[0001] Die Erfindung geht aus von einer Bedieneinheit zur Steuerung einer Verriegelungseinheit
insbesondere zur Verriegelung eines Wertbehältnisses, umfassend wenigstens eine elektronische
Eingabeeinheit zur Freigabe einer manuellen Betätigung der Verriegelungseinheit und
wenigstens eine Betätigungseinheit, insbesondere in Form eines Betätigungselementes,
zur manuellen Betätigung der Verriegelungseinheit.
[0002] Darüber hinaus betrifft die Erfindung ein Schließsystem umfassend wenigstens eine
Bedieneinheit zur Steuerung einer Verriegelungseinheit und wenigstens eine Verriegelungseinheit,
insbesondere zur Verriegelung eines Wertbehältnisses, wobei die Bedieneinheit wenigstens
eine elektronische Eingabeeinheit zur Freigabe einer manuellen Betätigung der Verriegelungseinheit
und wenigstens eine Betätigungseinheit zur manuellen Betätigung der Verriegelungseinheit
aufweist.
[0003] Zudem betrifft die Erfindung eine Betätigungseinheit zur Verwendung in einer erfindungsgemäßen
Bedieneinheit.
[0004] Zur Ansteuerung von Verriegelungseinheiten beispielsweise zur Verriegelung von Wertbehältnissen,
wie Tresoren, sind aus dem Stand der Technik verschiedene Bedieneinheiten bekannt.
Neben rein manuellen Bedieneinheiten ist ebenfalls eine elektronische Ansteuerung,
bei der beispielsweise durch Eingabe eines Codes die Verriegelungseinheit ver- oder
entriegelt wird, bekannt.
[0005] Die Druckschrift
DE 10 2014 112 319 A1 offenbart zudem eine Bedieneinheit mit einer elektronischen Eingabeeinheit und einer
Steuerung, wobei nach Eingabe des korrekten Codes die Steuerung der Bedieneinheit
die Eingabeeinheit in die richtige Stellung zur Entriegelung der Verriegelungseinheit
dreht.
[0006] Diese Ausgestaltung weist jedoch den Nachteil auf, dass eine Drehung der Eingabeeinheit
ungünstig für eine weitere manuelle Eingabe eines Codes ist. Dies betrifft insbesondere
die Ausgestaltungen, bei denen sowohl zum Verriegeln als auch zum Entriegeln der Verriegelungseinheit
ein Code eingegeben werden muss.
[0007] Ausgehend von dem dargelegten Stand der Technik ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung
eine Bedieneinheit zur Steuerung einer Verriegelungseinheit anzugeben, die besonders
einfach in der Handhabung und der Montage ist. Darüber hinaus ist es Aufgabe der Erfindung
ein entsprechendes Schließsystem und eine Betätigungseinheit für die Bedieneinheit
anzugeben.
[0008] Gemäß einer ersten Lehre der vorliegenden Erfindung wird die zuvor genannte Aufgabe
durch eine eingangs dargelegte Bedieneinheit dadurch gelöst, dass die Betätigungseinheit
drehbar gelagert ist und dass die Betätigungseinheit derart relativ zur elektronischen
Eingabeeinheit angeordnet ist, dass eine manuelle Drehbewegung der Betätigungseinheit
keine Positionsänderung der Eingabeeinheit verursacht.
[0009] Die erfindungsgemäße Ausgestaltung weist den Vorteil auf, dass eine manuelle Entriegelung
oder Verriegelung durch die Bedieneinheit ohne Auswirkung auf die Position der Eingabeeinheit
durchgeführt werden kann. Im montierten Zustand ist dazu vorzugsweise die Eingabeeinheit
fest an der zu sichernden Tür angeordnet. Dies ist insbesondere vorteilhaft bei den
Ausgestaltungen eines Schließsystems, bei denen sowohl zum Entriegeln aus auch zum
Verriegeln ein Code eingegeben werden muss.
[0010] Besonders vorteilhaft ist die Bedieneinheit insgesamt derart ausgestaltet, dass sie
als ein Bauteil montiert werden kann. Beispielsweise kann eine solche Baueinheit durch
eine einfache Schraubverbindung an der zu sichernden Tür angeordnet sein.
[0011] Weiterhin ist es ebenfalls vorteilhaft, wenn die Betätigungseinheit im montierten
Zustand zwischen der Eingabeeinheit und der zu sichernden Tür angeordnet ist. Auf
diese Weise ist die Betätigungseinheit optimal in den Aufbau der Bedieneinheit integriert,
ohne die Ausmaße der Bedieneinheit wesentlich zu vergrößern.
[0012] Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Betätigungseinheit derart ausgebildet ist,
dass sie mit anderen beispielsweise an der zu sichernden Tür drehbar zu lagernden
Eingabeeinheiten, kombiniert werden kann, sodass die bestehende Bedieneinheit durch
die Kombination mit der erfindungsgemäßen Betätigungseinheit in ihrer Funktionalität
verbessert wird. Hierzu ist die Betätigungseinheit vorzugsweise derart an die Ausgestaltung
von bestehenden Eingabeeinheiten angepasst, dass die Betätigungseinheit vorzugsweise
zwischen der Eingabeeinheit bzw. dem Träger der Eingabeeinheit und der zu sichernden
Tür angeordnet werden kann, wobei die Betätigungseinheit wenigstens eine Aussparung
aufweist, durch die die Eingabeeinheit bzw. der Träger der Eingabeeinheit an der zu
sichernden Tür befestigt werden kann.
[0013] Auf diese Weise können aus dem Stand der Technik bekannte Eingabeeinheiten, die hinsichtlich
ihrer Größe standardisiert sind, mit einer Betätigungseinheit zu einer erfindungsgemäßen
Bedieneinheit kombiniert werden.
[0014] Gemäß einer nächsten bevorzugten Ausgestaltung ist die Betätigungseinheit als Aufnahme,
beispielsweise als Rosette, für die Eingabeeinheit und/oder für einen Träger, in dem
die Eingabeeinheit angeordnet ist, ausgebildet. Vorzugsweise umschließt die als Aufnahme
ausgebildete Betätigungseinheit die Eingabeeinheit und/oder den Träger der Eingabeeinheit
zumindest teilweise. Gemäß dieser Ausgestaltung weist die Betätigungseinheit eine
äußere Umfangsfläche auf, an der der Benutzer die Betätigungseinheit drehen kann.
Besonders bevorzugt sind an der äußeren Umfangsfläche haptische Elemente angeordnet,
die eine Drehung des Betätigungselementes vereinfachen. Beispielsweise sind die haptischen
Elemente als Oberflächenstruktur ausgebildet. Da die Ausmaße einer solchen Ausgestaltung
der Bedieneinheit nicht wesentlich über die Ausmaße der Eingabeeinheit hinausgehen,
ist diese besonders kompakt und einfach zu handhaben.
[0015] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung entspricht der Durchmesser der Aufnahme
dem Durchmesser von üblichen Eingabeeinheiten und/oder Trägern für die Eingabeeinheit,
wobei der Innendurchmesser der Aufnahme insbesondere ca. 95 mm beträgt. Für die Kombination
mit kleineren Eingabeeinheiten kann der Innendurchmesser auch kleiner ausgebildet
sein, für die Kombination mit größeren Eingabeeinheiten kann der Innendurchmesser
auch größer ausgebildet sein. Diese Ausgestaltung berücksichtigt insbesondere, dass
die Betätigungseinheit zur Kombination mit bekannten, in der Größe standardisierten
Eingabeeinheiten ausgebildet ist.
[0016] Zur Gewährleistung einer drehbaren Lagerung der Betätigungseinheit ist wenigstens
ein Abstandhalter vorhanden, der derart angeordnet ist, dass die Betätigungseinheit
im montierten Zustand nicht fest, also in seiner Position unveränderlich, an der zu
sichernden Tür angeordnet ist. Darüber hinaus ist das Betätigungselement ebenfalls
nicht fest mit der Eingabeeinheit bzw. dem Träger der Eingabeeinheit verbunden.
[0017] Besonders bevorzugt ist an der Eingabeeinheit oder an dem Träger der Eingabeeinheit
wenigstens ein Abstandhalter und/oder wenigstens ein Anschlag zur Begrenzung der Drehbewegung
der Betätigungseinheit angeordnet. Der Abstandhalter ist vorzugsweise derart ausgestaltet
und angeordnet, dass die Betätigungseinheit im montierten Zustand nicht unmittelbar
auf der zu sichernden Tür aufliegt, sodass im Ergebnis die Drehbarkeit der Betätigungseinheit
im montierten Zustand gewährleistet ist. Besonders bevorzugt ist der wenigstens eine
Abstandhalter derart ausgebildet, dass er gleichzeitig einen Anschlag zur Begrenzung
der Drehbewegung ausbildet.
[0018] Beispielsweise ist in dem Abstandhalter und/oder dem Anschlag des Befestigungselementes
wenigstens eine Durchführung für ein Schraubelement ausgebildet. Besonders bevorzugt
sind wenigstens zwei Durchführungen, die als Abstandhalter und/oder als Anschlag ausgebildet
sind vorhanden. Gemäß einer Ausgestaltung sind die beiden Durchführungen derart angeordnet,
dass die Betätigungseinheit um einen Winkel zwischen 0 und 180°, vorzugsweise um ca.
90°, gedreht werden kann.
[0019] Gemäß einer nächsten Ausgestaltung ist bzw. sind wenigstens ein Abstandhalter und/oder
wenigstens ein Anschlag zur Begrenzung der Drehbewegung der Betätigungseinheit an
einem Befestigungselement angeordnet, wobei das Befestigungselement vorzugsweise zwischen
der Betätigungseinheit und der Eingabeeinheit bzw. dem Träger der Eingabeeinheit angeordnet
ist. Das Befestigungselement ist im montierten Zustand insbesondere fest, beispielsweise
formschlüssig und/oder kraftschlüssig und/oder stoffschlüssig mit der Eingabeeinheit
bzw. dem Träger der Eingabeeinheit verbunden. Beispielsweise ist das Befestigungselement
über eine Schraubverbindung mit der Eingabeeinheit bzw. dem Träger der Eingabeeinheit
verbunden.
[0020] Besonders bevorzugt weist das Befestigungselement wenigstens eine Durchführung für
ein Schraubelement als Abstandhalter und/oder als Anschlag auf. Weiterhin bevorzugt
sind wenigstens zwei Durchführungen, die als Abstandhalter und/oder als Anschlag ausgebildet
sind, vorhanden. Gemäß einer Ausgestaltung sind die beiden Durchführungen derart angeordnet,
dass die Betätigungseinheit um einen Winkel zwischen 0 und 180°, vorzugsweise um ca.
90°, gedreht werden kann. Vorzugsweise wird das Befestigungselement zusammen mit der
Eingabeeinheit bzw. dem Träger der Eingabeeinheit im Betrieb an der zu sichernden
durch eine gemeinsame Schraubverbindung verschraubt.
[0021] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung sind die Eingabeeinheit bzw. der Träger der Eingabeeinheit
und/oder das Befestigungselement derart ausgestaltet, dass die Schraubverbindung horizontal
und/oder vertikal ausgerichtet sein kann. Diese Ausgestaltung ist besonders flexibel
in der Montage der Bedieneinheit.
[0022] Besonders bevorzugt weist das Befestigungselement wenigstens zwei Durchführungen
für jeweils ein Schraubelement auf, wobei der Abstand der Durchführungen dem üblichen
Abstand zur Befestigung einer Bedieneinheit an einer zu sichernden Tür mittels einer
Schraubverbindung entspricht, wobei der Abstand der Durchführungen insbesondere ca.
45 mm beträgt. Als Bezugspunkt zur Angabe des Abstandes der Durchführungen wird vorliegend
jeweils der Mittelpunkt der Durchführung erachtet. Eine solche Ausgestaltung des Befestigungselementes
gewährleistet, dass aus dem Stand der Technik bekannte Eingabeeinheiten durch die
Befestigung an der zu sichernden Tür mit einem solchen Befestigungselement und der
Kombination mit einer die standardisierte Größe von bekannten Eingabeeinheiten berücksichtigenden
Betätigungseinheit, in ihrer Funktionalität erweitert werden können.
[0023] Weiterhin ist es vorteilhaft, wenn die Betätigungseinheit mit der Verriegelungseinheit
durch ein Kopplungselement mechanisch koppelbar ist. Ein solches Kopplungselement
überträgt im Betrieb die Drehbewegung der Betätigungseinheit in eine entsprechende
Bewegung zum Entriegeln oder Verriegeln der Verriegelungseinheit. Beispielsweise ist
das Kopplungselement als Vierkantspindel ausgebildet. Die Lagerung des Kopplungselementes
kann an der Eingabeeinheit bzw. dem Träger der Eingabeeinheit und/oder an dem Befestigungselement
und/oder an der Betätigungseinheit angeordnet sein. Die Lagerung kann gemäß einer
Ausgestaltung austauschbar sein, sodass in Abhängigkeit von der Anwendung, beispielsweise
von der Dicke und/oder Schwere der zu sichernden Tür, das mechanische Kopplungselement
ausgetauscht werden kann. Einzelne Kopplungselemente unterscheiden sich beispielsweise
durch deren Durchmesser. Üblich sind Kopplungselemente mit 8 mm Durchmesser oder mit
11 mm Durchmesser. Hinsichtlich der Materialbeschaffenheit eignen sich beispielhaft
sowohl Aluminium als auch Stahl.
[0024] Darüber hinaus ist der Einsatz von weiteren, gleichwirkenden Kopplungselementen ebenfalls
denkbar.
[0025] Gemäß einer nächsten Ausgestaltung weist das Kopplungselement eine Ausnehmung zur
Aufnahme der Verkabelung der elektronischen Eingabeeinheit auf. Hierzu ist das Kopplungselement
beispielsweise zumindest teilweise hohl ausgebildet oder weist eine Nut, in der die
Verkabelung geführt werden kann, auf.
[0026] Alternativ kann das Kopplungselement auch massiv ausgebildet sein. In diesem Fall
wird die Verkabelung der Eingabeeinheit beispielsweise durch eine Aussparung der Betätigungseinheit
nach außen geführt. Eine entsprechende Aussparung hat dann vorzugsweise die Form eines
bogenförmigen Langloches, damit eine Drehbewegung der Betätigungseinheit keinen Einfluss
auf die Verkabelung hat.
[0027] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung weist die insbesondere als Aufnahme
ausgebildete Betätigungseinheit wenigstens eine Aussparung auf, die die mögliche Drehbewegung
definiert, wobei die Betätigungseinheit zwischen einer Verriegelungsposition und einer
Entriegelungsposition der Verriegelungseinheit verstellbar ist. Besonders bevorzugt
ist die wenigstens eine Aussparung kreisbogenförmig ausgebildet, wobei der Kreisbogen
vorzugsweise einen Winkel kleiner als 90° oder einen Winkel größer als 90 ° oder einen
Winkel, der ungefähr 90° beträgt, aufweist. Durch eine Drehung der Betätigungseinheit
um einen Winkel, der kleiner als 90° oder größer als 90° oder ungefähr 90° beträgt,
wird im Betrieb die Verriegelungseinheit von einem entriegelten Zustand in einen verriegelten
Zustand gebracht oder umgekehrt.
[0028] Besonders bevorzugt ist eine Ausgestaltung, bei der die vorzugsweise als Aufnahme
ausgebildete Betätigungseinheit wenigstens zwei Aussparungen aufweist, die die mögliche
Drehbewegung mit den zuvor angegebenen Winkeln definieren.
[0029] Grundsätzlich wird im Rahmen der vorliegenden Erfindung unter einer Aussparung sowohl
eine Materialreduzierung als auch ein Loch verstanden.
[0030] Besonders bevorzugt ist die Bedieneinheit derart modular aufgebaut, dass die Bedieneinheit
sowohl einen rechtsdrehenden als auch einen linksdrehenden Entriegelungsmechanismus
erlaubt, wobei die relative Position der Betätigungseinheit, insbesondere die Ausrichtung
der wenigstens einen Aussparung, zu dem wenigstens einen Anschlag die Drehrichtung
des Entriegelungsmechanismus bestimmt.
[0031] Besonders bevorzugt weist die Eingabeeinheit und/oder der Träger der Eingabeeinheit
und/oder das Befestigungselement und/oder die Betätigungseinheit eine Kennzeichnung,
beispielsweise eine farbliche Kennzeichnung oder eine Kennzeichnung durch Buchstaben
oder eine andere gleichwirkende Kennzeichnung auf, wobei mit Hilfe der Kennzeichnung
oder der Zuordnung zweier Kennzeichnungen zueinander eine rechts- oder linksdrehende
Steuerung der Verriegelungseinheit besonders leicht montiert werden kann.
[0032] Zudem ist gemäß einer Ausgestaltung auf der Eingabeeinheit und/oder auf dem Träger
der Eingabeeinheit und/oder auf der Betätigungseinheit wenigstens eine Markierung,
beispielsweise eine farbliche Markierung, angeordnet, durch die der Benutzer im Betrieb
unmittelbar erfassen kann, ob die Verriegelungseinheit in gesperrten oder entriegelten
Zustand angeordnet ist.
[0033] Gemäß einer zweiten Lehre der vorliegenden Erfindung wird die oben dargelegte Aufgabe
durch ein eingangs beschriebenes Schließsystem dadurch gelöst, dass die Betätigungseinheit
drehbar gelagert ist und dass die Betätigungseinheit derart relativ zur elektronischen
Eingabeeinheit angeordnet ist, dass eine manuelle Drehbewegung der Betätigungseinheit
keine Positionsänderung der Eingabeeinheit verursacht.
[0034] Besonders bevorzugt ist die Bedieneinheit gemäß einer der zuvor beschriebenen Ausgestaltungen
ausgebildet. Die Verriegelungseinheit ist beispielsweise als Schloss oder als Kombination
aus einem Riegelwerk und einem Schloss ausgebildet. Ist die Verriegelungseinheit als
Kombination aus einem Riegelwerk und einem Schloss ausgebildet, so ist die Betätigungseinheit
mit dem Riegelwerk mechanisch gekoppelt. Eine Betätigung des Riegelwerkes verursacht
dann eine Entriegelung oder Verriegelung des Schlosses.
[0035] Gemäß einer dritten Lehre der vorliegenden Erfindung wird die eingangs dargelegte
Aufgabe durch eine Betätigungseinheit zur Verwendung in einer der zuvor beschriebenen
Bedieneinheiten gelöst. Besonders bevorzugt ist die Betätigungseinheit gemäß einer
der zuvor beschriebenen Ausgestaltungen der Betätigungseinheit ausgebildet.
[0036] Eine solche erfindungsgemäße Betätigungseinheit eignet sich insbesondere für die
Kombination mit aus dem Stand der Technik bekannten Eingabeeinheiten.
[0037] Im Einzelnen gibt es nun eine Vielzahl von Möglichkeiten, die erfindungsgemäße Bedieneinheit,
das erfindungsgemäße Schließsystem und die erfindungsgemäße Betätigungseinheit auszugestalten
und weiterzubilden. Dazu wird verwiesen sowohl auf die den unabhängigen Schutzansprüchen
nachgeordneten Patentansprüche als auch auf die nachfolgende Beschreibung von bevorzugten
Ausführungsbeispielen in Verbindung mit der Zeichnung. In der Zeichnung zeigen
- Fig. 1
- ein erstes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Bedieneinheit,
- Fig. 2
- ein zweites Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäße Bedieneinheit,
- Fig. 3a, 3b
- ein Ausführungsbeispiel einer rechtsdrehenden Bedieneinheit,
- Fig. 4a, 4b
- ein Ausführungsbeispiel einer linksdrehenden Bedieneinheit,
- Fig. 5
- ein weiteres Ausführungsbeispiel einer Bedieneinheit,
- Fig. 6
- ein weiteres Ausführungsbeispiel einer Bedieneinheit,
- Fig. 7
- ein weiteres Ausführungsbeispiel einer Bedieneinheit und
- Fig. 8
- ein Ausführungsbeispiel eines Schließsystems.
[0038] In Fig. 1 ist ein erstes Ausführungsbeispiel einer Bedieneinheit 1 in Explosionsansicht
dargestellt. Die Bedieneinheit 1 weist eine Betätigungseinheit 3 und einen Träger
4 für eine Eingabeeinheit 5, die hier nicht dargestellt ist, auf. Die Betätigungseinheit
3 ist im dargestellten Ausführungsbeispiel als Rosette, in die die Eingabeeinheit
5 bzw. deren Träger 4 eingesetzt wird, ausgebildet. Zwischen der Betätigungseinheit
3 und dem Träger 4 der Eingabeeinheit ist ein Befestigungselement 6 angeordnet. Das
Befestigungselement 6 weist zwei Abstandhalter 7 auf, die im montierten Zustand gewährleisten,
dass die Betätigungseinheit 3 nicht unmittelbar auf der zu sichernden Tür aufliegt,
sondern drehbar gelagert ist. Im dargestellten Ausführungsbeispiel sind die Abstandhalter
7 als Durchführung für ein Schraubelement ausgestaltet, mit der der Träger 4 der Eingabeeinheit
5 an der zu sichernden Tür befestigt werden kann. Gleichzeitig wirken diese Durchführungen
im Betrieb der Bedieneinheit als Anschlag 8 und begrenzen so die Bewegung der Betätigungseinheit
3.
[0039] Zur Drehung der Betätigungseinheit 3 weist dieses zwei kreisbogenförmigen Aussparungen
9 auf, die jeweils insgesamt eine Drehung um 90° zulassen. Weiterhin weist die Betätigungseinheit
3 eine Aufnahme 10 für ein mechanisches Kopplungselement 11, das hier ebenfalls nicht
dargestellt ist, auf. Über dieses Kopplungselement 11 wird im Betrieb die Drehung
der Betätigungseinheit 3 auf die Verriegelungseinheit 12 übertragen.
[0040] Die Komponenten der Bedieneinheit 1 sind im dargestellten Ausführungsbeispiel derart
ausgerichtet, dass die Betätigungseinheit 3 zur Entriegelung nach rechts gedreht wird.
[0041] Das Befestigungselement 6 und der Träger 4 der Eingabeeinheit 5 sind im dargestellten
Ausführungsbeispiel derart angeordnet, dass die durch die Durchführungen gebildete
Gerade horizontal ausgerichtet ist.
[0042] Die dargestellte Betätigungseinheit 3 ist insbesondere derart ausgebildet, dass sie
auch mit aus dem Stand der Technik bekannten, in der Größe standardisierten Eingabeeinheiten
5 kombiniert werden kann.
[0043] In dem in Fig. 2 ebenfalls in Explosionsansicht dargestellten Ausführungsbeispiel
einer Bedieneinheit 1 ist das Befestigungselement 6 und der Träger 4 der Eingabeeinheit
5 derart ausgestaltet und angeordnet, dass die durch die Durchführungen des Befestigungselementes
6 definierte Gerade vertikal ausgerichtet ist.
[0044] Im Ergebnis ist die erfindungsgemäße Bedieneinheit 1 damit besonders flexibel hinsichtlich
der Montage an der zu sichernden Tür.
[0045] In den Fig. 3a und 3b sind zwei Positionen einer rechtsdrehenden Anordnung der Betätigungseinheit
3 dargestellt. Zur korrekten Ausrichtung der Grundposition einer rechtsrechtsdrehenden
Anordnung sind sowohl an der Betätigungseinheit 3 als auch an dem Befestigungselement
6 Markierungen 13, vorliegend in Form der Buchstaben R und L, hinsichtlich der Drehrichtung
angeordnet. Auf diese Weise ist die richtige Anordnung zur Realisierung einer vorbestimmten
Drehrichtung bei der Montage der Bedieneinheit einfach zu realisieren. Fig. 3a zeigt
die Grundposition einer rechtsdrehenden Ausrichtung. Die Anschläge mit den Buchstabenkennzeichnungen
R liegen aneinander an. Fig. 3b zeigt die Position, nach der die Betätigungseinheit
3 um 90° nach rechts gedreht wurde.
[0046] Die Fig. 4a und 4b zeigen zwei mögliche Grundpositionen zur Realisierung einer linksdrehenden
Anordnung. In Fig. 4a ist das Befestigungselement 6 derart ausgerichtet, dass die
durch die Durchführungen ausgebildete Gerade horizontal ausgerichtet ist. Die Anschläge
mit den Buchstabenkennzeichnungen L liegen aneinander an. Fig. 4b zeigt im Unterschied
dazu eine Ausrichtung, bei der die durch die Durchführungen ausgebildete Gerade vertikal
ausgerichtet ist. Auch in diesem Ausführungsbeispiel liegen die Anschläge mit den
Buchstabenkennzeichnungen L zur Realisierung einer Linksdrehung aneinander an.
[0047] Neben der Realisierung von unterschiedlich Drehrichtung der Entriegelung ist die
Bedieneinheit zusätzlich derart modular aufgebaut, dass sie in unterschiedlicher Position
an der zu sichernden Tür befestigt werden kann.
[0048] In Fig. 5 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel einer Bedieneinheit 1 in dreidimensionaler
Ansicht im zusammengesetzten Zustand dargestellt. Die Darstellung zeigt eine Betätigungseinheit
3, einen zumindest teilweise in der Betätigungseinheit 3 angeordneten Träger 4 für
eine Eingabeeinheit 5, sowie ein zwischen der Betätigungseinheit 3 und dem Träger
4 angeordnetes Befestigungselement 6. Zudem ist eine Schraubverbindung gezeigt, mit
der sowohl der Träger 4 als auch das Befestigungselement 6 fest mit der zu sichernden
Tür verbunden werden können. Darüber hinaus ist ein mechanisches Kopplungselement
11 dargestellt, das die Drehbewegung der Betätigungseinheit 3 auf die hier nicht dargestellte
Verriegelungseinheit 12 überträgt. Im dargestellten Ausführungsbeispiel ist das mechanische
Kopplungselement 11 als hohle Vierkantspindel ausgebildet. Dies hat den Vorteil, dass
die Verkabelung der elektronischen Eingabeeinheit 5 durch die Vierkantspindel durchgeführt
werden kann, sodass die Verkabelung von der Drehung der Betätigungseinheit 3 nicht
beeinflusst wird.
[0049] Fig. 6 zeigt das in Fig. 5 dargestellte Ausführungsbeispiel in einer anderen Ansicht.
Zu sehen ist insbesondere die im montierten Zustand feststehende Eingabeeinheit 5,
die nach Eingabe eines Codes die manuelle Betätigung der Verriegelungseinheit 12 freischaltet.
Die Eingabeeinheit 5 weist hierzu ein Tastenfeld auf. Insofern weist das dargestellte
Ausführungsbeispiel den Vorteil auf, dass in jedem Zustand der Verriegelungseinheit
12 dem Benutzer eine gerade ausgerichtete und nicht schräg stehende Eingabeeinheit
5 zur Eingabe eines Codes zur Verfügung steht.
[0050] Weiterhin weist der Träger 4 der Eingabeeinheit 5 eine Markierung 15, beispielsweise
eine farbliche Markierung, auf, mit deren Hilfe der Zustand der Verriegelungseinheit
12 unmittelbar erkannt werden kann. Der Nutzer muss daher nicht aus der Stellung der
Betätigungseinheit 3 auf den Zustand der Verriegelungseinheit 12 rückschließen.
[0051] Fig. 7 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel einer Bedieneinheit 1 mit einer alternativen
Ausgestaltung eines Trägers 4 der Eingabeeinheit 5. Im Unterschied zu den zuvor gezeigten
Ausführungsbeispielen ist der Träger 4 der Eingabeeinheit 5 flacher ausgebildet.
[0052] Insgesamt weist die erfindungsgemäße Bedieneinheit 1 den Vorteil auf, dass sie derart
modular ausgebildet ist, dass sie mit verschiedenen etablierten Eingabeeinheiten 5
kombiniert werden kann.
[0053] In Fig. 8 ist ein erstes Ausführungsbeispiel eines Schließsystems 2 dargestellt.
An einer zu sichernden Tür ist auf der einen Seite eine erfindungsgemäße Bedieneinheit
1 angeordnet, die über ein mechanisches Kopplungselement 11 mit einer Verriegelungseinheit
12 zur Verriegelung der Tür 16 verbunden ist.
Bezugszeichen
[0054]
- 1
- Bedieneinheit
- 2
- Schließsystem
- 3
- Betätigungseinheit
- 4
- Träger für Eingabeeinheit
- 5
- Eingabeeinheit
- 6
- Befestigungselement
- 7
- Abstandhalter
- 8
- Anschlag
- 9
- Aussparung
- 10
- Aufnahme für ein mechanisches Kopplungselement
- 11
- mechanisches Kopplungselement
- 12
- Verriegelungseinheit
- 13
- Markierung
- 14
- Schraubelement
- 15
- Markierung für den Zustand der Verriegelungseinheit
- 16
- Tür
1. Bedieneinheit (1) zur Steuerung einer Verriegelungseinheit (12) insbesondere zur Verriegelung
bzw. Entriegelung eines Wertbehältnisses, umfassend wenigstens eine elektronische
Eingabeeinheit (5) zur Freigabe einer manuellen Betätigung der Verriegelungseinheit
(12) und wenigstens eine Betätigungseinheit (3) zur manuellen Betätigung der Verriegelungseinheit
(12),
dadurch gekennzeichnet,
dass die Betätigungseinheit (3) drehbar gelagert ist und dass die Betätigungseinheit (3)
derart relativ zur elektronischen Eingabeeinheit (5) angeordnet ist, dass eine manuelle
Drehbewegung der Betätigungseinheit (3) keine Positionsänderung der Eingabeeinheit
(5) verursacht.
2. Bedieneinheit (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Betätigungseinheit (3) im montierten Zustand zwischen der Eingabeeinheit (5)
und der zu sichernden Tür angeordnet ist.
3. Bedieneinheit (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Betätigungseinheit (3) als Aufnahme, beispielsweise als Rosette, für die Eingabeeinheit
(5) und/oder für einen Träger (4), in dem die Eingabeeinheit (5) angeordnet ist, ausgebildet
ist, wobei der Durchmesser der Aufnahme vorzugsweise dem Durchmesser von üblichen
Eingabeeinheiten (5) und/oder Trägern (4) für die Eingabeeinheiten entspricht, wobei
der Innendurchmesser der Aufnahme insbesondere ca. 95 mm beträgt.
4. Bedieneinheit (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass an der Eingabeeinheit (5) oder an dem Träger (4) der Eingabeeinheit (5) wenigstens
ein Abstandhalter (7) und/oder wenigstens ein Anschlag (8), zur Begrenzung der Drehbewegung
der Betätigungseinheit (3) angeordnet ist.
5. Bedieneinheit (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Abstandhalter (7) und/oder wenigstens ein Anschlag (8) zur Begrenzung
der Drehbewegung der Betätigungseinheit (3) an einem Befestigungselement (6) angeordnet
ist bzw. sind, wobei das Befestigungselement (6) vorzugsweise zwischen der Betätigungseinheit
(3) und der Eingabeeinheit (5) bzw. dem Träger (4) der Eingabeeinheit (5) angeordnet
ist.
6. Bedieneinheit (1) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Abstandhalter (7) und/oder dem Anschlag (8) des Befestigungselementes (6)
wenigstens eine Durchführung für ein Schraubelement (14) ausgebildet ist.
7. Bedieneinheit nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Befestigungselement wenigstens zwei Durchführungen für jeweils ein Schraubelement
aufweist, wobei der Abstand der Durchführungen dem üblichen Abstand zur Befestigung
einer Bedieneinheit an einer zu sichernden Tür mittels einer Schraubverbindung entspricht,
wobei der Abstand der Durchführungen insbesondere ca. 45 mm beträgt.
8. Bedieneinheit (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Betätigungseinheit (3) mit der Verriegelungseinheit (12) durch ein Kopplungselement
(11) mechanisch koppelbar ist, wobei vorzugsweise das Kopplungselement (11) eine Ausnehmung
zur Aufnahme der Verkabelung der elektronischen Eingabeeinheit (5) aufweist.
9. Bedieneinheit (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die als Aufnahme ausgebildete Betätigungseinheit (3) wenigstens eine Aussparung (9),
die die mögliche Drehbewegung definiert, aufweist, wobei die Betätigungseinheit (3)
zwischen einer Verriegelungsposition und einer Entriegelungsposition der Verriegelungseinheit
(12) verstellbar ist.
10. Bedieneinheit (1) nach einem der Ansprüche 5 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Bedieneinheit (1) sowohl einen rechtsdrehenden Entriegelungsmechanismus als auch
einen linksdrehenden Entriegelungsmechanismus erlaubt, wobei die relative Position
der Betätigungseinheit (3), insbesondere die Ausrichtung der wenigstens einen Aussparung
(9), zu dem wenigstens einen Anschlag (8) die Drehrichtung des Entriegelungsmechanismus
bestimmt.
11. Bedieneinheit (1) nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Eingabeeinheit (5) und/oder der Träger (4) der Eingabeeinheit (5) und/oder das
Befestigungselement (6) und/oder die Betätigungseinheit (3) wenigstens eine Kennzeichnung
(13) aufweist, wobei mit Hilfe der Kennzeichnung (13) oder der Zuordnung zweier Kennzeichnungen
(13) zueinander eine rechts- oder linksdrehende Steuerung der Verriegelungseinheit
(12) besonders leicht montiert werden kann.
12. Schließsystem (2) umfassend wenigstens eine Bedieneinheit (1) zur Steuerung einer
Verriegelungseinheit (12) und wenigstens eine Verriegelungseinheit (12), insbesondere
zur Verriegelung bzw. Entriegelung eines Wertbehältnisses, wobei die Bedieneinheit
(1) wenigstens eine elektronische Eingabeeinheit (5) zur Freigabe einer manuellen
Betätigung der Verriegelungseinheit (12) und wenigstens eine Betätigungseinheit (3)
zur manuellen Betätigung der Verriegelungseinheit (12) aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Betätigungseinheit (3) drehbar gelagert ist und dass die Betätigungseinheit (3)
derart relativ zur elektronischen Eingabeeinheit (5) angeordnet ist, dass eine manuelle
Drehbewegung der Betätigungseinheit (3) keine Positionsänderung der Eingabeeinheit
(5) verursacht.
13. Schließsystem (2) nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Bedieneinheit (1) nach einem der Ansprüche 2 bis 11 ausgebildet ist.
14. Schließsystem (2) nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Verriegelungseinheit (12) als Schloss oder als Kombination aus einem Riegelwerk
und einem Schloss ausgebildet ist.
15. Betätigungseinheit (3) zur Verwendung in einer Bedieneinheit (1) gemäß einem der Patentansprüche
1 bis 11.