[0001] Die Erfindung betrifft eine Sanitäranlage mit zumindest einem die jeweiligen Sanitäreinheiten
enthaltenden und über eine verriegelbare Schwenktür abschließbaren Sanitärraum.
[0002] Für die Öffentlichkeit zugängliche Sanitäranlagen, wie zum Beispiel Waschräume und
vor allem Toilettenanlagen, sollten sich für die Benutzer stets als hygienisch einwandfreie
und auch als sichere Orte präsentieren.
[0003] Dies ist jedoch vor allem bei Anlagen ohne Aufsichtsperson sehr häufig nicht der
Fall, da Benutzer trotz entsprechender schriftlicher Hinweise den jeweiligen Ort ohne
Rücksicht auf nachfolgende Benutzer in mehr oder weniger verschmutztem Zustand verlassen,
weil sie sich unbeobachtet und zur Reinigung nicht verpflichtet fühlen und tatsächlich
im Regelfall auch unbeobachtet bleiben.
[0004] Die Folge davon ist, dass derartige öffentliche Anlagen von Benutzern mit einem unguten
Gefühl betreten werden, weil sie vor dem Betreten einer Kabine bzw. Sanitärraums nicht
wissen, in welchem Zustand sie die Sanitäreinheiten vorfinden und - was erschwerend
hinzukommt - oft nicht erkennen können, ob sich eventuell eine Person hinter einer
Türe oder einer nur teilweise geöffneten Türe versteckt hält.
[0005] All dies führt bei Benutzern zu einem offenen oder unterschwelligen Gefühl des Unbehagens
und der Unsicherheit, was wiederum zur Folge hat, dass derartige öffentliche Anlagen
oft gemieden werden.
[0006] Es ist bereits eine Indoor-Toilette bekannt geworden, die es ermöglichen soll, den
hygienischen Zustand der jeweiligen Toilette von außen zu beurteilen, ohne die Tür
öffnen zu müssen. Dazu wird eine selbstfärbende Toilettentür aus Glas vorgesehen,
wobei diese Türe bei nicht besetzter Toilette durchsichtig ist und dann, wenn die
Toilette besetzt und verschlossen ist, sich das Glas färbt und opak wird. Das Umschalten
von durchsichtig auf undurchsichtig wird durch Anlagen einer elektrischen Spannung
mit zugehöriger Elektronik erreicht.
[0007] Abgesehen davon, dass diese Lösung sehr aufwendig ist und damit nur für hochwertige
Indoor-Anlagen in Betracht kommt, haftet dieser Lösung der Nachteil an, dass im Falle
einer Störung der Spannungsversorgung oder auch bei einer Manipulation an der von
außen zugänglichen Notfallentriegelung die Türe durchsichtig werden kann und damit
der Benutzer in eine peinliche Situation geraten kann.
[0008] Aufgabe der Erfindung ist es, eine für öffentliche Sanitäranlagen und vor allem öffentliche
Toilettenanlagen die vorstehend geschilderten Nachteile beseitigende Lösung zu finden,
die dazu beiträgt, den hygienischen Standard derartiger Anlagen für den Benutzer bereits
vor dem Betreten überprüfbar zu machen und durch die Offenheit und Übersichtlichkeit
der Anlage den Benutzern ein hohes Gefühl an Sicherheit zu vermitteln sowie die Benutzer
emotional zu veranlassen, den hohen Hygienestandard, den sie vor Betreten des Sanitärraums
vorfinden, aufrechtzuerhalten.
[0009] Ausgehend von einer Sanitäranlage der eingangs angegebenen Art wird diese Aufgabe
im Wesentlichen dadurch gelöst, dass die Schwenktür als zweiflüglige Winkeltüre mit
einem Flügel aus einem vorzugsweise vollflächig durchsichtigen Material und einem
Flügel aus undurchsichtigem Material ausgebildet ist, wobei der durchsichtige Flügel
den die Sanitäreinheiten enthaltenden Sanitärraum im unbenutzten bzw. freien Zustand
verschließt, und der undurchsichtige Flügel durch Verschwenken des durchsichtigen
Flügels beim Betreten der Kabine in die dem Belegtzustand entsprechende Schließposition
überführt wird.
[0010] Der Gedanke, die herkömmlichen blickdichten Schwenktüren durch zweiflüglige Winkeltüren
mit vorzugsweise rechtwinklig zueinander versetzt angeordneten Flügeln aus durchsichtigem
Material einerseits und undurchsichtigem Material andererseits zu ersetzen, ermöglicht
es in überraschender Weise, einfache, robuste und vandalensichere Lösungen sowohl
für Outdooranlagen als auch für öffentliche Toiletten in Gebäuden bereitzustellen,
die unabhängig von dem für die in den jeweiligen Kabinen vorgesehenen Sanitäreinheiten
getroffenen Aufwand durch Transparenz und Vermeidung von schlecht oder nicht einsehbaren
Raumbereichen dazu beitragen, Hygiene und Sicherheit in derartigen Anlagen zu steigern
bzw. zu gewährleisten.
[0011] Da durch die erfindungsgemäße Lösung immer ein klimatisch abgeschlossener Sanitärraum
entsteht bzw. vorhanden ist, kann der Zugang zu diesem Raum direkt erfolgen. Der sonst
notwendige Vorraum entfällt dadurch.
[0012] Der Sanitärraum, der stets in der erforderlichen Weise beleuchtet ist, kann schon
von weitem durch den transparenten Türflügel eingesehen werden, was vor allem nachts
und beispielsweise auf einsamen Parkplätzen das Gefühl deutlich verbessert, die Ortssituation
gut kontrollieren zu können.
[0013] Der Sanitärraum kann damit vor dem Betreten hinsichtlich seines Zustands bzw. hinsichtlich
der Sauberkeit überprüft werden, und es ist dem jeweiligen Benutzer dann auch klar
bewusst, dass der Raum nach dem Verlassen sofort wieder voll sichtbar bzw. einsehbar
ist. Diese "soziale Kontrolle" zwingt den Benutzer, den Raum in einwandfrei sauberem
Zustand wieder zu verlassen.
[0014] Eine besonders vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung zeichnet sich dadurch aus,
dass die Bedienelemente zum Verschwenken, Verriegeln und Entriegeln der Winkeltüre
ausschließlich an den einander zugewandten Innenflächen beider Flügel vorgesehen sind,
wobei die Bedienelemente insbesondere als körperbezogene, d.h. vor allem mittels Hüfte,
Oberschenkel oder Fuß betätigbare und vorzugsweise im Bereich des unteren Drittels
der Flügel angeordnete Betätigungsleisten ausgebildet sind.
[0015] Die praktische Bedeutung dieser Merkmale wird besonders deutlich, wenn man sich vergegenwärtigt,
dass in bekannten Sanitäranlagen, bei denen Türen mit normalen Klinken verwendet werden,
im einfachsten Falle, d.h. bei einer Eingangstüre zum Vorraum mit Waschbecken, einer
Türe zu den getrennten Damen/Herren-Bereichen und einer Kabinentür, mindestens elf
Handkontakte mit den Türklinken und Verriegelungsknöpfen notwendig sind, wenn diese
Türen jeweils beim Hineingehen und beim Hinausgehen über die Klinke geöffnet und geschlossen
und die Verriegelungsknöpfe betätigt werden. Sogar nach dem Händewaschen sind im Regelfall
noch die beiden letzten Handkontakte an der Eingangstüre erforderlich.
[0016] Selbst wenn die Raumtüren automatisiert sind, benötigt allein die Kabinentür noch
sechs Handkontakte, nämlich Türe mit Klinke öffnen, Türe mit Klinke schließen, Verriegelung
schließen, Verriegelung öffnen, Tür mit Klinke öffnen und Tür mit Klinke schließen.
[0017] Wenn man berücksichtigt, dass bekanntermaßen die Türklinken immer am höchsten mit
Keimen belastet sind, d.h. auch wesentlich mehr als WC-Sitze, dann ist vorstellbar,
wie hoch bei den bekannten Anlagen das Risiko der Keimübertragung ist.
[0018] Demgegenüber wird bei der erfindungsgemäßen Schwenktüre mit den körperbezogenen Bedienelementen
in Form von Hüfte, Oberschenkel oder Fuß, die transparente Türe durch die jeweils
eintretende Person praktisch mitgenommen und verschließt hinter sich den zweiten undurchsichtigen
Flügel selbsttätig. Es ist also kein einziger Handkontakt und auch keine umständliche
"Ellbogenbedienung", wie häufig praktiziert, notwendig. Durch die Erfindung wird somit
sowohl beim Betreten als auch beim Verlassen des Sanitärraums ein absolut wirksamer
Schutz gegen Keimübertragung erreicht.
[0019] Für den undurchsichtigen Flügel können prinzipiell alle Arten bekannter Materialien
verwendet werden, bevorzugt wird jedoch Edelstahl eingesetzt, um hochwertige Lösungen
zu realisieren. Der durchsichtige Flügel besteht vorzugsweise aus Klarglas.
[0020] Gemäß einer weiteren Ausführungsvariante der Erfindung kann die Winkeltüre auch mit
einem durch Betätigungselemente und/oder Sensoren auslösbaren Automatikantrieb verbunden
sein, der für einen eventuell gewünschten Übergang in einen rein mechanischen Betrieb
der Türe entkoppelbar ist. In diesem Fall kann sich die Drehbewegung der Winkeltüre
sanft an die eintretende Person anpassen, wie dies von derartigen Antrieben bekannt
ist. Bevorzugt wird in der Praxis die mechanische Bedienung, die für den Benutzer
den vertrauten Aspekt der emotionalen Sicherheit besitzt. Des Weiteren können die
beiden Flügel der Winkeltür insbesondere für einen Notfall voneinander entkoppelbar
ausgeführt sein.
[0021] Ein weiterer wesentlicher und vorzugsweise auch benutzter Aspekt der Erfindung besteht
darin, dass der durchsichtige Flügel als Steuer- und Betätigungsorgan für zumindest
einen Sensor verwendet ist, der der Position des durchsichtigen Flügels in dessen
verriegeltem Zustand zugeordnet ist und insbesondere Beleuchtungs-, Reinigungs-, Spül-
und/oder Trocknungsvorgänge in der Kabine steuert.
[0022] Diese Ausnutzung des durchsichtigen Flügels als Steuerorgan ermöglicht es beispielsweise
auch, eine vergessene Spülung nachzuholen und Desinfektionsvorgänge und dergleichen
auszulösen.
[0023] Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist für den WC-Sitz einer in der
Kabine vorgesehenen Toilette eine diesen in der hochgeklappten Stellung aufnehmende,
insbesondere einsehbare Reinigungs- und Trocknungsstation vorgesehen, die ebenso wie
die Schwenkbewegung des WC-Sitzes in Abhängigkeit von der Position des durchsichtigen
Flügels gesteuert ist.
[0024] Eine weitere vorteilhafte Besonderheit der Erfindung besteht darin, dass zur Unisex-Nutzung
ohne Vorraum oder mit gemeinsamem Vorraum jeder Sanitärraum als für jeden Benutzer
sichtbar direkt zugänglicher, klimatisch abgeschlossener Einheits-Sanitärraum gestaltet
ist.
[0025] Da für jeden Benutzer ein direkt zugänglicher, zunächst voll einsehbarer und nach
Betreten sicher verschlossener individueller Sanitärraum für die Nutzung zur Verfügung
steht, kann auf die Geschlechtertrennung überzeugend verzichtet werden. Diese Geschlechtertrennung
ist immer dann notwendig, wenn beide, jeweils Damen bzw. Herren zugeordnete Bereiche
durch eine gemeinsame, geschlossene Vorraumsituation aufgeteilt werden müssen oder
es sind sogar zwei größere Toilettenanlagen nach Geschlechtern getrennt, vorzusehen.
Die erfindungsgemäße, direkt zugängliche Unisexlösung lässt bei vergleichbarer Gesamtzahl
der Toilettenkabinen dezentral mehrere kleine Unisex-Gruppierungen zu, die dann auch
eine bessere Nutzung haben, weil eine gleichmäßigere Auslastung möglich ist.
[0026] Der Aspekt einer Kapazitätserhöhung von Sanitäranlagen spielt in der Praxis eine
bedeutsame Rolle. Bei Großveranstaltungen, wie sie beispielsweise in Fußballstadien
stattfinden, bei Theater- oder Konzertaufführungen und dergleichen, bei denen in einer
kurzen Zeit viele Nutzungen nachgefragt sind, sind die Toiletten meist nicht passend
für die Geschlechterverteilung der Besucher, wenn vor allem in Pausen sehr viele Besucher
gleichzeitig die Toiletten aufsuchen.
[0027] Erfindungsgemäß ausgestaltete Unisex-Räume haben durch die geschlechtsneutrale Nutzungsmöglichkeit
eine deutlich höhere Kapazität durch die gleichmäßige Auslastungsmöglichkeit unabhängig
vom Geschlecht.
[0028] Dies gilt auch für Flughäfen, Bahnhöfe, Schulen, für Besucher von Krankenhäusern,
Einkaufszentren, Hotels und dergleichen, und natürlich auch in Innenstadtbereichen
für dezentrale kleinere Ein- bis Zweiraumanlagen.
[0029] Auch bei angenommen gleicher Anzahl von Toilettenkabinen herkömmlicher Anordnung
wird durch die Aufhebung der nach Geschlecht getrennten Bereiche und der gegebenenfalls
dadurch entfallenden Vorräume wesentlich weniger Gebäudevolumen notwendig, oder es
wird bei gleichem verfügbarem Gebäudevolumen eine höhere Anzahl erfindungsgemäß ausgebildeten
Unisex-Räume bedeutend gesteigerter Kapazität möglich.
[0030] Gegenstand der Erfindung ist auch generell die Verwendung einer Winkeltüre aus zwei
zueinander im Wesentlichen rechtwinklig angeordneten Flügeln als verschwenkbarer Abschluss
für insbesondere öffentliche Sanitär- und/oder Toilettenräume, wobei ein Flügel insbesondere
vollflächig aus durchsichtigem Material, vorzugsweise Glas, und der andere Flügel
aus undurchsichtigem Material, vorzugsweise Edelstahl, besteht. Die beiden rechtwinklig
angeordneten Flügel sind insbesondere für Notfälle aus ihren Festpositionen entkoppelbar.
[0031] Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung werden anhand der nachfolgenden Beschreibung
eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme auf die Zeichnung erläutert.
[0032] In der Zeichnung zeigt:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung einer zwei Sanitärräume umfassenden Toilettenanlage
nach der Erfindung, wobei beide Räume im freien, d.h. unbenutzten Zustand zu sehen
sind,
- Fig. 2
- die Anlage nach Fig. 1, wobei im linken Sanitärraum die Winkeltüre im Übergang vom
freien in den besetzten Zustand gezeigt ist, d.h. in dem Zustand, in dem eine Person
den Raum betritt, und
- Fig. 3
- die Anlage nach Fig. 1, wobei der linke Sanitärraum im Besetztzustand und der rechte
Sanitärraum im freien Zustand gezeigt sind.
[0033] Bei herkömmlichen öffentlichen Toiletten bzw. Toilettenanlagen besteht das grundsätzliche
Problem, dass zum einen viele Benutzer nicht bereit sind, die Toilette nach Benutzung
in der jeweils erforderlichen Weise zu reinigen und den Raum in einem hygienisch einwandfreien
Zustand zu verlassen, und dass zum anderen derartige Anlagen oft Grund von zum Teil
im unbesetzten Zustand geschlossenen oder nur teilweise offenen Türen unübersichtlich
sind und ein Benutzer befürchten muss, dass sich im Raum hinter einer Türe eine Person
versteckt hält.
[0034] All dies führt dazu, dass in diesen Anlagen der hygienisch-ästhetische Zustand häufig
zu wünschen übriglässt und Benutzer beim Aufsuchen einer solchen Anlage ein unterschwellig
unbehagliches Unsicherheitsgefühlt beschleichen kann.
[0035] Die erfindungsgemäße Sanitäranlage, wie sie beispielsweise in Fig. 1 gezeigt ist,
ermöglicht es dem Benutzer, mit einem Blick zu erkennen, ob die Kabinen ästhetisch
sauber und eindeutig "frei" sind, wodurch der aktuelle hygienisch-ästhetische Zustand
kein Geheimnis mehr ist und kein unterschwellig unbehagliches Unsicherheitsgefühl
mehr entstehen kann.
[0036] Jeder Sanitärraum 1 der Anlage, in dem sich zumindest eine Toilette 2 mit WC-Sitz
7 und vorzugsweise einer Reinigungsstation 9 und zugehörige Geräte wie z.B. Papierhalter
und insbesondere auch ein Handwaschbecken, befinden, ist mit einer erfindungsgemäßen
Winkel-Schwenktüre ausgestattet.
[0037] Jede dieser Winkeltüren besteht aus einem durchsichtigen Flügel 3 und einem undurchsichtigen
Flügel 4, wobei der durchsichtige Flügel 3 dem freien Zustand der Kabine und der undurchsichtige
Flügel 4 dem besetzten Zustand der Kabine zugeordnet ist. Der durchsichtige Flügel
besteht dabei vorzugsweise aus Klarglas, der undurchsichtige Flügel 4 aus Edelstahl
oder einem anderen undurchsichtigem Material.
[0038] An den einander zugewandten Flächen der Winkeltür sind im unteren Bereich der jeweiligen
Tür Betätigungselemente 5, 6 vorgesehen, mittels der jeder der beiden Flügel 3, 4
in der die jeweilige Kabine 1 verschließenden Position verriegelt wird und aus dieser
Position entriegelt werden kann.
[0039] Wie die Fig. 1 zeigt, sind die Kabinen im unbenutzten Zustand durch den Glasflügel
klimatisch abgeschlossen und man kann sofort erkennen, ob die Kabine bzw. der Sanitärraum
sich in einem hygienisch einwandfreien Zustand befindet und sauber ist. Des Weiteren
ist sofort zu sehen, dass keine verdeckten Bereiche vorhanden sind, die keinerlei
Unsicherheitsgefühle hinsichtlich sich eventuell versteckt haltender Personen entstehen
lassen könnten.
[0040] Fig. 2 zeigt den Fall, dass eine Person die linke Kabine 1 betritt, d.h. die Verriegelung
des Glasflügels wurde über das Betätigungselement 5 oder das Betätigungselement 6
über Hüft-, Oberschenkel- oder Fußkontakt gelöst und die Winkeltür - mitgenommen von
der jeweiligen Person - verschwenkt, wodurch die Durchtrittsöffnung vom Glasflügel
3 freigegeben und vom nachfolgenden undurchsichtigen Flügel 4 verschlossen wird, wenn
die Person sich voll in der Kabine befindet. Das Entriegeln über die Betätigungselemente
5, 6 und das Öffnen kann wiederum ohne Zuhilfenahme der Hände erfolgen. Dazu sind
die Betätigungs- und Verriegelungselemente im unteren Bereich der Tür angeordnet,
so dass das obere Element beispielsweise mit dem Oberschenkel ausgelöst oder das untere
Element mit dem Fuß oder der Fußstütze eines Rollstuhls ausgelöst werden kann.
[0041] Alternativ kann der Öffnungsvorgang auch ohne Bedienelemente durch einen Bewegungssensor
automatisch ausgelöst werden. Ebenfalls ist eine Türbewegung auf automatische Weise
möglich, wobei jedoch in jedem Fall sichergestellt wird, dass mechanische Notbetätigungssysteme
vorgesehen sind. So ist es insbesondere möglich, eine lösbare Verriegelung zwischen
den beiden Flügeln vorzusehen, so dass insbesondere im Notfall ein Einzelflügel verschwenkt
werden kann.
[0042] Fig. 3 zeigt die Anlage nach Fig. 1 mit einer links dargestellten "besetzten" Kabine
und rechts mit einer zwar ebenfalls verschlossenen, aber voll einsehbaren und damit
auch hinsichtlich des Hygienezustands eindeutig überprüfbaren Kabine.
[0043] In dem in den Fig. 1 bis 3 dargestellten Ausführungsbeispiel ist vorgesehen, dass
nach Benutzung der Toilette über einen Sensor die Spülung ausgelöst und das Toilettenbecken
mit Hochdruck gereinigt wird. Der WC-Sitz 7 wird automatisch in die Reinigungsposition
hochgeklappt, wobei in der Reinigungsstation 9 die Reinigung und Trocknung sofort
und/oder beim Öffnen der Kabine über den Glasflügel 3 ausgelöst werden kann.
[0044] Zum Verlassen der Kabine 1 muss der Benutzer die Türverriegelung über die am Metallflügel
4 vorgesehenen Bedienelemente 5, 6 entriegeln, und zwar bevorzugt wieder mit der Hüfte,
dem Oberschenkel oder dem Fuß. Auch in diesem Fall kann die Türe bzw. einer der beiden
Flügel dazu verwendet werden, die Spülung auszulösen, sofern das Spülen vom Benutzer
vergessen worden sein sollte.
[0045] Befindet sich der Glasflügel 3 wieder in der verriegelten Position, dann können in
der voll einsehbaren, bei Dunkelheit stets beleuchteten Kabine weitere Vorgänge ausgelöst
werden. Zum Beispiel kann eine automatische Hochdruck- Fußbodenreinigung erfolgen,
die auch ein wartender Besucher beobachten kann, ohne dass es ihm möglich wäre, die
Kabine zu betreten, da diese für die Reinigungszeit blockiert ist.
[0046] Als weitere Möglichkeit ist die Anbringung verfahrbarer Handgriffe 8 zu erwähnen,
die es behinderten Benutzern erleichtern, die Toilette zu nutzen. Diese Handgriffe
8 sind bevorzugt deckenseitig angebracht und können von einer seitlichen Ruheposition
in die sich im Bereich der Toilette befindende Nutzerposition verfahren werden, wobei
die Steuerung wiederum über Sensoren erfolgen und die Rückführung der Handgriffe 8
in die Warteposition auch über den Glasflügel 3 gesteuert werden kann.
[0047] Ergänzend zu erwähnen ist, dass die Zustände "Frei" und "Belegt" durch entsprechende
farbige Signalelemente oder Leuchtelemente kenntlich gemacht werden können, um auch
Nutzern die Orientierung zu erleichtern, die das erfindungsgemäße, von durchsichtig
zu undurchsichtig und zurück wechselnde Türsystem noch nicht kennen.
[0048] Obwohl die erfindungsgemäße Anlage je nach Anwendungsfall in besonders hohen Ausbau-
bzw. Qualitätsstufen ausgeführt werden kann, ist von Bedeutung, dass alle wesentlichen
vorstehend geschilderten Vorteile auch bei einer einfachen mechanischen Lösung gegeben
sind.
[0049] Für alle Ausführungsvarianten gilt, dass beim Verlassen der Kabine dem jeweiligen
Benutzer bewusst ist, dass die transparente Tür sofort einen Blick in die Kabine freigibt
und eventuell wartende Besucher sofort erkennen können, wie die Kabine gerade verlassen
wird.
[0050] Diese soziale Kontrolle führt zwangsläufig dazu, dass der Benutzer den Sanitärraum
erst nach sorgfältiger Kontrolle verlassen wird, d.h. dass der Benutzer durch diese
soziale Kontrolle stark motiviert sein wird, die Kabine in sauberem Zustand zu halten
und zu verlassen, um nicht als "Schmutzfink" identifiziert zu werden.
[0051] In Verbindung mit der vorstehend bereits geschilderten Vermeidung von Handkontakten
und damit verbundener Reduzierung der Keimübertragung kann dieser Aspekt kann in seiner
positiven Wirkung nicht hoch genug eingeschätzt werden, was zu einer verbesserten
Hygiene in öffentlichen Sanitäranlagen, zum Beispiel an Bahnhöfen, in Shoppingcentern,
an öffentlichen Plätzen, in Hotels, Gaststätten usw. führen wird und sogar die Akzeptanz
von temporär aufgestellten Toiletten erhöhen dürfte.
Bezugszeichenliste
[0052]
- 1
- Kabine
- 2
- Toilette
- 3
- Glasflügel
- 4
- Metallflügel
- 5
- Bedienelement
- 6
- Bedienelement
- 7
- WC-Sitz
- 8
- Handgriff
- 9
- Reinigungsstation
1. Sanitäranlage mit zumindest einem die jeweiligen Sanitäreinheiten enthaltenden und
über eine verriegelbare Schwenktür abschließbaren Sanitärraum,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Schwenktür als zweiflüglige Winkeltüre (3, 4) mit einem Flügel (3) aus einem
vorzugsweise vollflächig durchsichtigen Material und einem Flügel (4) aus undurchsichtigem
Material ausgebildet ist,
wobei der durchsichtige Flügel (3) den die Sanitäreinheiten (2) enthaltenden Sanitärraum
(3) im unbenutzten bzw. freien Zustand verschließt und der undurchsichtige Flügel
(4) durch Verschwenken des durchsichtigen Flügels (3) beim Betreten des Sanitärraums
(1) in die dem Belegtzustand entsprechende Schließposition überführt wird.
2. Sanitäranlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
dass die Bedienelemente (5, 6) zum Verschwenken, Verriegeln und Entriegeln der Winkeltüre
(3, 4) ausschließlich an den einander zugewandten Innenflächen beider Flügel (3, 4)
vorgesehen sind.
3. Sanitäranlage nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
dass die Bedienelemente (5, 6) als körperbezogene, d.h. insbesondere mittels Hüfte, Oberschenkel
oder Fuß betätigbare und vorzugsweise im Bereich des unteren Drittels der Flügel (3,
4) angeordnete Betätigungsleisten ausgebildet sind.
4. Sanitäranlage nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der undurchsichtige Flügel (4) aus Edelstahl und der durchsichtige Flügel (3) aus
Klarglas besteht.
5. Sanitäranlage nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Winkeltüre (3, 4) mit einem durch Betätigungselemente und/oder Sensoren auslösbaren
Automatikantrieb entkoppelbar verbunden ist.
6. Sanitäranlage nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass die beiden Flügel der Winkeltüre (3, 4) insbesondere für den Notfall voneinander
entkoppelbar ausgeführt sind.
7. Sanitäranlage nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der durchsichtige Flügel (3) als Steuer- und Betätigungsorgan für zumindest einen
Sensor verwendet ist, der der Position des durchsichtigen Flügels (3) in dessen verriegeltem
Zustand zugeordnet ist und insbesondere Reinigungs-, Spül- und/oder Trocknungsvorgänge
in dem Sanitärraum (1) steuert.
8. Sanitäranlage nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass für den WC-Sitz (7) einer im Sanitärraum (1) vorgesehenen Toilette (2) eine diesen
in der hochgeklappten Stellung aufnehmende, insbesondere einsehbare Reinigungs- und
Trocknungsstation (9) vorgesehen ist, die ebenso wie die Schwenkbewegung des WC-Sitzes
(7) in Abhängigkeit von der Position des durchsichtigen Flügels (3) steuerbar ist.
9. Sanitäranlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass zur Unisex-Nutzung ohne Vorraum oder mit gemeinsamem Vorraum jeder Sanitärraum (1)
als für jeden Benutzer sichtbar direkt zugänglicher klimatisch abgeschlossener Einheits-Sanitärraum
gestaltet ist.
10. Winkeltüre aus zwei zueinander im Wesentlichen rechtwinklig angeordneten Flügeln (3,
4), wobei ein Flügel (3) insbesondere vollflächig aus durchsichtigem Material, vorzugsweise
Glas, und der andere Flügel (4) aus undurchsichtigem Material, vorzugsweise Edelstahl,
besteht, zur Verwendung als verschwenkbarer Abschluss für insbesondere öffentliche
Sanitär- und/oder Toilettenräume.
11. Winkeltüre nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass die beiden Flügel (3, 4) an ihrer festen Winkelposition entkoppelbar sind.