[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum maschinellen Verpacken eines
Verpackungsguts in einer Versandtasche aus papierförmigen Verpackungsmaterial, eine
Verpackungsmaschine zum Verpacken von Verpackungsgut in einer Versandtasche aus papierförmigen
Verpackungsmaterial sowie eine Versandtasche aus einem papierförmigen Verpackungsmaterial.
[0002] Versandtaschen aus papierförmigen Verpackungsmaterial sind bekannt. Dies sind Versandverpackungen
für relativ flache und kleine Versandgüter, wie beispielswiese mechanische oder elektronische
Kleinteile, Textilien, Prospekte, usw., wobei fertige Versandtaschen in die nachträglich
ein Produkt eingeführt wird, üblicherweise mit einem Verschluss auf einer Seite versehen
sind. Im Nachfolgenden handelt es sich um Versandtaschen, die erst während der Verpackung
eines Verpackungsgutes zu einer Versandtasche ausgebildet werden. Unter papierförmigen
Verpackungsmaterial wird im wesentlichen reines Papiermaterial verstanden, wobei es
sich hierbei jedoch auch um papierähnliches Material aus anderen Stoffen als aus Holz
gewonnenen Faserstoff handeln kann, jedoch die Eigenschaften hinsichtlich der für
eine Verpackung geeigneten Eigenschaften, wie Festigkeit, Faltbarkeit usw. aufweist.
[0003] Derartige Versandtaschen gibt es in unterschiedlichen Größen, die nach Größe des
Produkts bei dem Versand ausgewählt werden müssen. Insbesondere im Versandhandel über
das Internet ist es bekannt, unterschiedlich große Gegenstände als Verpackungsgut
durch undurchsichtige Folienverpackungen zu verpacken, wobei die Folienbeutel auf
die Produktgröße angepasst werden. Bei dem Verpackungsgut kann es sich textile Gegenstände
oder jegliche andere beliebig geformten Gegenstände handeln, die von der Größe her
geeignet sind, in einer Versandtasche verschickt zu werden und die Größenvorgaben
der Transportunternehmen erfüllen.
[0004] Aus der
EP 580 015 A1 ist eine Maschine zum Verpacken von plattenförmigen Werkstücken mit Kunststofffolien
konzipiert. Das Verpackungsmaterial wird hierbei von oben nach unten gefördert, wobei
das untere Ende lose in der Maschine liegt und dann von dem plattenförmigen Werkstück
mitgezogen wird, so dass letztlich eine banderolenförmige Verpackung entsteht. Der
Verschluss vom losen Ende wird mit einer nachfolgenden separaten Station durchgeführt,
wobei zuvor noch eine Eckumsetzung erfolgt. Die Produkte müssen für diese Verpackung
eine Eigensteifigkeit aufweisen.
[0005] Bei der
US 6 766 625 B2 und der
EP 1 770 014 A2 werden Papierstapel, wie z:B. auch Kopierpapier banderoliert und im weiteren Verlauf
seitlich verschlossen. Die dort beschriebenen Verfahren funktionieren nur mit einer
Eigensteifigkeit der Produkte.
[0006] Mittels diesen Maschinen ist es nicht möglich, in der Größe und Form aufeinanderfolgende
unterschiedliche Produkte zu verpacken.
[0007] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Möglichkeit vorzuschlagen,
mit der unterschiedlich große und in ihrer Art in den Abmessungen und Formen verschiedene
Produkte, insbesondere auch flexible Produkte, variabel chaotisch automatisiert in
einer speziellen Versandtasche aus papierförmigem Verpackungsmaterial verpackt werden
können.
[0008] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren nach Anspruch 1, eine Verpackungsmaschine
nach Anspruch 7 sowie eine Versandtasche nach Anspruch 14 gelöst. Weitere vorteilhafte
Ausgestaltungen sind den jeweiligen rückbezogenen Unteransprüchen zu entnehmen.
[0009] Gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren wird das Verpackungsgut horizontal zu einer
vertikalen Verpackungsmaterialbahn transportiert und in Transportrichtung des Verpackungsguts
in eine senkrecht zu der Transportrichtung befindliche Verpackungsmaterialbahn hinein
bewegt, so dass das Verpackungsgut auf der Verpackungsmaterialbahn bzw. dem Verpackungsmaterial
beim Weitertransport zu liegen kommt. Anschließend wird ein erstes unteres Verpackungsmaterialbahnende
in die Transportrichtung zeigend oberhalb des Verpackungsguts auf einem Gegenhalter
abgelegt und ein zweites oberes Verpackungsmaterialbahnende gegen die Transportrichtung
zeigend auf das erste untere Materialbahnende angeordnet und miteinander verbunden.
Dadurch entsteht ein banderolenförmiger das Verpackungsgut auf der Ober- und Unterseite
sowie Stirn- und Rückseite umhüllender Verpackungsmaterialumschlag mit zwei gegenüberliegenden
offenen, das Verpackungsgut seitlich überragenden quer zur Transportrichtung weisenden
Längsseiten. Die Verbindung der Verpackungsmaterialbahnenden auf der Oberseite kann
mittels eines Leims, insbesondere Heißleims oder eines Klebers erfolgen. Vorzugsweise
wird die Oberseite auf der Unterseite befestigt, um Probleme bei der nachfolgenden
Weiterverarbeitung durch ein möglicherweise hochstehendes Verpackungsmaterialende
und die Gefahr der Öffnung des Verpackungsmaterialumschlags zu vermeiden. Als nächstes
wird die Verpackung weitertransportiert und anschließend an den offenen Längsseiten
mit einer Verschlussnaht verschlossen, die maschinell mittels eines Fadens hergestellt
wird. Da die Verschlussnaht maschinell verschlossen wird, erfolgt das Verschließen
bekanntlich mit zwei Fäden, einem oben sichtbaren Nadelfaden und einem auf der Unterseite
sichtbaren Greiferfaden. Es wird daher im Nachfolgenden im Zusammenhang mit maschinellem
Vernähen auch der Begriff Faden verwendet, selbst wenn es sich tatsächlich um zwei
Fäden handelt. Das Verschließen kann beispielsweise mit textilen Fäden oder Kunststofffäden
erfolgen. Eine zusätzliche Einbringung eines Klebebandstreifens für die Wiederverschließbarkeit
der Versandtasche innerhalb der Verschlussnaht, zum Beispiel für eine Rücksendung,
ist ebenfalls möglich. Der Begriff Verpackungsmaterial wird im Text auch allgemein
und der Begriff Verpackungsmaterialbahn bezogen auf das auf die Länge abgeschnittene
zur Verpackung dienende Stück des Verpackungsmaterials verwendet.
[0010] Gemäß einer weiteren Ausbildung des Verfahrens wird das Verpackungsmaterial parallel
zu der Verschlussnaht beidseitig auf der dem Verpackungsgut abgewandten Seite der
Verschlussnaht abgeschnitten, damit der mit der Abstand von der Verschlussnaht zum
Rand der Versandtasche nicht unnötig breit ist.
[0011] Gemäß einer besonders bevorzugten Ausbildung des Verfahrens wird die Höhe, Breite
und Länge des Verpackungsguts vor Erreichen der Verpackungsmaterialbahn gemessen und
daraus die erforderliche Breite des Verpackungsmaterials ermittelt und gegebenenfalls
ausgewählt und die Länge der Verpackungsmaterialbahn ermittelt. Üblicherweise wird
das Verpackungsmaterial mit einer vorgegebenen Breite, die für alle zu verpackenden
Verpackungsgüter ausreichend ist, von einer Rolle abgezogen und entsprechend der ermittelten
Länge abgeschnitten und steht dann, wie vorstehend erwähnt, senkrecht zur Transportrichtung
das Verpackungsgut zum Verpacken zur Verfügung. Vorzugsweise können auch mehrere Breiten
an Verpackungsmaterial zur Verfügung gestellt werden, so dass abhängig von der Breite
und Höhe des Verpackungsgutes das am wenigsten Verpackungsmaterial verbrauchenden
Verpackungsmaterial ausgewählt wird. Dadurch kann Verpackungsmaterial gespart und
Abfall verringert werden. Damit die Lage des Verpackungsgut entsprechend seiner Länge
richtig zu den Verpackungsmaterialenden positioniert werden kann, erfolgt aus der
ermittelten Länge des Verpackungsguts eine Positionierung durch eine Wegsteuerung
eines folgenden Auslaufbandes auf der das Verpackungsgut auf der Verpackungsmaterialbahn
zu liegen kommt. Des Weiteren werden aus der eingangs ermittelten Höhe und Breite
die Position der Verschlussnaht und gegebenenfalls die Position für das Abschneiden
überschüssigen Verpackungsmaterial ermittelt und eingestellt. Damit können aufeinanderfolgende
Verpackungsgüter mit unterschiedlichen Abmessungen automatisch verpackt werden, wobei
sichergestellt ist, dass der Überstand zwischen dem Verpackungsgut und dem Rand der
Versandtasche möglichst gering und entsprechend Vorschriften der Transportunternehmen
gerecht wird, weil eine Anpassung in der Breite beim Herstellen der Verschlussnaht
und dem Abschneiden des überschüssigen Verpackungsmaterials erfolgt.
[0012] Zweckmäßigerweise werden die Verpackungsmaterialbahnenden miteinander verklebt oder
verleimt, wobei vorzugsweise der Kleber bzw. der Leim an dem oberen Verpackungsmaterialbahnende
angebracht wird.
[0013] Der Verpackungsmaterialumschlag mit dem Verpackungsgut wird vorteilhafter Weise an
den beiden offenen Seiten mittels einer Vorzugeinrichtung zusammengepresst und einer
auf beiden Seiten des Verpackungsguts die seitlichen Enden der Verpackungsmaterialbahn
eine Verschlussnaht erzeugenden Einrichtung zugeführt. Hierbei handelt es sich um
eine mit jeweils einem getrennten Faden die beiden offenen Seiten vernähenden Nähmaschine.
Vorzugsweise wird für eine spätere Öffnung der Verschlussnaht ein Fehlstich erzeugt,
indem mittels eine Blaseinrichtung der Nadelfaden angeblasen und damit in seiner Position
verändert wird, so dass der Greiferfaden nicht durch die Schlaufe des Nadelfadens
gelangt. Durch Aufziehen des unteren Greiferfadens an dieser Stelle und anschließendem
Ziehen am oberen Nadelfaden kann dann die Versandtasche einfach geöffnet werden. Je
nach Bedarf erfolgt parallel zu dem Vernähen ein Abschneiden des überflüssigen Verpackungsmaterials,
wie vorstehend ausgeführt. Das Abschneiden kann gleichzeitig oder nach dem Vernähen
erfolgen. Der Transport des Verpackungsgutes erfolgt während des gesamten Verpackungsvorgangs
in einer Linie ohne Eckumsetzungen oder anderen Bahnrichtungsänderungen.
[0014] Bei der erfindungsgemäßen Verpackungsmaschine sind ein Einlaufband zum Zuführen des
darauf angeordneten Verpackungsgutes zu einer Verpackungseinheit und einem anschließenden
Auslaufband vorgesehen, wobei die Verpackungseinheit das Verpackungsgut mit dem Verpackungsmaterial
auf den Stirnseiten sowie Ober- und Unterseite mit einer auf der oberen Seite verschlossenen
banderolenförmigen Verpackungsmaterialumschlag erzeugend umhüllt. Außerdem ist eine
an das Auslaufband anschließende Verschließeinheit, die den Verpackungsmaterialumschlag
an den offenen Längsseiten mit einer Verschlussnaht, die maschinell mittels eines
Fadens hergestellt ist, verschließt. Zum Herstellen des Verpackungsmaterialumschlags
weist die Verpackungseinheit eine obere und eine untere vertikal und horizontal bewegbare
und um ihre Längsachse drehbare mit Vakuum beaufschlagbare Abziehleiste auf. Die untere
Abziehleiste dient dazu, die Verpackungsmaterialbahn von einer Rolle abzuziehen, und
die obere Abziehleiste dient dazu das andere Ende der Verpackungsmaterialbahn zu greifen,
wobei die Verpackungsmaterialbahn an der oberen Abziehleiste abgeschnitten wird. Dies
kann mittels einer Schneideinrichtung direkt an der Abziehleiste oder einer gesonderten
Schneideinrichtung erfolgen. Vorzugsweise wird an dieser Stelle auch bevorzugt Heißleim
aufgebracht. Des Weiteren dienen die Abziehleisten dazu, das Verpackungsmaterial in
einer Ebene senkrecht zur Transportrichtung des Verpackungsguts zwischen dem Einlaufband
und dem Auslaufband zu spannen, gegebenenfalls im Hinblick auf die Länge des Verpackungsguts
in vertikaler Richtung so zu positionieren, das das Verpackungsgut zu den Verpackungsmaterialbahnenden
den richtigen Abstand aufweist, und nach dem Eintritt des Verpackungsgut es in die
Ebene der Verpackungsmaterialbahn diese mitzuführen und überlappend ein oberes und
ein unteres Ende der Verpackungsmaterialbahn wahlweise auf einem Gegenhalter oberhalb
des Auslaufbandes abzulegen, nachdem das Verpackungsgut durch die Ebene der Verpackungsmaterialbahn
hindurch getreten ist und auf dem Verpackungsmaterial bzw. der Verpackungsmaterialbahn
liegend, sich auf dem Auslaufband befindet. Die untere Abziehleiste wird hierzu um
270° in Transportrichtung und die obere Abziehleiste um 90° gegen die Transportrichtung
gedreht. Der Gegenhalter wird insbesondere deshalb benötigt, da auch die Verpackung
von flexiblen, insbesondere textilen Materialien möglich sein soll und somit für das
Verbinden der Materialbahnenden einer Gegendruckfläche vorhanden sein muss. Der Gegenhalter
wird zweckmäßigerweise mit geringem Abstand zu der Oberseite des Verpackungsguts positioniert,
um einerseits das Verpackungsgut nicht zu belasten und andererseits so wenig wie möglich
Verpackungsmaterial zu verwenden. Da chaotisch aufeinanderfolgende beliebige Produkte
verpackt werden, ist der Gegenhalter bei allen flexiblen und keine ebene Oberfläche
aufweisenden Produkten erforderlich. Nur bei biegesteiferen ebenen Produkten, wie
beispielsweise Katalogen usw., könnte grundsätzlich auf den Gegenhalter verzichtet
werden. Allerdings ist die wahlweise Verwendung aufwändig, so dass bei einer chaotischen
Produktartenfolge ein permanenter Wechsel auf mit und ohne Gegenhalter und der zur
Verfügung stehenden Zeit als nicht zweckmäßig erscheint.
[0015] Besonders umweltfreundlich und die Ressourcen schonend ist die Verwendung von mindestens
zwei verschieden breiten Verpackungsmaterialien, die je nach der Breite des Verpackungsgutes
ausgewählt werden. Damit kann der Abfall an Verpackungsmaterial erheblich reduziert
werden. Da die Form und Größe des Verpackungsgutes bei jedem Teil verschieden vom
vorhergehenden sein kann, ist es daher äußerst vorteilhaft, auch das Verpackungsmaterial
in seiner Breite anpassen zu können. Zweckmäßigerweise weist die erfindungsgemäße
Verpackungsmaschine einen ersten Verpackungsmaterialspeicher mit einem ersten Verpackungsmaterial
mit einer ersten Breite und mindestens einen weiteren Verpackungsmaterialspeicher
mit einem zweiten Verpackungsmaterial mit einer zweiten Breite auf. Des Weiteren ist
eine in vertikaler Richtung bewegliche, mit Unterdruck entsprechend der Breite des
augenblicklich zu verpackenden Verpackungsguts mit Unterdruck beaufschlagbare Fixierleiste
vorgesehen, um das Ende des betreffende Verpackungsmaterials anzusaugen, in vertikaler
Richtung von dem Verpackungsmaterialspeicher abzuziehen und an die untere Abziehleiste
zu übergeben. Hierzu weist die Fixierleiste vorteilhafterweise Saugdüsen auf, die
in den Breiten der Verpackungsmaterialien entsprechenden Bereichen unterteilt ist,
so dass genau der Bereich der jeweils erforderlichen Breite angesaugt wird. Die Übergabe
erfolgt durch Abblasen des Verpackungsmaterials von der vertikal bewegten Fixierleiste
zu einer ortsfesten Fixierleiste, die das Ende des Verpackungsmaterials ansaugt und
festhält, bis es von der unteren Abziehleiste abgeholt und für die Durchführung des
oben beschrieben Verpackungsvorganges weiter bewegt wird. Bei mehr als zwei unterschiedlichen
Verpackungsmaterialien erfolgt das entsprechend, wobei auch hier gewährleistet sein
muss, dass das Verpackungsmaterial mit der geringsten Breite der Fixierleiste am nächsten
ist und die weiteren Verpackungsmaterialien mit zunehmender Breite des Verpackungsmaterials
sich dahinter befinden.
[0016] Die Verschließeinheit der erfindungsgemäßen Verpackungsmaschine weist vorzugsweise
eine Schneideinrichtung auf, die überschüssiges Verpackungsmaterial auf der dem Verpackungsgut
abgewandten Seite der Verschlussnaht abschneidet. Die Schneideinrichtung kann so angeordnet
sein, dass sie beim Herstellen der Verschlussnaht parallel das überschüssige Verpackungsmaterial
abschneidet. Es ist auch möglich, das Abschneiden nach dem Herstellen der Verschlussnaht
vorzunehmen.
[0017] Besonders bevorzugt weist die Verpackungsmaschine eine Messeinrichtung zum Vermessen
der Höhe, der Breite und in der Länge des Verpackungsgutes vor Erreichen der Verpackungseinheit.
Diese Daten sind wichtig, wenn nacheinander unterschiedliche Verpackungsgüter, die
auch unterschiedliche Abmessungen haben, kontinuierlich verpackt und gegebenenfalls
auch unterschiedlich Breiten des Verpackungsmaterials verwendet werden sollen.
[0018] Entsprechend weist dann die Verpackungsmaschine eine Steuereinrichtung auf, die aus
den von der Messeinrichtung gelieferten Daten die Länge der für die Verpackung des
Verpackungsguts erforderlichen Verpackungsmaterialbahn errechnet, die Breite des Verpackungsmaterials
ermittelt und gegebenenfalls das geeignete Verpackungsmaterial auswählt, die dafür
sorgt, dass das Verpackungsgut für den Verpackungsmaterialumschlag richtig auf der
Verpackungsmaterialbahn zu liegen kommt, sowie die Verschließeinheit entsprechend
quer zur Transportrichtung verstellt. Nach der Berechnung der Länge der Verpackungsmaterialbahn
für das jeweilige Verpackungsgut wird diese von einem Vorratsspeicher, beispielsweise
einer Trommel, mit der erforderlichen Länge abgeschnitten. Da es wichtig ist, dass
das Verpackungsgut zu den Enden der Verpackungsmaterialbahn mittig positioniert wird,
wird unter Berücksichtigung der Länge des Verpackungsguts die Verpackungsmaterialbahn
vor Eintritt des Verpackungsguts in senkrechter Richtung entsprechend positioniert.
Aufgrund der Breite und der Höhe des Verpackungsguts ist auch die erforderliche Breite
der Verpackungsmaterialbahn bzw. der Versandtasche bekannt, so dass die Verschließeinheit
entsprechend der Höhe und quer zu Transporteinrichtung entsprechend positioniert wird,
damit die beiderseitigen Verschlussnähte in gleichem Abstand zu dem Verpackungsgut
angeordnet werden. Die Schneideinrichtung wird dabei automatisch gleichzeitig positioniert,
wobei vorzugsweise der Abstand der Schneideinrichtung zu den beiderseitigen Verschlussnähten
bei allen Versandtaschen gleich ist. Dadurch ist wird Verpackungsmaschine vollautomatisch
auf das jeweilige Verpackungsgut verstellt, so dass in chaotischer Reihenfolge das
Verpackungsgut in einer Versandtasche verpackt werden kann.
[0019] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Verpackungsmaschine ist die Verschließeinheit
als Nähmaschine zum Vernähen des Verpackungsmaterials an den offenen Seiten des Verpackungsmaterialumschlags
mit jeweils einem Faden ausgebildet. Dies ermöglicht die Verwendung von textilen Fäden
oder Naturfasern auch in verschiedenen Farben um eine optisch ansprechende oder auch
besonders gekennzeichnete Versandtasche herzustellen.
[0020] Damit die Versandtasche einfach geöffnet werden kann, ist an der Nähmaschine eine
Einrichtung zur Erzeugung eines Fehlstiches zu einem vorgegeben Zeitpunkt ist. Dies
erfolgt zweckmäßigerweise mittels eine Blaseinrichtung, die durch Anblasen des Nadelfadens
an einer bestimmten Position diesen in seine Lage verändert, so dass der Greiferfaden
nicht die vom Nadelfaden gebildete Schlaufe trifft.
[0021] Die erfindungsgemäße Versandtasche aus einem papierförmigen Verpackungsmaterial weist
entsprechend dem vorstehenden Verfahren bzw. der vorstehenden Verpackungsmaschine
und deren Funktion einen banderolenförmigen Verpackungsmaterialumschlag mit einer
an den beiden offenen Seiten des banderolenförmigen Verpackungsmaterialumschlags angeordneten
Verschlussnaht auf und ist ausschließlich mit dieser verschlossen. Besonders einfach
und für eine optisch ansprechende oder besonders gekennzeichnete Versandtasche ist
der Verschluss maschinell mittels eines, vorzugsweise textilen, Fadens hergestellt.
Eine derartige Versandtasche ist, wie vorstehend ausgeführt, besonders vorteilhaft
maschinell herstellbar.
[0022] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform weist die Verschlussnaht einen Fehlstich
auf, sodass ein Fehler in der Naht vorhanden ist, der ein leichtes Öffnen der Verschlussnaht
ermöglicht. Gemäß einer weiteren Ausgestaltung überlappen sich die Enden des Verpackungsmaterialumschlags
auf einer Flachseite der Versandtasche und sind dort verleimt oder verklebt. Hierbei
handelt sich, wie vorstehend beschrieben um die obere Flachseite, wenn das Verpackungsgut
in der Versandtasche sich befindet.
[0023] Gemäß der Erfindung können verschieden große Verpackungsgüter in unterschiedlich
große Versandtaschen aus papierförmigen Material passgenau verpackt werden. Die Versandtasche
ist an der Oberseite überlappt und vorzugsweise links und rechts vernäht. Eine derartige
Verpackung weist erhebliche Vorteile gegenüber den bisher bekannten Folienverpackungen
hinsichtlich der Nachhaltigkeit und auch der Entsorgung auf. Ein weiterer Vorteil
liegt in der besseren Automatisierungsfähigkeit der mit dem papierähnlichen Verpackungsmaterial
verpackten Warensendung gegenüber einer Folienverpackung, da eine solche Verpackung
eine höhere Eigensteifigkeit mit sich bringt als eine Folienverpackung. Zusätzlich
kann bei einer Papierverpackung gleich direkt auf das Papier die Adresse aufgedruckt
werden.
[0024] Die vorstehend in der Beschreibung genannten Merkmale und Merkmalskombinationen sowie
die nachfolgend in der Figurenbeschreibung genannten und/oder in den Figuren alleine
gezeigten Merkmale und Merkmalskombinationen sind nicht nur in der jeweils angegebenen
Kombination, sondern auch in anderen Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar.
Zur Ausführung der Erfindung müssen nicht alle Merkmale der unabhängigen Ansprüche
verwirklicht sein. Auch können einzelne Merkmale der unabhängigen oder nebengeordneten
Ansprüche durch andere offenbarte Merkmale oder Merkmalskombinationen ersetzt werden.
[0025] Sämtliche aus den Ansprüchen, der Beschreibung oder der Zeichnung hervorgehenden
Merkmale und/oder Vorteile, einschließlich konstruktive Einzelheiten, räumliche Anordnung
und Verfahrensschritte können sowohl für sich als auch in den verschiedensten Kombinationen
erfindungswesentlich sein. In den Figuren werden gleiche oder ähnliche Bauteile mit
gleichen oder ähnlichen Bezugszeichen gekennzeichnet. Es stellen dar:
- Figur 1
- eine seitliche schematische Ansicht einer erfindungsgemäßen Verpackungsmaschine mit
eingepacktem Verpackungsgut in einer Versandtasche;
- Figur 2
- eine schematische Draufsicht auf die Verpackungsmaschine gemäß Figur 1 mit einer ein
Verpackungsgut enthaltenden Versandtasche;
- Figur 3
- eine Stirnsicht von der Verschließeinheit aus Figur 1 um 90° gedreht;
- Figur 4
- den Ablauf bei der Herstellung einem Verpackungsmaterialumschlag mit noch offenen
Seiten in den Figuren 4A bis 4E;
- Figur 5
- eine seitliche schematische Ansicht einer erfindungsgemäßen Verpackungsmaschine mit
eingepacktem Verpackungsgut in einer Versandtasche mit zwei Verpackungsmaterialspeicher
ähnlich Figur 1;
- Figur 6
- eine schematische Draufsicht auf die Verpackungsmaschine gemäß Figur 5 mit einer ein
Verpackungsgut enthaltenden Versandtasche;
- Figur 7
- den Ablauf bei der Auswahl des jeweils erforderlichen Verpackungsmaterials mit der
entsprechenden Breite bis zur Übergabe an die untere Abziehleiste in den Figuren 7A
bis 7D;
- Figur 8
- eine Draufsicht auf die das Verpackungsmaterial greifende Seite einer in vertikaler
Richtung bewegbaren Fixierleiste;
- Figur 9
- eine Verpackungsmaterialumschlag mit einer Teilvergrößerung der Verschlussnaht; und
- Figur 10
- eine prinzipielle Darstellung der Erzeugung eines Fehlstichs.
[0026] Die schematische Darstellung in den Figuren 1 und 2 einer erfindungsgemäßen Verpackungsmaschine
1 zu Verpackung eines Verpackungsguts 3 in einer Versandtasche 17 aus Verpackungspapier
10 zeigen ein horizontales Auflegeband 2 für das Verpackungsgut 3, das in dem Ausführungsbeispiel
als ein Paket dargestellt ist. Hierbei kann es sich jedoch um jegliches Verpackungsgut
3 auch flexibles und/oder textiles Verpackungsgut 3 handeln. Die Transportrichtung
ist durch den Pfeil 4 gekennzeichnet. Im Anschluss an das Auflegeband 2 befindet sich
ein Einlaufband 5, welches das Verpackungsgut 3 einer Verpackungseinheit 6 zuführt.
An dem Einlaufband befindet sich eine Messeinrichtung 11 mit der im Ausführungsbeispiel
optisch die Länge, Breite und Höhe des Verpackungsguts 3 gemessen und an eine Steuereinheit
12 übertragen wird. Die Verpackungseinheit 6 weist eine obere Abziehleiste 7 und eine
untere Abziehleiste 8 auf mit der das von einer Rolle 9 abgewickelte Verpackungspapier
10 für die Verpackung gehalten und verpackt wird. Oberhalb der oberen Abziehleiste
7 befindet sich ein Schneidmesser 13 zum Abtrennen der für das Verpacken erforderlichen
Verpackungspapierbahn 10' entsprechend der Länge des zu verpackenden Verpackungsguts
3 sowie eine Leimdüse 24. Figur 1 zeigt weiter das bereits durch die senkrechte Ebene
der Verpackungspapierbahn 10' hindurchgetretene Verpackungsgut 3, so dass bereits
die Stirnseite sowie Teile wie aus den Figuren 1 und 2 ersichtlichen Ober- und Unterseite
umhüllt sind. Die Verpackungspapierbahn 10' ist zwischen dem Einlaufband 5 und einem
Auslaufband 14 und senkrecht zu diesen und der Transportrichtung 4 angeordnet. Im
Anschluss an das Auslaufband 14 befindet eine Verschließeinheit 18, die in dem Ausführungsbeispiel
ein mehrspuriges Transportband 15 mit seitlich angeordneten und in Transportrichtung
4 sich erstreckenden Vorzugsbänder 16, 16', eine Nähmaschine 19 und eine Schneideinrichtung
20 umfasst. Die Vorzugsbänder 16, 16' sind auf beiden Seiten des Transportbandes 15
gemeinsam in der Höhe verstellbar, um sie an die entsprechende Höhe des Verpackungsguts
3 anzupassen. Die Vorzugsbänder 16, 16' sind umlaufende übereinander angeordnete Bänder,
die zwischen sich das Verpackungspapier 10 am äußeren Rand einklemmen und Zusammenpressen,
um es in diesem Zustand in diesem Ausführungsbeispiel den auf beiden Seiten des mehrspuriges
Transport des 15 angeordneten Nähmaschinen 19 zuzuführen, die die offenen Seiten der
Versandtasche 17 mittels eines von einem Speicher 25 abgewickelten Fadens zu vernähen.
Eine Schneideinrichtung 20 schneidet überstehendes und überschüssiges Verpackungsmaterial
10 in einem definierten Abstand zu der Verschlussnaht 21 auf der dem Verpackungsgut
3 abgewandten Seite der Verschlussnaht 21 ab. Im Ausführungsbeispiel erfolgt das Abschneiden
nach der Herstellung der Verschlussnaht 21. Die fertig gestellte Versandtasche 17
mit dem Verpackungsgut 3 weist dann einen banderolenförmigen auf der Oberseite sich
in dem Bereich 22 überlappenden Verpackungspapierumschlag 23 sowie seitliche mit Fäden
vernähte Verschlussnähte 21 auf.
[0027] Figur 3 zeigt in einer Stirnansicht die auf beiden Seiten des Transportbandes 15
angeordneten Nähmaschinen 19 mit einem Fadenspeicher 25, die in den Pfeilrichtungen
in Relation zu dem auf dem Transportband 15 befindlichen Verpackungsgut 3 bewegbar
sind sowie die Schneideinrichtung 20.
[0028] In Figur 4 ist der Ablauf bei der Erstellung des banderolenförmigen Verpackungspapierumschlags
23 etwas detaillierter dargestellt. In der Figur 4A befindet sich das Verpackungsgut
3 am Ende des Einlaufbandes 5 und die untere Abziehleiste 8 hat das untere Ende 27
des von der Rolle 9 abgewickelten Verpackungspapiers 10 mittels Vakuum angesaugt und
zieht dieses in den Zwischenraum zwischen dem Einlaufband 5 und dem Auslaufband 14.
Entsprechend der Länge der Verpackungspapierbahn 10' greift die obere Abziehleiste
7 der Verpackungspapierbahn 10. Mit dem Schneidmesser 13 wird das Verpackungspapier
10 oberhalb der oberen Abziehleiste 7 getrennt und mittels der Leimdüse 24 Leim auf
das obere Ende 28 der Verpackungspapierbahn 10' aufgebracht. Anschließend kann die
Verpackung Papierbahnen 10' in senkrechter Richtung für die richtige Lage zu dem Verpackungsgut
3 positioniert werden (Figur 4B). In der Figur 4C ist das Verpackungsgut 3 in die
durch die Verpackungspapierbahn 10' gebildete Ebene hindurch getreten, sodass die
Verpackungspapierbahn 10' die Stirnseite und einen Teil der Oberseite und der Unterseite
des Verpackungsgut 3 umhüllt. Gleichzeitig wird auch das obere Ende 28 der Verpackungspapierbahn
10' mittels einer oberen mit Vakuum beaufschlagbaren Abziehleiste 7 festgehalten.
Als nächstes wird beim Weitertransport des Verpackungsguts 3 auf dem Auslaufband 14
das untere Ende 27 der Verpackungspapierbahn 10' mittels der unteren Abziehleiste
8, die um 270° gegen die Transportrichtung um ihre Längsachse gedreht wird, auf einem
Gegenhalter 26 abgelegt und dort gehalten (Figur 4D). Anschließend wird das von der
oberen Abziehleiste 7 gehaltene obere Ende 28 der Verpackungspapierbahn 10' auf dem
unteren Ende 27 der Verpackungspapierbahn 10' abgelegt und mit dieser dadurch verleimt
(Figur 4E).
[0029] Soweit in den nachfolgenden Figuren Gegenstände, die bereits in den Figuren 1 bis
4 dargestellt sind, erneut gezeigt werden, weisen sie die gleichen Bezugsziffern auf.
Die seitliche Darstellung der Verpackungsmaschine in Figur 5 entspricht im Wesentlichen
der Darstellung in Figur 1 mit dem Unterschied, das eine zusätzliche Trommel 9' als
Verpackungsmaterialspeicher vorgesehen ist. In diesem Ausführungsbeispiel weist die
Trommel 9 ein breiteres Verpackungsmaterial 10 und die Trommel 9' ein schmäleres Verpackungsmaterial
10" auf. Des Weiteren zeigt die Figur 5 schematisch eine Fixierleiste 30 die in vertikaler
Richtung bis zu einer Position verfahrbar ist, an der sie das Verpackungsmaterial
10, 10" zur Weiterverarbeitung übergibt. Die Verpackungsmaterialbahn ab der Übergabe,
die dann zum Verpacken des Verpackungsgutes 3 verwendet wird, wird weiterhin als Verpackungsmaterialbahn
10' bezeichnet.
[0030] Entsprechend ist die Figur 6 ähnlich der Figur 2 mit dem Unterschied, dass die Trommel
9 und 9' ebenfalls dargestellt sind.
[0031] In der Figur 7 ist der Ablauf schematisch für die Auswahl des jeweiligen Verpackungsmaterials
10 oder 10" mit den einzelnen Komponenten im Detail dargestellt. Die Enden der Verpackungsmaterialbahnen
10, 10" befinden sich in der Figur 7A an der Abschnittstelle im Bereich des Schneidmessers
13 und die Verpackungsmaterialbahnen 10 bzw. 10" befinden sich auf den Rollen 9 bzw.
9'. Klemmeinrichtungen 32, 32' dienen dazu, die jeweilige nicht bewegte Verpackungsmaterialbahn
10 bzw. 10" festzuhalten, wenn in die andere Verpackungsmaterialbahn 10" bzw. 10 abgezogen
wird. Zum Abziehen der betreffenden Verpackungsmaterialbahn 10 bzw. 10" wird mittels
einer in der Figur 8 dargestellten Fixierleiste 30, die unterschiedlich ansteuerbare
Bereiche 34 und 34' mit Saugdüsen 33 aufweist, die jeweilige Verpackungsmaterialbahn
10 bzw. 10" fixiert und von der Rolle 9 bzw. 9' abgewickelt. Wie aus der Figur 8 ersichtlich,
wird mit dem Bereich 34 die Verpackungsmaterialbahn 10 und mit dem im Bereich 34'
die Verpackungsmaterialbahn 10" fixiert. Figur 7B zeigt, wie die Fixierleiste 30 in
vertikaler Richtung nach unten bis zu einer festen Fixierleiste 31 bewegt wird und,
in diesem Beispiel, das Ende der Verpackungsmaterialbahn 10 bis zu dieser festen Fixierleiste
31 von der Rolle 9 abzieht. Dort wird das Ende der der Verpackungsmaterialbahn 10
von der Fixierleiste 30 abgeblasen und von der festen Fixierleiste 31 angesaugt. Anschließend
wird die Fixierleiste 31 wieder zurück in die Ausgangsposition bewegt (Figur 7C) und
die obere Abziehleiste 7 und die untere Abziehleiste 8 übernehmen das Ende der Verpackungsmaterialbahn
10. Die abgeschnittene Verpackungsmaterialbahn 10' wird von der festen Fixierleiste
31 abgeblasen und von der unteren Abziehleiste 8 angesaugt. Die gleiche Aufteilung
der Vakuumbereiche 34 und 34' gibt es auch für die feste Fixierleiste 31 und für die
untere Abziehleiste 8 sowie für die obere Abziehleiste 7. Die weitere Bewegung der
Verpackungsmaterialbahn 10 ist im Zusammenhang mit der Figur 4 beschrieben. Die Stellung
der oberen Abziehleiste 7 und der unteren Abziehleiste 8 in Figur 7D entspricht der
in Figur 4A dargestellten.
[0032] Figur 9 zeigt beispielhaft eine Versandtasche 17, die gemäß dem Verfahren und der
Verpackungsmaschine 1 hergestellt wird und auf den beiden gegenüberliegenden Seiten
eine maschinell hergestellte Verschlussnaht 21 aufweist. In den Figuren sind die Verschlussnähte
21 mit Unterbrechungen dargestellt, um sie besser kenntlich zu machen. Tatsächlich
weisen maschinell hergestellte Verschlussnähte 21 keine Unterbrechungen auf, da sie
bekanntlich mit zwei Fäden (hier mit Nadelfaden und Greiferfaden bezeichnet) erstellt
werden und der Nadelfaden 36 durch eine Öffnung hindurch und wieder heraus bewegt
wird. Eine Öffnungshilfe 35 an einer Verschlussnaht 21 ist in vergrößerter Darstellung
dargestellt und zeigt durch Pfeile angedeutet, den unteren Greiferfaden 37, der zuerst
aufgezogen werden muss, damit der obere Nadelfaden 36 aufgezogen werden kann. Das
Ausführungsbeispiel zeigt die verwendete Stichart (Doppelkettenstich 401), die den
Vorteil hat, dass bei richtiger Vorgehensweise die Verschlussnaht 21 entgegen der
Nährichtung wieder aufgezogen werden kann. In dem Ausführungsbeispiel ist nur auf
einer Seite der Versandtasche 17 eine Öffnungshilfe 35 vorgesehen. Diese kann selbstverständlich
auch auf beiden Seiten vorgesehen sein.
[0033] Figur 10 zeigt die prinzipielle Erzeugung eines Fehlstichs 29 mit einer prinzipiell
dargestellten Blaseinrichtung 38 an entsprechender Stelle der Nähmaschine 19. Kurz
bevor die Fadengreifer 39 die Schlaufe 40 des Nadelfadens 36 erreicht, wird diese
an geblasen, sodass die Fadengreifer 39 nicht die Schlaufe 40 treffen kann.
Bezugszeichenliste
[0034]
- 1
- Verpackungsmaschine
- 2
- Auflegeband
- 3
- Verpackungsgut
- 4
- Transportrichtung
- 5
- Einlaufband
- 6
- Verpackungseinheit
- 7
- obere Abziehleiste
- 8
- untere Abziehleiste
- 9, 9'
- erste Rolle breit; zweite Rolle schmal
- 10, 10'
- Verpackungspapier, Verpackungspapierbahn
- 11
- Messeinrichtung
- 12
- Steuereinheit
- 13
- Schneidmesser
- 14
- Auslaufband
- 15
- Transportband, mehrspurig
- 16, 16'
- Vorzugsbänder
- 17
- Versandtasche
- 18
- Verschließeinheit
- 19
- Nähmaschine
- 20
- Schneideinrichtung
- 21
- Verschlussnaht
- 22
- Oberer Bereich
- 23
- Verpackungspapierumschlag
- 24
- Leimdüse
- 25
- Speicher
- 26
- Gegenhalter
- 27
- Unteres Ende von 10, 10'
- 28
- Oberes Ende von 10, 10'
- 29
- Fehlstich
- 30
- Fixierleiste
- 31
- Feste Fixierleiste
- 32, 32'
- Papier Klemmung
- 33
- Saugdüsen
- 34, 34'
- erster und zweiter Saugdüsenbereich
- 35
- Öffnungshilfe
- 36
- Nadelfaden
- 37
- Greiferfaden
- 38
- Blaseinrichtung
- 39
- Fadengreifer
- 40
- Schlaufe
1. Verfahren zum maschinellen Verpacken eines Verpackungsguts (3) in einer Versandtasche
(17) aus einem Verpackungsmaterial (10, 10') aus reinen Papiermaterial oder papierähnlichem
Material dadurch gekennzeichnet, dass
das Verpackungsgut (3) horizontal zu einer vertikalen Verpackungsmaterialbahn (10')
transportiert und in Transportrichtung (4) des Verpackungsguts (3) in die senkrecht
zu der Transportrichtung (4) befindliche Verpackungsmaterialbahn (10') hinein bewegt
wird, so dass das Verpackungsgut (3) auf der Verpackungsmaterialbahn (10') beim Weitertransport
zu liegen kommt,
anschließend ein erstes unteres Verpackungsmaterialbahnende (27) in die Transportrichtung
(4) zeigend oberhalb des Verpackungsguts (3) auf einem Gegenhalter (26) abgelegt und
ein zweites oberes Verpackungsmaterialbahnende (28) gegen die Transportrichtung (4)
zeigend auf das erste untere Materialbahnende (27) angeordnet, und miteinander verbunden
wird, so dass ein banderolenförmiger Verpackungsmaterialumschlag (23) mit zwei gegenüberliegenden
offenen quer zur Transportrichtung (4) weisenden Längsseiten entsteht, und
der Verpackungsmaterialumschlag (23) mit dem Verpackungsgut (3) weitertransportiert
und anschließend an den offenen Längsseiten mit einer Verschlussnaht (21), die maschinell
mittels Fäden (36, 37) hergestellt wird, verschlossen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass überschüssiges Verpackungsmaterial (10) parallel zu der Verschlussnaht (21) beidseitig
auf der dem Verpackungsgut (3) abgewandten Seite der Verschlussnaht (21) abgeschnitten
wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Höhe, Breite und Länge des Verpackungsguts (3) vor Erreichen der Verpackungsmaterialbahn
(10') gemessen und daraus die erforderliche Breite des Verpackungsmaterials (10) ermittelt
und gegebenenfalls ausgewählt, die Länge der Verpackungsmaterialbahn (10') ermittelt,
anschließend daraus die Verpackungsmaterialposition zu dem Verpackungsgut (3) ermittelt
und eingestellt sowie aus der Höhe und Breite die Position der Verschlussnaht (1)
und gegebenenfalls die Position für das Abschneiden überschüssigen Verpackungsmaterial
(10) ermittelt und eingestellt wird.
4. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Verpackungsmaterialbahnenden (27, 28) miteinander verklebt oder verleimt werden,
wobei vorzugsweise der Kleber bzw. der Leim am oberen Verpackungsmaterialbahnende
(28) angebracht wird.
5. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Verpackungsmaterialumschlag (23) mit dem Verpackungsgut (3) an den beiden offenen
Seiten mittels einer Vorzugeinrichtung (16, 16') zusammengepresst und einer auf beiden
Seiten des Verpackungsguts die seitlichen Enden der Verpackungsmaterialbahn einer
mit jeweils einen Faden die beiden offenen Seiten vernähenden Nähmaschine (19), zugeführt
und maschinell vernäht wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass für eine spätere Öffnung der Verschlussnaht (21) ein Fehlstich (29) erzeugt wird.
7. Verpackungsmaschine (1) zum Verpacken von Verpackungsgut (3) in einer Versandtasche
(17) aus einem Verpackungsmaterial (10) aus reinen Papiermaterial oder papierähnlichem
Material, gekennzeichnet durch ein Einlaufband (5) zum Zuführen des darauf angeordneten Verpackungsgutes (3) zu
einer Verpackungseinheit (6) und einem anschließenden Auslaufband (40), wobei die
Verpackungseinheit (6) das Verpackungsgut (3) mit dem Verpackungsmaterial (10') auf
den Stirnseiten sowie Ober- und Unterseite mit einem auf der oberen Seite verschlossene
banderolenförmigen Verpackungsmaterialumschlag (23) erzeugend umhüllt, sowie eine
an das Auslaufband (14) anschließende Verschließeinheit (18), die den Verpackungsmaterialumschlag
(23) an den offenen Längsseiten mit einer Verschlussnaht (21), die maschinell mittels
eines Fadens hergestellt ist, verschließt, wobei die Verpackungseinheit (6) eine obere
und eine untere vertikal und horizontal bewegbare und um ihre Längsachse drehbare
mit Vakuum beaufschlagbare Abziehleiste (7, 8) zum Abziehen des Verpackungsmaterials
(10) von einem Vorratsspeicher (9) und Spannen des Verpackungsmaterials (10) in einer
Ebene senkrecht zur Transportrichtung (4) des Verpackungsguts (3) zwischen dem Einlaufband
(5) und dem Auslaufband (15) und überlappenden Ablegen eines oberen Endes (27) und
eines unteren Endes (28) der Verpackungsmaterialbahn (10') wahlweise auf einem Gegenhalter
(26) oberhalb des Auslaufbandes (14), nachdem das Verpackungsgut (3) durch die Ebene
der Verpackungsmaterialbahn (10') hindurch getreten ist und auf der Verpackungsmaterialbahn
(10') liegend sich auf dem Auslaufband (14) befindet.
8. Verpackungsmaschine (1) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass eine erster Verpackungsmaterialspeicher (9) mit einem ersten Verpackungsmaterial
(10) mit einer ersten Breite und mindestens ein weiterer Verpackungsmaterialspeicher
(9') mit einem zweiten Verpackungsmaterial (10") mit einer zweiten Breite vorgesehen
sind, wobei eine in vertikaler Richtung bewegliche, mit Unterdruck entsprechend der
Breite des augenblicklich zu verpackenden Verpackungsguts mit Unterdruck beaufschlagbare
Fixierleiste (30) vorgesehen ist, um das Ende des betreffende Verpackungsmaterials
(10, 10") anzusaugen, in vertikaler Richtung von dem Verpackungsmaterialspeicher (9,
9') abzuziehen und an die untere Abziehleiste (8) zu übergeben.
9. Verpackungsmaschine (1) nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Verschließeinheit (18) eine Schneideinrichtung (20) aufweist, die die überschüssiges
Verpackungsmaterial (10) auf der dem Verpackungsgut (3) abgewandten Seite der Verschlussnaht
(21) abschneidet.
10. Verpackungsmaschine (1) nach einem der Ansprüche 7 bis 9, gekennzeichnet durch eine Messeinrichtung (11) zum Vermessen der Höhe, der Breite und in der Länge des
Verpackungsgut (3) vor Erreichen der Verpackungseinheit (6).
11. Verpackungsmaschine (1) nach Anspruch 7 oder 8 und den Ansprüchen 9 und 10, gekennzeichnet durch eine Steuereinrichtung (12), die aus den von der Messeinrichtung (11) gelieferten
Daten die Breite des Verpackungsmaterials (10) ermittelt und gegebenenfalls das geeignete
Verpackungsmaterial (10) auswählt, die Länge der für die Verpackung des Verpackungsguts
(3) erforderlichen Verpackungsmaterialbahn (10') errechnet, die Verpackungsmaterialbahn
(10') so positioniert, dass das Verpackungsgut (3) für den Verpackungsmaterialumschlag
(23) richtig auf der Verpackungsmaterialbahn (10') zu liegen kommt, sowie die Verschließeinheit
(18) entsprechend quer zur Transportrichtung (4) verstellt.
12. Verpackungsmaschine (1) nach einem der vorangegangenen Ansprüche 7 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Verschließeinheit als Nähmaschine (19) zum Vernähen des Verpackungsmaterials
(10) an den offenen Seiten des Verpackungsmaterialumschlags (23) mit Fäden ausgebildet
ist.
13. Verpackungsmaschine (1) nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass an der Nähmaschine (19) eine Einrichtung (38) zur Erzeugung eines Fehlstiches (29)
zu einem vorgegeben Zeitpunkt angeordnet ist.
14. Versandtasche (17) aus einem papierförmigen Verpackungsmaterial (10) mit mindestens
einem Verpackungsgut (3) im Inneren, gekennzeichnet durch einen banderolenförmigen Verpackungsmaterialumschlag (23), der an den beiden offenen
Seiten des banderolenförmigen Verpackungsmaterialumschlags (23) eine Verschlussnaht
(21), die maschinell mittels Fäden (36, 37) hergestellt ist, aufweist.
15. Versandtasche (17) nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Verschlussnaht (21) einen Fehlstich (29) aufweist, so dass die Verschlussnaht
(21) darüber öffenbar ist.