der Körper 11 aus einem Kunststoff sein. Der Körper
11 kann beispielsweise an das Hohlrad 1a, genauer: an dessen Aussenverzahnung, angegossen
sein.
[0226] In der beschriebenen Weise können neuartige, insbesondere leichtbaugeeignete Hohlräder,
Bauteile und Getriebe geschaffen werden. Die entsprechenden innenliegenden Zylinderverzahnungen
können wirtschaftlich und mit grosser Präzision erzeugt werden. Der mindestens eine
Kragen, sei er nach innen oder nach aussen gerichtet, ermöglicht eine Formstabilität
während der Fertigung, die für hochgenaue Verzahnungen notwendig ist.