[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Strahlregler für eine Armatur.
[0002] Ein Strahlregler wird am Auslauf eines Wasserhahns angebracht und dient zur Formung
des Wasserstrahls. Er ist somit maßgeblich für die wahrnehmbaren Eigenschaften des
austretenden Wasserstrahls verantwortlich und soll unter anderem ein Spritzen beim
Austreten des Wasserstrahls verhindern.
[0003] Am Markt bekannt sind unter anderem auch Armaturen, die neben normalem Mischwasser
(warm/kalt) auch kochendes Wasser ausgeben können. Hierzu wird siedend heißes Wasser
unter Druck in einem Heißwasserbereiter vorgehalten und kann über die Armatur ausgegeben
werden. Beim Austreten aus dem Auslauf der Armatur entspannt das siedend heiße Wasser,
sodass das Wasser idealerweise sprudelnd kochend austritt. Das beim Entspannen des
kochend heißen Wassers entstehende Gas (Wasserdampf) führt jedoch dazu, dass der Wasserstrahl
ungleichmäßig und unter starkem Spritzen austritt. Dies kann durch herkömmliche Strahlregler
nicht unterbunden werden. Um ein Spritzen des kochend heißen Wassers beim Austreten
zu verhindern, muss die Temperatur des Wassers gesenkt werden, was wiederum bei einer
Armatur zur Bereitstellung von kochend heißem Wasser unerwünscht ist.
[0004] Eine Aufgabe der Erfindung besteht daher darin, einen Strahlregler anzugeben, der
zur Ausgabe von kochendem Wasser geeignet ist.
[0005] Die Aufgabe wird gelöst durch die Merkmale des Anspruchs 1. Vorteilhafte Ausgestaltungen
sind den abhängigen Ansprüchen zu entnehmen.
[0006] Bei einem Strahlregler für eine Armatur zur Ausgabe von kochendem Wasser, welcher
ein im Wesentlichen zylindrisches Gehäuse mit einer Einlassöffnung und einer Auslassöffnung
besitzt, ist erfindungsgemäß ein im Bereich der Einlassöffnung angeordneter Drallerzeugungsabschnitt
mit einer im Wesentlichen schraubenlinienförmig verlaufenden Strömungsführung zur
rotatorischen Beschleunigung eines durchfließenden Wasserstroms, eine auf den Drallerzeugungsabschnitt
folgende Entspannungszone, in welcher der rotatorisch beschleunigte Wasserstrom unter
Fliehkraftwirkung im Bereich der Gehäuseinnenwand fließen kann, und ein Führungsabschnitt,
in welchem die Rotationsbewegung des Wasserstroms abgebremst und dieser in Längsrichtung
geführt wird, vorgesehen.
[0007] Beim Austritt des rotatorisch beschleunigten Wasserstrahls aus dem Drallerzeugungsabschnitt
findet die Entspannung (Druckabfall) statt und Wasser verdampft - es tritt gasförmiger
Wasserdampf aus. Aufgrund der Fliehkraftwirkung bleibt das Fluid in der anschließenden
Entspannungszone nahe der Gehäuseinnenwand und das austretende Gas wird nach innen
gedrückt. Durch diesen Zykloneffekt kommt es somit zu einer Fluid/Gas-Trennung und
die Gasphase kann über den Innenbereich getrennt abgeführt werden bzw. austreten.
Aufgrund der Fluid/Gas-Trennung kann die Austrittsgeschwindigkeit des Wasserstrahls
deutlich verringert werden. Es entstehen keine Gasblasen im Endbereich des Strahlreglers
mehr, wodurch der Wasserstrahl deutlich weniger spritzt.
[0008] Untersuchungen der Anmelderin haben darüber hinaus zu der überraschenden Erkenntnis
geführt, dass der erfindungsgemäße Strahlregler auch hervorragend geeignet ist, um
mit Kohlensäure angereichertes Wasser ("Sprudelwasser") auszugeben. Bei der Ausgabe
von derartigem, kohlensäurehaltigem Wasser entsteht beim Entspannen ebenfalls Gas
in Form von aus dem Wasser austretendenden CO
2. Hierbei besteht jedoch gegenüber der Fluid/Gas-Trennung bei kochendem Wasser eine
gegenteilige Anforderung, nämlich den Austritt von CO
2 möglichst gering zu halten, sodass mehr im Wasser gelöstes CO
2 im Trinkgefäß des Benutzers ankommt. Hier hat sich nun herausgestellt, dass der Druckabfall
im Drallerzeugungsabschnitt sehr schonend für das im Wasser gelöste CO
2 geschieht, wodurch der CO
2-Gehalt im Sprudelwasser nach Untersuchungen der Anmelderin um etwa 30 % gesteigert
werden kann.
[0009] Als besonders vorteilhaft erweist sich auch, dass der erfindungsgemäße Strahlregler
besonders kompakt gebaut werden kann. Für eine Durchflussmenge von immerhin 2,5 bis
3 l/min bei ca. 105°C kann der erfindungsgemäße Strahlregler mit einem Außendurchmesser
von gerade mal zwischen 11 und 13 mm ausgelegt werden. Dies ermöglicht insbesondere,
den Strahlregler als inneren Strahlregler in einer konzentrischen Anordnung einer
Multifunktionsarmatur einzusetzen, bei der um den inneren Strahlregler herum in einem
Außenring eine weitere, getrennte Wasserausgabeöffnung beispielsweise für Brauch-
bzw. Mischwasser angeordnet werden kann.
[0010] Bei einer Weiterbildung der vorliegenden Erfindung besitzt der Strahlregler einen
im Bereich der Auslassöffnung angeordneten Laminarstrahlreglerabschnitt, der ausgebildet
ist, den Wasserstrom als laminaren Strahl auszugeben. Ein derartige Laminarstrahlregler,
der hier in Kombination mit der erläuterten Zyklon-Bauform zum Einsatz kommen kann,
ist für herkömmliche Armaturen hinlänglich bekannt. Ein solcher Laminarstrahlreglerabschnitt
kann beispielsweise durch eine Vielzahl nebeneinander angeordneter, in axialer Richtung
verlaufender Strömungskanäle ausgebildet sein. Durch diesen auslassseitigen Abschnitt
strömt der laminare Wasserstrahl ohne spürbaren Druck aus, sodass kein Spritzen des
Wassers auftritt. Andere Bauformen für einen Laminarstrahlregler, wie etwa eine Gitter-
oder Siebanordnungen, Lochscheibenanordnung oder dergleichen kann gleichermaßen für
den Laminarstrahlreglerabschnitt in Betracht
[0011] Der Führungsabschnitt weist bei einer bevorzugten Ausführungsform mehrere an der
Gehäuseinnenwand angeordnete, vorzugsweise in ihrer Radialerstreckung in Strömungsrichtung
sich verbreiternde Längsrippen auf. Durch diese Längsrippen findet eine schrittweise
Abbremsung der Rotationsbewegung des Wasserstroms statt und dieser wird in axialer
Richtung, dem Rippenverlauf folgend, geführt, vorzugsweise bis zu dem Laminarstrahlreglerabschnitt.
[0012] Vorzugsweise ist die Entspannungszone als eine freie Zone ausgebildet, in welcher
der rotatorisch beschleunigte Wasserstrom unter Fliehkraftwirkung entlang der Gehäuseinnenwand
fließen kann. Möglich ist natürlich auch, dass die genannten Rippen aus dem nachfolgenden
Führungsabschnitt sich unter weiterer Verjüngung ihrer Radialerstreckung bis in die
Entspannungszone erstrecken. In diesem Fall könnte der Wasserstrom zwar nicht vollständig
entlang der Gehäuseinnenwand fließen und würde bereits in der Entspannungszone im
Randbereich geringfügig abgebremst - die Funktion des Strahlreglers und vor allem
der Entspannungszone, in der sich eine Zyklonströmung ausbilden kann, wäre jedoch
weiterhin gegeben.
[0013] Bei einer anderen Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass in der freien
Zone des Strahlreglers ein Gasabführrohr mündet. Durch dieses kann das bei der Entspannung
des unter Druck stehenden, kochenden Wassers austretende Gas/Wasserdampf gezielt abgeführt
werden. Das Gasabführrohr kann hierbei beispielsweise in axialer Richtung mittig durch
den Strahlregler bis zu der Auslassöffnung verlaufen, sodass der entstehende Wasserdampf
achsmittig im Bereich der Auslassöffnung des Strahlreglers austritt, während der Wasserstrahl
in einem äußeren Ringbereich der Auslassöffnung ausströmt.
[0014] Alternativ kann das Gasabführrohr auch quer durch die Entspannungszone bis zu der
Gehäuseinnenwand und von dort in axialer Richtung bis zu der Auslassrichtung verlaufen.
In diesem Fall wird der Wasserdampf in einem Randbereich des Strahlreglers ausgegeben.
[0015] Bei einer weiteren Ausführungsform kann vorgesehen sein, dass in einem Bereich oberhalb
der freien Zone ein oder mehrere radial in Richtung der Gehäuseinnenwand verlaufende
und von dort entlang oder innerhalb der Gehäuseinnenwand bis zu der Auslassöffnung
führende Gasabführkanäle vorgesehen sind. Bei dieser Ausführungsform wird der entstehende
Wasserdampf somit zunächst (mit oder ohne axiales Gasabführrohr) entgegen der Strömungsrichtung
des Wasserstrahls nach oben hin geleitet und von dort am Rande des Strahlreglers zu
dessen Auslassöffnung.
[0016] Bei einer bevorzugten Ausbildung kann der Drallerzeugungsabschnitt durch mindestens
einen im Wesentlichen schraubenlinienförmig verlaufenden Strömungskanal ausgebildet
sein. Beim Durchströmen des schraubenlinienförmigen Strömungskanals wird der Wasserstrom
rotatorisch beschleunigt. Beim Austreten aus dem Drallerzeugungsabschnitt findet die
Entspannung statt. Aufgrund des durch die Schraubenlinienform erzeugten Dralls im
Wasserstrom entsteht eine Zyklonströmung im Bereich der Innenwand des Strahlreglers,
während das entstehende Gas nach innen gedrückt wird.
[0017] Bei einer alternativen Ausführungsform kann der Drallerzeugungsabschnitt auch durch
mehrere schraubenlinienförmig verlaufende Leitschaufeln ausgebildet sein. Durch diese
kann in ähnlicher Weise eine zyklonförmige Strömung des Wasserstrahls erzeugt werden.
[0018] Der zuvor beschriebene Strahlregler findet erfindungsgemäß Verwendung in einer Armatur
zur Ausgabe von kochendem Wasser und/oder von CO
2-haltigem Wasser. Insbesondere kann der Strahlregler in Armaturen mit unterschiedlichen
Wasserausgabe-Funktionen - sogenanntem funktionalen Wasser - eingesetzt werden. Über
eine solche Armatur kann elektronisch gesteuert wahlweise z.B. normales Mischwasser,
kochendes Wasser, CO
2-angereichertes Wasser oder gefiltertes, gekühltes Wasser, gegebenenfalls auch mit
Aromazusätzen angereichertes Wasser ausgegeben werden.
[0019] Darüber hinaus betrifft die vorliegende Erfindung eine Armatur zur Ausgabe von kochendem
Wasser und/oder CO
2-haltigem Wasser mit einem Auslauf und einem am Auslauf angeordneten Mündungsstück,
wobei in das Mündungsstück ein Strahlregler der erfindungsgemäßen Art eingesetzt ist.
[0020] Bei einer bevorzugten Ausführungsform kann die Armatur zur wahlweisen Ausgabe von
kochendem Wasser und von Mischwasser ausgebildet sein, wobei der Auslauf einen inneren
Strömungsweg für das kochende Wasser und einen konzentrisch um den inneren Strömungsweg
verlaufenden äußeren Strömungsweg aufweist, und bei dem das Mündungsstück als ersten,
inneren Strahlregler einen Strahlregler der erfindungsgemäßen Art aufnimmt, derart,
dass dieser in fluidleitender und gegenüber dem äußeren Strömungsweg dichten Verbindung
mit dem inneren Strömungsweg steht. Somit kann kochendes Wasser aus dem inneren Strömungsweg
durch den erfindungsgemäßen Strahlregler ausfließen, während Mischwasser über den
äußeren Strömungsweg geleitet wird und in einem ringförmigen Bereich um den inneren
Strahlregler austritt. Hierzu kann insbesondere das Mündungsstück konzentrisch um
den inneren, ersten Strahlregler einen äußeren, zweiten Strahlregler aufweisen, der
ringförmig um den ersten Strahlregler angeordnet ist, und der mit dem äußeren Strömungsweg
in fluidleitender und gegenüber dem inneren Strömungsweg dichten Verbindung steht.
Besonders vorteilhaft ist es hierbei, wenn der innere, erste Strahlregler nach unten
über den äußeren, zweiten Strahlregler hinausragt, beispielsweise um einen Überstand
von 2 bis 6 mm. Durch diese konstruktive Maßnahme wird sichergestellt, dass kein kochendes
Wasser aus dem inneren Strömungsweg in den äußeren Strömungsweg gelangt und dort verbleiben
kann. Es besteht damit nicht die Gefahr, dass sich ein Benutzer bei der Ausgabe von
normalem Mischwasser verbrühen könnte, wenn kurz zuvor kochendes Wasser bezogen wurde.
[0021] Alternativ können die Strömungswege für Brauchwasser und Kochendwasser auch seitlich
nebeneinander angeordnet sein. Somit ergibt sich ein Doppelauslauf mit zwei parallelen
Strömungswegen.
[0022] Weitere Vorteile und Eigenschaften der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus der
nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen anhand der Figuren. Es zeigt:
- Figur 1
- eine isometrische Ansicht eines Strahlreglers in einem ersten Ausführungsbeispiel,
- Figur 2
- einen Schnitt in axialer Richtung durch den Strahlregler aus Figur 1,
- Figur 3
- einen geschnittenen Strahlregler in einem zweiten Ausführungsbeispiel,
- Figur 4
- eine Ansicht des geschnittenen Strahlreglers aus Figur 3 in einer anderen Ansicht,
- Figur 5
- eine isometrische Ansicht eines Strahlreglers in einem dritten Ausführungsbeispiel,
- Figur 6
- einen Schnitt durch den Strahlregler aus Figur 5,
- Figur 7
- eine isometrische Darstellung eines Strahlreglers in einem vierten Ausführungsbeispiel,
- Figur 8
- eine geschnittene Ansicht des Strahlreglers aus Figur 7
- Figur 9
- eine Seitenansicht einer Multifunktionsarmatur mit integriertem Strahlregler für Kochendwasser
und
- Figur 10
- eine Schnittansicht durch das Mündungsstück des Multifunktionsarmatur aus Figur 9.
[0023] Der in Figur 1 gezeigte Strahlregler 1 umfasst ein zylindrisches Gehäuse 2 mit einer
Einlassöffnung 3 und einer Auslassöffnung 4. Im Bereich der Einlassöffnung 3 befindet
sich ein Kragen 5, der zur Montage des Strahlreglers 1 dient. Im Bereich der Auslassöffnung
4 ist in Form einer gitterartigen Anordnung ein Laminarstrahlreglerabschnitt 10 zu
erkennen.
[0024] Der innere Aufbau des Strahlreglers 1 ist in der geschnittenen Ansicht der Figur
2 näher dargestellt. Im Bereich des Kragens 5 befindet sich ein Drallerzeugungsabschnitt
7 mit insgesamt vier, in Form einer mehrgängigen Helix, angeordneter, schraubenlinienförmig
verlaufender Strömungskanäle 7a, 7b, 7c, 7d, die jeweils um 180°, das heißt einen
halben Gewindegang, entlang der Innenwand des zylindrischen Strahlreglergehäuses 2
verlaufen. Im Übrigen ist die Einlassöffnung im Bereich des Drallerzeugungsabschnitts
7 verschlossen, sodass der Wasserstrom durch die vier Strömungskanäle 7a bis 7d strömen
muss und dabei rotatorisch beschleunigt wird. Am Austritt der schraubenlinienförmig
verlaufenden Strömungskanäle 7a, 7b, 7c, 7d befindet sich innerhalb des zylindrischen
Gehäuses 2 eine freie Zone 8. In dieser freien Zone 8 findet eine Entspannung des
unter Druck stehenden Flüssigkeitsstroms statt. Gleichzeitig strömt der Wasserstrom
unter Fliehkraftwirkung entlang der Gehäuseinnenwand des zylindrischen Gehäuses 2.
Es bildet sich eine Zyklonströmung aus, sodass bei der Entspannung austretender Wasserdampf
nach innen ins Zentrum der freien Zone 8 gedrückt wird.
[0025] An die freie Zone 8 schließt sich in axialer Richtung ein Führungsabschnitt 9 an,
in welchem die Rotationsbewegung des Wasserstroms abgebremst und dieser in Längsrichtung
geführt wird. Die Führungszone 9 ist geprägt durch eine Mehrzahl an der Gehäuseinnenwand
angeordneter Längsrippen 9a, die sich in radialer Richtung erstrecken und deren in
radialer Richtung gemessene Breite in axialer Richtung zu der Auslassöffnung 4 hin
zunimmt. Die Längsrippen 9a stellen somit ein in axialer Richtung zunehmendes Hindernis
für die Rotationsbewegung des Wasserstroms dar, wodurch dieser abgebremst und in Längsrichtung
geführt wird.
[0026] Die Längsrippen 9a enden an einem ringförmigen Verbindungssteg 9b, der einen Innenbereich
freilässt und umschließt. Dieser Innenbereich dient dazu, dass das in der freien Zone
8 gebildete und nach innen gedrückte Wassergas nach unten in Richtung der Auslassöffnung
4 entweichen kann. Die durch den Führungsabschnitt 9 in Längsrichtung gelenkte Wasserströmung
durchfließt den Ringraum zwischen dem ringförmigen Verbindungsstück 9b und der Gehäuseinnenwand.
[0027] An den Führungsabschnitt schließt sich der Laminarstrahlreglerabschnitt 10 an, der
eine Mehrzahl in axialer Richtung verlaufender Strömungskanäle 10a aufweist, die durch
strahlförmig und kreisförmig verlaufende Trennstege 10b voneinander getrennt sind.
Die Wasserströmung verläuft durch die radial gesehenen äußeren Strömungskanäle 10a,
während das unter Druck stehende Wassergas/Dampf vor allem durch einen mittig verlaufenden
Kanal 10c austritt.
[0028] Durch die Entspannung in der freien Zone 8 kühlt sich das heiße Wasser rapide auf
unter 100°C ab und erreicht Umgebungsdruck, da die nachfolgenden Gleichrichter- und
Laminarstrahlreglerabschnitte 8, 10 nur minimalen Druckabfall verursachen. Dadurch
entstehen nach der freien Zone 8 nur noch sehr wenige Gasblasen im Fluid (Wasser).
Das Fluid wird deshalb nicht mehr zusätzlich beschleunigt und/oder unruhig und tritt
als weicher, laminarer Strahl aus.
[0029] In den Figuren 3 und 4 ist ein zweites Ausführungsbeispiel eines Strahlreglers gezeigt.
In den Ausführungsbeispielen werden gleiche und gleichwirkende Elemente mit gleichen
Bezugszeichen bezeichnet.
[0030] Wie im ersten Ausführungsbeispiel auch besitzt er Strahlregler 1 einen Drallerzeugungsabschnitt
7 mit mehreren schraubengangförmig verlaufenden Strömungskanälen 7a bis 7d und eine
an dem Drallerzeugungsabschnitt 7 angrenzende freie Zone 8, in der sich die durch
unter Druck stehende Flüssigkeit entspannt. An die freie Zone 8 schließt sich der
Führungsabschnitt 9 mit den Längsrippen 9a an, sowie der Laminarstrahlreglerabschnitt
10 mit seinen in axialer Richtung verlaufenden Strömungskanälen 10a. Im Gegensatz
zum ersten Ausführungsbeispiel ist zusätzlich ein Gasabführrohr 11 vorgesehen, welches
in der freien Zone 8 mündet. Durch dieses Gasabführrohr 11, welches mittig in axialer
Richtung bis zu der Auslassöffnung 4 verläuft, kann in der freien Zone entweichendes
Gas/Dampf kontrolliert abgeführt werden.
[0031] Das getrennte Gas kann über das Gasabführrohr schneller angeführt werden und dadurch
kann die große Volumenzunahme beim Verdampfen des Wassers sehr effizient abgeführt
werden, ohne das Fluid zu beschleunigen. Dies reduziert ein Spritzen von Wasser, welches
gegebenenfalls zusammen mit dem unter Druck austretenden Gas ausgestoßen werden könnte.
[0032] In den Figuren 5 und 6 ist ein drittes Ausführungsbeispiel gezeigt, bei welchem im
Unterschied zum zweiten Ausführungsbeispiel das in der freien Zone 8 mündende Gasabführrohr
sich in drei Teilrohre 11a, 11b, 11c verzweigt, die quer durch die freie Zone 8 bis
zu der Gehäuseinnenwand und von dort entlang der Gehäuseinnenwand in axialer Richtung
bis zu der Auslassöffnung 4 verlaufen. Auf diese Weise wird das unter Druck stehende
Gas nicht mittig aus der Auslassöffnung 4 des Strahlreglers ausgestoßen, sondern über
drei separate im Randbereich des Strahlreglers angeordnete Gasauslassöffnungen.
[0033] Schließlich ist in den Figuren 7 und 8 ein viertes Ausführungsbeispiel gezeigt. Dieses
unterscheidet sich von den zuvor gezeigten Ausführungsbeispielen dadurch, dass statt
eines Gasabführrohres mittig im Bereich des Drallerzeugungsabschnittes eine nach oben
führende Gasabführöffnung 12 vorhanden ist, welche über vier oberhalb des Drallerzeugungsabschnittes
sternförmig verlaufende Kanäle 12a bis 12d mit vier seitlichen Wandkanälen 13a bis
13d verbunden ist. Die Gasabführung erfolgt hierbei nach oben, seitlich und anschließend
über die Wandkanäle 13a bis 13d in Richtung der Austrittsöffnung 4. Außerdem weist
das ansonsten zylindrische Gehäuse 2 anstelle eines Kragens 5 eine gestufte Form auf,
mit einem oberen, im Durchmesser vergrößerten Bereich 2a, der sich in einer Stufe
2b verjüngt. Die Stufenform dient hierbei anstelle eines Kragens 5 wie in den vorangegangenen
Ausführungsbeispielen der Montage des Strahlreglers 1.
[0034] Ein Ausführungsbeispiel einer Multifunktionsarmatur ist in Figur 9 wiedergegeben.
Die dort gezeigte Armatur 20 weist einen Armaturenkörper 21 mit integriertem Mischventil
auf, welches über einen seitlich am Armaturenkörper 21 angebrachten Bedienhebel 22
in der Art eines Einhebelmischers betätigt wird, um Kalt-, Warm- oder Mischwasser
auszugeben. Auf der gegenüberliegenden Seite des Armaturengehäuses 21 befindet sich
ein weiteres Bedienelement 23, welches als elektrischer Dreh-/Tippschalter ausgebildet
ist. Über diesen können weitere Funktionen der Armatur 20 gesteuert werden, etwa die
Ausgabe von Kochendwasser aus einem separaten, an die Armatur angeschlossenen Kochendwasserbereiter,
die Ausgabe von gekühltem und/oder mit CO
2 angereichertem Wasser oder die Ausgabe von gefiltertem Trinkwasser.
[0035] An den Armaturenkörper 21 schließt sich nach oben hin ein Auslauf 24 an, der bogenförmig
bis zu einem Mündungsstück 25 verläuft. Über den Auslauf 24 werden sowohl Mischwasser
als auch "funktionales Wasser" wie etwas Kochendwasser oder CO
2-angereichertes Wasser ausgegeben. Zu diesem Zweck verfügt der Auslauf über zwei koaxial
angeordnete Strömungswege 26, 27, nämlich wie in Figur 10 dargestellt einen inneren
Strömungsweg 26 für "funktionales Wasser" und einen äußeren Strömungsweg 27 für normales
Brauch- bzw. Mischwasser. Der innere Strömungsweg 26 wird dabei von einem im Inneren
des Auslaufs 24 verlaufenden Innenrohrs oder -schlauchs 28 gebildet.
[0036] In das Mündungsstück 25 sind konzentrisch zwei Strahlregler 1, 29 eingesetzt. Der
innere Strahlregler 1 ist mit dem ersten Strömungsweg 26 bzw. dem Innenrohr 28 fluidleitend
verbunden. Die Verbindung 30 zwischen Innenrohr 28 und Strahlregler 1 kann hierbei
etwa durch eine Schraubverbindung oder eine Quetschverbindung realisiert werden. In
Figur 10 ist der innere Strahlregler 1 lediglich schematisch dargestellt, ist jedoch
in der zuvor erläuterten Bauart mit einem Drallerzeugungsabschnitt 7, einer Entspannungszone
8 und einen Führungsabschnitt 9 versehen.
[0037] Der äußere, ringförmig um den inneren Strahlregler 1 angeordnete äußere Strahlregler
29 ist mit dem äußeren Strömungsweg 27 fluidleitend verbunden und wird somit bei der
Ausgabe von Brauchwasser bzw. Mischwasser über den Einhebelmischer 22 durchströmt.
Zwischen innerem und äußerem Strömungsweg 26, 27 besteht keine fluidische Verbindung.
Außerdem steht der innere Strahlregler 1 einige Millimeter nach unten über das Mündungsstück
25 hinaus. Auf diese Weise wird verhindert, dass kochendes Wasser aus dem inneren
Strömungsweg 26 in den äußeren Strömungsweg 27 gelangt und dort verbleiben könnte.
Somit besteht keine Verbrühungsgefahr, wenn ein Benutzer sich beispielsweise nach
einem Bezug von Kochendwasser mit Mischwasser die Hände waschen möchte.
1. Strahlregler für eine Armatur zur Ausgabe von kochendem Wasser und/oder CO
2-haltigen Wasser, mit einem im Wesentlichen zylindrischen Gehäuse (2), welches eine
Einlassöffnung (3) und eine Auslassöffnung (4) besitzt,
gekennzeichnet durch
- einen im Bereich der Einlassöffnung (3) angeordneten Drallerzeugungsabschnitt (7)
mit einer im Wesentlichen schraubenlinienförmig verlaufenden Strömungsführung (7a-7d)
zur rotatorischen Beschleunigung eines durchfließenden Wasserstroms,
- eine auf den Drallerzeugungsabschnitt (7) folgende Entspannungszone (8), in welcher
der rotatorisch beschleunigte Wasserstrom unter Fliehkraftwirkung im Bereich der Gehäuseinnenwand
fließen kann, und
- einen Führungsabschnitt (9), in welchem die Rotationsbewegung des Wasserstroms abgebremst
und dieser in Längsrichtung geführt wird.
2. Strahlregler nach Anspruch 1, bei dem der Führungsabschnitt mehrere an der Gehäuseinnenwand
angeordnete, vorzugsweise in ihrer Radialerstreckung in Strömungsrichtung sich verbeiternder
Längsrippen aufweist
3. Strahlregler nach Anspruch 1 oder 2, mit einem im Bereich der Auslassöffnung (4),
hinter dem Führungsabschnitt (8) angeordneten LaminarStrahlreglerabschnitt (10), der
ausgebildet ist, den Wasserstrom als laminaren Strahl auszugeben.
4. Strahlregler nach einem der vorangehenden Ansprüche, bei dem in der freien Entspannungszone
ein Gasabführrohr (11) mündet.
5. Strahlregler nach Anspruch 4, bei dem das Gasabführrohr (11) in axialer Richtung mittig
durch den Strahlregler bis zu der Auslassöffnung (4) verläuft.
6. Strahlregler nach Anspruch 4, bei der das Gasabführrohr (11) quer durch die Entspannungszone
bis zu der Gehäuseinnenwand und von dort in axialer Richtung bis zu der Auslassöffnung
(4) verläuft.
7. Strahlregler nach einem der vorangehenden Ansprüche, in einem Bereich oberhalb der
freien Entspannungszone (8) ein oder mehrere radial in Richtung der Gehäuseinnenwand
verlaufende und von dort entlang oder innerhalb der Gehäuseinnenwand bis zu der Auslassöffnung
(4) führende Gasabführkanäle (12a-12d) vorgesehen sind.
8. Strahlregler nach einem der vorangehenden Ansprüche, bei dem der Drallerzeugungsabschnitt
(7) mindestens einen im Wesentlichen schraubenlinienförmig verlaufenden Strömungskanal
(7a-7d) aufweist.
9. Strahlregler nach einem der vorangehenden Ansprüche, bei dem der Drallerzeugungsabschnitt
(7) mehrere schraubenlinienförmig verlaufende Leitschaufeln aufweist.
10. Verwendung eines Strahlreglers nach einem der vorangehenden Ansprüche in einer Armatur
zur Ausgabe von kochendem Wasser und/oder CO2-haltigen Wasser.
11. Armatur zur Ausgabe von kochendem Wasser und/oder CO2-haltigem Wasser mit einem Auslauf (24) und einem am Auslauf (24) angeordneten Mündungsstück
(25), wobei in das Mündungsstück (25) ein Strahlregler (1) nach einem der vorangehenden
Ansprüche eingesetzt ist.
12. Armatur zur wahlweisen Ausgabe von kochendem Wasser und von Mischwasser mit einem
Auslauf (24) und einem am Auslauf (24) angeordneten Mündungsstück (25), wobei in das
Mündungsstück (25) ein Strahlregler (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche eingesetzt
ist, wobei der Auslauf (25) einen ersten Strömungsweg (26) für das kochende Wasser
und einen zweiten Strömungsweg (27) für das Mischwasser aufweist, und bei dem das
Mündungsstück (25) zumindest einen ersten Strahlregler (1), der als der Strahlregler
nach einem der vorangehenden Ansprüche ausgebildet ist, derart aufnimmt, dass dieser
in fluidleitender Verbindung mit dem ersten Strömungsweg (26) steht.
13. Armatur nach Anspruch 12, bei der der erste Strömungsweg (26) als ein innerer Strömungsweg
und der zweite Strömungsweg (27) als ein konzentrisch um den inneren Strömungsweg
verlaufender äußerer Strömungsweg ausgebildet sind, und bei dem der erste Strahlregler
(1) als ein innerer Strahlregler ausgebildet ist, der von dem Mündungsstück (25) derart
aufgenommen ist, dass dieser in fluidleitender und gegenüber dem äußeren Strömungsweg
(27) dichten Verbindung mit dem inneren Strömungsweg (26) steht.
14. Armatur nach Anspruch 13, bei der das Mündungsstück konzentrisch um den inneren, ersten
Strahlregler (1) einen äußeren, zweiten Strahlregler (29) aufweist, der ringförmig
um den ersten Strahlregler (1) angeordnet ist und der mit dem äußeren Strömungsweg
(27) in fluidleitender und gegenüber dem inneren (26) Strömungsweg dichten Verbindung
steht.
15. Armatur nach Anspruch 13, bei der der innere, erste Strahlregler (1) nach unten hin
über den äußeren, zweiten Strahlregler (29) hinausragt.