[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Türschließer zum Schließen einer Tür, der
Türschließer aufweisend ein Gehäuse und ein Hydrauliksystem zum Einstellen wenigstens
einer Schließereigenschaft des Türschließers mit einem ersten Hydraulikraum, zumindest
einem zweiten Hydraulikraum und einer die Hydraulikräume fluidkommunizierend verbindenden
Hydraulikverbindung. Ferner betrifft die vorliegende Erfindung ein Verfahren zum Montieren
und Einstellen eines derartigen Türschließers.
[0002] Türschließer werden in der modernen Technik eingesetzt, um eine Schließbewegung einer
Tür zu unterstützen oder sogar gänzlich selbständig durchzuführen. Für diesen Einsatzzweck
weisen bekannte Türschließer eine Schließmechanik mit einem Kolben und in der Regel
einer Schließerfeder auf, die in einem Gehäuse angeordnet ist. Zumeist über ein Hebelgestänge
kann die für die Schließbewegung der Tür nötige Kraftübertragung zwischen einem zu
bewegendem Türblatt der Tür und beispielsweise einem Türsturz bereitgestellt werden.
[0003] Bekannte Türschließer sind insbesondere in verschiedenen Einbaulagen montierbar.
So kann ein die Schließmechanik umfassendes Gehäuse eines Türschließers beispielsweise
sowohl auf einer Bandseite als auch auf einer Bandgegenseite der Tür angeordnet werden.
Auch eine Montage des Gehäuses an einem Türsturz bzw. alternativ am Türblatt der Tür
ist möglich. Insgesamt ergeben sich somit zumindest vier verschiedene Einbaulagen.
[0004] Um die Schließfunktionalität für alle vorgenannten Einbaulagen bereitstellen zu können,
müssen bei bekannten Türschließern mehrere unterschiedliche Ausgestaltungsvarianten
vorgehalten werden. Dies ist darin begründet, dass beispielsweise bei einem Übergang
von einer Sturzmontage in eine Türblattmontage des Türschließers sich die Drehrichtung
einer Antriebswelle des Türschließers umkehrt, um dieselbe Schließfunktionalität bereitstellen
zu können. Diese zusätzlichen Varianten bei bekannten Türschließern bedeuten jedoch
zusätzlichen Aufwand bei der Produktpflege, Fertigung, Lagerung, im Bestell- und Katalogwesen,
sowie bei der Endmontage beim Kunden.
[0005] Darüber hinaus können bekannte Türschließer ein Hydrauliksystem zur hydraulischen
Dämpfung aufweisen, wobei wenigstens eine Schließereigenschaft des Türschließers,
beispielsweise eine Schließgeschwindigkeit, eingestellt werden kann. Ein Einstellen
dieser Schließereigenschaft wird zumeist über ein Regulierventil im Hydrauliksystem
bereitgestellt, durch das eine Durchflussmenge an Hydraulikfluid im Inneren des Türschließers
zwischen Hydraulikräumen des Hydrauliksystems kontrolliert eingestellt werden kann.
Auch für dieses Hydrauliksystem ist es bei bekannten Türschließern notwendig, verschiedene
Varianten vorzuhalten, da eine Zugänglichkeit der entsprechenden Regulierventile in
den einzelnen Einbaulagen sichergestellt werden muss. So kann beispielsweise ein Regulierventil,
das bei einer Sturzmontage eines Türschließers gut zugänglich ist, bei einer Türblattmontage
desselben Türschließers in Richtung des Türblatts angeordnet und damit im montierten
Zustand des Türschließers durch diesen verdeckt sein.
[0006] Um den Türschließer in allen vorgenannten Einbaulagen mit dem Türblatt oder Rahmen
zu befestigen, sind Befestigungsaufnahmen, z.B. Befestigungsbohrungen, im Türschließer
vorgesehen. Durch die Hydraulikverbindungen/Kanäle des Hydrauliksystems ist es oftmals
nicht möglich, für die Einbaulage vorteilhaft positionierte Befestigungsaufnahmen
im Gehäuse des Türschließers anzuordnen, da sich diese mit den Hydraulikverbindungen/Kanälen
überschneiden würden. Daher müssen die Befestigungsaufnahmen oft unvorteilhaft im
Gehäuse des Türschließers angeordnet werden, wodurch starke Hebelarme / Kräfte auf
die Befestigung einwirken und sich die Befestigung lösen oder z.B. Schrauben lockern
und sogar ausbrechen können. Teils werden die Schließerkörper auch größer ausgeführt
um ein Überschneiden der Hydraulikverbindungen/Kanälen mit den Befestigungsbohrungen
zu verhindern, was aber zusätzlichen Bauraum benötigt und die Kosten erhöht.
[0007] Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die oben genannten Nachteile des Standes
der Technik zumindest teilweise zu beheben. Insbesondere ist es Aufgabe der vorliegenden
Erfindung, einen entsprechenden Türschließer sowie ein Verfahren zum Montieren und
Einstellen eines Türschließers bereitzustellen, bei denen es in mechanisch besonders
einfacher Art und Weise und mit reduziertem Bauraumbedarf innerhalb des Türschließers
ermöglicht ist, den Türschließer in bevorzugt unterschiedlichen Einbaulagen zu montieren,
insbesondere ohne dass Änderungen am Türschließer vorgenommen werden müssen und/oder
verschiedene Varianten des entsprechenden Türschließers vorgehalten werden müssen,
sowie einen entsprechenden Türschließer bereitzustellen, bei welchem die Befestigungsaufnahmen
vorteilhaft im Gehäuse des Türschließers angeordnet werden können, um in den insbesondere
unterschiedlichen Einbaulagen eine bestmögliche und sichere Befestigung des Türschließers
zu gewährleisten und durch eine platzsparende und kompakte Anordnung der Befestigungsaufnahmen
im Türschließers einen besonders kompakten Türschließers zu ermöglichen.
[0008] Voranstehende Aufgabe wird gelöst durch einen Türschließer mit den Merkmalen des
unabhängigen Anspruchs 1 sowie durch ein Verfahren zum Montieren und Einstellen eines
Türschließers mit den Merkmalen des nebengeordneten Anspruchs 17. Weitere Vorteile
und Merkmale des erfindungsgemäßen Türschließers bzw. des erfindungsgemäßen Verfahrens
ergeben sich aus den Unteransprüchen, der Beschreibung und den Zeichnungen. Dabei
gelten Vorteile und Merkmale eines Türschließers gemäß dem ersten Aspekt der Erfindung
auch für ein Verfahren zum Montieren und Einstellen eines Türschließers gemäß dem
zweiten Aspekt der Erfindung und jeweils umgekehrt, so dass auf die einzelnen Erfindungsaspekte
jeweils wechselseitig Bezug genommen wird bzw. werden kann.
[0009] Gemäß einem ersten Aspekt der Erfindung wird die voranstehende Aufgabe gelöst durch
einen Türschließer zum Schließen einer Tür, wobei der Türschließer in wenigstens zwei
Einbaulagen montierbar ist, der Türschließer aufweisend ein Gehäuse und ein Hydrauliksystem
zum Einstellen wenigstens einer Schließereigenschaft des Türschließers mit einem ersten
Hydraulikraum, zumindest einem zweiten Hydraulikraum, einer Hydraulikverbindung mit
einem ersten Kanal sowie zumindest einem ersten Regulierventil, wobei der erste Kanal
die Hydraulikräume fluidkommunizierend verbindet, wobei ferner das zumindest eine
erste Regulierventil mit dem ersten Kanal unmittelbar verbunden ist, und wobei das
erste Regulierventil in einer ersten Ventilebene und der erste Kanal in einer zur
ersten Ventilebene beabstandeten und parallelen ersten Verbindungsebene angeordnet
sind.
[0010] Ein erfindungsgemäßer Türschließer ist zum Schließen einer Tür vorgesehen. Zum Bereitstellen
dieser Schließfunktionalität weist der erfindungsgemäße Türschließer ein Gehäuse und
ein Hydrauliksystem auf. Insbesondere weist der Türschließer einen mechanischen Energiespeicher,
insbesondere ein Federelement, auf. Insbesondere wird das Federelement bei einer Öffnungsbewegung
der Tür aufgeladen und stellt im Anschluss die für ein Durchführen der Schließbewegung
nötige Energie bereit. Beispielsweise über eine Antriebswelle des Türschließers kann
ein Hebelgestänge betätigt werden, das die für die Schließbewegung nötige Kraftübertragung
zwischen einem Türblatt der Tür und beispielsweise einem Türsturz der Tür bereitstellt.
Das Hydrauliksystem ermöglicht, dass wenigstens eine Schließereigenschaft des Türschließers,
beispielsweise eine Schließgeschwindigkeit, variabel und insbesondere kontrolliert
einstellbar ist. Für diesen Zweck weist das Hydrauliksystem einen ersten Hydraulikraum,
zumindest einen zweiten Hydraulikraum und eine die Hydraulikräume fluidkommunizierend
verbindende Hydraulikverbindung auf. Durch eine Kontrolle bzw. ein kontrolliertes
Einstellen eines Strömens eines Hydraulikfluids zwischen den beiden Hydraulikräumen
kann in einem erfindungsgemäßen Türschließer ein Einstellen der wenigstens einen Schließereigenschaft
ermöglicht werden.
[0011] Insbesondere ist ein erfindungsgemäßer Türschließer in wenigstens zwei Einbaulagen
montierbar. Bevorzugt ist ein erfindungsgemäßer Türschließer in wenigstens vier Einbaulagen
montierbar, wobei durch die vier Einbaulagen sämtliche Kombinationen aus einer bandseitigen
bzw. gegenbandseitigen Montage und einer Sturz- bzw. Türblattmontage ermöglicht werden
können.
[0012] Erfindungsgemäß weist die Hydraulikverbindung des Hydrauliksystems und damit der
erfindungsgemäße Türschließer einen ersten Kanal auf. Der erste Kanal ist derart ausgebildet,
dass durch ihn eine fluidkommunizierende Verbindung zwischen den Hydraulikräumen des
Hydrauliksystems bereitgestellt ist. Mit anderen Worten kann Hydraulikfluid über den
ersten Kanal vom ersten in den zumindest einen zweiten Hydraulikraum strömen. Insbesondere
kann das Hydrauliksystem des erfindungsgemäßen Türschließers beziehungsweise dessen
Hydraulikverbindung den ersten Kanal als einzigen Kanal aufweisen.
[0013] Das zumindest eine erste Regulierventil ist für ein Einstellen der jeweiligen Schließereigenschaft
im Hydrauliksystem vorgesehen. Dafür ist das erste Regulierventil mit dem ersten Kanal
unmittelbar verbunden. Unmittelbar verbunden im Sinne der Erfindung kann insbesondere
auch bedeuten, dass das jeweilige Regulierventil in Strömungsrichtung im entsprechenden
Kanal angeordnet ist und dadurch ein Strömen des Hydraulikfluids in diesem Kanal direkt
beeinflussen kann, insbesondere zwischen einer völligen Blockierung bis hin zu einer
unbehinderten Freigabe der Strömung. Bevorzugt sind die Regulierventile jeweils zwischen
einem Kanal und einem der Hydraulikräume des Hydrauliksystems angeordnet, insbesondere
verbunden mit einem zum Beispiel als Anschlussbohrungen ausgebildeten Anschlussbereich
des entsprechenden Hydraulikraums, und können so jeweils einzeln ein Strömen des Hydraulikfluids
im Hydrauliksystem, insbesondere in beziehungsweise aus einem der Hydraulikräume,
kontrolliert einstellen. Hierbei können in einem erfindungsgemäßen Türschließer als
Regulierventile ausschließlich erste Regulierventile vorgesehen sein, insbesondere
bei einer Ausgestaltung des Türschließers mit nur einem einzigen Kanal.
[0014] Auch sind erfindungsgemäß das zumindest eine erste Regulierventil und der zugeordnete
erste Kanal in jeweils zueinander beabstandeten und parallelen Ebenen, einer ersten
Ventilebene mit dem entsprechenden zumindest einen ersten Regulierventil und einer
ersten Verbindungsebene mit dem entsprechenden ersten Kanal, angeordnet. Mit anderen
Worten ist im Inneren des Gehäuses des erfindungsgemäßen Türschließers eine Verteilung
des Hydraulikfluids im Kanal und das eigentliche Einstellen der Schließereigenschaft
durch das zumindest eine erste Regulierventil in voneinander getrennten Bereichen
vorgesehen. Insbesondere in der ersten Ventilebene verbleiben dadurch neben den Regulierventilen
zusammenhängende Freiräume, die sich bevorzugt zwischen gegenüberliegenden Seiten
des Gehäuses des Türschließers erstrecken und die nicht durch Elemente des Hydrauliksystems
belegt sind. Insbesondere können diese Freiräume für weitere Bauteile des erfindungsgemäßen
Türschließers genutzt werden, zum Beispiel für eine Befestigung des Türschließers
an einem Türblatt oder einem Türsturz. Der in der ersten Verbindungsebene angeordnete
erste Kanal erstreckt sich zumeist zumindest im Wesentlichen entlang einer Längserstreckung
des Türschließers parallel beispielsweise zu einem Kolben und/oder einer Schließerfeder
des Türschließers, das in der ersten Ventilebene angeordnete erste Regulierventil
quer dazu. Durch die erfindungsgemäße räumliche Trennung der Ventilebene und der Verbindungsebene
kann ermöglicht werden, dass, obwohl das zumindest eine erste Regulierventil oberhalb
des Kolbens und/oder der Schließerfeder angeordnet ist, der erste Kanal im Gehäuse
neben dem Kolben und/oder der Schließerfeder angeordnet werden kann. Ein Bauraumbedarf
innerhalb des Türschließers, insbesondere zum Beispiel in Bezug auf für eine Befestigung
des Türschließers notwendige Bauteile, kann somit vermindert werden. Ein besonders
kompakter Aufbau eines erfindungsgemäßen Türschließers kann dadurch ermöglicht werden.
[0015] Auch können beispielsweise Befestigungsaufnahmen, z.B. Befestigungsbohrungen, die
für eine Befestigung des Türschließers in, insbesondere unterschiedlichen, Einbaulagen
vorgesehen sein können, im Gehäuse vorteilhaft positioniert angeordnet werden, da
bereits durch die erfindungsgemäße Anordnung des ersten Kanals in einer zur Ventilebene
separaten Verbindungsebene Überschneidungen dieser Befestigungsaufnahmen mit der Hydraulikverbindung
beziehungsweise dem ersten Kanal vermieden werden können. Auf die Befestigung einwirkende
starke Hebelarme beziehungsweise Kräfte, durch die sich die Befestigung lösen oder
z.B. Schrauben lockern und sogar ausbrechen könnten, können auf diese Weise vermieden
werden. Auch eine Vergrößerung des Schließerkörpers allein aus dem Grund, um ein Überschneiden
der Hydraulikverbindung beziehungsweise des ersten Kanals mit den Befestigungsaufnahmen
zu verhindern, ist bei einem erfindungsgemäßen Türschließer somit nicht erforderlich.
Ein für eine Montage des erfindungsgemäßen Türschließers notwendiger Bauraum kann
dadurch verkleinert und insgesamt Kosten eingespart werden.
[0016] Bevorzugt kann ein erfindungsgemäßer Türschließer dadurch weiterentwickelt sein,
dass die Hydraulikverbindung einen vom ersten Kanal separaten zweiten Kanal sowie
das Hydrauliksystem zumindest ein zweites Regulierventil aufweist, wobei auch der
zweite Kanal die Hydraulikräume fluidkommunizierend verbindet, wobei ferner das zumindest
eine zweite Regulierventil mit dem zweiten Kanal unmittelbar verbunden ist, wobei
das zweite Regulierventil in einer zweiten Ventilebene und der zweite Kanal in einer
zur zweiten Ventilebene beabstandeten und parallelen zweiten Verbindungsebene angeordnet
sind, und wobei das zumindest eine erste Regulierventil und das zumindest eine zweite
Regulierventil unabhängig voneinander jeweils an sich gegenüberliegenden Seiten des
Gehäuses von außerhalb zum Einstellen der wenigstens einen Schließereigenschaft betätigbar
sind.
[0017] In dieser Weiterentwicklung eines erfindungsgemäßen Türschließers weist dieser in
seinem Hydrauliksystem neben zumindest einem ersten Regulierventil in einer ersten
Ventilebene und einem ersten Kanal in einer ersten Verbindungsebene zumindest ein
zweites Regulierventil und einen zweiten Kanal auf, wobei das zumindest eine zweite
Regulierventil mit dem zweiten Kanal unmittelbar verbunden ist. Insbesondere ist der
zweite Kanal unabhängig vom ersten Kanal zum Verbinden der Hydraulikräume ausgebildet.
Auch sind erfindungsgemäß das zumindest eine zweite Regulierventil und der zweite
Kanal in jeweils zueinander beabstandeten und parallelen Ebenen, einer zweiten Ventilebene
mit dem entsprechenden Regulierventil und einer zweiten Verbindungsebene mit dem entsprechenden
Kanal, angeordnet. Analog zum zumindest einen ersten Regulierventil und dem ersten
Kanal können somit auch durch das zumindest eine zweite Regulierventil und den zweiten
Kanal dieselben Vorteile erzielt werden, insbesondere beispielsweise in Bezug auf
zusammenhängende Freiräume in der zweiten Ventilebene, die sich bevorzugt zwischen
gegenüberliegenden Seiten des Gehäuses des Türschließers erstrecken und die nicht
durch Elemente des Hydrauliksystems belegt sind. Insbesondere können auch diese Freiräume
für weitere Bauteile des erfindungsgemäßen Türschließers genutzt werden, zum Beispiel
für eine Befestigung des Türschließers an einem Türblatt oder einem Türsturz.
[0018] Da, wie oben beschrieben, die beiden Kanäle und damit die jeweils unmittelbar damit
verbundenen Regulierventile unabhängig voneinander die Hydraulikräume des Hydrauliksystems
fluidkommunizierend verbinden, kann eine Schließereigenschaft eines erfindungsgemäßen
Türschließers wahlweise durch das erste Regulierventil oder das zweite Regulierventil
eingestellt werden. Mit anderen Worten kann durch jedes der beiden Regulierventile
separat ein vollständiges Einstellen der entsprechenden Schließereigenschaft zwischen
den möglichen Maximalwerten der Schließereigenschaft, im Beispiel der Schließgeschwindigkeit
eine Mindestgeschwindigkeit sowie eine Höchstgeschwindigkeit, eingestellt werden.
Insbesondere kann die durch das erste und das zweite Regulierventil einstellbare Schließereigenschaft
gleich oder aber auch verschieden sein.
[0019] Ferner ist in dieser Weiterentwicklung eines erfindungsgemäßen Türschließers vorgesehen,
dass das zumindest eine erste Regulierventil und das zumindest eine zweite Regulierventil
unabhängig voneinander jeweils an sich gegenüberliegenden Seiten des Gehäuses von
außerhalb des Gehäuses zum Einstellen der wenigstens einen Schließereigenschaft betätigbar
sind. Durch diese spezielle Anordnung der Regulierventile im Gehäuse eines erfindungsgemäßen
Türschließers kann besonders einfach sichergestellt werden, dass, selbst wenn in einer
Einbaulage des Türschließers das zumindest eine erste Regulierventil unzugänglich
ist, auf jeden Fall das zumindest eine zweite Regulierventile zugänglich und dadurch
betätigbar ist. Auch der umgekehrte Fall, nämlich dass das zumindest eine zweite Regulierventil
unzugänglich ist und das zumindest eine erste Regulierventil zugänglich ist, ist denkbar.
Da, wie oben bereits beschrieben, beide Regulierventile unabhängig voneinander zum
vollständigen Einstellen einer Schließereigenschaft ausgebildet sind, kann somit dieses
Einstellen der entsprechenden Schließereigenschaft bei einem erfindungsgemäßen Türschließer
unabhängig von einer Einbaulage, in der der Türschließer montiert ist, bereitgestellt
werden.
[0020] Bevorzugt kann ein erfindungsgemäßer Türschließer derart ausgebildet sein, dass jeweils
ein erstes Regulierventil und ein zweites Regulierventil ein Ventilpaar bilden, wobei
die Regulierventile des Ventilpaars zum Einstellen derselben Schließereigenschaft
ausgebildet sind, und wobei die Schließereigenschaft wahlweise durch das erste Regulierventil
oder das zweite Regulierventil des Ventilpaars einstellbar ist. Mit anderen Worten
kann durch jedes der beiden Regulierventile des Ventilpaars separat ein vollständiges
Einstellen der Schließereigenschaft zwischen den möglichen Maximalwerten der Schließereigenschaft
ermöglicht werden. Da die beiden Regulierventile eines Ventilpaars von verschiedenen
Seiten des Gehäuses betätigbar sind, kann somit besonders einfach sichergestellt werden,
dass diese eine Schließereigenschaft vollständig unabhängig von einer Einbaulage,
in der der Türschließer montiert ist, eingestellt werden kann. Bevorzugt können die
Regulierventile eines Ventilpaars zueinander benachbart im Gehäuse des erfindungsgemäßen
Türschließers angeordnet sein. Ferner kann durch die benachbarte Anordnung besonders
einfach ermöglicht werden, dass zum Beispiel als Anschlussbohrungen ausgebildete Anschlussbereiche
der Hydraulikräume, mit denen die Regulierventile des Ventilpaars fluidkommunizierend
verbunden ist, bezüglich eines sich im Hydraulikraum bewegenden Kolbens auf derselben
oder zumindest im Wesentlichen derselben Höhe am Hydraulikraum ausgebildet sind. Unterschiede
bei einer Einstellung der Schließereigenschaft bei Verwendung des einen oder des anderen
Regulierventils des Ventilpaars können so vermieden oder zumindest deutlich verkleinert
werden.
[0021] Ferner kann ein erfindungsgemäßer Türschließer dahingehend weiterentwickelt sein,
dass das Hydrauliksystem zumindest drei Hydraulikräume und zumindest zwei Ventilpaare
aufweist, wobei durch die verschiedenen Ventilpaare unterschiedliche Schließereigenschaften
des Türschließers einstellbar sind. Dies kann insbesondere dadurch erreicht werden,
dass die jeweiligen Ventilpaare beziehungsweise deren Regulierventile an unterschiedlichen
Positionen mit dem jeweiligen Hydraulikraum oder sogar mit verschiedenen Hydraulikräumen
des Hydrauliksystems fluidkommunizierend verbunden sind. In dieser Ausgestaltungsform
eines erfindungsgemäßen Türschließers weist dieser mehrere Ventilpaare aus jeweils
einem ersten und einem zweiten Regulierventil auf. Hierbei sind die jeweils ersten
Regulierventile von einer Seite des Gehäuses des Türschließers, die jeweils zweiten
Regulierventile von einer gegenüberliegenden Seite des Türschließers betätigbar. Jeweils
ein erstes und ein zweites Regulierventil sind zu einem Ventilpaar zusammengefasst
und damit derselben Schließereigenschaft zugeordnet. Insgesamt kann somit durch ein
Vorhandensein mehrerer Ventilpaare eine Einstellbarkeit verschiedener Schließereigenschaften
unabhängig von einer Einbaulage des Türschließers sichergestellt werden.
[0022] Bevorzugt kann ferner bei einem erfindungsgemäßen Türschließer vorgesehen sein, dass
die Regulierventile jeweils einen Ventilkörper mit einer Ventilachse aufweisen, wobei
die Ventilachsen zumindest eines ersten Regulierventils und zumindest eines zweiten
Regulierventils, bevorzugt von allen Regulierventilen, parallel zueinander ausgerichtet
sind. Das Einstellen der Schließereigenschaft kann bevorzugt beispielsweise durch
ein Verdrehen und/oder axiales Verschieben des Ventilkörpers um die Ventilachse bzw.
entlang der Ventilachse erfolgen. Durch eine Anordnung der jeweiligen Ventilkörper
eines ersten und eines zweiten Regulierventils derart, dass die beiden Ventilachsen
parallel zueinander ausgerichtet sind, kann ermöglicht und besonders einfach sichergestellt
werden, dass die beiden Regulierventile von sich gegenüberliegenden Seiten des Gehäuses
des erfindungsgemäßen Türschließers zugänglich und betätigbar sind. Insbesondere bei
einer Ausgestaltung eines erfindungsgemäßen Türschließers, in der die Ventilkörper
aller Regulierventile parallele Ventilachsen aufweisen, kann auf besonders einfache
Weise ermöglicht werden, dass alle ersten Regulierventile von einer Seite des Gehäuses,
alle zweiten Regulierventile von einer dazu gegenüberliegenden Seite des Gehäuses
des Türschließers zugänglich und betätigbar sind. Eine besonders benutzerfreundliche
Ausgestaltung eines erfindungsgemäßen Türschließers kann dadurch ermöglicht werden.
[0023] Bevorzugt kann ein erfindungsgemäßer Türschließer dahingehend weiterentwickelt sein,
dass die Ventilkörper zumindest eines ersten Regulierventils und zumindest eines zweiten
Regulierventils quer zu ihren Ventilachsen wenigstens teilweise überlappend im Gehäuse
angeordnet sind. Im erfindungsgemäßen Türschließer können sich die Ventilkörper der
ersten und zweiten Regulierventile bevorzugt von gegenüberliegenden Seiten ins Innere
des Gehäuses erstrecken, wobei die jeweilige Ventilachse quer, bevorzugt senkrecht,
zur entsprechenden Seite des Gehäuses ausgerichtet ist. Durch ein zumindest teilweises
Überlappen der jeweiligen Ventilkörper quer zu den Ventilachsen kann ermöglicht werden,
dass sich die beiden Ventilkörper jeweils über eine Mitte des Gehäuses zwischen den
beiden oben angegebenen Seiten hinaus erstrecken. Insbesondere kann sogar vorgesehen
sein, dass sich die jeweiligen Ventilkörper über einen Großteil, beispielsweise mehr
als 75%, dieser Gehäusebreite erstrecken. Eine besonders kompakte Ausgestaltung eines
erfindungsgemäßen Türschließers kann dadurch ermöglicht werden.
[0024] In einer Weiterentwicklung eines erfindungsgemäßen Türschließers kann ferner vorgesehen
sein, dass die beiden Kanäle bezüglich einer Ebene quer zu den Ventilachsen der Regulierventile
spiegelsymmetrisch im Gehäuse angeordnet sind und/oder dass die beiden Kanäle bezüglich
einer Geraden quer zu den Ventilachsen der Regulierventile drehsymmetrisch im Gehäuse
angeordnet sind. Wie oben beschrieben, können die Ventilachsen der Ventilkörper zumindest
eines ersten und eines zweiten Regulierventils parallel im Gehäuse des erfindungsgemäßen
Türschließers angeordnet sein, wodurch sich bevorzugt die entsprechenden Ventilkörper
von gegenüberliegenden Seiten ins Innere des Gehäuses erstrecken. Durch eine spiegelsymmetrische
Anordnung der beiden Kanäle bezüglich einer Ebene, bevorzugt einer Mittelebene, quer
zu den Ventilachsen kann ermöglicht werden, dass der Aufbau des Hydrauliksystems für
die ersten Regulierventile und den ersten Kanal im Wesentlichen gespiegelt ist zum
Aufbau für die zweiten Regulierventile und den zweiten Kanal. Im Wesentlichen gespiegelt
im Sinne der Erfindung umfasst insbesondere auch eine Anordnung, in der die beiden
Kanäle symmetrisch zu oben genannter Ebene, bevorzugt oben genannter Mittelebene,
angeordnet sind sowie die zumindest zwei Regulierventile parallele Ventilachsen aufweisen
und benachbart im Türschließer angeordnet sind. Bevorzugt bilden die benachbart angeordneten
Regulierventile darüber hinaus Ventilpaare. Alternativ oder zusätzlich kann auch eine
drehsymmetrische Anordnung der Kanäle bezüglich einer Geraden quer zu den Ventilachsen
vorgesehen sein. Die entsprechende Gerade ist bevorzugt in der oben beschriebenen
Ebene, insbesondere der Mittelebene, quer zu den Ventilachsen enthalten. Auch in dieser
Anordnungsvariante der Kanäle kann ermöglicht werden, dass erste und zweite Regulierventile,
die bevorzugt ein Ventilpaar bilden, bezüglich ihrer Verbindung zu den Hydraulikräumen
gleich oder zumindest ähnlich positioniert werden können. Insgesamt kann ermöglicht
werden, dass auch die durch die beiden Abschnitte des Hydrauliksystems, umfassend
den ersten Kanal und das zumindest eine erste Regulierventil bzw. den zweiten Kanal
und das zumindest eine zweite Regulierventil, bereitgestellte Einstellbarkeit einer
Schließereigenschaft für beide Abschnitte gleich oder zumindest im Wesentlichen gleich
ist. Auf diese Weise kann somit unabhängig von einer Einbaulage des erfindungsgemäßen
Türschließers immer dieselbe Einstellbarkeit einer Schließereigenschaft ermöglicht
werden.
[0025] Auch kann ein erfindungsgemäßer Türschließer derart weiterentwickelt sein, dass die
erste Ventilebene und die zweite Ventilebene eine gemeinsame Ventilebene bilden und/oder
die erste Verbindungsebene und die zweite Verbindungsebene eine gemeinsame Verbindungsebene
bilden. Mit anderen Worten sind in dieser Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Türschließers alle Regulierventile in der gemeinsamen Ventilebene und/oder die beiden
Kanäle in der gemeinsamen Verbindungsebene angeordnet. Bevorzugt sind alle Regulierventile
in der gemeinsamen Ventilebene und gleichzeitig die beiden Kanäle in der gemeinsamen
Verbindungsebene angeordnet. Eine besonders kompakte Ausgestaltung eines erfindungsgemäßen
Türschließers kann dadurch ermöglicht werden. Wie oben beschrieben, erstrecken sich
die Kanäle jeweils bevorzugt quer zu den Ventilachsen entlang einer Längserstreckung
des Türschließers zwischen den Hydraulikräumen. Mit anderen Worten ist in dieser Ausgestaltungsform
eine Zuleitung beziehungsweise Verteilung des Hydraulikfluids, insbesondere bereitgestellt
durch die beiden Kanäle, in einem anderem Bereich des Türschließers, nämlich der gemeinsamen
Verbindungsebene, angeordnet, als die Regulierventile, die die eigentliche Einstellbarkeit
der zumindest einen Schließereigenschaft ermöglichen. Auf diese Weise können die für
die Bereitstellung beider Funktionalitäten des Hydrauliksystems, Verteilung des Hydraulikfluids
beziehungsweise Einstellen eines Strömens des Hydraulikfluids, jeweils notwendigen
Bauelemente unabhängig und insbesondere ohne gegenseitige Behinderung und/oder Beeinflussung
konzipiert und vorgesehen werden. Eine besonders gute Anpassung der einzelnen Bauelemente,
insbesondere zum Beispiel der Regulierventile, an die jeweiligen Anforderungen kann
auf diese Weise ermöglicht werden.
[0026] Alternativ kann bei einem erfindungsgemäßen Türschließer vorgesehen sein, dass die
erste Ventilebene, die zweite Ventilebene, die erste Verbindungsebene und die zweite
Verbindungsebene jeweils paarweise beabstandet und parallel zueinander angeordnet
sind. Mit anderen Worten sind in dieser Ausführungsform die erste Ventilebene, die
zweite Ventilebene, die erste Verbindungsebene und die zweite Verbindungsebene als
vier unterschiedliche und räumlich getrennte Ebenen im Gehäuse des erfindungsgemäßen
Türschließers ausgebildet. Auch in dieser Ausführungsform können die für die Bereitstellung
beider Funktionalitäten des Hydrauliksystems, Verteilung des Hydraulikfluids beziehungsweise
Einstellen eines Strömens des Hydraulikfluids, jeweils notwendigen Bauelemente unabhängig
und insbesondere ohne gegenseitige Behinderung und/oder Beeinflussung konzipiert und
vorgesehen werden. Durch die räumliche Trennung der ersten und zweiten Ventilebene
beziehungsweise der ersten und zweiten Verbindungsebene kann ferner auch eine besonders
gute Anpassung der Anordnung der einzelnen Bauelemente, insbesondere der Regulierventile
und der Kanäle, an die jeweilig vorhandenen Bauräume ermöglicht werden.
[0027] Darüber hinaus kann ein erfindungsgemäßer Türschließer dahingehend weiterentwickelt
sein, dass im montierten Zustand des Türschließers das zumindest eine erste Regulierventil
betätigbar ist und das zumindest eine zweite Regulierventil unzugänglich ist, oder
dass im montierten Zustand des Türschließers das zumindest eine zweite Regulierventil
betätigbar ist und das zumindest eine erste Regulierventil unzugänglich ist. Mit anderen
Worten ist in jeder Einbaulage zumindest ein erstes oder ein zweites Regulierventil
zugänglich und betätigbar. So kann beispielsweise ein Regulierventil nach der Montage
vollständig abgedeckt und beispielsweise dem Türblatt oder der Türzarge zugewandt
positioniert sein. Durch die Ausgestaltung eines erfindungsgemäßen Türschließers kann
jedoch stets sichergestellt werden, dass zumindest ein anderes Regulierventil zugänglich
und dadurch betätigbar ist. Unzugänglich im Sinne der Erfindung kann insbesondere
auch eine Anordnung eines Regulierventils auf einer Oberseite des Türschließers und
damit außerhalb einer normalerweise vorhandenen Reichweite eines Benutzers bedeuten.
[0028] Ferner kann ein erfindungsgemäßer Türschließer dahingehend ausgebildet sein, dass
der erste Kanal an einem ersten Aktivierungspunkt und der zweite Kanal an einem zweiten
Aktivierungspunkt jeweils mit dem zweiten Hydraulikraum fluidkommunizierend verbunden
sind und/oder verbindbar sind, wobei für unterschiedliches, insbesondere von einer
Einbaulage des Türschließers abhängiges, Bereitstellen einer Schließereigenschaft
sich die relative Position des ersten Aktivierungspunkts bezüglich des ersten Kanals
von der relativen Position des zweiten Aktivierungspunkts bezüglich des zweiten Kanals
unterscheidet. Bei Türschließern ist oftmals vorgesehen, dass sich im zumindest einen
zweiten Hydraulikraum ein Kolben bewegt, beziehungsweise dass der zumindest eine zweite
Hydraulikraum durch einen Kolben variabel begrenzt ist. Die Position des Kolbens ist
insbesondere bevorzugt an eine Schließposition der zu schließenden Tür gekoppelt.
Aktivierungspunkte, beispielsweise bereitgestellt durch Anschlussbereiche, insbesondere
Anschlussbohrungen, der Hydraulikräume, durch die diese mit dem jeweiligen Kanal fluidkommunizierend
verbunden sind, können verwendet werden, um eine Einstellung einer Schließereigenschaft
weiter zu beeinflussen. Dies kann insbesondere zum Beispiel dadurch ermöglicht werden,
dass der entsprechende Aktivierungspunkt bei bestimmten Kolbenpositionen aktiv ist,
das heißt, dass der entsprechende Kanal an diesem Aktivierungspunkt mit dem zweiten
Hydraulikraum fluidkommunizierend verbunden ist, und in anderen nicht aktiv ist, beispielsweise
durch eine fluiddichte Abdeckung des Anschlussbereichs des Hydraulikraums durch den
Kolben. Ein Fließen des Hydraulikfluids im entsprechenden Teil des Hydrauliksystems,
und damit auch die entsprechende Schließereigenschaft, sind somit zusätzlich zur Einstellung
des entsprechenden Regulierventils auch von einer relativen Position des Aktivierungspunkts
im jeweiligen Kanal abhängig. Durch eine entsprechende Wahl einer Position eines Aktivierungspunkts
kann beispielsweise eine Schließgeschwindigkeitserhöhung bei kleinen Öffnungswinkeln
der Tür zum Bereitstellen einer Endschlagfunktionalität bereitgestellt werden. Durch
unterschiedliche relative Positionen der Aktivierungspunkte bezüglich des ersten beziehungsweise
des zweiten Kanals kann in diesem Beispiel insbesondere ein unterschiedlicher Grenzwinkel
eingestellt werden, ab dem die Endschlagfunktionalität einsetzt. Darüber hinaus können
auch andere Schließfunktionalitäten durch eine entsprechende unterschiedliche relative
Positionierung der Aktivierungspunkte bezüglich des ersten beziehungsweise zweiten
Kanals für verschiedene Einbaulagen des erfindungsgemäßen Türschließers unterschiedlich
ermöglicht werden.
[0029] Ferner kann bei einem erfindungsgemäßen Türschließer vorgesehen sein, dass in der
ersten Ventilebene zwei oder mehr erste Regulierventile angeordnet sind und/oder in
der zweiten Ventilebene zwei oder mehr zweite Regulierventile angeordnet sind. Bei
mehreren Regulierventilen in einer Ventilebene sind diese alle mit demselben Kanal
verbunden. Durch das Vorhandensein von mehr als einem Regulierventil in einer der
Ventilebenen kann somit besonders einfach ein Einstellen unterschiedlicher Schließereigenschaften
ermöglicht werden. Bevorzugt sind in beiden Ventilebenen jeweils gleich viele Regulierventile
angeordnet, die Ventilpaare bilden, so dass unabhängig von einer Einbaulage jeweils
dieselben Schließereigenschaften eingestellt werden können.
[0030] Gemäß einer bevorzugten Weiterentwicklung kann bei einem erfindungsgemäßen Türschließer
vorgesehen sein, dass zumindest eine Befestigungsaufnahme, insbesondere eine Befestigungsbohrung,
im Gehäuse angeordnet ist, wobei die zumindest eine Befestigungsaufnahme in der ersten
Ventilebene und/oder der vorgenannten zweiten Ventilebene angeordnet ist und sich
bevorzugt parallel zu einer Ventilachse eines der Regulierventile erstreckt. Wie oben
beschrieben, können die Regulierventile in einer Ventilebene und die Kanäle in einer
zur Ventilebene beabstandeten Verbindungsebene angeordnet sein. Mit anderen Worten
ist die Ventilebene zwischen den Regulierventilen somit frei von Leitungen und Kanälen
des Hydrauliksystems. Somit können die Zwischenräume zwischen den Regulierventilen
in der Ventilebene genutzt werden, um Befestigungsaufnahmen, beispielsweise Befestigungsbohrungen,
anzuordnen, ohne dass eine Beeinträchtigung des Hydrauliksystems auftritt. Eine besonders
platzsparende und kompakte Anordnung der Befestigungsaufnahmen kann auf diese Weise
ermöglicht werden.
[0031] Darüber hinaus kann ein erfindungsgemäßer Türschließer derart weiterentwickelt sein,
dass die zumindest eine Befestigungsaufnahme von sich gegenüberliegenden Seiten des
Gehäuses zugänglich ist, wobei sich die zumindest eine Befestigungsaufnahme zumindest
im Wesentlichen symmetrisch zwischen den beiden gegenüberliegenden Seiten des Gehäuses
erstreckt. Mit anderen Worten ist die Befestigungsaufnahme für ein Einbringen eines
Befestigungsmittels unabhängig von einer Einbaulage des Türschließers zugänglich.
Somit kann der erfindungsgemäße Türschließer unabhängig von einer aktuellen Einbaulage
durch ein Einbringen eines Befestigungsmittels in die Befestigungsaufnahme montiert
und befestigt werden. Durch eine zumindest im Wesentlichen symmetrische Ausgestaltung
der Befestigungsaufnahme kann darüber hinaus ermöglicht werden, dass in jeder Einbaulage
auch dasselbe Befestigungsmittel, beispielsweise eine Schraube, verwendet werden kann.
[0032] Ferner kann bei einem erfindungsgemäßen Türschließer vorgesehen sein, dass das Hydrauliksystem
zwei oder mehr Regulierventile aufweist, wobei die zwei oder mehr Regulierventile,
insbesondere zumindest ein erstes Regulierventil und zumindest ein zweites Regulierventil,
bevorzugt alle Regulierventile, gleich ausgebildet sind. Dadurch kann insbesondere
ermöglicht werden, dass bei der Herstellung des erfindungsgemäßen Türschließers eine
Anzahl verschiedener Bauteile reduziert wird, da zumindest zwei gleiche Regulierventile
eingesetzt werden können und eben nicht grundsätzlich unterschiedliche Regulierventile
verbaut werden müssen. Insbesondere können bevorzugt alle ersten Regulierventile und/oder
alle zweiten Regulierventile gleich ausgebildet sein. Besonders bevorzugt sind alle
und somit sowohl alle ersten als auch alle zweiten Regulierventile gleich ausgebildet.
Eine Vorratshaltung für die Herstellung eines erfindungsgemäßen Türschließers kann
dadurch vereinfacht und folglich insbesondere eine Kostenreduktion ermöglicht werden.
[0033] Auch kann beim erfindungsgemäßen Türschließer ferner vorgesehen sein, dass durch
das jeweilige Regulierventil eine der folgenden Schließereigenschaften des Türschließers
einstellbar ist:
- Schließzeit oder Schließgeschwindigkeit
- Endschlag
- Öffnungsdämpfung
[0034] Diese Liste ist nicht abgeschlossen, so dass durch das jeweilige Regulierventil auch
weitere Schließereigenschaften des Türschließers einstellbar sind, soweit technisch
sinnvoll und möglich.
[0035] Gemäß einem zweiten Aspekt der Erfindung wird die Aufgabe gelöst durch ein Verfahren
zum Montieren und Einstellen eines Türschließers gemäß dem ersten Aspekt der Erfindung.
Ein erfindungsgemäßes Verfahren ist durch folgende Schritte gekennzeichnet:
- a) Schließen der Regulierventile,
- b) Montieren des Türschließers in einer Einbaulage, und
- c) Einstellen der wenigstens einen Schließereigenschaft durch entsprechendes zumindest
teilweises Öffnen eines der Regulierventile.
[0036] Ein erfindungsgemäßes Verfahren gemäß dem zweiten Aspekt der Erfindung wird mit einem
erfindungsgemäßen Türschließer gemäß dem ersten Aspekt der Erfindung ausgeführt. Ein
erfindungsgemäßes Verfahren weist somit sämtliche Merkmale und Vorteile auf, die bereits
ausführlich in Verbindung mit einem Türschließer gemäß dem ersten Aspekt der Erfindung
beschrieben worden sind.
[0037] In einem ersten Schritt a) eines erfindungsgemäßen Verfahrens werden die Regulierventile
des erfindungsgemäßen Türschließers geschlossen. Insbesondere werden alle ersten Regulierventile
und, falls vorhanden auch alle zweiten Regulierventile vollständig geschlossen. Auf
diese Weise kann eine definierte Ausgangslage vor der Montage des erfindungsgemäßen
Türschließers bereitgestellt werden.
[0038] Diese Montage wird im nächsten Schritt b) durchgeführt, in der der Türschließer in
einer Einbaulage, beispielsweise bandseitig bzw. bandgegenseitig und/oder in Sturzmontage
bzw. Türblattmontage, montiert wird.
[0039] Im letzten Schritt c) eines erfindungsgemäßen Verfahrens wird wenigstens eine Schließereigenschaft
durch ein entsprechendes zumindest teilweises Öffnen eines der Regulierventile, das
in Schritt a) geschlossen wurde, eingestellt. Durch die bevorzugte erfindungsgemäße
Ausgestaltung eines Türschließers mit ersten und zweiten Regulierventilen kann hierbei
sichergestellt werden, dass unabhängig von der Einbaulage des Türschließers zumindest
entweder ein erstes Regulierventil oder ein zweites Regulierventil zugänglich bleibt.
Ein vollständiges Einstellen der wenigstens einen Schließereigenschaft unabhängig
von der Einbaulage des Türschließers kann auf diese Weise ermöglicht und sichergestellt
werden.
[0040] Die Erfindung wird im Folgenden mit Bezug auf Figuren beschrieben. Elemente mit gleicher
Funktion und Wirkungsweise werden in den Figuren jeweils mit denselben Bezugszeichen
versehen.
[0041] Es zeigen jeweils schematisch:
- Fig. 1
- eine mögliche Ausgestaltung eines erfindungsgemäßen Türschließers,
- Fig. 2
- eine weitere Ansicht des in Fig. 1 gezeigten Türschließers,
- Fig. 3
- eine Stirnansicht des in Fig. 1 gezeigten Türschließers,
- Fig. 4
- eine Seitenansicht des in Fig. 1 gezeigten Türschließers,
- Fig. 5
- ein an einer Tür montierter erfindungsgemäßer Türschließer, und
- Fig. 6
- verschiedene Ansichten einer weiteren möglichen Ausgestaltungsform eines erfindungsgemäßen
Türschließers.
[0042] Die Fig. 1 bis 4 zeigen schematisch einen möglichen Aufbau eines erfindungsgemäßen
Türschließers 10. Dabei zeigt Fig. 1 eine isometrische Darstellung, Fig. 2 eine Ansicht
entlang einer Achse einer Welle 16 des Türschließers 10. Fig. 3 eine Stirnansicht
sowie Fig. 4 eine Seitenansicht des erfindungsgemäßen Türschließers 10, jeweils mit
transparent dargestelltem Gehäuse 20. Im Folgenden werden die Fig. 1 bis 4 daher gemeinsam
beschrieben, wobei auf die Einzelheiten und Gemeinsamkeiten jeweils gesondert eingegangen
wird.
[0043] Der Türschließer 10 weist in an sich bekannter Weise ein langgestrecktes Gehäuse
20 auf, durch das sich eine zylindrische Bohrung erstreckt, in der eine Schließerfeder
14 und ein längsverschiebbarer Kolben 18 angeordnet sind. Der Kolben 18 umfasst zwei
Kolbenköpfe und zwei die beiden Kolbenköpfe miteinander verbindende Stege, wobei einer
der beiden Stege als Zahnstange ausgebildet ist, die mit einem Zahnritzel einer Schließerwelle
16 kämmt. Über die Schließerwelle 16 kann beispielsweise ein nicht dargestelltes Hebelgestänge
angetrieben werden, um die Schließfunktionalität des erfindungsgemäßen Türschließers
10 bereitstellen zu können.
[0044] Bei dem Türschließer 10 wird mechanische Energie, die beim manuellen Öffnen der Tür
aufgebracht wird, in der Schließerfeder 14 gespeichert. Im Anschluss wird diese Energie
genutzt, um die Tür wieder zu schließen. Die Schließbewegung wird dabei hydraulisch
gedämpft. Dabei können verschiedene Einstellungen vorgenommen werden. Insbesondere
können Schließzeit bzw. Schließgeschwindigkeit, Endschlag und Öffnungsdämpfung eingestellt
werden. Die Einstellung dieser Schließereigenschaften des Türschließers 10 erfolgt
über ein Hydrauliksystem 30 und regulierbare Ventile 60, 62, wie nachstehend näher
erläutert ist.
[0045] Das Hydrauliksystem 30 umfasst einen ersten Hydraulikraum 34, der links des linken
Kolbenkopfes des Kolbens 18 ausgebildet ist, einen zweiten Hydraulikraum 36, der zwischen
den beiden Kolbenköpfen des Kolbens 18 ausgebildet ist, und einen dritten Hydraulikraum
37, der rechts des rechten Kolbenkopfes des Kolbens 18 ausgebildet ist. Für ein Strömen
von Hydraulikfluid 32 sind die Hydraulikräume 34, 36, 37 über eine Hydraulikverbindung
40 fluidkommunizierend miteinander verbunden. Im dargestellten erfindungsgemäßen Türschließer
10 ist diese Hydraulikverbindung 40 als ein erster Kanal 42 und ein davon separater
zweiter Kanal 44 ausgebildet, wobei beide Kanäle 42, 44 jeweils unabhängig voneinander
die drei Hydraulikräume 34, 36, 37 fluidkommunizierend miteinander verbinden. Dafür
sind erfindungsgemäß zumindest zwei Regulierventile 60, 62 vorgesehen, die jeweils
zwischen einem der Kanäle 42, 44 und einen jeweiligen der Hydraulikräume 34, 36, 37
geschaltet sind. Mit dem jeweiligen Kanal 42, 44 sind die entsprechenden Regulierventile
60, 62 an einer Verbindungsstelle 38 fluidkommunizierend verbunden. Dafür sind die
Regulierventile 60, 62 sowohl mit dem entsprechenden Kanal 42, 44 als auch mit Anschlussbereichen
49 der jeweiligen Hydraulikräume 34, 36, 37 fluidkommunizierend verbunden. In der
dargestellten Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Türschließers 10 sind jeweils
drei erste und zweite Regulierventile 60, 62 vorgesehen. Diese mehreren ersten Regulierventile
60, die jeweils unmittelbar mit dem ersten Kanal 42 verbunden sind, sowie mehreren
zweiten Regulierventile 62, die jeweils unmittelbar mit dem zweiten Kanal 42 verbunden
sind, können zum Einstellen bevorzugt verschiedener Schließereigenschaften verwendet
werden. In der dargestellten Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Türschließers
10 bilden jeweils ein erstes Regulierventil 60 und ein zweites Regulierventil 62 ein
Ventilpaar 50, wobei beide Regulierventile 60, 62 eines Ventilpaars 50 zum Einstellen
derselben Schließereigenschaft ausgebildet sind. Bevorzugt sind hierbei zusätzlich
alle Regulierventile 60, 62 gleich ausgebildet. Mit den Regulierventilen 60, 62 des
linken Ventilpaars 50 kann der Endschlag eingestellt werden, mit denen des mittleren
Ventilpaars 50 kann die Schließzeit bzw. die Schließgeschwindigkeit eingestellt werden,
und mit denen des rechten Ventilpaars 50 kann die Öffnungsdämpfung eingestellt werden.
[0046] Eine weitere, zu den Regulierventilen 60, 62 zusätzliche, Möglichkeit zum Beeinflussen
einer Schließereigenschaft stellen Aktivierungspunkte 46, 48 dar, an denen der jeweilige
Kanal 42, 44 direkt mit einem der Hydraulikräume 34, 36, 37, insbesondere mit einem
zum Beispiel als Anschlussbohrung ausgebildeten Anschlussbereich 49 des Hydraulikraums
34, 36, 37, fluidkommunizierend verbunden ist. Die relative Position des jeweiligen
Aktivierungspunkts 46, 48 im entsprechenden Kanal 42, 44 kann eine Aktivierung beziehungsweise
Deaktivierung der eingestellten Schließereigenschaft bewirken. Dargestellt sind jeweils
ein erster Aktivierungspunkt 46 im ersten Kanal 42 und ein zweiter Aktivierungspunkt
48 im zweiten Kanal 44, wobei die relativen Positionen der beiden Aktivierungspunkte
46, 48 bezüglich des entsprechenden Kanals 42, 44 gleich sind. Dadurch ist die durch
die beiden Aktivierungspunkte 46, 48 bereitgestellte Funktion unabhängig von der gewählten
Einbaulage 12 des Türschließers 10. Alternativ und nicht abgebildet können die relativen
Positionen der Aktivierungspunkte 46, 48 in den zugehörigen Kanälen 42, 44 auch unterschiedlich
gewählt sein, um explizit eine einbaulagenabhängige Einstellbarkeit der Schließfunktionalität
bereitzustellen.
[0047] Ferner sind, wie zum Beispiel in Fig. 1, 3 und 4 abgebildet, die Regulierventile
60, 62 der jeweiligen Ventilpaare 50 in einer gemeinsamen Ventilebene 74, die beiden
Kanälen 42, 44 der Hydraulikverbindung 40 innerhalb des Gehäuses 20 in einer zur gemeinsamen
Ventilebene 74 beabstandeten und parallelen gemeinsamen Verbindungsebene 84 angeordnet.
Mit anderen Worten fallen die jeweiligen ersten Ventilebenen 70, in denen die ersten
Regulierventile 60 angeordnet sind, sowie die jeweiligen zweiten Ventilebenen 72,
in denen die zweiten Regulierventile 62 angeordnet sind, zur gemeinsamen Ventilebene
74 zusammen. Gleichzeitig fallen auch die erste Verbindungsebene 80, in welcher der
erste Kanal 42 angeordnet ist, mit der zweiten Verbindungsebene 82, in der der zweite
Kanal 44 angeordnet ist, zur gemeinsamen Verbindungsebene 84 zusammen. Die Verbindungsstellen
38 zwischen dem jeweiligen Kanal 42, 44 und den entsprechenden Regulierventil 60,
62 sind als kurze Leitungen zwischen der gemeinsamen Verbindungsebene 84 und der gemeinsamen
Ventilebene 74 ausgebildet. Somit können, wie zum Beispiel in Fig. 4 abgebildet, Befestigungsaufnahmen
26 in der gemeinsamen Ventilebene 74 zwischen den Regulierventilen 60, 62 angeordnet
werden, ohne ein Strömen von Hydraulikfluid 32 im Hydrauliksystem 30 zwischen den
Regulierventilen 60, 62 des erfindungsgemäßen Türschließers 10 zu behindern. Ferner
sind die Befestigungsaufnahmen 26 von sich gegenüberliegenden Seiten 22 des Gehäuses
20 zugänglich und erstrecken sich symmetrisch zwischen diesen beiden gegenüberliegenden
Seiten 22 des Gehäuses 20. Durch die Befestigungsaufnahmen 26 kann dadurch eine Befestigung
des erfindungsgemäßen Türschließers 10 bei einer Montage unabhängig von einer Einbaulage
12 ermöglicht werden. Insbesondere können bei einem erfindungsgemäßen Türschließer
10 diese Befestigungsaufnahmen 26 im Gehäuse 20 vorteilhaft positioniert angeordnet
werden, da bereits durch die erfindungsgemäße Anordnung der Kanäle 42, 44 in einer
zur gemeinsamen Ventilebene 74 separaten gemeinsamen Verbindungsebene 84 Überschneidungen
dieser Befestigungsaufnahmen 26 mit der Hydraulikverbindung 40 beziehungsweise dem
ersten Kanal 42 oder dem zweiten Kanal 44 vermieden werden können. Auf die Befestigung
des Türschließers 10 einwirkende starke Hebelarme beziehungsweise Kräfte, durch die
sich die Befestigung lösen oder z.B. Schrauben lockern und sogar ausbrechen könnten,
können auf diese Weise vermieden werden. Auch eine Vergrößerung des Schließerkörpers
des Türschließers 10 allein aus dem Grund, um ein Überschneiden der Hydraulikverbindung
40 beziehungsweise der Kanäle 42, 44 mit den Befestigungsaufnahmen 26 zu verhindern,
ist bei einem erfindungsgemäßen Türschließer 10 somit nicht erforderlich. Ein für
eine Montage des erfindungsgemäßen Türschließers 10 notwendiger Bauraum kann dadurch
verkleinert und insgesamt Kosten eingespart werden.
[0048] Darüber hinaus sind alle Regulierventile 60, 62 von außerhalb des Gehäuses 20 betätigbar,
wobei insbesondere alle ersten Regulierventile 60 von einer ersten Seite 22, alle
zweiten Regulierventile 62 von einer zu dieser gegenüberliegenden Seite 22 des Gehäuses
20 betätigbar sind. Unabhängig von einer Einbaulage 12 des Türschließers 10 kann somit
sichergestellt werden, dass zumindest die ersten Regulierventile 60 oder die zweiten
Regulierventile 62 zugänglich bleiben, wodurch ein Einstellen der jeweiligen Schließereigenschaften
insbesondere unabhängig von der jeweiligen Einbaulage 12 des Türschließers 10 bereitgestellt
und sichergestellt werden kann. Wie oben beschrieben, sind je ein erstes Regulierventil
60 und ein zweites Regulierventil 62 zu einem Ventilpaar 50 zusammengefasst und einer
gemeinsamen Schließereigenschaft zugeordnet. Durch die erfindungsgemäße Anordnung
der Regulierventile 60, 62 kann somit für jedes Ventilpaar 50, und damit für jede
zugeordnete Schließereigenschaft, eine Zugänglichkeit beziehungsweise Einstellbarkeit
unabhängig von einer Einbaulage 12 des Türschließers 10 sichergestellt werden. Durch
die im dargestellten Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Türschließers 10
vorgesehene Anordnung des ersten Kanals 42 und des zweiten Kanals 44 symmetrisch im
Gehäuse 20 zu einer Ebene quer zu den Ventilachsen 66 (vgl. Fig. 3) können Unterschiede
in den beiden Abschnitten des Hydrauliksystems 30, erster Kanal 42 und erste Regulierventile
60 beziehungsweise zweiter Kanal 44 und zweite Regulierventile 62, und der jeweils
bereitgestellten Einstellbarkeit der unterschiedlichen Schließereigenschaften vermieden
werden.
[0049] Auch weisen die jeweiligen Regulierventile 60, 62 eines jeden Ventilpaars 50 Ventilkörper
64 mit einer Ventilachse 66 auf, wobei durch eine Rotation und/oder ein Verschieben
der Ventilkörper 64 um die bzw. entlang der Ventilachse 64 ein Einstellen der jeweiligen
Schließereigenschaft bereitgestellt werden kann. Wie dargestellt, können die Ventilachsen
66 der Ventilkörper 64 der ersten Regulierventile 60 und der zweiten Regulierventile
62 parallel zueinander ausgerichtet sein, wobei insbesondere die Regulierventile 60,
62 eines Ventilpaars 50 unmittelbar benachbart angeordnet sein können. Auch erstrecken
sich die Ventilkörper 64 der Regulierventile 60, 62 über einen Großteil einer Breite
24 des Gehäuses 20 des Türschließers 10, wodurch sich die Ventilkörper 64 quer zu
ihren Ventilachsen 66 überlappen. Eine besonders bauraumsparende Anordnung der Regulierventile
60, 62 kann dadurch ermöglicht werden.
[0050] Fig. 5 zeigt eine grundsätzliche Anordnungsmöglichkeit eines erfindungsgemäßen Türschließers
10 in einer Einbaulage 12 an einer Tür 100. Der Türschließer 10 ist wiederum in der
bereits in den Fig. 1 bis 4 beschriebenen Ausführungsform ausgebildet. Gezeigt ist
eine bandseitige Anordnung des Türschließers 10 in einer Türblattmontage. An der Welle
16 des Türschließers 10 kann noch ein Hebegestänge angeordnet werden, dieses ist jedoch
nicht mit abgebildet. Die Montage des Türschließers 10 kann über in die Befestigungsaufnahmen
26 eingebrachten Befestigungsmittel, beispielsweise Schrauben, durchgeführt werden.
Deutlich sichtbar ist, dass von den drei vorhandenen Ventilpaaren 50 jeweils ein erstes
Regulierventil 60 leicht zugänglich ist. Ein Einstellen der Schließereigenschaften,
insbesondere unterschiedlicher Schließereigenschaften, des Türschließers 10 kann auf
diese Weise besonders einfach sichergestellt werden.
[0051] In Fig. 6 sind verschiedene Ansichten einer weiteren Ausgestaltungsform eines erfindungsgemäßen
Türschließers 10 gezeigt. Die linke Abbildung zeigt eine Stirnansicht, die mittlere
Abbildung eine Seitenansicht sowie die rechte Abbildung eine isometrische Ansicht
des Türschließers 10. Das Gehäuse 20 des Türschließers 10 ist jeweils transparent
dargestellt. Der in Fig. 6 dargestellte Türschließer 10 unterscheidet sich von dem
in den Fig. 1 bis 4 dargestellten Türschließer 10 insbesondere durch die Ausgestaltung
des Hydrauliksystems 30. Bezüglich des restlichen Aufbaus, beispielsweise der Schließmechanik,
wird auf die obige Beschreibung der in Fig. 1 bis 4 gezeigten Ausführungsform des
erfindungsgemäßen Türschließers 10 verwiesen.
[0052] Auch in dieser Ausgestaltungsform des erfindungsgemäßen Türschließers 10 weist dessen
Hydrauliksystem 30 eine Hydraulikverbindung 40 auf, die wiederum einen ersten Kanal
42 und einen davon getrennten zweiten Kanal 44 zum Leiten von Hydraulikfluid 32 aufweist.
Der erste Kanal 42 ist in einer ersten Verbindungsebene 80, der zweite Kanal 44 in
einer zweiten Verbindungsebene 82 angeordnet. Beide Kanäle 42, 44 verbinden wiederum
unabhängig voneinander die Hydraulikräume 34, 36, 37 des Hydrauliksystems 30. Für
ein Einstellen von Schließereigenschaften des Türschließers sind erste Regulierventile
60, angeordnet in einer ersten Ventilebene 70 und verbunden mit dem ersten Kanal 42,
und zweite Regulierventile 62, angeordnet in einer zweiten Ventilebene 72 und verbunden
mit dem zweiten Kanal 44, vorgesehen, wobei die einzelnen Regulierventile 60, 62 an
Verbindungsstellen 38 mit den einzelnen Hydraulikräumen 34, 36, 37 fluidkommunizierend
verbunden sind.
[0053] Im Unterschied zu der in Fig. 1 bis 4 gezeigten Ausgestaltung des erfindungsgemäßen
Türschließers 10 sind in dieser Ausführungsform die erste Ventilebene 70, die zweite
Ventilebene 72, die erste Verbindungsebene 80 sowie die zweite Verbindungsebene82
jeweils paarweise parallel und zueinander beabstandet im Gehäuse 20 des erfindungsgemäßen
Türschließers 10 angeordnet. Durch diese räumliche Trennung der Ventilebenen 70, 72
und der Verbindungsebenen 80, 82 kann eine besonders gute Ausnutzung des vorhandenen
Bauraums ermöglicht werden. Darüber hinaus können in dieser Ausgestaltungsform des
erfindungsgemäßen Türschließers 10 Befestigungsaufnahmen 26 sowohl in der ersten Ventilebene
70 als auch in der zweiten Ventilebene 72 zwischen den Regulierventilen 60, 62 angeordnet
werden, ohne ein Strömen von Hydraulikfluid 32 im Hydrauliksystem 30 zwischen den
Regulierventilen 60, 62 des erfindungsgemäßen Türschließers 10 zu behindern. Die Befestigungsaufnahmen
26 sind wiederum von sich gegenüberliegenden Seiten 22 des Gehäuses 20 zugänglich
und erstrecken sich symmetrisch zwischen diesen beiden gegenüberliegenden Seiten 22
des Gehäuses 20. Auf diese Weise kann eine Befestigung des erfindungsgemäßen Türschließers
10 bei einer Montage unabhängig von einer Einbaulage 12 ermöglicht werden.
[0054] Bezugszeichen
- 10
- Türschließer
- 12
- Einbaulage
- 14
- Schließerfeder
- 16
- Schließerwelle
- 18
- Kolben
- 20
- Gehäuse
- 22
- Seite
- 24
- Breite
- 26
- Befestigungsaufnahme
- 30
- Hydrauliksystem
- 32
- Hydraulikfluid
- 34
- erster Hydraulikraum
- 36
- zweiter Hydraulikraum
- 37
- dritter Hydraulikraum
- 38
- Verbindungsstelle
- 40
- Hydraulikverbindung
- 42
- erster Kanal
- 44
- zweiter Kanal
- 46
- erster Aktivierungspunkt
- 48
- zweiter Aktivierungspunkt
- 49
- Anschlussbereich
- 50
- Ventilpaar
- 60
- erstes Regulierventil
- 62
- zweites Regulierventil
- 64
- Ventilkörper
- 66
- Ventilachse
- 70
- erste Ventilebene
- 72
- zweite Ventilebene
- 74
- gemeinsame Ventilebene
- 80
- erste Verbindungsebene
- 82
- zweite Verbindungsebene
- 84
- gemeinsame Verbindungsebene
- 100
- Tür
1. Türschließer (10) zum Schließen einer Tür (100), der Türschließer (10) aufweisend
ein Gehäuse (20) und ein Hydrauliksystem (30) zum Einstellen wenigstens einer Schließereigenschaft
des Türschließers (10) mit einem ersten Hydraulikraum (34), zumindest einem zweiten
Hydraulikraum (36, 37), einer Hydraulikverbindung (40) mit einem ersten Kanal (42)
sowie zumindest einem ersten Regulierventil (60), wobei der erste Kanal (42) die Hydraulikräume
(34, 36, 37) fluidkommunizierend verbindet, wobei ferner das zumindest eine erste
Regulierventil (60) mit dem ersten Kanal (42) unmittelbar verbunden ist, und wobei
das erste Regulierventil (60) in einer ersten Ventilebene (70) und der erste Kanal
(42) in einer zur ersten Ventilebene (70) beabstandeten und parallelen ersten Verbindungsebene
(80) angeordnet sind.
2. Türschließer (10) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Türschließer (10) in wenigstens zwei Einbaulagen (12) montierbar ist, wobei die
Hydraulikverbindung (40) einen vom ersten Kanal (42) separaten zweiten Kanal (44)
sowie das Hydrauliksystem (30) zumindest ein zweites Regulierventil (62) aufweist,
wobei auch der zweite Kanal (44) die Hydraulikräume (34, 36, 37) fluidkommunizierend
verbindet, wobei ferner das zumindest eine zweite Regulierventil (62) mit dem zweiten
Kanal (44) unmittelbar verbunden ist, wobei das zweite Regulierventil (62) in einer
zweiten Ventilebene (72) und der zweite Kanal (44) in einer zur zweiten Ventilebene
(72) beabstandeten und parallelen zweiten Verbindungsebene (82) angeordnet sind, und
wobei das zumindest eine erste Regulierventil (60) und das zumindest eine zweite Regulierventil
(62) unabhängig voneinander jeweils an sich gegenüberliegenden Seiten (22) des Gehäuses
(20) von außerhalb zum Einstellen der wenigstens einen Schließereigenschaft betätigbar
sind.
3. Türschließer (10) nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass jeweils ein erstes Regulierventil (60) und ein zweites Regulierventil (62) ein Ventilpaar
(50) bilden, wobei die Regulierventile (60, 62) des Ventilpaars (50) zum Einstellen
derselben Schließereigenschaft ausgebildet sind, und wobei die Schließereigenschaft
wahlweise durch das erste Regulierventil (60) oder das zweite Regulierventil (62)
des Ventilpaars (50) einstellbar ist.
4. Türschließer (10) nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Hydrauliksystem (30) zumindest drei Hydraulikräume (34, 36, 37) und zumindest
zwei Ventilpaare (50) aufweist, wobei durch die verschiedenen Ventilpaare (50) unterschiedliche
Schließereigenschaften des Türschließers (10) einstellbar sind.
5. Türschließer (10) nach einem der vorstehenden Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
dass die Regulierventile (60, 62) jeweils einen Ventilkörper (64) mit einer Ventilachse
(66) aufweisen, wobei die Ventilachsen (66) zumindest eines ersten Regulierventils
(60) und zumindest eines zweiten Regulierventils (62), bevorzugt von allen Regulierventilen
(60, 62), parallel zueinander ausgerichtet sind.
6. Türschließer (10) nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Ventilkörper (64) zumindest eines ersten Regulierventils (60) und zumindest eines
zweiten Regulierventils (62) quer zu ihren Ventilachsen (66) wenigstens teilweise
überlappend im Gehäuse (20) angeordnet sind.
7. Türschließer (10) nach Anspruch 5 oder 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die beiden Kanäle (42, 44) bezüglich einer Ebene quer zu den Ventilachsen (66) der
Regulierventile (60, 62) spiegelsymmetrisch im Gehäuse (20) angeordnet sind und/oder
dass die beiden Kanäle (42, 44) bezüglich einer Geraden quer zu den Ventilachsen (66)
der Regulierventile (60, 62) drehsymmetrisch im Gehäuse (20) angeordnet sind.
8. Türschließer (10) nach einem der vorstehenden Ansprüche 2 bis 7, dadurch gekennzeichnet,
dass die erste Ventilebene (70) und die zweite Ventilebene (72) eine gemeinsame Ventilebene
(74) bilden und/oder die erste Verbindungsebene (80) und die zweite Verbindungsebene
(82) eine gemeinsame Verbindungsebene (84) bilden.
9. Türschließer (10) nach einem der vorstehenden Ansprüche 2 bis 7, dadurch gekennzeichnet,
dass die erste Ventilebene (70), die zweite Ventilebene (72), die erste Verbindungsebene
(80) und die zweite Verbindungsebene (82) jeweils paarweise beabstandet und parallel
zueinander angeordnet sind.
10. Türschließer (10) nach einem der vorstehenden Ansprüche 2 bis 9, dadurch gekennzeichnet,
dass im montierten Zustand des Türschließers (10) das zumindest eine erste Regulierventil
(60) betätigbar ist und das zumindest eine zweite Regulierventil (62) unzugänglich
ist, oder
dass im montierten Zustand des Türschließers (10) das zumindest eine zweite Regulierventil
(62) betätigbar ist und das zumindest eine erste Regulierventil (60) unzugänglich
ist.
11. Türschließer (10) nach einem der vorstehenden Ansprüche 2 bis 10, dadurch gekennzeichnet,
dass der erste Kanal (42) an einem ersten Aktivierungspunkt (46) und der zweite Kanal
(44) an einem zweiten Aktivierungspunkt (48) jeweils mit dem zweiten Hydraulikraum
(36, 37) fluidkommunizierend verbunden sind und/oder verbindbar sind, wobei für unterschiedliches,
insbesondere von einer Einbaulage des Türschließers (10) abhängiges, Bereitstellen
einer Schließereigenschaft sich die relative Position des ersten Aktivierungspunkts
(46) bezüglich des ersten Kanals (42) von der relativen Position des zweiten Aktivierungspunkts
(48) bezüglich des zweiten Kanals (44) unterscheidet.
12. Türschließer (10) nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass in der ersten Ventilebene (70) zwei oder mehr erste Regulierventile (60) angeordnet
sind und/oder in der zweiten Ventilebene (72) zwei oder mehr zweite Regulierventile
(62) angeordnet sind.
13. Türschließer (10) nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass zumindest eine Befestigungsaufnahme (26), insbesondere eine Befestigungsbohrung,
im Gehäuse (20) angeordnet ist, wobei die zumindest eine Befestigungsaufnahme (26)
in der ersten Ventilebene (70) und/oder einer zweiten Ventilebene (72) angeordnet
ist und sich bevorzugt parallel zu einer Ventilachse (66) eines der Regulierventile
(60, 62) erstreckt.
14. Türschließer (10) nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass die zumindest eine Befestigungsaufnahme (26) von sich gegenüberliegenden Seiten (22)
des Gehäuses (20) zugänglich ist, wobei sich die zumindest eine Befestigungsaufnahme
(26) zumindest im Wesentlichen symmetrisch zwischen den beiden gegenüberliegenden
Seiten (22) des Gehäuses (20) erstreckt.
15. Türschließer (10) nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Hydrauliksystem (30) zwei oder mehr Regulierventile (60, 62) aufweist, wobei
die zwei oder mehr Regulierventile (60, 62), insbesondere zumindest ein erstes Regulierventil
(60) und zumindest ein zweites Regulierventil (62), bevorzugt alle Regulierventile
(60, 62), gleich ausgebildet sind.
16. Türschließer (10) nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass durch das jeweilige Regulierventil (60, 62) eine der folgenden Schließereigenschaft
des Türschließers (10) einstellbar ist:
- Schließzeit oder Schließgeschwindigkeit
- Endschlag
- Öffnungsdämpfung
17. Verfahren zum Montieren und Einstellen eines Türschließers (10) nach einem der vorstehenden
Ansprüche,
gekennzeichnet durch folgende Schritte:
a) Schließen der Regulierventile (60, 62),
b) Montieren des Türschließers (10) in einer Einbaulagen (12), und
c) Einstellen der wenigstens einen Schließereigenschaft durch entsprechendes zumindest teilweises Öffnen eines der Regulierventile (60, 62).