Gebiet der Erfindung
[0001] Die Erfindung betrifft eine hydraulische Druckmittelversorgungsanordnung für einen
hydraulischen Kreis, beispielsweise für mobile Arbeitsmaschinen, gemäß dem Oberbegriff
des Anspruchs 1. Des Weiteren betrifft die Erfindung ein Verfahren für eine hydraulische
Druckmittelversorgungsanordnung.
Hintergrund der Erfindung
[0002] Aus dem Dokument RD 30630/04.13 der Firma Rexroth, ist ein Druck- und Förderstrom-Regelsystem
bekannt. Dieses dient zur elektrohydraulischen Regelung eines Schwenkwinkels, eines
Drucks und einer Leistung einer Axialkolben-Verstellpumpe. Das Regelsystem hat eine
Axialkolben-Verstellpumpe mit einem elektrisch angesteuerten Proportionalventil. Über
dieses kann ein Stellkolben angesteuert werden. Dieser dient zum Verstellen einer
Schrägscheibe der Verstellpumpe. Für den Stellkolben ist ein Wegaufnehmer vorgesehen,
über den anhand des Verschiebewegs des Stellkolbens ein Schwenkwinkel der Schrägscheibe
bestimmbar ist. Alternativ zum Wegaufnehmer kann auch ein Schwenkwinkel der Schrägscheibe
an der Schwenkachse über einen Hall-Sensor abgegriffen werden. Aus dem Schwenkwinkel
der Schrägscheibe wiederum kann der Volumenstrom der Verstellpumpe ermittelt werden.
Die Verstellpumpe wird über einen Motor angetrieben. Wird die Verstellpumpe nicht
angetrieben, und ist das Stellsystem drucklos, dann schwenkt die Verstellpumpe durch
eine Federkraft einer Feder auf ein maximales Fördervolumen. Im angetriebenen Zustand
der Verstellpumpe und bei stromlosem Pilotventil und verschlossenem Pumpenausgang
schwenkt die Verstellpumpe dagegen auf einen Nullhubdruck. Ein Gleichgewicht zwischen
Pumpendruck am Stellkolben und Federkraft der Feder stellt sich bei etwa 4 bis 8 bar
ein. Die Grundeinstellung wird üblicherweise bei spannungsloser Regelelektronik eingenommen.
Eine Steuerung für das Pilotventil weist als Eingangsgröße einen Soll-Druck, einen
Soll-Schwenkwinkel und optional einen Soll-Leistungswert auf. Ein Ist-Druck ausgangsseitig
der Verstellpumpe wird durch einen Drucksensor erfasst. Wie vorstehend erläutert,
wird ein Ist-Schwenkwinkel über den Wegaufnehmer ermittelt. Die aufgenommenen IstWerte
werden in einem Verstärker verarbeitet und mit den vorgegebenen Sollwerten verglichen.
Ein Minimalwertbildner sorgt dann dafür, dass automatisch nur der dem gewünschten
Arbeitspunkt zugeordnete Regler aktiv ist. Ein Ausgangssignal des Minimalwertbildners
ist dann ein Sollwert für einen Proportionalmagneten am Pilotventil. Zum Steuern des
Pilotventils wird ein Verschiebeweg eines Ventilschiebers des Pilotventils über einen
Wegaufnehmer erfasst und der Steuerung gemeldet. In dem Dokument RD 30242/03.10 der
Firma Rexroth ist eine externe Ansteuerelektronik für die beschriebene Verstellung
der Axialkolben-Verstellmaschine offenbart. Des Weiteren ist in dem Dokument RD 92
088/08.04 der Firma Rexroth ein elektro-hydraulisches Regelsystem offenbart.
[0003] Aus der
EP 1 460 505 A2 ist eine ablösende Regelung eines Drucks und eines Förderstroms offenbart. Hierbei
ist eine verschwenkbare hydraulische Axialkolben-Verstellmaschine vorgesehen, die
über eine Triebwelle mit einer weiteren Hydromaschine verbunden ist. Des Weiteren
ist ein Regelkreis für ein Antriebsdrehmoment der Verstellmaschine vorgesehen. Dem
Regelkreis wird ein Ist-Antriebsdrehmoment und ein Soll-Antriebsdrehmoment zugeführt,
woraus eine Stellgröße für eine Stelleinrichtung der Verstellmaschine ermittelt wird.
Das Soll-Antriebsdrehmoment wiederum ist eine Ausgangsgröße eines Minimalwertbildners.
Dieser wählt hierbei eine Ausgangsgröße einer Druckregelung und einer Volumenstromregelung
aus. Als Ist-Volumenstrom ist hierbei der Volumenstrom der mit der Verstellmaschine
verbundenen Hydromaschine vorgesehen. Des Weiteren ist als Ist-Druck ein Hochdruck
dieser Hydromaschine vorgesehen.
[0005] Es kann der Druck, der Volumenstrom und die Leistung gesteuert werden.
Offenbarung der Erfindung
[0006] Demgegenüber liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine hydraulische Druckmittelversorgungsanordnung
zu schaffen, die auf einfache Weise regelbar ist und/oder bei der Schwingungen im
Betrieb vermindert oder sogar verhindert sind. Des Weiteren liegt der Erfindung die
Aufgabe zugrunde, ein einfaches Verfahren für die hydraulische Druckmittelversorgungsanordnung
zu schaffen, das zu einer Verbesserung des Stellverhaltens führt.
[0007] Die Aufgabe hinsichtlich der Druckmittelversorgungsanordnung wird gelöst gemäß den
Merkmalen des Anspruchs 1 und hinsichtlich der Verfahrens gemäß den Merkmalen des
Anspruchs 7.
[0008] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0009] Erfindungsgemäß ist eine hydraulische Druckmittelversorgungsanordnung für einen offenen
hydraulischen Kreis vorgesehen, die insbesondere für mobile Arbeitsmaschinen eingesetzt
ist. Die Druckmittelversorgungsanordnung kann eine Hydromaschine aufweisen, deren
Fördervolumen oder Hubvolumen über einen Verstellmechanismus verstellbar ist. Beispielsweise
handelt es sich bei der Hydromaschine um eine Axialkolbenmaschine mit einer Schwenkwiege
oder verstellbaren Schrägscheibe oder um eine Axialkolbenmaschine in Schrägachsenbauart.
Der Verstellmechanismus hat vorzugsweise einen Stellzylinder mit einem Stellkolben
zum Verstellen des Fördervolumens oder Hubvolumens der Hydromaschine. Des Weiteren
hat der Verstellmechanismus vorzugsweise ein elektrisch proportional ansteuerbares
Pilotventil. Über dieses kann ein Zufluss und/oder ein Abfluss in einen vom Stellkolben
begrenzten Steuerraum des Stellzylinders steuerbar sein. Dies dient zum Ansteuern
des Stellkolbens, indem dieser mit Druckmittel beaufschlagbar ist. Des Weiteren kann
die Druckmittelversorgungsanordnung eine elektronische Steuerung für das Pilotventil
aufweisen. Diese hat vorzugsweise einen Regler mit einer Ausgangsgröße in Form einer
Stellgröße für das Pilotventil, insbesondere für einen Aktor des Pilotventils. Es
kann vorgesehen sein, dass der Ventilschieber des Pilotventils bei einem bestimmten
Neutralstrom, insbesondere für seinen Aktor, oder bei einem bestimmten Ansteuersignal
eine mittlere Stellung einnimmt. Bei der mittleren Stellung ist vorteilhafter Weise
vorgesehen, dass der Stellkolben keine Bewegung ausführt, womit ein stationärer Zustand
der Hydromaschine oder der Druckmittelversorgungsanordnung vorliegen kann. Mit anderen
Worten ist bei dem Pilotventil vorgesehen, dass bei einem bestimmten Ansteuersignal
oder Neutralstrom der Ventilschieber eine mittlere Stellung einnimmt, bei der der
damit angesteuerte Stellkolben der Hydromaschine keine Bewegung ausführt. Vorzugsweise
ist ausgangsseitig oder am Ausgang des Reglers eine Vorsteuergröße für den Neutralstrom
mit der Stellgröße verknüpft. Dies dient zur Vorsteuerung des Neutralstroms. Mit anderen
Worten ist ausgangsseitig des Reglers eine Vorsteuergröße für den Neutralstrom mit
der Stellgröße des Reglers verknüpft, um die Stellgröße für das Pilotventil einzustellen.
[0010] Diese Lösung hat den Vorteil, dass der Regler nur das "Netto-Signal" für die Verstellung
des Schwenkwinkels oder Fördervolumens für die Hydromaschine ausgeben muss. Ein Ansteuersignal
bzw. der Neutralstrom für die Mittelstellung des Ventilschiebers ist vorgegeben und
somit muss der Regelausgang keine Veränderung durchmachen, ohne dass sich eine Auswirkung
auf die Regelstrecke ergibt. Es hat sich auch gezeigt, dass hierdurch ein Schwingungsverhalten
der Druckmittelversorgungsanordnung deutlich verbessert ist. Im Regelbetrieb treten
keine oder vergleichsweise geringe Schwingungen bei der Druckmittelversorgungsanordnung
auf. Eine exakte Vorsteuerung des Neutralstroms ist des Weiteren vorteilhaft, um eine
geforderte Dynamik der Druckmittelversorgungsanordnung zu erreichen.
[0011] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass die Steuerung
für die Vorsteuergröße ein Regelglied hat, das anhand eines Kennfelds die Vorsteuergröße
ermittelt. Dies hat den Vorteil, dass beispielsweise die Vorsteuergröße dann abhängig
von einem Betriebszustand der Druckmittelversorgungsanordnung über das Kennfeld ermittelt
werden kann. Es ist dann denkbar, dass als Eingangsgröße für das Regelglied zumindest
eine Zustandsgröße oder Ist-Größe der Druckmittelversorgungsanordnung vorgesehen ist.
[0012] Bei einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung kann vorgesehen sein,
dass das Kennfeld und/oder die Vorsteuergröße adaptierbar oder korrigierbar ist. Dies
ist äußerst vorteilhaft, da sich Stellungen des Ventilschiebers, beispielsweise die
mittlere Stellung, des Pilotventils ändern können bei einer gleichen Bestromung, insbesondere
über die Einsatzdauer nach einer Inbetriebnahme der Druckmittelversorgungsanordnung.
Die Änderung ist üblicherweise abhängig von verschiedenen Parametern, unter anderem
auch alters- und verschleißbedingt. Durch die Adaption kann der Neutralstrom an sich
ändernde Bedingungen angepasst werden. So ist beispielsweise denkbar, dass der Neutralstrom
bei Inbetriebnahme der Druckmittelversorgung zunächst eingemessen wird und dann bei
Bedarf adaptiert oder korrigiert werden kann. Mit anderen Worten ist die Adaption
des Kennfelds und/oder der Vorsteuergröße vorteilhaft, da der Neutralstrom abhängig
vom Betriebszustand der Druckmittelversorgungsanordnung (Ist-Ausgangsdruck, Ist-Temperatur,
Ist-Drehzahl) variiert und streuungsbehaftet ist, insbesondere durch Alterung und
Fertigungstoleranzen des Ventilschiebers des Pilotventils, des Magneten und der Feder.
[0013] Als Kennfeld ist beispielsweise ein eindimensionales oder mehrdimensionales Kennfeld
vorgesehen. Beispielsweise kann das Kennfeld als Neutralstromkurve ausgebildet sein.
Als Dimension/en für das Kennfeld ist denkbar ein Ist-Ausgangsdruck und/oder eine
Ist-Drehzahl und/oder einen Ist-Schwenkwinkel der Hydromaschine und/oder eine Ist-Temperatur
eines Druckmittels der Hydromaschine vorzusehen. Ist beispielsweise als Dimension
der Ist-Ausgangsdruck vorgesehen, so kann dann abhängig von diesem Druck der Neutralstrom
aus dem Kennfeld entnommen werden.
[0014] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist denkbar, dass der Regler zum Regeln einer
Ist-Fördervolumen-Verstellgeschwindigkeit oder zum Regeln einer Ist-Schwenkwinkel-Verstellgeschwindigkeit
der Hydromaschine vorgesehen ist. Als Eingangsgröße kann die Ist-Fördervolumen-Verstellgeschwindigkeit
oder Ist-Schwenkwinkel-Verstellgeschwindigkeit, insbesondere als Ableitung des Ist-Fördervolumens
oder des Ist-Schwenkwinkels, und eine Soll-Fördervolumen-Verstellgeschwindigkeit oder
Soll-Schwenkwinkel-Verstellgeschwindigkeit der Hydromaschine vorgesehen sein. Als
Ausgangsgröße kann die Stellgröße für das Pilotventil dienen. Mit der Vorsteuergröße
kann der Regler, der die Fördervolumen-Verstellgeschwindigkeit oder Schwenkwinkel-Verstellgeschwindigkeit
regelt, am Ausgang den Neutralstrom vorsteuern, damit der Regler nur das Netto-Signal
für die Verstellung des Schwenkwinkels oder Fördervolumens der Hydromaschine ausgeben
muss.
[0015] Der Regler für die Ist-Fördervolumen-Verstellgeschwindigkeit oder Ist-Schwenkwinkel-Verstellgeschwindigkeit
der Hydromaschine ist beispielsweise als PI-Regler ausgebildet. Würde keine Adaption
des Kennfelds erfolgen, so würde eine Abweichung des Kennfelds oder Neutralstromkennfeldes
zum tatsächlichen Neutralstrom durch den I-Anteil im Regler oder im inneren Schwenkwinkelregelkreis
ausgeglichen werden. Allerdings führt ein derartig aufgezogener I-Anteil zu Überschwingern
in der Regelung. Somit kann vorteilhafter Weise durch die Adaption eine genaue Vorsteuerung
des Neutralstroms bei möglichst kleinem I-Anteil erfolgen, was zu einer äußerst vorteilhaften
dynamischen Reaktion der Hydromaschine und zu wenig Überschwingern führt. Der Grund
ist, dass der I-Anteil nicht mehr passend ist, wenn sich der Betriebspunkt verändert,
also beispielsweise der Ist-Schwenkwinkel oder der Ist-Ausgangsdruck, und damit ein
Totweg/Totzeit im Reglerausgang entstehen würde, bis der I-Anteil angepasst ist.
[0016] Erfindungsgemäß ist ein Verfahren für eine hydraulische Druckmittelversorgungsanordnung
gemäß einem oder mehreren der vorhergehenden Aspekte vorgesehen, wobei das Verfahren
folgenden Schritt aufweist:
- Verknüpfung der Vorsteuergröße für den Neutralstrom mit der Stellgröße, um den Neutralstrom
vorzusteuern.
[0017] In weiterer Ausgestaltung des Verfahrens können folgende Schritte vorgesehen sein:
- Ermittlung eines stationären Betriebszustands oder eines Arbeitspunktes oder eines
Ist-Zustands der Druckmittelversorgungsanordnung über die Steuerung.
- Adaption der Vorsteuergröße und/oder des Kennfelds auf Basis des stationären Betriebszustands.
Insbesondere kann vorgesehen sein, dass die Adaption der Vorsteuergröße und/oder des
Kennfelds auf Basis der Stellgröße erfolgt, die von der Steuerung beim stationären
Betriebszustand ausgegeben wird.
[0018] Diese Lösung hat den Vorteil, dass eine automatische Aktualisierung oder Adaption
des Kennfelds für den Neutralstrom ermöglicht ist. Somit kann, falls ein PI-Regler
eingesetzt ist, der I-Anteil klein gehalten werden und das Regelverhalten der Hydromaschine
verbessert werden. Es können dann alle Streuungen und Toleranzen automatisch ausgeglichen
werden.
[0019] Vorzugsweise erfolgt die Adaption der Vorsteuergröße und/oder des Kennfelds derart,
dass bei dem stationären Betriebszustand die Stellgröße in einer mittleren Stellung
des Ventilschiebers des Pilotventils null ist oder im Wesentlichen null.
[0020] In weiterer Ausgestaltung des Verfahrens kann vorgesehen sein, dass, falls die Stellgröße
beim stationären Betriebszustand von null abweicht und somit als Fehlerwert zum Neutralstrom
dazu gesteuert wird, die Stellgröße als Fehlerwert mit der Vorsteuergröße und/oder
dem Kennfeld verrechnet wird. Somit kann auf einfache Weise die Vorsteuergröße und/oder
das Kennfeld adaptiert werden, indem die Stellgröße beim stationären Betriebszustand
als Fehlerwert angesehen wird. Als Verrechnung ist beispielsweise eine Subtraktion
der Stellgröße als Fehlerwert von der Vorsteuergröße und/oder dem Kennfeld vorgesehen.
Beispielsweise kann die Stellgröße als Fehlerwert von einem Stützpunkt des Kennfelds,
insbesondere in Form der Neutralstromkurve, abgezogen werden. Als Stützpunkt wird
beispielsweise derjenige Punkt des Kennfelds ausgewählt, der den geringsten Abstand
zum stationären Betriebszustand aufweist. Denkbar wäre auch, die am nächsten liegenden
Stützpunkte abhängig von ihrem Abstand vom Betriebszustand gewichtet zu berücksichtigen.
[0021] Mit anderen Worten kann vorgesehen sein, dass zunächst eine Detektion des Pumpenzustands
oder des Hydromaschinenzustands erfolgt. Es kann ein stationärer Arbeitspunkt ermittelt
werden und dann dessen Position im Kennfeld. Im Anschluss erfolgt dann die Ermittlung
eines Neutralstroms aus dem nominellen Kennfeld oder bisher geltenden Kennfeld. Im
Anschluss kann dann ein neues Kennfeld oder ein neuer Wert in die Vorsteuerung übernommen
werden. Somit kann zunächst eine Bewertung des Maschinenstatus vorgesehen sein, indem
eine Ermittlung von Arbeitspunkten oder stationären Punkten erfolgt. Im Anschluss
kann dann eine Zuordnung des Arbeitspunktes oder der Arbeitspunkte zu einem Stützpunkt
oder zu mehreren Stützpunkten im Kennfeld vorgesehen sein. Beim Prozess der Werteveränderung
des Kennfelds wird zunächst das Kennfeld aktualisiert und dann ein neues Kennfeld
ausgegeben.
[0022] Es ist denkbar, die Adaption des Kennfelds und/oder des Vorsteuerwerts regelmäßig
und/oder kontinuierlich zu wiederholen. Insbesondere erfolgt die Adaption dann, wenn
ein stationärer Betriebszustand vorliegt, beispielsweise, wenn der Ist-Schwenkwinkel
und Ist-Ausgangsdruck der Hydromaschine konstant ist. Zur Adaption der Neutralstromkurve
bzw. des Kennfelds kann ein stationärer Betriebszustand identifiziert werden, bei
dem die Ableitung des Schwenkwinkels null oder kleiner als ein definierter Wert ist.
Der dann vom Regler oder vom PI-Regelglied als Fehler zum Neutralstrom dazu gesteuerte
Signalanteil wird dann als Fehler von der Neutralstromkurve oder vom Kennfeld abgezogen.
Insbesondere wird der Fehler von dem Stützpunkt der Neutralstromkurve abgezogen, der
dem stationären Betriebszustand entspricht. Es kann hierdurch das Kennfeld beispielsweise
verschoben werden.
[0023] Eine Adaption einer Kennlinie ist beispielsweise in der
DE 10 2014 225 147 offenbart. Darin wird eine Kennlinie einer Pumpe adaptiert, die einen hydromechanischen
EP-Regler hat. Ein bestimmtes Ventilansteuersignal hat dann einen bestimmten Schwenkwinkel
zur Folge. Dies kann in einem elektronischen Steuergerät mittels einer Kennlinie vorgesteuert
werden. Diese Kennlinie wird hier beim laufenden Betrieb immer wieder adaptiert.
[0024] Offenbart ist eine hydraulische Druckmittelversorgungsanordnung mit einer Hydromaschine,
die eine verstellbare Schrägscheibe aufweist. Ein Winkel der Schrägscheibe ist über
ein Pilotventil verstellbar. Das Pilotventil ist über eine Steuerung ansteuerbar.
Wird das Pilotventil mit einem Neutralstrom angesteuert, so nimmt ein Ventilschieber
des Pilotventils eine mittlere Stellung ein, bei der die Schrägscheibe keine Bewegung
ausführt. Zum Steuern des Pilotventils ist vorgesehen, dass die Steuerung eine Stellgröße
ausgibt. Die Stellgröße wird dabei ausgangsseitig der Steuerung mit einer Vorsteuergröße
für den Neutralstrom verknüpft und adaptiert, um den Neutralstrom vorzusteuern.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0025] Bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung werden im Folgenden anhand schematischer
Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 in einer schematischen Darstellung eine hydraulische Druckmittelversorgungsanordnung
gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel,
Fig. 2 in einer schematischen Darstellung eine Steuerung für die Druckmittelversorgungsanordnung
aus Fig. 1,
Fig. 3 in einer schematischen Darstellung eine Steuerung für die Druckmittelversorgungsanordnung
aus Fig. 1 gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel,
Fig. 4 in einer schematischen Darstellung eine Adaption eines Kennfelds für einen
Neutralstrom,
Fig. 5 ein Ablaufdiagramm für ein Verfahren für die hydraulische Druckmittelversorgungsanordnung
gemäß einem Ausführungsbeispiel und
Fig. 6 schematisch ein Kennfeld für einen Neutralstrom, wobei auf der Abszisse ein
Ist-Ausgangsdruck einer Hydromaschine und auf der Ordinate der Neutralstrom vorgesehen
ist.
[0026] Gemäß Fig. 1 ist eine hydraulische Druckmittelversorgungsanordnung 1 gezeigt, die
eine Hydromaschine in Form einer Axialkolbenmaschine 2 aufweist. Diese weist eine
Schwenkwiege zum Verstellen eines Fördervolumens auf. Die Axialkolbenmaschine 2 ist
sowohl als Pumpe als auch als Motor einsetzbar. Angetrieben wird die Axialkolbenmaschine
2 über eine Antriebseinheit 4, bei der es sich beispielsweise um einen Verbrennungsmotor,
wie beispielsweise ein Dieselaggregat, oder um einen Elektromotor handeln kann. Über
eine Triebwelle 6 ist die Axialkolbenmaschine 2 mit der Antriebseinheit 4 verbunden.
Eine Drehzahl 8 der Triebwelle 6 kann über nicht dargestellte Mittel, beispielsweise
über einen Drehzahlsensor, abgegriffen werden und einer Steuerung der Druckmittelversorgungsanordnung
1 zugeführt werden. Für die Axialkolbenmaschine 2 ist ein Verstellmechanismus 12 vorgesehen.
Dieser hat ein Pilotventil 14. Dessen Ventilschieber ist elektrisch proportional über
einen Aktor 16 ansteuerbar. Hierfür wird dem Aktor 16 eine Stellgröße 18 von einer
Steuerung 20 zugeführt. Der Ventilschieber des Pilotventils 14 in Richtung einer Grundstellung
mit einer Federkraft einer Ventilfeder 22 beaufschlagt. Die Federkraft wirkt dabei
entgegen der Aktorkraft des Aktors 16.
[0027] Die Axialkolbenmaschine 2 ist ausgangsseitig mit einer Druckleitung 24 verbunden,
die wiederum mit einem Hauptsteuerventil 26 oder Ventilblock verbunden ist. Über dieses
kann die Druckmittelversorgung zwischen der Axialkolbenmaschine 2 und einem oder mehreren
Verbrauchern gesteuert werden. Von der Druckleitung 24 zweigt eine Steuerleitung 28
ab, die an einen Druckanschluss P des Pilotventils 14 angeschlossen ist. Die Steuerleitung
28 ist beispielsweise in einem Gehäuse der Axialkolbenmaschine 2 ausgebildet. Des
Weiteren weist das Pilotventil 14 einen Tankanschluss T auf, der über eine Tankleitung
30 mit einem Tank verbunden ist. Außerdem hat das Pilotventil 14 einen Arbeitsanschluss
A, der mit einem Steuerraum 32 eines Stellzylinders 34 verbunden ist. Der Steuerraum
32 wird dabei von einem Stellkolben 36 des Stellzylinders begrenzt. Über den Stellkolben
36 kann dann eine Schrägscheibe der Axialkolbenmaschine 2 verstellt werden. Ein Verschiebeweg
des Stellkolbens 36 wird über einen Wegaufnehmer 38 erfasst. Alternativ oder zusätzlich
wird ein Schwenkwinkel der Schwenkwiege der Axialkolbenmaschine 2 über einen rotatorischen,
magnetischen Sensor von einer Schwenkachse der Schwenkwiege abgegriffen. Über den
erfassten Weg kann dann das Ist-Fördervolumen oder das Ist-Verdrängungsvolumen der
Axialkolbenmaschine 2 ermittelt werden. Das Ist-Fördervolumen 40 wird dann der Steuerung
20 gemeldet. In der Grundstellung des Ventilschiebers des Pilotventils 14 ist der
Druckanschluss P mit dem Arbeitsanschluss A verbunden und der Tankanschluss T abgesperrt.
Bei Beaufschlagung des Ventilschiebers mit der Aktorkraft des Aktors 16 wird der Ventilschiebers
ausgehend von seiner Grundstellung in Richtung von Schaltstellungen bewegt, bei denen
der Druckanschluss P gesperrt und der Arbeitsanschluss A mit dem Tankanschluss T verbunden
ist. Somit wird in der Grundstellung des Ventilschiebers des Pilotventils 14 der Stellkolben
36 mit Druckmittel aus der Druckleitung 24 beaufschlagt. Des Weiteren ist bei dem
Verstellmechanismus 12 ein Zylinder 42 vorgesehen. Dieser hat einen Stellkolben 44,
der an der Schrägscheibe der Axialkolbenmaschine 2 angreift. Der Stellkolben 44 begrenzt
einen Steuerraum 46, der mit der Druckleitung 24 verbunden ist. Über Druckmittel des
Steuerraums 46 und über die Federkraft einer Feder 48 wird der Stellkolben 44 derart
beaufschlagt, dass dieser die Schrägscheibe in Richtung einer Vergrößerung des Fördervolumens
belastet.
[0028] Des Weiteren ist ein Drucksensor 50 vorgesehen, über den der Druck in der Druckleitung
24 abgegriffen und der Steuerung 20 gemeldet wird, wobei es sich bei dem Druck um
einen Ist-Ausgangsdruck 52 handelt. Außerdem ist ein Drucksensor 54 vorgesehen, der
den höchsten Ist-Lastdruck (Ist-LS-Druck) 56 erfasst, der der Steuerung 20 übermittelt
wird.
[0029] Eine Steuerung 57 ist über ein CAN Interface 58 mit der Steuerung 20 verbunden, um
insbesondere die Ist-Drehzahl und einen oder mehrere Regelsollwert/e, wie beispielsweise
den Soll-Ausgangsdruck, das Soll-Fördervolumen oder den Soll-Schwenkwinkel, Soll-Leistung
oder das Soll-Drehmoment, an die Steuerung 20 zu übermitteln. Denkbar ist auch, die
Ist-Drehzahl 8 direkt der Steuerung 20 zuzuführen.
[0030] Im Einsatz der Druckmittelversorgungsanordnung 1 wird über das Pilotventil 14 und
den Stellkolben 36 die Position der Schrägscheibe der Axialkolbenmaschine 2 gesteuert.
Ein geförderter Volumenstrom der Axialkolbenmaschine 2 ist proportional zur Stellung
der Schrägscheibe. Der durch die Feder 48 vorgespannte Verstellkolben 44 oder Gegenkolben
wird ständig mit dem Ist-Ausgangsdruck oder Pumpendruck beaufschlagt. Bei nichtdrehender
Axialkolbenmaschine 2 und drucklosem Verstellmechanismus 12 wird die Schrägscheibe
durch die Feder 48 in einer Position +100 Prozent gehalten. Bei angetriebener Axialkolbenmaschine
2 und stromlosem Aktor 16 des Pilotventils 14 schwenkt die Schrägscheibe auf einen
Nullhubdruck, da der Stellkolben 36 mit Druckmittel der Druckleitung 24 beaufschlagt
ist. Ein Gleichgewicht zwischen einem Ist-Ausgangsdruck am Stellkolben 36 und der
Federkraft der Feder 48 stellt sich bei einem vorbestimmten Druck oder Druckbereich
ein, beispielsweise zwischen 8 bis 12 bar. Dieser Nullhubbetrieb wird beispielsweise
bei einer spannungslosen Elektronik oder Steuerung 20 eingenommen. Die Ansteuerung
des Pilotventils 14 erfolgt über die Steuerung 20, bei der es sich beispielsweise
um vorzugsweise eine digitale Elektronik, alternativ um eine analoge Elektronik, handelt.
Die Steuerung 20 verarbeitet die benötigten Regelsignale, was untenstehend näher erläutert
ist.
[0031] Fig. 2 zeigt schematisch eine Funktionsweise der Steuerung 20. Diese hat einen ersten
Regelkreis 60 und einen zweiten Regelkreis 62. Der erste Regelkreis 60 weist einen
Regler 64 für einen Schwenkwinkel der Schrägscheibe der Axialkolbenmaschine 2 aus
Fig. 1, einen Regler 66 für den Ausgangsdruck der Axialkolbenmaschine 2 und einen
Regler 68 für ein Drehmoment der Axialkolbenmaschine 2 auf. Der Regler 64 hat als
Eingangsgrößen ein Soll-Fördervolumen 70 und das Ist-Fördervolumen 40. Als Ausgangsgröße
ist eine Stellgröße 72 vorgesehen. Der Regler 66 weist als Eingangsgrößen einen Soll-Ausgangsdruck
74 und den Ist-Ausgangsdruck 52 auf. Als Ausgangsgröße ist eine Stellgröße 75 vorgesehen.
Der Regler 68 weist als Eingangsgrößen eine Ist-Drehmoment 76 oder ein Soll-Drehmoment
auf. Als weitere Eingangsgröße ist das Ist-Drehmoment vorgesehen, das wiederum beispielsweise
anhand eines Kennfelds über die Ist-Drehzahl 8 und/oder über den Ist-Ausgangsdruck
und/oder über den Ist-Schwenkwinkel oder Ist-Fördervolumen ermittelbar ist. Als Ausgangsgröße
für den Regler 68 ist eine Stellgröße 78 vorgesehen. Bei dem jeweiligen Regler 64
bis 68 werden die Eingangsgrößen jeweils einem Regelglied in Form eines PID-Reglers
zugeführt.
[0032] Die Stellgrößen 72, 75 und 78 werden einem Minimalwertbildner 80 zugeführt. Dieser
sorgt dafür, dass automatisch nur der dem gewünschten Arbeitspunkt zugeordnete Regler
72, 75 oder 78 aktiv ist. Hierbei wird dann entweder der Ausgangsdruck, das Drehmoment
oder das Fördervolumen exakt ausgeregelt, wobei die jeweils beiden anderen Größen
unterhalb eines vorgegebenen Sollwertes liegen. Ein Ausgangssignal des Minimalwertbildners
80 ist dann ein Sollwert in Form einer Fördervolumen-Verstellgeschwindigkeit oder
Soll-Fördervolumen-Verstellgeschwindigkeit 82 oder Soll-Schwenkwinkel-Verstellgeschwindigkeit.
Diese ist dann eine Eingangsgröße für den zweiten unterlagerten Regelkreis 62. Eine
weitere Eingangsgröße des zweiten Regelkreises 62 ist die Ableitung des Ist-Fördervolumens
40, womit es sich dann um eine Ist-Fördervolumen-Verstellgeschwindigkeit 84 handelt.
Die Eingangsgrößen 82 und 84 für den zweiten Regelkreis 62 werden dann einem Regelglied
in Form eines PID-Glieds 86 zugeführt. Dieses gibt dann die Stellgröße 18 für das
Pilotventil 14 aus Fig. 1 aus.
[0033] Gemäß Fig. 3 ist eine weitere Ausführungsform für die Steuerung 20 aus Fig. 1 gezeigt.
Diese hat einen Regler 88 für das Fördervolumen der Axialkolbenmaschine 2, s. auch
Fig. 1. Des Weiteren ist ein Regler 90 für den Ausgangsdruck der Axialkolbenmaschine
2 und ein Regler 92 für das Drehmoment der Axialkolbenmaschine 2 vorgesehen. Dies
ist ein Teil eines ersten Regelkreises 94. Des Weiteren ist ein dem ersten Regelkreis
unterlagerter zweiter Regelkreis 96 für die Fördervolumen-Verstellgeschwindigkeit
oder Schwenkwinkel-Verstellgeschwindigkeit der Axialkolbenmaschine 2 vorgesehen.
[0034] Der Regler 88 weist ein Regelglied 98 in Form eines P-Glieds auf. Als Eingangsgröße
sind das Soll-Fördervolumen 70 und das Ist-Fördervolumen 40 vorgesehen. Das Ist-Fördervolumen
40 wird mit dem Regelglied 98 über einen Filter in Form eines PT1-Filters zugeführt.
Ausgangsseitig des Reglers 88 ist die Stellgröße 72 als Ausgangsgröße vorgesehen,
die dem Minimalwertbildner 80 zugeführt wird.
[0035] Der Regler 90 weist als Eingangsgrößen den Ist-Ausgangsdruck 52, den Ist-LS-Druck
56, eine Soll-Druckdifferenz 100 und einen Soll-Druckgradienten 102 auf. Der Ist-LS-Druck
56 und die Soll-Druckdifferenz 100 werden über ein Summierglied 104 zu einem Soll-Ausgangsdruck
verknüpft. Der Soll-Ausgangsdruck wird dann einem Regelglied 106 in Form eines invertierten
PT1-Glieds zugeführt, das einen voraussichtlichen Signalverlauf abschätzt. Der Soll-Ausgangsdruck
wird dann weiter einem Regelglied 108 zugeführt, das als weitere Eingangsgröße den
Soll-Druckgradienten 102 aufweist. Der Soll-Druckgradient 102 gibt dann den maximal
möglichen Gradienten vor, der vorgesehen sein soll. Über das Regelglied 108 wird dann
der Soll-Ausgangsdruck von dem vorgegebenen Soll-Druckgradienten 102 derart beeinflusst,
dass mit dem Soll-Druckgradienten 102 die Dynamik der Druckmittelversorgungsanordnung
1 aus Fig. 1 steuerbar ist. Beispielsweise kann die Beeinflussung derart sein, dass,
je höher der Soll-Druckgradient 102 ist, desto schneller kann die Schrägscheibe der
Axialkolbenmaschine 2 verstellt werden. Umgekehrt gilt dann, je kleiner der Soll-Druckgradient
ist, desto langsamer wird die Schrägscheibe der Axialkolbenmaschine 2 verstellt. Nach
dem Regelglied 108 wird dann der Soll-Ausgangsdruck einem Regelglied 110 in Form eines
PID-Glieds zugeführt. Als weitere Eingangsgröße für das Regelglied 110 ist dann der
Ist-Ausgangsdruck 52 vorgesehen. Als Ausgangsgröße des Regelglieds 110 ergibt sich
die Stellgröße 75, die dem Minimalwertbildner 80 zugeführt wird.
[0036] Der Ist-LS-Druck 56 des Reglers 90 wird vor dem Summierglied 104 einem Filter 112
zugeführt, bei dem es sich um einen variablen PT1-Filter handelt. Das Gleiche gilt
für den Ist-Ausgangsdruck, der vor dem Regelglied 110 ebenfalls einem Filter 114 in
Form eines variablen PT1-Filters zugeführt wird. Die Filter 112 und 114 haben variable,
insbesondere druckabhängige, Filterkoeffizienten.
[0037] Der Regler 92 hat als Eingangsgrößen die Ist-Drehzahl 8, das Ist-Fördervolumen 40,
den Ist-Ausgangsdruck 52 und ein Soll-Drehmoment 116. Die Eingangsgrößen werden einem
Regelglied 118 in Form eines P-Glieds zugeführt. Als Ausgangsgröße für das Regelglied
118 ist die Stellgröße 78 vorgesehen, die dem Minimalwertbildner 80 zugeführt ist.
Nach dem Regelglied 118 ist für die Stellgröße 78 ein Regelglied 120 vorgesehen, bei
dem es sich wie bei dem Regelglied 106 um einen invertierten PT1-Filter handelt. Des
Weiteren wird die Ist-Drehzahl, das Ist-Fördervolumen 40 und der Ist-Ausgangsdruck
8 vor Zuführung zum Regelglied 118 einem Regelglied 122 zugeführt. Dieses dient zur
Berechnung eines Ist-Drehmoments 124 basierend auf der Ist-Drehzahl 8, auf dem Ist-Fördervolumen
40 und dem Ist-Ausgangsdruck 8. Die Berechnung erfolgt anhand eines Kennfelds des
Regelglieds 122. Das Kennfeld ist abhängig von dem Ist-Ausgangsdruck 52, der dem Regelglied
122 zugeführt wird. Des Weiteren wird dem Regelglied 122 das Ist-Fördervolumen 40
zugeführt. Das Kennfeld kann dann alternativ oder zusätzlich vom Ist-Fördervolumen
40 abhängen. Mit anderen Worten wird das Ist-Drehmoment 124 aus der Ist-Drehzahl 8
und aus dem Ist-Ausgangsdruck 52 und/oder aus dem Ist-Fördervolumen 40 gebildet. Das
Ist-Drehmoment 124 wird dann im Anschluss einem Filter 126 in Form eines PT1-Glieds
zugeführt, bevor es zum Regelglied 118 gelangt.
[0038] Des Weiteren wird das Ist-Fördervolumen 40, bevor es dem Regelglied 98 zugeführt
wird, einem Filter 99 in Form eines PT1-Glieds zugeführt.
[0039] Der Minimalwertbildner 80 bildet aus den Stellgrößen 72, 75 und 78 die Soll-Fördervolumen-Verstellgeschwindigkeit
82 oder Soll-Schwenkwinkel-Verstellgeschwindigkeit. Diese wird einem Regelglied 128
zugeführt. Mit diesem kann die Dynamik der Druckmittelversorgungsanordnung 1 beeinflusst
werden. Hierfür ist als weitere Eingangsgröße für das Regelglied 128 eine Soll-Fördervolumen-Verstellgeschwindigkeit
130 oder Soll-Schwenkwinkel-Verstellgeschwindigkeit vorgesehen, die verstellbar ist.
Beispielsweise ist mit der Soll-Fördervolumen-Verstellgeschwindigkeit 130 oder Soll-Schwenkwinkel-Verstellgeschwindigkeit,
die aus dem Minimalwertbildner 80 ausgegebene Soll-Fördervolumen-Verstellgeschwindigkeit
82 oder Soll-Schwenkwinkel-Verstellgeschwindigkeit limitierbar und/oder derart beeinflussbar,
dass, je höher die Größe 130 ist, desto schneller kann die Schrägscheibe der Axialkolbenmaschine
2 verschwenkt werden und umgekehrt. Somit kann die Dynamik der Druckmittelversorgungsanordnung
1 durch Verstellen der Soll-Fördervolumen-Verstellgeschwindigkeit 130 und/oder durch
Verstellen des Soll-Druckgradienten 102 beeinflusst werden. Beispielsweise kann hierdurch
die Druckmittelversorgungsanordnung 1 an unterschiedliche Arbeitsmaschinen und/oder
an unterschiedliche Einsatzbedingungen und/oder an unterschiedliche Einsatzzwecke
auf einfache und kostengünstige Weise angepasst werden.
[0040] Nach dem Regelglied 128 wird die Soll-Fördervolumen-Verstellgeschwindigkeit 132 oder
Soll-Schwenkwinkel-Verstellgeschwindigkeit dem zweiten Regelkreis 96 als Eingangsgröße
zugeführt. Dieser hat ein Regelglied 134 in Form eines PI-Glieds. Als weitere Eingangsgröße
für das Regelglied 134 ist die Ist-Fördervolumen-Verstellgeschwindigkeit 84 oder Ist-Schwenkwinkel-Verstellgeschwindigkeit
vorgesehen. Diese basiert auf dem Ist-Fördervolumen 40, das in einem Regelglied 136
abgeleitet wird. Danach wird die Ableitung, also die Ist-Fördervolumen-Verstellgeschwindigkeit,
einem Filter 138 in Form eines PT1-Filters zugeführt. Anschließend ist ein Regelglied
140 in Form eines invertierten PT1-Filters vorgesehen, bevor die Ist-Größe 84 dem
Regelglied 134 zugeführt ist. Das Regelglied 134 des zweiten Regelkreises 96 weist
als Ausgangsgröße die Stellgröße 18 für das Pilotventil 14 aus Fig. 1 auf. Diese wird
einem Summierglied 142 zugeführt. Als weitere Eingangsgröße für das Summierglied 142
ist ein Vorsteuerwert 144 vorgesehen. Bei diesem handelt es sich um eine Ausgangsgröße
eines Regelglieds 150, das als Eingangsgröße den Ist-Ausgangsdruck 52 aufweist. Basierend
auf dem Ist-Ausgangsdruck 52 wird dann der Vorsteuerwert 144 ermittelt. Das Summierglied
142 verknüpft dann die Stellgröße 18 und den Vorsteuerwert 144, womit ein Neutralstrom
im stationären Betriebszustand des Pilotventils vorgesteuert ist. Es erfolgt damit
eine druckabhängige Vorgabe eines Neutralsignalwertes für das Pilotventil 14 aus Fig.
1. Dies hat den Vorteil, dass die Steuerung 20 hinsichtlich dieser Steuerungsaufgabe
entlastet wird. Als Ausgangsgröße des Summierglieds 142 ist dann eine endgültige Stellgröße
146 für das Pilotventil 14 vorgesehen.
[0041] Im Regelglied 150 kann der Vorsteuerwert 144 vorzugsweise modellbasiert unter Berücksichtigung
von Strömungskräften beim Pilotventil 14 und/oder einem Magnetcharakteristikum des
Aktors 16 und/oder einer Steuerkantencharakteristik des Ventilschiebers des Pilotventils
14 und/oder einer Federsteifigkeit der Ventilfeder 22 ermittelt sein.
[0042] Fig. 4 zeigt schematisch ein Regelglied 168. Dieses kann alternativ zu dem Regelglied
150 aus Fig. 3 für den zweiten Regelkreis 96 vorgesehen sein. Als Ausgangsgröße ist
der Vorsteuerwert oder die Vorsteuergröße 144 vorgesehen. Über einen Schalter 170
ist das Regelglied 168 aktivierbar und deaktivierbar. Das Regelglied 168 hat einen
Eingangsblock 172, einen Kennfeldblock 174 und einen Ausgangsblock 176. Als Eingangsgröße
für den Eingangsblock 172 kann ein Soll-Strom 178 (siehe 146 Fig. 3) bei Bedarf vorgesehen
sein. Des Weiteren kann als Eingangsgröße ein Soll-Ausgangsdruck 180 (siehe 74 Fig.
2) vorgesehen sein. Dieser wird beispielsweise entsprechend den Ausführungen gemäß
Fig. 3 ermittelt oder der Soll-Ausgangsdruck wird zusätzlich zum Regelglied 110, s.
Fig. 3, dem Eingangsblock 172 zugeführt. Als weitere Eingangsgröße für den Eingangsblock
172 ist der Ist-Ausgangsdruck 52, s. auch Fig. 3, vorgesehen. Alternativ ist denkbar,
den gefilterten Ist-Ausgangsdruck nach dem Filter 114 als Eingangsgröße zu verwenden.
Als weitere Eingangsgröße kann das Soll-Fördervolumen 70 oder der Soll-Schwenkwinkel
vorgesehen sein. Des Weiteren ist denkbar, als Eingangsgröße das Ist-Fördervolumen
40 oder den Ist-Schwenkwinkel zu verwenden. Außerdem kann die Ist-Fördervolumen-Verstellgeschwindigkeit
84 oder Ist-Schwenkwinkel-Verstellgeschwindigkeit als Eingangsgröße vorgesehen sein.
Die Temperatur 154 ist ebenfalls als Eingangsgröße verwendbar. Anhand einer oder mehrerer
der Eingangsgrößen, insbesondere anhand der Temperatur 154 und/oder anhand des Ist-Ausgangsdrucks
52 und/oder anhand des Ist-Fördervolumens 40 wird im Kennfeldblock 174 der stationäre
Betriebszustand identifiziert, bei dem die Ist-Fördervolumen-Verstellgeschwindigkeit
84 oder Ist-Schwenkwinkel-Verstellgeschwindigkeit Null ist. Im Kennfeldblock 174 ist
des Weiteren ein aktuelles Kennfeld und/oder ein initiales Kennfeld abgelegt. Es wird
ermittelt, ob der stationäre Betriebszustand oder Arbeitspunkt auf dem Kennfeld liegt.
Liegt der Arbeitspunkt nicht auf dem Kennfeld, so wird ein Punkt auf dem Kennfeld
gewählt, der dem Arbeitspunkt am Nächsten kommt, wobei es sich bei diesem Punkt dann
um einen Stützpunkt handelt. Liegt der Arbeitspunkt auf dem Kennfeld, dann ist der
Arbeitspunkt der Stützpunkt. Ist der Arbeitspunkt vom Kennfeld beabstandet, dann wird
das Kennfeld entsprechend aktualisiert, so dass der Arbeitspunkt wieder auf dem Kennfeld
liegt. Anhand des aktualisierten Kennfelds wird beim Ausgangsblock 176 der Vorsteuerwert
144 ermittelt.
[0043] Gemäß Fig. 5 kann die Adaption derart erfolgen, dass in einem Schritt 182, wie oben
erläutert, der stationäre Betriebszustand der Druckmittelversorgungsanordnung über
die Steuerung 20, s. Fig. 3, ermittelt wird. Die Ermittlung erfolgt dabei derart,
dass die Ist-Fördervolumen-Verstellgeschwindigkeit 84 oder Ist-Schwenkwinkel-Verstellgeschwindigkeit
Null ist. Der in diesem Fall vom Regelglied 134 als Fehler zum Neutralstrom 144 oder
Vorsteuerwert 144 dazu gesteuerte Signalanteil wird dann als Fehler von dem Kennfeld
oder der Neutralstromkurve abgezogen in Schritt 184. Der Abzug erfolgt hierbei von
dem Stützpunkt der Neutralstromkurve, also demjenigen Punkt, der dem stationären Betriebszustand
entspricht oder diesem am Nächsten liegt. Das Kennfeld kann eindimensional sein, beispielsweise
ein Ist-Ausgangsdruck-Neutralstrom-Kennfeld. Denkbar ist auch ein mehrdimensionales
Kennfeld vorgesehen, beispielsweise mit dem Ist-Ausgangsdruck, der Ist-Temperatur
und der Ist-Drehzahl.
[0044] Fig. 6 zeigt beispielhaft ein Kennfeld in Form einer Neutralstromkurve 186. Der Neutralstrom
I ist dabei abhängig vom Ist-Ausgangsdruck p. Der Neutralstrom I steigt hierbei bei
steigendem Ist-Ausgangsdruck p und umgekehrt. Denkbar wäre auch, dass der Neutralstrom
I bei einem steigenden Ist-Ausgangsdruck p sinkt und umgekehrt.
1. Hydraulische Druckmittelversorgungsanordnung für einen offenen hydraulischen Kreis,
mit einer Hydromaschine (2), mit einem Verstellmechanismus (12), der einen Stellzylinder
(34) mit einem Stellkolben (36) zum Verstellen des Fördervolumens der Hydromaschine
(2) aufweist und der ein elektrisch proportional ansteuerbares Pilotventil (14) aufweist,
wobei über das Pilotventil (14) ein Zufluss und/oder ein Abfluss in einem vom Stellkolben
(36) begrenzten Steuerraum (32) des Stellzylinders (34) steuerbar ist, um den Stellkolben
(36) zum Ansteuern mit Druckmittel zu beaufschlagen, und wobei eine elektronische
Steuerung (20) für das Pilotventil (14) vorgesehen ist, die einen Regler (60, 62;
94, 96) mit einer Ausgangsgröße in Form einer Stellgröße (146) für das Pilotventil
(14) hat, wobei ein Ventilschieber des Pilotventils (14) bei einem bestimmten Neutralstrom
eine Stellung einnimmt, bei der vorgesehen ist, dass der Stellkolben (36) keine Bewegung
ausführt, dadurch gekennzeichnet, dass ausgangsseitig des Reglers (60, 62; 94, 96) eine Vorsteuergröße (144) für den Neutralstrom
mit der Stellgröße (146) des Reglers (60, 62; 94, 96) verknüpft ist, um die Stellgröße
(146) für das Pilotventil (14) einzustellen.
2. Druckmittelversorgungsanordnung nach Anspruch 1, wobei die Steuerung (20) für die
Vorsteuergröße (144) ein Regelglied (150, 168) hat, das anhand eines Kennfelds die
Vorsteuergröße (144) ermittelt.
3. Druckmittelversorgungsanordnung nach Anspruch 2, wobei als Eingangsgröße für das Regelglied
(150, 168) zumindest eine Betriebsgröße (40, 52, 70, 84, 154, 178, 180) der Druckmittelversorgungsanordnung
(1) vorgesehen ist.
4. Druckmittelversorgungsanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das
Kennfeld und/oder die Vorsteuergröße (144) adaptierbar ist.
5. Druckmittelversorgungsanordnung nach Anspruch 3 oder 4, wobei als Betriebsgröße ein
Ist-Ausgangsdruck der Hydromaschine (2) und/oder eine Ist-Drehzahl (8) der Hydromaschine
(2) und/oder eine Ist-Temperatur (154) eines Druckmittels und/oder ein Ist-Fördervolumen
(40) der Hydromaschine (2) vorgesehen ist.
6. Druckmittelversorgungsanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der
Regler (134) zum Regeln einer Ist-Schwenkwinkel-Verstellgeschwindigkeit (84) der Hydromaschine
(2) vorgesehen ist, der als Eingangsgröße eine Ist-Schwenkwinkel-Verstellgeschwindigkeit
(84) und eine Soll-Schwenkwinkel-Verstellgeschwindigkeit (132) der Hydromaschine (2)
aufweist und der als Ausgangsgröße die Stellgröße (18) des Reglers (60, 62; 94, 96)
für das Pilotventil (14) aufweist.
7. Verfahren für eine hydraulische Druckmittelversorgungsanordnung gemäß einem der vorhergehenden
Ansprüche mit dem Schritt:
- Verknüpfung der Vorsteuergröße (144) für den Neutralstrom mit der Stellgröße (18)
des Reglers (60, 62; 94, 96), um die Stellgröße (146) für das Pilotventil (14) einzustellen.
8. Verfahren nach Anspruch 7, wobei folgende Schritte vorgesehen sind:
- Ermittlung eines stationären Betriebszustands der Druckmittelversorgungsanordnung
über die Steuerung (20),
- Adaption der Vorsteuergröße (144) und/oder des Kennfelds auf Basis des stationären
Betriebszustands.
9. Verfahren nach Anspruch 8, wobei die Adaption der Vorsteuergröße (144) und/oder des
Kennfelds derart erfolgt, dass beim stationären Betriebszustand die Stellgröße (18)
des Reglers (60, 62; 94, 96) in einer mittleren Stellung des Ventilschiebers des Pilotventils
(14) Null ist.
10. Verfahren nach Anspruch 8 oder 9, wobei bei dem stationären Betriebszustand die Ist-Schwenkwinkel-Verstellgeschwindigkeit
(84) der Hydromaschine (2) Null ist.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 10, wobei, falls die Stellgröße (18) des
Reglers (60, 62; 94, 96) beim stationären Betriebszustand von null abweicht und somit
als Fehlerwert zum Neutralstrom dazu gesteuert wird, die Stellgröße (18) als Fehlerwert
mit der Vorsteuergröße (144) und/oder mit dem Kennfeld derart verrechnet wird, dass
hierdurch die Vorsteuergröße (144) und/oder das Kennfeld adaptiert oder aktualisiert
wird.
12. Verfahren nach Anspruch 11, wobei als Verrechnung eine Subtraktion der Stellgröße
als Fehlerwert von der Vorsteuergröße (144) und/oder dem Kennfeld vorgesehen ist.