[0001] Die Erfindung betrifft eine Manschette nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1,
ein Wäschebehandlungsgerät nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 7 und ein Verfahren
zum Einstellen eines Spaltmaßes zwischen einer Funktionsfläche einer Manschette eines
Wäschebehandlungsgeräts und einer dieser Funktionsfläche zugewandten Fläche einer
Wäschetrommel.
[0002] Die Erfindung ist insbesondere auf ein Wäschebehandlungsgerät bezogen, bei dem die
Wäsche frontseitig durch einen im Wesentlichen axialen Beschickungskanal durch eine
in dem Gehäuse des Wäschebehandlungsgerätes ausgebildete, verschließbare Beschickungsöffnung
zugeführt wird. Derartige Wäschebehandlungsgeräte werden auch als Frontlader bezeichnet.
[0003] Im Rahmen der vorliegenden Erfindung ist unter dem Begriff Wäschebehandlungsgerät
sowohl eine klassische Waschmaschine als auch ein sog. Waschtrockner zu verstehen,
der die Funktionen einer Waschmaschine und eines Wäschetrockners vereint.
[0004] Eine Manschette für ein Wäschebehandlungsgerät und ein Wäschebehandlungsgerät der
eingangs genannten Art gehen aus der Deutschen Offenlegungsschrift
DE 10 2015 216 363 A1 hervor, die eine frontbeschickbare Waschmaschine mit einem Waschmaschinengehäuse,
einem in dem Gehäuse aufgenommenen und gegenüber diesem schwingend beweglich gelagerten
Laugenbehälter und einer darin drehbeweglich angeordneten Wäschetrommel beschreibt.
Die Wäschetrommel hat eine Frontseite, in der eine zu ihrer Drehachse ausgerichtete
Beschickungsöffnung vorgesehen ist. Diese Beschickungsöffnung ist ihrerseits von einer
konzentrischen Durchgangsöffnung in der Stirnseite des Laugenbehälters umgeben, die
zu einer gehäuseseitigen Beschickungsöffnung ausgerichtet ist. Die gehäuseseitige
Beschickungsöffnung und die Durchgangsöffnung des Laugenbehälters sind durch eine
schlauchartige Manschette verbunden, die Schwingungsbewegungen des Laugenbehälters
relativ zu dem Gehäuse zulässt. Die Manschette bildet einen flüssigkeitsdichten Beschickungskanal,
durch den Wäsche in die Wäschetrommel eingebracht bzw. aus dieser entnommen werden
kann.
[0005] Die Manschette weist ein laugenbehälterseitiges Manschettenende auf, das um die Durchgangsöffnung
des Laugenbehälters herum flüssigkeitsdicht und fest mit dem Laugenbehälter verbunden
ist. Ein Abschnitt oder Bereich der Manschette weist eine als Funktionsfläche fungierende
umlaufende Seite auf. Die Funktionsfläche ist in Einbaulage unter Bildung eines Spaltes
zu einer ihr zugewandten Fläche der Wäschetrommelfrontseite positioniert. Diese Fläche
kann von dem Rand gebildet sein, der die Beschickungsöffnung in der Wäschetrommelfrontseite
begrenzt. Dieser Rand kann als Falz oder Umbördelung ausgestaltet sein.
[0006] Aus der Deutschen Patentschrift
DE 103 58 941 B3 geht ein ähnlich aufgebautes Wäschebehandlungsgerät in Form einer frontbeschickbaren
Waschmaschine mit einem Gehäuse, einem schwingend darin gelagerten Laugenbehälter
und einer in dem Laugenbehälter angeordneten, drehbar gelagerten zylindrischen Wäschetrommel
hervor. Eine Beschickungsöffnung in der Wäschetrommelstirnseite, eine Durchgangsöffnung
des Laugenbehälters sowie eine Beschickungsöffnung in der Gehäusefront sind im Wesentlichen
in Richtung der Wäschetrommellängsachse fluchtend ausgerichtet. Die Durchgangsöffnung
und die Beschickungsöffnung in der Gehäusefront sind durch einen elastomeren Faltenbalg
(Manschette) flüssigkeitsdicht miteinander verbunden. Der Faltenbalg weist eine etwa
in seinem mittleren Längenbereich ausgebildete, im Längsschnitt etwa S-förmig ausgebildete
Falte auf, deren längsachsennaher S-Bogen außenseitig eine umlaufende Funktionsfläche
bildet. Die Funktionsfläche ist zu einem die Beschickungsöffnung umgebenden Rand der
Wäschetrommelstirnseite beabstandet, wobei in den zwischen der Falte und dem Rand
bestehenden Zwischenraum radial ein wenigstens teilweise elastomerer Fortsatz ragt.
Der Fortsatz dient dazu, ein Hineinrutschen von Wäsche in den Zwischenraum zu vermeiden.
Um ein gewünschtes Spaltmaß zwischen Fortsatz und Rand während der Montage vereinfacht
einzustellen, ist der Fortsatz ein von dem Faltenbalg getrenntes Bauteil und das elastomere
Material des Fortsatzes besitzt eine größerer Härte als das elastomere Material des
Faltenbalgs.
[0007] Die Deutsche Patentschrift
DE 102 37 017 B3 beschreibt eine Wäschebehandlungsmaschine mit einer wäscheaufnehmenden, antreibbaren
und in einem Laugenbehälter drehbar angeordneten Wäschetrommel. Auch hier ist eine
Beschickungsöffnung in der Wäschetrommelfrontseite von einer Durchgangsöffnung des
Laugenbehälters umgeben, die über eine elastische Manschette flüssigkeitsdicht mit
einer gehäusefrontseitigen Beschickungsöffnung der Wäschebehandlungsmaschine verbunden
ist. Im laugenbehälternahen Endbereich weist die Manschette einen Funktionsbereich
mit einer im Längsschnitt annähernd U-förmigen Funktionsfläche auf, die dem Rand der
Wäschetrommel gegenüberliegend angeordnet ist, der die Beschickungsöffnung begrenzt.
Um auch bei großer Füllmenge Wäschebeschädigungen zu vermeiden, ist ein besonders
ausgebildeter Wäscheabweiser im Bereich des oberen Totpunktes der Wäschetrommel vorgesehen.
[0008] Die Internationale Patentanmeldung mit der Publikationsnummer
WO2009/004045 A1 beschreibt eine Wäschebehandlungsmaschine mit einem Laugenbehälter, bei der ein Ende
einer faltenbalgartigen Manschette eine Durchgangsöffnung des Laugenbehälters umgibt
und mit dem Laugenbehälter durch Überspritzen oder Umspritzen mit einem Spritzgussmaterial
flüssigkeitsdicht verbunden ist.
[0009] Vor diesem Hintergrund besteht eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung darin, bei
Wäschebehandlungsgeräten der eingangs genannten Art, insbesondere bei sogenannten
Frontladern, während des Fertigungsprozesses einen aus dynamischen Gründen und aufgrund
bauteilgegebener Toleranzen erforderlichen Mindestspalt zwischen der Funktionsfläche
und einer korrespondierenden, zugewandten Fläche der Wäschetrommelfrontseite einfach,
zuverlässig und reproduzierbar einstellen zu können. Dabei ist das erforderliche Spaltmaß
insbesondere von der Laugenbehältergeometrie sowie der Länge der Trommel abhängig.
[0010] Diese Aufgabe wird hinsichtlich einer Manschette für ein Wäschebehandlungsgerät durch
eine Manschette mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1, hinsichtlich eines Wäschebehandlungsgerätes
durch ein Wäschebehandlungsgerät mit den Merkmalen des Patentanspruchs 7 und hinsichtlich
eines Verfahren zum Einstellen eines Spaltmaßes zwischen einer Funktionsfläche einer
Manschette eines Wäschebehandlungsgeräts und einer dieser Funktionsfläche zugewandten
Fläche einer Wäschetrommelfrontseite durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Patentanspruchs
8 gelöst.
[0011] Demgemäß ist bei einer Manschette der eingangs genannten Art erfindungsgemäß vorgesehen,
dass der Manschettenbereich zumindest einen inneren Hohlraum aufweist, der sich in
Umfangsrichtung erstreckt und zumindest teilweise flexibel ausgestaltet ist, und dass
mindestens ein Zugang in den Hohlraum mündet.
[0012] Unter einem flexibel gestalteten Hohlraum ist im Rahmen der vorliegenden Erfindung
ein Hohlraum zu verstehen, dessen Größe (Volumen) und/oder Geometrie veränderbar ist,
also die technische Eigenschaft besitzt, sich leicht mechanisch verändern zu lassen.
Dies kann beispielsweise dadurch erfolgen, dass in den Hohlraum ein Füllmaterial eingebracht
wird. Je nach beispielsweise Menge, Einbringdruck und Materialeigenschaften des Füllmaterials
kann damit der Hohlraum bzw. dessen Geometrie beeinflusst oder aber auch dauerhaft
festgelegt werden.
[0013] Hinsichtlich eines aufgabengemäß optimierten Wäschebehandlungsgerätes ist erfindungsgemäß
vorgesehen, dass eine erfindungsgemäße Manschette umfasst ist.
[0014] Hinsichtlich eines Verfahrens zum Einstellen eines Spaltmaßes zwischen einer Funktionsfläche
einer Manschette eines Wäschebehandlungsgeräts und einer der Funktionsfläche zugewandten
Fläche einer Wäschetrommelfrontseite ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass ein Manschettenrohling
mit einem Manschettenbereich verwendet wird, in dem zumindest ein innerer, sich in
Umfangsrichtung erstreckender und zumindest teilweise flexibler Hohlraum vorgesehen
ist, der Manschettenrohling mit einem laugenbehälterseitigen Manschettenende mit dem
Laugenbehälter verbunden wird, in den Hohlraum ein aushärtbares Material derart eingebracht
wird, dass die Funktionsfläche in Bezug auf die zugewandte Fläche der Wäschetrommelfrontseite
eine vorgegebene Sollposition einnimmt, und anschließend das aushärtbare Material
ausgehärtet wird.
[0015] Ein wesentlicher Aspekt der vorliegenden Erfindung ist es, in einer Manschette, die
zur Ausbildung eines flüssigkeitsdichten Beschickungskanals zwischen einer Beschickungsöffnung
in einem Gehäuse eines Wäschebehandlungsgeräts und mit einer korrespondierenden Öffnung
in der Frontseite eines Laugenbehälters dient, zumindest abschnittsweise, bevorzugt
umlaufend, in Umfangsrichtung versetzt und/oder radial verteilt einen oder mehrere
Hohlräume vorzusehen. Diese Hohlräume werden im Fertigungsprozess des Wäschebehandlungsgerätes
erfindungsgemäß mit einem aushärtbaren Material oder einer aushärtbaren Masse befüllt
und können dadurch in ihrem das Spaltmaß bestimmenden Endvolumen oder Geometrie variiert
werden. Je nach Füllgrad ist die (insbesondere axiale) Position der Funktionsfläche
bzw. deren Geometrie veränderbar. So lässt sich einfach - nämlich z.B. durch Dosierung
des eingebrachten Füllmaterials - der sich zu der korrespondierenden Fläche (zweite
Funktionsfläche) der Wäschetrommel, nämlich beispielsweise dem Rand um die Beschickungsöffnung
in der Wäschetrommel, einstellende Abstand oder Spalt zuverlässig, genau und reproduzierbar
definieren. Anschließend wird das Material ausgehärtet oder verfestigt sich, so dass
die gewünschte Position bzw. Geometrie der Funktionsfläche dauerhaft eingestellt bleibt.
Eine Aushärtung kann - je nach verwendetem Material - in an sich bekannter Weise auf
verschiedenste Arten erfolgen. Zum Beispiel kann die Aushärtung bei Mehrkomponentenklebern
oder Harzen durch entsprechende Vernetzungs- und chemische Aushärtvorgänge erfolgen.
Es können auch thermisch aushärtbare Materialien und/oder durch Licht (beispielsweise
UV-aushärtbare) Kleber oder Materialien verwendet werden, wobei nach Einbringung des
Materials ein entsprechender für Licht/UV-Strahlung durchlässig gestalteter Bereich
der Manschette bestrahlt wird. Ebenso ist eine mechanische Aushärtung oder Verfestigung
des Materials oder eine Voraktivierung des Klebers denkbar. Bevorzugt wird ein UV-aushärtbarer
Kleber auf Epoxid-Basis verwendet.
[0016] Um das aushärtbare Material dem Hohlraum bzw. den jeweiligen Hohlräumen zuzuführen,
ist ein Zugang vorgesehen, der von außen mit einem geeigneten Material beschickbar
ist und der in den Hohlraum mündet.
[0017] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung,
den Unteransprüchen und der Figurenbeschreibung, wobei einzelne Merkmale in Kombination
oder einzeln angewendet werden können.
[0018] Bei einer bevorzugten Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Manschette ist vorgesehen,
dass der Zugang radial vom äußeren Umfang des laugenbehälternahen Endbereichs der
Manschette in den Hohlraum führt.
[0019] Die Zufuhr von Material in den Hohlraum ist nach einer vorteilhaften Fortbildung
der erfindungsgemäßen Manschette dadurch vereinfacht, dass der Zugang zwei Teilkanäle
umfasst, wobei ein Teilkanal zur Materialzufuhr und der andere Teilkanal zur Entlüftung
des Hohlraums dient.
[0020] Eine besonders präzise und gut steuerbare Einstellung der Position der Funktionsfläche
ist nach einer bevorzugten Fortbildung der erfindungsgemäßen Manschette dadurch möglich,
dass die Funktionsfläche eine Außenfläche einer flexiblen Außenwand des Hohlraums
ist. Die Flexibilität der Außenwand kann dabei insbesondere durch entsprechende Struktur,
Dimensionierung (Wanddicke) und/oder durch das für die Manschette in diesem Bereich
verwendete (elastische) Material realisiert sein.
[0021] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zum Einstellen des Spaltmaßes kann die Sollposition
bevorzugt durch mindestens einen Abstandshalter zwischen der Funktionsfläche und der
dieser zugewandten Fläche der Wäschetrommel definiert werden. Der Abstandshalter kann
in Form einer Lehre oder Schablone ausgebildet sein.
[0022] Eine bevorzugte Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens sieht vor, dass die
Sollposition durch Positionierung der Wäschetrommel definiert wird und dass die Wäschetrommel
nach Aushärten des Materials axial um das gewünschte Spaltmaß von der Funktionsfläche
entfernt wird. Hierdurch kann auf eine Schablone oder einen Abstandshalter verzichtet
werden. Durch das Verschieben der Wäschetrommel in axialer Richtung kann das gewünschte
Spaltmaß exakt eingestellt werden, wobei ein gewisser Restspalt aus dynamischen Gründen
wünschenswert bleibt.
[0023] Die Erfindung wird nachfolgend anhand zeichnerisch dargestellter Ausführungsbeispiele
weiter erläutert; es zeigen:
Figur 1 einen Längsschnitt eines erfindungsgemäßen Wäschebehandlungsgerätes in Teilansicht,
die auf den für die Erfindung wesentlichen Bereich beschränkt ist,
Figur 2 ausschnittsweise Details aus Figur 1,
Figur 3 schematisch den Ablauf des erfindungsgemäßen Verfahrens und
Figur 4 schematisch zu den korrespondierenden Verfahrensschritten eine Positionierung
einer Wäschetrommel.
[0024] Figur 1 zeigt im Längsschnitt einen Ausschnitt aus einer Wäschebehandlungsmaschine
1 im Bereich ihrer Beschickungsöffnung 2, die in der Frontseite 3 ihres Gehäuses 4
ausgebildet ist. Die Beschickungsöffnung 2 ist in an sich bekannter Weise von einer
Tür 6 mit einem Bullauge 7 verschließbar. Figur 1 zeigt die geschlossene Türposition.
Ein in Figur 1 nur andeutungsweise gezeigter Laugenbehälter 10 ist in nicht näher
gezeigter Weise schwingend in dem Gehäuse 4 gelagert und weist in seiner frontseitigen
Stirnseite 11 eine Durchgangsöffnung 12 auf. In dem Laugenbehälter 10 ist eine Wäschetrommel
13 angeordnet, die um eine Längsachse 14 drehbar gelagert und von einem nicht gezeigten
Antrieb in Rotation versetzbar ist. Die ebenfalls nur teilweise gezeigte Wäschetrommel
13 hat eine Stirnseite oder Wäschetrommelfrontseite 15 mit einer Beschickungsöffnung
16, die in Richtung der Längsachse 14 mit der Durchgangsöffnung 12 und der Beschickungsöffnung
2 fluchtet. Die Beschickungsöffnung 16 der Wäschetrommel 13 ist durch einen Öffnungsrand
18 in der Wäschetrommelfrontseite 15 radial begrenzt, wobei der Öffnungsrand 18 durch
einen Falz oder eine Umbördelung versteift ist. Der frontseitige Bereich bzw. die
stirnseitige Fläche 20 des Rands 18 ragt in diesem Ausführungsbeispiel in die Durchgangsöffnung
12 des Laugenbehälters 10 hinein.
[0025] Zwischen dem Laugenbehälter 10 und dem Gehäuse 4 erstreckt sich eine einen Beschickungskanal
24 zwischen der Beschickungsöffnung 2 und der Durchgangsöffnung 12 ausbildende Manschette
25, deren mittlerer Bereich 26 faltenbalgartig gestaltet ist und einen etwa S-förmigen
Längsschnitt aufweist. Der der Längsachse 14 nahe Bogen 28 der S-Form ist mit seiner
Innenfläche 29 dem Rand 18 zugewandt. Ein gehäusenaher Endbereich 30 der Manschette
25 ist in an sich bekannter Weise (vergleiche
DE 10 2015 216 363 A1) mit dem Rand 32 der Beschickungsöffnung 2 des Gehäuses 4 flüssigkeitsdicht verbunden.
Der laugenbehälternahe Endbereich 34 der Manschette 25 ist formschlüssig flüssigkeitsdicht
mit dem Randbereich 35 verbunden, der die Durchgangsöffnung 12 umgibt. Eine dem Öffnungsrand
18 zugewandte Seite oder Fläche der Manschette 25 bildet eine nachfolgend noch näher
erläuterte Funktionsfläche 36. Zwischen der Funktionsfläche 36 und der ihr zugewandten
Fläche 20 des Randes 18 ist ein toleranzbedingter und aus dynamischen Gründen erforderlicher
Spalt 40 gebildet.
[0026] Figur 2 zeigt Details im Bereich des zwischen der Funktionsfläche 36 und der zugewandten
Fläche 20 gebildeten Spaltes 40. Dabei sind gleiche oder funktionsgleiche Elemente
mit denselben Bezugszeichen versehen wie in Figur 1. Allerdings sind verschiedene
in Figur 1 gezeigte Teile und Schattenkanten rotationssymmetrischer Teile wie beispielsweise
der Wäschetrommel aus Darstellungsgründen fortgelassen.
[0027] Ein die Funktionsfläche 36 aufweisender Manschettenbereich 42 ist in diesem Ausführungsbeispiel
am laugenbehälternahen Endbereich der Manschette 25 ausgebildet. Grundsätzlich kann
dieser Manschettenbereich 42 aber auch - wie teilweise auch aus dem eingangs beschriebenen
Stand der Technik hervorgeht - an einem anderen Längsabschnitt der Manschette 25 ausgebildet
sein.
[0028] Der Manschettenbereich 42 weist wenigstens einen Hohlraum 45 auf, der in diesem Ausführungsbeispiel
als ringförmiger, radial umlaufender innerer Hohlraum ausgestaltet ist. Der Hohlraum
45 erstreckt sich also in Umfangsrichtung konzentrisch um die Längsachse 14. Grundsätzlich
kann der Hohlraum 45 aber auch aus mehreren, z.B. sich in Umfangsrichtung erstreckenden
Teilhohlräumen gebildet sein. Ebenso könnten mehrere zumindest teilweise umlaufende
Hohlräume axial beabstandet vorgesehen sein. Der Hohlraum 45 ist in axialer Richtung
gesehen durch eine Außenwand 46 begrenzt. Die Außenwand 46 ist durch ihre Wanddicke
und/oder das für sie verwendete Material so ausgebildet, dass sich der Hohlraum 45
zumindest teilweise flexibel verhält. Mit anderen Worten: Der Hohlraum 45 kann insbesondere
in axialer Richtung (Pfeilrichtung B) expandieren, wenn in den Hohlraum 45 ein Material
oder ein Medium eingebracht wird.
[0029] Wie in Figur 2 angedeutet, kann ein aushärtbares Material 50, insbesondere in Form
aushärtbarer Komponenten, durch einen Zuführkanal oder Zugang 51 von außen zugeführt
werden. Der Zugang 51 weist einen außenseitigen Einfüllstutzen 52 am äußeren Umfang
53 des Endbereichs 34 auf und mündet in den bzw. die Hohlräume 45. Selbstverständlich
könnten auch mehrere Zuführstutzen bzw. Zugänge vorgesehen sein. Bevorzugt ist eine
axiale Trennwand 55 in dem Zugang 51 vorgesehen, durch die Teilkanäle 56 und 57 gebildet
sind. Dies erleichtert den Einfüllvorgang, indem durch den ersten Teilkanal 56 aushärtbares
Material 50 zugeführt wird und die dadurch aus dem Hohlraum 45 verdrängte Luft durch
den zweiten Teilkanal 57 leicht entweichen kann.
[0030] Als aushärtbares Material kann besonders bevorzugt ein thermisch, chemisch und/oder
optisch aushärtbares Material, wie beispielsweise ein UV-aushärtender Epoxidharz-Kleber
verwendet werden, wobei der Manschettenbereich 42 zumindest im Bereich des Hohlraums
45 UV-Licht durchlässig ausgeführt ist.
[0031] Vor Zufuhr von aushärtbarem Material wird bzw. werden ein oder mehrere Abstandshalter
60 in den Zwischenraum 62 zwischen der Funktionsfläche 36 und der zugewandten Fläche
20 eingebracht, um ein gewünschtes Abstandsmaß bzw. einen Spalt 40 zwischen diesen
Flächen zu definieren und um so eine Sollposition der Funktionsfläche präzise einzustellen.
Der Abstandshalter 60 kann aus einer mehrteiligen Schablone bestehen, die nach erfolgter
Aushärtung des Materials 50 wieder entnommen wird.
[0032] Mit zusätzlicher Bezugnahme auf Figur 3 werden zusammenfassend die wesentlichen Verfahrensschritte
zum Einstellen eines gewünschten Spaltmaßes 70 des Spalts 40 (Figur 2) erläutert.
In einem ersten Verfahrensschritt S1 wird ein Manschettenrohling (25'), der im Wesentlichen
wie die zuvor beschriebene Manschette ausgebildet ist, in beschriebener Weise montiert,
also zumindest mit dem Laugenbehälter 10 bzw. dem Randbereich der in diesem gebildeten
Durchgangsöffnung 12 verbunden.
[0033] Im anschließenden Verfahrensschritt S2 wird der Manschettenbereich 42 (Figur 2),
in dem der bzw. die zuvor erläuterten Hohlräume 45 vorgesehen ist bzw. sind, beispielsweise
unter Verwendung eines Abstandshalters 60 in Relation zu der Fläche 20 ausgerichtet
und beabstandet. Anschließend wird wie beschrieben in den Hohlraum 45 bzw. in die
Hohlräume ein aushärtbares Material derart eingebracht, dass die Funktionsfläche 36
in Bezug auf die zugewandte Fläche 20 der Wäschetrommel 13 eine vorgegebene Sollposition
64 einnimmt. Die Sollposition kann wie in Figur 2 gezeigt die direkte Anlage an der
frontseitig orientierten Anlagefläche 65 des Abstandshalters 60 sein.
[0034] Anschließend wird in einem Verfahrensschritt S3 so viel aushärtbares Material 50
in den Hohlraum 45 eingebracht, dass die Funktionsfläche 36 in gewünschte Anlage und
Form in Bezug auf den Abstandshalter 60 kommt. Dann wird das aushärtbare Material
wie zuvor beschrieben durch geeignete Behandlung ausgehärtet und nach erfolgter Aushärtung
und der damit bewirkten dauerhaften Positionierung der Funktionsfläche 36 in Bezug
auf die zugewandte Fläche 20 bzw. die Wäschetrommel 13 der Abstandshalter 60 wieder
entfernt (Verfahrensschritt S4).
[0035] Bei einer mithilfe der Figur 4 illustrierten Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens
wird auf einen Abstandshalter verzichtet, indem zunächst die Funktionsfläche 36 in
direkte Anlage zu der korrespondierenden zugewandten Fläche 20 gebracht wird (oberer
Teil der Figur 4). Dazu kann beispielsweise die Wäschetrommel 13 in Pfeilrichtung
A in axialer Richtung (in geringen Grenzen) verschiebbar bzw. einstellbar gelagert
sein. Anschließend wird das aushärtbare Material wie beschrieben in den oder die Hohlräume
45 eingebracht und ausgehärtet. Nach Aushärtung wird die Wäschetrommel 13 in Pfeilrichtung
B axial definiert zurück verschoben und in der final gewünschten Axialposition fixiert,
so dass sich durch die nunmehr dauerhaft fixierte Funktionsfläche 36 deren gewünschter
Abstand bzw. das gewünschte Spaltmaß 70 des Spalts 40 einstellt (unterer Teil der
Figur 4).
Bezugszeichen
[0036]
- 1
- Wäschebehandlungsmaschine
- 2
- Beschickungsöffnung
- 3
- Frontseite
- 4
- Gehäuse
- 6
- Tür
- 7
- Bullauge
- 10
- Laugenbehälter
- 11
- Stirnseite
- 12
- Durchgangsöffnung
- 13
- Wäschetrommel
- 14
- Längsachse
- 15
- Wäschetrommelfrontseite
- 16
- Beschickungsöffnung
- 18
- Öffnungsrand
- 20
- frontseitige Fläche
- 24
- Beschickungskanal
- 25
- Manschette
- 25'
- Manschettenrohling
- 26
- mittlerer Bereich der Manschette
- 28
- innerer Bogen
- 29
- Innenfläche
- 30
- gehäusenaher Endbereich
- 32
- Rand
- 34
- laugenbehälternaher Endbereich
- 35
- Randbereich
- 36
- Funktionsfläche
- 40
- Spalt
- 42
- Manschettenbereich
- 45
- Hohlraum
- 46
- Außenwand
- 50
- aushärtbares Material
- 51
- Zugang
- 52
- Einfüllstutzen
- 53
- Umfang
- 55
- Trennwand
- 56, 57
- Teilkanäle
- 60
- Abstandshalter
- 62
- Zwischenraum
- 64
- Sollposition
- 64'
- Sollposition
- 65
- Anlagefläche
- 70
- Spaltmaß
- A
- Pfeilrichtung
- B
- Pfeilrichtung
- S1
- Verfahrensschritt
- S2
- Verfahrensschritt
- S3
- Verfahrensschritt
- S4
- Verfahrensschritt
1. Manschette (25) für ein Wäschebehandlungsgerät (1), das ein Gehäuse (4) und einen
darin enthaltenen Laugenbehälter (10) mit einer darin drehbar angeordneten Wäschetrommel
(13) aufweist,
- mit einem Manschettenbereich (42) mit einer Funktionsfläche (36), die in Einbaulage
unter Bildung eines Spaltes (40) zu einer ihr zugewandten Fläche (20) der Wäschetrommelfrontseite
(15) positioniert ist,
- wobei die Manschette (25) einen Beschickungskanal (24) zwischen einer gehäuseseitigen
Beschickungsöffnung (2) und einer laugenbehälterseitigen Durchgangsöffnung (12) bildet,
dadurch gekennzeichnet,
- dass der Manschettenbereich (42) zumindest einen inneren Hohlraum (45) aufweist, der sich
in Umfangsrichtung erstreckt und zumindest teilweise flexibel ausgestaltet ist, und
- dass mindestens ein Zugang (51) in den Hohlraum (45) mündet.
2. Manschette nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Zugang (51) radial vom äußeren Umfang (53) eines laugenbehälternahen Endbereichs
(34) der Manschette (25) in den Hohlraum (45) führt.
3. Manschette nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Zugang (51) zwei Teilkanäle (56, 57) umfasst, von denen ein Teilkanal (56) zur
Zufuhr von Material (50) in den Hohlraum (45) und der andere Teilkanal (57) zur Entlüftung
des Hohlraums (45) dient.
4. Manschette nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Funktionsfläche (36) eine Außenfläche einer flexiblen Außenwand (46) des Hohlraums
(45) ist.
5. Manschette nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
in den Hohlraum (45) ein aushärtbares Material (50), insbesondere ein Epoxid basierter
Kleber, eingebracht ist.
6. Manschette nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
in den Hohlraum (45) ein UV-aushärtbarer Epoxid basierter Kleber eingebracht ist und
der Manschettenbereich (42) zumindest im Bereich des Hohlraums UV-Licht durchlässig
ausgebildet ist.
7. Wäschebehandlungsgerät (1) mit
- einem Gehäuse (4), einem Laugenbehälter (10), in dem eine Wäschetrommel (13) drehbar
angeordnet ist, und einer Manschette (25), die einen Beschickungskanal (24) bildet,
der von einer Beschickungsöffnung (2) in der Frontseite des Gehäuses (4) zu einer
frontseitigen Durchgangsöffnung (12) des Laugenbehälters (10) führt, und die einen
Manschettenbereich (42) mit einer Funktionsfläche (36) aufweist, die durch einen Spalt
(40) zu einer ihr zugewandten Fläche (20) der Wäschetrommelfrontseite (15) beabstandet
ist,
dadurch gekennzeichnet dass,
- die Manschette (25) nach einem der Ansprüche 1 bis 5 ausgebildet ist.
8. Verfahren zum Einstellen eines Spaltmaßes (70) zwischen einer Funktionsfläche (36)
einer Manschette (25) eines Wäschebehandlungsgeräts (1) und einer der Funktionsfläche
(36) zugewandten Fläche (20) einer Wäschetrommelfrontseite (15), bei dem,
- ein Manschettenrohling (25') mit einem Manschettenbereich (42) verwendet wird, in
dem zumindest ein innerer, sich in Umfangsrichtung erstreckender und zumindest teilweise
flexibler Hohlraum (45) vorgesehen ist,
- der Manschettenrohling (25') mit einem Endbereich (34) mit dem Laugenbehälter (10)
verbunden wird,
- in den Hohlraum (45) ein aushärtbares Material (50) derart eingebracht wird, dass
die Funktionsfläche (36) in Bezug auf die zugewandte Fläche (20) der Wäschetrommelfrontseite
(15) eine vorgegebene Sollposition (64) einnimmt, und
- anschließend das aushärtbare Material (50) ausgehärtet wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Sollposition (64) durch mindestens einen zwischen der Funktionsfläche (36) und
der dieser zugewandten Fläche (20) der Wäschetrommelfrontseite (15) eingebrachten
Abstandshalter (60) definiert wird.
10. Verfahren nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Sollposition (64') durch Positionierung der Wäschetrommel (13) definiert wird
und die Wäschetrommel (13) nach Aushärten des Materials (50) axial um das gewünschte
Spaltmaß (70) von der Funktionsfläche (36) entfernt wird.