GEBIET DER ERFINDUNG
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Schneidemaschinenmesser, welches ausgebildet
und genau vorgesehen ist zum Kiss-Cut-Schneiden oder Through-Cut-Schneiden von Aufklebern.
HINTERGRUND DER ERFINDUNG
[0002] Für ein derartiges Schneiden von Aufklebern werden Schneidemaschinen verwendet, die
einen Kiss-Cut-Schneidemodus und einen Through-Cut-Schneidemodus bereitstellen und
in deren Schneidewerkzeug das erfindungsgemässe Schneidemaschinenmesser eingesetzt
wird.
[0003] Beim Kiss-Cut-Schneiden soll eine Oberseite, d.h. der Aufkleber an sich, durchtrennt
werden, damit er in der gewünschten Form abgelöst werden kann. Hierbei bleibt eine
Unterseite, d.h. die Trägerschicht, auf der der Aufkleber anhaftet, unversehrt bzw.
wird nur leicht gerillt, angeritzt oder angeschnitten wird. Zum leichteren Abziehen
ist die Trägerschicht üblicherweise mit einer haftmindernden Beschichtung versehen,
wobei der Aufkleber, der über eine besondere Klebeschicht verfügt, an dieser haftmindernden
Beschichtung lösbar anhaftet.
[0004] Beim Through-Cut-Schneiden sollen beide Seiten - der Aufkleber sowie die Trägerschicht
- durchtrennt werden, da es erwünscht ist, dass der Aufkleber als Ganzes (also mit
Trägerschicht) bereits seine Form zeigt. Zum leichteren Abziehen des Aufklebers kann
auch eine zusätzliche Lasche mit ausgeschnitten werden, wobei hier am Übergang zwischen
Lasche und Aufkleber üblicherweise noch ein kleiner Kiss-Cut-Schnitt erfolgt, damit
die Lasche nicht Teil des Aufklebers ist.
[0005] Für ein einwandfreies Schnittergebnis gibt es bei den genannten Schneidemodi besondere
Anforderungen an die eingesetzten Messer. Aus dem Stand der Technik sind Schneidemaschinenmesser
bekannt, welche eine spitzig oder parallel zur Schneiderichtung ausgeführte Klingenspitze
haben. Solche Messer sind nicht optimal für den Schneideprozess und haben eine begrenzte
Lebensdauer, da ihre Klingenspitzen früh zu Ausbruchsverschleiss neigen.
AUFGABE DER ERFINDUNG
[0006] Es ist daher eine Aufgabe der Erfindung, ein verbessertes gattungsgemässes Schneidemaschinenmesser
für das Kiss-Cut-Schneiden und das Through-Cut-Schneiden bereitzustellen. Das erfindungsgemässe
Schneidemaschinenmesser ist durch seine Ausgestaltung deutlich weniger verschleissanfällig,
ermöglicht somit einen stabileren Schneidprozess und bietet eine längere Lebensdauer
bei konstanter Schnittpräzision.
ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
[0007] Die Erfindung betrifft ein Schneidemaschinenmesser zum Einsatz in ein Schneidewerkzeug
einer Schneidemaschine, ausgebildet und genau vorgesehen zum Schneiden eines Aufklebers
in einem Kiss-Cut-Schneidemodus der Schneidemaschine, insbesondere zusätzlich zum
Schneiden des Aufklebers in einem Through-Cut-Schneidemodus der Schneidemaschine,
wobei der Aufkleber eine Deckschicht und eine Klebeschicht aufweist, wobei der Aufkleberträger
eine haftmindernde Schicht und eine Trägerschicht aufweist, wobei die Klebeschicht
lösbar auf der haftmindernden Schicht anhaftet, wobei im Rahmen des Kiss-Cut-Schneidemodus
das Schneidemaschinenmesser durch die Schneidemaschine automatisch in einer Schneiderichtung
entlang des Aufklebers geführt wird und dabei den Aufkleber ganz und den Aufkleberträger
nicht oder nur teilweise durchtrennt, gegebenenfalls wobei im Rahmen des Through-Cut-Schneidemodus
das Schneidemaschinenmesser durch die Schneidemaschine automatisch in einer Schneiderichtung
entlang des Aufklebers geführt wird und dabei den Aufkleber und den Aufkleberträger
ganz durchtrennt, wobei das Schneidemaschinenmesser folgendes aufweist: einen Halteabschnitt
zum Einsatz des Schneidemaschinenmessers in eine Messerhalterung des Schneidwerkzeugs
aufweist, eine zur Schneiderichtung rechtwinklige Längsachse, eine Klinge mit einer
Schneide und einem Rücken, wobei die Schneide, bei Betrachtung in einer Ebene, die
durch die Schneiderichtung und die Längsachse aufgespannt wird, mit der Schneiderichtung
einen ersten Winkel einschliesst, der weniger als 90° beträgt, und eine zwischen der
Schneide und dem Rücken befindliche Zwischenzone, die, wieder bei Betrachtung in besagter
Ebene, mit der Schneiderichtung einen zweiten Winkel einschliesst, der zwischen 130°
und 170° beträgt.
[0008] Der zweite Winkel beträgt in einer Ausführungsform zwischen 140° und 160°, insbesondere
150°.
[0009] Der erste Winkel beträgt in einer weiteren Ausführungsform weniger als 70°, insbesondere
zwischen 20° und 65°, insbesondere 35°, 45° oder 60°.
[0010] Die Klinge zwischen der Schneide und der Zwischenzone weist bevorzugt eine Spitze
auf, die spitzig oder abgerundet gestaltet ist, insbesondere wobei die Schneide und
die Zwischenzone einen dritten Winkel einschliessen, der sich aus einer Subtraktion
des zweiten Winkels vom ersten Winkel ergibt.
[0011] Die Klinge kann sich entlang der Längsachse und bezogen auf eine Achse, die senkrecht
zur Längsachse und zur Schneiderichtung steht, zur Spitze hin zumindest einseitig,
insbesondere beidseitig, verjüngen, insbesondere linear oder kurvenförmig konkav oder
konvex verjüngen.
[0012] Ein Normalabstand der Spitze zur Längsachse beträgt in einer Ausführungsform weniger
als 0.04 mm, insbesondere 0.02 mm, im Speziellen 0.01 mm.
[0013] Der Rücken kann sich parallel zur Schneiderichtung und bezogen auf eine Achse, die
senkrecht zur Längsachse und zur Schneiderichtung steht, zumindest einseitig, insbesondere
beidseitig, verjüngen, insbesondere linear oder kurvenförmig konkav oder konvex verjüngen.
[0014] Die Zwischenzone bildet insbesondere eine keilförmige Dreiecksfläche, welche von
der Spitze zum Rücken verläuft.
[0015] Die Längsachse ist bevorzugt eine Symmetrieachse zumindest eines Teils des Schneidemaschinenmessers,
insbesondere eines Mittelschaftes, und wobei die Symmetrieachse mit einer Toleranz
von -0.01 mm bis +0.01 mm durch den Rücken verläuft, insbesondere wobei der Rücken
parallel zur Längsachse verläuft.
[0016] Die Zwischenzone kann insbesondere zwischen Spitze und Rücken eine Länge aufweisen,
die weniger als 0.04 mm beträgt, insbesondere zwischen 0.03 mm und 0.01 mm, insbesondere
0.02 mm beträgt.
[0017] Zumindest eines von: der Schneide, der Zwischenzone und dem Rücken, verläuft insbesondere,
wieder bei Betrachtung in besagter Ebene, linear oder kurvenförmig konkav oder konvex.
[0018] Das Schneidemaschinenmesser weist bevorzugt eine Länge von zwischen 10 mm und 30
mm auf, insbesondere eine Länge von weniger als 20 mm.
[0019] Die Schneide weist insbesondere eine Tiefe entlang der Längsachse von zwischen 0.5
mm und 3 mm auf, insbesondere eine Tiefe von zwischen 1 mm und 2.6 mm.
[0020] Der Halteabschnitt weist in einer Ausführungsform einen Durchmesser von zwischen
2 mm und 4 mm auf, insbesondere einen Durchmesser von 3 mm.
[0021] Die Erfindung betrifft weiterhin eine Verwendung des Schneidemaschinenmessers gemäss
der Beschreibung hierin eingesetzt in einer Schneidemaschine mit Schneidwerkzeug.
[0022] Die Erfindung betrifft auch eine Schneidemaschine mit einem Schneidewerkzeug, in
welches das Schneidemaschinenmesser gemäss der Beschreibung hierin eingesetzt ist,
wobei die Schneidemaschine einen Kiss-Cut-Schneidemodus oder in einen Through-Cut-Schneidemodus
bereitstellt, die zum Schneiden eines Aufklebers vorgesehen sind, wobei der Aufkleber
eine Deckschicht und eine Klebeschicht aufweist, wobei der Aufkleberträger eine haftmindernde
Schicht und eine Trägerschicht aufweist, wobei die Klebeschicht lösbar auf der haftmindernden
Schicht anhaftet, wobei im Rahmen des Kiss-Cut-Schneidemodus das Schneidemaschinenmesser
durch die Schneidemaschine automatisch in einer Schneiderichtung entlang des Aufklebers
geführt wird und dabei den Aufkleber ganz und den Aufkleberträger nicht oder nur teilweise
durchtrennt, wobei im Rahmen des Through-Cut-Schneidemodus das Schneidemaschinenmesser
durch die Schneidemaschine automatisch in einer Schneiderichtung entlang des Aufklebers
geführt wird und dabei den Aufkleber und den Aufkleberträger ganz durchtrennt.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
[0023] Weitere Vorteile der vorliegenden Erfindung sind aus der detaillierten Beschreibung
und den Zeichnungen ersichtlich.
Figur 1 zeigt eine gattungsgemässe Schneidemaschine, für welche das erfindungsgemässe
Schneidemaschinenmesser genau vorgesehen und ausgestaltet ist;
Figur 2 zeigt eine Ausführungsform des erfindungsgemässen Schneidemaschinenmessers;
Figur 3 zeigt die Spitze der Klinge des Schneidemaschinenmessers aus Figur 2 in einer
Detailansicht, wobei der zu durchtrennende Aufkleber, der Aufkleberträger und die
Schneiderichtung zu sehen sind;
Figur 4 zeigt die Spitze der Klinge des Schneidemaschinenmessers aus Figur 2 in einer
dreidimensionalen Detailansicht;
Figur 5 zeigt den Schichtenaufbau des zu durchtrennenden Aufklebers aus Figur 3 in
einer Detailansicht;
Figuren 6 und 7 zeigen ein gattungsgemässes Schneidemaschinenmesser aus dem Stand
der Technik;
DETAILLIERTE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
[0024] Figur 1 zeigt eine gattungsgemässe Schneidemaschine 1, welche ein Schneidewerkzeug
mittels eines Portals in X- und Y-Richtung über einen Maschinentisch 4 verfahren kann.
Die Steuerung hierfür übernimmt üblicherweise eine Steuerungseinheit 2, die sich in
der Schneidemaschine oder auch extern befinden kann. Das Schneidemaschinenmesser 3
ist dazu ausgebildet in die Werkzeugaufnahme eingesetzt zu werden. Mit speziell einstellbaren
Kräften (z.B. über eine Federkraft oder über einen Stellmotor) wird das Schneidemaschinenmesser
3 definiert auf das zu schneidende Objekt 5 gedrückt. Dieses Andrücken dient dem sogenannten
Kiss-Cut-Schneiden, bei welchem nur eine obere Schicht des Objekts 5 ganz durchtrennt
wird und eine Trägerschicht, die diese obere Schicht trägt, bleibt entweder unversehrt
oder wird durch das Messer 3 allenfalls minimal angeritzt oder angerillt.
[0025] Erhöht man die definierte Kraft des Andrückens auf eine definierte Weise, oder stellt
man eine definierte Schnitttiefe ein, lässt sich mit dem erfindungsgemässen Schneidemaschinenmesser
auch vorteilhaft ein Through-Cut-Schneiden durchführen, bei welchem das Objekt 5 ganz
durchtrennt wird und die Messerspitze den Maschinentisch 4 nur leicht touchiert. Der
Maschinentisch 4 ist üblicherweise luftdurchlässig, denn durch eine Luftansaugung
kann das Objekt 5 durch die Kraft eines dadurch erzeugten Vakuums am Tisch 4 festgehalten
werden. Das Oberflächenmaterial des Tisches 4 kann auf Polyurethan basieren, oder
aus einem Vlies-Stoff bestehen.
[0026] Das Objekt 5 ist bevorzugt ein Aufkleber, der auf seinem Trägermaterial anhaftet,
oder allgemeiner ausgedrückt: ein Material, das einen oder mehrere Aufkleber trägt.
Üblicherweise sind solche Aufkleber Selbstklebefolien oder -papier.
[0027] Für das Schneiden von Aufklebern kommt ein Druckmodus zum Einsatz (oben bereits erwähntes
Andrücken). Welcher Folientyp mit welchem Druck geschnitten wird, ist abhängig von
den Materialspezifikationen und muss gegebenenfalls mittels Schneidtests ermittelt
und damit definiert werden. Die Schneidemaschine ist dazu ausgelegt, den Druck zu
messen, der von der Spitze auf das Material ausgeübt wird. Wenn der definierte Druck
erreicht ist, kann dies optional durch eine grün leuchtende LED signalisiert werden.
[0028] Die optimale Bearbeitungstiefe ist beim Kiss-Cutting erreicht, wenn das Messer die
Deckschicht 100, die Klebeschicht 101 und einen Teil des Aufkleberträgers 11 durchschneidet.
Dies bedeutet, dass die haftmindernde Schicht 111 angerillt, angeschnitten oder durchtrennt
wird, und die Trägerschicht 110 angeschnitten wird oder unversehrt bleibt. Die Bestandteile
sind in Figur 5 gekennzeichnet. Durch diese Art des Schnitts ist sichergestellt, dass
ein Aufkleber vom Aufkleberträger gelöst werden kann, ohne dass der Aufkleberträger
einreisst. Gängige Folienmaterialien erreichen Dicken von bis zu 3 mm.
[0029] Beim Through-Cutting ist die optimale Bearbeitungstiefe erreicht, wenn das Messer
alle Schichten, d.h. den Aufkleber 10 und den Aufkleberträger 11, durchtrennt und
dabei nicht den Maschinentisch 4 beschädigt.
[0030] Das Messer kann am Schneidewerkzeug von einem (z.B. zylindrischen) Gleiter umgeben
sein, der am Schnittbereich das zu schneidende Objekt 5 an den Tisch 4 andrückt. Hierdurch
wird nochmals (d.h. zusätzlich zu einer allfälligen Vakuum-Ansaugfunktion des Tisches
4, der das Objekt 5 sicher fixiert) sichergestellt, dass der Schnitt sauber durchgeführt
wird. Insbesondere eignet sich der Einsatz des Gleiters zur Bearbeitung von reflektierenden
Folien.
[0031] Ein Druckmodus kann derart gestaltet sein, dass das Modul (Schneidwerkzeug) einen
konstanten, zwischen 30 und 3500 Gramm einstellbaren Druck auf das Bearbeitungsmaterial
5 ausübt.
[0032] Neben dem Druckmodus gibt es auch einen sogenannten Positionsmodus, der sich allerdings
nicht zum Kiss-Cutting eignet, sondern nur zum Durchschneiden (Through-Cutting), bei
welchem eine Schneidetiefe definiert eingestellt wird (und eben kein Druck), die sicherstellt,
dass das Material komplett durchgeschnitten wird und der Tisch nicht angeschnitten
wird. Der Positionsmodus ist also für das Through-Cutting eine Alternative zum Druckmodus.
[0033] Das erfindungsgemässe Schneidemaschinenmesser 3 ist genau auf den Kiss-Cut-Schneidemodus
und den Through-Cut-Schneidemodus ausgelegt und stellt sicher, dass präzise und prädiktive
Schnittergebnisse durch Einstellung definierter Schneidedrücke bzw. definierter Schneidetiefen
erzielt werden. Eine Ausführungsform der Erfindung ist in den Figuren 2 und 3 zu sehen.
Der halbzylindrische Halteabschnitt 6 dient zum Einspannen in das Schneidewerkzeug
der Schneidemaschine 1 und stellt sicher, dass das Messer präzise ausgerichtet ist.
Der gezeigte Halteabschnitt ist nicht erfindungswesentlich und dem Fachmann sind weitere
Ausgestaltungsmöglichkeiten eines Halteabschnitts bekannt.
[0034] Schneidemaschinenmesser sind üblicherweise aus einem zylindrischen Rohmaterial gefertigt.
Im mittleren Bereich des Messers 3 ist dieser Zylinder im Wesentlichen noch in Takt
und in Bezug auf diesen ist für das Schneidemaschinenmesser 3 eine Längsachse L definiert,
die für eben diesen mittleren Abschnitt eine Symmetrieachse ist.
[0035] Mit der Schneide 7 gerät das Schneidemaschinenmesser 3 selbstredend zuerst in Kontakt
mit dem zu schneidenden Objekt, wie die Schneiderichtung S in Figur 3 andeutet. Die
Schneiderichtung S ist ein Vektor, der von der Schneide ausgehend in Richtung des
Schneidevorschubs zeigt. Im Beispiel von Figur 1 bewegt sich das Werkzeug relativ
zum Tisch, es sind jedoch auch Ausführungsformen denkbar, bei denen sich der Tisch
relativ zum Werkzeug bewegt. Üblicherweise steht die Schneiderichtung S senkrecht
zur Längsachse L. Eine Tiefe T der Schneide 7 - betrachtet parallel zur Längsachse
L - beträgt bevorzugt zwischen 0.5 mm und 3 mm.
[0036] Die Klinge des Messers 3 weist auch einen Rücken 8 auf, der dem Anschnitt abgewandt
verortet ist. Erfindungsgemäss gibt es zwischen der Schneide 7 und dem Rücken 8 eine
angewinkelte Zwischenzone 9, welche bei den genannten Schneidemodi für eine überraschend
hohe Verschleissresistenz des Messers und damit für eine langanhaltende und konstante
Präzision der Schnittergebnisse sorgt. Zudem erlaubt das erfindungsgemässe Schneidemaschinenmesser
bei beiden Schneidemodi eine geringere Einstechkraft sowie eine geringere Schneidekraft
(entlang der Schneiderichtung) im Vergleich zu bekannten Messern.
[0037] Die Ansicht von Figur 3 liegt in einer Ebene, die von der Längsachse L und der Schneiderichtung
S aufgespannt ist. Erfindungsgemäss weist in dieser Ansicht die Zwischenzone 9 einen
Winkel W2 zur Längsachse L von zwischen 40° und 80° auf. Dies bedeutet, dass ein Winkel
mit der Schneiderichtung S von 130° bis 170° vorherrscht. Nähert sich dieser Winkel
dem Bereich von etwa 60°
[0038] (bezogen auf L) bzw. 150° (bezogen auf S) stellt sich zunehmend ein Optimum der erfindungsgemässen
Effekte ein. Die Längsachse L verläuft in Figur 3 durch die Zwischenzone 9, bevorzugt
verläuft sie aber entlang dem Rücken 8, dies mit einem Toleranzbereich um den Rücken
herum von -0.01 mm bis +0.01 mm.
[0039] Wenn von der Schneide, dem Rücken und der Zwischenzone die Rede ist, so ist im Allgemeinen
deren Kante gemeint. Diese Kanten sind bevorzugt jeweils gerade, d.h. linear. Sie
können jedoch in anderen Ausführungsformen auch einen kurvenartigen Verlauf aufweisen.
[0040] Im Rahmen des Kiss-Cutting ragt die Spitze 12 der Klinge "gerade so" in den Aufkleberträger
11 hinein, sodass dieser möglichst nicht beschädigt, der Aufkleber 10 jedoch gänzlich
durchtrennt wird. In dieser Situation entstehen Belastungsspitzen, welche besondere
Anforderungen an die Ausgestaltung des Schneidemaschinenmessers erfordern. Ähnliche
Belastungsspitzen entstehen beim Through-Cutting, bei welchem die Messerspitze den
Maschinentisch berührt.
[0041] Die Zwischenzone 9 weist - betrachtet normal zur Längsachse L bzw. parallel zur Schneiderichtung
S -zwischen der Spitze 12 und dem Rücken 8 eine Länge Z auf, die bevorzugt weniger
als 0.04 mm beträgt, insbesondere zwischen 0.03 mm und 0.01 mm, insbesondere 0.02
mm beträgt.
[0042] Figur 4 zeigt den Bereich A nochmals in einer dreidimensionalen (jedoch nicht unbedingt
dimensionstreuen) Ansicht. Hier ist zu sehen, wie die Zwischenzone 9 eine keilförmige
Dreiecksfläche bildet, welche von der Spitze 12 zum Rücken 8 verläuft, d.h. ein Dreieck
bildet sich durch die beiden Ecken am Rücken 8 und die Spitze 12. Diese Fläche kann
ganz flach sein, oder in anderen Ausführungsformen konkav oder konvex. Der Rücken
weist ebenfalls bevorzugt eine plane Fläche auf, wie in der Figur 4 zu sehen ist.
Auch diese Fläche kann in anderen Ausführungsformen - wie auch bei der oben genannten
Dreiecksfläche der Zwischenzone - weitere Formen annehmen. Die Schneide 7 ist selbstverständlich
geschärft und ist daher eine scharfe Kante. Die Schärfung kann ebenfalls linear oder
kurvenförmig (konkav oder konvex) erzeugt sein.
[0043] Figur 5 zeigt noch einmal im Detail die Schichten des zu schneidenden Objekts in
der Seitenansicht. Der Aufkleber 10 weist eine Deckschicht 100 und eine fest mit der
Deckschicht 100 verbundene Klebeschicht 101 auf. Anhand dieser Klebeschicht 101 haftet
der Aufkleber 10 an der haftmindernde Schicht 111 des Aufkleberträgers 11. Die haftmindernde
Schicht 111 wiederum ist fest mit der Trägerschicht 110 verbunden. Das Material der
haftmindernden Schicht 111 basiert beispielsweise auf Silikon oder einem Wachs. Die
Deckschicht 100 und die Trägerschicht 110 können aus Papier und/oder Kunststofffolie
bestehen.
[0044] Das erfindungsgemässe Messer 3 verbessert durch seine Ausgestaltung ganz gezielt
den Prozess des Schneidens von Aufklebern und minimiert den Verschleiss, welcher an
Messern des Stands der Technik auftritt und im Folgenden kurz erläutert wird.
[0045] Figur 6 zeigt den Aufbau eines gattungsgemässen Kiss-Cut-Messers mit Schneide 14
und Rücken 15. Detailliert zeigt Figur 7 den in Figur 6 mit B beschrifteten Spitzenbereich.
Zwischen Schneide 14 und Rücken 15 gibt es eine sogenannte Flachstelle 16, die beim
Kiss-Cut-Schneiden ebenfalls leicht in den Träger 11 hineinragt und den Aufkleber
10 ganz durchtrennt. Die Flachstelle 16 ist vorgesehen, um einem Abbruch einer "perfekten",
d.h. ganz spitzig zulaufenden, Spitze zuvor zu kommen.
[0046] Der Schneideprozess eines solchen aus dem Stand der Technik bekannten Messers 13
ist aber nicht optimal, da je nach Ausführung der Flachstelle 16 der Bereich des Messerrückens
15 auf der Trägerschicht aufliegt. Dies bewirkt höhere Schnittkräfte und Schwingungen
beim Schneiden, was das Schnittergebnis beeinträchtigt. Weiter ist durch diesen Effekt
die Lebensdauer stark eingeschränkt. Dies ist bedingt durch Verschleiss, der sich
durch erste Abbrüche 17 im Bereich der Flachstelle 16 und zweite Abbrüche 18 im Bereich
des Rückens 15 zeigt. Die Ergebnisse beim Kiss-Cut-Schneiden und beim Through-Cut-Schneiden
genügen dadurch bereits relativ früh nicht mehr den Anforderungen und das Messer muss
ersetzt werden. Zudem verursacht die Flachstelle 16 höhere Einstechkräfte, was deshalb
relevant ist, weil das Schneidemaschinenmesser in einem Aufkleber-Schneideprozess
üblicherweise häufig abgehoben und (an anderer Stelle oder in anderer Orientierung)
wieder eingestochen wird.
[0047] Das erfindungsgemässe Messer 3 vermeidet all diese Verschleisserscheinungen und bietet
dadurch eine deutlich bessere Schnittqualität sowie eine erhöhte Lebensdauer.
[0048] Die Erfindung wurde zwar anhand ihrer bevorzugten Ausführungsform(en) erläutert,
doch es können viele weitere Änderungen und Variationen vorgenommen werden, ohne über
den Umfang der vorliegenden Erfindung hinauszugehen. Daher ist es vorgesehen, dass
die beiliegenden Patentansprüche Änderungen und Variationen abdecken, die im tatsächlichen
Umfang der Erfindung enthalten sind.
1. Schneidemaschinenmesser (3) zum Einsatz in ein Schneidewerkzeug einer Schneidemaschine
(1), ausgebildet und genau vorgesehen zum Schneiden eines Aufklebers (10) in einem
Kiss-Cut-Schneidemodus der Schneidemaschine, insbesondere zusätzlich zum Schneiden
des Aufklebers in einem Through-Cut-Schneidemodus der Schneidemaschine,
wobei der Aufkleber eine Deckschicht (100) und eine Klebeschicht (101) aufweist,
wobei der Aufkleberträger eine haftmindernde Schicht (111) und eine Trägerschicht
(110) aufweist,
wobei die Klebeschicht lösbar auf der haftmindernden Schicht anhaftet,
wobei im Rahmen des Kiss-Cut-Schneidemodus das Schneidemaschinenmesser durch die Schneidemaschine
automatisch in einer Schneiderichtung (S) entlang des Aufklebers geführt wird und
dabei den Aufkleber ganz und den Aufkleberträger nicht oder nur teilweise durchtrennt,
gegebenenfalls wobei im Rahmen des Through-Cut-Schneidemodus das Schneidemaschinenmesser
durch die Schneidemaschine automatisch in einer Schneiderichtung (S) entlang des Aufklebers
geführt wird und dabei den Aufkleber und den Aufkleberträger ganz durchtrennt,
wobei das Schneidemaschinenmesser aufweist:
- einen Halteabschnitt (6) zum Einsatz des Schneidemaschinenmessers in eine Messerhalterung
des Schneidwerkzeugs aufweist,
- eine zur Schneiderichtung rechtwinklige Längsachse (L),
- eine Klinge mit einer Schneide (7) und einem Rücken (8), wobei die Schneide, bei
Betrachtung in einer Ebene, die durch die Schneiderichtung und die Längsachse aufgespannt
wird, mit der Schneiderichtung einen ersten Winkel (W1) einschliesst, der weniger
als 90° beträgt,
gekennzeichnet durch
eine zwischen der Schneide und dem Rücken befindliche Zwischenzone (9), die, wieder
bei Betrachtung in besagter Ebene, mit der Schneiderichtung einen zweiten Winkel (W2)
einschliesst, der zwischen 130° und 170° beträgt.
2. Schneidemaschinenmesser (3) gemäss Anspruch 1, wobei der zweite Winkel (W2) zwischen
140° und 160°, insbesondere 150° beträgt.
3. Schneidemaschinenmesser (3) gemäss einem der vorherigen Ansprüche, wobei der erste
Winkel (W1) weniger als 70° beträgt, insbesondere zwischen 20° und 65° beträgt, insbesondere
35°, 45° oder 60°.
4. Schneidemaschinenmesser (3) gemäss einem der vorherigen Ansprüche, wobei
die Klinge zwischen der Schneide (7) und der Zwischenzone (9) eine Spitze (12) aufweist,
die spitzig oder abgerundet gestaltet ist, insbesondere wobei die Schneide und die
Zwischenzone einen dritten Winkel (W3) einschliessen, der sich aus einer Subtraktion
des zweiten Winkels (W2) vom ersten Winkel (W1) ergibt.
5. Schneidemaschinenmesser (3) gemäss Anspruch 4, wobei sich die Klinge entlang der Längsachse
(L) und bezogen auf eine Achse, die senkrecht zur Längsachse und zur Schneiderichtung
steht, zur Spitze (12) hin zumindest einseitig, insbesondere beidseitig, verjüngt,
insbesondere linear oder kurvenförmig konkav oder konvex verjüngt.
6. Schneidemaschinenmesser (3) gemäss einem der Ansprüche 4 und 5, wobei ein Normalabstand
der Spitze (12) zur Längsachse (L) weniger als 0.04 mm beträgt, insbesondere 0.02
mm, im Speziellen 0.01 mm beträgt.
7. Schneidemaschinenmesser (3) gemäss einem der vorherigen Ansprüche, wobei sich der
Rücken (8) parallel zur Schneiderichtung (S) und bezogen auf eine Achse, die senkrecht
zur Längsachse und zur Schneiderichtung steht, zumindest einseitig, insbesondere beidseitig,
verjüngt, insbesondere linear oder kurvenförmig konkav oder konvex verjüngt.
8. Schneidemaschinenmesser (3) gemäss einem der vorherigen Ansprüche, wobei die Zwischenzone
(9) eine keilförmige Dreiecksfläche bildet, welche von der Spitze (12) zum Rücken
(8) verläuft.
9. Schneidemaschinenmesser (3) gemäss einem der vorherigen Ansprüche, wobei die Längsachse
(L) eine Symmetrieachse zumindest eines Teils des Schneidemaschinenmessers ist, insbesondere
eines Mittelschaftes, und wobei die Symmetrieachse mit einer Toleranz von -0.01 mm
bis +0.01 mm durch den Rücken (8) verläuft, insbesondere wobei der Rücken parallel
zur Längsachse verläuft.
10. Schneidemaschinenmesser (3) gemäss einem der vorherigen Ansprüche, wobei die Zwischenzone
(9) zwischen Spitze (12) und Rücken (8) eine Länge (Z) aufweist, die weniger als 0.04
mm beträgt, insbesondere zwischen 0.03 mm und 0.01 mm, insbesondere 0.02 mm beträgt.
11. Schneidemaschinenmesser (3) gemäss einem der vorherigen Ansprüche, wobei zumindest
eines von: der Schneide (7), der Zwischenzone (9) und dem Rücken (8), wieder bei Betrachtung
in besagter Ebene, linear oder kurvenförmig konkav oder konvex verläuft.
12. Schneidemaschinenmesser (3) gemäss einem der vorherigen Ansprüche, wobei das Schneidemaschinenmesser
eine Länge von zwischen 10 mm und 30 mm aufweist, insbesondere eine Länge von weniger
als 20 mm.
13. Schneidemaschinenmesser (3) gemäss einem der vorherigen Ansprüche, wobei die Schneide
(7) eine Tiefe (T) entlang der Längsachse (L) von zwischen 0.5 mm und 3 mm aufweist,
insbesondere eine Tiefe von zwischen 1 mm und 2.6 mm.
14. Schneidemaschinenmesser (3) gemäss einem der vorherigen Ansprüche, wobei der Halteabschnitt
(6) einen Durchmesser von zwischen 2 mm und 4 mm aufweist, insbesondere einen Durchmesser
von 3 mm.
15. Verwendung des Schneidemaschinenmessers (3) nach einem der Ansprüche 1 bis 14 eingesetzt
in einer Schneidemaschine (1) mit Schneidwerkzeug.