[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Regeln eines durch eine Hochdruckpumpe in
einem Kraftstoffspeicher bewirkten Raildrucks für ein Kraftstoffversorgungssystem
einer Brennkraftmaschine, wobei eine kurbelwinkelbezogene oder nockenwinkelbezogene
feste Winkeldifferenz der Brennkraftmaschine zwischen einer Oberen-Totpunkt-Position
eines Zylinderkolbens eines Zylinders der Brennkraftmaschine und einer Oberen-Totpunkt-Position
des Pumpenkolbens der Hochdruckpumpe des Kraftstoffversorgungssystems bei der Zumessung
des Fördervolumens der Hochdruckpumpe berücksichtigt wird.
[0002] Aus der Druckschrift
DE 10 2016 204 386 A1 ist bereits ein Verfahren zum Regeln eines durch eine Hochdruckpumpe in einem Kraftstoffrail
bewirkten Raildrucks für einen Brennkraftmotor bekannt, bei dem der Raildruck synchron
zu einer Motordrehzahl des Brennkraftmotors der Hochdruckpumpe geregelt wird. Die
Regelung des Raildrucks erfolgt also nicht in dem bekannten festen, zeitsynchronen
Berechnungsraster, sondern erfolgt in einem zeitlich variablen, motordrehzahlsynchronen
Berechnungsraster, dessen jeweiliges Rasterintervall sich bevorzugt von einem bis
zum nächsten durchlaufenen oberen Totpunkt, bezogen auf einen einzigen Zylinder oder
alle Zylinder, des Brennkraftmotors erstreckt. Die Hochdruckpumpe stellt mit jedem
Pumpenförderhub eine Kraftstoffmenge bereit. Die Abfolge der Pumpenförderhübe der
Hochdruckpumpe folgt zeitlich aber nicht dem festen Abtastraster des Raildruckreglers,
sondern wird durch den aktuellen Betriebszustand des Brennkraftmotors bestimmt.
[0003] Das bekannte Kraftstoffversorgungssystem umfasst einen Raildruckregler zur Anwendung
des vorgeschlagenen Verfahrens. Eine Hochdruckpumpe wird von einer Vorförderpumpe
über eine Niederdruckleitung mit Kraftstoff aus einem Tank versorgt. Über eine Hochdruckleitung
pumpt die Hochdruckpumpe Kraftstoff in ein Kraftstoffrail. Das Fördervolumen der Hochdruckpumpe
ist gemäß einem Fördervolumen-Steuerwert eingestellt, den ein Raildruckregler zur
Regelung des Raildrucks im Kraftstoffrail berechnet hat. Der Raildruckregler ist aus
einem PID-Regler und einer Vorsteuerungseinheit zusammengesetzt. Dem PID-Regler wird
eine Raildruck-Regelabweichung zugeführt, die als Differenz des synchron zur Motordrehzahl
berechneten Raildruck-Sollwertes und des synchron zur Motordrehzahl mit einem Raildrucksensor
erfassten Raildruck-Istwertes berechnet worden ist, und berechnet synchron zur Motordrehzahl
einen additiven Korrekturvolumenstrom. Eine synchron zur Motordrehzahl vorgenommene
Berechnung bedeutet, dass diese Berechnung einmal pro durchlaufenen oberen Totpunkt
des Brennkraftmotors erfolgt.
[0004] Der Vorsteuerungseinheit wird eine synchron zur Motordrehzahl berechnete Einspritzmenge
und eine erwünschter Druckänderungswert zugeführt, sodass die Vorsteuerungseinheit
synchron zur Motordrehzahl einen Vorsteuerungswert berechnet. Die Summe des additiven
Korrekturvolumenstroms und des Vorsteuerungswertes wird als Fördervolumen-Steuerwert
an die Hochdruckpumpe gespeist, um das Fördervolumen des aktuellen Förderhubs vorzugeben
und um den Raildruck-Sollwert ps im Kraftstoffrail einzustellen.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde die Raildruckregelung zu verbessern.
[0006] Ausgangspunkt der Erfindung ist es, dass es bei einer klassischen zeitsynchronen
Raildruckregelung, die im 10ms Abtastraster arbeitet, je nach Motordrehzahl zu Unter-
oder Überabtastungen des motorsynchronen Pumpenevents kommt. Dadurch kommt es in nachteiliger
Weise zu Druckschwingungen in Form von Schwebungen sowie Aliasing, die selbst in stationären
Betriebspunkten nicht vollständig ausgeregelt werden können.
[0007] Die herkömmliche Raildruckregelung soll ferner aufgabengemäß an die neu verfügbaren
Hochdruckpumpen, die für jedes Arbeitsspiel einen Volumenstrom stellen können, angepasst
werden.
[0008] Dabei soll eine bestmögliche Regelperformance mit Abweichungen zwischen Soll- und
Istwert von weniger als 2% des aktuellen Sollwerts erreicht werden. Weiterhin soll
Rechenzeit und Codespeicher im Steuergerät eingespart werden, und der Kalibrierungs-
und Absicherungsaufwand soll reduziert sowie eine einfache Anpassung an verschiedene
Pumpenausführungen, Druckregelventilvarianten und Hochdruckkomponenten ermöglicht
werden.
[0009] Insbesondere negativ wirken sich diese Effekte bei modernen Hochdruckpumpen aus,
bei denen das Fördervolumen von einem Förderhub zum nächsten im kompletten Stellbereich
beeinflusst wird. Abhilfe schafft bisher nur eine extrem geringe Kreisverstärkung,
womit der klassische zeitsynchrone Raildruckregler, insbesondere in dynamischen Druckänderungssituationen
dem nachfolgend erläuterten Verfahren gemäß der Erfindung weit unterlegen ist.
[0010] Gemäß den vorhergehenden Ausführungen ist bereits ein Verfahren zum Regeln eines
durch eine Hochdruckpumpe in einem Kraftstoffspeicher bewirkten Raildrucks für ein
Kraftstoffversorgungssystem einer Brennkraftmaschine bekannt, wobei eine kurbelwinkelbezogene
oder nockenwinkelbezogene feste Winkeldifferenz der Brennkraftmaschine zwischen einer
Oberen-Totpunkt-Position eines Zylinderkolbens eines Zylinders der Brennkraftmaschine
und einer Oberen-Totpunkt-Position des Pumpenkolbens der Hochdruckpumpe des Kraftstoffversorgungssystems
bei der Zumessung des Fördervolumens der Hochdruckpumpe berücksichtigt wird.
[0011] Erfindungsgemäß ist jetzt vorgesehen, dass wiederkehrend pumpensynchron je Segment,
das einer Umdrehung einer Kurbelwelle und somit der Bewegung des Pumpenkolbens der
Hochdruckpumpe von der Oberen-Totpunkt-Position des Pumpenkolbens zur nächsten Oberen-Totpunkt-Position
entspricht, eine Diskretisierung einer Regelabweichung des Raildrucks im Kraftstoffspeicher
vorgenommen und von der diskreten Regelabweichung ausgehend eine volumenbezogene diskrete
Volumen-Regeldifferenz, insbesondere zylinderselektiv berechnet wird.
[0012] Erfindungsgemäß wird die diskrete Regelabweichung als Differenz aus dem diskretisierten
Ist-Raildruck und dem diskretisierten Soll-Raildruck, insbesondere zylinderselektiv
berechnet, indem eine diskretisierte Druckinformation eines Raildruck-Sensor des aktiv
erfassten pumpensynchronen Segmentes mit dem diskretisierten Soll-Raildruck des um
ein Arbeitsspiel vorhergehenden pumpensynchronen Segmentes verglichen wird, um die
diskrete, insbesondere zylinderselektive Regeldifferenz zu bestimmen.
[0013] Bevorzugt wird die volumenbezogene diskrete Volumen-Regeldifferenz als Eingangsgröße
einem Regelbaustein für die Hochdruckpumpe und einem Regelbaustein für ein dem Kraftstoffspeicher
zugeordnetes Druckregelventil zugeführt, wobei die diskrete Volumen-Regeldifferenz
mit einem Vorsteuer-Baustein verknüpft wird, wodurch pumpensynchron und insbesondere
zylinderselektiv je Segment die Stellgrößen für die Hochdruckpumpe und das Druckregelventil
in einem Ausgabe-Baustein berechnet und den Stellgliedern der Hochdruckpumpe und des
Druckregelventils zur volumenbasierten und insbesondere zylinderselektiven Einstellung
des Raildrucks zugeführt werden.
[0014] Bevorzugt ist bei der nicht zylinderselektiven Vorgehensweise und der zylinderselektiven
Vorgehensweise vorgesehen, dass die Stellgrößen der Stellglieder der Komponenten zum
Regeln des Raildrucks in dem Kraftstoffspeicher einem Ausgabe-Baustein zugeführt und
in dem Ausgabe-Baustein zur volumenbasierten Einstellung des Raildrucks berechnet
werden, wobei eine Stromerfassung und Stromregelung der Stellglieder auf der Basis
eines Beobachter-Modells durchgeführt wird.
[0015] Bevorzugt ist bei der nicht zylinderselektiven Vorgehensweise vorgesehen, dass die
volumenbezogene diskrete Volumen-Regeldifferenz als Eingangsgröße einem Regelbaustein
für die Hochdruckpumpe und einem Regelbaustein für ein dem Kraftstoffspeicher zugeordnetes
Druckregelventil zugeführt wird, wobei die diskrete Volumen-Regeldifferenz mit einem
Vorsteuer-Baustein verknüpft wird, wodurch pumpensynchron je Segment die Stellgrößen
für die Hochdruckpumpe und das Druckregelventil in einem Ausgabe-Baustein berechnet
und den Stellgliedern der Hochdruckpumpe und des Druckregelventils zur volumenbasierten
Einstellung des Raildrucks zugeführt werden.
[0016] Vorgesehen ist bei der nicht zylinderselektiven Vorgehensweise ferner, dass die diskrete
Regelabweichung als Differenz aus dem diskretisierten Ist-Raildrucks und dem diskretisierten
Soll-Raildruck berechnet wird, indem eine diskretisierte Druckinformation eines Raildruck-Sensor
des aktiv erfassten pumpensynchronen Segmentes mit dem diskretisierten Soll-Raildruck
des um ein Arbeitsspiel vorhergehenden pumpensynchronen Segmentes verglichen wird,
um die diskrete Regeldifferenz zu bestimmen.
[0017] Bei der anderen die Grundkonzeption erweiternden zylinderselektiven Vorgehensweise,
wird die volumenbezogene diskrete Volumen-Regeldifferenz zylinderselektiv berechnet,
indem die volumenbezogene diskrete Volumen-Regeldifferenz als zylinderselektive Eingangsgrößen
einem Regelbaustein für die Hochdruckpumpe und einem Regelbaustein für ein dem Kraftstoffspeicher
zugeordnetes Druckregelventil zugeführt wird, wobei die diskrete Volumen-Regeldifferenz
mit einem Vorsteuer-Baustein verknüpft wird, wodurch pumpensynchron und zylinderselektiv
je Segment die Stellgrößen für die Hochdruckpumpe und das Druckregelventil in einem
Ausgabe-Baustein berechnet und den Stellgliedern der Hochdruckpumpe und des Druckregelventils
zur volumenbasierten zylinderselektiven Einstellung des Raildrucks zugeführt werden.
[0018] Bevorzugt ist bei der zylinderselektiven Vorgehensweise vorgesehen, dass die diskrete
Regelabweichung als Differenz aus dem diskretisierten Ist-Raildrucks und dem diskretisierten
Soll-Raildruck zylinderselektiv berechnet wird, indem eine diskretisierte Druckinformation
eines Raildruck-Sensor des aktiv erfassten pumpensynchronen Segmentes mit dem diskretisierten
Soll-Raildruck, des um ein Arbeitsspiel vorhergehenden pumpensynchronen Segmentes
verglichen wird, um die diskrete zylinderselektive Regeldifferenz zu bestimmen, wie
in der Beschreibung detailliert erläutert ist.
[0019] Erfindungsgemäß wird der Soll-Raildruck zu einem Zeitpunkt diskretisiert wird, der
mit einem Triggerstartsignal festgelegt wird, das wiederkehrend zu Beginn eines pumpensynchronen
Segmentes ausgegeben wird. Vorgesehen ist, dass der Ist-Raildruck innerhalb des durch
das Triggerstartsignal gestarteten Segmentes wiederkehrend erfasst und diskretisiert
wird.
[0020] Dabei ist bevorzugt vorgesehen, dass der Ist-Raildruck, der innerhalb des pumpensynchronen
Segmentes wiederkehrend erfasst wird, als
- in dem Segment maximaler Ist-Raildruck und
- in dem Segment minimaler Ist-Raildruck und
- in dem Segment berechneter Mittelwert
diskretisiert und wahlweise mit dem diskretisierten Soll-Raildruck zur Bestimmung
der diskreten, insbesondere zylinderselektiven Regelabweichung verglichen wird.
[0021] Vorgesehen ist ferner bevorzugt, dass für die Regelung, insbesondere zylinderselektive
Regelung als Ist-Wert der erfasste minimale diskrete Druck oder der erfasste maximale
diskrete Druck oder der diskrete Mittelwert zum Vergleich mit dem diskreten Soll-Raildruck
verwendet wird, wobei je nach Systemanforderung bei einem Druckaufbau der maximale
diskrete Druck und bei einem Druckabbau der minimale diskrete Druck verwendet wird,
um Regelschwingungen, insbesondere zylinderselektiv Regelschwingungen zu reduzieren
beziehungsweise Über- oder Unterschwinger, insbesondere zylinderselektive Über- oder
Unterschwinger zu vermeiden.
[0022] Ein besonderer Aspekt der Erfindung sieht ferner vor, dass die diskrete Regelabweichung
in die volumenstrombasierte diskrete Volumen-Regeldifferenz beziehungsweise volumenstrombasierte
diskrete zylinderselektive Volumen-Regeldifferenz umgerechnet wird, wobei zusätzlich
eine Kraftstoff-Dauerleckage des Hochdrucksystems des Kraftstoffversorgungssystems
durch Addition berücksichtigt wird.
[0023] Die druckbasierte diskretisierte Regelabweichung Δ
PRail beziehungsweise druckbasierte diskretisierte zylinderselektive Regelabweichung Δ
PRail wird in vorteilhafter Weise in eine volumenstrombasierte Volumen-Regeldifferenz ΔV
Rail beziehungsweise volumenstrombasierte zylinderselektive Volumen-Regeldifferenz ΔV
Rail umgerechnet, wobei bei der Umrechnung das druck - und temperaturabhängige spezifische
Elastizitätsmodul E des jeweiligen Kraftstoffs und das Raumvolumen V
H des Kraftstoff-Hochdrucksystems des Kraftstoffversorgungssystems gemäß der Umrechnungsformel

berücksichtigt, insbesondere zylinderselektiv berücksichtigt wird.
[0024] Bei der pumpensynchronen segmentweise wiederkehrenden Umrechnung der druckbasierten
diskreten Regelabweichung, insbesondere zylinderselektiven Regelabweichung in die
volumenbezogene diskrete Volumen-Regeldifferenz, insbesondere zylinderselektive Volumen-Regeldifferenz
werden,
- a) die Kraftstoff-Einspritzmengen der Injektoren, insbesondere zylinderselektiv und
- b) die Kraftstoff-Schaltleckagen der Injektoren, insbesondere zylinderselektiv und
- c) ein Druckänderungswunsch bezüglich des Soll-Raildrucks des Kraftstoffspeichers,
insbesondere zylinderselektiv berücksichtigt,
wobei ferner
- d) die Kraftstoff-Dauerleckage des Hochdrucksystems des Kraftstoffversorgungssystems
durch eine pumpensynchrone segmentweise wiederkehrende separate Umrechnung mit einer
Z-Transformation ermittelt und der volumenbezogenen diskreten Volumen-Regeldifferenz
hinzugefügt wird, beziehungsweise bei zylinderselektiver Vorgehensweise, wird die
Kraftstoff-Dauerleckage den volumenbezogenen diskreten zylinderselektiven Volumen-Regeldifferenzen
anteilig hinzugefügt.
Spezifische zylinderselektive Vorgehensweise:
[0025] Erfindungsgemäß ist es vorgesehen, dass die Injektoren im stationären Betrieb von
Zylinder zu Zylinder dieselben Mengen-Sollwerte erhalten, die zylinderselektiv mit
den Mengenabnahmen aus dem Rail verglichen werden, wobei zylinderselektiv Einspritzmengenfehler
festgestellt werden, die den Injektoren zugeordnet werden, wobei eine Art der Mengenabweichungen
bestimmten Fehlergruppen zugeordnet wird. Die Einspritzmengenfehler werden in vorteilhafter
Weise ursachenabhängig, insbesondere in Abhängigkeit der Höhe, des sich im Soll/Ist-Vergleich
ergebenden Einspritzmengenfehler gruppiert, wobei die Injektoren im Betrieb einer
Fehlergruppe mit einem Injektordefekt, einer Fehlergruppe mit einer alterungsbedingten
Injektordrift oder einer Fehlergruppe mit einer sich ändernden Schaltleckagemenge
zugeordnet werden, wobei die Einspritzmengenfehler innerhalb der zylinderselektiven
Regelung im Regler ermittelt und in vorteilhafter Weise im Einspritzsystem korrigiert
werden und/oder zu einem Austausch des/der jeweiligen Injektors/Injektoren führen.
[0026] Eine Korrektur im Einspritzsystem kann auf verschiedene Art und Weise erfolgen. In
einer bevorzugten Ausgestaltung findet die Korrektur durch Änderung der Injektor-Ansteuerdauer
statt.
[0027] Das nicht zylinderselektive Kraftstoffversorgungssystem (Grundkonzeption) und das
zylinderselektive Kraftstoffversorgungssystem(Erweiterung der Grundkonzeption) unterscheiden
sich hinsichtlich der Bausteine, wie nachfolgend deutlich wird.
[0028] Das dem Verfahren zugehörige Kraftstoffversorgungssystem ist zur Durchführung des
Verfahrens eingerichtet, wobei das Kraftstoffversorgungssystem in der Grundkonzeption
(ohne zylinderselektive Raildruckregelung) zur Ermittlung einer diskreten Eingangsgröße
für einen Regler-Baustein für die Hochdruckpumpe und zur Ermittlung einer diskreten
Eingangsgröße für einen Regler-Baustein für ein dem Kraftstoffspeicher zugeordnetes
Druckregelventil folgende weitere Bausteine umfasst,
- einen Sollwertvorgabe-Baustein des Raildrucks und eine zugehörigen Sollwert-Diskretisierungs-Baustein
und
- einen Istwert-Signalerfassungs-Baustein des Raildrucks und einen Istwert-Diskretisierungs-Baustein,
- sowie einen Regelfehler-Berechnungs-Baustein und
- einen Umrechnungs-Baustein umfasst, der aus einer druckbasierten diskretisieren Regeldifferenz
eine Umrechnung in eine volumenstrombasierte Regeldifferenz vornimmt,
- wobei der Umrechnungs-Baustein mit einer Regler-Zustandsmaschine verknüpft ist, welche
die diskrete Eingangsgröße für den Regler-Baustein der Hochdruckpumpe und die diskreten
Eingangsgröße für den Regler-Baustein des Druckregelventils ausgibt,
- wobei die Regler-Bausteine mit einem Vorsteuer-Baustein verknüpft sind, wodurch mittels
des Vorsteuer-Bausteins und der aufgeschalteten Regler-Bausteine pumpensynchron je
Segment die Stellgrößen für die Hochdruckpumpe und das Druckregelventil einem Ausgabe-Baustein
zugeführt und berechnet werden, und den Stellgliedern der Hochdruckpumpe und des Druckregelventils
zur volumenbasierten Einstellung des Raildrucks zugeführt werden.
[0029] Das dem Verfahren zugehörige Kraftstoffversorgungssystem ist in der Erweiterung der
Grundkonzeption, nämlich mit zylinderselektiver Raildruckregelung zur Durchführung
des Verfahrens erweitert eingerichtet, wobei das Kraftstoffversorgungssystem zu der
Ermittlung der jeweiligen diskreten Eingangsgröße des jeweiligen Zylinders zylinderselektiv
mehrere Regler-Bausteine für die Hochdruckpumpe und zur Ermittlung einer diskreten
Eingangsgröße des jeweiligen Zylinders zylinderselektiv mehrere Regler-Bausteine für
ein dem Kraftstoffspeicher zugeordnetes Druckregelventil folgende weitere Bausteine
umfasst,
- einen Sollwertvorgabe-Baustein des Raildrucks und eine zugehörigen Sollwert-Diskretisierungs-Baustein
und
- einen Istwert-Signalerfassungs-Baustein des Raildruck und einen Istwert-Diskretisierungs-Baustein,
- sowie einen Regelfehler-Berechnungs-Baustein und
- einen Umrechnungs-Baustein umfasst, der aus einer druckbasierten diskretisieren zylinderselektiven
Regeldifferenz eine Umrechnung in eine volumenstrombasierte zylinderselektive Regeldifferenz
vornimmt,
- wobei der Umrechnungs-Baustein mit einer Regler-Zustandsmaschine verknüpft ist, welche
zylinderselektiv die diskrete Eingangsgröße dem jeweiligen Regler-Baustein der Hochdruckpumpe
und zylinderselektiv die diskreten Eingangsgröße dem jeweiligen Regler-Baustein des
Druckregelventils ausgibt,
- wobei die Regler-Bausteine jeweils zylinderselektiv mit einem Vorsteuer-Baustein verknüpft
sind, wodurch mittels des Vorsteuer-Bausteins und der aufgeschalteten zylinderselektiven
Regler-Bausteine pumpensynchron je Segment die Stellgrößen für die Hochdruckpumpe
und das Druckregelventil einem Ausgabe-Baustein zugeführt und berechnet werden, und
den Stellgliedern der Hochdruckpumpe und des Druckregelventils zur volumenbasierten
zylinderselektiven Einstellung des Raildrucks zugeführt werden.
[0030] Ein noch weiterer Aspekt der Erfindung besteht darin, dass das Kraftstoffversorgungssystem
einen Beobachter-Baustein umfasst, der eine Signalverarbeitungskette zur Stromerfassung
und Stromregelung der Stellglieder des Kraftstoffversorgungssystem beobachtet, wie
in der Beschreibung ebenfalls detailliert ist.
[0031] In vorteilhafter Weise wird die Brennkraftmaschine mit einem beliebigen flüssigen
Kraftstoff oder Kraftstoffgemisch betrieben, wodurch sich in vorteilhafter Weise die
Linearisierung der Umrechnung von Druckdifferenz in Volumenstromdifferenz durch ein
physikalisch anderes Elastizitätsmodul an den jeweiligen Kraftstoff anpassen lässt.
Dadurch ist das erläuterte Verfahren und die Ausgestaltung des Kraftstoffversorgungssystems
nicht nur für Dieselmotoren, die insbesondere als Common-Rail Dieselmotoren ausgeführt
sind, sondern auch für Ottomotoren, die ein ottomotorisches - fremdgezündetes - Brennverfahren
verwenden, anwendbar und einsetzbar.
[0032] Die Erfindung wird nachfolgend anhand der zugehörigen Zeichnungen erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- eine schematische Darstellung eines Kraftstoffversorgungssystems, das mit einer volumenstrombasierten
pumpensynchronen Regelstruktur, insbesondere volumenstrombasierten pumpensynchronen
und zylinderselektiven Regelstruktur zur Raildruckregelung gemäß dem erfindungsgemäßen
Verfahren betrieben wird;
- Figur 2A
- die volumenstrombasierte pumpensynchrone Regelstruktur zur Raildruckregelung, die
in einem elektronischen Steuergerät mit einem Mikroprozessor abgelegt und zur Ausführung
des erfindungsgemäßen Verfahrens eingerichtet ist;
- Figur 2B
- die volumenstrombasierte pumpensynchrone und zylinderselektive Regelstruktur zur Raildruckregelung,
die in einem elektronischen Steuergerät mit einem Mikroprozessor abgelegt und zur
Ausführung des erfindungsgemäßen Verfahrens eingerichtet ist;
- Figur 3
- die erfindungsgemäße volumenstrombasierte pumpensynchrone Regelstruktur zur Raildruckregelung
gemäß Figur 2A oder die erfindungsgemäße volumenstrombasierte pumpensynchrone und
zylinderselektive Regelstruktur zur Raildruckregelung gemäß Figur 2B mit Stromerfassung
und Stromregelung der Stellglieder der Raildruckregelung weiter erfindungsgemäß auf
der Basis eines Beobachter-Modells.
[0033] Die Figur 1 zeigt ein Kraftstoffversorgungssystem 100, das mit einer volumenstrombasierten
pumpensynchronen, insbesondere zylinderselektiven Raildruckregelung gemäß den Figur
2A und 2B betrieben wird.
[0034] Eine Hochdruckpumpe 1 wird von einer Vorförderpumpe 2 über eine Niederdruckleitung
2.1 mit Kraftstoff aus einem Kraftstofftank 3 versorgt. In der Niederdruckleitung
2.1 ist eine Filtereinheit 5 und ein Duo-Sensor 6, der Druck p6 und Temperatur T6
vor der Hochdruckpumpe 1 in der Niederdruckleitung 2.1 misst, angeordnet.
[0035] Über eine Hochdruckleitung 1.4 pumpt die Hochdruckpumpe 1 Kraftstoff in einen Kraftstoffspeicher,
insbesondere in ein Kraftstoff-Rail 4. Das Kraftstoff-Rail 4 umfasst einen Raildruck-Sensor
7, der den Raildruck p7 im Kraftstoff-Rail 4 erfasst.
[0036] Das Kraftstoff-Rail 4 umfasst ferner ein Druckregelventil 8, welches innerhalb des
Verfahrens einen vorgebbaren Volumenstrom V8 über eine Rücklaufleitung 8.2.1 in die
Niederdruckleitung 2.1 aus dem Kraftstoff-Rail 4 absteuert.
[0037] Zwischen dem Kraftstoff-Rail 4 und den Injektoren 9n; (n = 1, 2, 3...) 91, 92, 93,
94 sind die Injektorleitungen 4.9 dargestellt, über welche die Injektoren 9n mit Kraftstoff
versorgt werden.
[0038] Die Injektoren 9n weisen Leckageleitungen auf, die in eine gemeinsame Rücklaufleitung
9.3 münden. Die Rücklaufleitung 9.3 mündet in eine Hochdruckpumpen-Rücklaufleitung
1.3 der Hochdruckpumpe 1, die zum Kraftstofftank 3 zurückführt.
[0039] Ein Steuergerät S1, insbesondere ein Motorsteuergerät ist über Steuerleitungen (ohne
Bezugszeichen) direkt mit dem Duo-Sensor 6, der Hochdruckpumpe 1, dem Druckregelventil
8, dem Raildruck-Sensor 7 und den Injektoren 91, 92, 93, 94 und im Ausführungsbeispiel
indirekt über ein Steuergerät S2 mit der als Niederdruckpumpe ausgelegten Vorförderpumpe
2 verbunden.
[0040] Die Figur 2A zeigt die volumenstrombasierte pumpensynchrone Regelstruktur zur Raildruckregelung
in der Grundkonzeption, die in einem elektronischen Steuergerät, insbesondere dem
Steuergerät S1 abgelegt ist, das zur Ausführung eines der oben vorgestellten Verfahren
eingerichtet ist. Das Steuergerät S1 und das Steuergerät S2 werden über ein Computerprogramm
zur Ausführung des Verfahrens betrieben, wobei auf dem Computer ein maschinenlesbares
Speichermedium mit dem darauf aufgezeichneten Computerprogramm vorgesehen sind.
[0041] Die volumenstrombasierte pumpensynchrone Regelstruktur zur Raildruckregelung wird
anhand der Figur 2A nachfolgend detailliert erläutert.
[0042] Die Grundidee des nachfolgend erläuterten Verfahrens für die zukünftigen Dieselmotoren,
die als Common-Rail Dieselmotoren ausgeführt sind, besteht darin, dass ein benötigter
Raildruck bis zu 2700 bar mit der Hochdruckpumpe 1 durch einen vorgebbaren Volumenstrom
im Rail 4 erzeugt wird.
[0043] Bei positiver Mengenbilanz, das heißt ansteigendem Volumenstrom im Rail 4 steigt
der Druck im Rail 4 an. Der Raildruck-Sensor 7 gibt dem Regelkreis bestehend aus einem
Vorsteuerungs-Modell, einem Regler und einem Stellglied der Hochdruckpumpe 1 die entsprechende
Druckinformation.
[0044] Die Eingangsgröße des Verfahrens zum Betrieb des erfindungsgemäßen Kraftstoffversorgungssystems
100 ist erfindungsgemäß ein bestimmter Volumenstrom, welcher der Hochdruckpumpe 1
zugeführt oder durch das Druckregelventil 8 abgeführt wird.
[0045] Der Gegenstand der Erfindung besteht somit darin, dass die komplette Hochdruckregelung
mithin die Raildruck-Hochdruckregelung innerhalb des Rails 4 des Kraftstoffversorgungssystems
100, von einer zeitbasierten zyklischen Berechnung eines Raildruckreglers zur Regelung
des Raildrucks im Rail 4 auf eine an das Motorsegment der Brennkraftmaschine angelehnte
volumenstrombasierte und pumpensynchrone diskrete Berechnung zur Raildruckregelung
(in einem Zweisteller-Konzept Druckregelventil-Ansteuerung und Hochdruckpumpen-Ansteuerung)
umgestellt wird.
[0046] Dazu ist es erfindungsgemäß notwendig, die zu beachtenden Volumenströme und das zugehörige
Modell der erfindungsgemäßen Regelstruktur diskret zu beschreiben.
[0047] Dazu wird die Druckinformation p7
Ist vom Raildruck-Sensor 7 eines motorsynchronen/pumpensynchronen Segmentes mit dem Soll-Raildruck
p7
Soll des vorhergehenden motorsynchronen/pumpensynchronen Segmentes (man spricht von dem
verzögerten Soll-Raildruck) verglichen, um die diskrete Regelabweichung Δp7 zu bestimmen.
[0048] Diese Druckdifferenz Δp7 wird über das Elastizitätsmodul E des Kraftstoffs und über
die mittels des Duo-Sensors 6 ermittelte Kraftstofftemperatur T6 in eine Volumendifferenz
umgerechnet und als Eingangsgröße ΔV
Rail in einer Regelstrecke verarbeitet.
[0049] Diese Volumendifferenz ΔV
Rail wird mithilfe der digitalen Zumesseinheit (nicht dargestellt), die bevorzugt im Pumpenraum
der Hochdruckpumpe 1 angeordnet ist oder durch Ansteuerung des Druckregelventils 8
als Eingangsgröße der Regelstrecke zugeführt und die Steller der Hochdruckpumpe 1
oder des Druckregelventils 8 werden angesteuert, wobei die Diskretisierung, das heißt
die Berechnung Volumendifferenz ΔV
Rail für jedes Motorsegment pumpensynchron variiert werden kann.
[0050] Dazu wird eine Volumenbilanz erstellt, die physikalisch den sich einstellenden Druck
p7
Ist im Rail 4 beschreibt.
[0051] Bei der Volumenbilanz der volumenstrombasierten segmentsynchronen Berechnung, wird
von einem volumenkonstanten Raumvolumen V
H des Hochdrucksystems ausgegangen, in dem sich druckabhängig eine bestimmtes Volumen
an Kraftstoff befindet, der grundsätzlich über die Hochdruckpumpe 1 zugeführt und
über das Druckregelventil 1 abgeführt wird.
[0052] Das Raumvolumen V
H des Hochdrucksystem des Kraftstoffversorgungssystems 100 umfasst das Raumvolumen
des Rails 4, das Raumvolumen der Injektorleitungen 4.9 zu den Injektoren 9n, das Raumvolumen
in den Injektoren 9n bis zur Drosselstelle innerhalb der Injektoren 9n, die Zuleitung
1.4 der Hochdruckpumpe 1 zum Rail 4 ab dem Rückschlagventil in der Zuleitung 4.9 und
das Totvolumen der Hochdruckpumpe 1 (Totvolumen = Raumvolumen zwischen OT des Kolbens
der Hochdruckpumpe 1 und dem Rückschlagventil in der Zuleitung zum Rail 4).
[0053] Ausgehend von dem Raumvolumen V
H des Hochdrucksystems des Kraftstoffversorgungssystems 100 wird aus dem Hochdrucksystem
segmentsynchron ein Gesamt-Volumen V
Ges-Ab abgenommen, welches sich insgesamt
- a) aus den Kraftstoff-Einspritzmengen V9n über die Injektoren 91, 92, 93, 94 und
- b) den Kraftstoff-Schaltleckagen VSLeck der Injektoren 91, 92, 93, 94 sowie der
- c) der Kraftstoff-Dauerleckage VDLeck des Hochdrucksystems des Kraftstoffversorgungssystems 100
zusammensetzt.
[0054] Die Volumina a) und b) werden eventbezogen abgenommen, während c) die Kraftstoff-Dauerleckage
V
DLeck des Hochdrucksystems über eine Z-Transformation diskretisiert wird. Das heißt, es
findet eine Umrechnung der zeitlich nicht eventbezogenen Dauerleckage V
DLeck des Hochdrucksystems in ein eventbezogenes segmentsynchrones diskretes Volumen statt.
Mit anderen Worten, es findet eine eventbezogene Diskretisierung der Dauerleckage
V
DLeck des Hochdrucksystems statt, sodass die Volumina a), b), c) entsprechend als aus dem
Hochdrucksystems als abgenommenes Gesamt-Volumen V
Ges-Ab addiert werden können.
[0055] Hinzu kommt d) der sogenannte Last- und/oder drehzahlabhängige Änderungswunsch des
Raildrucks, der sogenannte Druckänderungswunsch (auch als dynamischer Volumenstromanteil
bezeichnet) innerhalb des Rails 4, der durch Zuführung von Kraftstoffvolumen (Druckerhöhung)
über die Hochdruckpumpe 1 als V
Δp-Rail-Vorgabe oder durch Abführung von Kraftstoffvolumen (Druckabsenkung) über das Druckregelventil
8 innerhalb der Volumenbilanz als V
Δp-Rail-Vorgabe berücksichtigt wird.
[0056] Je nachdem, ob der Druckänderungswunsch eine Druckerhöhung oder Druckabsenkung betrifft,
wird
- bei einer Druckerhöhung ein segmentsynchrones Volumen VZu zu dem Gesamt-Volumen VGes-Ab addiert oder
- bei einer Druckabsenkung wird ein segmentsynchrones Volumen VGes-Ab von dem Gesamt-Volumen VGes-Ab subtrahiert
[0057] Die Hochdruckpumpe 1 weist in bekannter Weise und vorteilhafter Weise eine feste
Zuordnung des Pumpen-OT segmentsynchron/zylindersynchron alle 180° Kurbelwinkel der
Brennkraftmaschine zu den Zylinderkolben-OT's der Zylinderkolben (nicht dargestellt)
der Brennkraftmaschine auf, wobei die Motordrehzahl mit der Hochdruckpumpendrehzahl
übereinstimmt. Zwischen dem Pumpen-OT und den Zylinderkolben-OT's kann ein gewisser
fester Offset vorhanden sein, der jedoch bekannt ist und bei der festen Zuordnung
entsprechend berücksichtigt werden kann.
[0058] Diese feste Zuordnung ermöglicht es die volumenstrombasierte und pumpensynchrone
diskrete Berechnung zur Raildruckregelung auf diese Synchronität zu stützen und zu
diskretisieren. Das heißt, man gewinnt nur eine diskrete Teilmenge aus einer kontinuierlichen
Daten- oder Informationsmenge, wodurch eine Vereinfachung bei der Berechnung der Größen
innerhalb der Regelstrecke erreicht wird.
[0059] Die erfindungsgemäße Berechnung erfolgt über ein Triggerstartsignal nsync (vergleiche
Figuren 2A und 2B und Figur 3), wobei die Berechnung segmentsynchron/zylindersynchron
alle 180° Kurbelwinkel durchgeführt wird, wobei die Berechnung der Größen der Regelstrecke
für jeden der Zylinder beziehungsweise der zugehörigen Injektoren 9n, welche in dies
Zylinder einspritzen getrennt durchgeführt wird.
[0060] Gemäß der Figur 2A umfasst die volumenstrombasierte pumpensynchrone Regelstruktur
zur Raildruckregelung der Hochdruckpumpe 1 einen Signalerfassung-Baustein B1 zur Signalerfassung
des Raildrucks p7 mittels des Raildruck-Sensors 7.
[0061] Erfindungsgemäß erfolgt die Erfassung des Raildrucks p7 zeitsynchron innerhalb des
Bausteins B1 zur Signalerfassung des Raildrucks p7 in einem Messraster in ms-Schritten,
wobei innerhalb des Segmentes innerhalb des Bausteins B2, der als Istwert-Diskretisierungs-Baustein
bezeichnet wird, segmentsynchron diskret ein Ist-Wert p7
Isl als minimaler Druck p
7Ist-min und als maximaler Druck p
7Ist-max erfasst und abgespeichert werden, wobei aus diesen Drücken p
7Ist-min, p
7lst-max ferner als Ist-Wert p7
lsl ein Mittelwert p7
Ist-50% der Drücke P
7Ist-min, p
7lst-max innerhalb des Segmentes berechnet und ebenfalls abgespeichert wird.
[0062] Gemäß der Figur 2A umfasst die volumenstrombasierte pumpensynchrone Regelstruktur
zur Raildruckregelung der Hochdruckpumpe 1 einen Sollwertvorgabe-Baustein A1 zur Sollwertvorgabe
des Raildrucks p7
Soll die in Form von Kennfelddaten im Computerprogram des Motorsteuergerätes abgelegt
sind, der aus dem jeweiligen applizierten Brennverfahren rührt und vorgegeben ist.
[0063] Dieser Soll-Raildruck p7
Soll wird von einem derzeitigen beliebigen Vorgabe Zeitraster erfindungsgemäß ebenfalls
diskretisiert, das heißt es erfolgt eine Umrechnung aus den Zeit"scheiben" in die
Segment"scheibe", zum Zeitpunkt nsync dem (Triggerstartsignal), das heißt mit Beginn
der Berechnung.
[0064] Das heißt explizit, dass der erste in der Segmentscheibe vorliegende Wert innerhalb
des Zeitrasters als Soll-Raildruck p7
Soll "eingefroren" und somit diskretisiert wird. Diese Diskretisierung findet im Sollwert-Diskretisierungs-Baustein
A2 statt.
[0065] Dadurch, dass Soll-Raildruck p7
Soll zum Zeitpunkt nsync mit dem Beginn einer Zeitscheibe des Segmentes "eingefroren"
wird, liegt, der aus dem vorhergehenden Segment gewünschte Soll-Raildruck p7
Soll (Ende des vorhergehendes Segmentes = Start nächstes Segment zum Zeitpunkt nsync)
diskretisiert vor, und wird mit der Druckinformation p7
Ist vom Raildruck-Sensor 7 aus dem aktuellen, das heißt dem nachfolgenden Segment innerhalb
eines Arbeitsspieles diskretisiert und verglichen, wodurch eine diskrete Regelabweichung
Δp7 je Segment (segmentsynchron) bestimmt werden kann. Diese Vorgehensweise ist notwendig,
weil das System stets einen zeitlichen Verzug aufweist. Der Stellwert einer Vorsteuerung
erzeugt eine Volumenstromerhöhung in das Rail nachdem die Pumpe gefördert hat. Deshalb
wird der zur Differenzbildung herangezogene Sollwert p7
Soll um genau ein Arbeitsspiel verzögert und mit dem Ist-Wert p7
lsl des darauffolgenden Arbeitsspieles verglichen.
[0066] Wie oben erläutert steht als diskreter Ist-Wert p7
lsl der minimale Druck p
7min oder der maximale ruck p
7max oder der Mittelwert p7
50% zur Verfügung.
[0067] In vorteilhafter Weise besteht innerhalb der Regelung die Möglichkeit (Auswahl mehrerer
diskreter Signale aus dem Sollwert-Diskretisierungs-Baustein A2) für die Regelung
als Ist-Wert p7
Ist den minimalen diskreten Druck p
7Ist-min oder den maximalen diskreten Druck p
7lst-max oder den diskreten Mittelwert p7
lst-50% zu verwenden, um den gewählten Wert mit dem diskreten Soll-Raildruck p7
Soll zu vergleichen, wodurch je nach Systemanforderung bei einem Druckaufbau der Wert
p
7lst-max und bei einem Druckabbau der Wert p7
Ist-min verwendet wird, um Regelschwingungen zu reduzieren beziehungsweise Über- oder Unterschwinger
zu vermeiden.
[0068] Die entsprechende druckbezogene Berechnung erfolgt im Regelfehler-Berechnungs-Baustein
A2/B2 (vergleiche Figur 2A) in den die diskretisierten Soll-Raildruck-Werte p7
Soll und die diskretisierten Ist-Raildruck-Werte p7
lsl eingehen und segmentsynchron verglichen und als Regelfehler berechnet ausgegeben
und abgespeichert werden.
[0069] An dieser Stelle der Regelfehler-Berechnung erfolgt weiter erfindungsgemäß in einem
Umrechnungs-Baustein A2', B2' aus der druckbasierten diskretisieren Regelabweichung
Δp7 = Δp
Rail eine Umrechnung in eine volumenstrombasierte Regeldifferenz ΔV
Rail, das heißt eine Volumenstromdifferenz unter Auflösung einer Differentialgleichung,
wobei E das druck- und temperaturabhängige spezifische Elastizitätsmodul des jeweiligen
Kraftstoffs ist und V
H, wie zuvor erläutert, das Raumvolumen des Kraftstoff-Hochdrucksystems des Kraftstoffversorgungssystems
100 sind.

[0070] Diese Umrechnung in den segmentsynchronen Volumenfehler ΔV
Rail hat den Vorteil, dass die nichtlinearen Kraftstoffeigenschaften des Kraftstoffs bei
der Regelung berücksichtigt werden.
[0071] Die nichtlinearen Eigenschaften des Kraftstoffs hinsichtlich Druck und Temperatur
und Kompressibilität werden in druckbasierten Systemen nicht abgebildet, worin ein
wesentlicher Vorteil des vorliegenden Verfahrens zu sehen ist, da diese Nichtlinearitäten
durch die Umrechnung in den segmentsynchronen Volumenfehler ΔV
Rail berücksichtigt werden.
[0072] Dadurch ist eine exakte Versteuerung und Regelung mit geringsten Regelfehlern auch
in hochdynamischen Fahrsituationen möglich, wodurch sich entscheidende Vorteile hinsichtlich
Brennstabilität und Emissionen ergeben.
[0073] Als Zwischenzusammenfassung liegt somit gegenüber dem Stand der Technik eine Änderung
in der Erfassung der Größen durch die Segmentierung in den Bausteinen A1, B1 und die
Diskretisierung in den Bausteinen A2, B2 und eine Umrechnung von druckbasierten Größen
auf volumenstrombasierte Größen in den Bausteinen A2/B2 sowie A2'/B2' vor.
[0074] Als Eingangsgröße für einen Regler-Baustein C, C1, C8 steht somit durch die Merkmale
der beschriebenen Grundkonzeption eine diskrete Volumen Regeldifferenz ΔV
Rail zur Verfügung, die direkt für die volumenstrombasierenden Stellglieder E1, E8 (Hochdruckpumpe
1 und Druckregelventil 8) verwendet wird.
[0075] Auf die Erweiterung der Grundkonzeption, die "Zylinderselektive Regelung" wird nachfolgend
noch unter der gleichlautenden Teilüberschrift noch detailliert eingegangen.
[0076] Der Regler-Baustein C, C1, C8 umfasst als Teil-Baustein eine Regler-Zustandsmaschine
C, die je nach Anforderung den Druck volumenstrombasierend/volumenstrombasiert, das
heißt in Abhängigkeit der diskreten im Umrechnungs-Baustein A2'/B2' ermittelten Volumen-Regeldifferenz
ΔV
Rail erhöht oder verringert, und die darüber entscheidet, ob eine Regeleingriff über einen
PID-Regler-Baustein C1 der Hochruckpumpe 1 (vergleiche Figur 2A) "druckerhöhend" oder
über einen PID-Regler-Baustein C8 des Druckregelventils 8 "druckerniedrigend" erfolgen
soll.
[0077] Die Struktur umfasst zudem gemäß Figur 2A einen Vorsteuer-Volumenstromwert-Baustein
D als Störungsregler für die segmentsynchrone volumenstrombasierte Vorsteuerung (Führungsgröße
mit Störgrößenkompensation) des Kraftstoffversorgungssystem, dessen Führungsgröße
mit dem PID-Regler-Baustein C1 der Hochruckpumpe 1 und dem PID-Regler-Baustein C8
des Druckregelventils 8 zusammengeführt ist, sodass die PID-Regler-Bausteine C1, C8
nur die Regelschwankungen des Kraftstoffversorgungssystems ausgleichen müssen.
[0078] Dem Vorsteuer-Volumenstromwert-Baustein D gehen als Vorsteuergrößen die unter a)
bis d) genannten segmentsynchronen Volumenströmen in Addition zu, sodass in dem Vorsteuer-Volumenstromwert-Baustein
D bereits die Führung der Regelstrecke gewährleistet ist.
[0079] Die durch die PID-Regler-Bausteine C1, C8 ausgeregelten Werte des Störungsreglers
des Vorsteuer-Volumenstromwert-Bausteins D werden (vergleiche Figur 2) einem Ausgabe-Baustein
E zugeführt, der die Stellglieder E1 und E8 der Hochdruckpumpe 1 und des Druckregelventils
8 elektrisch ansteuert und die Stellglieder E1 und E8 nach Bedarf über die Regelstrecke
pumpensegmentsynchron volumenbasiert verstellt.
Erweiterung "Zylinderselektive Regelung":
[0080] Erfindungsgemäß wird die zuvor hinsichtlich der Grundkonzeption erläuterte Raildruckregelung
auf eine sogenannte "Zylinderselektive Regelung" erweitert, wie nachfolgend anhand
der Figur 2B erläutert wird.
[0081] Dazu wird für jeden Zylinder, n = Anzahl der Zylinder beziehungsweise der zugehörigen
Injektoren 9n (vergleiche Figur 1) eine separate zylinderselektive Regelabweichung
ΔV
Rail, insbesondere ein Proportional-Anteil und/oder ein Integrator-Anteil und/oder ein
Differential-Anteil berechnet und gemäß der zylinderselektive Regelabweichung ΔV
Rail werden die Stellwerte E1, E8 Zylinder für Zylinder beziehungsweise Injektor für Injektor
9n beziehungsweise Einspritzevent für Einspritzevent segmentsynchron selektiert und
wie zuvor erläutert volumenstrombasiert für die Hochdruckpumpe 1 oder das Druckregelventil
8 ausgegeben.
[0082] Da die Injektoren 9n im stationären Betrieb von Zylinder zu Zylinder dieselben Mengen-Sollwerte
erhalten, sich aber durch Injektorstreuungen unterschiedliche Mengenabnahmen V
9n aus dem Rail 4 ergeben, zeigen erfindungsgemäß beispielsweise die einzelnen Integrator-Anteile
der zylinderselektiven Regler C1
n, C8
n die Mengenabweichungen zwischen den Injektoren 9
n, denen verschiedene Ursachen zugrunde liegen können. In Abhängigkeit der Art der
Mengenabweichungen können die Ursachen mit großer Wahrscheinlichkeit bestimmten Fehlergruppen
zugeordnet werden.
[0083] Gemäß Figur 2A steht als Eingangsgröße für einen Regler-Baustein C, C1, C8 somit
in der erfindungsgemäßen Grundkonzeption eine diskrete Volumen-Regeldifferenz ΔV
Rail zur Verfügung, die direkt für die volumenstrombasierenden Stellglieder E1, E8 (Hochdruckpumpe
1 und Druckregelventil 8) verwendet wird, wobei segmentsynchron für jeden Zylinder
beziehungsweise Injektor 9n "nur eine" Regelstruktur wiederholend genutzt wird. Auf
eine Erweiterung, die sogenannte "Zylinderselektive Regelung" bei der mehrere Regelstruktur
zylinderselektiv (vergleiche Figur 2B) genutzt werden, wird nachfolgend weiter detailliert
erläutert.
[0084] Analog zu der Grundkonzeption steht als Eingangsgröße für mehrere (n) Regler-Bausteine
C1n, C8n eine segmentsynchrone diskrete Volumen-Regeldifferenz ΔV
Rail zur Verfügung, die gemäß der Erweiterung "zylinderselektiv" direkt für die volumenstrombasierenden
Stellglieder E1, E8 (Hochdruckpumpe 1 und Druckregelventil 8) verwendet wird.
[0085] Je Zylinder beziehungsweise Injektor 9n stehen als Teil-Bausteine, die einer Regler-Zustandsmaschine
C zugeordnet sind, mehrere Regler-Bausteine C1n (im Ausführungsbeispiel n = 4; C11,
C12, C13, C14), C8n (im Ausführungsbeispiel n = 4; C81, C82, C83, C84) zur Verfügung,
die je nach segmentweise Anforderung den Druck volumenstrombasierend/volumenstrombasiert,
das heißt in Abhängigkeit der im Umrechnungs-Baustein A2'/B2' ermittelten diskreten
Volumen-Regeldifferenz ΔV
Rail erhöhen oder verringern, wobei die Regler-Zustandsmaschine C darüber entscheidet,
ob die Regeleingriffe segmentsynchron über mehrere PID-Regler-Bausteine C1n der Hochruckpumpe
1 (vergleiche Figur 2B) "druckerhöhend" oder über mehrere PID-Regler-Bausteine C8n
des Druckregelventils 8 "druckerniedrigend" in zylinderselektiver Weise erfolgen sollen.
[0086] Die Struktur umfasst zudem gemäß Figur 2B einen Vorsteuer-Volumenstromwert-Baustein
D als Störungsregler für die segmentsynchrone volumenstrombasierte Vorsteuerung (Führungsgröße
mit Störgrößenkompensation) des Kraftstoffversorgungssystem 100, dessen Führungsgröße
mit dem PID-Regler-Bausteinen C1n der Hochruckpumpe 1 und dem PID-Regler-Bausteinen
C8n des Druckregelventils 8 zusammengeführt ist, sodass die PID-Regler-Bausteine C1n,
C8n nur die Regelschwankungen des Kraftstoffversorgungssystems ausgleichen müssen.
Hierdurch ergeben sich folgende Effekte:
[0087] Die Hochdruckregelung kann durch die zylinderselektive Regelung jetzt - in Erweiterung
der Grundkonzeption - zylinderselektiv geführt werden, das heißt jedem Zylinder beziehungsweise
jedem Einspritzvorgang wird zylinderselektiv eine angepasste zylinderselektiv korrigierte
Stellgröße als Stellgliedausgabe E1 der Hochdruckpumpe 1 oder Stellgliedausgabe E8
des Druckregelventils 8 ausgegeben.
[0088] Mit anderen Worten, die jeweiligen PID-Regler-Bausteine C1n, C8n können jeder für
sich ausgewertet separat kalibriert werden. Die Auswertung der im Ausführungsbeispiel
vier einzelnen PID-Regler-Bausteine C1n oder C8n, das heißt der Vergleich, der im
stationären Betrieb beispielsweise unterschiedlichen Integrator-Anteile und Proportional-Anteile
lässt in vorteilhafter Weise eine zylinderbezogene beziehungsweise injektorbezogene
Fehleranalyse und Ursacheneingruppierung zu, wobei einerseits eine einfache Diagnosefunktion
(OnBoard-Diagnose ohne Ausbau) oder eine Diagnosefunktion (OnBoard-Diagnose ohne Ausbau)
mit einer Korrekturfunktion vorgesehen ist.
[0089] Beispielsweise kann über die Diagnosefunktion eine bestimmter zylinderbezogener beziehungsweise
injektorbezogener Fehler bis zu einem vorgebbaren Schwellwert zugelassen werden und
erst nach Überschreitendes Schwellwert erfolgt eine zylinderbezogene beziehungsweise
injektorbezogene Fehlerkorrektur.
[0090] Es besteht erfindungsgemäß insbesondere die Möglichkeit die Einspritzmengenfehler
ursachenabhängig zu gruppieren, wobei die Injektoren 9n beispielsweise im Betrieb
einer Fehlergruppe mit einem Injektordefekt (OnBoard-Diagnose eines Injektordefektes
ohne Ausbau), oder einer andere Fehlergruppe mit einer alterungsbedingten Injektordrift
(OnBoard-Diagnose der Injektordrift ohne Ausbau) oder einer anderen Fehlergruppe mit
einer sich ändernden Schaltleckagemenge V
SLeck (OnBoard-Diagnose einer zu hohen Schaltleckage ohne Ausbau) zugeordnet werden können,
wobei die Einspritzmengenfehler in vorteilhafter Weise innerhalb der OnBoard-Diagnose
zu einem Austausch des defekten Injektors 9n aufrufen oder innerhalb der zylinderselektiven
Regelung berücksichtigt und korrigiert werden können.
[0091] Zudem können generell die zylinderselektiven Regelungsinformationen, das heißt die
individualen Einspritzmengenfehler der einzelnen Injektoren 9n adaptiert werden und
zur Verbesserung der Vorsteuerung D der Injektoren 9n genutzt werden.
[0092] Die jeweilige zylinderselektive Regelgröße C1n, C8n kann ferner in vorteilhafter
Weise in eine andere Führungsgröße umgerechnet werden, wobei insbesondere an das innere
Motormoment der jeweiligen Zylinder gedacht wird, sodass durch Unterstützung der zylinderselektiven
Raildruckregelung eine zylinderselektive momentenabhängige Regelung ermöglicht wird,
bei der die zylinderselektiven Regelungsinformationen insbesondere für die Momenten-Zylindergleichstellung
genutzt werden können, indem beispielsweise einem zylinderselektiven Momenten-Regler
ein entsprechender Vorsteuerwert aus der zylinderselektiven Raildruckregelung übergeben
wird.
Erweiterung "Stromerfassung und Stromregelung der Stellglieder":
[0093] Ein weiterer Aspekt der Erfindung besteht darin, dass die Hochdruckregelung bei der
beschriebenen nichtzylinderselektiven Regelung oder bei der beschriebenen zylinderselektiven
Regelung eine angepasste korrigierte Stellgröße in einer Stellgliedausgabe E1 der
Hochdruckpumpe 1 oder in einer Stellgliedausgabe E8 des Druckregelventils 8 ausgibt.
[0094] Um die erfindungsgemäßen Vorteile der nichtzylinderselektiven Regelung oder der beschriebenen
zylinderselektiven Regelung ohne Systemschwäche im Bereich der Stromerfassung und
Stromregelung des Druckregelventils 8 und der Hochdruckpumpe 1 in vollem Umfang nutzen
zu können, wird nachfolgend ein Verfahren zur verbesserten Stromregelung mittels eines
Beobachter-Modells für eine Raildruckregelung mit einem Druckregelventil 8 und/oder
einer Hochdruckpumpe 1 erläutert.
[0095] Bisher werden Stromregelungen von Komponenten, insbesondere Hochdruck-Komponenten
in der Automobilindustrie durch Pulsweitenmodulation (PWM) eines schnellen Schalters
im Motorsteuergerät realisiert. Durch die PWM-Modulation stellt sich ein mittlerer
Strom im Stellglied ein, der für eine Stromregelung mit einem analog zu digital Umsetzer
(AD-Umsetzer) gemessen wird um diesen dann einem Regler als Ist-Größe bereitzustellen.
Der gemessene Strom enthält durch die PWM-Modulation Frequenzen/Oszillationen die
einem Vielfachen der PWM-Grundfrequenz entsprechen. Um den Strom fehlerfrei erfassen
zu können gibt es zwei etablierte Verfahren.
[0096] Man unterscheidet in "PWM-synchrone Stromerfassungssysteme" und "Zeitsynchrone Stromerfassungssysteme".
[0097] PWM-synchrone Stromerfassungssysteme, bei denen ein Hardware-Filter mit hoher Grenzfrequenz
zur Eliminierung hochfrequenter Störungen zum Einsatz kommt, haben folgende Nachteile:
Es kann keine mittelwertfreie Erfassung durchgeführt werden. Es erfolgt eine Abtastung
die im Frequenzbereich des HW-Filters liegt mit hoher CPU-Last da die Abtastfrequenz
an die PWM Grundfrequenz gekoppelt ist. Bei kleinen PWM-Tastverhältnissen kann es
durch Aliasfehler zu Unterabtastungen kommen was zu einer Mittwertverschiebung führt.
Das Verfahren wird daher selten angewendet.
[0098] Zeitsynchrone Stromerfassungssysteme, bei denen ein HW-Filter mit geringer Grenzfrequenz
zur Glättung der PWM-Oszillation auf dem Stromsignal zum Einsatz kommt, haben folgende
Nachteile: Durch die geringe Grenzfrequenz und hohe Filterzeitkonstante weisen diese
HW-Filter eine hohe Phasenverschiebung auf. Die Regleranpassung muss an einen relativ
langsamen HW-Filter erfolgen. Die zeitsynchronen Stromerfassungssysteme weisen ferner
bei Störungen ein schlechtes Regelverhalten auf, weil der Ist-Wert durch die langsame
HW-Filterung verzögert den Regler erreicht.
[0099] Generell wird bei den Stromerfassungssystemen mithilfe eines Messwiderstands der
Spannungsabfall über dem Messwiderstand benutzt um den Strom in dem Stellglied zu
bestimmen. Dieser Wert wird mittels eines AD-Umsetzers zyklisch erfasst und der Stromregelung
als Ist-Wert bereitgestellt. In einer geschlossenen Regelschleife wird auf diesen
Strommesswert geregelt. Für die Abtastung muss dieser Messwert vor dem Analog/Digital
Umsetzer mittels analogem Hardware (HW)-Tiefpass-Filter mit einer entsprechend festzulegenden
Grenzfrequenz (üblicherweise zwischen 10Hz und 50Hz bei zeitsynchroner Stromerfassung)
gefiltert werden. Üblicherweise ist dieser Filter, zumeist ein RC-Glied. Dadurch werden,
eine Signalverzögerung und ein Phasengang erzeugt, der für die Regelschleife von großem
Nachteil ist, weshalb die (inneren) Stromregelungen verhältnismäßig langsam ausgelegt
werden.
[0100] Dabei wird wie bisher bereits beachtet, dass in der hier vorliegenden spezifischen
Anwendung "Raildruckregelung" in einer Reglerkaskade der Raildruckregelung die inneren
Regelkreise (Regelkreise der Steller Stromregler) grundsätzlich schneller auszulegen
sind, als die äußeren Regelkreise (Regelkreise basierend auf Raildruck) um eine zeitliche
Entkopplung zu erreichen.
[0101] Die Stellglieder für die Stellgliedausgabe E1, E8 der Hochdruckpumpe 1 und des Druckregelventils
8 der Hochdruckregelung sind dabei die inneren Regelkreise, wobei die eigentliche
bereits erläuterte hydraulische Druckregelung (vergleiche die Bausteine der hydraulischen
Druckregelung in den Figuren 2A und 2B und die zugehörige Beschreibung) die äußeren
Regelkreise darstellen.
[0102] Nach alledem wird deutlich, dass bei der Stromerfassung und der darauf basierenden
Stromregelung des Druckregelventils 8 und der Hochdruckpumpe 1 Verbesserungspotential
vorliegt, wobei nachfolgend eine verbesserte Vorgehensweise erläutert wird.
[0103] Die erfindungsgemäße Lösung besteht in einer geänderten Signalverarbeitung beziehungsweise
Signalverarbeitungskette, die erfindungsgemäß ein in Figur 3 dargestelltes Beobachter-Modell
umfasst.
[0104] Mit anderen Worten, in die Signalverarbeitungskette ist ein Beobachter-Baustein W,
kurz Beobachter genannt, integriert angeordnet, der in vorteilhafter Weise in der
Signalverarbeitungskette zur Ansteuerung der Komponenten 1 und 8 zum Einsatz kommt.
[0105] Dieser in die Signalverarbeitungskette integrierte Beobachter W verbessert die Stromerfassung
des Hochdruckpumpe 1 und des Druckregelventils 8 und deren Stromregelung in der beschriebenen
nichtzylinderselektiven Raildruckregelung und in der zylinderselektive Raildruckregelung
gleichermaßen.
[0106] Die Stromerfassung wird mittels des Beobachter-Modells dahingehend verbessert, dass
die Verzögerungszeiten und Phasenverschiebungen der Stromerfassung, die durch die
analoge Filterung (HW-Filter) des Signals entstehen, umgangen werden, wobei in dem
Modell sichergestellt ist, das der Beobachter W ständig nachgeführt wird, indem ein
sogenannter Beobachtungsfehler gegen Null konvergiert, wobei der Beobachtungsfehler
als Differenz zwischen dem gemessenen Wert und dem beobachten Wert definiert ist.
[0107] Das erfindungsgemäße System zur Stromerfassung ist in Figur 3 in dem Ausgabemodul-Baustein
E angeordnet und in Figur 3 in einem schematisch dargestellten aus dem Ausgabemodul-Baustein
E herausgezogenen Systemschaubild verdeutlicht.
[0108] Das erfindungsgemäße System zur Stromerfassung basiert auf einer zeitsynchronen Stromerfassung
und einer sogenannten Zustandsrekonstruktion beziehungsweise Zustandsvektorkonstruktion.
[0109] Das aus Ausgabemodul-Baustein E herausgezogenen Systemschaubild verdeutlicht einen
Spannungswert u (die einem pulsierenden Spulenstrom beziehungsweise einer pulsierenden
Spulenspannung einer herkömmlichen PWM-synchronen Stromerfassung entspricht), welche
die Eingangsgröße des System zur Stromerfassung darstellt.
[0110] Die Spannung u stellt die Eingangsgröße dar, die der Spule

der Steuereinheit der anzusteuernden Komponenten 1, 8 zugeführt wird.
[0111] Das Ausgangssignal der Spule

ist ein Stromwert i
1, der als sogenannter Effektivwert der Spule

als Regelstrom zur Ansteuerung der Komponente 1, 8 gesucht wird, der messtechnisch
nicht ohne entsprechende Aufbereitung des Signales erfasst werden kann.
[0112] Der Stromwert i
1 beziehungsweise Effektivwert der Spule

stellt die Eingangsgröße für einen Hardware-Filter HW zur Filterung des Stromwertes
i
1 darstellt, der wiederum den Stromwert i
2 ausgibt, der schließlich die Eingangsgröße für einen Software-Filter SW zur Dämpfung
des Signals des Stromwertes i
2 im Steuergerät darstellt, sodass nach dieser Signalverarbeitungskette ein Signal
eines Stromwertes i
3 zur Verfügung steht.
[0113] Der Spannungswert u stellt somit den Eingangswert in den Beobachter-Baustein W dar,
wobei der Stromwert i
3 den Ausgangswert der Signalverarbeitungskette darstellt, der ebenfalls dem Beobachter-Baustein
W zur Verfügung gestellt wird, wobei der Beobachter-Baustein W über das zugrunde liegende
Beobachter-Modell parallel zu der zuvor erläuterten Signalverarbeitungskette ein neuen
Spannungswert u berechnet.
[0114] Das heißt, der Beobachter W wird ständig nachgeführt, indem der sogenannte Beobachtungsfehler
gegen Null konvergiert, wobei der Beobachtungsfehler als Differenz zwischen dem gemessenen
Wert i1 und dem beobachten Wert i3 definiert ist.
[0115] Durch diese erfindungsgemäße Lösung ist eine den Anforderungen entsprechend hohe
Performance und Stabilität der Stromerfassung möglich wodurch die inneren Stromregelkreise
mit hoher Performance im Detail folgende vorteilhafte Eigenschaften der erfindungsgemäßen
Stromerfassung mittels Beobachter W zu verstehen sind: Diese Art der Stromerfassung
weist nur eine geringe Phasenverschiebung da auf den Modellwert des Beobachters geregelt
wird welche dem realen Stromwert entspricht der jedoch durch die Nachteile des Phasengangs
der Filterung erst nach der Filterlaufzeit erfasst werden würde. Die Erfassung mit
Beobachter ist schneller, sodass schließlich auch die darauf basierende Regelung schneller
ist. Die erfindungsgemäße Stromerfassung benötigt keine Mittelwertbildung, das heißt
sie ist insbesondere im Gegensatz zu der allseits verwendeten PWM-synchronen Stromerfassung
(mit Mittelwertbildung) genauer. Bei der erfindungsgemäßen Stromerfassung treten keine
Aliasing-Effekte auf, das heißt eine falsche Signalermittlung mit Unterabtastung,
wie es bei anderen Stromerfassungsverfahren der Fall ist, tritt nicht auf.
Bezugszeichenliste
[0116]
- 100
- Kraftstoffversorgungssystem
- 1
- Hochdruckpumpe
- 2
- Vorförderpumpe
- 3
- Kraftstofftank
- 4
- Kraftstoffspeicher, Rail
- ΔVRail
- Volumen-Regeldifferenz, diskrete Regelabweichung
- 5
- Filtereinheit
- 6
- Duo-Sensor (p, T)
- T6
- Kraftstofftemperatur
- 7
- Raildruck-Sensor
- p7
- Raildruck
- p7lsl
- Ist-Raildruck
- p7lst-max
- Ist-Raildruck (diskretisiert Max)
- p7Ist-min
- Ist-Raildruck (diskretisiert Min)
- p7lst-50%
- Ist-Raildruck (diskretisiert Mittelwert)
- p7Soll
- Soll-Raildruck (diskretisiert)
- Δp7 = ΔPRail
- diskrete Regelabweichung (druckbezogen)
- E
- Elastizitätsmodul
- 8
- Druckregelventil
- V8
- abgesteuerter Volumenstrom über Rücklaufleitung 8.2.1
- 9n
- Injektoren (n-ter Injektor)
- 91
- erster Injektor
- 92
- zweiter Injektor
- 93
- dritter Injektor
- 94
- vierter Injektor
- 1.4
- Hochdruckleitung zwischen 1 und 4
- 2.1
- Niederdruckleitung zwischen 2 und 1
- 4.9
- Injektorleitungen zwischen 4 und 9n
- 8.2.1
- Rücklaufleitung zwischen 8 und 2.1
- 9.3
- Leckagerücklaufleitung zwischen 9n und 3
- 1.3
- HDP-Rücklaufleitung zwischen 1 und 3
- S1
- erstes Steuergerät
- S2
- zweites Steuergerät
V
Ges Gesamt-Volumen (V
9n + \/
DLeck V
SLeck+ V
Δp-Rail-Vorgabe)
V
9n Einspritzvolumen des jeweiligen n-ten Injektors 9n
V
DLeck Dauerleckagevolumenstrom des Hochdruck-Kraftstoffversorgungssystems
V
SLeck Schaltleckagevolumenstrom der Injektoren 9n
V
Δp-Rail-Vorgabe Druckänderungswunsch systembedingt
V
ZU zugeführtes Volumen in Abhängigkeit des Druckänderungswunsches Druckerhöhung
V
Ges-Ab abgeführtes Volumen in Abhängigkeit des Druckänderungswunsches Druckabsenkung
V
H konstantes Raumvolumen des Hochdruck-Kraftstoffversorgungssystems
nsync Startzeitpunkt der Berechnung
A1 Sollwertvorgabe-Baustein des Raildrucks p7
Soll
A2 Sollwert-Diskretisierungs-Baustein
B1 Istwert-Signalerfassungs-Baustein Raildruck p7
lsl
B2 Istwert-Diskretisierungs-Baustein
A2/B2 Regelfehler-Berechnungs-Baustein
A2'/B2' Umrechnungs-Baustein
C Regler-Zustandsmaschine
C1 Regel-Baustein der Hochdruckpumpe
C8 Regel-Baustein des Druckregelventils
C1n Regel-Baustein der Hochdruckpumpe (n-ter Regel-Baustein)
C8n Regel-Baustein des Druckregelventils (n-ter Regel-Baustein
D Vorsteuer-Baustein
E Ausgabe-Baustein
E1 Stellgliedausgabe Hochdruckpumpe
E8 Stellgliedausgabe Druckregelventil

Spule
u Spulenspannung
i1 Spulenstrom hinter der Spule
HW Hardware-Filter
i2 Spulenstrom nach Hardware-Filter
SW Software-Filter
i3 Spulenstrom nach Software-Filter
W Beobachter-Baustein
1. Verfahren zum Regeln eines durch eine Hochdruckpumpe (1) in einem Kraftstoffspeicher
(4) bewirkten Raildrucks (p7Soll) für ein Kraftstoffversorgungssystem (100) einer Brennkraftmaschine, wobei eine kurbelwinkelbezogene
oder nockenwinkelbezogene feste Winkeldifferenz der Brennkraftmaschine zwischen einer
Oberen-Totpunkt-Position eines Zylinderkolbens eines Zylinders der Brennkraftmaschine
und einer Oberen-Totpunkt-Position des Pumpenkolbens der Hochdruckpumpe (1) des Kraftstoffversorgungssystems
(100) bei der Zumessung des Fördervolumens der Hochdruckpumpe (1) berücksichtigt wird,
wobei wiederkehrend pumpensynchron je Segment, das einer Umdrehung einer Kurbelwelle
und somit der Bewegung des Pumpenkolbens der Hochdruckpumpe (1) von der Oberen-Totpunkt-Position
des Pumpenkolbens zur nächsten Oberen-Totpunkt-Position entspricht, eine Diskretisierung
einer Regelabweichung (Δp7) des Raildrucks (p7) im Kraftstoffspeicher (4) vorgenommen und von der diskreten
Regelabweichung (Δp7) ausgehend eine volumenbezogene diskrete Volumen-Regeldifferenz (ΔVRail) berechnet wird, dadurch gekennzeichnet, dass die diskrete Regelabweichung (Δp7) als Differenz aus dem diskretisierten Ist-Raildrucks (p7Ist) und dem diskretisierten Soll-Raildruck (p7Soll), insbesondere zylinderselektiv berechnet wird, indem eine diskretisierte Druckinformation
(p7lst) eines Raildruck-Sensor (7) des aktiv erfassten pumpensynchronen Segmentes mit dem
diskretisierten Soll-Raildruck (p7Soll) des um ein Arbeitsspiel vorhergehenden pumpensynchronen Segmentes verglichen wird,
um die diskrete Regelabweichung (Δp7), insbesondere die diskrete zylinderselektive
Regelabweichung (Δp7) zu bestimmen.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die diskrete Regelabweichung (Δp7) als Differenz aus dem diskretisierten Ist-Raildrucks (p7lst) und dem diskretisierten Soll-Raildruck (p7Soll) zylinderselektiv berechnet wird, indem eine diskretisierte Druckinformation (p7lst) eines Raildruck-Sensor (7) des aktiv erfassten pumpensynchronen Segmentes mit dem
diskretisierten Soll-Raildruck (p7Soll) des um ein Arbeitsspiel vorhergehenden pumpensynchronen Segmentes verglichen wird,
um die diskrete zylinderselektive Regelabweichung (Δp7) zu bestimmen.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die volumenbezogene diskrete Volumen-Regeldifferenz (ΔVRail) als Eingangsgröße, insbesondere als zylinderselektive Eingangsgröße einem Regelbaustein
(C1n) für die Hochdruckpumpe (1) und einem Regelbaustein (C8n) für ein dem Kraftstoffspeicher
(4) zugeordnetes Druckregelventil (8) zugeführt wird, wobei die diskrete Volumen-Regeldifferenz
(ΔVRail) mit einem Vorsteuer-Baustein (D) verknüpft wird, wodurch pumpensynchron, insbesondere
pumpensynchron und zylinderselektiv je Segment die Stellgrößen für die Hochdruckpumpe
(1) und das Druckregelventil (8) in einem Ausgabe-Baustein (E8) berechnet und den
Stellgliedern (E1, E8) der Hochdruckpumpe (1) und des Druckregelventils (8) zur volumenbasierten,
insbesondere volumenbasierten und zylinderselektiven Einstellung des Raildrucks (p7Soll) zugeführt werden.
4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Soll-Raildruck (p7Soll) zu einem Zeitpunkt diskretisiert wird, der mit einem Triggerstartsignal (nsync) festgelegt
wird, das wiederkehrend zu Beginn eines pumpensynchronen Segmentes ausgegeben wird.
5. Verfahren nach den Ansprüchen 1 oder 2 und 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Ist-Raildruck (p7lst) innerhalb des durch das Triggerstartsignal (nsync) gestarteten Segmentes wiederkehrend
erfasst und diskretisiert wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, dass der Ist-Raildruck (p7
Ist), der innerhalb des pumpensynchronen Segmentes wiederkehrend erfasst wird, als
• in dem Segment maximaler Ist-Raildruck (p7Ist-max) und
• in dem Segment minimaler Ist-Raildruck (p7Ist-min) und
• in dem Segment berechneter Mittelwert (p7Ist-50%)
diskretisiert und wahlweise mit dem diskretisierten Soll-Raildruck (p7
Soll) zur Bestimmung der diskreten Regelabweichung (Δp7), insbesondere der diskreten zylinderselektiven
Regelabweichung (Δp
7) verglichen wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass für die Regelung als Ist-Wert (p7lst) der erfasste minimale diskrete Druck (p7Ist-min) oder der erfasste maximale diskrete Druck (p7lst-max) oder der diskrete Mittelwert (p7Ist-50%) zum Vergleich mit dem diskreten Soll-Raildruck (p7Soll) verwendet wird, wobei je nach Systemanforderung bei einem Druckaufbau der maximale
diskrete Druck (p7lst-max) und bei einem Druckabbau der minimale diskrete Druck (p7Ist-min) verwendet wird, um Regelschwingungen, insbesondere die Regelschwingungen zylinderselektiv
zu reduzieren beziehungsweise Über- oder Unterschwinger, insbesondere Über- oder Unterschwinger
zylinderselektiv zu vermeiden.
8. Verfahren nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die diskrete Regelabweichung (Δp7), insbesondere die diskrete zylinderselektive Regelabweichung
(Δp7) in die volumenstrombasierte diskrete Volumen-Regeldifferenz (ΔV7 = ΔVRail) insbesondere die volumenstrombasierte diskrete zylinderselektive Volumen-Regeldifferenz
(AVRail) umgerechnet wird, wobei zusätzlich eine Kraftstoff-Dauerleckage (VDLeck) des Hochdrucksystems des Kraftstoffversorgungssystems durch Addition berücksichtigt.
9. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2 ,
dadurch gekennzeichnet, dass die druckbasierte diskretisierte Regelabweichung (Δp7 = Δp
Rail) in eine volumenstrombasierte Volumen-Regeldifferenz (ΔV
Rail) umgerechnet wird, wobei bei der Umrechnung das druck - und temperaturabhängige spezifische
Elastizitätsmodul (E) des jeweiligen Kraftstoffs und das Raumvolumen (V
H) des Kraftstoff-Hochdrucksystems des Kraftstoffversorgungssystems (100) gemäß der
Umrechnungsformel

insbesondere zylinderselektiv berücksichtigt wird.
10. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 9,
dadurch gekennzeichnet, dass bei der pumpensynchronen segmentweise wiederkehrenden Umrechnung der druckbasierten
diskreten Regelabweichung (Δp
7) in die volumenbezogene diskrete Volumen-Regeldifferenz (ΔV
Rail),
a) die Kraftstoff-Einspritzmengen (V9n) der Injektoren (9n) und
b) die Kraftstoff-Schaltleckagen (VSLeck) der Injektoren (9n) und
c) ein Druckänderungswunsch (VΔp-Rail-Vorgabe) bezüglich des Soll-Raildrucks (p7Soll) des Kraftstoffspeichers (4) berücksichtigt werden, wobei
d) die Kraftstoff-Dauerleckage (VDLeck) des Hochdrucksystems des Kraftstoffversorgungssystems (100) durch eine pumpensynchrone
segmentweise wiederkehrende separate Umrechnung mit einer Z-Transformation ermittelt
und der volumenbezogenen diskreten Volumen-Regeldifferenz (ΔV7 = ΔVRail) hinzugefügt wird.
11. Verfahren nach den Ansprüchen 2 und 9,
dadurch gekennzeichnet, dass bei der pumpensynchronen segmentweise wiederkehrenden Umrechnung der druckbasierten
diskreten zylinderselektiven Regelabweichung (Δp
7) in die volumenbezogene diskrete Volumen-Regeldifferenz (ΔV
Rail),
a) zylinderselektiv die Kraftstoff-Einspritzmengen (V9n) der Injektoren (9n) und
b) zylinderselektiv die Kraftstoff-Schaltleckagen (VSLeck) der Injektoren (9n) und
c) zylinderselektiv ein Druckänderungswunsch (VΔp-Rail-Vorgabe) bezüglich des Soll-Raildrucks (p7Soll) des Kraftstoffspeichers (4) berücksichtigt wird, wobei
d) die Kraftstoff-Dauerleckage (VDLeck) des Hochdrucksystems des Kraftstoffversorgungssystems (100) durch eine pumpensynchrone
segmentweise wiederkehrende separate Umrechnung mit einer Z-Transformation ermittelt
und der volumenbezogenen diskreten Volumen-Regeldifferenz (ΔV7 = ΔVRail) hinzugefügt wird.
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Injektoren (9n) im stationären Betrieb von Zylinder zu Zylinder dieselben Mengen-Sollwerte
erhalten, die zylinderselektiv mit den Mengenabnahmen (V9n) aus dem Rail (4) verglichen werden, wobei zylinderselektiv Einspritzmengenfehler
festgestellt werden, die den Injektoren (9n) zugeordnet werden, wobei eine Art der Mengenabweichungen bestimmten Fehlergruppen
zugeordnet wird.
13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Einspritzmengenfehler ursachenabhängig, insbesondere in Abhängigkeit der Höhe,
des sich im Soll/Ist-Vergleich ergebenden Einspritzmengenfehler gruppiert werden,
wobei die Injektoren (9n) im Betrieb einer Fehlergruppe mit einem Injektordefekt,
einer Fehlergruppe mit einer alterungsbedingten Injektordrift oder einer Fehlergruppe
mit einer sich ändernden Schaltleckagemenge (VSLeck) zugeordnet werden, wobei die Einspritzmengenfehler innerhalb der zylinderselektiven
Regelung im Regler (C1n, C8n) ermittelt und im Einspritzsystem korrigiert werden und/oder zu einem Austausch des/der
jeweiligen Injektors/Injektoren (9n) führen.
14. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Stellgrößen der Stellglieder der Komponenten (1, 8) zum Regeln des Raildrucks
(p7Soll) in dem Kraftstoffspeicher (4) einem Ausgabe-Baustein (E1, E8) zugeführt und in dem
Ausgabe-Baustein (E1, E8) zur volumenbasierten Einstellung des Raildrucks (p7Soll) berechnet werden, wobei eine Stromerfassung und Stromregelung der Stellglieder (1,
8) auf der Basis eines Beobachter-Modells durchgeführt werden.
15. Kraftstoffversorgungssystem (100) eingerichtet zur Durchführung des Verfahrens nach
mindestens einem der Ansprüche 1 und 3 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, dass das Kraftstoffversorgungssystem (100) zur Ermittlung einer
• diskreten Eingangsgröße für einen Regler-Baustein (C1) für die Hochdruckpumpe (1)
und zur Ermittlung einer diskreten Eingangsgröße für einen Regler-Baustein (C8) für
ein dem Kraftstoffspeicher (4) zugeordnetes Druckregelventil (8) folgende weitere
Bausteine umfasst,
• einen Sollwertvorgabe-Baustein (A1) des Raildrucks (p7Soll) und eine zugehörigen Sollwert-Diskretisierungs-Baustein (A2) und
• einen Istwert-Signalerfassungs-Baustein (B1) des Raildruck (p7lst) und einen Istwert-Diskretisierungs-Baustein (B2),
• sowie einen Regelfehler-Berechnungs-Baustein (A2/B2) und
• einen Umrechnungs-Baustein (A2'/B2') umfasst, der aus einer druckbasierten diskretisieren
Regelabweichung (Δp7 = ΔpRail) eine Umrechnung in eine volumenstrombasierte Regeldifferenz (ΔVRail) vornimmt, wobei
• der Umrechnungs-Baustein (A2'/B2') mit einer Regler-Zustandsmaschine (C) verknüpft
ist, welche die diskrete Eingangsgröße für den Regler-Baustein (C1) der Hochdruckpumpe
(1) und die diskreten Eingangsgröße für den Regler-Baustein (C8) des Druckregelventils
(8) ausgibt,
• wobei die Regler-Bausteine (C1, C8) mit einem Vorsteuer-Baustein (D) verknüpft sind,
wodurch mittels des Vorsteuer-Bausteins (D) und der aufgeschalteten Regler-Bausteine
(C1, C8) pumpensynchron je Segment die Stellgrößen für die Hochdruckpumpe (1) und
das Druckregelventil (8) einem Ausgabe-Baustein (E8) zugeführt und berechnet werden,
und den Stellgliedern (E1, E8) der Hochdruckpumpe (1) und des Druckregelventils (8)
zur volumenbasierten Einstellung des Raildrucks (p7Soll) zugeführt werden.
16. Kraftstoffversorgungssystem (100) eingerichtet zur Durchführung des zylinderselektiven
Verfahrens nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 14,
dadurch gekennzeichnet, dass das Kraftstoffversorgungssystem (100)
• zur Ermittlung der jeweiligen diskreten Eingangsgröße des jeweiligen Zylinders zylinderselektiv
mehrere (n) Regler-Bausteine (C1n) für die Hochdruckpumpe (1) und zur Ermittlung der
jeweiligen diskreten Eingangsgröße des jeweiligen Zylinders zylinderselektiv mehrere
(n) Regler-Bausteine (C8n) für ein dem Kraftstoffspeicher (4) zugeordnetes Druckregelventil
(8), und
• einen Sollwertvorgabe-Baustein (A1) des Raildrucks (p7Soll) und eine zugehörigen Sollwert-Diskretisierungs-Baustein (A2) und
• einen Istwert-Signalerfassungs-Baustein (B1) des Raildruck (p7lst) und einen Istwert-Diskretisierungs-Baustein (B2),
• sowie einen Regelfehler-Berechnungs-Baustein (A2/B2) und
• einen Umrechnungs-Baustein (A2'/B2') umfasst, der aus einer druckbasierten diskretisieren
Regelabweichung (Δp7 = ΔpRail) eine Umrechnung in eine volumenstrombasierte Regeldifferenz (ΔVRail) vornimmt, wobei
• der Umrechnungs-Baustein (A2'/B2') mit einer Regler-Zustandsmaschine (C) verknüpft
ist, welche die diskrete Eingangsgröße zylinderselektiv dem jeweiligen Regler-Baustein
(C1n) der Hochdruckpumpe (1) und die diskreten Eingangsgröße zylinderselektiv dem
jeweiligen dem jeweiligen Regler-Baustein (C8n) des Druckregelventils (8) ausgibt,
• wobei die Regler-Bausteine (C1n, C8n) jeweils zylinderselektiv mit einem Vorsteuer-Baustein
(D) verknüpft sind, wodurch mittels des Vorsteuer-Bausteins (D) und der aufgeschalteten
zylinderselektiven Regler-Bausteine (C1, C8) pumpensynchron je Segment die Stellgrößen
für die Hochdruckpumpe (1) und das Druckregelventil (8) einem Ausgabe-Baustein (E8)
zugeführt und berechnet werden, und den Stellgliedern (E1, E8) der Hochdruckpumpe
(1) und des Druckregelventils (8) zur volumenbasierten zylinderselektiven Einstellung
des Raildrucks (p7Soll) zugeführt werden.
17. Kraftstoffversorgungssystem (100) nach Anspruch 15 oder 16,
dadurch gekennzeichnet, dass das Kraftstoffversorgungssystem (100) einen Beobachter-Baustein (W) umfasst, der
eine Signalverarbeitungskette (

HW, SW) zur Stromerfassung und Stromregelung der Stellglieder (1, 8) des Kraftstoffversorgungssystems
(100) beobachtet.