[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Elektrodicarboxylierung von
mindestens einem Alken, insbesondere mindestens einem Dien mit Kohlendioxid CO
2 in Gegenwart von Wasserstoff H
2 und einen Reaktor zur Durchführung eines solchen Verfahrens.
Beschreibung
[0002] Adipinsäure ist unter anderem ein Ausgangsstoff zur großtechnischen Produktion von
Polyamid 6.6 (Nylon) und wird industriell über die partielle Oxidation von "KA-Oil"
in einer Größenordnung von 2,5 Millionen Tonnen im Jahr hergestellt. Das bei der Produktion
inhärente Nebenprodukt Lachgas ist ein Treibhausgas mit dem 298-fachen Treibhauspotential
von CO
2. Zusätzlich ist der stöchiometrische Einsatz von Salpetersäure notwendig, deren Produktion
z.B. dem energieintensiven Ostwald-Verfahren unterliegt. Das KA-Oil seinerseits wird
durch die partielle Oxidation von Cyclohexanon und Cyclohexanol fossiler Herkunft
dargestellt. Eine Schwierigkeit liegt hierbei in dem geringen Umsatz (4-11 %) beim
einfachen Durchgang durch den Reaktor. Recycling- und der Adipinsäureproduktion nachgeschaltete
Schritte sind damit notwendig.
[0003] Alternative Ansätze gibt es insbesondere in der biotechnologischen und photokatalytischen
Produktion von Adipinsäure (
US7,799,545;
Hwang, K. C., und Sagadevan, A. 2014, One-pot room-temperature conversion of cyclohexane
to adipic acid by ozone and UV light. Science, 346, 1495·-1498). Des Weiteren existieren Patente zur Adipinsäureproduktion durch doppelte Hydroesterifizierung
und Dicarbonylierung (
US3778466,
US4552976,
US3876695).
[0004] Eine Route zur Produktion von Adipinsäure über eine elektrochemische Kupplung von
1,3-Butadien mit CO
2 (Elektrodicarboxylierung) wurde bereits von Loveland et al. (Electrolytic production
of acyclic carboxylic acids from hydrocarbons,
US 3,032,489) und Tyssee et al. (Electrolytic carboxylation of substituted olefins,
US 3,864,225) präsentiert. Vielfältige exemplarische Parameterstudien als auch erste Untersuchungen
zur Makrokinetik der Reaktion wurden anschließend von Tilborg et al. durchgeführt
(Electrochemical conversion of conjugated dienes into alkadienedioic acids,
US 4,377,451). Darauf aufbauende Arbeiten von Grinberg et al. (Electrochemical reduction of CO
2 in the presence of 1,3-butadiene using a hydrogen anode in a non-aqueous medium;
Russian Chemical Bulletin, 1999, 48(2), 294-299) zeigten eine begrenzte, aber vorhandene Machbarkeit der der Elekrodicarboxylierung
mit Wasserstoff.
Neuere Arbeiten von Li et al. (Electrochim. Acta 2011, 56, 1529-1534) ergänzten diese Untersuchungen um eine vollständige Produktionsroute zur Adipinsäure
ohne die Verwendung von Wasserstoff.
[0005] Der elektrochemische Ansatz ist im folgenden Schema 1 dargestellt:

[0006] Neben der Kathode, an welcher die CO
2-Reduktion abläuft, wird eine Gegenreaktion benötigt, welche die benötigten Elektronen
freisetzt. Dies kann z.B. durch eine Opferkomponente erfolgen, welche hierzu stöchiometrisch
oxidiert werden muss. Als Opferkomponenten bzw. Opfermaterialien werden z.B. von Aluminium,
Zink oder ein Redoxsystem verwendet, welche entweder in einem Tandemprozess zu reduzieren
oder anschließend abzutrennen und rückzugewinnen sind. Folglich enthält die Produktphase
nach der Reaktion die Zielsubstanz Hex-3-endisäure (Dihydromuconsäure) in Gestalt
eines Opferanoden-Salzes (Produkt 1. in Schema). Es ist äußerst aufwändig und schwierig,
die Produktfraktion aufzutrennen bzw. hierfür eine Methode zur technischen Umsetzung
zu entwickeln, was einer technischen Umsetzung entgegensteht und insbesondere auf
das Opferanoden-Salz zurückzuführen ist.
[0007] Es ist daher wünschenswert, die Bildung dieser Salze in der Produktphase zu vermeiden,
und eine damit verbundene, aufwändige Abtrennung weitestgehend zu vermeiden. Es war
daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ein Verfahren zur Dicarboxylierung von
Alkenen, insbesondere Dienen bereitzustellen, das die benannten Nachteile vermeidet.
[0008] Diese Aufgabe wird vorliegend mit einem Verfahren nach Anspruch 1 und einem Reaktor
nach Anspruch 13 oder 14 gelöst.
[0009] Entsprechend wird ein Verfahren zur Elektrodicarboxylierung von mindestens einem
Dien mit Kohlendioxid CO
2 in Gegenwart von Wasserstoff H2 unter Ausbildung von mindestens einer ungesättigten
Dicarbonsäure bereitgestellt, wobei die Reaktion in einem Reaktor umfassend mindestens
eine Kathode als Arbeitselektrode zur kathodischen Aktivierung von CO
2, mindestens eine Anode als Gegenelektrode zur anodischen Oxidation von H2 und ggfs.
mindestens eine Referenzelektrode durchgeführt wird.
[0010] Das vorliegende Verfahren wird mit
- einem volumetrischen Verhältnis von Wasserstoff H2 zu Kohlendioxid CO2 von 2:1 bis 1: 10, bevorzugt 1 :1 bis 1 : 5, besonders bevorzugt 1: 1 bis 1 : 3;
- einem Gesamtdruck pg im Reaktor zwischen 1 und 5 MPa, bevorzugt 2 und 4 MPa, insbesondere bevorzugt zwischen
3 und 4 MPa, z.B. 3,4 MPa, 3,5 MPa, 3,7 MPa und
- einer mittleren Stromdichte j zwischen 2 und 20 mA/cm2, bevorzugt zwischen 5 und 15 mA/cm2, insbesondere bevorzugt zwischen 10 und 12,5 mA/cm2 durchgeführt.
[0011] Mit dem vorliegenden Verfahren erfolgt eine Optimierung auf Seiten der Anode, wobei
als Anodenreaktion (Gegenreaktion) Wasserstoff H2 verwendet wird, wodurch sich die
gesamte Reaktion stark vereinfachen lässt. Das folgende Schema 2 fasst die Reaktion
am Beispiel der Dicarboxylierung von 1,3-Butadien zusammen:

[0012] Im ersten Schritt (mit 1. gekennzeichnet) erfolgt die elektrochemische kathodische
Aktivierung von CO
2. Simultan dazu verläuft die anodische Oxidation von H
2. Der Stromkreis wird dann durch die gebildeten Protonen geschlossen, wodurch eine
direkte Produktion einer ungesättigten Dicrabonsäure, wie z.B. des Adipinsäurevorläufers
Hex-3-endisäure, erreicht wird. Es werden somit unter Verwendung von elektrochemisch
aktivierten CO
2 zwei Carboxylgruppen (-COO-) in ein ungesättigtes Alkensystem eingeführt.
[0013] Im Anschluss an die Dicarboxylierung kann sich in einer Ausführungsform die Umsetzung
der ungesättigten Dicarbonsäure zur gesättigten Dicarbonsäure, wie z.B. der Hex-3-endisäure
zur Zielsubstanz Adipinsäure, mittels einer entweder homogenen oder heterogen katalysierten
Hydrierung anschließen. Hierzu können entweder Standardkatalysatoren wie ein Platinmetall
auf Aktivkohle, Silika oder Titandioxid aber auch der sehr bekannte Wilkinson-Katalysator
unter geeigneten Reaktionsbedingungen verwendet werden. Es hat sich gezeigt, dass
hierfür zunächst eine Abtrennung des Elekrolyten aus der Elektrodicarboxylierung (1.)
erforderlich ist. Eine Abtrennung des Hydrierkatalysators, des Hydriermediums, sowie
der eventuell noch enthaltenen Nebenprodukte aus der Dicarboxylierung ist anschließend
bis zur Adipinsäure erforderlich.
[0014] Das vorliegende Verfahren weist verschiedene Vorteile gegenüber den bisher bekannten
Ansätzen auf. So kann auf die Verwendung von anodischen Opfermaterialien bzw. Opferelektroden
verzichtet werden. Dies führt wiederum zur Vermeidung der Verwendung von Aluminium
und der Herstellung von schwer aufzureinigenden Produkt-Aluminiumsalzen, was zu vielfältigen
Kosteneinsparungen in einem entsprechenden Prozess führt. Die Einsparungen betreffen
dabei den Verzicht auf Aluminium als Komponente mit hohen spezifischen Kosten, die
Vermeidung der Prozessschritte der beschriebenen Auftrennung des Aluminium-Produktsalzes,
sowie der Vermeidung einer ständigen Wartung des Reaktors, welche durch den Austausch
verbrauchter Opferelektroden begründet wäre. Die Aufreinigungsschritte für einen zu
entwickelnden Industrieprozess werden stark vereinfacht. Zudem ergibt sich eine höhere
Umsetzung des Diens zur korrespondierenden Dicarbonsäure, während gleichzeitig die
Bildung von Nebenprodukten, insbesondere von Monocarbosäuren reduziert wird.
[0015] In einer Ausführungsform des vorliegenden Verfahrens liegt der Wasserstoff H2 mit
einem Partialdruck p
0,H2 zwischen 0,5 und 3 MPa, bevorzugt zwischen 0,75 und 2 MPa, insbesondere bevorzugt
zwischen 1 und 1,5 MPa, z.B. 1,25 MPa im Reaktor vor.
[0016] In einer weiteren Ausführungsform des vorliegenden Verfahrens liegt das Kohlendioxid
CO
2 mit einem Partialdruck p
0,CO2 zwischen 1 und 5 MPa, bevorzugt zwischen 2 und 4 MPa, insbesondere bevorzugt zwischen
3 und 4 MPa, z.B. 3,75 MPa im Reaktor vor.
[0017] In einer noch weiteren Ausführungsform des vorliegenden Verfahrens wird das mindestens
eine Dien in flüssiger Form in den Reaktor zu dosiert. Auf diese Weise werden hohe
Dien-Konzentrationen in der Reaktionsmischung erhalten. So kann die Konzentration
des zudosierten Diens bei 1 - 5 mol/l, bevorzugt bei 1,5 - 3 mol/l, insbesondere bevorzugt
bei 1,5 - 2 mol/l liegen. Z.B. kann flüssiges Butadien in einer Konzentration von
1,62 mol/l in den Reaktor eingeführt werden.
[0018] Vorliegend ist unter einem Dien ein Sammelbegriff für eine Stoffgruppe zu verstehen,
in welcher mindestens zwei Doppelbindungen konjugiert oder auch isoliert auftreten.
So kann das mindestens eine Dien ein lineares konjugiertes Dien sein, wobei lineare
konjugierte Diene z.B. 1, 3-Butadien, Pentadien, Hexadien, 1,3,5-Hxeatrien, Cyclohexadien
umfassen.
[0019] Es ist auch möglich, mehrfach ungesättigte, nicht-konjugierte Diene zu verwenden.
Diese Diene können z.B. lineare Diene mit nicht-konjugierten Doppelbindungen umfassen.
Solche Diene können z.B. mindestens eine endständige (terminale) Doppelbindung aufweisen,
z.B. α, ω-Diene wie1 ,7-Octadien (OD), 1,9-Decadiene, 1,11-Dodecadiene, 1,13-Tetradecadiene.
[0020] Die angeführten Verfahrensparameter für die vorliegende Elektrodicarboxylierung ermöglichen
eine Steigerung der Faraday-Effizienz. Die Faraday-Effizienz bildet ab, welcher Anteil
des Gesamtstroms stöchiometrisch auf die erwünschten Produkte oder Nebenprodukte entfällt,
z.B. "Faraday Effizienz bzgl. der Komponente X".
[0021] Mit dem vorliegenden Verfahren kann eine Faradayeffizienz FE
EC für die Summe aller Dicarboxylierungsprodukte erreicht werden, die zwischen 10-55
%, bevorzugt 15-30%, insbesondere bevorzugt zwischen 20-25% beträgt. Die Faradayeffizienz
ist abhängig davon, welche Elektrodengeometrie, Partialdrücke, Butadienkonzentrationen
gewählt wurden und ob ein Mediator zum Einsatz kommt, wie weiter unten noch erläutert
wird.
[0022] Dabei beträgt die Faradayeffizienz FE
EC für die Summe aller Dicarboxylierungsprodukte, die zur Herstellung von linearen,
unverzweigten Dicarbonsäuren einsetzbar sind zwischen 5-30%, bevorzugt zwischen 10-25%,
insbesondere bevorzugt zwischen 15 - 20%, z.B. 13,3% oder 26,2%.
[0023] In einer Ausführungsform des vorliegenden Verfahrens wird die Reaktion in einem getrockneten,
organischen Lösungsmittel enthaltend mindestens ein Leitsalz durchgeführt. Das organische
Lösungsmittel ist ausgewählt aus Dimethylformamid (DMF); Dimethylpropylenharnstoff
(DMPU), N-Methyl-2-pyrrolidon (NMP) und Acetonitril; bevorzugt wird DMF verwendet.
Das mindestens eine Leitsalz ist ein Alkylammoniumbromid, bevorzugt t-n-Butylammoniumbromid
(TBAB).
[0024] In einer weiteren, bevorzugten Ausführungsform des vorliegenden Verfahrens wird die
Elektrodicarboxylierung in Gegenwart eines Mediators durchgeführt. Der Mediator ist
bevorzugt ein Übergangsmetallkomplex, insbesondere ein Rh, Pt, Pd, Ru oder Fe Komplex.
Besonders bevorzugte Mediatoren sind Platinmetallkomplexe mit Phospan-Liganden (z.B.
Xanthphios) und Ferrocene. Die Verwendung von Mediatoren führt zu einer Verringerung
der Elektropolymerisationstendenz und Erhöhung der Reaktionseffizienz (Faraday-Effizienz).
Der etwaig applizierte Mediator zeigt keinerlei Funktion im Sinne eines Katalysators
in der Reaktion selbst, kann jedoch die makroskopische Polymerisationstendenz des
1,3-Butadiens und dessen intermediär gebildete Kupplungsprodukte herabsetzen und die
Effizienz der Elektrodicarboxylierung erhöhen.
[0025] Wie oben bereits angedeutet, kann sich im Anschluss an die Dicarboxylierung die Umsetzung
der ungesättigten Dicarbonsäure zur gesättigten Dicarbonsäure anschließen. Dies kann
mittels einer homogenen oder heterogen katalysierten Hydrierung unter Verwendung von
bekannten Katalysatoren, wie Platinmetall auf einem geeigneten Träger oder einem homogenen
Katalysatorkomplex, etwa ein Platinmetall in Gestalt eines Metall-Phosphin-Komplexes,
z.B. dem Wilkinson-Katalysator unter geeigneten Reaktionsbedingungen erfolgen.
[0026] Wie oben erwähnt, wird das Verfahren in einem Reaktor durchgeführt, der mindestens
eine Kathode als Arbeitselektrode zur kathodischen Aktivierung von CO
2, mindestens eine Anode als Gegenelektrode zur anodischen Oxidation von H2 und mindestens
eine Referenzelektrode aufweist.
[0027] In einer Variante des Reaktors sind Anode und Kathode parallel zueinander angeordnet.
[0028] In einer anderen Variante des vorliegenden Reaktors sind Anode und Kathode konzentrisch
zueinander angeordnet. In dieser Variante ist die Anode konzentrisch um die Kathode
angeordnet; d.h. die Kathode kann z.B. mittig in einer ringförmig ausgebildeten Anode
angeordnet sein und z.B. aus einem schmalen, polierten Nickel-Blech bestehen.
[0029] Überraschenderweise führt eine konzentrische Anordnung zu einer erhöhten Elektrocarboxylierungsselektivität
von 73 %, während eine parallele Anordnung zu einer Selektivität von 44 % führt. Die
genannten Werte für die Elektrocarboxylierungsselektivität beziehen sich hierbei auf
die Teilmenge der Dicarbonsäuren bezogen auf die Menge insgesamt erzeugter Elektrocarboxylierungsprodukte.
[0030] Die Anode kann aus einem Platinmetall, einer Legierung aus mindestens einem Platinmetall
oder einem platinierten bzw. mit Platinmetall beschichteten Fremdmetallträger bestehen.
Es wurde hier bevorzugt Platin eingesetzt und kann in Form einer Wendel, eines Netzes,
eines Gewebes, immobilisierter Platinpartikel auf einem geeigneten Träger oder eines
Bleches, z.B, eines ebenen, flachen oder konzentrisch geformten Bleches vorliegen.
Das Anodenmaterial Platin ist weitestgehend inert, führt nicht zur Kontamination des
Systems und führt zu guten Faraday-Effizienzen mit Wasserstoff im dargelegten System.
[0031] Die Kathode besteht aus Graphit, einem Übergangsmetall, bevorzugt einem Platinmetall,
bevorzugt aus Nickel und kann in Form eines flachen Bleches vorliegen. Bevorzugt wird
das Kathodenmaterial einer Vorbehandlung konsekutiver Schleif-, Polier-, Wasch- und
Trocknungsschritten unterzogen.
[0032] In einer weiteren Ausführungsform des vorliegenden Reaktors sind der Anodenraum und
Kathodenraum voneinander, insbesondere mittels einer Membran z.B. aus Nafion, getrennt.
[0033] Die Erfindung wird im Folgenden an Beispielen unter Bezugnahme auf die Figuren erläutert.
Es zeigen:
- Figur 1
- eine schematische Ansicht einer ersten Ausführungsform einer Elektrodenanordnung (parallele
Anordnung); und
- Figur 2
- eine schematische Ansicht einer zweiten Ausführungsform einer Elektrodenanordnung
(konzentrische Anordnung).
Apparative Beschreibung
[0034] Die verwendete apparative Anordnung umfasst einen druckstabilen Rührkessel mit den
Elektrodeneinbauten, ein 1,3-Butadien-Dosiersystem und ein Gas-Mischsystem. Der verwendete
Druckreaktor beinhaltet ein inertes Inley, Einbauten und die Elektrodenanordnung.
Eine konvektive Durchmischung erfolgte mittels eines magnetisch gekoppelten Rührers
unterhalb der Kathode in einem konstanten Abstand.
[0035] Zur Durchführung von elektrochemischen Reaktionen unter Druck ist es notwendig die
Elektrodenanordnung in einen Druckbehälter aus einem mechanisch festen Material, z.B.
Edelstahl zu integrieren, welcher jedoch durch seine Eigenleitfähigkeit keinerlei
Kontakt zu den Elektroden oder dem Reaktionsmedium haben darf, was durch das genannte
Inley realisiert wurde. Besonders empfiehlt sich in diesem Zusammenhang die Verwendung
hoch korrosionsbeständiger Edelstähle wie 1.4435 oder 1.4462. Bei Edelstählen wie
1.4301 oder 1.4306 wurde eine hohe Neigung zur chemischen Korrosion durch unvermeidbare
Elektrolyttröpfchen verzeichnet. Eine Abschottung der betroffenen Teile mit Einbauten
aus PEEK, Teflon oder einem anderen hinreichend mechanisch stabilen und chemisch inerten
Werkstoff ist jedoch möglich.
[0036] Ein Einsatz aus PTFE (Teflon) und ein Deckel aus PEEK mit entsprechenden Durchbohrungen
für die Zuleitungen und Elektroden ermöglicht eine weitestgehend elektrische Isolation
der Funktionselemente. Die in Anordnung aus Inley, Einbauten und Elektroden wurde
während der Reaktion in den beschriebenen PTFE-Einsatz eingebracht und der Reaktor
vollständig verschlossen. Elektrisch isolierte Kontaktierungen ermöglichen dann das
Applizieren einer Spannung an den Elektroden durch den druckstabilen Edelstahlmantel
hindurch.
Beschreibung der experimentellen Untersuchung
[0037] Vor jedem Experiment wurde eine vorbereitete Ni-Elektrode 1 in die Elektrodenanordnung
eingesetzt, die Luggin-Kapillare 3 mit 1 molarer TBAB-DMF-Lösung versehen, der Reaktor
sinngemäß zusammengesetzt und mit einem Magnetrührkern bestückt. Mehrere Evakuationszyklen
mit wiederholter Belüftung durch Stickstoff ermöglichte die Eliminierung von feuchter
Luft, Sauerstoff und etwaiger Lösungsmittelreste aus vorangegangenen Reinigungsschritten.
[0038] Anschließend wurde der Reaktor mit dem entsprechenden Zieldruck aus einem vorbereiteten
CO
2/H
2- Gemisch beaufschlagt. Über ein Dosiersystem, welches eine Hochdruckpumpe, eine Entspannungseinheit
und einen Mischer umfasst, wurde das Reaktionsmedium, ein aprotisches, wasserfreies
organisches Löungsmittel mit einem darin löslichen Leitsalz hinzugefügt. Die präzise
Eindosierung einer spezifischen Menge an 1,3-Butadien erfolgt währenddessen.
[0039] Nach Abschluss des Dosierungsvorgangs auf das Zielvolumen an Reaktionsmasse im Reaktor
folgte eine Äquilibrierungsphase von ca. 30 min, welche zur vollständigen Sättigung
der Reaktionsmasse mit CO
2 und H2 diente. Eine Durchmischung wurde durch magnetisch gekoppelte Rührung mit dem
Magnetrührkern gewährleistet. Der Druck wurde automatisiert auf den Zieldruck nachgeregelt.
[0040] Zur Sicherstellung fortwährend identischer Reaktionsbedingungen wurde eine computergesteuerte
Standardprozedur für alle Reaktionen verwendet, welche Aktivierungszyklen der Elektrode,
die Reaktion selbst und weitere elektrochemische Charakterisierungsschritte umfasst.
[0041] Nach einem jeden Reaktionslauf wurde der Reaktor nach einer automatisierten Standardprozedur
langsam druckentlastet und der Reaktionsraum im geschlossenen Zustand für etwa eine
Stunde mit einem leichten Stickstoffüberdruck gespült, um das entweichende 1,3-Butadien
sicher zu entfernen. Die entnommene Reaktionsmasse wurde eingeengt und bis zur Trockne
einrotiert.
[0042] Produktanalysen wurden durch Gaschromatographie mit angeschlossener Massenspektroskopie
(GC/MS) durchgeführt. Hierzu wurde eine Probe der Produktrohmasse quantitativ silyliert
und gegen Standards vermessen. Einige Isomere der Nebenprodukte konnten hierbei lediglich
anhand von Indizien identifiziert werden. Das getrocknete Produkt wurde anschließend
auf den Gehalt organischen Kohlenstoffs hin untersucht (TOC, total organic carbon).
Dies diente dem Zweck, eine Aussage über eine Hemmwirkung der Polymerisation durch
die Mediatoren machen zu können. Das Produkt wurde hierzu vollständig gelöst und durch
Verbrennung mit anschließender IR-Spektroskopie der Gasphase vermessen.
[0043] Die Produktzusammensetzung wurde dann per GC/MS bestimmt. Eine Konsistenzprüfung
erfolgte dabei durch mehrere individuelle Proben eines Reaktionslaufs, Mehrfachbestimmung
der Proben, sowie eine separate Analyse der Gesamtmenge an Kupplungsprodukten durch
HPLC/DAD/ELSD (Hochleistungsflüssigkeitschromatographie mit Diodenraster-Detektor
und Verdampfungslichtstreu-Detektor engl. High performance liquid chromatography (HPLC),
Diode array detector (DAD), Evaporative light scattering detector (ELSD)). Die Feststoffproben
aus den Reaktionsläufen wurden für etwaige Folgeuntersuchungen archiviert.
[0044] In Vorbereitung der Reaktionsläufe wurde das zu verwendende organische Lösungsmittel
über einem Trocknungsmittel z.B. Phosphorpentoxid oder Natriumhydrid entwässert und
vakuumdestilliert. Unter Argonatmosphäre wurde das getrocknete Lösungsmittel auf vorgetrocknetes
Leitsalz gegeben und über frisch ausgeheiztem Molsieb (4Ä) aufbewahrt.
[0045] Für die bezweckte Reaktionen eignen sich eine Reihe von Lösungsmitteln: Dimethylformamid
(DMF), Dimethylpropylenharnstoff (DMPU), N-Methyl-2-pyrrolidon (NMP) und Acetonitril,
es wurde jedoch wegen seiner guten Resultate vornehmlich DMF verwendet. Als Leitsalz
diente insbesondere Tetra-n-butylammoniumbromid (TBAB).
[0046] Zur Vorbereitung der Arbeitselektrode wurden zunächst Nickelbleche zugesägt und in
Form geschliffen. Das Blech wurde unter Vermeidung von Fremdmetallkontamination mittels
WIG-Schweißung an eine entsprechende Halterung angefügt. Die Elektrode wurde bis zum
einsatzfähigen Zustand konsekutiven Schleif- Polier-, Wasch- und Trocknungsschritten
unterzogen. Mikroskopische Aufnahmen (AFM) der vollständig präparierten Elektrode
zeigen eine initiale Peak-valley-Rauigkeit der Arbeitselektrode von 68 nm.
[0047] Als Gegenelektrode diente entweder ein Platin-Wendel oder ein Platin-Blech, die zunächst
gereinigt und anschließend in Form gebracht wurde. Alle Elektroden wurden zudem an
den nicht mit dem Elektrolyten zu exponierenden Stellen elektrisch mit Teflonhülsen
isoliert.
[0048] Der Reaktoreinsatz aus Teflon wurde vor jedem Experiment mit Königswasser gespült,
intensiv gereinigt und anschließend getrocknet.
[0049] Die Arbeits- und Gegenelektrode wurde wie beschrieben vorbehandelt und in den Reaktor
eingesetzt. Die Referenzelektrodenbrücke (Luggin-Kapillare) wurde vorbereitet und
mit Elektrolyt befüllt, anschließend in den Reaktoreinsatz eingesetzt und der Reaktor
dann verschlossen. Nach Überprüfung der Kontaktierungen auf Kurzschlüsse oder zu geringe
elektrische Widerstände wurde der Reaktor über das Dosiersystem mit einer spezifischen
Menge an Elektrolytlösung und 1,3-Butadien befüllt. Das Gesamtvolumen an Elektrolyt
und 1,3-Butadien betrug bei jedem Experiment 28,00 ml.
[0050] Um die Gasversorgung während der Reaktion zu gewährleisten, wurde in einem druckstabilen
Vorratsbehälter (500 ml) ein Gasgemisch aus Wasserstoff und Kohlendioxid in der zu
erzielenden Komposition hergestellt.
[0051] Während der hier betrachteten Reaktionen lagen die folgenden Partialdrücke vor: p
0(H
2) = 1,0 MPa und p
0(CO
2) = 3,0 MPa. Der Reaktor wurde über einen Druckregler mit einem Druck von p = 3,4
MPa beaufschlagt und für eine Sättigungsperiode von 30 min verweilt. Anschließend
wurde die Spannung über die Reaktionsdauer derart geregelt, dass ein Strom von -50
mA±0,1 mA aufrechterhalten wurde. Die Reaktionsdauer betrug konstant 43857 s, mit
einer korrespondierenden Ladungsmenge von 2193 As. Gegeben durch die Elektrodenfläche
von 5 cm
2 lag bei dem verwendeten Strom von 50 mA eine Stromdichte von j = 10 mA/cm
2 vor.
[0052] Im Folgenden werden mehrere Beispiele zur Machbarkeit der Reaktion in einem Druckgefäß
mit einer vordefinierten Menge an 1,3-Butadien gegeben.
[0053] Die hierfür verwendeten Elektrodenanordnungen sind in den Figuren 1 und 2 gezeigt.
Figur 1 zeigt eine parallele Anordnung mit Pt-Wendel 1 als Anode, poliertes Ni-Blech
2 als Kathode, Luggin-Kapillare mit Fritte 3, und Silber-Silberbromid-Elektrode 4.
Figur 2 zeigt eine konzentrische Anordnung mit Pt-Blech 1 als Anode, poliertes Ni-Blech
2 als Kathode, Luggin-Kapillare mit Fritte 3, und Silber-Silberbromid-Elektrode 4.
[0054] Die für die Reaktionsläufe ermittelten Faradayeffizienzen sind in Tabelle 1 enthalten.
Der erste Eintrag in Tabelle 1 beschreibt den planparallelen Aufbau, während der zweite
Eintrag den konzentrischen Aufbau zeigt. Alle Experimente mit Zusätzen wurden im konzentrischen
Aufbau durchgeführt.
[0055] Wie aus Tabelle 1 ebenfalls entnehmbar ist, kann durch die verwendeten Zusätze (Mediatoren)
eine erhebliche Erhöhung der Faraday-Effizienzen erreicht werden. Im Falle von Ferrocen
bis 51,8 %, bei der Verwendung von PdCl
2 in Verbindung mit Xantphos von 29,5 %. Bei letzterem wird überraschenderweise eine
Verringerung der Polymerisationstendenz von 1,3-Butadien beobachtet. Die Hemmwirkung
im Bezug auf Polymerisation von RhCl
3 in Verbindung mit Xantphos und PdCl
2 in Verbindung mit Xantphos sind vergleichbar (TOC), jedoch zeigt zweiteres die insgesamt
höhere Faraday-Effizienz. Bei der Verwendung von Ferrocen wird im Verhältnis zur Faraday-Effizienz
an zu erzielendem Produkt keine Hemmwirkung erreicht.
Table 1: Resultate
| Stellgrößen |
Zusatz |
Berechnete Werte |
C0,Bu /
 / MPa [2] |
Qn / As [3] |
|ja| /

|
Mediator |
FE / % [5] |
FEn / % [6] |
FEm / % [7] |
| 1,62[x] |
3,4 |
2193 |
10 |
- |
14.8 |
6,3 |
2,3 |
| 1,62[x] |
3,4 |
2193 |
10 |
- |
20,0 |
13,3 |
1,7 |
| 1,62[a] |
3,4 |
2193 |
10 |
RhCl(COD)2, XP |
22,0 |
11,1 |
1,9 |
| 1,62[b] |
3,4 |
2193 |
10 |
PdCl2, XP |
29,5 |
14,4 |
2,1 |
| 1,62[c] |
3,4 |
2193 |
10 |
RUCl3, XP |
24,0 |
11,8 |
2,4 |
| 1,62[d] |
3,4 |
2193 |
10 |
Fc |
34,7 |
17,3 |
4,7 |
| 1,62[e] |
3,4 |
2193 |
10 |
Fc |
51,8 |
26,2 |
5,2 |
x Ohne Verwendung von Mediatoren
a Zugabe von RhCl(CO)2 (50 µmol) und Xantphos (60 µmol)
b Zugabe von PdCl2 (50 µmol) und Xantphos (60 µmol)
c Zugabe von RuCl3 (50 µmol) und Xantphos (60 µmol)
d Zugabe von Ferrocen (134 µmol)
e Zugabe von Ferrocen (670 µmol)
1 Anfangskonzentration, 1,3-Butadien
2 Anliegender Gesamtdruck der Gasmischung
3 Integral übertragene Ladungsmenge während der Reaktion
4 Mittlere Stromdichte, Annahme eines homogenen E-Felds
5 Faraday-Effizienz der Summe aller Elekrodicarboxylierungsprodukte
6 Faraday-Effizienz der Summe aller zur Produktion von Adipinsäure verwertbaren
7 Faraday-Effizienz der Monocarbonsäure |
[0056] Das Produktspektrum der Reaktionsläufe umfasst eine Reihe unterschiedlicher Dicarboxylierungsprodukte
und ist in Tabelle 2 angeführt.
Table 2: Analyse der Produktphase
| Substanz |
Signifikanz |
Bemerkung |
| (E)-2-Hexendisäure |
hoch |
Hauptprodukt |
| (Z)-2-Hexendisäure |
gering |
Hauptprodukt |
| (E)-3-Hexendisäure |
hoch |
Hauptprodukt |
| (Z)-3-Hexendisäure |
gering |
Hauptprodukt |
| (E)-3-Methyl-2-Pentendisäure |
hoch |
Nebenprodukt |
| (Z)-3-Methyl-2-Pentendisäure |
gering |
Nebenprodukt |
| 4-Pentensäure |
gering |
kritisches Nebenprodukt |
| Pentansäure |
gering |
kritisches Nebenprodukt |
| 1,8-Octandisäure |
Spuren |
Nebenprodukt |
| Ethandisäure |
Spuren |
Nebenprodukt |
[0057] Die in Tabelle 2 angeführten Ergebnisse zeigen, dass ein höherer CO
2 Partialdruck notwendig ist, um die sehr begrenzte Faraday-Effizienz der Elektrodicarboxylierung
von Grinberg et al. erheblich zu steigern (von 3,8 % auf 20 %).
[0058] Es konnte außerdem demonstriert werden, dass die Monocarbonsäure (4-Pentensäure),
welche den Polymerisationsprozess von Adipinsäure mit Adiponitril zu Nylon durch Terminierung
erheblich stört, bei Anwendung entsprechend hoher CO
2-Partialdrücke und genügend hoher Stromdichten (10 mA/cm
2) weitestgehend vermieden werden konnte.
[0059] Des Weiteren wurde ein starker Einfluss der Elektrodenanordnung auf die Selektivität
ermittelt. Hierzu wurden die Beispiele 1 und 2 gegeben. Es zeigte sich vermehrt die
Bildung verzweigter Produkte im Fall der Nutzung einer parallelen Anordnung. Eine
konzentrische Elektrodenanordnung verringerte hierbei im hohen Maße eine Bildung des
unerwünschten Methyl-Pentendisäure-Derivats.
1. Verfahren zur Elektrodicarboxylierung von mindestens einem Alken, insbesondere mindestens
einem Dien, mit Kohlendioxid CO
2 in Gegenwart von Wasserstoff H2 unter Ausbildung von mindestens einer ungesättigten
Dicarbonsäure, wobei die Reaktion in einem Reaktor umfassend mindestens eine Kathode
als Arbeitselektrode zur kathodischen Aktivierung von CO
2, mindestens eine Anode als Gegenelektrode zur anodischen Oxidation von H2 durchgeführt
wird,
gekennzeichnet durch
- ein volumetrisches Verhältnis von Wasserstoff H2 zu Kohlendioxid CO2 zwischen 2 : 1 und 1 : 10, bevorzugt 1 : 1 und 1 : 5, besonders bevorzugt 1:1 und
1 : 3;
- einen Gesamtdruck pg im Reaktor zwischen 1 und 5 MPa, bevorzugt 2 und 4 MPa, insbesondere bevorzugt zwischen
3 und 4 MPa; und
- eine mittlere Stromdichte j zwischen 2 und 20 mA/cm2, bevorzugt zwischen 5 und 15 mA/cm2, insbesondere bevorzugt zwischen 10 und 12,5 mA/cm2.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Wasserstoff H2 mit einem Partialdruck p0,H2 zwischen 0,5 und 3 MPa, bevorzugt zwischen 0,75 und 2 MPa, insbesondere bevorzugt
zwischen 1 und 1,5 MPa im Reaktor vorliegt.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Kohlendioxid mit einem Partialdruck p0,CO2 zwischen 1 und 5 MPa, bevorzugt zwischen 2 und 4 MPa, insbesondere bevorzugt zwischen
3 und 4 MPa im Reaktor vorliegt.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eine Dien in flüssiger Form in den Reaktor zu dosiert wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eine Dien ein lineares konjugiertes Dien ist.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Faradayeffizienz FEEC für die Summe aller Dicarboxylierungsprodukte 10-55 %, bevorzugt 15-30%, insbesondere
bevorzugt 20-25% beträgt.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Faradayeffizienz FEEC für die Summe aller Dicarboxylierungsprodukte, die zur Herstellung von linearen,
unverzweigten Dicarbonsäuren einsetzbar sind, 5-30%, bevorzugt 10-25%, insbesondere
bevorzugt 15-20% beträgt.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Reaktion in einem getrockneten, organischen Lösungsmittel enthaltend mindestens
ein Leitsalz durchgeführt wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das organische Lösungsmittel ausgewählt ist aus Dimethylformamid (DMF); Dimethylpropylenharnstoff
(DMPU), N-Methyl-2-pyrrolidon (NMP) und Acetonitril, bevorzugt DMF.
10. Verfahren nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eine Leitsalz ein Alkylammoniumbromid, bevorzugt t-n-Butylammoniumbromid
(TBAB) ist.
11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Elektrodicarboxylierung in Gegenwart eines Mediators durchgeführt wird.
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Mediator ist ein Übergangsmetallkomplex, insbesondere ein Rh, Pt, Pd, Ru oder
Fe Komplex, ist.
13. Reaktor zur Durchführung eines Verfahrens nach einem der vorhergehenden Ansprüche
gekennzeichnet durch eine parallele Anordnung von Anode und Kathode.
14. Reaktor zur Durchführung eines Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 - 12, gekennzeichnet durch eine konzentrische Anordnung von Anode und Kathode, wobei die Anode konzentrisch
um die Kathode angeordnet ist.
15. Reaktor nach einem der Ansprüche 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, dass der Anodenraum und der Kathodenraum voneinander, insbesondere mittels einer Membran,
getrennt sind.