[0001] Die Erfindung betrifft einen Kolbenkompressor einer Druckluftversorgungsanlage in
Kraftfahrzeugen, insbesondere in Nutzfahrzeugen, mit einer als Ventilträger wirksamen
Ventilplatte, die zwischen einem Zylindergehäuse und einem Zylinderkopf des Kolbenkompressors
angeordnet ist, und die zusätzlich zu einem Saugventil sowie einem Druckventil ein
Entlastungsventil zur bedarfsweisen Verbindung eines in dem Zylindergehäuse ausgebildeten
Arbeitsraumes mit einer im Zylinderkopf angeordneten Entlastungskammer und weiter
einen Kühlkanal zur Wasserkühlung vor allem des Druckventils aufweist.
[0002] Der Zylinderkopf eines Kolbenkompressors ist üblicherweise als ein Druckgussbauteil
aus einer Leichtmetalllegierung hergestellt und meistens über eine als Ventilträger
wirksame Ventilplatte, an der als Lamellenventile ausgebildete Saug- und Druckventile
befestigt sind, mit dem Zylindergehäuse des Kolbenkompressors verschraubt. Der Zylinderkopf
kann neben einer Eintrittskammer und einer Austrittskammer auch eine Entlastungskammer
aufweisen. Die Eintrittskammer ist über eine Filteranordnung mit der Umgebung verbunden
und wird im Saugtrakt des zugeordneten Kolbens über meistens mehrere in der Ventilplatte
angeordnete Eintrittskanäle durch ein dann geöffnetes, als ein Lamellenventil ausgebildetes
Saugventil, das zylinderseitig an der Ventilplatte befestigt ist, mit dem Arbeitsraum
des Zylindergehäuses verbunden. Im Drucktakt des zugeordneten Kolbens wird der Arbeitsraum
des Zylindergehäuses über mindestens einen in der Ventilplatte angeordneten Austrittskanal
durch ein dann geöffnetes, als ein Lamellenventil ausgebildetes Druckventil, das kopfseitig
an der Ventilplatte angeordnet ist, mit der Austrittskammer verbunden, welche mit
einer Förderleitung der Druckluftversorgungsanlage verbunden ist.
[0003] Im Leerlaufbetrieb des Kolbenkompressors wird der Arbeitsraum des Zylindergehäuses
über mindestens einen in der Ventilplatte ausgebildeten Entlastungskanal durch ein
dann geöffnetes Entlastungsventil mit der Entlastungskammer verbunden, so dass der
Arbeitsraum des Zylindergehäuses dann um die Entlastungskammer vergrößert ist. Hierdurch
wird im Saugtakt Luft aus der Eintrittskammer sowie der Entlastungskammer in den Arbeitsraum
des Zylindergehäuses gesaugt und im Drucktakt in die Entlastungskammer gedrückt, so
dass die zuvor angesaugte Luft weniger stark komprimiert wird. Dadurch wird die von
dem Kolbenkompressor aufgenommene Antriebsleistung sowie die thermische Belastung
der Bauteile des Kolbenkompressors entsprechend reduziert. Das Entlastungsventil kann
als ein weitgehend im Zylinderkopf angeordnetes Kolbenventil oder als ein an der Ventilplatte
gelagertes Schiebelamellenventil ausgebildet sein.
[0004] Zur thermischen Entlastung der Ventile, insbesondere des Ventilsitzes des Druckventils,
sowie bei einem ölgeschmierten Kolben der Vermeidung einer Verkokung, also einer Ablagerung
von Ölkohle im Austrittskanal und an dem Druckventil, kann mindestens ein Kühlkanal
in der Ventilplatte angeordnet sein, welcher zumindest um den Austrittskanal verläuft
und im Betrieb des Kolbenkompressors von Kühlwasser durchströmt wird.
[0005] In der
DE 33 29 790 C2 ist ein typischer Kolbenkompressor mit einer einstückig ausgeführten Ventilplatte
beschrieben. In der Ventilplatte sind mehrere Eintrittskanäle, zwei Austrittskanäle
und zwei Entlastungskanäle ausgebildet. Die Entlastungskanäle führen von dem Arbeitsraum
des Zylindergehäuses zu der Eintrittskammer des Zylinderkopfes und sind mittels einer
Schiebelamelle zu öffnen. Die Schiebelamelle ist in einer zylinderseitigen Ausnehmung
der Ventilplatte zwischen der Ventillamelle des Saugventils und der Innenwand der
Ausnehmung angeordnet sowie an einem Ende gelenkig gelagert. An ihrem anderen Ende
steht die Schiebelamelle mit einem druckbetätigten Stellzylinder in Stellverbindung,
dessen Bauteile in einer abgestuften Bohrung der Ventilplatte angeordnet sind. Im
Leerlaufbetrieb des Kolbenkompressors wird der Stellzylinder mit Druckluft beaufschlagt,
wodurch die Schiebelamelle verschwenkt wird und die Entlastungskanäle geöffnet werden.
Dadurch wird die im Saugtrakt des zugeordneten Kolbens angesaugte Luft im Drucktakt
wieder in die Eintrittskammer zurückgedrückt. Die Ventilplatte dieses Kolbenkompressors
weist keinen Kühlkanal auf.
[0006] Aus der
DE 198 33 286 A1 ist ein ähnlicher Kolbenkompressor mit einer einstückig ausgeführten Ventilplatte
bekannt. Bei diesem Kolbenkompressor ist das Entlastungsventil jedoch als Kolbenventil
ausgebildet, welches weitgehend innerhalb des Zylinderkopfes angeordnet ist. Auch
bei diesem Kolbenkompressor weist die Ventilplatte keinen Kühlkanal auf.
[0007] Die aus der
DE 196 31 415 C2 bekannte Ventilplatte eines Kolbenkompressors weist einen Kühlkanal auf. Die Ventilplatte
besteht aus zwei in etwa mittig geteilten und miteinander verklebten Plattenhälften,
welche als Druckgussbauteile hergestellt sind und neben den Eintritts- und Austrittskanälen
auch jeweils einen umfangsseitig halboffenen Kühlkanal aufweisen. In die Austrittskanäle
ist jeweils eine Hülse oder ein Hohlniet eingesetzt, um die dichtende Klebeschicht
vor zu starker Wärmeeinwirkung zu schützen.
[0008] Eine weitere mit einem Kühlkanal versehene Ventilplatte eines Kolbenkompressors ist
aus der
DE 10 2008 018 467 A1 bekannt. Diese Ventilplatte ist dreiteilig aufgebaut und umfasst eine Kernplatte,
eine zylinderseitige Bodenplatte und ein kopfseitiges Deckelblech. Die Bodenplatte
ist mit der Kernplatte verklebt oder verlötet, und zwischen der Kernplatte und dem
Deckelblech ist eine Dichtung angeordnet. In die Bodenplatte ist ein mäanderförmige
Öffnung eines Kühlkanals ausgebildet, der nahe der Austrittskanäle der Druckventile
verläuft und im montierten Zustand kopfseitig von der Kernplatte begrenzt sowie zylinderseitig
mit einem Kühlmitteleinlass und einem Kühlmittelauslass des Zylindergehäuses verbunden
ist.
[0009] Schließlich ist in der
EP 2 708 746 A1 eine mit zwei Kühlkanälen versehene Ventilplatte eines Kolbenkompressors beschrieben,
die zweiteilig aufgebaut ist und eine Kernplatte sowie ein kopfseitiges Deckelblech
aufweist. Das Deckelblech ist mit der Kernplatte verklebt oder verschweißt. Die vorwiegend
nahe der Austrittskanäle der Druckventile verlaufenden Kühlkanäle sind als halboffene
Rinnen in die Kernplatte ausgebildet und im montierten Zustand kopfseitig von dem
Deckelblech begrenzt.
[0010] Der Erfindung lag die Aufgabe zugrunde, einen Kolbenkompressor für Kraftfahrzeuge,
insbesondere für Nutzfahrzeuge der eingangs genannten Art vorzustellen, dessen Ventilplatte
zusätzlich zu einem Saugventil und einem Druckventil auch ein Entlastungsventil sowie
einen Kühlkanal aufweist. Dabei soll die Ventilplatte bei einem möglichst einfachen
und kompakten Aufbau eine wirksame Kühlung insbesondere des Druckventils ermöglichen.
[0011] Diese Aufgabe ist mit einem Kolbenkompressor einer Druckluftversorgungsanlage gelöst,
welcher die Merkmale des Anspruchs 1 aufweist. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen
dieses Kolbenkompressors sind in den abhängigen Ansprüchen definiert.
[0012] Die Erfindung betrifft demnach Kolbenkompressor einer Druckluftversorgungsanlage
in Kraftfahrzeugen, insbesondere in Nutzfahrzeugen, mit einer als Ventilträger wirksamen
Ventilplatte, die zwischen einem Zylindergehäuse und einem Zylinderkopf des Kolbenkompressors
angeordnet ist, und die zusätzlich zu einem Saugventil sowie einem Druckventil ein
Entlastungsventil zur bedarfsweisen Verbindung eines in dem Zylindergehäuse ausgebildeten
Arbeitsraumes mit einer im Zylinderkopf angeordneten Entlastungskammer und weiter
einen Kühlkanal zur Wasserkühlung vor allem des Druckventils aufweist.
[0013] Zur Erzielung eines möglichst einfachen und kompakten Aufbaus sowie einer wirksamen
Kühlung des Druckventils weist der erfindungsgemäße Kolbenkompressor die folgenden
weiteren Merkmale auf:
- a) eine dreiteilige Ausführung der Ventilplatte mit einem zylinderseitigen Bodenblech,
einem kopfseitigen Deckelblech und einer zwischen diesen angeordneten Kernplatte,
- b) eine Ausführung der Kernplatte aus einem Material mit hoher Wärmeleitfähigkeit,
- c) eine Ausführung des Bodenblechs und des Deckelblechs aus einem Material mit hoher
Warmfestigkeit,
- d) eine Ausführung des Saugventils als ein Lamellenventil mit mehreren in der Ventilplatte
kreisbogenförmig angeordneten Eintrittskanälen und einer die Eintrittskanäle überdeckenden,
mit einer zentralen Aussparung versehenen Ventillamelle, die innerhalb einer zylinderseitigen
Ausnehmung des Bodenblechs angeordnet ist,
- e) eine Ausführung des Druckventils als ein Lamellenventil mit mindestens einem in
der Ventilplatte radial innerhalb eines durch die Platzierung der Eintrittskanäle
gebildeten Kreisbogens angeordneten Austrittskanals sowie einer diesen Austrittskanal
überdeckenden Ventillamelle, welche auf der kopfseitigen Außenwand des Deckelblechs
angeordnet ist,
- f) eine Ausführung des Entlastungsventils als ein Schiebelamellenventil mit mindestens
einem in der Ventilplatte zwischen den Eintrittskanälen und dem Austrittskanal angeordneten
Entlastungskanal sowie einer den zumindest einen Entlastungskanal überdeckenden, einseitig
gelenkig gelagerten Schiebelamelle, welche in der zylinderseitigen Ausnehmung des
Bodenblechs zwischen der Ventillamelle des Saugventils und der Innenwand der Ausnehmung
angeordnet ist,
- g) eine axialbewegliche Anordnung eines pneumatisch betätigbaren, mit der Schiebelamelle
an deren der gelenkigen Lagerung gegenüberliegenden Ende in Stellverbindung stehenden
Stellkolbens eines Stellaktuators in einer Bohrung der Kernplatte, und
- h) eine Anordnung wenigstens eines Kühlkanals in der Kernplatte, welcher den Austrittskanal
zumindest teilweise umschlingt.
[0014] Durch den dreiteiligen Aufbau der Ventilplatte sind die Ventillamellen des Saugventils
und des Druckventils sowie die Schiebelamelle des Entlastungsventils an dem Bodenblech
oder dem Deckelblech befestigt beziehungsweise gelagert, welche aus einem Material
mit hoher Warmfestigkeit bestehen, so dass eine große Stabilität und Verschleißfestigkeit
der Befestigungen und Lagerungen der Ventillamellen und der Schiebelamelle gegeben
ist. Aufgrund der Anordnung des Kühlkanals in der Kernplatte, die aus einem Material
mit hoher Wärmeleitfähigkeit besteht, ergibt sich eine optimale Kühlung des Druckventils,
dessen Bauteile durch die kompressionsbedingt erhitzte Druckluft stark erwärmt werden.
Durch die Bauweise des Saugventils und des Druckventils als Lamellenventile sowie
des Entlastungsventils als Schiebelamellenventil und der Anordnung des Stellaktuators
in der Kernplatte ergibt sich eine sehr kompakte Konstruktion der Ventilplatte mit
einer relativ geringen Bauhöhe.
[0015] Die Kernplatte besteht bevorzugt aus einer Leichtmetalllegierung, insbesondere einer
Aluminiumlegierung, da dieser Werkstoff eine in etwa viermal höhere Wärmeleitfähigkeit
als Stahl aufweist. So beträgt die Wärmeleitfähigkeit für Aluminium bei beispielsweise
0°Celsius 220 W/m°K und für Stahl bei beispielsweise 20°Celsius 46,5 W/m°K. Das Material
der Kernplatte sollte daher bevorzugt eine Wärmeleitfähigkeit von mehr als 100 W/m°K
haben. Zudem ist die Kernplatte bevorzugt als ein Druckgussbauteil hergestellt, welches
aufgrund einer geringen mechanischen Nachbearbeitung besonders kostengünstig ist.
[0016] Das Bodenblech und das Deckelblech bestehen bevorzugt aus Stahl und sind aus einem
Stahlblech ausgeschnitten und/oder ausgestanzt, da Stahl eine in etwa dreimal höhere
Warmfestigkeit als Aluminium aufweist, und das Ausschneiden oder Ausstanzen aus einem
Stahlblech aufgrund einer geringen mechanischen Nachbearbeitung besonders kostengünstig
ist. Das Material des Bodenblechs und des Deckelblechs sollte daher eine Warmfestigkeit
aufweisen, welche wenigstens doppelt so hoch ist wie die Warmfestigkeit von Aluminium.
[0017] Um die Verwendung von verschleißanfälligen Dichtungen zu vermeiden, ist vorliegend
vorgesehen, dass das Bodenblech und das Deckelblech mit der Kernplatte verlötet sind.
Prinzipiell ist auch ein Verkleben des Bodenblechs und des Deckelblechs mit der Kernplatte
möglich. Die bekannten Klebstoffe sind jedoch hitzeempfindlich und neigen zur Versprödung,
so dass die Dichtigkeit damit nach einer bestimmten Betriebsdauer nicht mehr gegeben
ist.
[0018] Hinsichtlich der Anordnung der Lötnähte ist vorgesehen, dass das Bodenblech und das
Deckelblech zumindest an ihren der Kernplatte zugewandten Außenrändern und an ihren
in dem Austrittskanal liegenden Innenrändern mit der Kernplatte verlötet sind. Hierdurch
sind eine stabile Verbindung der Bauteile sowie eine wirksame Abdichtung des Austrittskanals
erreicht.
[0019] Der wenigstens eine Kühlkanal ist bevorzugt umfangsseitig geschlossen und vollständig
innerhalb der Kernplatte angeordnet, was durch die Verwendung entsprechender Gießkerne
gusstechnisch einfach realisierbar und aufgrund der homogenen Umgebung des Kühlkanals
mit der Leichtmetalllegierung eine optimale Wärmeleitung in das den Kühlkanal durchströmende
Kühlwasser und damit eine gute Kühlung des Druckventils bewirkt.
[0020] Zur weiteren Verbesserung der Kühlung des Druckventils weist der wenigstens eine
Kühlkanal bevorzugt einen weitgehend rechteckigen Querschnitt auf, da hierdurch die
Innenwandfläche des Kühlkanals, die als Kontaktfläche zwischen der Kernplatte und
dem Kühlwasser wirksam ist, im Vergleich mit einem Kühlkanal mit kreisrundem Querschnitt
deutlich vergrößert ist.
[0021] Die Erfindung wird nachstehend anhand eines in der beigefügten Zeichnung dargestellten
Ausführungsbeispiels näher erläutert. In der Zeichnung zeigt
Fig. 1 eine Ventilplatte eines die Merkmale der Erfindung aufweisenden Kolbenkompressors
in einer teilweise geschnittenen Draufsicht in einer axialen Blickrichtung von außen
in Richtung zu einer nicht erkennbaren Kurbelwelle,
Fig. 2 die Ventilplatte gemäß Fig. 1 in einer teilweise entlang der Line B-B geschnittenen
Seitenansicht, und
Fig. 3 einen erfindungsgemäßen Kolbenkompressor mit der Ventilplatte gemäß den Figuren
1 und 2 in einer Seitenansicht.
[0022] Der in Fig. 3 in einer Seitenansicht dargestellter Kolbenkompressor 2 einer Druckluftversorgungsanlage,
der zum Beispiel in einem Kraftfahrzeug zur Drucklufterzeugung für eine pneumatische
Bremsanlage und/oder eine Luftfederungsanlage eingesetzt werden kann, weist ein Kurbelgehäuse
4 und ein einstückig mit diesem verbundenes, mit Kühlrippen versehenes Zylindergehäuse
6 auf. In dem Kurbelgehäuse 4 ist eine Kurbelwelle 8 drehbar gelagert angeordnet,
die von einem Antriebsmotor antreibbar ist. In einer Zylinderbohrung des Zylindergehäuses
6 ist ein nicht sichtbarer Kolben axialbeweglich geführt, der über ein Pleuel gelenkig
mit der Kurbelwelle 8 verbunden ist. Auf das Zylindergehäuse 6 sind unter Zwischenlage
von zwei Flachdichtungen 10, 14 eine als Ventilträger wirksame Ventilplatte 12 und
ein mit Kühlrippen versehener Zylinderkopf 16 aufgesetzt sowie mittels Schrauben 18a,
18b an dem Zylindergehäuse 6 befestigt.
[0023] Der Zylinderkopf 16 weist eine Eintrittskammer, eine Austrittskammer und eine Entlastungskammer
auf. Die Eintrittskammer ist über eine hier nicht abgebildete Filteranordnung mit
der Umgebung verbunden und wird im Saugtakt des Kolbens über ein dann geöffnetes Saugventil
28 mit einem von dem Kolben und der Ventilplatte 12 begrenzten Arbeitsraum des Zylindergehäuses
6 verbunden (Fig. 2). Im Drucktakt des zugeordneten Kolbens wird der Arbeitsraum des
Zylindergehäuses 6 über ein dann geöffnetes Druckventil 38 mit der Austrittskammer
verbunden, die mit einer Förderleitung der Druckluftversorgungsanlage verbunden ist.
Im Leerlaufbetrieb des Kolbenkompressors 2 wird der Arbeitsraum des Zylindergehäuses
6 über ein dann geöffnetes Entlastungsventil 48 mit der Entlastungskammer verbunden,
so dass der Arbeitsraum des Zylindergehäuses 6 dann um die Entlastungskammer vergrößert
ist.
[0024] In der Draufsicht gemäß Fig. 1 und der Seitenansicht gemäß Fig. 2 wird nachfolgend
der Aufbau der Ventilplatte 12 des Kolbenkompressors 2 beschrieben und deren Wirkungsweise
erläutert.
[0025] Die Ventilplatte 12 ist dreiteilig aufgebaut und besteht aus einem zylinderseitigen
Bodenblech 20, einem kopfseitigen Deckelblech 24 und einer zwischen diesen angeordneten
Kernplatte 22. Die Kernplatte 22 besteht aus einem Material mit hoher Wärmeleitfähigkeit,
insbesondere aus einer Leichtmetalllegierung beziehungsweise Aluminiumlegierung, und
ist als ein Druckgussbauteil hergestellt. Das Bodenblech 20 und das Deckelblech 24
bestehen aus einem Material mit hoher Warmfestigkeit, insbesondere aus Stahl, und
sie sind aus einem Stahlblech ausgeschnitten und/oder ausgestanzt. In allen drei Bauteilen
20, 22, 24 der Ventilplatte 12 sind vier Durchgangsbohrungen 26a, 26b, 26c, 26d angeordnet,
durch die im montierten Zustand die Schrauben 18a, 18b geführt sind.
[0026] Das Saugventil 28 ist als ein Lamellenventil ausgeführt und umfasst mehrere in der
Ventilplatte 12 kreisbogenförmig angeordnete Eintrittskanäle 30 mit kreisrundem Querschnitt
sowie eine die Eintrittskanäle 30 überdeckende, mit einer zentralen Aussparung 34
versehene Ventillamelle 32, welche innerhalb einer zylinderseitigen Ausnehmung 36
des Bodenblechs 20 angeordnet ist.
[0027] Das Druckventil 38 ist als ein Lamellenventil ausgebildet und umfasst einen in der
Ventilplatte 12 radial innerhalb des durch die Platzierung der Eintrittskanäle 30
gebildeten Kreisbogens angeordneten Austrittskanal 40 mit ovalem Querschnitt sowie
eine den Austrittskanal 40 überdeckende hier rechteckige Ventillamelle 42, welche
auf der kopfseitigen Außenwand des Deckelblechs 24 angeordnet ist. Die Ventillamelle
42 ist mit zwei Bohrungen verschiebbar auf zwei Schraubbolzen 44a, 44b geführt, die
in entsprechenden Gewindebohrungen in dem Deckelblech 24 befestigt sind und kopfseitig
ein Fangblech 46 tragen. Durch das Fangblech 46 wird der Öffnungsweg der Ventillamelle
42 begrenzt.
[0028] Das Entlastungsventils 48 ist als ein Schiebelamellenventil ausgebildet und umfasst
zwei in der Ventilplatte 12 kreisbogenförmig zwischen den Eintrittskanälen 30 und
dem Austrittskanal 40 angeordneten Entlastungskanälen 50 mit ovalem Querschnitt sowie
eine die Entlastungskanäle 50 überdeckende, einseitig gelenkig gelagerte Schiebelamelle
52, welche in der zylinderseitigen Ausnehmung 36 des Bodenblechs 20 zwischen der Ventillamelle
32 des Saugventils 28 und der Innenwand der Ausnehmung 36 angeordnet ist. Zur Betätigung
der Schiebelamelle 52 ist ein pneumatisch betätigbarer Stellzylinder 54 vorgesehen,
dessen Stellkolben 58 mit der Schiebelamelle 52 an deren der gelenkigen Lagerung gegenüberliegenden
Ende in Stellverbindung steht und axialbeweglich in einer abgestuften Bohrung 56 der
Kernplatte 22 angeordnet ist. Der Stellkolben 58 ist axial innen durch eine als Schraubenfeder
ausgebildete Druckfeder 60 belastet. Axial außen ist ein Anschlagstopfen 62 in der
Bohrung 58 angeordnet, der durch einen in eine Ringnut eingesetzten Sicherungsring
64 fixiert ist.
[0029] Innerhalb der Kernplatte 22 ist ein den Austrittskanal 40 umschlingender Kühlkanal
66 ausgebildet, der im Betrieb des Kolbenkompressors 2 von Kühlwasser durchströmt
wird. Der Kühlkanal 66 ist umfangsseitig geschlossen, befindet sich vollständig innerhalb
der Kernplatte 22 und weist einen weitgehend rechteckigen Querschnitt auf.
[0030] Das Bodenblech 20 und das Deckelblech 24 sind mit der Kernplatte 22 verlötet. Hinsichtlich
der Anordnung der hier vier Lötnähte 68, 70, 72, 74 ist vorgesehen, dass das Bodenblech
20 und das Deckelblech 24 an ihren der Kernplatte 22 zugewandten Außenrändern und
an ihren in dem Austrittskanal 40 liegenden Innenrändern mit der Kernplatte 22 miteinander
verlötet sind.
[0031] Im Saugtakt des Kolbens des Kompressors wird die Ventillamelle 32 des Saugventils
28 aufgrund des anliegenden Saugdruckes im Bereich der Eintrittskanäle 30 elastisch
in Richtung des Kolbens aufgebogen, so dass Luft aus der Eintrittskammer des Zylinderkopfes
16 in den Arbeitsraum des Zylindergehäuses 6 einströmt. Die Ventillamelle 42 des Druckventils
38 liegt aufgrund des anliegenden Saugdruckes an der Außenwand des Deckelblechs 24
an, sodass das Druckventil 38 dann geschlossen ist.
[0032] Im Drucktakt des Kolbens des Kompressors gleitet die Ventillamelle 42 des Druckventils
38 aufgrund des anliegenden Verdichtungsdruckes auf den Schraubbolzen 44a, 44b bis
zum Anliegen an dem Fangblech 46 nach außen, sodass Druckluft aus dem Arbeitsraum
des Zylindergehäuses 6 in die Austrittskammer des Zylinderkopfes 16 strömt. Die Ventillamelle
32 des Saugventils 28 liegt aufgrund des anliegenden Verdichtungsdruckes an der Innenwand
der Ausnehmung 36 in dem Bodenblech 20 an, so dass das Saugventil 28 dann geschlossen
ist.
[0033] Wenn ein an die Austrittskammer des Zylinderkopfes 16 angeschlossener Druckspeicher
hinreichend gefüllt ist, wird der Stellzylinder 54 des Entlastungsventils 48 durch
eine äußere Beaufschlagung des Stellkolbens 58 mit Druckluft umgeschaltet und der
Kolbenkompressor 2 dadurch in den Leerlaufbetrieb geschaltet. Der Stellkolben 58 bewegt
sich dann in der Bohrung 56 der Kernplatte 22 entgegen der Rückstellkraft der Druckfeder
60 nach innen, wodurch die Schiebelamelle 52 des Entlastungsventils 48 entsprechend
dem eingezeichneten Richtungspfeil 76 verschwenkt wird und die Entlastungskanäle 50
weitgehend öffnet. Der Arbeitsraum des Zylindergehäuses 6 ist somit um das Volumen
der Entlastungskammer vergrößert, sodass im Saugtakt Luft aus der Eintrittskammer
sowie der Entlastungskammer in den Arbeitsraum des Zylindergehäuses 6 gesaugt und
im Drucktakt in die Entlastungskammer gedrückt wird. Dadurch wird die zuvor angesaugte
Luft weniger stark komprimiert und die von dem Kolbenkompressor 2 aufgenommene Antriebsleistung
sowie die thermische Belastung der Bauteile des Kolbenkompressors 2 entsprechend reduziert.
Die Beaufschlagung des Stellkolbens 58 mit Druckluft zur Umschaltung des Stellaktuators
54 kann passiv, zum Beispiel durch einen Anschluss der Bohrung 56 des Zylinders 54
über ein Überdruckventil an den betreffenden Druckspeicher erfolgen, oder aktiv dazu,
zum Beispiel durch einen Anschluss der Bohrung 56 des Zylinders 54 über ein Magnetventil
an eine Druckluftquelle erfolgen.
[0034] Durch den dreiteiligen Aufbau der Ventilplatte 12 sind die Ventillamellen 32, 42
des Saugventils 28 und des Druckventils 38 sowie die Schiebelamelle 52 des Entlastungsventils
48 an dem Bodenblech 20 oder dem Deckelblech 24 befestigt beziehungsweise gelagert,
welche aus einem Material mit hoher Warmfestigkeit bestehen, so dass eine hohe Stabilität
und Verschleißfestigkeit der Befestigungen und Lagerungen der Ventillamellen 32, 42
und der Schiebelamelle 52 gegeben ist. Aufgrund der Anordnung des Kühlkanals 66 in
der Kernplatte 22, welche aus einem Material mit hoher Wärmeleitfähigkeit besteht,
ergibt eine optimale Kühlung des Druckventils 38, dessen Bauteile durch die kompressionsbedingt
erhitzte Druckluft stark erwärmt werden. Eine Verbesserung der Kühlung des Druckventils
38 wird auch durch den weitgehend rechteckigen Querschnitt des Kühlkanals 66 erreicht,
durch den dessen Innenwandfläche gegenüber einem kreisrunden Querschnitt deutlich
vergrößert ist.
[0035] Durch die Bauweise des Saugventils 28 und des Druckventils 38 als Lamellenventile
sowie des Entlastungsventils 48 als Schiebelamellenventil und der Anordnung des Stellaktuators
54 in der Kernplatte 22 ergibt sich zudem eine kompakte Bauweise der Ventilplatte
12 mit einer relativ geringen Bauhöhe.
Bezugszeichenliste (Teil der Beschreibung)
[0036]
- 2
- Kolbenkompressor
- 4
- Kurbelgehäuse
- 6
- Zylindergehäuse
- 8
- Kurbelwelle
- 10
- Flachdichtung
- 12
- Ventilplatte
- 14
- Flachdichtung
- 16
- Zylinderkopf
- 18a
- Erste Schraube
- 18b
- Zweite Schraube
- 20
- Bodenblech
- 22
- Kernplatte
- 24
- Deckelblech
- 26a - 26d
- Durchgangsbohrungen
- 28
- Saugventil
- 30
- Eintrittskanal
- 32
- Ventillamelle
- 34
- Aussparung
- 36
- Ausnehmung
- 38
- Druckventil
- 40
- Austrittskanal
- 42
- Ventillamelle
- 44a
- Erster Schraubbolzen
- 44b
- Zweiter Schraubbolzen
- 46
- Fangblech
- 48
- Entlastungsventil
- 50
- Entlastungskanal
- 52
- Schiebelamelle
- 54
- Stellzylinder
- 56
- Bohrung
- 58
- Stellkolben
- 60
- Druckfeder, Schraubenfeder
- 62
- Anschlagstopfen
- 64
- Sicherungsring
- 66
- Kühlkanal
- 68
- Erste Lötnaht
- 70
- Zweite Lötnaht
- 72
- Dritte Lötnaht
- 74
- Vierte Lötnaht
- 76
- Richtungspfeil
1. Kolbenkompressor (2) einer Druckluftversorgungsanlage in Kraftfahrzeugen, insbesondere
in Nutzfahrzeugen, mit einer als Ventilträger wirksamen Ventilplatte (12), die zwischen
einem Zylindergehäuse (6) und einem Zylinderkopf (16) des Kolbenkompressors angeordnet
ist, und die zusätzlich zu einem Saugventil (28) sowie einem Druckventil (38) ein
Entlastungsventil (48) zur bedarfsweisen Verbindung eines in dem Zylindergehäuse (6)
ausgebildeten Arbeitsraumes mit einer im Zylinderkopf (16) angeordneten Entlastungskammer
und weiter einen Kühlkanal (66) zur Wasserkühlung vor allem des Druckventils (38)
aufweist,
gekennzeichnet durch die folgenden Merkmale:
a) eine dreiteilige Ausführung der Ventilplatte (12) mit einem zylinderseitigen Bodenblech
(20), einem kopfseitigen Deckelblech (24) und einer zwischen diesen angeordneten Kernplatte
(22),
b) eine Ausführung der Kernplatte (22) aus einem Material mit hoher Wärmeleitfähigkeit,
c) eine Ausführung des Bodenblechs (20) und des Deckelblechs (24) aus einem Material
mit hoher Warmfestigkeit,
d) eine Ausführung des Saugventils (28) als ein Lamellenventil mit mehreren in der
Ventilplatte (12) kreisbogenförmig angeordneten Eintrittskanälen (30) und einer die
Eintrittskanäle (30) überdeckenden, mit einer zentralen Aussparung (34) versehenen
Ventillamelle (32), die innerhalb einer zylinderseitigen Ausnehmung (36) des Bodenblechs
(20) angeordnet ist,
e) eine Ausführung des Druckventils (38) als ein Lamellenventil mit mindestens einem
in der Ventilplatte (12) radial innerhalb eines durch die Platzierung der Eintrittskanäle
(30) gebildeten Kreisbogens angeordneten Austrittskanals (40) sowie einer diesen Austrittskanal
(40) überdeckenden Ventillamelle (42), welche auf der kopfseitigen Außenwand des Deckelblechs
(24) angeordnet ist,
f) eine Ausführung des Entlastungsventils (48) als ein Schiebelamellenventil mit mindestens
einem in der Ventilplatte (12) zwischen den Eintrittskanälen (30) und dem Austrittskanal
(40) angeordneten Entlastungskanal (50) sowie einer den zumindest einen Entlastungskanal
(50) überdeckenden, einseitig gelenkig gelagerten Schiebelamelle (52), welche in der
zylinderseitigen Ausnehmung (36) des Bodenblechs (20) zwischen der Ventillamelle (32)
des Saugventils (28) und der Innenwand der Ausnehmung (36) angeordnet ist,
g) eine axialbewegliche Anordnung eines pneumatisch betätigbaren, mit der Schiebelamelle
(52) an deren der gelenkigen Lagerung gegenüberliegenden Ende in Stellverbindung stehenden
Stellkolbens (58) eines Stellaktuators (54) in einer Bohrung (56) der Kernplatte (22),
und
h) eine Anordnung wenigstens eines Kühlkanals (66) in der Kernplatte (22), welcher
den Austrittskanal (40) zumindest teilweise umschlingt.
2. Kolbenkompressor nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Kernplatte (22) aus einer Leichtmetalllegierung besteht und als ein Druckgussbauteil
hergestellt ist.
3. Kolbenkompressor nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Bodenblech (20) und das Deckelblech (24) aus Stahl bestehen und aus einem Stahlblech
ausgeschnitten und/oder ausgestanzt sind.
4. Kolbenkompressor nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Bodenblech (20) und das Deckelblech (24) mit der Kernplatte (22) verlötet sind.
5. Kolbenkompressor nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Bodenblech (20) und das Deckelblech (24) an ihren der Kernplatte (22) zugewandten
Außenrändern und an ihren in dem Austrittskanal 40 liegenden Innenrändern mit der
Kernplatte (22) verlötet sind.
6. Kolbenkompressor nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Kühlkanal (66) umfangsseitig geschlossen ausgebildet sowie vollständig innerhalb
der Kernplatte (22) angeordnet ist.
7. Kolbenkompressor nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Kühlkanal (66) einen weitgehend rechteckigen Querschnitt aufweist.