(19)
(11) EP 3 756 833 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
30.12.2020  Patentblatt  2020/53

(21) Anmeldenummer: 19182592.6

(22) Anmeldetag:  26.06.2019
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B25F 5/02(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME
Benannte Validierungsstaaten:
KH MA MD TN

(71) Anmelder: Hilti Aktiengesellschaft
9494 Schaan (LI)

(72) Erfinder:
  • Lachica Koch, Daniela
    86150 Augsburg (DE)
  • Amelung, Philipp
    39104 Magdeburg (DE)
  • Siemen, Martin
    26655 Westerstede (DE)
  • Roelecke, Manuel
    38120 Braunschweig (DE)
  • Wullbrandt, Konstantin
    39108 Magdeburg (DE)
  • Ströer, Tobias
    49661 Cloppenburg (DE)
  • Völz, Isabel
    39104 Magdeburg (DE)
  • Sun, Hui
    39104 Magdeburg (DE)
  • Mintas, Dogukan
    85290 Geisenfeld (DE)
  • Göttlinger, Michael
    84034 Landshut (DE)
  • Janke, Julian
    93049 Regensburg (DE)
  • Lübkert, Ernst-Rudolf
    86899 Landsberg am Lech (DE)
  • Sommer, Markus
    86707 Westendorf (DE)
  • Kugelmann, Georg
    89343 Jettingen/Scheppach (DE)
  • Kummer, Maximilian
    89077 Ulm (DE)
  • Mucha, Steffen
    86899 Landsberg am Lech (DE)
  • Topp, Silke
    86807 Buchloe (DE)

(74) Vertreter: Hilti Aktiengesellschaft Corporate Intellectual Property 
Feldkircherstrasse 100 Postfach 333
9494 Schaan
9494 Schaan (LI)

   


(54) SEITENHANDGRIFF FÜR EINE ELEKTRISCHE HANDWERKZEUGMASCHINE


(57) Seitenhandgriff (100) für eine elektrische Handwerkzeugmaschine (200), wobei der Seitenhandgriff einen zum Greifen durch einen Benutzer ausgebildeten Griffbereich (10) und eine Spanneinheit (20) aufweist, mittels welcher der Seitenhandgriff an einem Maschinenhals (210) der Handwerkzeugmaschine wiederlösbar befestigt werden kann, wobei die Spanneinheit ein Bedienelement aufweist mittels dem die Spanneinheit verspannbar und entspannbar ist, wobei das Bedienelement, wenn die Spanneinheit in verspanntem Zustand befindlich ist, im Wesentlichen oberflächenbündig zum Griffbereich liegt. Das Bedienelement ist vorzugsweise als Spannhebel (15) ausgebildet.




Beschreibung


[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Seitenhandgriff für eine elektrische Handwerkzeugmaschine. Der Seitenhandgriff weist einen zum Greifen durch einen Benutzer ausgebildeten Griffbereich und eine Spanneinheit auf. Mittels der Spanneinheit kann der Seitenhandgriff an einem Maschinenhals der Handwerkzeugmaschine wiederlösbar befestigt werden, wobei die Spanneinheit ein Bedienelement aufweist mittels dem die Spanneinheit verspannbar und entspannbar ist.

[0002] Seitenhandgriffe der eingangs genannten Art sind grundsätzlich aus dem Stand der Technik bekannt. EP 1 974 867 B1 offenbart einen Griff für ein handgehaltenes Werkzeug mit einem Paar von Klemmhälften, einer Bedienungsvorrichtung, die ein Bedienungsteil aufweist, das zum Öffnen und Schließen der Klemmhälften relativ zu dem Halterungsteil geeignet ist, und einen Griffkörper, der zum Greifen durch einen Bediener konfiguriert ist.

[0003] Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung einen ergonomischen Seitenhandgriff bereitzustellen.

[0004] Die Aufgabe wird dadurch gelöst, dass das Bedienelement, wenn die Spanneinheit in verspanntem Zustand befindlich ist, im Wesentlichen oberflächenbündig zum Griffbereich liegt. Durch das erfindungsgemäß ausgestaltete Bedienelement kann der Seitenhandgriff, insbesondere dessen Griffbereich, besonders komfortabel durch einen Benutzer gegriffen werden, der nun vorteilhafterweise nicht durch ein über den Griffbereich herausragendes Bedienteil, wie beispielsweise auf dem Stand der Technik bekannte Rändelknöpfe, behindert wird. Gleichzeitig kann eine typischerweise zum Spannen verwendete Spannschraube vergleichsweise kurz ausgeführt werden, wodurch sowohl eine Materialersparnis, als auch eine Gewichtsersparnis erreicht werden kann.

[0005] Es hat sich als vorteilhaft herausgestellt, wenn der Bedienelement als Spannhebel ausgebildet ist. In einer besonders bevorzugten Ausgestaltung ist der Spannhebel bezüglich des Griffbereichs um eine Drehachse drehbar am Seitenhandgriff angeordnet. Vorzugsweise verläuft die Drehachse senkrecht zu einer Arbeitsachse der Handwerkzeugmaschine, wenn der Seitenhandriff an der Handwerkzeugmaschine befestigt ist. In einer weiteren besonders bevorzugten Ausgestaltung ist die Drehung des Spannhebels um die Drehachse auf 360 Grad, vorzugsweise auf 180 Grad begrenzt. Diesbezüglich wurde erkannt, dass bei Seitenhandgriffen des Standes der Technik, typischerweise ein mehrmaliges, langwieriges Drehen des Bedienteils erforderlich ist, um den Seitenhandgriff auf die gewünschte Position sowohl um die Arbeitsachse der Handwerkzeugmschine als auch in die Kippachse zu verstellen und verschieben. Mit anderen Worten muss bei Seitenhandgriffen des Standes der Technik ein Spannband, welches durch eine mit dem Bedienteil zusammenwirkende Spannschraube mehrmals, d.h. um mehr als 360 Grad, gedreht werden.

[0006] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung ist die Drehung des Spannhebels um die Drehachse auf 340 Grad begrenzt. Hierdurch können die Spannbandhalter weiter voneinander wegbewegt bzw. weggedrückt werden, sodass eine Montage und auch Demontage des Seitenhandgriffs auf bzw. von einer Handwerkzeugmaschine erleichtert wird.

[0007] Es halt sich als vorteilhaft herausgestellt, wenn am Spannhebel einen Anschlag ausgebildet ist, der vorzugsweise komplementär zu einem am Griffbereich vorgesehenen Gegenanschlag ausgebildet ist. Der Griffbereich kann ein Hohlprofil aufweisen oder kann im Wesentlichen durch ein solches gebildet sein.

[0008] Die Spanneinheit kann zwei zylinderabschnittsförmige Spannkörper aufweisen, die jeweils koaxial zu einer in Drehachse verlaufenden Spannschraube der Spanneinheit orientiert sind. Vorzugsweise verfügt die Spanneinheit über einen Spannbandhalter und ein zum Umfassen des Maschinenhalses vorgesehenes Spannband. Vorzugsweise ist einer der zylinderabschnittsförmigen Spannkörper einstückig mit dem Spannhebel ausgebildet oder zumindest drehfest mit diesem verbunden. Der Spannbandhalter kann zwei Haltekörper aufweisen, vorzugsweise genau zwei Haltekörper. Die Spannschraube kann drehfest mit dem Spannhebel verbunden sein, beispielsweise über einen Sechskant.

[0009] In einer besonders Ausgestaltung ist das Spannband in den Spannbandhalter eingehängt bzw. einhängbar. Vorteilhafterweise ist das Spannband frei von einer für eine Spannschraube bestimmten Durchgangsbohrung ausgebildet. Dies hat den Vorteil, dass der Seitenhandgriff werksseitig vormontierbar ist lediglich durch Aushängen und erneutes Einhängen des Spannbands an Handwerkzeugmaschinen montierbar ist, deren Werkzeugaufnahme einen größeren Durchmesser als deren Maschinenhals aufweist. Bei Seitenhandgriffen des Standes der Technik ist bei solchen Gegebenheiten typischerweise eine im Wesentlichen vollständige Demontage des Seitenhandgriffs, zumindest aber der Spanneinheit, erforderlich. Durch die vorteilhafte Ausgestaltung des Spannbandhalters mit einhängbaren Spannband, kann eine Zeitersparnis und somit auch eine Kostenersparnis bei der Montage realisiert werden.

[0010] Es hat sich ebenfalls als vorteilhaft herausgestellt, wenn der Spannbandhalter eine in radialer Richtung zurückgesetzte Vertiefung mit einer Haltenase aufweist, derart, dass an Stelle des eingehängten Spannbandes mit einem ersten Durchmesser, ein zweites Spannband mit einem zweiten, von dem ersten verschiedenen Durchmesser einhängbar ist. Die Haltenase kann eine Federanlagefläche aufweisen, deren Krümmung größer ist als eine mit dem Maschinenhals in Kontakt stehende Spannfläche des Spannbandhalters. Vorteilhafterweise kann ein und derselbe Spannbannhalter für Handwerkzeugmaschinen mit verschiedenen Maschinenhalsdurchmessern verwendet werden. Vorteilhafterweise wird ein System aus einem Seitenhandgriff mit einer Mehrzahl von Spannbändern unterschiedlichen Durchmessers bereitgestellt, wobei ein jedes der Spannbänder in ein und denselben Spannbandhalter einhängbar ist.

[0011] In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung weist der Spannbannhalter zwei koaxial zueinander liegende Haltekörper auf, wobei zumindest einer der Haltekörper über eine Kegel-Hohlkegel-Paarung mit einem der zylinderabschnittsförmigen Spannkörper verspannbar ist. Ein zweiter der Haltekörper kann über eine Kegel-Hohlkegel-Paarung mit einem Griffendstück des Seitenhandgriffs verspannbar ist. Das Griffendstück kann einstückig mit einem Griffbereich ausgebildet sein. Der Kegel-Hohlkegel-Paarung kann ein am dem zweiten Spannkörper ausgebildeter Kegel und/oder ein am ersten Haltekörper ausgebildeter Hohlkegel zugeordnet ist, oder umgekehrt. Eine Kegel-Hohlkegel-Paarung kann zwischen dem Griffendstück und dem zweiten Haltekörper vorgesehen sein.

[0012] Der Spannbannhalter kann, auf einer dem Maschinenhals zugewandten Seite, zumindest einen Oberflächenabschnitt aufweisen, der, bezogen auf den verbleibenden Teil des Spannhalters, einen erhöhten Reibungskoeffizienten und/oder ein erhöhtes Elastizitätsmodul aufweist.

[0013] Gemäß einem weiteren eigenständigen Schutzgegenstand wird ein Seitenhandgriff für eine elektrische Handwerkzeugmaschine bereitgestellt, wobei der Seitenhandgriff einen zum Greifen durch einen Benutzer ausgebildeten Griffbereich und eine Spanneinheit aufweist, mittels welcher der Seitenhandgriff an einem Maschinenhals der Handwerkzeugmaschine wiederlösbar befestigt werden kann, wobei die Spanneinheit ein Bedienelement aufweist mittels dem die Spanneinheit verspannbar und entspannbar ist. Die Spanneinheit weist weiter ein Spannbandhalter und ein zum Umfassen des Maschinenhalses vorgesehenes Spannband aufweisen, wobei das Spannband in den Spannbandhalter eingehängt und vorzugsweise frei von einer für eine Spannschraube bestimmte Durchgangsbohrung ausgebildet ist. Der Spannbandhalter kann eine in radialer Richtung zurückgesetzte Vertiefung mit einer Haltenase derart aufweisen, dass an Stelle des eingehängten Spannbandes mit einem ersten Durchmesser, ein zweites Spannband mit einem zweiten, von dem ersten verschiedenen Durchmesser einhängbar ist, wobei die Haltenase vorzugsweise eine Federanlagefläche aufweist, deren Krümmung größer ist als eine mit dem Maschinenhals in Kontakt stehende Spannfläche des Spannbandhalters. Der Seitenhandgriff kann durch die mit Bezug auf die Ausführungsbeispiele des erfindungsgemäßen Seitenhandgriffs beschriebenen Merkmale in entsprechender Weise ausgestaltet sein.

[0014] Gemäß einem weiteren eigenständigen Schutzgegenstand wird ein Seitenhandgriff für eine elektrische Handwerkzeugmaschine bereitgestellt, wobei der Seitenhandgriff einen zum Greifen durch einen Benutzer ausgebildeten Griffbereich und eine Spanneinheit aufweist, mittels welcher der Seitenhandgriff an einem Maschinenhals der Handwerkzeugmaschine wiederlösbar befestigt werden kann, wobei die Spanneinheit ein Bedienelement aufweist mittels dem die Spanneinheit verspannbar und entspannbar ist. Der Spannbandhalter kann, auf einer dem Maschinenhals zugewandten Seite, zumindest einen Oberflächenabschnitt aufweisen, der, bezogen auf den verbleibenden Teil des Spannhalters, einen erhöhten Reibungskoeffizienten und/oder ein erhöhtes Elastizitätsmodul aufweist. Der Seitenhandgriff kann durch die mit Bezug auf die Ausführungsbeispiele des erfindungsgemäßen Seitenhandgriffs beschriebenen Merkmale in entsprechender Weise ausgestaltet sein.

[0015] Gemäß einem weiteren eigenständigen Schutzgegenstand wird ein Seitenhandgriff für eine elektrische Handwerkzeugmaschine bereitgestellt, wobei der Seitenhandgriff einen zum Greifen durch einen Benutzer ausgebildeten Griffbereich und eine Spanneinheit aufweist, mittels welcher der Seitenhandgriff an einem Maschinenhals der Handwerkzeugmaschine wiederlösbar befestigt werden kann, wobei die Spanneinheit ein Bedienelement aufweist mittels dem die Spanneinheit verspannbar und entspannbar ist. Die Spanneinheit kann zwei zylinderabschnittsförmige Spannkörper aufweisen, die jeweils koaxial zu einer in Drehachse verlaufenden Spannschraube der Spanneinheit orientiert sind, und weiter einen Spannbannhalter mit zwei koaxial zueinander liegenden Haltekörpern aufweisen, wobei zumindest einer der Haltekörper über eine Kegel-Hohlkegel-Paarung mit einem der zylinderabschnittsförmigen Spannkörper verspannbar ist. Der Seitenhandgriff kann durch die mit Bezug auf die Ausführungsbeispiele des erfindungsgemäßen Seitenhandgriffs beschriebenen Merkmale in entsprechender Weise ausgestaltet sein.

[0016] Weitere Vorteile ergeben sich aus der folgenden Figurenbeschreibung. In den Figuren sind verschiedene Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung dargestellt. Die Figuren, die Beschreibung und die Ansprüche enthalten zahlreiche Merkmale in Kombination. Der Fachmann wird die Merkmale zweckmäßigerweise auch einzeln betrachten und zu sinnvollen weiteren Kombinationen zusammenfassen.

[0017] In den Figuren sind gleiche und gleichartige Komponenten mit gleichen Bezugszeichen beziffert. Es zeigen:
Fig. 1
ein erstes bevorzugtes Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Seitenhandgriffs;
Fig. 2
ein zweites bevorzugtes Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Seitenhandgriffs;
Fig. 3
Detaildarstellungen des Ausführungsbeispiels der Fig. 2; und
Fig. 4
weitere Detaildarstellungen des Ausführungsbeispiels der Fig. 2.

Ausführungsbeispiele:



[0018] Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Seitenhandgriffs 100 für eine elektrische Handwerkzeugmaschine 200, beispielsweise einen Bohrhammer, ist in Fig. 1 dargestellt. Der Seitenhandgriff weist 100 einen zum Greifen durch einen Benutzer ausgebildeten Griffbereich 10 und eine Spanneinheit 20 auf, mittels welcher der Seitenhandgriff 100 an einem Maschinenhals 210 der Handwerkzeugmaschine 200 wiederlösbar befestigt werden kann. Die Spanneinheit 20 weist ein als Spannhebel 15 ausgebildetes Bedienelement auf mittels dem die Spanneinheit 20 verspannbar und entspannbar ist, wobei Fig. 1A den verspannten Zustand SZ und Fig. 1B den entspannten Zustand EZ zeigt.

[0019] Das als Spannhebel 15 ausgebildetes Bedienelement liegt, wenn die Spanneinheit 20 in dem verspanntem Zustand SZ befindlich ist, oberflächenbündig, oder zumindest im Wesentlichen oberflächenbündig zum Griffbereich 10. Der Spannhebel 15 ist bezüglich ist des Griffbereichs 10 um eine Drehachse DA drehbar am Seitenhandgriff 100 angeordnet, wobei die Drehachse DA senkrecht zu einer Arbeitsachse AA der Handwerkzeugmaschine 200 verläuft, wenn der Seitenhandriff 100 an der Handwerkzeugmaschine 200 befestigt ist.

[0020] Der Griffbereich 10 kann beispielsweise aus Polypropylen, ABS, Polyamid oder Polyurethan bestehen oder solches aufweisen. Der Spannhebel 15 kann aus dem gleichen Material wie der Griffbereich 10 bestehen. Der Spannhebel 15 kann aus einem thermoplastischen Elastomer (TPE) bestehen oder ein solches aufweisen.

[0021] Die Spanneinheit 20 des Ausführungsbeispiels der Fig. 1 weist zwei zylinderabschnittsförmige Spannkörper 21, 23 auf, die jeweils koaxial zu einer in Drehachse DA verlaufenden Spannschraube 25 der Spanneinheit 20 orientiert sind. Wie der Fig. 1B gut entnommen werden kann sind die Spannkörper 21, 23 zueinander komplementär ausgebildet, d.h. sie bilden im Wesentlichen einen Zylinder, wenn sie mit minimaler Länge aufeinanderliegen (Fig. 1B), wobei sich die Spannkörper 21, 23 entlang des Wellenprofils W im Wesentlichen vollständig berühren. Das Wellenprofil W muss nicht notwendigerweise einen geraden Schnittverlauf aufweisen, es kann vielmehr, wie im Ausführungsbeispiels der Fig. 1 einen ansatzweise sinusförmigen Verlauf aufweisen. Der Spannhebel 15 und der erste Spannkörper 21 können einteilig miteinander ausgebildet sein.

[0022] Wie der Fig. 1 entnommen werden kann, weist die Spanneinheit 20 weiter ein Spannbandhalter 28 und ein zum Umfassen des Maschinenhalses 210 vorgesehenes Spannband 29 auf. Der Spannbannhalter 28 weist zwei koaxial zueinander liegende Haltekörper 31, 33 auf an denen das Spannband 29 befestigt ist. Sowohl zwischen dem zweiten Spannkörper 23 und dem ersten Haltekörper 31, als auch zwischen dem zweiten Haltekörper und einem Griffendstück 11 ist eine Kronenverzahnung KR vorgesehen, die, wenn die Spanneinheit wie in Fig. 1A) gezeigt in verspannten Zustand SZ befindlich ist, eine Rotation des Griffbereichs 10 um die Drehachse DA verhindert. In verspannten Zustand SZ liegen die Spannkörper 21, 23 - bezogen auf Fig. 1B) um 180 Grad um die Drehachse zueinander verdreht - mit maximaler Länge aufeinander. Mit anderen Worten ist eine Drehung des Spannhebels um 180 Grad ausreichend, um die Spanneinheit 20 zu spannen bzw. zu entspannen. Andere Wellenprofile sind möglich.

[0023] Ein zweites bevorzugtes Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Seitenhandgriffs 100 ist in Fig. 2 dargestellt. Dabei zeigt Fig. 2B) eine Draufsicht koaxial zur Arbeitsachse AA und Fig. 2B) einen Schnitt, der durch die Drehachse DA verläuft.

[0024] Das als Spannhebel 15 ausgebildetes Bedienelement liegt, wenn die Spanneinheit 20 in dem verspanntem Zustand SZ befindlich ist, oberflächenbündig, oder zumindest im Wesentlichen oberflächenbündig zum Griffbereich 10. Sowohl Fig. 2A als auch Fig. 2B zeigen den verspannten Zustand SZ. Zusätzlich zu dem in Fig. 1 gezeigten Spannhebel 15, ist am Spannhebel 15 des Ausführungsbeispiels der Fig. 2 ein Anschlag 27 ausgebildet, der komplementär zu einem am Griffbereich 10 vorgesehenen Gegenanschlag 17 ausgebildet ist. Der Anschlag 27 ist durch eine Ausnehmung am äußeren Ende Spannhebel 15 gebildet, was beispielsweise aus Fig. 4A gut ersichtlich ist. Der komplementär ausgebildete Gegenanschlag 17 ist einstückig mit dem Griffbereich 10 ausgebildet. Durch den Anschlag 27 ist ein Ausdrehen des Spannhebels um Die Drehachse lediglich in einer Richtung möglich (in Fig. 2 aus der Bildebene heraus). Gleichzeitig ist eine Drehung des Spannhebels 15 um die Drehachse DA durch den Anschlag 27 mechanisch auf 360 Grad, hier beispielhaft auf unter 360 Grad begrenzt.

[0025] Die Spanneinheit 20 weist zwei zylinderabschnittsförmige Spannkörper 21, 23 aufweist, die jeweils koaxial zu einer in Drehachse DA verlaufenden Spannschraube 25 der Spanneinheit 20 orientiert sind. Dabei ist der erste Spannkörper 21 vollständig innerhalb eines Volumens V des Seitenhandgriffs befindlich, wohingegen der zweite Spannkörper 23 - zumindest abschnittsweise bei verspannten Zustand SZ, entlang der Drehachse DA über das Volumen V hinausragt.

[0026] Die Spanneinheit 20 des Seitenhandgriffs der Fig. 2 weist weiter ein Spannbandhalter 28 und ein zum Umfassen des Maschinenhalses 210 vorgesehenes Spannband 29A, 29B aufweist, wobei das Spannband 29A, 29B in den Spannbandhalter 28 eingehängt und vorzugsweise frei von einer für eine Spannschraube 25 bestimmte Durchgangsbohrung ausgebildet ist. Dies ist in Fig. 2 B) gut zu erkennen. Durch die Möglichkeit des Einhängens der Spannbänder 29A, 29B und insbesondere den Verzicht auf etwaige für eine Spannschraube 25 bestimmte Durchgangsbohrungen, können die Spannbänder 29A, 29B - bei ansonsten vollständig montiertem Seitenhandgriff 200 - vergleichsweise einfach ausgetauscht werden.

[0027] Der Spannbandhalter 28 der Fig. 2 ist vorteilhafterweise ausgebildet sowohl ein Spannband 29A mit kleinem Durchmesser D1, als auch ein Spannband 29B mit großem Durchmesser D2. In Fig. 2 sind beide Spannbänder 29A, 29B gleichzeitig dargestellt, um zu verdeutlichen, dass beide Spannbänder 29A, 29B in ein und denselben Spannbandhalter 28, genauer gesagt in eine Haltenase 26 des Spannbandhalters 26, einhängbar sind. Im Gebrauch ist selbstverständlich lediglich eines der Spannbänder 29A, 29B verbaut.

[0028] Der Spannbandhalter 28 weist eine in radialer Richtung RR zurückgesetzte Vertiefung 24 mit einer Haltenase 26 auf, was in der Detaildarstellung der Fig. 3B gut zu erkennen ist. Die Haltenase 26 ist derart ausgestaltet, dass an Stelle des eingehängten Spannbandes 29A mit dem ersten Durchmesser D1, das zweite Spannband 29B mit dem zweiten, von dem ersten verschiedenen Durchmesser D2 einhängbar ist. Dafür weist die Haltenase 26 eine Federanlagefläche 22 auf (vgl. Fig. 3A und 3B), deren Krümmung K1 größer ist als eine Krümmung K2 einer mit dem Maschinenhals 210 in Kontakt stehenden Spannfläche 30 des Spannbandhalters 28. Gut zu erkennen in Fig. 3A ist, wie sich das Spannband 29B mit großem Durchmesser an die Federanlagefläche 22 der Haltenase 26 anschmiegt.

[0029] Zurück zu Fig. 2 in der gut zu erkennen ist, dass der Spannbannhalter 28 zwei koaxial zueinander liegende Haltekörper 31, 33 aufweist. Ein erster der Haltekörper 31 ist über eine Kegel-Hohlkegel-Paarung 35 mit einem der zylinderabschnittsförmigen Spannkörper 23 (der zumindest abschnittsweise bei verspannten Zustand SZ, entlang der Drehachse DA über das Volumen V hinausragt) verspannbar (vgl. auch Fig. 3A). In gleicher Weise kann zwischen dem zweiten Haltekörper 33 und einem Griffendstück 11 eine solche Kegel-Hohlkegel-Paarung 35 vorgesehen sein. Im Ausführungsbeispiel der Fig. 2 ist das Griffendstück 11 einstückig mit dem Handgriff 10 ausgebildet. Alternativ können das Griffendstück 11 und der Handgriff voneinander verschiedene Teile sein.

[0030] Die Kegel-Hohlkegel-Paarung 35, der ein am zweiten Spannkörper 23 ausgebildeter Kegel 35A und ein am ersten Haltekörper 31 ausgebildeter Hohlkegel 35B zugeordnet ist, soll nun mit Bezug auf Fig. 3A genauer erläutert werden. Durch die Kegel-Hohlkegel-Paarung 35 ist ein stufenloses Schwenken des Handgriffs 10 um die Drehachse DA möglich. Dies im Gegensatz zu einer beim Ausführungsbeispiel der Fig. 1 vorgesehen Kronenverzahnung KR. Durch die Kegel-Hohlkegel-Paarung 35 ist ein verschleißunabhängiges Verspannen der Spanneinheit 20 möglich, da sich die kraftschlüssige Kegel-Hohlkegel-Paarung 35, in Richtung der Drehachse DA, bei einem etwaigen Verschleiß selbständig nachstellt. Alternativ zu einer stufenlosen Ausgestaltung der Kegel-Hohlkegel-Paarung 35 kann der Kegel 35A und/oder der Hohlkegel 36B abgekantet sein. So weist beispielsweise der in Fig. 4C gut zu erkennende Hohlkegel 35B acht Kegelflanken 35 F auf.

[0031] Fig. 3B zeigt einen Haltekörper 31, 33 als Teil des Spannbandhalters 28. Die dort ausgebildete Vertiefung 24 die Funktion der Haltenase 26 wurden vorstehend bereits erläutert. Der Haltekörper 31, 33 weist auf einer dem Maschinenhals 210 zugewandten Seite, zumindest einen Oberflächenabschnitt OF auf, der, bezogen auf den verbleibenden Teil VT des Spannbandhalters 28, einen erhöhten Reibungskoeffizienten aufweist. So kann der Haltekörper 31, 33 beispielsweise im Wesentlichen aus seinem vergleichsweise harten ABS Kunststoff bestehen und der Oberflächenabschnitt OF aus einem vergleichsweise weichen thermoplastischen Elastomer oder einem anderen gummiartigen Material. Dies um etwaige Toleranzen zwischen dem Maschinenhals und der Spannbandhalter auszugleichen bzw. die Reibung zwischen diesen Komponenten zu erhöhen. Alternativ kann an dem Spannband 29 an den Enden eine erste und zweite Aussparung vorgesehen sein. Durch die erste Aussparung ist ein erstes Halteelement und durch die zweite Aussparung ist ein zweites Halteelement positioniert. Sowohl das erste als auch das zweite Halteelement sind durch einen Clip-Mechanismus mit dem Spannband 29 verbunden. Darüber hinaus ist jedes Halteelement aus Acrylnitril-Butadien-Kautschuk gefertigt. Acrylnitril-Butadien-Kautschuk kann auch als Nitrilkautschuk (AB) oder Nitrile Butadiene Rubber (NBR) bezeichnet werden.

[0032] Fig. 4 zeigt schließlich Detailansichten des Seitenhandgriffs 100, wobei sich der Spannhebel 15 jeweils in unterschiedlichen Drehlagen befindet. Fig. 4A zeigt den verspannten Zustand SZ bei dem der Spannhebel um 0 Grad ausgelenkt ist und somit der am Spannhebel ausgebildete Anschlag 27 am komplementären Gegenanschlag 17, der einstückig mit dem Handgriff 10 ausgebildet ist, anliegt. Der zweite Spannkörper 23 und der erste Haltekörper 31 (sowie hier nicht zu sehen, der zweite Haltekörper 33 und das Griffendstück 11) liegen press gegeneinander, so dass der Griffbereich 10 nicht um die Drehachse DA gedreht werden kann. Fig. 4B zeigt den entspannten Zustand SZ bei dem der Spannhebel um 180 Grad ausgelenkt ist. Der zweite Spannkörper 23 ist entlang der Drehachse DA vom ersten Haltekörper beabstandet. Der Griffbereich 10 kann wie gewünscht um die Drehachse DA gedreht bzw. geschwenkt werden. Gleichzeitig kann der gesamte Seitenhandgriff um die Arbeitsachse AA einer hier nicht gezeigten Handwerkzeugmaschine gedreht bzw. geschwenkt werden. Gleichfalls kann der gesamte Seitenhandgriff nicht um die Arbeitsachse AA einer hier nicht gezeigten Handwerkzeugmaschine gedreht bzw. geschwenkt werden.

[0033] Fig. 4C zeigt schließlich den entspannten Zustand SZ bei dem der Spannhebel um 270 Grad ausgelenkt ist. Der zweite Spannkörper 23 ist entlang der Drehachse DA vom ersten Haltekörper im Vergleich zu Fig. 4B weiter beabstandet. Im in Fig. 4C gezeigten Zustand kann der Seitenhandgriff vom hier nicht gezeigten Maschinenhals abgenommen werden.

Bezugszeichenliste



[0034] 
10
Griffbereich
11
Griffendstück
15
Spannhebel
17
Gegenanschlag
20
Spanneinheit
21
erster Spannkörper
22
Federanlagefläche
23
zweiter Spannkörper
24
Vertiefung
25
Spannschraube
26
Haltenase
27
Anschlag
28
Spannbandhalter
29
Spannband
29A
Spannband mit kleinem Durchmesser
29B
Spannband mit großem Durchmesser
30
Spannfläche
31
erster Haltekörper
33
zweiter Haltekörper
35
Kegel-Hohlkegel-Paarung
35A
Kegel
35B
Hohlkegel
35F
Kegelflanken
100
Seitenhandgriff
200
elektrische Handwerkzeugmaschine
210
Maschinenhals
AA
Arbeitsachse
DA
Drehachse
D1
erster Durchmesser
D2
zweiter Durchmesser
EZ
entspannter Zustand
KR
Kronenverzahnung
K1
erste Krümmung
K2
zweite Krümmung
OF
Oberflächenabschnitt
RR
radiale Richtung
SZ
verspannter Zustand
VT
verbleibender Teil
V
Volumen
W
Welle



Ansprüche

1. Seitenhandgriff (100) für eine elektrische Handwerkzeugmaschine (200), wobei der Seitenhandgriff (100) einen zum Greifen durch einen Benutzer ausgebildeten Griffbereich (10) und eine Spanneinheit (20) aufweist, mittels welcher der Seitenhandgriff (100) an einem Maschinenhals (210) der Handwerkzeugmaschine (200) wiederlösbar befestigt werden kann, wobei die Spanneinheit (20) ein Bedienelement aufweist mittels dem die Spanneinheit (20) verspannbar und entspannbar ist,
dadurch gekennzeichnet, dass das Bedienelement, wenn die Spanneinheit (20) in verspanntem Zustand (SZ) befindlich ist, im Wesentlichen oberflächenbündig zum Griffbereich (10) liegt.
 
2. Seitenhandgriff (100) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass das Bedienelement als Spannhebel (15) ausgebildet ist.
 
3. Seitenhandgriff (100) nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass der Spannhebel (15) bezüglich des Griffbereichs (10) um eine Drehachse (DA) drehbar am Seitenhandgriff (100) angeordnet ist, wobei die Drehachse (DA) senkrecht zu einer Arbeitsachse (AA) der Handwerkzeugmaschine (200) verläuft, wenn der Seitenhandriff (100) an der Handwerkzeugmaschine (200) befestigt ist.
 
4. Seitenhandgriff (100) nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass eine Drehung des Spannhebels (15) um die Drehachse (DA) auf 360 Grad, vorzugsweise auf 180 Grad begrenzt ist.
 
5. Seitenhandgriff (100) nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, dass am Spannhebel (15) einen Anschlag (27) ausgebildet ist, der vorzugsweise komplementär zu einem am Griffbereich (10) vorgesehenen Gegenanschlag (17) ausgebildet ist.
 
6. Seitenhandgriff (100) nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Spanneinheit (20) zwei zylinderabschnittsförmige Spannkörper (21, 23) aufweist, die jeweils koaxial zu einer in Drehachse (DA) verlaufenden Spannschraube (25) der Spanneinheit (20) orientiert sind.
 
7. Seitenhandgriff (100) nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Spanneinheit (20) weiter ein Spannbandhalter (28) und ein zum Umfassen des Maschinenhalses (210) vorgesehenes Spannband (29A) aufweist, wobei das Spannband (29A) vorzugsweise in den Spannbandhalter (28) eingehängt und vorzugsweise frei von einer für eine Spannschraube (25) bestimmte Durchgangsbohrung (26) ausgebildet ist.
 
8. Seitenhandgriff (100) nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, dass der Spannbandhalter (28) eine in radialer Richtung (RR) zurückgesetzte Vertiefung (24) mit einer Haltenase (26) aufweist, derart, dass an Stelle des eingehängten Spannbandes (29A) mit einem ersten Durchmesser (D1), ein zweites Spannband (29B) mit einem zweiten, von dem ersten verschiedenen Durchmesser (D2) einhängbar ist, wobei die Haltenase (26) vorzugsweise eine Federanlagefläche (22) aufweist, deren Krümmung (K1) größer ist als eine Krümmung (K2) einer mit dem Maschinenhals (210) in Kontakt stehenden Spannfläche (30) des Spannbandhalters (28).
 
9. Seitenhandgriff (100) nach einem der Ansprüche 6 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, dass der Spannbannhalter (28) zwei koaxial zueinander liegende Haltekörper (31, 33) aufweist, wobei zumindest ein erster der Haltekörper (31) vorzugsweise über eine Kegel-Hohlkegel-Paarung (35) mit einem der zylinderabschnittsförmigen Spannkörper (23) verspannbar ist.
 
10. Seitenhandgriff (100) nach einem der Ansprüche 7 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, dass der Spannbandhalter (28) und/oder der Haltekörper (31, 33), auf einer dem Maschinenhals (210) zugewandten Seite, zumindest einen Oberflächenabschnitt (OF) aufweist, der, bezogen auf den verbleibenden Teil des Spannhalters (VT), einen erhöhten Reibungskoeffizienten und/oder ein erhöhtes Elastizitätsmodul aufweist.
 




Zeichnung
















Recherchenbericht









Recherchenbericht




Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente