[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf einen Stellantrieb zum Bewegen einer Klappe
eines Möbels, umfassend:
- zumindest einen schwenkbar gelagerten Stellarm zum Bewegen der Klappe,
- eine Federvorrichtung zur Kraftbeaufschlagung des Stellarmes,
- einen Übertragungsmechanismus zum Übertragen einer Kraft der Federvorrichtung auf
den Stellarm in Schließrichtung und nach Überschreitung eines Totpunktes zur Übertragung
einer Kraft der Federvorrichtung auf den Stellarm in Öffnungsrichtung,
- eine Einstellvorrichtung, durch welche ein Stellglied des Stellantriebes in oder an
einer Führung in seiner Lage verstellbar ist.
[0002] Im Weiteren betrifft die Erfindung eine Anordnung mit einer Klappe eines Möbels und
mit einem Stellantrieb der zu beschreibenden Art.
[0003] Stellantriebe dieser Art können als Totpunktmechanismus ein Hebelwerk (
DE 102 03 269 A1) aufweisen, wobei die Federvorrichtung auf den Stellarm nahe der Schließstellung
eine Schließkraft und nach Überschreiten einer Totpunktlage - bei welcher die verbindenden
Gelenke der Hebel und die einwirkenden Kraftvektoren auf einer Linie liegen - ein
Drehmoment in Öffnungsrichtung ausübt. Ebenso bekannt sind Totpunktmechanismen mit
einer Steuerkurven-Druckrollen-Anordnung (
DE 10 2004 019 785 A1), bei welcher die Steuerkurve derart konturiert ist, dass der Wechsel des auf den
Stellarm einwirkenden Drehmomentes nach dem Durchlauf einer Totpunktlage stattfindet.
[0004] Die Kraft der Federvorrichtung ist durch eine Einstellvorrichtung entsprechend dem
Gewicht der zu bewegenden Möbelklappe anzupassen, d.h. die Federvorrichtung muss bei
schweren Möbelklappen auch ein entsprechend hohes Drehmoment auf den Stellarm in Öffnungsrichtung
aufbringen. Bei Stellantrieben mit einem Totpunktmechanismus wirkt sich diese Einstellung
aber auch auf die Zuhaltekraft des Stellarmes aus, was dazu führt, dass die Möbelklappe
bei einem hohen Drehmoment des Stellarmes in Öffnungsrichtung auch mit einer entsprechend
großen Zuhaltekraft in der Schließstellung gehalten ist. Diese hohe Zuhaltekraft muss
dann von einem Benutzer beim Öffnen der Klappe durch erheblichen manuellen Kraftaufwand
bis hin zur Totpunktlage des Stellarmes überwunden werden, woraufhin die Federvorrichtung
die weitere Öffnungsbewegung unterstützt.
[0006] Eine Weiterentwicklung ist in der
EP 1 990 494 A1 gezeigt, wobei der ein die Schließbewegung unterstützendes Wirkmoment und zum anderen
ein die Öffnungsbewegung unterstützendes Moment einstellbar ist.
[0007] In der
WO 2013/113047 A1 der Anmelderin ist ein Stellantrieb für Möbelklappen gezeigt, welcher durch eine
Umstellvorrichtung zwischen verschiedenen Betriebsmodi umstellbar ist. Durch diese
Umstellvorrichtung kann eine Gelenkachse, welche zwei Hebel des Stellantriebes miteinander
verbindet, entlang einer Führung verstellt werden. In einem ersten Betriebsmodus wird
auf den Stellarm in oder nahe der Schließstellung eine Schließkraft ausgeübt, sodass
eine mit dem Stellarm verbundene Möbelklappe gegen Ende der Schließbewegung auch in
die geschlossene Endlage eingezogen wird. Durch Verstellen der Gelenkachse entlang
der Führung wird in einem zweiten Betriebsmodus in oder nahe der Schließstellung hingegen
eine Öffnungskraft auf den Stellarm ausgeübt, sodass also der Stellarm bereits in
der Schließstellung öffnend wirkt. Dies hat den besonderen Vorteil, dass in diesem
zweiten Betriebsmodus eine zusätzliche Ausstoßvorrichtung - welche zum Ausstoßen der
Klappe ausgehend von der geschlossenen Endlage in eine Offenstellung vorgesehen ist
- keine auf den Stellarm wirkende Schließkraft der Federvorrichtung überwinden muss,
sodass die Möbelkappe auch mit einem relativ schwach dimensionierten Kraftspeicher
der Ausstoßvorrichtung aus der geschlossenen Endlage ausstoßbar ist. Zur Einstellung
der in Öffnungsrichtung wirkenden Federkraft ist eine von der Umstellvorrichtung gesonderte
Einstellvorrichtung (Fig. 2, Bezugszeichen 15) vorgesehen. Für den Monteur ergibt
sich dadurch die Notwendigkeit, dass zwei voneinander gesonderte Justierungen durchgeführt
werden müssen.
[0008] Aufgabe der Erfindung ist es, einen Stellantrieb mit einer einfachen Einstellmöglichkeit
anzugeben, wobei auch bei hohen Drehmomenten in Öffnungsrichtung eine reduzierte Zuhaltekraft
des Stellarmes in der Schließstellung herbeigeführt werden kann.
[0009] Dies wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Patentanspruchs 1 gelöst. Weitere
Ausgestaltungen der Erfindung sind in den abhängigen Unteransprüchen angegeben.
[0010] Gemäß der Erfindung ist also vorgesehen, dass der Stellantrieb eine Koppelvorrichtung
aufweist, welche die Federvorrichtung, die Drehachse des Stellarmes und das Stellglied
miteinander koppelt, wobei durch Verstellen des Stellgliedes in oder an der Führung
sowohl die Lage des Totpunktes des Stellarmes als auch die in Öffnungsrichtung wirkende
Kraft der Federvorrichtung auf den Stellarm veränderbar einstellbar ist, sodass bei
einer Vergrößerung der in Öffnungsrichtung wirkenden Kraft auch jener Schwenkwinkel
des Stellarmes, bei der die Lage des Totpunktes vorliegt, verkleinerbar ist.
[0011] Mit anderen Worten kann durch eine einzige Einstellvorrichtung jener Schwenkwinkel
des Stellarmes, bei welchem die Totpunktlage vorliegt, verkleinert und so näher in
Richtung 0° Öffnungswinkel, welcher der geschlossenen Endlage der Möbelklappe entspricht,
verstellt werden. Durch die dadurch herbeigeführte Phasenverschiebung des Drehmomentverlaufes
um einen vorgegebenen Betrag in Richtung der geschlossenen Endlage des Stellarmes
kann - selbst bei hohen Vorspannkräften in Öffnungsrichtung - eine geringere und eine
gleichmäßiger wirkende Zuhaltekraft in der geschlossenen Endlage der Klappe herbeigeführt
werden (siehe dazu die Beschreibung zu Fig. 1).
[0012] Die Führung kann zumindest abschnittsweise eine im Wesentlichen gerade Form und/oder
zumindest abschnittsweise eine gekrümmte Form aufweisen. Durch die geometrische Wahl
der Führung, welche in Montagelage sowohl eine horizontale Komponente als auch eine
vertikale Komponente aufweist, kann durch die Auswahl der Steigung der Führung bestimmt
werden, in welchem Ausmaß die Einstellung der Totpunktlage und die Einstellung der
in Öffnungsrichtung wirkenden Federkraft erfolgt. Die horizontale Komponente bestimmt
das in Öffnungsrichtung wirkende Drehmoment auf den Stellarm, die vertikale Komponente
der Führung bestimmt hingegen die Totpunktlage des Stellarmes. Unter der beispielhaften
Annahme, dass die Führung als Gerade mit 45° Steigung ausgebildet ist, so würde eine
Verstellung des Stellgliedes in oder entlang dieser Führung ein Verhältnis von 1:1
herbeiführen, sodass also die Verstellung der Totpunktlage und die Verstellung des
in Öffnungsrichtung wirkenden Drehmomentes auf den Stellarm jeweils in einem gleichen
Ausmaß erfolgt.
[0013] In diesem Zusammenhang kann vorgesehen sein, dass bei einer Betätigung der Einstellvorrichtung
die Einstellung der Lage des Totpunktes des Stellarmes und die Einstellung der in
Öffnungsrichtung wirkenden Kraft der Federvorrichtung auf den Stellarm gleichzeitig
erfolgt. Dies ist selbstverständlich von der jeweiligen Formgebung der Führung abhängig.
Wenn das Stellglied bei der Einstellung in oder entlang der Führung ausschließlich
mit einer in Montagelage horizontalen Komponente der Führung zusammenwirkt, so wird
lediglich die in Öffnungsrichtung wirkende Kraft der Federvorrichtung auf den Stellarm
verändert, ohne dass dabei eine Verstellung der Totpunktlage erfolgt. Wenn hingegen
das Stellglied bei der Einstellung in oder entlang der Führung mit einer in Montagelage
vertikalen Komponente der Führung zusammenwirkt, so wird damit auch die Lage des Totpunktes
verstellt.
[0014] Gemäß einem Ausführungsbeispiel kann vorgesehen sein, dass die Lage des Totpunktes
des Stellarmes - ausgehend von der vollständigen Schließstellung des Stellarmes -
zwischen 10° und 30°, vorzugsweise zwischen 15° und 25°, veränderbar einstellbar ist.
[0015] Weitere Einzelheiten und Vorteile der gegenständlichen Erfindung werden anhand der
in den Figuren gezeigten Ausführungsbeispiele erläutert. Dabei zeigt bzw. zeigen:
- Fig. 1
- eine Diagramm der Drehmomentverläufe in Abhängigkeit vom Öffnungswinkel der Klappe,
- Fig. 2a, 2b
- eine perspektivische Ansicht eines Möbels mit einem Möbelkorpus und einer relativ
dazu hochbewegbaren Klappe, welche über Stellantriebe bewegbar gelagert ist, sowie
einen Stellantrieb in einer perspektivischen Darstellung,
- Fig. 3a, 3b
- den Stellantrieb gemäß Fig. 2b in einem Querschnitt sowie eine vergrößerte Detaildarstellung
hierzu,
- Fig. 4
- der Stellantrieb in einem Querschnitt, wobei das Stellglied in oder entlang der Führung
verstellt wurde,
- Fig. 5
- eine Explosionsdarstellung des Stellantriebes,
- Fig. 6
- eine weitere Ausführungsform eines Stellantriebes, wobei der Stellarm durch eine Steuerkurven-Druckstück-Anordnung
verschwenkbar gelagert ist,
- Fig. 7a, 7b
- Seitenansichten des Stellantriebes gemäß Fig. 6 mit dem Stellglied in zwei verschiedenen
Einstellungen,
- Fig. 8a, 8b
- Seitenansichten des Stellantriebes mit dem Stellarm in zwei verschieden eingestellten
Totpunktlagen,
- Fig. 9
- eine Explosionsdarstellung des Stellantriebes gemäß den Figuren 6, 7a, 7b, 8a, 8b.
[0016] Fig. 1 zeigt ein Diagramm der Drehmomentverläufe (Drehmoment M in Newtonmeter, Nm)
in Abhängigkeit des Öffnungswinkels (in Grad, α) der Klappe 3 eines Möbels 1. Die
Kennlinie A zeigt den (theoretischen) Verlauf des Drehmomentes aufgetragen über der
Winkelstellung der Klappe 3, welches vom Stellantrieb 4 aufzubringen ist, wobei die
Klappe 3 vom Stellantrieb 4 weder in Öffnungsrichtung noch in Schließrichtung beschleunigt
und somit austariert gehalten wird. Diese Kennlinie A entspricht der maximalen Einstellung
des Drehmomentes in Öffnungsrichtung, was also bei schweren Möbelklappen 3 vorzusehen
ist. Ausgehend von 0° Öffnungswinkel der Klappe 3 wird diese über einen Öffnungswinkelbereich
geöffnet, wobei das Maximum der Kennlinie A bei etwa 90° Öffnungswinkel der Klappe
3 liegt. Bei 90° Öffnungswinkel der Klappe 3 muss nämlich der Stellantrieb 4 das höchste
Drehmoment bereitstellen, damit die Klappe 3 in dieser Lage durch die Kraft der Federvorrichtung
8 selbsttätig gehalten ist.
[0017] Die Kennlinie B zeigt den (theoretischen) Verlauf des Drehmomentes aufgetragen über
der Winkelstellung der Klappe 3, welches vom Stellantrieb 4 aufzubringen ist, wobei
die Klappe 3 vom Stellantrieb 4 weder in Öffnungsrichtung noch in Schließrichtung
beschleunigt und somit austariert gehalten wird. Diese Kennlinie B entspricht der
minimalen Einstellung des Drehmomentes in Öffnungsrichtung, was also bei leichten
Möbelklappen 3 vorzusehen ist. Das Maximum dieser Kennlinie B liegt ebenfalls bei
90° Öffnungswinkel der Klappe 3, wobei das bereitgestellte Drehmoment des Stellantriebes
4 in Öffnungsrichtung geringer als jenes gemäß Kennlinie A ist.
[0018] Die Kennlinie C1 zeigt den Verlauf des vom Stellantrieb 4 auf den Stellarm 5 und
damit auf die Klappe 3 ausgeübten Drehmomentes. Diese Kennlinie entspricht der maximalen
Einstellung des Drehmomentes in Öffnungsrichtung (bei Verwendung von schweren Möbelklappen
3), wobei man für große Winkelstellungen - ohne Berücksichtigung der Reibung - ab
etwa 40° Offenstellung der Klappe 3 eine Annäherung an die Kennlinie A erreicht. In
der vollständigen Schließstellung (bei 0° Öffnungswinkel) wird auf die Klappe 3 eine
negative Kraft ausgeübt, sodass die Klappe 3 mit einer Zuhaltekraft in der geschlossenen
Endlage gehalten ist. Nach dem Durchlauf eines Totpunktes T1 wird die Klappe 3 mit
einem hohen Drehmoment in Öffnungsrichtung beaufschlagt. Wenn die Klappe 3 wieder
geschlossen wird, so wird vom Stellantrieb 4 nach dem Durchlauf des Totpunkes T1 aufgrund
des hohen Drehmomentes in Öffnungsrichtung auch eine hohe Zuhaltekraft (-4,8 Nm) auf
die Klappe 3 ausgeübt. Diese hohe Zuhaltekraft muss jedes Mal von einem Benutzer durch
kraftvolle Zugausübung an der Klappe 3 überwunden werden.
[0019] Die Kennlinie C2 zeigt den Verlauf des vom Stellantrieb 4 auf den Stellarm 5 und
damit auf die Klappe 3 ausgeübten Drehmomentes bei minimaler Einstellung des in Öffnungsrichtung
wirkenden Drehmomentes, was also bei leichten Möbelklappen 3 vorzusehen ist. Dieses
niedrige Drehmoment in Öffnungsrichtung führt nach Durchlauf des Totpunktes T1 auch
zu einer geringeren Zuhaltekraft (-1,6 Nm), welche durch einen Benutzer beim Öffnen
der Klappe 3 ohne großen Kraftaufwand zu überwinden ist. Erkennbar ist, dass sich
bei der Einstellung der minimalen bzw. maximalen Federkraft (Kennlinie C1 und Kennlinie
C2) ein erheblicher Unterschied der Zuhaltekraft (nämlich -1,4 Nm und -4,8 Nm) ergibt,
was für jene Person, welche die Klappe 3 öffnen muss, nachteilig ist.
[0020] Die Erfindung beruht nunmehr auf dem Grundgedanken, die Lage des Totpunktes des Stellarmes
5 einstellbar zu realisieren, sodass die Lage des Totpunktes T1 weiter in Richtung
Schließstellung der Klappe 3 verstellt und nunmehr am Totpunkt T2 positioniert wird.
Die Kennlinie D zeigt den Drehmomentverlauf des Stellantriebes 4 bei in Öffnungsrichtung
maximal eingestellter Federkraft (also bei Verwendung schwerer Klappen 3). Wenn nun
die Klappe 3 geschlossen wird, so durchläuft der Stellarm 5 den Totpunkt T2, wobei
durch die verstellte Lage des Totpunktes T2 anhand des Diagramms auch unmittelbar
einsichtig ist, dass sich die Zuhaltekraft bei 0° Öffnungswinkel der Klappe 3 (aber
bei gleich hohem Drehmoment in Öffnungsrichtung wie Kennlinie C1) um die Kräftedifferenz
ΔM erheblich reduziert (-2,4 Nm statt -4,8 Nm, also um die Hälfte). Somit wird durch
eine verstellte Position des Totpunktes ausgehend von Totpunkt T1 zu Totpunkt T2 eine
Phasenverschiebung des Drehmomentverlaufes (Kennlinie D statt Kennlinie C1) um einen
Betrag ΔT herbeigeführt, sodass sich in der Schließstellung der Klappe (bei 0° Öffnungswinkel
des Klappe 3) selbst bei hohem Drehmoment in Öffnungsrichtung eine geringe Zuhaltekraft
ergibt, welche durch eine Person beim Öffnen der Klappe 3 problemlos zu überwinden
ist. Diese Phasenverschiebung der Kennlinien C1, D um den Betrag ΔT ist auch bei 90°
Öffnungswinkel der Klappe 3 gut erkennbar.
[0021] Fig. 2a zeigt ein Möbel 1 mit einem Möbelkorpus 2 und einer relativ dazu hochbewegbaren
Klappe 3, welche über Stellantriebe 4 bewegbar gelagert ist. Im gezeigten Ausführungsbeispiel
sind zwei Stellantriebe 4 an gegenüberliegenden Seitenwänden des Möbelkorpus 2 befestigt.
Die Stellantriebe 4 weisen jeweils ein Gehäuse 6 und zumindest einen aus dem Gehäuse
6 herausragenden Stellarm 5 auf, der in Montagelage um eine horizontal verlaufende
Drehachse 13 schwenkbar gelagert und mit der Klappe 3 verbunden ist. Durch die Stellantriebe
4 ist die Klappe 3 ausgehend von einer vertikalen Schließstellung in eine oberhalb
des Möbelkorpus 2 befindliche Offenstellung bewegbar.
[0022] Fig. 2b zeigt ein mögliches Ausführungsbeispiel eines Stellantriebes 4 in einer perspektivischen
Darstellung. An einer am Möbelkorpus 2 zu befestigenden Grundplatte 7 ist eine Federvorrichtung
8 (vorzugsweise mit einer oder mehreren Druckfedern) mit einem Endbereich an einer
Federbasis 9 ortsfest abgestützt. Zur Übertragung einer Kraft von der Federvorrichtung
8 auf den um die Drehachse 13 schwenkbar gelagerten Stellarm 5 ist ein Übertragungsmechanismus
10 vorgesehen, der einen um eine ortsfeste Drehachse 12 schwenkbar gelagerten, zweiarmigen
Umlenkhebel 11 mit zwei Hebelenden umfasst. Ein erstes Hebelende des zweiarmigen Umlenkhebels
11 ist über ein erstes Gelenk 16 mit der Federvorrichtung 8 verbunden, ein zweites
Hebelende des Umlenkhebels 11 steht über ein zweites Gelenk 17 mit einem Schubhebel
15 in Verbindung. An einem dem Gelenk 17 abgewandten Ende des Schubhebels 15 ist ein
Stellglied 19 angeordnet. Ferner ist eine Koppelvorrichtung 18 vorgesehen, welche
die Federvorrichtung 8, die Drehachse 13 des Stellarmes 5 und das Stellglied 19 miteinander
koppelt.
[0023] Im gezeigten Ausführungsbeispiel weist die Koppelvorrichtung 18 einen um eine ortsfeste
Gelenkachse 20 schwenkbaren Hebel 22 mit einer Führung 21 auf. In oder entlang dieser
Führung 21 ist die Lage des Stellgliedes 19 durch eine (hier nicht ersichtliche) Einstellvorrichtung
23 einstellbar, sodass durch Verstellen des Stellgliedes 19 in oder an dieser Führung
21 sowohl die Lage des Totpunktes T1, T2 des Stellarmes 5 als auch die in Öffnungsrichtung
wirkende Kraft der Federvorrichtung 8 auf den Stellarm 5 veränderbar einstellbar ist.
In der gezeigten Figur befindet sich die Lage des Stellgliedes 19 in einer zur ortsfesten
Gelenkachse 20 des Hebels 22 benachbarten Position, sodass der zwischen der Gelenkachse
20 und dem Stellglied 19 gebildete Kraftarm klein und damit das auf den Stellarm 5
in Öffnungsrichtung wirkende Drehmoment minimal eingestellt ist. Diese Einstellung
des Stellgliedes 19 relativ zur Führung 21 wird folglich zum Bewegen leichter Möbelklappen
3 verwendet und entspricht der Kennlinie C2 gemäß Fig. 1.
[0024] Fig. 3a zeigt einen Querschnitt des Stellantriebes 4, wobei an der Grundplatte 7
die Federvorrichtung 8 an der Federbasis 9 abgestützt ist. Die Federvorrichtung 8
drückt mit einer Kraft F1 gegen den zweiarmigen Umlenkhebel 11. Die Federvorrichtung
8 ist über ein Gelenk 16 mit einem ersten Hebelende des Umlenkhebels 11 verbunden,
wobei das Gelenk 16 relativ zur ortsfesten Drehachse 12 des Umlenkhebels 11 unverstellbar
gelagert ist. Der Abstand zwischen dem Gelenk 16 (an welchem die Federvorrichtung
8 angreift) und der ortsfesten Drehachse 12 des Umlenkhebels 11 ist somit nicht veränderbar.
Dies ist insofern sehr vorteilhaft, weil zur Einstellung der Federkraft kein Verstellweg
der Federvorrichtung 8 relativ zur Drehachse 12 des Umlenkhebels 11 vorgesehen werden
muss. Insbesondere kann hier die Anordnung von voluminösen Gewindespindeln entfallen,
wodurch der Stellantrieb 4 eine sehr kompakte Bauform einnehmen kann. Das zweite Hebelende
des Umlenkhebels 11 ist über ein Gelenk 17 mit dem Schubhebel 15 verbunden, wobei
der Schubhebel 15 durch die Kraft der Federvorrichtung 8 in Richtung der Kraft F2
gedrückt wird. Der Hebel 22 der Koppelvorrichtung 18 ist um eine ortsfeste Gelenkachse
20 schwenkbar gelagert, wobei die Position des Stellgliedes 19 durch eine ein Verstellrad
24 aufweisende Einstellvorrichtung 23 in oder entlang der Führung 21 verstellbar ist.
Das Verstellrad 24 kann eine Aufnahme für ein Betätigungswerkzeug aufweisen, wobei
durch Drehung der Aufnahme mittels des Betätigungswerkzeuges die Lage des Stellgliedes
19 relativ zur Führung 21 einstellbar ist. Das Verstellrad 24 ist mit einem Gewindeabschnitt
25 versehen, welcher mit einer Gewindeaufnahme 27 eines Verstellhebels 26 in Eingriff
steht. Die Gewindeaufnahme 27 ist zur Kompensation von seitlichen Kräften beweglich
am Hebel 26 angeordnet. Der Verstellhebel 26 ist einerseits mit dem Stellglied 19,
andererseits über eine wandernde Gelenkachse 28 mit einem Zwischenhebel 29 verbunden,
welcher wiederum mit dem Stellarm 5 über ein Gelenk 30 verbunden ist.
[0025] Fig. 3b zeigt die Koppelvorrichtung 18 mit der Einstellvorrichtung 23 in einer vergrößerten
Darstellung. Durch eine durch eine Person herbeigeführte Drehung des Verstellrades
24 ist der um die wandernde Gelenkachse 28 schwenkbar gelagerte Verstellhebel 26 zusammen
mit dem Stellglied 19 relativ zum Hebel 22 verschwenkbar, wobei die Lage des Stellgliedes
19 in oder entlang der Führung 21 des Hebels 22 veränderbar einstellbar ist. Durch
die Einstellvorrichtung 23 ist also die Lage des Stellgliedes 19 in Richtung zur Gelenkachse
20 des Hebels 22 hin und von dieser weg verstellbar, wobei der relative Abstand zwischen
dem Stellglied 19 und der Gelenkachse 20 des Hebels 22 in Richtung X (Fig. 4) entlang
einer gedachten Verbindungslinie 35 zwischen dem Stellglied 19 und der Gelenkachse
20 des Hebels 22 verkleinerbar und vergrößerbar ist. Auf diese Weise ist die in Öffnungsrichtung
wirkende Kraft der Federvorrichtung 8 auf den Stellarm 5 einstellbar. Darüber hinaus
ist durch die Einstellvorrichtung 23 die Lage des Stellgliedes 19 in einer quer zur
besagten, gedachten Verbindungslinie 35 verlaufenden Richtung Y einstellbar, wodurch
die Lage des Totpunktes T1, T2 des Stellarmes 5 veränderbar einstellbar ist. Der Hebel
22 der Koppelvorrichtung 18 ist einerseits an um die ortsfeste Gelenkachse 20 verschwenkbar,
andererseits steht der Hebel 22 mit dem Zwischenhebel 29 über die beiden wandernden
Gelenkachsen 31 und 28 in Verbindung. Durch eine Dämpfvorrichtung 32 (Fig. 3a), welche
als Fluiddämpfer mit einer Kolben-Zylinder-Einheit ausgebildet ist, kann der letzte
Schließweg des Stellarmes 5 bis hin zur vollständig geschlossenen Endlage gedämpft
werden. Gegen Ende der Schließbewegung trifft nämlich die Gelenkachse 31 auf den Kolben
der Dämpfvorrichtung 32 auf und verschiebt diesen entgegen dem Widerstand eines Dämpfungsfluides
relativ zum Zylinder.
[0026] Fig. 4 zeigt einen Querschnitt des Stellantriebes 4, wobei durch Verdrehen des Verstellrades
24 der Einstellvorrichtung 23 das Stellglied 19 an das andere Ende der Führung 21
verstellt wurde. In der gezeigten Figur befindet sich der Stellarm 5 in einer im Vergleich
zu den Figuren 3a und 3b verstellten Totpunktlage T2. In der gezeigten Totpunktlage
T2 des Stellarmes 5 befinden sich das Gelenk 17, das Stellglied 19 und die Gelenkachse
20 des Hebels 22 auf einer gemeinsamen, gedachten Verbindungslinie 35. Der relative
Abstand des Stellgliedes 19 relativ zur Gelenkachse 20 des Hebels 22 wurde dabei vergrößert,
sodass der zwischen dem Stellglied 19 und der Gelenkachse 20 gebildete Kraftarm vergrößert
und somit auch das in Öffnungsrichtung wirkende Drehmoment auf den Stellarm 5 erhöht
wurde. Überdies ist die Lage des Stellgliedes 19 auch in einer quer zur besagten,
gedachten Verbindungslinie 35 verlaufenden Richtung Y einstellbar, sodass neben der
in Öffnungsrichtung wirkenden Kraft der Federvorrichtung 8 auch die Lage des Totpunktes
T1, T2 der Stellarmes 5 einstellbar ist. Diese Einstellung des Stellgliedes 19 relativ
zur Führung 21 wird folglich zum Bewegen schwerer Möbelklappen 3 verwendet und entspricht
der Kennlinie D gemäß Fig. 1.
[0027] Der Stellantrieb 4 umfasst einen längserstreckten Haupthebel 33, der über einen Gelenkhebel
34 schwenkbar mit der Grundplatte 7 verbunden ist. Dieser Haupthebel 33 steht mit
dem Hebel 22 über die Gelenkachse 36 in Verbindung. Der Hebel 22 ist einerseits um
die ortsfeste Gelenkachse 20 schwenkbar an der Grundplatte 7 und andererseits über
die wandernde Gelenkachse 31 schwenkbar mit dem Zwischenhebel 29 verbunden. Überdies
stützt sich der Hebel 22 an der wandernden Gelenkachse 28 ab, um welche der Verstellhebel
26 schwenkbar gelagert ist. Der Zwischenhebel 29 ist mit dem Stellarm 5 über das Gelenk
30 verbunden.
[0028] Fig. 5 zeigt den Stellantrieb 4 in einer Explosionsdarstellung. Die Federvorrichtung
8 ist an der Grundplatte 7 an einer Federbasis 9 gelenkig abgestützt. Der Übertragungsmechanismus
10 umfasst einen um eine ortsfeste Drehachse 12 schwenkbar gelagerten, zweiarmigen
Umlenkhebel 11 mit zwei Hebelenden, wobei ein erstes Hebelende mit der Federvorrichtung
8 und ein zweites Hebelende - direkt oder indirekt - mit dem einstellbaren Stellglied
19 zusammenwirkt. Im gezeigten Ausführungsbeispiel ist die Federvorrichtung 8 über
ein Gelenk 16 mit dem ersten Hebelarm des um die Drehachse 12 schwenkbar gelagerten,
zweiarmigen Umlenkhebels 11 verbunden. Der zweite Hebelarm des Umlenkhebels 11 steht
über ein weiteres Gelenk 17 mit dem mehrfach gekrümmten Schubhebel 15 in Verbindung.
Der Schubhebel 15 weist eine Öffnung 37 auf, welche ein als Stellglied 19 ausgebildeter
Gelenkbolzen durchgreift. Das Stellglied 19 ist durch eine Einstellvorrichtung 23
mit einem Verstellrad 24 in oder entlang von - vorzugsweise stetig gekrümmten - Führungen
21 des Hebels 22 verstellbar gelagert, sodass die Lage des Angriffspunktes des Schubhebels
15 am Hebel 22 relativ zur Schwenkachse 20 des Hebels 22 veränderbar einstellbar ist.
Der Hebel 22 und der Verstellhebel 26 sind über die Gelenkachse 28 schwenkbar miteinander
verbunden. Die Gewindeaufnahme 27 zur Aufnahme des Gewindeabschnittes 25 des Verstellrades
24 ist mit dem Verstellhebel 26 beweglich verbunden. Der Haupthebel 36 steht über
die Gelenkachse 36 mit dem Hebel 22 in Verbindung. Der Zwischenhebel 29 ist einerseits
über die Gelenkachsen 31 und 28 mit dem Hebel 22, andererseits mit dem Stellarm 5
über das Gelenk 30 verbunden. An der Klappe 3 des Möbels 1 ist ein Beschlag 38 zu
befestigen, wobei der Stellarm 5 über eine Schnappverbindung mit diesem Beschlag 38
lösbar verbindbar ist. Der Stellarm 5 ist ausgehend von einer zwischen den beiden
Endlagen der Klappe 3 liegenden Totpunktlage einerseits in einem ersten Schwenkbereich
in Richtung zur äußeren Endlage hin mittels der Federvorrichtung 8 vorgespannt und
ausgehend von dieser Totpunktage in einem zweiten Schwenkbereich in Richtung zur inneren
Endlage hin ebenfalls mittels dieser Federvorrichtung 8 beaufschlagt.
[0029] Fig. 6 zeigt eine Ausführungsform eines Stellantriebes 4 in einem Längsschnitt, wobei
der Übertragungsmechanismus 10 ein mit dem Stellarm 5 bewegungsgekoppeltes Stellteil
46, eine daran ausgebildete Steuerkurve 39 und ein von der Federvorrichtung 8 belastetes
Druckstück 40 aufweist, wobei das Druckstück 40 bei einer Bewegung des Stellarmes
5 entlang der Steuerkurve 39 des Stellteiles 46 verfahrbar ist. In der gezeigten Figur
ist das Druckstück 40 als eine um das Stellglied 19 drehbar gelagerte Druckrolle 41
ausgebildet, welche bei einer Bewegung des Stellarmes 5 entlang der Steuerkurve 39
des Stellteiles 46 abläuft. Die Steuerkurve 39 wird von einer relativ zur Drehachse
13 radial beabstandeten Umfangsfläche des Stellteiles 46 gebildet. Die Steuerkurve
39 ist als eine relativ zur Drehachse 13 exzentrische, das Bewegungsverhalten der
Klappe 3 kräftemäßig beeinflussende Stellkontur ausgebildet, sodass die drehbar gelagerte
Druckrolle 41 ein von der Schwenkstellung des Stellarmes 5 abhängiges Drehmoment auf
den Stellarm 5 ausübt. Im gezeigten Ausführungsbeispiel ist das Stellteil 46 zusammen
mit dem Stellarm 5 einstückig ausgebildet, es ist aber selbstverständlich auch möglich,
das mit dem Stellarm 5 bewegungsgekoppelte Stellteil 46 mit der daran ausgebildeten
Steuerkurve 39 an einer anderen Position entlang des zwischen der Federvorrichtung
8 und dem Stellarm 5 gebildeten Kraftstranges anzuordnen.
[0030] Die Federvorrichtung 8 umfasst einen Federhalter 47 mit zwei relativ zueinander verschiebbaren
Teilen 43 und 44, zwischen denen mehrere Druckfedern 48 (Fig. 9) aufgenommen sind.
Ein erster Teil 43 des Federhalters 47 ist an der Federbasis 9 abgestützt, der relativ
dazu verschiebbare, federbelastete Teil 44 ist über ein Gelenk 42 mit einem Verstellhebel
26 verbunden, welcher um die wandernde Gelenkachse 28 schwenkbar am Hebel 22 der Koppelvorrichtung
18 gelagert ist.
[0031] Die Koppelvorrichtung 18, welche die Federvorrichtung 8, die Drehachse 13 des Stellarmes
5 und das Stellglied 19 miteinander koppelt, umfasst einen um eine ortsfeste Gelenkachse
20 schwenkbaren Hebel 22 mit einer Führung 21, entlang der das Stellglied 19 durch
eine Einstellvorrichtung 23 begrenzt verstellbar gelagert ist. Das Stellglied 19 mit
der daran gelagerten, drehbaren Druckrolle 41 ist an einem Verstellhebel 26 angeordnet,
der über eine wandernde Gelenkachse 28 schwenkbar mit dem Hebel 22 verbunden ist.
Durch eine mittels einem Betätigungswerkzeug herbeigeführte Drehbewegung des Verstellrades
24 der Einstellvorrichtung 23 ist der Gewindeabschnitt 25 einer Einstellschraube verdrehbar,
sodass die Gewindeaufnahme 27 entlang des Gewindeabschnittes 25 bewegbar ist und damit
auch die Schwenklage des Verstellhebels 26 relativ zum Hebel 22 verstellbar ist. Durch
diese Verstellung des Verstellhebels 26 ist auch die Lage des daran angeordneten Stellgliedes
21 (und damit die Lage der Druckrolle 41) entlang der Führung 21 einstellbar. Der
Verstellhebel 26 weist eine Kontur 45 in Form eines gekrümmten Langlochs auf, damit
sich bei einer Schwenkbewegung des Stellarmes 5 auch der Verstellhebel 26 mit der
Druckrolle 41 relativ zum Hebel 22 bewegen lässt, d.h. die Gewindeaufnahme 27 ist
bei einer Bewegung des Stellarmes 5 entlang der Kontur 45 des Verstellhebels bewegbar
gelagert.
[0032] Der Totpunkt des Übertragungsmechanismus 10 wird durch einen Scheitelpunkt der Steuerkurve
39 mitbestimmt, d.h. durch jenen Bereich der Steuerkurve 39, welcher in Bezug auf
die Drehachse 13 des Stellarmes 5 den größten Radialabstand aufweist. Durch eine durch
die Einstellvorrichtung 23 herbeigeführte Verstellung des Stellgliedes 19 mit der
daran gelagerten Druckrolle 41 ist nunmehr sowohl die Lage des Totpunktes T1, T2 des
Übertragungsmechanismus 10 als auch die Vorspannung der Federvorrichtung 8 einstellbar.
Die in Figur 6 gezeigte Einstellung des Stellgliedes 19 relativ zur Führung 21 wird
zum Bewegen leichter Möbelklappen 3 verwendet und entspricht der Kennlinie C2 gemäß
Fig. 1.
[0033] Fig. 7a und Fig. 7b zeigen Seitenansichten des Stellantriebes 4 gemäß Fig. 6 mit
jeweils einem in der vollständigen Schließstellung befindlichen Stellarm 5. Fig. 7a
zeigt die Einstellung des Stellgliedes 19 relativ zur Führung 21, wobei diese Einstellung
zum Bewegen von leichten Klappen 3 verwendet wird. Die Vorspannung der Federvorrichtung
8 ist dabei relativ gering, was anhand der zwischen den Federwindungen gebildeten
Zwischenräume erkennbar ist. Fig. 7b zeigt hingegen die Einstellung des Stellgliedes
19, welches sich im Vergleich zu Fig. 7a am anderen Ende der Führung 21 befindet.
Diese Einstellung des Stellgliedes 19 relativ zur Führung 21 gemäß Fig. 7b wird für
schwere Möbelklappen 3 verwendet. Die Vorspannung der Federvorrichtung 8 ist dabei
sehr hoch, was anhand des direkten Aneinanderliegens der Federwindungen der Druckfedern
48 erkennbar ist. Anhand eines Vergleichs der Federvorrichtung 8 gemäß Fig. 7a und
Fig. 7b geht die unterschiedliche Vorspannung der Federvorrichtung 8 deutlich hervor.
[0034] Fig. 8a und Fig. 8b zeigen Seitenansichten des Stellantriebes 4 mit jeweils einem
in unterschiedlich eingestellten Totpunktlagen befindlichen Stellarm 5. Die Einstellung
des Stellgliedes 19 relativ zur Führung 21 gemäß Fig. 8a entspricht jener gemäß Fig.
7a, wobei diese Einstellung zum Bewegen leichter Klappen 3 vorgesehen ist. Die Federvorrichtung
8 gemäß Fig. 8a ist gering vorgespannt, die Totpunktlage T1 des Stellarmes 5 liegt
- ausgehend von der vollständig geschlossenen Endlage des Stellarmes 5 - bei etwa
16° Öffnungswinkel. Durch Verstellen des Stellgliedes 19 in oder an der Führung 21
ist sowohl die Lage des Totpunktes als auch die in Öffnungsrichtung wirkende Kraft
der Federvorrichtung 8 veränderbar einstellbar, was aus Fig. 8b hervorgeht. Die Einstellung
des Stellgliedes 19 relativ zur Führung 21 gemäß Fig. 8b wird also zum Bewegen von
schweren Klappen 3 vorgesehen. Die Federvorrichtung 8 gemäß Fig. 8a ist stärker komprimiert,
wodurch die Federvorrichtung 8 auf den Stellarm 5 nach Überwinden der Totpunktlage
auch ein entsprechend hohes Drehmoment in Öffnungsrichtung ausübt, wobei allerdings
die Zuhaltekraft des Stellarmes 5 in der Schließstellung gering gehalten werden kann.
Die Totpunktlage T2 des Stellarmes 5 ist - ausgehend von der vollständig geschlossenen
Endlage des Stellarmes 5 - durch Verstellen des Stellgliedes 19 entlang der Führung
21 verkleinerbar und liegt in der gezeigten Fig. 8b bei etwa 13° Öffnungswinkel. Durch
die Einstellvorrichtung 23 ist einerseits der Abstand zwischen dem Stellglied 19 und
der feststehenden Gelenkachse 20, andererseits die Lage der wandernden Gelenkachse
28 relativ zur feststehenden Gelenkachse 20 veränderbar, wodurch sich neben einer
veränderten Totpunktlage auch unterschiedliche Hebelverhältnisse ergeben. Die in Fig.
8b gezeigte Einstellung des Stellgliedes 19 relativ zur Führung 21 wird bei schweren
Möbelklappen 3 verwendet und entspricht der Kennlinie D gemäß Fig. 1.
[0035] Fig. 9 zeigt eine Explosionsdarstellung des Stellantriebes 4 gemäß dem Ausführungsbeispiel
der Figuren 6, 7a, 7b, 8a, 8b. Die Federvorrichtung 8 umfasst einen Federhalter 47
mit einem ersten Teil 43, welches an der Federbasis 9 abgestützt ist. Dieser erste
Teil 43 ist mit Stangen 49 versehen, welche zur wahlweisen und austauschbaren Aufnahme
von zwei oder mehreren Druckfedern 48 vorgesehen sind. Der von den Druckfedern 48
belastete, zweite Teil 44 des Federhalters 47 greift über ein Gelenk 42 am Hebel 22
an. Der Hebel 22 ist um eine ortsfeste Gelenkachse 20 relativ zur Grundplatte 7 schwenkbar
gelagert. An dem der Gelenkachse 20 abgewandten Ende des Hebels 22 ist über eine wandernde
Gelenkachse 28 ein schwenkbar gelagerter Verstellhebel 26 mit einer Kontur 45 zur
verschiebbaren Lagerung einer Gewindeaufnahme 27 angeordnet. Diese Gewindeaufnahme
27 weist eine zylindrische Umfangsfläche auf und ist zur Aufnahme eines Gewindeabschnittes
25 vorgesehen, der über ein Verstellrad 24 einer Einstellvorrichtung 23 verdrehbar
ist. Durch Verdrehen des Verstellrades 24 ist der Verstellhebel 26 in Richtung des
Verstellrades 24 hin und von diesem weg verstellbar, sodass auch das am Verstellhebel
26 gelagerte Stellglied 19 mit den daran gelagerten Druckstücken 40 in Form von Druckrollen
41 entlang einer am Hebel 22 angeordneten Führung 21 verstellbar ist. Das durch die
Einstellvorrichtung 23 verstellbare Stellglied 19 ist mit der Druckrolle 41 bewegungsgekoppelt
verbunden, wobei vorzugsweise vorgesehen ist, dass das einstellbare Stellglied 19
die Drehachse für die drehbare Druckrolle 41 ausbildet. Die Druckstücke 40 in Form
der Druckrollen 41 sind entlang von Steuerkurven 39 von Stellteilen 46 verfahrbar
gelagert. Die Stellteile 46 sind im gezeigten Ausführungsbeispiel zusammen mit den
Stellarmen 5 einstückig ausgebildet und um die ortsfeste Drehachse 13 schwenkbar gelagert.
1. Stellantrieb (4) zum Bewegen einer Klappe (3) eines Möbels (1), umfassend:
- zumindest einen um eine Drehachse (13) schwenkbar gelagerten Stellarm (5) zum Bewegen
der Klappe (3),
- eine Federvorrichtung (8) zur Kraftbeaufschlagung des Stellarmes (5),
- einen Übertragungsmechanismus (10) zum Übertragen einer Kraft der Federvorrichtung
(8) auf den Stellarm (5) in Schließrichtung und nach Überschreitung eines Totpunktes
(T1, T2) zur Übertragung einer Kraft der Federvorrichtung (8) auf den Stellarm (5)
in Öffnungsrichtung,
- eine Einstellvorrichtung (23), durch welche ein Stellglied (19) des Stellantriebes
(4) in oder an einer Führung (21) in seiner Lage verstellbar ist,
dadurch gekennzeichnet, dass der Stellantrieb (4) eine Koppelvorrichtung (18) aufweist, welche die Federvorrichtung
(8), die Drehachse (13) des Stellarmes (5) und das Stellglied (19) miteinander koppelt,
wobei durch Verstellen des Stellgliedes (19) in oder an der Führung (21) sowohl die
Lage des Totpunktes (T1, T2) des Stellarmes (5) als auch die in Öffnungsrichtung wirkende
Kraft der Federvorrichtung (8) auf den Stellarm (5) veränderbar einstellbar ist, sodass
bei einer Vergrößerung der in Öffnungsrichtung wirkenden Kraft auch jener Schwenkwinkel
des Stellarmes (5), bei der die Lage des Totpunktes (T1, T2) vorliegt, verkleinerbar
ist.
2. Stellantrieb nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass durch die Einstellvorrichtung (23) die Lage des Totpunktes (T1, T2) des Stellarmes
(5) - ausgehend von der vollständigen Schließstellung des Stellarmes (5) - zwischen
10° und 30°, vorzugsweise zwischen 15° und 25°, veränderbar einstellbar ist.
3. Stellantrieb nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Koppelvorrichtung (18) zumindest einen um eine Gelenkachse (20) drehbar gelagerten
Hebel (22) aufweist, wobei die Führung (21) an diesem Hebel (22) angeordnet oder ausgebildet
ist.
4. Stellantrieb nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Federvorrichtung (8) über zumindest einen Schubhebel (15) am Stellglied (19)
angreift und dass die Drehachse (13) des Stellarmes (5) über zumindest einen Verstellhebel
(26) mit dem Stellglied (19) gekoppelt ist, wobei durch Verstellen des Stellgliedes
(19) in oder an der Führung (21) sowohl die Lage des Schubhebels (15) als auch die
Lage des Verstellhebels (26) relativ zum Hebel (22) veränderbar einstellbar ist.
5. Stellantrieb nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass durch die Einstellvorrichtung (23) die Lage des Stellgliedes (19) in oder an der
Führung (21) in Richtung zur Gelenkachse (20) des Hebels (22) hin und von dieser weg
verstellbar ist, wobei der relative Abstand zwischen Stellglied (19) und Gelenkachse
(20) des Hebels (22) entlang einer gedachten Verbindungslinie (35) zwischen Stellglied
(19) und Gelenkachse (20) des Hebels (22) in Richtung (X) verkleinerbar und vergrößerbar
ist.
6. Stellantrieb nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass durch die Einstellvorrichtung (23) die Lage des Stellgliedes (19) in oder an der
Führung (21) in einer quer zur besagten, gedachten Verbindungslinie (35) verlaufenden
Richtung (Y) einstellbar ist.
7. Stellantrieb nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Übertragungsmechanismus (10) einen um eine Drehachse (12) schwenkbar gelagerten,
zweiarmigen Umlenkhebel (11) mit zwei Hebelenden aufweist, wobei ein erstes Hebelende
mit der Federvorrichtung (8) und ein zweites Hebelende mit dem Stellglied (19) zusammenwirkt.
8. Stellantrieb nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Federvorrichtung (8) mit dem ersten Hebelende des Umlenkhebels (11) über ein
Gelenk (16) verbunden ist, wobei das Gelenk (16) relativ zur Drehachse (12) des Umlenkhebels
(11) unverstellbar gelagert ist.
9. Stellantrieb nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Übertragungsmechanismus (10) ein mit dem Stellarm (5) bewegungsgekoppeltes Stellteil
(46), eine Steuerkurve (39) und ein von der Federvorrichtung (8) belastetes Druckstück
(40) aufweist, wobei das Druckstück (40) bei einer Bewegung des Stellarmes (5) entlang
der Steuerkurve (39) verfahrbar ist, wobei durch Verstellen des Stellgliedes (19)
in oder an der Führung (21) die Lage des Druckstückes (40) veränderbar einstellbar
ist.
10. Stellantrieb nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Druckstück (40) als drehbar gelagerte Druckrolle (41) ausgebildet ist.
11. Stellantrieb nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Stellglied (19) die Drehachse der Druckrolle (41) bildet.
12. Stellantrieb nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Einstellvorrichtung (23) ein Verstellrad (24) aufweist, wobei durch Drehung des
Verstellrades (24) die Lage des Stellgliedes (19) in oder an der Führung (21) einstellbar
ist.
13. Stellantrieb nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Federvorrichtung (8) zumindest eine Schraubenfeder, vorzugsweise zumindest eine
Druckfeder (48), aufweist.
14. Anordnung mit einer Klappe (3) eines Möbels (1) und mit einem Stellantrieb (4) nach
einem der Ansprüche 1 bis 13, wobei durch den Stellantrieb (4) die Klappe (3) ausgehend
von einer vertikalen Schließstellung in eine oberhalb eines Möbelkorpus (2) befindliche
Offenstellung bewegbar ist.