[0001] Die Erfindung betrifft ein Scharnier mit einem ersten Scharnierelement, das zur Befestigung
an einer ortsfesten Struktur, insbesondere an einer Mauer, und/oder an einem ortsfesten
Wandelement vorgesehen ist, und mit einem zweiten Scharnierelement, das zur Befestigung
an einem beweglichen Wandelement vorgesehen ist, wobei an den Scharnierelementen jeweils
ein Verbindungsabschnitt zur Ausbildung einer gemeinsamen Drehachse vorgesehen ist,
wobei die Scharnierelemente aus einer Schließstellung in zwei Richtungen relativ zueinander
um die gemeinsame Drehachse verschwenkbar sind, wobei an einem Scharnierelement eine
Ausnehmung vorgesehen ist, um einen Endabschnitt eines am jeweils anderen Scharnierelement
anordenbaren Wandelements aufzunehmen. Weiters betrifft die Erfindung eine Türanordnung
mit einem ortsfesten Wandelement und einem relativ dazu beweglichen Wandelement.
[0002] Scharniere, insbesondere sogenannte Pendelscharniere, werden oftmals im Sanitärbereich
verwendet, um ein bewegliches Wandelement, wie z.B. eine Glastür, an einem ortsfesten
Wandelement, wie z.B. einer Glasplatte, schwenkbar zu befestigen. Pendelscharniere
zeichnen sich dadurch aus, dass eine Öffnung der Türe ausgehend von einer Schließstellung,
in der die beiden Wandelemente üblicherweise im Wesentlichen parallel verlaufen, in
zwei Richtungen möglich ist. Dadurch kann eine Glastüre, beispielsweise einer Duschabtrennung,
sowohl nach innen in Richtung der Duschkabine, als auch in entgegengesetzte Richtung
nach außen geöffnet werden.
[0003] Im Stand der Technik bekannte Scharniere, wie z.B. die
DE 20 2018 001 213 U1 ermöglichen eine solche Pendelbewegung und zusätzlich auch eine der Pendelbewegung
überlagerte Hebe-/Senk-Bewegung. Solche Scharniere sind allerdings sehr komplex aufgebaut,
da diese zwei parallele Schwenkachsen aufweisen, um die Pendelbewegung zu ermöglichen
und auch einen Mechanismus zum Heben und Senken der Scharnierhälften relativ zueinander.
[0004] Die
DE 20 2018 100 721 U1 zeigt ein Scharnier mit einem Hebe-/Senkmechanismus und mit einer relativ komplexen
Bremseinrichtung, die vorgesehen ist, die Bewegung der Scharnierhälften zueinander
ab einem bestimmten Öffnungswinkel zu bremsen.
[0005] Ausgehend vom Stand der Technik ist es eine Aufgabe der gegenständlichen Erfindung,
ein Scharnier und eine Türanordnung anzugeben, die bei einem möglichst einfachen Aufbau
eine pendelnde Schwenk-Bewegung und eine möglichst geringe mechanische Belastung des
Scharniers gewährleisten.
[0006] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, dass an einer, der Ausnehmung gegenüberliegenden
Außenfläche des Scharnierelements, an dem die Ausnehmung vorgesehen ist, und/oder
an einer Außenfläche des jeweils anderen Scharnierelements zumindest ein Begrenzungselement
vorgesehen ist, das in einer ersten Endstellung des Scharniers an der Außenfläche
des jeweils anderen Scharnierelements anliegt, wobei am Begrenzungselement ein erster
Kontaktpunkt vorgesehen ist, der in der ersten Endstellung des Scharniers die Außenfläche,
des jeweils anderen Scharnierelements, kontaktiert und dass der erste Kontaktpunkt
in einem ersten Kontaktabstand von der Drehachse beabstandet ist, der zumindest 5
% einer axialen Erstreckung des Scharniers beträgt, vorzugsweise zumindest 5mm, wobei
das zumindest eine Begrenzungselement vorzugsweise ein elastisches Material aufweist,
um ein Anschlagen eines Scharnierelements am Begrenzungselement und/oder ein Anschlagen
des Begrenzungselements an der Außenfläche des jeweils anderen Scharnierelements in
der ersten Endstellung des Scharniers zu dämpfen. Damit wird ein relativ einfaches
Scharnier geschaffen, das aufgrund des definierten und von der Drehachse beabstandeten
Kontaktpunktes am Begrenzungselement eine geringe Belastung des Scharniers gewährleistet.
Durch die optionale Elastizität des Begrenzungselements können Stoßbelastungen reduziert
sowie Geräusche und Beschädigungen beim Anschlagen in der ersten Endstellung verringert
werden.
[0007] Vorzugsweise ist am ersten Scharnierelement ein Wandelement-Befestigungsabschnitt
zur Befestigung des ortsfesten Wandelements vorgesehen, der eine definierte Befestigungsebene
für das ortsfeste Wandelement ausbildet, wobei die Befestigungsebene in einem normal
auf die Befestigungsebene stehenden Achsabstand von der Drehachse beabstandet ist,
der zumindest 5 % axialen Erstreckung des Scharniers beträgt, vorzugsweise zumindest
5mm, besonders bevorzugt zumindest 15mm. Dadurch kann gewährleistet werden, dass die
Belastung auf das Scharnier in einer zweiten Endstellung im montierten Zustand in
einer Türanordnung nicht unzulässig groß wird.
[0008] Die Außenflächen der Scharnierelemente und/oder das zumindest eine Begrenzungselement
sind vorzugsweise so geformt, dass in der ersten Endstellung des Scharniers ein Öffnungswinkel
des Scharniers aus der Schließstellung zumindest 80° beträgt, vorzugsweise zumindest
90° beträgt. Damit kann das Scharnier in einer Türanordnung verwendet und ein ausreichend
großer Öffnungswinkel der Tür erreicht werden.
[0009] Eine axiale Länge zumindest eines Begrenzungselements beträgt dabei vorzugsweise
zumindest 5%, besonders bevorzugt zumindest 75% der axialen Erstreckung des Scharnierelements,
auf dem es angeordnet ist. Damit wird eine ausreichend große Befestigungsfläche geschaffen,
mit der das Begrenzungselement am ersten oder zweiten Scharnierelement befestigt,
insbesondere geklebt werden kann. Zudem wird die Stabilität des Begrenzungselements
mit größerer Länge erhöht.
[0010] Am ersten Scharnierelement ist vorteilhafterweise eine Mauer-Befestigungsfläche vorgesehen,
mit der das erste Scharnierelement an einer ortsfesten Struktur, insbesondere einer
Mauer, befestigbar ist, wobei der Wandelement-Befestigungsabschnitt des ersten Scharnierelements
als Schraubabschnitt ausgebildet ist, um das erste Scharnierelement am ortsfesten
Wandelement zu befestigen und am zweiten Scharnierelement ist eine Wandelement-Befestigungsfläche
vorgesehen, um das zweite Scharnierelement am beweglichen Wandelement zu befestigen.
Damit ist das Scharnier für eine Türanordnung geeignet, in welcher das Scharnier die
Glastür schwenkbar mit einer ortsfesten Struktur, z.B. einer Mauer und einem ortsfesten
Wandelement, beispielsweise einem Metallprofil verbindet.
[0011] Der Wandelement-Befestigungsabschnitt des ersten Scharnierelements kann aber auch
als Wandelement-Befestigungsfläche ausgebildet sein, an der das ortsfeste Wandelement
befestigbar ist und am zweiten Scharnierelement kann eine Wandelement-Befestigungsfläche
vorgesehen sein, an der das beweglichen Wandelement befestigbar ist, wobei vorzugsweise
an der Wandelement-Befestigungsfläche des ersten Scharnierelements ein Klebeabschnitt
zur Befestigung des ortsfesten Wandelements vorgesehen ist und/oder an der Wandelement-Befestigungsfläche
des zweiten Scharnierelements ist ein Klebeabschnitt zur Befestigung des beweglichen
Wandelements vorgesehen ist. Damit ist das Scharnier für eine Türanordnung geeignet,
in welcher das Scharnier z.B. eine Glastüre schwenkbar mit einem ortsfesten Wandelement,
z.B. einer Glasscheibe verbindet. Durch den optionalen Klebeabschnitt kann eine einfache
Befestigungsmöglichkeit geschaffen werden.
[0012] Weiters wird die Aufgabe mit einer Türanordnung mit einem ortsfesten Wandelement
und einem relativ dazu beweglichen Wandelement dadurch gelöst, dass in der Türanordnung
zumindest ein Scharnier gemäß einem der Ansprüche 1 bis 6 vorgesehen ist, wobei das
erste Scharnierelement an einer ortsfesten Struktur, insbesondere einer Mauer, und/oder
am ortsfesten Wandelement angeordnet ist und das zweite Scharnierelement am beweglichen
Wandelement angeordnet ist, wobei vorzugsweise für zumindest ein Wandelement eine
Glasscheibe oder ein metallisches Wandelement vorgesehen ist.
[0013] Die gegenständliche Erfindung wird nachfolgend unter Bezugnahme auf die Figuren 1a
bis 4c näher erläutert, die beispielhaft, schematisch und nicht einschränkend vorteilhafte
Ausgestaltungen der Erfindung zeigen. Dabei zeigt
Fig.1a und 1b eine Türanordnung mit einem Scharnier gemäß in einer vorteilhaften Ausgestaltung
der Erfindung in der Schließstellung in einer Vorderansicht und in einer Draufsicht
Fig.2a und 2b die Türanordnung in einer ersten äußeren Endstellung in einer Vorderansicht
und in einer Draufsicht,
Fig.3a und 3b die Türanordnung in einer inneren Endstellung in einer Vorderansicht
und in einer Draufsicht,
Fig.4a-4c eine Draufsicht auf eine Türanordnung mit einem Scharnier gemäß einer weiteren
vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung in einer Schließstellung, einer ersten Endstellung
und in einer zweiten Endstellung.
[0014] In Fig.1a ist eine vorteilhafte Ausgestaltung einer Türanordnung 1 gemäß der Erfindung
in einer Schließstellung S in einer Vorderansicht dargestellt. Die Türanordnung 1
weist ein ortsfestes Wandelement 2 und bewegliches Wandelement 3 auf, die mittels
eines Scharniers 4 verbunden sind. Der Einfachheit halber ist hier nur ein Scharnier
4 dargestellt, vorzugsweise sind in einer Türanordnung 1 aber zumindest zwei, über
die Höhe der Tür verteilt angeordnete Scharniere 4 vorgesehen. Das bewegliche Wandelement
3 ist mittels des Scharniers 4 relativ zum ortsfesten Wandelement 2 um eine Drehachse
5 des Scharniers 4 verschwenkbar. Die Drehachse 5 ist hier im Wesentlichen senkrecht
angeordnet, wobei die Türanordnung 1 in einer Schließstellung S dargestellt ist (siehe
auch Fig.1b), in der die beiden Wandelemente 2, 3 im Wesentlichen parallel, insbesondere
in einer Ebene angeordnet sind. Natürlich wären aber auch andere Ausführungsformen
mit einer anderen Schließstellung S möglich. Ausgehend von der Schließstellung S kann
das bewegliche Wandelement 3 in zwei Richtungen um die Drehachse 5 in eine erste Endstellung
E1 (Fig.2a+2b) und eine zweite Endstellung E2 (Fig.3a+3b) verschwenkt werden, wie
durch den Doppelpfeil in Fig.1b angedeutet ist.
[0015] Das ortsfeste Wandelement 2 kann beispielsweise eine Glasscheibe einer Duschabtrennung
sein und das bewegliche Wandelement 3 kann beispielsweise eine Glastüre der Duschabtrennung
sein. Vorzugsweise ist das Scharnier 4 so angeordnet, dass es an der Außenseite der
Duschabtrennung befestigt ist, um vor direkter Feuchtigkeit geschützt zu sein. Die
erste Endstellung E1 entspricht dann einer Öffnung der Türe nach außen und die zweite
Endstellung E2 einer Öffnung der Türe nach innen (ausgehend von der Schließstellung
S).
[0016] Das Scharnier 4 weist ein erstes Scharnierelement 4a auf, das mit dem ortsfesten
Wandelement 2 verbunden ist und ein zweites Scharnierelement 4b, das mit dem beweglichen
Wandelement 3 verbunden ist. Die beiden Scharnierelemente 4a, 4b weisen jeweils einen
Verbindungsabschnitt 6a, 6b zur schwenkbaren Verbindung der Scharnierelemente 4a,
4b auf. Die Drehachse 5 des Scharniers 4 verläuft (hier senkrecht) durch die beiden
Verbindungsabschnitte 6a, 6b. Die Verbindungsabschnitte 6a, 6b sind hier im Wesentlichen
zylinderförmig ausgestaltet (siehe Fig.1b) und weisen jeweils eine axiale Erstreckung
ha, hb auf, die vorzugsweise im Wesentlichen der halben axialen Erstreckung H des
Scharniers 4 entspricht. Im dargestellten Beispiel sind die Verbindungsabschnitte
6a, 6b übereinander angeordnet (Fig.1a), sodass die beiden Scharnierelemente 4a, 4b
(bzw. die jeweiligen oberen und unteren Kanten) in Querrichtung fluchten. Damit entspricht
die axiale Erstreckung Ha, Hb der Scharnierelemente 4a, 4b der axialen Erstreckung
H des gesamten Scharniers 4.
[0017] In Fig.1b ist die Türanordnung 1 aus Fig.1a in der Schließstellung S in Draufsicht
von Oben dargestellt. Am ersten Scharnierelement 4a ist ein Wandelement-Befestigungsabschnitt
14 zur Verbindung einem ortsfesten Wandelement 2 und eine gegenüberliegende Außenfläche
8a vorgesehen. Der Wandelement-Befestigungsabschnitt 14 bildet eine definierte Befestigungsebene
für das ortsfeste Wandelement 2 am ersten Scharnierelement 4a aus und ist hier in
Form einer Wandelement-Befestigungsfläche 7a ausgestaltet. Am zweiten Scharnierelement
4b ist ebenfalls eine Wandelement-Befestigungsfläche 7b vorgesehen, an der das bewegliche
Wandelement 3 befestigt werden kann. Die Wandelement-Befestigungsflächen 7a, 7b sind
in der Schließstellung S im gezeigten Ausführungsbeispiel parallel angeordnet und
liegen vorzugsweise in einer Ebene.
[0018] Beispielsweise könnte der Winkel zwischen den beiden Wandelementen 2, 3 in der Schließstellung
S aber in einfacher Weise verändert werden, indem die Position des beweglichen Wandelements
3 am zweiten Scharnierelement 4b verändert wird, wodurch ein Wandabstand LW (siehe
Fig.1b) zwischen den Wandelementen 2, 3 verändert werden kann. Wenn das bewegliche
Wandelement 3 z.B. am zweiten Scharnierelement 4b näher oder weiter weg vom ersten
Scharnierelement 4a und dem daran befestigten ortsfesten Wandelement 2 positioniert
wird, vergrößert oder verkleinert sich der Wandabstand LW und man könnte eine Schließstellung
S erreichen, in welcher die beiden Wandelemente 2, 3 einen Winkel kleiner oder größer
180° zueinander aufweisen.
[0019] Vorzugsweise weist die Wandelement-Befestigungsfläche 7a, 7b zumindest eines Scharnierelements
4a, 4b einen Klebeabschnitt auf, um das Scharnierelement 4a, 4b mit dem jeweiligen
Wandelement 2, 3 zu verkleben. Im gezeigten Beispiel sind die Wandelement-Befestigungsflächen
7a, 7b beider Scharnierelemente 4a, 4b als Klebeabschnitte ausgeführt und mit den
Wandelementen 2, 3 mittels eines geeigneten Klebstoffs als Befestigungsmittel am jeweiligen
Wandelement 2, 3 verklebt. Natürlich wären aber auch andere Formen der Befestigung
möglich. Beispielsweise könnten ein oder beide Scharnierelemente 4a, 4b in bekannter
Weise (nicht dargestellte) ein oder mehrere Ausnehmungen zur Anordnung einer oder
mehrerer Schraubverbindungen als Befestigungsmittel aufweisen.
[0020] An den Wandelementen 2, 3 wären natürlich ebenfalls entsprechende Öffnungen vorgesehen,
durch die sich die Schrauben erstrecken würden. Die Anordnung von Schraubverbindungen
ist allgemein bekannt, weshalb hier nicht mehr im Detail darauf eingegangen wird.
Die Verklebung hat gegenüber der Schraubverbindung beispielsweise den Vorteil, dass
das Scharnier 4 und auch die Wandelemente 2, 3 einfacher ausgeführt werden können,
da z.B. keine Öffnungen, wie z.B. Bohrungen nötig sind. Dadurch ist man beispielsweise
auch bei der Formgebung des Scharniers flexibler, da im Wesentlichen einstückige Scharnierelemente
4a, 4b mit durchgängigen Außenflächen 8a, 8b ohne Unterbrechungen (z.B. durch einen
Schraubenkopf oder eine Schraubenmutter) verwendet werden können. Dadurch sind keine
zusätzlichen Abdeckungen zur Abdeckung von Schraubverbindungen nötig, was den Aufbau
des Scharniers 4 weiter vereinfacht. Natürlich kann aber auch eine Abdeckung auf einem
oder beiden Scharnierelementen 4a, 4b vorgesehen sein, beispielsweise um in einfacher
Weise die optischen Eigenschaften des Scharniers 4 zu verändern.
[0021] Im dargestellten Beispiel ist am ersten Scharnierelement 4a des Scharniers 4 eine
Ausnehmung 9 vorgesehen, die dem ortsfesten Wandelement 2zugewandt ist und die das
erste Scharnierelement 4a in axialer Richtung der Drehachse 5 vollständig durchdringt.
Die Ausnehmung 9 bildet beispielsweise eine konkave Innenfläche 10 des ersten Scharnierelements
4a aus, die den Verbindungsabschnitt 6a des ersten Scharnierelements 4a mit der Befestigungsfläche
7a des ersten Scharnierelements 4a verbindet. Die Ausnehmung 9 ist vorgesehen, um
einen Endabschnitt eines an der Befestigungsfläche 7b des zweiten Scharnierelements
4b anordenbaren flächigen Wandelements 3 aufzunehmen, hier einen Endabschnitt 3E des
beweglichen Wandelements 3, wie noch im Detail anhand Fig.3b erläutert wird. Natürlich
wäre aber auch eine umgekehrte Variante möglich, bei der die Ausnehmung 9 am zweiten
(hier beweglichen) Scharnierelement 4b vorgesehen ist. Die Ausnehmung 9 wäre dann
dazu vorgesehen, um einen Endabschnitt eines am ersten Scharnierelement 4a anordenbaren
ortsfesten Wandelements 2 aufzunehmen, hier z.B. einen Endabschnitt 2E des ortsfesten
Wandelements 2.
[0022] Erfindungsgemäß ist an der Außenfläche 8a des ersten Scharnierelements 4a und/oder
der Außenfläche 8b des zweiten Scharnierelements 4b ist zumindest ein Begrenzungselement
11 vorgesehen. Das zumindest eine Begrenzungselement 11 liegt in der ersten Endstellung
E1 des Scharniers 4 an der Außenfläche 8b des zweiten Scharnierelements 4b an, wenn
das Begrenzungselement 11 so wie im gezeigten Beispiel am ersten Scharnierelement
4a angeordnet ist. Wenn das zumindest eine Begrenzungselement 11 am zweiten (hier
dem beweglichen) Scharnierelement 4b angeordnet ist, würde in der ersten Endstellung
E1 des Scharniers 4 das Begrenzungselement 11 an der Außenfläche 8a des ersten Scharnierelements
4a anliegen.
[0023] Natürlich könnten aber auch mehrere Begrenzungselemente 11 am ersten Scharnierelement
4a und/oder am zweiten Scharbierelement 4b vorgesehen sein. Aus optischen Gründen
und wegen der einfacheren Herstellung wird aber vorzugsweise nur ein Begrenzungselement
11 vorgesehen, das vorzugsweise am ersten Scharnierelement 4a des ortsfesten Wandelements
2 angeordnet ist, wie nachfolgend anhand Fig.2a+2b im Detail erläutert wird. Das Begrenzungselement
11 kann beispielsweise direkt auf die entsprechende Außenfläche 8a, 8b geklebt sein.
Es könnte aber auch eine Vertiefung am Scharnierelement 4a vorgesehen sein, in der
das Begrenzungselement 11 angeordnet, insbesondere geklebt wird, um die Gefahr zu
verringern, dass sich das Begrenzungselement 11 löst oder verschiebt und/oder um eine
bestimmte vorgegebene Position genauer einhalten zu können.
[0024] In der gezeigten Schließstellung S der Türanordnung 1 sind die Wandelement-Befestigungsflächen
7a, 7b der Scharnierelemente 4a, 4b parallel zueinander und vorzugsweise in einer
Ebene, angeordnet. Folglich sind auch die Wandelemente 2, 3 parallel zueinander angeordnet.
Wie bereits erläutert könnte die Schließstellung S aber auch verändert werden, indem
das bewegliche Wandelement 3 relativ zum zweiten Scharnierelement 4b verschoben wird.
Die Wandelemente 2, 3 sind vorzugsweise so an den Scharnierelementen 4a, 4b befestigt,
dass einander zugewandte Enden 2E, 3E der Wandelemente 2, 3 in einem Wandabstand LW
voneinander beabstandet sind, wie in Fig.1b dargestellt ist. Der Wandabstand LW beträgt
dabei vorzugsweise zwischen 5 und 25 mm. Dadurch wird der nötige Bewegungsfreiraum
zur Verschwenkung des beweglichen Wandelements 3 relativ zum ortsfesten Wandelement
2 geschaffen und die dargestellte Schließstellung S definiert. Je nach Größe des Wandabstands
LW und je nach Anordnung der Wandelemente 2, 3 relativ zum jeweiligen Scharnierelement
4a, 4b kann eine zweite Endstellung E2 (siehe Fig.3a+3b) der Türanordnung 1 beeinflusst
werden. Natürlich spielt auch die Dicke der Wandelemente 2, 3 dabei eine Rolle, wobei
bei Wandelementen 2, 3 mit einer Dicke d von wenigen mm der Einfluss auf den Bewegungsfreiraum
relativ gering ist. Als Wandelemente 2, 3 können z.B. Glasscheiben aus Sicherheitsglas,
insbesondere Einscheiben-Sicherheitsglas mit einer Dicke d zwischen 3mm und 15mm verwendet
werden. Gängig sind insbesondere Glasscheiben mit einer Dicke d von 5mm, 6mm, 8mm,
10mm und 12mm.
[0025] Vorzugsweise ist an zumindest einem Wandelement 2, 3 ein flexibles Dichtungselement
12 vorgesehen, um den Wandabstand LW in der Schließstellung S zu überbrücken. Vorteilhafterweise
sind aber an den einander zugewandten Enden 2E, 3E beider Wandelemente 2, 3 flexible
Dichtungselemente 12 vorgesehen, die einander in der Schließstellung S berühren, um
den Wandabstand LW zu überbrücken, wie im dargestellten Ausführungsbeispiel. Dadurch
kann beispielsweise bei einer Duschabtrennung die Gefahr verringert werden, dass Wasser
aus der von den Wandelementen 2, 3 gebildeten Abtrennung austritt oder in das Scharnier
4 eintritt, was unter Umständen zu Kalkablagerungen und Schimmelbildung und/oder zu
einer Beeinträchtigung der Funktion des Scharniers 4 führen könnte.
[0026] Im gezeigten Beispiel sind die flexiblen Dichtungselemente 12 als längliche Balgdichtungen
ausgeführt, die einen im Querschnitt im Wesentlichen U-förmigen Befestigungsabschnitt
zur Befestigung an den Wandelementen 2, 3 aufweisen und die sich vorzugsweise durchgehend
über die gesamte Höhe der Wandelemente 2, 3 erstrecken. Die den Befestigungsabschnitten
gegenüberliegenden Dichtabschnitte sind hier hohl ausgeführt, um eine gewisse elastische
Verformung in der Schließstellung S zu ermöglichen, in welcher die beiden Dichtabschnitte
in Kontakt sind. Natürlich können auch andere geeignete Dichtungselemente 12 verwendet
werden. In der zweiten Endstellung E2 können die Dichtungselemente 12 aber noch zusätzlich
eine Begrenzungsfunktion erfüllen, wie später anhand Fig.3a+3b näher erläutert wird.
Natürlich müssen die Dichtungselemente 12 der beiden Wandelemente 2, 3 nicht identisch
sein, sondern es könnten auch verschieden ausgestaltete Dichtungselemente 12 vorgesehen
werden, beispielsweise eine Balgdichtung am ortsfesten Wandelement 2 (so wie in den
Figuren dargestellt) und eine Dichtlippe am beweglichen Wandelement 3 (oder umgekehrt).
[0027] In Fig.2a ist die Türanordnung 1 in der ersten Endstellung E1 des Scharniers 4 in
einer Vorderansicht dargestellt. Fig.2b zeigt die entsprechende Draufsicht von oben
auf die Türanordnung 1. Das Begrenzungselement 11 begrenzt in der ersten Endstellung
E1 einen Öffnungswinkel α des Scharniers 4 und damit auch der Türanordnung 1 ausgehend
von der Schließstellung S. Die Außenflächen 8a, 8b der Scharnierelemente 4a, 4b und/oder
das Begrenzungselement 11 sind dabei vorzugsweise so geformt, dass in der ersten Endstellung
E1 des Scharniers 4, in der die Außenfläche 8b des zweiten Scharnierelements 4b mit
dem Begrenzungselement 11 in Kontakt ist (Fig.2b), der Öffnungswinkel α des Scharniers
4 (und der Türanordnung 1) ausgehend von der Schließstellung S zumindest 80° beträgt,
besonders bevorzugt zumindest 90°. Der Öffnungswinkel α ist in Fig.2b zwischen der
Befestigungsfläche 7b des zweiten Scharnierelements 4b und der Schließstellung S (gestrichelte
Linie) eingezeichnet.
[0028] Dadurch ist eine Öffnung z.B. der Tür der Duschabtrennung nach außen um zumindest
80°, vorzugsweise zumindest 90° aus der Schließstellung S möglich, wodurch der verfügbare
Bereich zum Benützen der Tür und damit der Komfort erhöht wird. Im gezeigten Beispiel
weist das zweite Scharnierelement 4b eine nahezu ebene Außenfläche 8b auf, die nur
sehr leicht gewölbt ist. Die Außenfläche 8a des ersten Scharnierelements 4a und das
Begrenzungselement 11 sind im gezeigten Beispiel so geformt, dass der Öffnungswinkel
α = 90° beträgt. Diese konkrete Ausgestaltung ist aber natürlich nur beispielhaft
zu verstehen und es wären natürlich auch andere Varianten mit größerem oder kleinerem
Öffnungswinkel α möglich. Beispielsweise könnte auch ein Öffnungswinkel α ≤ 90° vorgesehen
werden, was z.B. vorteilhaft sein kann, um zu verhindern, dass das bewegliche Wandelement
3, insbesondere eine Glastür an einem Objekt anschlägt. Der Öffnungswinkel α kann
natürlich auch durch die Form und Lage des Begrenzungselementes 11 beeinflusst werden.
[0029] Das Begrenzungselement 11 weist vorzugsweise eine axiale Länge z auf, die zumindest
5%, vorzugsweise zumindest 10%, besonders vorteilhaft zumindest 75%, der axialen Erstreckung
Ha, Hb des Scharnierelements 4a, 4b beträgt, auf dem es angeordnet ist (hier das erste
Scharnierelement 4a - siehe Fig.1a + Fig.3a). In einer vorteilhaften Ausgestaltung
des Scharniers 4 beträgt die axiale Erstreckung Ha, Hb der Scharnierelemente 4a, 4b
beispielsweise jeweils 61mm und die Länge z des Begrenzungselements 11 beträgt 60mm,
wobei die axiale Erstreckung Ha, Hb der Scharnierelemente 4a, 4b aufgrund der in Querrichtung
fluchtenden Scharnierelemente 4a, 4b der axialen Erstreckung H des gesamten Scharniers
4 entspricht (siehe Fig.1a). Im gezeigten Beispiel weist das Begrenzungselement 11
einen teilweise im Wesentlichen dreieckigen Querschnitt auf, wobei das Begrenzungselement
11 mit der langen Seite des Dreiecks der Außenfläche 8a des ersten Scharnierelements
4a zugewandt und an dieser befestigt ist, vorzugsweise geklebt. Dadurch ergibt sich
hier eine im Wesentlichen ebene Kontaktfläche am Begrenzungselement 11, die in der
ersten Endstellung E1 der Außenfläche 8b des zweiten Scharnierelements 4b zugewandt
ist, wie in Fig.2b ersichtlich ist.
[0030] Der Öffnungswinkel α beträgt hier α = 90°, wobei der Öffnungswinkel α beispielsweise
relativ einfach durch die Gestalt des Begrenzungselements 11 verändert werden könnte
(oder durch die Gestalt der Außenflächen 8a, 8b der Scharnierelemente 4a, 4b). Im
gezeigten Beispiel (Fig.1b) ist am Begrenzungselement 11 an den dreieckigen Querschnitt
anschließend ein schmaler Begrenzungselementabschnitt 11a vorgesehen. Dieser Begrenzungselementabschnitt
11a ist für die Begrenzungs-Funktion nebensächlich, kann aber in vorteilhafter Weise
für einen besseren Halt des Begrenzungselements 11 an der Außenfläche 8a des ersten
Scharnierelements 4a verwendet werden. Insbesondere wenn das Begrenzungselement 11
am ersten Scharnierelement 4a festgeklebt wird, kann durch den Begrenzungselementabschnitt
11a eine größere Klebefläche und eine bessere Befestigung erreicht werden. Daneben
kann der Begrenzungselementabschnitt 11a auch aus optischen Gründen vorgesehen werden.
[0031] Ein, in der ersten Endstellung E1 (Fig.2b) des Scharniers 4 zur Kontaktierung der
Außenfläche 8b des zweiten Scharnierelements 4b vorgesehener erster Kontaktpunkt KP1
des Begrenzungselements 11 ist erfindungsgemäß in einem ersten Kontaktabstand LK1
von der Drehachse 5 beabstandet, der zumindest 5% der axialen Erstreckung H des Scharniers
4 (die hier gleich der axialen Erstreckung Ha, Hb der Scharnierelemente 4a, 4b ist)
beträgt, vorzugsweise zumindest 20%, besonders bevorzugt zumindest 30%. Damit ist
der erste Kontaktabstand LK1 variabel und hängt von der axialen Erstreckung H des
Scharniers 4 ab. Vorzugsweise beträgt der erste Kontaktabstand LK1 zumindest 5mm,
vorzugsweise zumindest 15mm, besonders bevorzugt zumindest 21mm. In einer vorteilhaften
Ausgestaltung des Scharniers 4 beträgt die axiale Erstreckung des Scharniers 4 beispielsweise
61mm und der erste Kontaktabstand LK1 beträgt 21mm. Im gezeigten Beispiel liegt der
erste Kontaktpunkt KP1 an einem, den Befestigungsflächen 7a, 7b in der Schließstellung
abgewandten Abschnitt des Begrenzungselements 11, wie in Fig.1b und Fig-2b dargestellt
ist. Im konkreten Fall bildet die der Außenfläche 8a abgewandte vertikale Kante des
Begrenzungselements 11 den ersten Kontaktpunkt KP1 aus (bzw. im vorliegenden Fall
im Wesentlichen eine Kontaktlinie). Der erste Kontaktabstand LK1 ist der Normalabstand
zwischen der Drehachse 5 und dem ersten Kontaktpunkt KP1, wobei als Normalabstand
bekanntermaßen der kürzeste Abstand zwischen einem Punkt (hier KP1) und einer Achse
(hier Drehachse 5) zu verstehen ist.
[0032] Der erste Kontaktpunkt KP1 bildet in der ersten Endstellung E1 einen Angriffspunkt
für das zweite Scharnierelement 4b aus. Wenn das bewegliche Wandelement 3 beispielsweise
sehr rasch von der Schließstellung S in die erste Endstellung E1 bewegt wird, insbesondere
ohne ein manuelles Abbremsen vor dem Anschlagen der Außenfläche 8b des zweiten Scharnierelements
4b im ersten Kontaktpunkt KP1, kann das aufgrund der wirkenden Kräfte zu einer relativ
großen mechanischen Belastung des Scharniers 4 führen, insbesondere bei breiten und
schweren beweglichen Wandelementen 3 wie z.B. einer Glastür.
[0033] Wenn das bewegliche Wandelement 3 in die erste Endstellung E1 bewegt wird, kontaktiert
das zweite Scharnierelement 4b das Begrenzungselement 11 (im ersten Kontaktpunkt KP1)
und es wirkt eine Kraft auf das Begrenzungselement 11 und folglich auf das erste Scharnierelement
4a. Die Kraft kann beispielsweise von der Masse des beweglichen Wandelements 3 abhängig
sein (z.B. wenn das bewegliche Wandelement 3 frei schwingt) und/oder von der Kraft,
die von einer Person auf das bewegliche Wandelement 3 in der ersten Endstellung E1
ausgeübt wird. Das Begrenzungselement 11, insbesondere der erste Kontaktpunkt KP1
nimmt die Kraft auf und stützt diese am ersten Scharnierelement 4a ab. Das Begrenzungselement
11 bzw. insbesondere der erste Kontaktpunkt KP1 wirkt aber auch als Hebelpunkt bzw.
Drehpunkt für das bewegliche Wandelement 3, sodass von einer weiter außen am beweglichen
Wandelement 3 wirkenden Kraft (z.B. Trägheitskraft im Schwerpunkt des Wandelements
3 und/oder von einer Person auf was Wandelement 3 ausgeübten Kraft) ein Drehmoment
um den ersten Kontaktpunkt KP1 erzeugt wird.
[0034] Über den ersten Kontaktabstand LK1 zwischen der Drehachse 5 und dem ersten Kontaktpunkt
KP1 wird aus dem Drehmoment eine Kraft in der Drehachse 5 des Scharniers 4 erzeugt.
Dabei gilt, je größer der erste Kontaktabstand LK1, desto geringer die Kraft und damit
die mechanische Belastung in der Drehachse des Scharniers 4. Um eine unzulässig hohe
Belastung des Scharniers 4 in der Drehachse 5 zu vermeiden, ist es deshalb vorteilhaft,
wenn der erste Kontaktabstand LK1 möglichst groß gewählt wird.
[0035] Vorteilhafterweise beträgt ein Verhältnis B/LK1 zwischen einer Wandelementbreite
B des beweglichen Wandelements 3 und dem ersten Kontaktabstand LK1 maximal 140, vorzugsweise
maximal 70, besonders bevorzugt maximal 34. In einer vorteilhaften Ausgestaltung beträgt
die Wandelementbreite B beispielsweise zwischen 490mm und 690mm und der erste Kontaktabstand
LK1 beträgt 21mm (siehe Fig.2b).
[0036] Zusätzlich ist es vorteilhaft, wenn das zumindest eine Begrenzungselement 11 ein
Dämpfungselement aufweist oder als Dämpfungselement ausgeführt ist, um ein Anschlagen
der Außenfläche 8b des zweiten Scharnierelements 4b am zumindest einen Begrenzungselement
11 oder ein Anschlagen des zumindest einen Begrenzungselements 11 an der Außenfläche
8a des ersten Scharnierelements 4a (wenn das Begrenzungselement 11 am zweiten Scharnierelement
4b angeordnet ist) in der ersten Endstellung E1 des Scharniers 4 zu dämpfen. Im einfachsten
Fall kann das Dämpfungselement ein elastisches Material wie z.B. Gummi aufweisen.
Im gezeigten Beispiel ist das gesamte Begrenzungselement 11 aus einem elastischen
Material ausgeführt, es könnte aber auch nur ein Abschnitt des Begrenzungselements
11 ein elastisches Material aufweisen. Als Dämpfungselement wären beispielsweise auch
hydraulische oder pneumatische Dämpfer denkbar, allerdings ist ein, ein elastisches
Material aufweisendes Dämpfungselement vorteilhaft, weil es einfach und kostengünstig
herstellbar ist.
[0037] In Fig.3a ist die Türanordnung 1 in der zweiten Endstellung E2 in einer Vorderansicht
dargestellt. Fig.3b zeigt die entsprechende Draufsicht von oben auf die Türanordnung
1. Die zweite Endstellung E2 der Türanordnung 1 wird im Gegensatz zur ersten Endstellung
E1 nicht durch das Scharnier 4 selbst begrenzt, sondern durch die Anordnung der Wandelemente
2, 3 relativ zueinander (Wandabstand LW) und relativ zu den Scharnierelementen 4a,
4b des Scharniers 4. Der Wandabstand LW ist vorzugsweise so bemessen, dass in der
zweiten Endstellung E2 der Türanordnung 1 eine der Wandelement-Befestigungsfläche
7b des zweiten Scharnierelements 4b abgewandte Wandfläche 13b des beweglichen Wandelements
3 an einem zweiten Kontaktpunkt KP2 am ortsfesten Wandelement 2 oder dem daran angeordneten
Dichtungselement 12 anliegt. Insbesondere liegt das bewegliche Wandelement 3 am Ende
2E des ortsfesten Wandelements 2 an, das in der Schließstellung S dem Ende 3E des
beweglichen Wandelements 3 zugewandt ist. In einer umgekehrten Variante des Scharniers
4, bei der die Ausnehmung 9 am zweiten (beweglichen) Scharnierelement 4b vorgesehen
ist, würde das Ende 3E des beweglichen Wandelements 3 (oder das daran angeordnete
Dichtungselement 12) am zweiten Kontaktpunkt KP2 anliegen, der dann auf der, dem ersten
Scharnierelement 4a abgewandten Wandfläche 13a am ortsfesten Wandelement 2 liegen
würde.
[0038] Vorzugsweise beträgt der Wandabstand LW zwischen 5 und 25 mm, in einer vorteilhaften
Ausführung beispielsweise 15 mm. Wenn so wie hier ein Dichtungselement 12 am ortsfesten
Wandelement 2 vorgesehen ist, liegt die Wandfläche 13b des beweglichen Wandelements
3 am flexiblen Dichtungselement 12 als Ende 2E an, insbesondere an dem daran vorgesehenen
zweiten Kontaktpunkt KP2. Das, dem Ende 2E des ortsfesten Wandelements 2 in der Schließstellung
S zugewandte Ende 3E des beweglichen Wandelements 3, erstreckt sich in der zweiten
Endstellung E2 der Türanordnung 1 zumindest teilweise in die Ausnehmung 9 des ersten
Scharnierelements 4a. In der umgekehrten Variante des Scharniers 4, bei der die Ausnehmung
9 am zweiten (beweglichen) Scharnierelement 4b vorgesehen ist würde sich das dem Ende
3E des beweglichen Wandelements 3 in der Schließstellung S zugewandte Ende 2E des
ortsfesten Wandelements 2, in der zweiten Endstellung E2 der Türanordnung 1 zumindest
teilweise in die Ausnehmung 9 des zweiten Scharnierelements 4b erstrecken.
[0039] Damit begrenzt in der gezeigten Variante in Fig.3a+3b das ortsfeste Wandelement 2
oder das daran angeordnete Dichtungselement 12 den Öffnungswinkel α der Türanordnung
1 in der zweiten Endstellung E2. Unter Umständen kann auch das bewegliche Wandelement
3 oder das daran angeordnete Dichtungselement 12 mit der von der Ausnehmung 9 gebildeten
Innenfläche 10 des ersten Scharnierelements 4a zusammenwirken, um den Öffnungswinkel
α in der zweiten Endstellung E2 zu begrenzen. Besonders bevorzugt liegt das bewegliche
Wandelement 3 in der zweiten Endstellung E2 aber sowohl mit der Wandfläche 13b am
Dichtungselement 12 des ortsfesten Wandelement 2 an, als auch mit dem Dichtungselement
12 an der Innenfläche 10 des ersten Scharnierelements 4a, wie in Fig.3b dargestellt
ist. Durch den doppelten Kontakt kann eine vom beweglichen Wandelement 3 auf das Scharnier
4 wirkende Kraft besser aufgenommen werden.
[0040] Die Anordnung der Wandelemente 2, 3 relativ zueinander und relativ zu den Scharnierelementen
4a, 4b wird vorzugsweise so festgelegt, dass der Öffnungswinkel α des Scharniers 4
bzw. der Türanordnung 1 ausgehend von der Schließstellung S in der zweiten Endstellung
E2 der Türanordnung 1 zumindest 80 Grad, vorzugsweise zumindest 90 Grad beträgt. In
Fig.3b ist der Öffnungswinkel α zwischen der (gestrichelten dargestellten) Schließstellung
S und der Befestigungsfläche 7b des zweiten Scharnierelements 4b eingezeichnet. Dadurch
wird beispielsweise bei einer Duschabtrennung mehr Bewegungsfreiraum im Innenraum
der Dusche geschaffen. Im dargestellten Beispiel in Fig.3b beträgt der Öffnungswinkel
α in der zweiten Endstellung E2 beispielsweise 90 Grad.
[0041] Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung des Scharniers 4 ist vorgesehen, dass der
Wandelement-Befestigungsabschnitt 14 des ersten Scharnierelements 4a (hier die Wandelement-Befestigungsfläche
7a) in einem normal auf die Befestigungsebene (hier die Wandelement-Befestigungsfläche
7a) stehenden Achsabstand L
A von der Drehachse 5 beabstandet ist, der zumindest 5 % der axialen Erstreckung H
des Scharniers 4 beträgt (die hier gleich der axialen Erstreckung Ha, Hb der Scharnierelemente
4a, 4b ist), vorzugsweise zumindest 5mm, besonders bevorzugt zumindest 15mm. In einer
vorteilhaften Ausgestaltung des Scharniers beträgt die axiale Erstreckung H des Scharniers
4 beispielsweise 61mm und der Achsabstand LA beträgt zumindest 5mm, vorzugsweise zumindest
13mm. Damit kann gewährleistet werden, dass die Drehachse 5 ausreichend weit von der
Wandelement-Befestigungsfläche 7a des ersten Scharnierelements 4a entfernt ist, wodurch
gewährleistet werden kann, dass bei der Verwendung des Scharniers 4 in einer Türanordnung
1 ein entsprechend großer zweiter Kontaktabstand LK2 erreicht wird, wie nachfolgend
noch im Detail erläutert wird.
[0042] Der zweite Kontaktabstand LK2 ist der Abstand in Richtung normal auf das ortsfeste
Wandelement 2 zwischen dem zweiten Kontaktpunkt KP2 und der Drehachse 5 des Scharniers
4 . Der zweite Kontaktabstand LK2 beträgt zumindest 5% der axialen Erstreckung H des
Scharniers 4 (die hier gleich der axialen Erstreckung Ha, Hb der Scharnierelemente
4a, 4b ist), vorzugsweise zumindest 20%, besonders bevorzugt zumindest 30%. Damit
ist auch der zweite Kontaktabstand LK2 variabel (wie der erste Kontaktabstand) und
hängt von der axialen Erstreckung H des Scharniers 4 ab. Vorzugsweise beträgt der
zweite Kontaktabstand LK2 zumindest 5mm, vorzugsweise zumindest 15mm, besonders bevorzugt
zumindest 21mm. In einer vorteilhaften Ausgestaltung des Scharniers 4 beträgt die
axiale Erstreckung des Scharniers 4 beispielsweise 61mm und der zweite Kontaktabstand
LK2 beträgt 16mm (bei einer Dicke d des ortsfesten Wandelements 2 von 6mm) bzw. 17mm
(bei einer Dicke d des ortsfesten Wandelements 2 von 8mm). Der zweite Kontaktpunkt
KP2 ist im dargestellten Beispiel jener Punkt am ortsfesten Wandelement 2 oder dem
daran angeordneten Dichtungselement 12, der in der zweiten Endstellung E2 eine der
Befestigungsfläche 7b des zweiten Scharnierelements 4b abgewandten Wandfläche 13b
des beweglichen Wandelements 3 berührt, um einen Endanschlag für das bewegliche Wandelement
3 auszubilden, der als Hebelpunkt fungiert, wie in Fig.2b und 3b dargestellt ist.
[0043] Wenn, so wie dargestellt ein flexibles Dichtungselement 12 am ortsfesten Wandelement
2 vorgesehen ist, kann dieses beim Kontakt mit der Wandfläche 13b des beweglichen
Wandelements 3 in der zweiten Endstellung E2 verformt werden. Der zweite Kontaktpunkt
KP2 zur Ausbildung des Endanschlags kann sich dann unter Umständen in Abhängigkeit
der Verformung des Dichtungselements 12 verschieben. Die Bewegung des beweglichen
Wandelements 3 wird zwar durch die Verformung des Dichtungselements 12 gedämpft, der
Endanschlag, der als Hebelpunkt fungiert, wird aber erst nach der Verformung des Dichtungselements
12 ausgebildet. Beispielsweise könnte das Dichtungselement 12 im Wesentlichen vollständig
verformt werden, sodass der zweite Kontaktpunkt KP2 im Wesentlichen auf der Höhe der,
dem ersten Scharnierelement 4a abgewandten Wandfläche 13a liegt, wie in Fig.2 durch
den zweiten Kontaktpunkt KP2' angedeutet ist. Dies würde im Wesentlichen dem Fall
entsprechen, wenn kein Dichtungselement 12 vorgesehen wäre und der zweite Kontaktpunkt
KP2 direkt am ortsfesten Wandelement 2 liegen würde. Der zweite Kontaktabstand LK2
würde sich in diesem Fall bis zum zweiten Kontaktpunkt KP2' bemessen, wie in Fig.2b+3b
durch den zweiten Kontaktabstand LK2' angedeutet ist.
[0044] Analog wie anhand der ersten Endstellung E1 beschrieben, ergeben sich auch in der
zweiten Endstellung E2 Kraftverhältnisse beim Anschlagen des beweglichen Wandelements
3 in der zweiten Endstellung E2, die zu einer mechanischen Belastung des Scharniers
4 führen. Durch Erhöhung des zweiten Kontaktabstands LK2 kann die Belastung auf das
Scharnier 4 verringert werden. Insbesondere bei einer geklebten Befestigung des beweglichen
Wandelements 3 am zweiten Scharnierelement 4b und/oder einer geklebten Befestigung
des ortsfesten Wandelements 2 am ersten Scharnierelement 4b ist es vorteilhaft die
Belastungen beim Anschlagen in der ersten und zweiten Endstellung E1, E2 zu minimieren,
um keine unzulässig hohen Kräfte auf die Klebeverbindung auszuüben, die unter Umständen
zu einem Lösen der Klebeverbindung führen könnten. Vorzugsweise beträgt deshalb ein
Verhältnis B/LK2 zwischen der Wandelementbreite B des beweglichen Wandelements 3 und
dem zweiten Kontaktabstand LK2 maximal 140, vorzugsweise maximal 70, besonders bevorzugt
maximal 34. In einer vorteilhaften Ausgestaltung beträgt die Wandelementbreite B beispielsweise
zwischen 490mm und 690mm.
[0045] Eine vorteilhafte Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Scharniers 4 weist beispielsweise
eine axiale Erstreckung H von 61mm (die gleich der axialen Erstreckung Ha, Hb der
Scharnierelemente 4a, 4b ist), einen ersten Kontaktabstand LK1 von 21mm und einen
Achsabstand LA von 13mm auf. Bei Anordnung des Scharniers 4 in einer Türanordnung
1 mit Wandelementen 2, 3 mit einer Dicke d=6mm beträgt der zweite Kontaktabstand LK2
dabei 16mm, bei Wandelementen 2, 3 mit einer Dicke d=8mm beträgt der zweite Kontaktabstand
LK2 dabei 17mm.
[0046] In Fig.4a-4c ist eine Türanordnung 1 in einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung,
beispielsweise zur Verwendung als Duschabtrennung, in Draufsicht von oben dargestellt.
Die Türanordnung 1 weist ein bewegliches Wandelement 3 auf, das mittels zumindest
einem Scharnier 4 schwenkbar mit einer ortsfesten Struktur, hier einer Mauer M verbunden
ist. Fig.4a zeigt die Türanordnung 1 in der Schließstellung S, Fig.4b die Türanordnung
1 in der ersten Endstellung E1 und Fig.4c die Türanordnung 1 in der zweiten Schließstellung
E2. Analog wie im Beispiel gemäß Fig. 1a-3c weist das Scharnier 4 zwei Scharnierelemente
4a, 4b mit jeweils einem Verbindungsabschnitt (hier nicht dargestellt - analog Fig.1a)
auf, die relativ zueinander um eine gemeinsame Drehachse 5 verschwenkbar sind.
[0047] Am ersten Scharnierelement 4a ist hier eine Mauer-Befestigungsfläche 7c vorgesehen,
mit der das erste Scharnierelement 4a an einer Mauer M (oder einer anderen ortsfesten
Struktur) befestigt ist. Zur Befestigung kann beispielsweise ein Klebeabschnitt an
der Mauer-Befestigungsfläche 7c vorgesehen sein, mit dem das erste Scharnierelement
4a mittels eines geeigneten Klebstoffs an der Mauer M befestigt werden kann. Das erste
Scharnierelement 4a kann aber auch mittels einer Schraubverbindung 15 an der Mauer
M befestigt werden, so wie im gezeigten Beispiel dargestellt ist. Dazu kann z.B. eine
abgestufte Bohrung im ersten Scharnierelement 4a vorgesehen sein, um eine Schraube
aufzunehmen. Natürlich wären auch mehrere Schrauben möglich oder auch andere Formen
der Befestigung.
[0048] Der Wandelement-Befestigungsabschnitt 14 des ersten Scharnierelements 4a ist hier
im Gegensatz zum zuerst gezeigten Ausführungsbeispiel gemäß Fig.1a-Fig.3c nicht als
Wandelement-Befestigungsfläche 7a, sondern als Schraubabschnitt ausgestaltet, um das
ortsfeste Wandelement 2 mittels einer oder mehrerer Schrauben am ersten Scharnierelement
4a zu befestigen. Dazu kann der Schraubabschnitt beispielsweise eine oder mehrere,
vorzugsweise abgestufte, Bohrungen aufweisen, die sich, vorzugsweise normal zur Mauer-Befestigungsfläche
7c, durch das erste Scharnierelement 4a erstrecken. Das ortsfeste Wandelement 2 steht
damit im montierten Zustand vorzugsweise im Wesentlichen normal auf die Mauerbefestigungsfläche
7c des ersten Scharnierelements 4a. Durch den Wandelement-Befestigungsabschnitt 14
ist damit allgemein eine definierte Befestigungsebene für das ortsfeste Wandelement
2 am ersten Scharnierelement 4a vorgegeben, analog wie im zuvor gezeigten Ausführungsbeispiel,
in dem der Wandelement-Befestigungsabschnitt 14 als Wandelement-Befestigungsfläche
7a ausgebildet war.
[0049] Das ortsfeste Wandelement 2 kann beispielsweise eine Glasplatte oder ein metallisches
Wandelement sein, hier z.B. ein Aluminiumprofil. Insbesondere bei einer Duschabtrennung
erstreckt sich das ortsfeste Wandelement 2 vorzugsweise über die gesamte Höhe der
Türanordnung 1 (in Fig.4a-c normal auf die Zeichenebene), um eine Duschkabine abzudichten,
sodass kein Wasser nach außen dringt. Vorzugsweise ist die Höhe der beiden Wandelemente
2, 3 gleich groß. Im Bereich des Scharniers 4 ist eine entsprechende (nicht dargestellte)
Aussparungen im ortsfesten Wandelement 2 vorgesehen, durch die sich das erste Scharnierelement
4a hindurch erstreckt. In der Aussparung sind vorzugsweise Gewindebohrungen vorgesehen,
um das ortsfeste Wandelement 2 am ersten Scharnierelement 4a festzuschrauben. Damit
kann die vorgesehene Anzahl von Scharnieren 4 in vorteilhafter Weise bereits vor Montage
der Türanordnung 1 am ortsfesten Wandelement 2 befestigt werden. Damit kann beispielsweise
auch der Abstand zwischen zwei oder mehreren Scharnieren 4 durch entsprechenden Bohrungsabstand
am ortsfesten Wandelement 2 vorgegeben werden, wodurch die Montage der Türanordnung
1 erleichtert wird.
[0050] Bei einer Duschabtrennung sind vorzugsweise zumindest zwei Scharniere 4 voneinander
beabstandet übereinander angeordnet, sodass natürlich für jedes Scharnier 4 eine entsprechende
Aussparung im ortsfesten Wandelement 2 vorgesehen ist. Damit kann das ortsfeste Wandelement
2 oberhalb und unterhalb jedes Scharniers 4 im Wesentlichen direkt mit der Mauer M
in Kontakt stehen, wobei natürlich ggf. ein Dichtmittel wie z.B. Silikon zur Abdichtung
zwischen der Mauer M und dem ortsfesten Wandelement 2 vorgesehen sein kann. Im Bereich
des Scharniers 4 liegt das ortsfeste Wandelement 2 im Wesentlichen direkt an der,
der Mauer M abgewandten Fläche des ersten Scharnierelements 4a an. Wie im Beispiel
zuvor ist auch hier vorzugsweise ein Dichtungselement 12 am ortsfesten Wandelement
2 vorgesehen, beispielsweise eine Balgdichtung, die sich vorzugsweise wiederum über
die gesamte Höhe der Türanordnung 1 erstreckt.
[0051] Das zweite Scharnierelement 4b ist im Wesentlichen identisch ausgeführt wie zuvor
im Beispiel gemäß Fig.1a-3c und weist eine Wandelement-Befestigungsfläche 7b auf,
an der ein bewegliches Wandelement 3 angeordnet ist. An der Wandelement-Befestigungsfläche
7b ist hier ein Klebeabschnitt vorgesehen und als Befestigungsmittel ein geeigneter
Klebstoff. Natürlich wäre aber auch hier eine andere Befestigung möglich, beispielsweise
eine Schraubverbindung. Am ersten Scharnierelement 4a ist wiederum eine Ausnehmung
9 vorgesehen, analog wie zuvor im Beispiel gemäß Fig.1a-3c. Die Ausnehmung 9 ist dazu
vorgesehen, in der zweiten Endstellung E2 der Türanordnung 1 einen Endabschnitt 3E
des beweglichen Wandelements 3 aufzunehmen, das am zweiten Scharnierelement 4b befestigt
ist, wie in Fig.4c ersichtlich ist.
[0052] Bei einer umgekehrten Ausführung des Scharniers 4 könnte die Ausnehmung 9 aber auch
am zweiten, also hier am beweglichen Scharnierelement 4b vorgesehen sein. In diesem
Fall wäre die Ausnehmung 9 vorgesehen, einen Endabschnitt 2E des ortsfesten Wandelements
2 in der zweiten Endstellung E2 aufzunehmen. Im Falle einer Duschabtrennung ist das
bewegliche Wandelement 3 vorzugsweise als Glasplatte ausgeführt, sodass diese in der
Türanordnung 1 als Glastüre fungiert. Vorzugsweise ist wiederum ein Dichtungselement
12 am beweglichen Wandelement 3 vorgesehen, beispielsweise eine Balgdichtung, so wie
dargestellt. Es könnten aber auch verschiedene Dichtungselemente 12 für das ortsfeste
und das bewegliche Wandelement 2, 3 verwendet werden. Die Mauer-Befestigungsfläche
7c des ersten Scharnierelements 4a steht in dieser Ausführung damit in der Schließstellung
S (Fig.4a) im Wesentlichen normal auf die Wandelement-Befestigungsfläche 7b des zweiten
(beweglichen) Scharnierelements 4b.
[0053] Wie in der zuvor beschriebenen Türanordnung 1 (Fig.1a-3c) ist auch hier am Scharnier
4 ein Begrenzungselement 11 an der Außenfläche 8a des ersten Scharnierelements 4a
angeordnet. Am Begrenzungselement 11 liegt der erste Kontaktpunkt KP1, der in einem
ersten Kontaktabstand LK1 von der Drehachse 5 beabstandet ist, der zumindest 5% der
axialen Erstreckung H des Scharniers 4 beträgt, vorzugsweise zumindest 5mm. In der
ersten (äußeren) Endstellung E1 des Scharniers 4 liegt damit die Außenfläche 8b des
zweiten Scharnierelements 4b am Begrenzungselement 11 an, wie in Fig.4b angedeutet
ist. Die Drehachse 5 des Scharniers 4 ist vorzugsweise wiederum in einem Achsabstand
LA vom Wandelement-Befestigungsabschnitt 14 beabstandet. Der Achsabstand LA erstreckt
sich dabei in Richtung normal auf die vom Wandelement-Befestigungsabschnitt 14 ausgebildete
Befestigungsebene für das ortsfeste Wandelement 2 und beträgt zumindest 5% der axialen
Erstreckung H des Scharniers 4, vorzugsweise zumindest 5mm. Wie in Fig.4a dargestellt
liegt die der Ausnehmung 9 zugewandte Wandfläche des ortsfesten Wandelements 2 im
montierten Zustand in der Befestigungsebene. Der Achsabstand erstreckt sich damit
zwischen Drehachse 5 und dem ortsfesten Wandelement 2 in Richtung normal auf das ortsfeste
Wandelement 2.
[0054] In der zweiten (inneren) Endstellung E2 der Türanordnung 1 (Fig.4c) liegt die, dem
zweiten Scharnierelement 4b abgewandte Wandfläche 13b des beweglichen Wandelements
3 am zweiten Kontaktpunkt KP2 (in Fig.4b dargestellt) an, der damit als Endanschlag
für das bewegliche Wandelement 3 dient. Der zweite Kontaktpunkt KP2 ist in einem zweiten
Kontaktabstand LK2 (in Richtung normal auf das ortsfeste Wandelement 2) von der Drehachse
5 beabstandet, der zumindest 5% der axialen Erstreckung H des Scharniers 4 (hier normal
auf die Zeichenebene, sie Fig.1a) beträgt, vorzugsweise zumindest 5mm.
[0055] Der zweite Kontaktpunkt KP2 könnte direkt am ortsfesten Wandelement 2 liegen, beispielsweise
an der, der Ausnehmung 9 abgewandten Kante des ortsfesten Wandelements 2. Im gezeigten
Beispiel liegt der zweite Kontaktpunkt KP2 am flexiblen Dichtungselement 12. Allgemein
ist der zweite Kontaktpunkt KP2 jener Punkt am ortsfesten Wandelement 2 oder dem daran
angeordneten Dichtungselement 12, der in der zweiten Endstellung E2 einen Endanschlag
für das bewegliche Wandelement 3 ausbildet. Bei Verformung des Dichtungselements 12
kann sich auch ein zweiter Kontaktpunkt KP2' ergeben, wie in Fig.4b+4c dargestellt
ist. In der Ausgestaltung der Türanordnung gemäß Fig.4a-c könnte aber zusätzlich auch
ein separates Anschlagelement 16 vorgesehen sein, das die Bewegung des beweglichen
Wandelements 3, insbesondere einer Glastüre begrenzt.
[0056] Beispielsweise könnte das Anschlagelement 16 an der, der Mauer-Befestigungsfläche
7c gegenüberliegenden Fläche des ersten Scharnierelements 4a angeordnet sein, wie
in Fig.4b angedeutet ist, oder auch direkt an der Mauer M. Je weiter das Anschlagelement
16 von der Drehachse 5 des Scharniers 4 beabstandet ist, desto geringer ist die mechanische
Belastung auf das Scharnier 4, wenn das bewegliche Wandelement 3 daran anschlägt und/oder
eine zusätzliche Kraft darauf ausgeübt wird. Die Funktionsweise der Türanordnung 1
gemäß Fig.4a-c unterscheidet sich aber im Wesentlichen nicht von der Türanordnung
1 gemäß Fig.1a-3c, weshalb sich weitere Details an dieser Stelle erübrigen.
[0057] Abschließend sei nochmals darauf hingewiesen, dass es sich bei den gezeigten Beispielen
lediglich um vorteilhafte und damit nicht einschränkende Ausgestaltungen der Erfindung
handelt. Die konkrete konstruktive Ausgestaltung, wie z.B. die Dimensionierung, Werkstoffauswahl,
etc. liegt natürlich im Ermessen des Fachmanns. Auch wenn das Scharnier vorzugsweise
für Duschabtrennungen verwendet wird, ist die Anwendung natürlich nicht darauf beschränkt
und es wären natürlich auch andere Anwendungen denkbar.
[0058] Beispielsweise können die Verbindungsabschnitte 6a, 6b der Scharnierelemente 4a,
4b des Scharniers 4 einander in axialer Richtung zugwandte zylindrische Öffnungen
aufweisen, also im Wesentlichen hülsenförmig ausgebildet sein. Die beiden Scharnierelemente
4a, 4b können dann mittels eines zylinderförmigen Bolzens verbunden werden, der in
den zylindrischen Öffnungen angeordnet wird, um die Scharnierelemente 4a, 4b drehbar
zu verbinden. Natürlich könnte auch ein bekannter Hebe-/Senk-Mechanismus am Scharnier
4 vorgesehen sein, um das bewegliche Wandelement 3 bei Bewegung aus der Schließstellung
S anzuheben und in der Schließstellung S zu senken, wie z.B. in der
AT 515252 B1 offenbart ist.
[0059] Natürlich können auch mehr als nur ein Scharnier in einer Türanordnung 1 vorgesehen
werden, beispielsweise zwei oder mehr Scharniere 4. Das hängt im Wesentlichen vom
Anwendungsfall und der konstruktiven Ausführung des Scharniers 4 ab. Bei breiten,
schweren Glastüren kann es beispielsweise vorteilhaft sein, mehrere Scharniere 4 anzuordnen,
während es bei einem relativ leichten Wandelement 3, z.B. aus Kunststoff ausreichend
sein kann, nur ein Scharnier 4 zu verwenden. Beispielsweise könnte die Ausnehmung
9 auch am zweiten (hier beweglichen) Scharnierelement 4b vorgesehen sein, das am beweglichen
Wandelement 3 angeordnet ist. Es könnten auch alternativ oder zusätzlich ein oder
mehrere Begrenzungselement/e 11 am zweiten Scharnierelement 4b angeordnet werden.
1. Scharnier (4) mit einem ersten Scharnierelement (4a), das zur Befestigung an einer
ortsfesten Struktur und/oder an einem ortsfesten Wandelement (2) vorgesehen ist, und
mit einem zweiten Scharnierelement (4b), das zur Befestigung an einem beweglichen
Wandelement (3) vorgesehen ist, wobei an den Scharnierelementen (4a, 4b) jeweils ein
Verbindungsabschnitt (6a, 6b) zur Ausbildung einer gemeinsamen Drehachse (5) vorgesehen
ist, wobei die Scharnierelemente (4a, 4b) aus einer Schließstellung (S) in zwei Richtungen
relativ zueinander um die gemeinsame Drehachse (5) verschwenkbar sind, wobei an einem
Scharnierelement (4a) eine Ausnehmung (9) vorgesehen ist, um einen Endabschnitt (3E)
eines am jeweils anderen Scharnierelement (4b) anordenbaren Wandelements (3) aufzunehmen,
dadurch gekennzeichnet, dass an einer, der Ausnehmung (9) gegenüberliegenden Außenfläche (8a) des Scharnierelements
(4a), an dem die Ausnehmung (9) vorgesehen ist, und/oder an einer Außenfläche (8b)
des jeweils anderen Scharnierelements (4b) zumindest ein Begrenzungselement (11) vorgesehen
ist, das in einer ersten Endstellung (E1) des Scharniers (4) an der Außenfläche (8b)
des jeweils anderen Scharnierelements (4b) anliegt, wobei am Begrenzungselement (11)
ein erster Kontaktpunkt (KP1) vorgesehen ist, der in der ersten Endstellung (E1) des
Scharniers (4) die Außenfläche (8a, 8b) des jeweils anderen Scharnierelements (4a,
4b) kontaktiert und dass der erste Kontaktpunkt (KP1) in einem ersten Kontaktabstand
(LK1) von der Drehachse (5) beabstandet ist, der zumindest 5 % einer axialen Erstreckung
(H) des Scharniers (4) beträgt, vorzugsweise zumindest 5mm, wobei das zumindest eine
Begrenzungselement (11) vorzugsweise ein elastisches Material aufweist, um ein Anschlagen
eines Scharnierelements (4b) am Begrenzungselement (11) und/oder ein Anschlagen des
Begrenzungselements (11) an der Außenfläche (8a) des jeweils anderen Scharnierelements
(4a) in der ersten Endstellung (E1) des Scharniers (4) zu dämpfen.
2. Scharnier (4) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass am ersten Scharnierelement (4a) ein Wandelement-Befestigungsabschnitt (14) zur Befestigung
des ortsfesten Wandelements (2) vorgesehen ist, der eine definierte Befestigungsebene
für das ortsfeste Wandelement (2) ausbildet, wobei die Befestigungsebene in einem
normal auf die Befestigungsebene stehenden Achsabstand (LA) von der Drehachse (5)
beabstandet ist, der zumindest 5 % der axialen Erstreckung (H) des Scharniers (4)
beträgt, vorzugsweise zumindest 5mm, besonders bevorzugt zumindest 15mm.
3. Scharnier (4) nach einem der Ansprüche 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Außenflächen (8a, 8b) der Scharnierelemente (4a, 4b) und/oder das zumindest eine
Begrenzungselement (11) so geformt sind, dass in der ersten Endstellung (E1) des Scharniers
(4), ein Öffnungswinkel des Scharniers (4) aus der Schließstellung (S) zumindest 80°
beträgt, vorzugsweise zumindest 90°.
4. Scharnier (4) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass eine axiale Länge (z) zumindest eines Begrenzungselements (11) zumindest 5%, vorzugsweise
zumindest 75% der axialen Erstreckung (Ha, Hb) des Scharnierelements (4a, 4b) beträgt,
auf dem es angeordnet ist.
5. Scharnier (4) nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass am ersten Scharnierelement (4a) eine Mauer-Befestigungsfläche (7c) vorgesehen ist,
mit der das erste Scharnierelement (4a) an einer Mauer (M) befestigbar ist, dass der
Wandelement-Befestigungsabschnitt (14) des ersten Scharnierelements (4a) als Schraubabschnitt
ausgebildet ist, um das erste Scharnierelement (4a) am ortsfesten Wandelement (2)
zu befestigen und dass am zweiten Scharnierelement (4b) eine Wandelement-Befestigungsfläche (7b) vorgesehen
ist, um das zweite Scharnierelement (4b) am beweglichen Wandelement (3) zu befestigen.
6. Scharnier (4) nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Wandelement-Befestigungsabschnitt (14) des ersten Scharnierelements (4a) als
Wandelement-Befestigungsfläche (7a) ausgebildet ist, an der das ortsfeste Wandelement
(2) befestigbar ist und dass am zweiten Scharnierelement (4b) eine Wandelement-Befestigungsfläche
(7b) vorgesehen ist, an der das beweglichen Wandelement (3) befestigbar ist, wobei
vorzugsweise an der Wandelement-Befestigungsfläche (7a) des ersten Scharnierelements
(4a) ein Klebeabschnitt zur Befestigung des ortsfesten Wandelements (2) vorgesehen
ist und/oder an der Wandelement-Befestigungsfläche (7b) des zweiten Scharnierelements
(4b) ein Klebeabschnitt zur Befestigung des beweglichen Wandelements (3) vorgesehen
ist.
7. Türanordnung (1) mit einem ortsfesten Wandelement (2) und einem relativ dazu beweglichen
Wandelement (3), dadurch gekennzeichnet, dass in der Türanordnung (1) zumindest ein Scharnier (4) gemäß einem der Ansprüche 1 bis
6 vorgesehen ist, wobei das erste Scharnierelement (4a) an einer ortsfesten Struktur,
insbesondere einer Mauer (M), und/oder am ortsfesten Wandelement (2) angeordnet ist
und das zweite Scharnierelement (4b) am beweglichen Wandelement (3) angeordnet ist,
wobei vorzugsweise für zumindest ein Wandelement (2, 3) eine Glasscheibe oder ein
metallisches Wandelement vorgesehen ist.
8. Türanordnung (1) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Wandelemente (2, 3) in einer Schließstellung (S) der Türanordnung (1) parallel
zueinander und vorzugsweise in einer Ebene angeordnet sind, wobei in der Schließposition
(S) einander zugewandte Enden (2E, 3E) der Wandelemente (2, 3) in einem Wandabstand
(LW) voneinander beabstandet sind.
9. Türanordnung (1) nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass an zumindest einem Wandelement (2, 3) ein flexibles Dichtungselement (12) vorgesehen
ist, um den Wandabstand (LW) in der Schließstellung (S) zu überbrücken, wobei vorzugsweise
an den einander zugewandten Enden (2E, 3E) beider Wandelemente (2, 3) flexible Dichtungselemente
(12) vorgesehen sind, die einander in der Schließstellung (S) berühren, um den Wandabstand
(LW) zu überbrücken.
10. Türanordnung (1) nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Wandabstand (LW) so bemessen ist, dass in einer zweiten Endstellung (E2) der
Türanordnung (1) eine dem zweiten Scharnierelement (4b) abgewandte Wandfläche (13b)
des beweglichen Wandelements (3) am ortsfesten Wandelement (2) oder dem daran angeordneten
flexiblen Dichtungselement (12) anliegt und sich das Ende (3E) des beweglichen Wandelements
(3), das in der Schließstellung (S) dem Ende (2E) des ortsfesten Wandelements (2)
zugewandt ist, zumindest teilweise in die am ersten Scharnierelement (4a) vorgesehene
Ausnehmung (9) erstreckt oder umgekehrt.
11. Türanordnung (1) nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass ein Öffnungswinkel (a) der Türanordnung (1) in der zweiten Endstellung (E2) ausgehend
von der Schließstellung (S) der Türanordnung (1) zumindest 80 Grad, vorzugsweise zumindest
90 Grad beträgt.
12. Türanordnung (1) nach einem der Ansprüche 7 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass am ortsfesten Wandelement (2) oder dem daran angeordneten Dichtungselement (12) ein
zweiter Kontaktpunkt (KP2) vorgesehen ist, der in der zweiten Endstellung (E2) einen
Endanschlag für das bewegliche Wandelement (3) oder das daran angeordneten Dichtungselement
(12) ausbildet und dass der zweite Kontaktpunkt (KP2) in Richtung normal auf das ortsfeste Wandelement (2)
in einem zweiten Kontaktabstand (LK2) von der Drehachse (5) des Scharniers (4) beabstandet
ist, der zumindest 5% der axialen Erstreckung (H) des Scharniers (4) beträgt vorzugsweise
zumindest 5mm.
13. Türanordnung (1) nach einem der Ansprüche 7 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass ein Verhältnis zwischen einer Wandelementbreite (B) des beweglichen Wandelements
(3) und dem ersten Kontaktabstand (LK1) und/oder dem zweiten Kontaktabstand (LK2)
maximal 140 beträgt, vorzugsweise maximal 70, besonders bevorzugt maximal 34 beträgt.
14. Türanordnung (1) nach einem der Ansprüche 7 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Scharnierelement (4a) mit der Mauer-Befestigungsfläche (7c) an der Mauer
(M) befestigt ist und mit dem Wandelement-Befestigungsabschnitt (14) am ortsfesten
Wandelement (2) befestigt ist und dass das zweite Scharnierelement (4b) mit der Wandelement-Befestigungsfläche (7b) am beweglichen
Wandelement (3) befestigt ist.
15. Türanordnung (1) nach einem der Ansprüche 7 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Scharnierelement (4a) mit der Wandelement-Befestigungsfläche (7a) am ortsfesten
Wandelement (2) befestigt ist uns das zweite Scharnierelement (4b) mit der Wandelement-Befestigungsfläche
(7b) am beweglichen Wandelement (3) befestigt ist.