[0001] Die Erfindung betrifft eine Dreheinrichtung mit zwei mindestens teilweise plattenförmigen
Elementen, die um eine Achse relativ zueinander schwenkbar sind, wobei die Achse parallel
zum ersten plattenförmigen Element und parallel zum zweiten plattenförmigen Element
steht, wobei die beiden plattenförmigen Elemente durch mindestens eine Drehvorrichtung
verbunden sind, wobei jede Drehvorrichtung mindestens zwei Zylinder aufweist, wobei
jeder der Zylinder eine Drehachse besitzt, die die Zylinderachse bildet und die mit
der Achse fluchtet, wobei jeder Zylinder ein ein- oder mehrteiliges Zylindergehäuse
besitzt, wobei je ein Zylindergehäuse einer Drehvorrichtung mit einem der plattenförmigen
Elemente fest verbunden ist.
[0002] Derartige Dreheinrichtungen sind bekannt. Sie werden beispielsweise in der Tür- und
Fenstertechnik im Gebäudebereich eingesetzt, ebenso aber auch im Fahrzeug- und Maschinenbau.
Mit derartigen Dreheinrichtungen werden Türen aufgebaut, deren Türblatt relativ zum
Türrahmen um eine Achse geschwenkt werden kann.
[0003] Die Elemente derartiger Dreheinrichtungen werden auch als Türscharniere in Schwenktürapparaturen
bezeichnet.
[0004] Im folgenden werden Schließsysteme für schwenkbare Türen mit beispielsweise vertikalen
Drehachsen näher erörtert. Diese Türen sollen nicht nur wie herkömmlich durch manuelle
Zug- oder Schubbewegungen um die vertikale Achse bewegt und auf diese Weise geöffnet
oder geschlossen werden, sondern es sollen auch andere Schließ- und Öffnungsverhalten
vorgegeben werden können, beispielsweise ein automatisches Zufallen, während bei einer
bestimmten anderen Stellung der Tür diese offen stehenbleiben soll.
[0005] Eine Lösung dieser Problematik wird in der Praxis dadurch ermöglicht, dass zusätzlich
zu den Scharnieren Schließeinrichtungen als externe Applikationen am Türblatt und/oder
am Türrahmen verwendet werden. Darüber hinaus wird eine Hydraulik eingesetzt, um das
Öffnungs- und/oder Schließverhalten zu bedämpfen.
[0006] Derartige Konstruktionen sind bewährt und werden von verschiedenen Anbietern auf
dem Markt angeboten. Die externen Applikationen sind aufwendig und wenig flexibel
hinsichtlich ihrer Einsatzmöglichkeiten.
[0007] Ein interessanter Vorschlag ist aus der
EP 2 601 367 B1 und der
US 2011/072618 A1 bekannt. Diese beiden Druckschriften zeigen jeweils ein Scharnier mit einem einstellbaren
Drehmoment. Die Scharniere besitzen Dreheinrichtungen mit Elementen, die um eine Achse
relativ zueinander schwenkbar sind. Das Scharnier koppelt erste und zweite Türflügel.
Die Stärke des Drehmoments, mit dem das Scharnier eine Rückstellung etwa bei einem
Schließvorgang vornimmt, ist einstellbar. Diese Einstellung des Drehmomentes findet
mit Hilfe eines sich drehenden Nockens statt. Dieser Nocken bietet verschiedene Einrastmöglichkeiten.
Ist eine bestimmte Einrastmöglichkeit gefunden und festgelegt, dann wird die Vorrichtung
fixiert. Das Drehmoment der Torsionsfeder ist damit eingestellt. Im weiteren Betrieb
wird der Nocken nicht mehr gedreht und somit ändert sich das Drehmoment während des
Bewegungsvorgangs des Scharniers nicht mehr.
[0008] In der
WO 2018/015877 A1 wird eine weitere Dreheinrichtung vorgeschlagen. Auch hier sind zwei miteinander
in Eingriff stehende Nockenscheiben senkrecht zu einer Schwenkachse angeordnet. Bei
dieser Konzeption wird neben einer Kraft, die den automatischen Schließvorgang bereitstellt,
eine zweite Kraft vorgesehen. Hierzu wird ein Kraftumrichter vorgeschlagen, der mit
einem Nockenkörper arbeitet. Dieser Nockenkörper ist axial in dem Scharnier angeordnet.
Der Nockenkörper wird auf seiner scheibenartigen, zur Achse ungefähr senkrecht angeordneten
Oberfläche mit zwei Kugeln belegt. Die beiden Kugeln werden durch eine Druckfeder
mittels einer Platte auf diese Oberseite des Nockenkörpers gedrückt. Die Oberseite
hat eine symmetrische, viergeteilte Form. Die beiden Kugeln liegen bei 0° und 180°
in Vertiefungen des Nockenkörpers. Beim Drehen des Nockenkörpers während eines Öffnungsvorgangs
oder eines Schließvorgangs des Scharniers werden die Kugeln gegen die Kraft der erwähnten
Druckfeder angehoben oder abgesenkt. Auf diese Weise entstehen Drehmomente, die die
Tür beim Schließvorgang von 90° bis hin zu 45° abbremsen und beim weiteren Schließen
von 45° auf 0° beschleunigen. Diese Wirkung wird Kraftumrichter genannt. Damit soll
erreicht werden, dass die Tür mit einer geringeren Wucht zuschlägt, als das normalerweise
der Fall wäre. Die Wirkung des Kraftumrichters wird bedingt durch die symmetrische
Anordnung der Nocken des Nockenkörpers immer die gleiche sein und sich derart gestalten,
dass die Tür beim Schließen von 90° bis 45° abgebremst und von 45° bis 0° beschleunigt
wird. Eine andere Beeinflussung des Schließmomentes ist nicht möglich.
[0009] Ein solches Konzept besitzt den Vorteil, während eines Schließvorganges eine sich
ändernde Verhaltensweise des Scharniers zu bewirken. Allerdings ist die Beeinflussung
immer die gleiche. Ein weiterer Nachteil ist der Einsatz der Kugeln. Die Kugeln bewegen
sich während eines Öffnungsvorganges und eines Schließvorganges aus der von Ihnen
belegten Vertiefung in der Nockenscheibe über die Höhe zwischen zwei Vertiefungen
in die benachbarte Vertiefung und wieder zurück. Je stärker ausgeprägt eine solche
Vertiefung ist, umso stärker ist auch die Wirkung der Kraftumrichtung. Bei schweren
Brandschutztüren hat dies unter Umständen Vorteile. Stark ausgeprägte Vertiefungen
haben aber den Nachteil, dass die eingesetzten Kugeln beim Aufwärtsrollen oder Abwärtsrollen
nicht mehr in ihrem Sitz in der gegenüberliegenden Platte gehalten werden können.
Das muss vermieden werden. Somit ist aber der technische Anwendungsbereich begrenzt.
[0010] Diese Anordnungen sind in der Lage, relativ einfache Türflügel automatisch in immer
wieder der gleichen Form zufallen zu lassen. Sie sind jedoch nicht in der Lage dazu,
auch komplizierte Schließvorgänge zuverlässig durchzuführen.
[0011] Es wäre wünschenswert, wenn es hier noch andere und vielleicht bessere und variablere
und gleichwohl kostengünstigere Möglichkeiten gäbe.
[0012] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine solche Dreheinrichtung vorzuschlagen.
[0013] Diese Aufgabe wird mit der Erfindung bei einer gattungsgemäßen Dreheinrichtung dadurch
gelöst, dass die Achse parallel zum ersten plattenförmigen Element und parallel zum
zweiten plattenförmigen Element steht, wobei die beiden plattenförmigen Elemente durch
mindestens eine Drehvorrichtung verbunden sind, wobei jede Drehvorrichtung mindestens
zwei Zylinder aufweist, wobei jeder der Zylinder eine Drehachse besitzt, die die Zylinderachse
bildet und die mit der Achse (A) fluchtet, wobei jeder Zylinder (12, 22) ein ein-
oder mehrteiliges Zylindergehäuse (13, 23) besitzt, wobei je ein Zylindergehäuse (13,
23) einer Drehvorrichtung (2) mit einem der plattenförmigen Elemente (11, 21) festverbunden
ist, wobei die Zylinder einer Drehvorrichtung (2) mittelbar oder unmittelbar aneinander
anschließen, relativ zueinander um ihre Achsen (B) drehbar sind und die Zylindergehäuse
(13, 23) auf ihren einander benachbarten, zur Drehachse (B) senkrechten Seite offen
sind, wobei in jeder Drehvorrichtung (2) eine oder mehrere Torsionsfedern (14) mit
je zwei Schenkeln (15, 25) und eine oder mehrere Druckfedern (16) in dem Raum innerhalb
der Zylindergehäuse (13, 23) angeordnet sind, wobei eine Torsionsfeder (14) in zwei
Zylindergehäusen (13, 23) mit einem ersten Schenkel (15) an dem einen Zylindergehäuse
(13) und mit dem anderen Schenkel (25) an dem anderen Zylindergehäuse (23) befestigt
ist, so dass bei einer Drehung der Zylinder (12, 22) gegeneinander um einen Drehwinkel
(α) ein rückstellendes Drehmoment (M
Rück) entsteht, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Konturenscheiben (18, 28) vorgesehen
sind, von denen eine mit einem der Zylinder (12, 22) verbunden ist und eine andere
Konturenscheibe (28) axial achsparallel zu der Achse (A) und den Drehachsen (B) verschiebbar
ist, dass die Druckfeder (16) sich einerseits an der axial verschiebbaren Konturenscheibe
(18) abstützt und andererseits an der Innenseite des abgewandten Zylindergehäuses
(23) abstützt, und dass die Konturen der beiden Konturenscheiben aufeinander liegen
und während eines Drehvorgangs aneinander gleiten und während des Drehvorgangs ein
sich veränderndes Drehmoment hervorrufen.
[0014] Die Konturenscheiben besitzen Konturenverläufe. Diese sind aufgebaut aus mehreren
Abschnitten. Es handelt sich um Abschnitte mit entweder positiver, aufsteigender Steigung,
oder mit negativer, abfallender Steigung oder drittens um Abschnitte ohne eine Steigung.
Diese Steigung ist bei einer Drehbewegung der Konturenscheibe aufsteigend, abfallend
oder ohne Steigung zu erkennen.
[0015] Die Konturenscheiben müssen nicht nur drei Abschnitte besitzen und die Reihenfolge
dieser Abschnitte kann auch in anderer Form erfolgen, je nach dem angestrebten Verhalten
der erfindungsgemäßen Ausführungsformen. Es können auch Abschnitte mit unterschiedlicher
oder mit sich verändernder Steigung aneinander anschließen.
[0016] Durch die Wahl einer speziellen Form der Konturen der Konturenscheiben lässt sich
erreichen, dass abhängig von diesen Konturen sehr unterschiedliche Drehwinkel-Drehmomenten-Kurven
erzeugt werden.
[0017] Während bei den aus der
EP 2 601 367 B1, der
US 2011/072618 A1 und der
WO 2018/015877 A1 bekannten Vorrichtungen nur die Möglichkeit besteht, entweder ein während eines Schließvorganges
ständig gleiches Drehmoment oder aber ein stets in gleicher Form variables Drehmoment
vorzugeben, lässt sich durch die Form der Konturen der Konturenscheiben gemäß der
Erfindung eine sehr viel breitere Auswahl und Möglichkeit für Öffnungsvorgänge und
insbesondere Schließvorgänge bei Türen mit derartigen Scharniereinrichtungen herbeiführen.
[0018] Die beiden Konturenscheiben gemäß der Erfindung können bevorzugt eine weitgehend
identisch gleiche Kurvengeometrie besitzen. Die beiden Konturenscheibenflächen gleiten
während des Öffnungsvorgangs oder des Schließvorgangs der Tür aufeinander ab. Dabei
werden keine Kugeln verwendet, was die technische Zuverlässigkeit und Umsetzung und
auch die Verwendbarkeitsdauer derartiger Scharniereinrichtung erheblich verbessert.
[0019] Die eine der beiden Kurvenscheiben dreht sich mit dem türseitigen Scharnierteil,
die andere bewegt sich axial in dem rahmenseitigen Scharnierteil gegen eine Druckfeder.
[0020] Durch die stark unsymmetrische Anordnung der Konturengeometrie können die Schließmomente
in weiten Teilen des Türbewegungsbereiches beeinflusst werden. Die erfindungsgemäße
Konzeption ist der Funktion heutiger FederDämpfer-Systeme gleichwertig, obwohl sie
wesentlich unkomplizierter und mit weniger Bauteilen aufgebaut ist.
[0021] Von besonderem Vorteil sind Ausführungsformen, bei denen die Kurvengeometrie der
beiden Konturenscheiben zwar nahezu identisch gleich ist, jedoch zusätzlich eine Arretierfunktion
ermöglicht.
[0022] Mit einer derartigen Konzeption wird für den Fachmann überraschend eine konstruktiv
relativ einfache und damit zuverlässige und gleichwohl kostengünstige Möglichkeit
geschaffen, Dreheinrichtungen aufzubauen, die den Anforderungen an ein Schließ- und
Öffnungsverhalten genügen.
[0023] Es entsteht eine Dreheinrichtung, mit der zwei zumindest teilweise plattenförmige
Elemente um eine Achse gegeneinander gedreht werden können, wobei diese Drehbewegung
mit sehr unterschiedlichen Bewegungsabläufen ausgestattet werden kann. Es ist möglich,
konstante, abnehmende oder auch beliebige Drehwinkel-Drehmoment-Kurven bei derartigen
Öffnungsvorgängen zu erzeugen, indem sich drehende, sehr einfach ausgestattete Zylinder
sich um Torsionsfedern oder um und gegen andere elastische Elemente bzw. Medien drehen.
Gegenüber den derzeit am Markt befindlichen Schließsystemen wird eine gezielte Bedämpfung
der Öffnungs- und Schließbewegung beispielsweise von Türen möglich, bei der keine
Hydraulik benötigt wird.
[0024] Der Ersatz einer Hydraulik durch andere Maßnahmen ist insbesondere dadurch von Vorteil,
dass eine Temperaturabhängigkeit der Drehbewegung beim Schließvorgang reduziert wird.
Die erfindungsgemäßen Dreheinrichtungen können also witterungsunabhängiger und auch
klimaunabhängiger eingesetzt werden und funktionieren gleichwohl praktisch unverändert.
[0025] Die Robustheit des erfindungsgemäßen Systems bietet zudem eine Sicherheit gegen äußerliche
Beschädigungen, die etwa infolge von unbeabsichtigten Fehlbedienungen eintreten können,
insbesondere aber auch infolge von Vandalismus, wie er gerade in öffentlich zugänglichen
Bereichen zunehmend zu beobachten ist.
[0026] Ein weiterer großer Vorteil ist die verbesserte Integrierbarkeit der erfindungsgemäßen
Dreheinrichtungen in bereits teilweise vorhandene Komponenten. So können beispielsweise
Türen als plattenförmige Elemente komplett eingebaut werden. Ebenso ist es auch möglich,
plattenförmige kleinere Elemente in schon vorhandene Türen einzubauen. Auch der Einbau
von plattenförmigen Elementen als Teil einer scharnierartigen Vorrichtung in bereits
vorhandene Türrahmen kommt in Betracht und natürlich der Einbau einer Vorrichtung
gleich für mehrere der vorgenannten Zwecke.
[0027] Dieser nachträgliche Einbau wird aufgrund des deutlich geringeren Bauraums, der benötigt
wird, wesentlich praktikabler. Dadurch wird die Realisierung der Erfindung und damit
die Steuerbarkeit des Schließvorganges vereinfacht.
[0028] Von besonderem Vorteil ist es, wenn die Achse vertikal steht.
[0029] Dadurch wird eine dem natürlichen Verhalten nahekommende Dreheinrichtung insbesondere
für Türen oder Fenster geschaffen.
[0030] Von weiterem Vorteil ist es, wenn die mindestens teilweise plattenförmigen Elemente
durch zwei Drehvorrichtungen mit je zwei Zylindern miteinander verbunden sind.
[0031] Diese Ausführungsform ermöglicht ein symmetrisches Verhalten einer Tür mit zwei Drehvorrichtungen,
die herkömmlichen Scharnieren entsprechen.
[0032] Die Zylindergehäuse sind ein- oder mehrteilig. Insbesondere ist vorgesehen, dass
ein Zylindergehäuse zweiteilig ist und das andere Zylindergehäuse dabei zwischen dem
zweitteiligen ersten Zylindergehäuse mit der gleichen Drehachse eingefügt ist. Dadurch
entsteht eine symmetrische Abstützung, die für die Zuverlässigkeit des Gesamtsystems
von deutlichem Vorteil ist. Von besonderem Vorteil ist es gerade in diesem Zusammenhang,
wenn eine Rasteinrichtung vorgesehen ist.
[0033] Für eine solche Rasteinrichtung gibt es verschiedene Möglichkeiten. Eine dieser Möglichkeiten
besteht darin, dass die Rasteinrichtung eine Kugel aufweist, die durch eine Feder
in eine Vertiefung drückbar ist. Diese Kugel ist nicht mit den Kugeln aus dem Stand
der Technik zu verwechseln, welche dort zwischen mehreren Vertiefungen hin- und her
bewegt werden und praktisch ständig eine Funktion ausüben. Im vorliegenden Fall wird
die Kugel lediglich für eine Spezialfunktion eingesetzt.
[0034] Zur Realisierung dieser bevorzugten Ausführungsform sind mehrere Alternativen denkbar.
[0035] Da die Tür in einer vorbestimmten Stellung offenstehen bleiben soll, wird bevorzugt
eine Rasteinrichtung eingesetzt, mit der die Wirkung des rücktreibenden Momentes unterbrochen
wird. In einer ersten Ausführungsform wirkt die Rasteinrichtung derart, dass eine
Kugel durch eine Feder in eine Vertiefung gedrückt wird und so eine Verbindung zwischen
dem sich drehenden Teil der Dreheinrichtung und dem sich nicht drehenden Teil der
Dreheinrichtung entsteht.
[0036] Alternativ kann die Rasteinrichtung auch zwischen der äußeren Oberfläche der sich
drehenden Konturenscheibe und der Innenseite des feststehenden Zylindergehäuses vorgesehen
werden. In diesem Falle würde eine Kugel mit einer Druckfederkraft beaufschlagt nach
außen gedrückt und auf die Innenseite des feststehenden Zylindergehäuses wirken. Die
Kugel trifft in der Drehbewegung auf eine in vertikaler Richtung verlaufende Vertiefung
oder Nut, und zwar in einer entsprechend gewünschten Schließwinkelstellung. Diese
Schließwinkelstellung kann beispielsweise bei 90° liegen.
[0037] Eine dritte Alternative besteht darin, zwischen den aufeinander treffenden Trennflächen
des oberen Zylindergehäuses und des unteren Zylindergehäuses auf der unteren Trennfläche
eine Einheit mit Kugel und Feder und auf der oberen Trennfläche die Vertiefung vorzusehen.
[0038] Von besonderem Vorteil ist es außerdem, wenn die Konturenscheiben Konturen aufweisen,
die so aufgebaut sind, dass bei einer Drehung der Zylinder Drehwinkel-Drehmomenten-Kurven
erzeugt werden, die ein zwischenzeitliches Anhalten der gedrehten plattenförmigen
Elemente erlauben.
[0039] Dazu gehören auch solche, bei denen ein Anhalten eines Schließ- oder Öffnungsvorgangs
während des Verlaufs leicht und für den Nutzer angenehm ermöglicht wird, um beispielsweise
durch eine sich gerade schließende Tür doch noch einen Koffer oder eine Last transportieren
zu können.
[0040] Besonders bevorzugt ist eine Variante, bei der die Rasteinrichtung eine Verrastungsfunktion
des Türflügels ermöglicht, bei der ein zusätzliches nockenartiges Gebilde auf der
Kontur der achsialverschiebbaren Konturenscheibe vorgesehen ist. Auch die gegenüberliegende
Konturenscheibe auf der Torsionsfederseite besitzt ein Gebilde, hier eine taschenähnliche
Form. Das nockenähnliche Gebilde und die taschenähnliche Form sind formschlüssig.
Dies macht sich bemerkbar, wenn die Winkelgeschwindigkeit des Türflügels 0 oder nahezu
0 beträgt. Das auf den Türflügel wirkende rückstellende Drehmoment M
Rück beträgt dann 0 nm.
[0041] In verschiedenen Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung gibt es Varianten,
bei denen eine separate Einstellung der Schließgeschwindigkeit nicht vorgesehen wird,
da dieses nicht benötigt ist. Bei diesen Varianten ist eine Druckfeder, die der Beschleunigung
des Türflügels in Folge der Drehfederkraft über die Konturenscheiben entgegenwirkt,
so dimensioniert, dass eine resultierende Schließzeit bei einem Türöffnungswinkel
von 90° im Zeitbereich von 3 bis maximal 7 Sekunden liegt. Es gibt auch die Möglichkeit,
diese Schließzeit an der Druckfeder einzustellen und auf diese Weise bei einer ausreichend
großen Kraft ein sicheres Türschließen sicherzustellen.
[0042] Bei diesen Varianten ist eine zusätzliche Dämpfung beispielsweise mittels eines Hydraulik-Ventilsystems
nicht erforderlich. Das Vermeiden eines Hydraulik-Ventilsystems hatte den Vorteil,
dass den unter Umständen temperaturanfälligen Verhalten des Hydraulik-Ventilsystems
keine Beachtung geschenkt werden muss. Diese Temperaturanfälligkeit von Hydraulik-Ventilsystemen
zeigt sich beispielsweise auch in der Norm DIN EN 1154, die bei einer Temperatur von
-15°C eine maximale Schließzeit von 25 Sekunden zulässt. Für Temperaturen unterhalb
von -15°C wird ein automatisches Türschließen nicht mehr gefordert.
[0043] Diese erfindungsgemäßen Ausführungsformen haben somit einen Vorteil gegenüber herkömmlichen
Systemen. Gerade bei Minustemperaturen kann erfindungsgemäß nun im Hinblick auf die
hohen Raumtemperaturverluste bei Minustemperaturen ein schnelleres Türschließen als
im Stand der Technik gewährleistet werden.
[0044] Gleichwohl kann die erfindungsgemäße Technik auch bei Türschließsystemen realisiert
werden, die eine Schließzeitverstellung mittels einer entsprechenden Hydraulik einsetzen.
[0045] Eine entsprechende Ausführungsform sieht beispielsweise so aus, dass eine Druckfeder
auf einen Hydraulikkolben drückt. Die beiden Komponenten liegen in einem geschlossenen
Hydraulikzylinder, der wiederum über einen abgedichteten Stößel auf das die Oberseite
der Konturenscheibe drückt.
[0046] Auf der Druckfederseite ist ebenfalls eine zum Hydraulikzylinder abgedichtete Kolbenstange
vorgesehen, die mit dem Hydraulikkolben verbunden ist. Der Hydraulikkolben liegt also
in einem Hydraulikzylinder und kann so vorwärts wie auch rückwärts mit der Druckfederunterstützung
geschoben werden. Auf beiden Seiten des Kolbens werden die mit Öl gefüllten Räume
jeweils proportional gefüllt oder geleert. Das Hydrauliköl fließt dabei über ein Ventil
durch den Kolben hindurch. Die Größe des Ventilquerschnitts bestimmt die fließende
Ölmenge und somit die Geschwindigkeit des Kolbens, der wiederum die Geschwindigkeit
der Kraft bestimmt, welche in Folge der Druckfeder auf die Konturscheiben und somit
auf die Schließzeit des Türflügels wirkt.
[0047] Eine Veränderung des Ventilquerschnittes führt somit zu einer Veränderung der Schließzeit.
Eine variable Einstellung dieses Ventilquerschnitts kann in einer Ausführungsform
von außen über die Verdrehung der Kolbenstange im Hydraulikkolben herbeigeführt werden.
Konstruktiv können für derartige Alternativen auch elektrohydraulische Automatikgetriebesteuerungen
eingesetzt werden.
[0048] Weitere bevorzugte Merkmale sind in den Unteransprüchen und in der folgenden Figurenbeschreibung
angegeben.
[0049] Im Folgenden wird anhand der Zeichnung ein Ausführungsbeispiel sowie verschiedene
Varianten und Einsatzmöglichkeiten der Erfindung näher beschrieben. Es zeigen:
- Figur 1
- Eine perspektivische schematische Darstellung einer Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Dreheinrichtung in Übersicht;
- Figur 2
- vier Ansichten einer Ausführungsform der erfindungsgemäßen Dreheinrichtung in Form
einer Konstruktionsskizze;
- Figur 3
- die erfindungsgemäße Ausführungsform der Dreheinrichtung aus Figur 1 in teilweise
durchsichtiger Gestalt mit Anordnung und Wirkung erfindungsgemäß eingesetzter Torsionsfedern;
- Figur 4
- die erfindungsgemäße Ausführungsform aus den Figuren 1 und 3 in einer Ansicht 4A und
4B mit der Anordnung und Wirkung von Druckfedern und Konturenscheiben;
- Figur 5
- eine schematische Darstellung von möglichen Drehmoment-Drehwinkel-Kurven bei je einer
bestimmten Kontur der Konturscheiben, mit einer Darstellung eines konstanten Verlaufs
in der Teilfigur 5A und der Darstellung eines abnehmenden Verlaufs in der Teilfigur
5B;
- Figur 6
- ein Diagramm mit der Darstellung einer beispielhaften Drehwinkel-Drehmomenten-Kurve;
- Figur 7a
- eine grafische Darstellung des Momentenverlaufs über den Winkel in einer ersten Ausführungsform;
- Figur 7b
- eine grafische Darstellung des Momentenverlaufs über den Winkel in einer zweiten Ausführungsform;
- Figur 8
- eine beispielhafte Abwicklung einer Kontur von zwei gegenüberliegenden Konturenscheiben
einer Ausführungsform der Erfindung;
- Figur 9
- eine perspektivische Darstellung von zwei Konturenscheiben aus einer Ausführungsform
der erfindungsgemäßen Dreheinrichtung mit identischer Kurvengeometrie;
- Figur 10
- eine Ansicht von Vorn und eine perspektivische Darstellung von zwei aufeinandergesetzten
Konturenscheiben einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung in einer
Stellung von 180°;
- Figur 11
- die Darstellung aus Figur 10 in einer Stellung von 150°;
- Figur 12
- die Darstellung aus Figur 10 und 11 in einer Stellung von 90° mit Arretierfunktion;
- Figur 13
- die Darstellung aus den Figuren 10 bis 12 in einer Stellung von 60°;
- Figur 14
- die Darstellung aus den Figuren 10 bis 13 in einer Stellung von 20°; und
- Figur 15
- die Darstellung aus den Figuren 10 bis 14 in einer Stellung von 0°.
[0050] In der
Figur 1 ist ein schrägperspektivischer Blick auf die schematische Grundkonzeption einer Ausführungsform
der Erfindung gezeigt. Man sieht eine Drehvorrichtung 2 und einige nur schematisch
skizzierte Teile.
[0051] Dabei handelt es sich insbesondere um zwei plattenförmige Elemente 11 und 21. In
der Praxis können diese zwei plattenförmigen Elemente 11 und 21 ein Scharnierteil
oder Verbindungselement an je einem Türrahmen und je einem Türblatt bilden. Der Türrahmen
und das Türblatt können dann insgesamt die Tür eines Gebäudes oder auch die Tür eines
Kraftfahrzeuges darstellen. Es kann natürlich auch ein schwenkbares Fenster oder ein
anderes Element sein.
[0052] Diese beiden zumindest teilweise plattenförmigen Elemente 11 und 21 sind relativ
zueinander um eine Achse A drehbar. Diese Achse A ist insbesondere vertikal, da eine
Drehung plattenförmiger Elemente um eine vertikale Achse ein besonders häufig gesuchter
Anwendungsfall ist.
[0053] Kern der Drehvorrichtung 2 sind zwei Zylinder 12 und 22. Die Zylinder 12 und 22 besitzen
in der dargestellten Ausführungsform den gleichen Durchmesser und sind auch im Übrigen
identisch aufgebaut. Das ist nicht zwingend, erleichtert aber die Darstellbarkeit
und wird in vielen Einsatzfällen auch so sein. Die beiden Zylinder 12 und 22 stehen
quasi aufeinander, so dass ihre Achsen miteinander und in dem dargestellten Beispiel
auch mit der Achse A fluchten.
[0054] Die beiden Zylinder 12 und 22 besitzen jeweils ein Zylindergehäuse 13 bzw. 23. Die
aufeinander zuweisende und zur Achse B bzw. A senkrecht stehende Fläche der beiden
Zylinder 12 und 22 ist offen, so dass sich ein gemeinsamer Innenraum bildet. Das Zylindergehäuse
13 ist mit dem plattenförmigen Element 11 festverbunden, das Zylindergehäuse 23 mit
dem plattenförmigen Element 21. Das bedeutet, dass bei einer Drehung der plattenförmigen
Elemente 11 und 21 zueinander relativ um die Achse A sich auch die beiden Zylindergehäuse
13 und 23 zueinander drehen.
[0055] Man erkennt, dass die Darstellung ungefähr einem herkömmlichen Scharnier einer Tür
durchaus ähnelt, auch hinsichtlich der Funktionsweise.
[0056] In der
Figur 2 sind vier Darstellungen einer Konstruktionsskizze einer Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Dreheinrichtung dargestellt.
[0057] Man sieht die Elemente aus der Figur 1, die hier in einem realitätsnäheren Aufbau
eingezeichnet sind.
[0058] Insbesondere erkennt man, dass zwischen die ersten und zweiten Zylindergehäuse 13,
23 noch mittlere Elemente eingeschoben sein können, um die Funktionsweise zu stabilisieren
und auch den Federelementen eine bessere Abstützung zu gewähren.
[0059] Die Ausführungsform in der Figur 2 zeigt dabei eine Variante, in der das Zylindergehäuse
13 zweiteilig gestaltet ist. Die beiden Teile des Zylindergehäuses 13 sind mit 13A
und 13B bezeichnet. Zwischen ihnen ist das andere Zylindergehäuse 23 zu erkennen,
dass nicht mehrteilig, sondern einteilig ist.
[0060] Die Abmessungen sind in dieser Ausführungsform so gewählt, dass eine möglichst symmetrische
Gestaltung entsteht, welche auch ein symmetrisches Abtragen der Kräfte und ein besonders
symmetrisches Bewegungsverhalten der gesamten Einrichtung zur Folge hat.
[0061] Die Gestaltung mit einem zweiteiligen Zylindergehäuse 13 und einem einteiligem Zylindergehäuse
23 dazwischen hat auch den Vorteil, dass die im Folgenden noch näher beschriebenen
Torsionsfedern 14 und Druckfedern 16 in jeweils getrennten Zylindergehäusen 13A, 13B
bzw. 23 angeordnet werden können. Das hat die Möglichkeit zur Folge, eine konstruktive
Trennung dieser Torsionsfedern 14 und Druckfedern 15 mit ihren unterschiedlichen Funktionen
in verschiedenen Drehvorrichtungen 2 anzuordnen. Das ist insbesondere auch für eine
Serienfertigung einer breiteren Palette von unterschiedlichen erfindungsgemäßen Dreheinrichtungen
von Vorteil.
[0062] Man sieht nun die Darstellung aus Figur 1 in der
Figur 3 in der oberen Hälfte, wobei zusätzlich die Zylindergehäuse 13 und 23 durchsichtig
dargestellt sind. Im Inneren der Zylindergehäuse 13 und 23 in dem gemeinsamen Innenraum
befinden sich nun eine oder mehrere Torsionsfedern 14. Das Ausführungsbeispiel zeigt
hier mechanische Torsionsfedern, da dieses technisch leicht nachvollziehbar ist, es
können jedoch auch elastische Elemente anderer Struktur statt mechanischer Torsionsfedern
eingesetzt werden.
[0063] Die Torsionsfedern 14 besitzen jeweils einen ersten Schenkel 15 und einen zweiten
Schenkel 25. Der erste Schenkel 15 ist an dem Zylindergehäuse 13 mittelbar oder unmittelbar
befestigt, der zweite Schenkel 25 ist an dem zweiten Zylindergehäuse 23 mittelbar
oder unmittelbar befestigt.
[0064] Werden also die Zylindergehäuse 13 und 23 gegeneinander um einen Drehwinkel α gedreht,
so entsteht ein rückstellendes Drehmoment M
Rück. Mit größer werdendem Drehwinkel α nimmt das Drehmoment M
Rück linear zu, was in den zusätzlichen schematischen Darstellungen der Figur 3 im unteren
Bereich zu erkennen ist.
[0065] In der
Figur 4 mit ihren Teilfiguren 4A und 4B ist eine zur Figur 3 ähnliche Darstellung zu erkennen.
Die Figuren 4A und 4B zeigen einen Aufbau, bei dem der Übersichtlichkeit halber in
der Figur 4A nur wenige Bezugszeichen eingezeichnet sind, während in der Figur 4B
eine größere Anzahl an Bezugszeichen in die gleiche Darstellung eingetragen ist. Verschiedene
Elemente überlappen sich, so dass das Weglassen der Bezugszeichen in der Figur 4A
der Verständlichkeit dienen soll.
[0066] Daher ist die Torsionsfeder 14 in der Figur 4B nur für eine Ausführungsform angedeutet,
in der die Torsionsfeder 14 sich in dem gleichen Zylindergehäuse befindet wie die
Druckfeder 16.
[0067] Stattdessen ist in der Figur 4A und 4B die Druckfeder 16 deutlicher dargestellt,
und zwar mit ihren Schenkeln 17 und 27.
[0068] Außerdem erkennt man ein oder mehrere Paare von Konturenscheiben 18, 28.
[0069] Die Druckfeder 16 stützt sich nun mit einem ersten Federende 17 an dem oberen, zweiten
Zylindergehäuse 23 ab, mit dem zweiten Federende 27 an den Konturenscheiben 18, 28.
Eine der Konturenscheiben 18 ist mittelbar oder unmittelbar fest mit einem der beiden
Zylindergehäuse 13, 23 verbunden, hier mit dem Zylindergehäuse 13. Die andere Kurvenscheibe
28 des Paares der zueinander korrespondierenden Konturenscheiben ist axial und achsparallel
zu den Achsen A bzw. B verschiebbar.
[0070] Die Druckfeder 16 stützt sich einerseits an der axial verschiebbaren Konturenscheibe
und andererseits an dem Zylindergehäuse 23 ab. Dadurch werden die Konturenscheiben
18, 28 zusammengedrückt.
[0071] Werden nun die Zylindergehäuse 13, 23 aus ihrer Nullstellung, also beispielsweise
aus der Stellung einer geschlossenen Tür, gegeneinander gedreht, so wird dadurch automatisch
die axial verschiebbare Konturenscheibe 28 axial gegen die Druckfeder 16 verschoben.
[0072] Da die Konturenscheiben aufgrund ihrer Form das Bestreben haben, in die Nullstellung
zurückzugleiten, entsteht ein Drehmoment M
Rück um die Achse A.
[0073] Die Konturenscheiben 18, 28 können nun sehr unterschiedlich ausgebildet sein. So
kann es sich bei den Konturenscheiben um solche mit aufeinander abgleitenden Konturenflächen
handeln. Die Konturenflächen der Konturenscheiben können in Drehrichtung betrachtet
aufsteigende Abschnitte, abfallende Abschnitte und solche ohne Steigung aufweisen.
Dabei sind die verschiedensten Kombinationen möglich, mit steilen Steigungen und flachen
Steigungen oder auch mit sich verändernden Steigungen. Dargestellt ist als Beispiel
eine Drehwinkel-Drehmoment-Kurve, die bei kleinen Winkeln α positiv und bei größeren
Winkeln α negativ ist. Das ist in der Figur 4 unten angedeutet.
[0074] In der
Figur 5 sind weitere Kurvenverläufe der Summe aus dem Moment der Torsionsfeder und der Druckfeder
angegeben. Sowohl in der Figur 5 mit den Teilfiguren 5A und 5B wie auch in der Figur
6 ist nach rechts der Winkel α in Grad und nach oben das Moment M
Rück in einer relativ Werte bildenden Skalierung dargestellt. Die verschiedenen Kurven
zeigen als punktierte Kurven jeweils das Verhalten der Druckfeder bzw. der Konturenscheiben
und als lang gestrichelte Linien das Verhalten der Torsionsfeder. Die Summe ist mit
einer durchgezogenen Linie gekennzeichnet.
[0075] In der
Figur 5 A ist eine konstante Drehwinkel-Drehmoment-Summenkurve angegeben. In der Figur 5 B
ist eine Drehwinkel-Drehmomenten-Summenkurve aufgezeigt, die mit zunehmendem Winkel
α abfällt. Dieses wird dadurch erreicht, dass im Fall der in der Figur 5 A dargestellten
Ausführungsform die Druckfederkraft auf die Konturenscheiben erhöht wird.
[0076] In der
Figur 6 ist ein Diagramm dargestellt, in dem über einen weiten Bereich des Winkels α ein
fast konstantes rücktreibendes Moment M
Rück dargestellt ist.
[0077] Dabei ist ein Anstieg bei ca. 15° vor dem Schließen der Tür vorgesehen. Auf diese
Weise wird das Schließen der beiden plattenförmigen Elemente 11 und 21, welche die
Tür und das Türblatt bilden, in einer bevorzugten Ausführungsform, nämlich hier einer
Tür, in die Türöffnung hinein sichergestellt.
[0078] In der
Figur 7a ist ein Verlauf eines Rückstellmomentes dargestellt. Figur 7a zeigt dabei, einen
Verlauf der bei einem Winkel α von 90° nur geringfügig reduziert ist. Dies liegt daran,
dass eine Winkelgeschwindigkeit des Türflügels größer ist als 0. Somit lässt sie keinen
Formschluss der einen Konturenscheibe 28 mit der gegenüberliegenden torsionsfederseitigen
Konturenscheibe 18 zu.
[0079] Insbesondere ist kein Formschluss des nockenähnlichen Gebildes auf der einen Konturenscheibe
28 mit der taschenähnlichen Form der gegenüberliegenden torsionsfederseitigen Konturenscheibe
18 möglich.
[0080] In der
Figur 7b ist eine Version dargestellt, bei der der Verlauf der Drehmomentrückstellung bei
einem Winkel von α von 90° gleich 0 ist. Die Winkelgeschwindigkeit sinkt also bis
zum Stillstand ab.
[0081] Dadurch entsteht beim Überfahren des Verrastungsbereiches der beiden Konturenscheiben
18 und 28 ein Geräusch. Dieses auftretende Geräusch hat den Vorteil, dass dem Bediener
des Türflügels eindeutig akustisch vermittelt wird, dass sich im Türöffnungswinkelbereich
eine Verrastungsposition befindet. Der Winkel α von 90 ° ist hier beispielsweise für
die Verrastungsposition gewählt. Der Bediener, der diesen Stillstand akustisch erfährt,
kann daraufhin den Türflügel dort positionieren. Er kann also die Tür offen stehen
lassen und ist sich zugleich sicher, dass dies auch so bleibt, wenn nicht weitere
Kräfte aufgewandt werden.
[0082] In der
Figur 8 ist eine Abwicklung der Kontur der beiden gegenüberliegenden Konturscheiben 18 und
28 mit den jeweiligen nocken- und taschenähnlichen Konturen dargestellt. Diese sind
so ausgebildet, dass hier beispielhaft eine genaue konstruktive Auslegung der verwendeten
Radien R1, R2, R3, R4, R5 und R6 sowie auch der Schrägen SW1, SW2, SW3, SW4 sowohl
ein ausreichend deutliches wie zuvor beschriebenes Verrastungsgeräusch vermitteln,
als auch eine ausreichend große Verrastungskraft F
R bieten, um die Verrastungsposition des Türflügels sicherzustellen.
[0083] In der
Figur 9 ist dargestellt, wie zwei Konturenscheiben einer Ausführungsform aussehen können,
wenn diese eine identische Kurvengeometrie aufweisen. Man sieht perspektivisch die
beiden Konturenscheiben nebeneinander. Würde man die rechte Konturenscheibe auf dem
Kopf stehend auf die linke setzen, so ergäbe sich sofort, dass beide praktisch exakt
zueinander passen.
[0084] In den folgenden Figuren wird das Schließen einer Tür mit einer erfindungsgemäßen
Dreheinrichtung, die ein Scharnier bildet, beispielhaft an mehreren Winkelpositionen
nacheinander durchgespielt.
[0085] Zunächst zeigt
Figur 10 eine 180°-Position einer geöffneten Tür anhand der Relativposition, die zwei Konturenscheiben
zueinander einnehmen. Die beiden Konturenscheiben sind aufeinandergesetzt, die Bezugszeichen
zum besseren Erkennen der Details fortgelassen und man sieht links eine frontale Ansicht
und rechts eine perspektivische Darstellung der beiden aufeinanderliegenden und relativ
zueinander um die gleiche Achse drehbaren Konturenscheiben.
[0086] In der Figur 10 ist also eine Position der Konturenscheiben erreicht, die bei einer
vollständig geöffneten Tür zu erkennen ist. Diese Tür kann über die 180° nur schwer
weiter geöffnet werden. Sie besitzt also eine Art Anschlag, der die Öffnung begrenzt.
Die Tür beginnt nun mit einem Schließvorgang, der durch eine Torsionsfeder angetrieben
ist. Die Torsionsfeder ist in der Figur 10 nicht dargestellt; der Aufbau entspricht
dem in den obenstehenden Figuren. Die Konturscheiben, die auch als Konturstücke bezeichnet
werden können, wirken unterstützt durch die Druckfeder der Torsionsfeder entgegen
und verlangsamen den Schließvorgang.
[0087] In der
Figur 11 ist der weiter fortgeschrittene Schließvorgang dargestellt, wie er sich bei einer
Position von 150° einer Türöffnung darstellt. Die Torsionsfeder schließt die Tür und
die beiden Konturscheiben verlangsamen weiter die Schließgeschwindigkeit.
[0088] In der
Figur 12 ist jetzt die Position bei 90° verdeutlicht. Hier sei eine Rastfunktion vorgesehen.
Wird die Tür hier angehalten, beispielsweise manuell, oder wird die Tür in einem anderen
Vorgang bis hierhin geöffnet, so bleibt sie jeweils stehen. Diese Halte- oder Arretierfunktion
kann hier sehr einfach in die Konturscheiben integriert werden.
[0089] Mit der Erfindung ist es also nicht mehr erforderlich, einen separaten Stopper vorzusehen
oder anzubringen, um eine solche Funktion vornehmen zu können. Darüber hinaus entsteht
ein nicht zu lautes, wohl aber hörbares Einrastgeräusch, mit dem die Rastfunktion
auch an den Bediener der Tür vermittelt wird.
[0090] Befindet sich jedoch die Tür im Schließvorgang und wird die Tür an dieser Stelle
nicht angehalten, so genügt die Bewegungsenergie, um über diese Raste hinwegzufahren.
Der Schließvorgang wird also fortgesetzt, was auch als Schließvorgang genau gewünscht
wird.
[0091] In der
Figur 13 ist die Position mit einer Türöffnung von noch 60° gezeigt. In der Figur sieht man
ein Abbremsen der Tür durch die beiden Konturscheiben, die sich relativ aufeinander
weiter bewegt haben.
[0092] Wie man in der
Figur 14 erkennt, wird die Tür nun ab einer Stellung in der Position 20° nicht mehr abgebremst,
sondern stattdessen beschleunigt. Dadurch wird ein sicheres Falles der Tür ins Schloss
garantiert. Diese Schließkrafterhöhung kurz vor dem Schließen der Tür beziehungsweise
dem Anschlagen des Türflügels ist erforderlich, um die den Schließkräften entgegenwirkenden
Kräfte, die aus den Dichtungs- und Türschlosswiderständen im Türrahmen resultieren,
zu überwinden und somit ein sicheres Schließen des Türflügels zu gewährleisten.
[0093] Nach diesem Beschleunigungsvorgang fällt die Tür wie beabsichtigt ins Schloss. Dies
ist in der Figur 15 gut zu sehen. Dort ist die Position der Tür bei einem Winkel von
0° zu erkennen, die aus der Sicht der Konturenstücke der Ausgangssituation bei 180°
entspricht.
[0094] Der gesamte Schließbereich von 180° bis 0° ist in den Drehmomentkurven in der Figur
6 dargestellt. Man sieht genau die Auswirkungen aus das Schließmoment M
Rück in dem Diagramm.
[0095] Wesentlich kostspieligere und kompliziertere Schließsysteme moderner Art aus dem
Bereich der Systemen mit Feder und Dämpfern sitzen auch nur eine vergleichbare Charakteristik
des Schließmomentes, führen diese aber sehr viel aufwändiger und fehleranfälliger
durch.
[0096] Die Schließ- und Haltefunktionen des erfindungsgemäßen Systems mit seinem Öffnungsanschlag,
der Arretierfunktion, der Schließkrafterhöhung und dem Endanschlag genügen in ihrer
Qualität allen Ansprüchen an heute übliche Türschließsysteme. Ein Verzicht auf eine
Hydraulik, wie er in der Mehrzahl der Ausführungsformen vorgenommen wird, ist von
erheblichem Vorteil, da das erfindungsgemäße System dadurch technisch einfacher und
insbesondere auch temperaturunabhängig ist.
Bezugszeichenliste
[0097]
- 2
- Drehvorrichtung
- 11
- erstes plattenförmiges Element
- 12
- erster Zylinder
- 13
- erstes Zylindergehäuse
- 13A
- erster Teil des ersten Zylindergehäuses
- 13B
- zweiter Teil des ersten Zylindergehäuses
- 14
- Torsionsfeder
- 15
- erster Schenkel der Torsionsfeder
- 16
- Druckfeder
- 17
- erstes Federende der Druckfeder
- 18
- erste Konturscheibe
- 21
- zweites plattenförmiges Element
- 22
- zweiter Zylinder
- 23
- zweites Zylindergehäuse
- 25
- zweiter Schenkel der Torsionsfeder
- 27
- zweites Federende der Druckfeder
- 28
- zweite Konturscheibe
- A
- Achse
- B
- Drehachse der Zylinder
- R1
- Radien
- R2
- Radien
- R3
- Radien
- R4
- Radien
- R5
- Radien
- R6
- Radien
- SW1
- Schrägen
- SW2
- Schrägen
- SW3
- Schrägen
- SW4
- Schrägen
1. Dreheinrichtung
mit zwei mindestens teilweise plattenförmigen Elementen (11, 21),
die um eine Achse (A) relativ zueinander schwenkbar sind,
wobei die Achse (A) parallel zum ersten plattenförmigen Element (11) und parallel zum zweiten
plattenförmigen Element (21) steht,
wobei die beiden plattenförmigen Elemente (11, 21) durch mindestens eine Drehvorrichtung
(2) verbunden sind,
wobei jede Drehvorrichtung (2) mindestens zwei Zylinder (12, 22) aufweist, wobei jeder der Zylinder (12, 22) eine Drehachse (B) besitzt, die die Zylinderachse bildet
und die mit der Achse (A) fluchtet,
wobei jeder Zylinder (12, 22) ein ein- oder mehrteiliges Zylindergehäuse (13, 23) besitzt,
wobei je ein Zylindergehäuse (13, 23) einer Drehvorrichtung (2) mit einem der plattenförmigen
Elemente (11, 21) festverbunden ist,
wobei die Zylinder einer Drehvorrichtung (2) mittelbar oder unmittelbar aneinander anschließen,
relativ zueinander um ihre Achsen (B) drehbar sind und die Zylindergehäuse (13, 23)
auf ihren einander benachbarten, zur Drehachse (B) senkrechten Seite offen sind,
wobei in jeder Drehvorrichtung (2) eine oder mehrere Torsionsfedern (14) mit je zwei Schenkeln
(15, 25) und eine oder mehrere Druckfedern (16) in dem Raum innerhalb der Zylindergehäuse
(13, 23) angeordnet sind,
wobei eine Torsionsfeder (14) in zwei Zylindergehäusen (13, 23) mit einem ersten Schenkel
(15) an dem einen Zylindergehäuse (13) und mit dem anderen Schenkel (25) an dem anderen
Zylindergehäuse (23) befestigt ist, so dass bei einer Drehung der Zylinder (12, 22)
gegeneinander um einen Drehwinkel (a) ein rückstellendes Drehmoment (MRück) entsteht,
dadurch gekennzeichnet,
dass mehrere Konturenscheiben (18, 28) vorgesehen sind, von denen eine mit einem der Zylinder
(12, 22) verbunden ist und eine andere Konturenscheibe (28) axial achsparallel zu
der Achse (A) und den Drehachsen (B) verschiebbar ist,
dass die Druckfeder (16) sich einerseits an der axial verschiebbaren Konturenscheibe (18)
abstützt und andererseits an der Innenseite des abgewandten Zylindergehäuses (23)
abstützt, und
dass die Konturen der beiden Konturenscheiben aufeinander liegen und während eines Drehvorgangs
aneinander gleiten und während des Drehvorgangs ein sich veränderndes Drehmoment hervorrufen.
2. Dreheinrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Achse (A) vertikal verläuft.
3. Dreheinrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die mindestens teilweise plattenförmigen Elemente (11, 21) durch zwei Drehvorrichtungen
(2) mit je zwei Zylindern (12, 22) miteinander verbunden sind.
4. Dreheinrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Konturenscheiben (18, 28) Konturen aufweisen, die so aufgebaut sind, dass bei
einer Drehung der Zylinder (12, 22) Drehwinkel-Drehmomenten-Kurven erzeugt werden.
5. Dreheinrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Rasteinrichtung vorgesehen ist, die eine Kugel aufweist, die durch eine Feder
in eine Vertiefung drückbar ist.
6. Dreheinrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Rasteinrichtung vorgesehen ist, die durch ein zusätzliches nockenähnliches Element
auf der Kontur der axial verschiebbaren Konturscheibe (28) angeordnet ist,
dass die taschenähnliche Form auf der gegenüberliegenden Konturscheibe (18) auf der Torsionsfederseite
eine Gegenkontur vorgesehen ist, welche bei einer Drehbewegung des Türflügels formschlüssig
zur nockenähnlichen Form auf der axial verschiebbaren Konturscheibe (28) ist.
7. Dreheinrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass zusätzlich eine Hydraulikventileinrichtung vorgesehen ist.