[0001] Die Erfindung betrifft ein Halteprofil zur Montage eines Flächenelements für Geländer
von Balkonen, Terrassen, französischen Balkonen, Loggien o.dgl., sowie zum Toleranzausgleich
von unterschiedlichen Stärken des Flächenelements.
Stand der Technik
[0002] Bekannt sind Tragprofile in einer U-förmigen Ausgestaltung zur Aufnahme von Glasplatten,
die zwischen zwei Profilschenkeln des U-Profils klemmend gehalten werden.
[0003] Zur vertikalen Fixierung von Scheiben, insbesondere Glasscheiben, im Tragprofil sind
beispielsweise Keil-Fixieranordnungen zwischen einer inneren bzw. äußeren Seitenwange
des Tragprofils und der innen- und außenseitigen Randzone der Glasscheibe vorgesehen.
[0004] Die
DE 20 2015 106 963 U1 offenbart eine Glasgeländer-Halteanordnung mit einer Glasplatte, die als Geländer
für Gebäudeteile verwendbar ist, und die in ein U-förmiges Tragprofil zur Abstützung
der Glasplatte aufgenommen ist, mit einer Keil-Fixieranordnung zur vertikalen Fixierung
der Glasplatte, wobei die Keil-Fixieranordnung dem Tragprofil zugeordnete Anlageschenkel
mit sich nach oben keilförmig öffnenden Anlageflächen und zwischen der Glasplatte
und der Anlagefläche Fixierkeile aufweist, wobei die Anlageflächen, die mit den Keilflächen
der Fixierkeile verspannt sind, mit einer quer zur Keilrichtung verlaufenden Riffelung
versehen sind und die mit der Glasplatte verspannten Keilflächen der Fixierkeile mit
einer nach außen vorgewölbten Bombierung versehen sind.
[0005] Die
WO 2013/174373 offenbart ein Profilsystem zur Befestigung von flexiblen Paneelen. Das Profilsystem
weist mindestens zwei Befestigungsprofile auf. Das erste Befestigungsprofil ist mittels
ein- und aufsteckbarer weiterer Profile in verschiedenen Ausrichtungen miteinander
verbunden. Das Profilsystem verbindet ein flexibles Paneel und stellt eine geschlossene
Fläche für Dach-, Wand-, Fassaden-, Boden- und Freilandmontagen unter Wölbungsdruck
auf einer Unterkonstruktion auf Flächen oder Säulen bzw. Trägern her. Das flexible
Paneel ist zwischen zwei Befestigungsprofilen angeordnet und wird durch Einrasten
und Einklemmen mit Feder- und Wölbungsdruck in einer teilgerundeten, hakenartigen
Einkerbung mit einer Dehnungsausgleichsfläche kraftschlüssig verbunden. Mittels einer
innenliegenden Profilrundung wird gleichzeitig die Aufnahme eines Stabilisierungsrohrs
zur Steckverbindung an den Stößen bzw. Schnittkanten kraftschlüssig überbrückt und
ein rückwärtiges spiegelbildliches Verbinden zweier systemgleicher Befestigungsprofile
mittels zusätzlicher Halteklemmen oder - profilen ermöglicht. Es ist eine wasserabführende
Formgebung und Ausrichtung der eingerasteten bzw. eingeklemmten Teile in Verbindung
mit Überständen vorgesehen.
[0006] Nachteilig an den bekannten Tragprofilen ist, dass eine Verstellbarkeit der einzusetzenden
Scheibe innerhalb des Profils nicht oder nur erschwert möglich ist, da die Keilrastungen
nicht einfach zu handhaben sind. Herstellungsbedingte unterschiedliche Glasdicken
lassen sich mit den bekannten Systemen nicht ausgleichen.
[0007] Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein Halteprofil zur Verfügung zu stellen, das
eine einfache Montage, eine sichere Einspannung sowie einen Ausgleich von unterschiedlichen
Glasdicken einer einzuspannenden Glasscheibe innerhalb des Halteprofils ermöglicht.
Offenbarung der Erfindung
[0008] Die Erfindung wird durch die Merkmale des Hauptanspruchs offenbart. Ausführungsformen
und Weiterbildungen sind Gegenstand der sich an den Hauptanspruch anschließenden weiteren
Ansprüche.
[0009] Es wird ein Halteprofil für ein als Geländer für Gebäudeteile wie Balkone, Podeste,
Galerien, Treppen, Terrassen, oder als Vordächer, Überkopfkonstruktionen, Raumteiler
o.dgl. ausgebildetes Flächenelement, insbesondere einer Glasscheibe, sowie zum Toleranzausgleich
von unterschiedlichen Stärken des Flächenelements, offenbart. Des Weiteren wird ein
Verfahren für die Montage des Halteprofils offenbart.
[0010] Balkone werden von einer Brüstung oder einem Geländer eingefasst. Insbesondere bei
Ganzglasgeländern werden keine weiteren statisch wirksamen baukonstruktiven Elemente
wie Geländerstäbe oder -pfosten verwendet. Ganzglasgeländer werden als in Halteprofilen
verspannte Flächenelemente aus Sicherheitsglas ausgeführt. Die erfindungsgemäße Lösung
kann insbesondere für Ganzglasgeländer ausgeführt sein, aber auch bei sonstigen Anordnungen
verwendet werden. Die dabei verwendete Platte, Scheibe oder Glasscheibe bzw. das Flächenelement
kann aus unterschiedlichen Materialien ausgebildet sein, beispielsweise Holz, Kunststoff
o.dgl. Im beschriebenen Ausführungsbeispiel ist diese Scheibe für ein Ganzglasgeländer
als Glasscheibe ausgebildet.
[0011] Die Halteanordnung umfasst ein die Glasscheibe abschnittsweise aufnehmendes, im Querschnitt
U-förmiges Halteprofil zur Abstützung und Halterung der Glasscheibe und deren Befestigung
an einem Gebäudeteil. Das Halteprofil kann auch als F-Profil ausgebildet sein, um
am Baukörper für eine Verwendung als Geländerhalterung angeordnet werden zu können.
Das F-Profil weist dann einen U-förmigen Bereich zur Aufnahme der Glasscheibe auf.
[0012] Dabei wird als Halteanordnung ein sogenanntes "leichtes" Halteprofil offenbart. Das
Halteprofil ist beispielsweise aus Leichtmetall bzw. einer Leichtmetalllegierung ausgebildet.
Das Halteprofil ist aus Aluminium oder Kunststoff, insbesondere Hartkunststoff, ausgebildet.
[0013] In dem Halteprofil wird eine Unterlage für die einzusetzende Glasscheibe angeordnet.
Diese Unterlage ist als Schuh, insbesondere als Profil- bzw. Gummischuh ausgebildet.
Der Profilschuh kann Löcher aufweisen, zum Beispiel zum Durchscheinen von LEDs oder
zur Entwässerung. Die Glasscheibe wird das dem Halteprofil in der Größe angepassten
kleinen Profilschuh eingesetzt. Dieser ist aus einem Kunststoff bzw. einem geschäumten
Kunststoff oder einem Gummimaterial ausgebildet. Er verhindert einen direkten Kontakt
des Halteprofils, das in einem Ausführungsbeispiel aus Aluminium ausgebildet ist,
mit der Glasscheibe. Der Profilschuh weist eine Ausbildung auf, die etwas kleiner
bzw. weniger breit ausgeführt ist als die lichte Weite zwischen den beiden Profilschenkeln
des U-förmigen Bereichs des Halteprofils. Beim Einsetzen in den unteren Teil des U-förmigen
Bereichs "wackelt" der Profilschuh daher vorerst. Der Profilschuh kann U-förmig mit
Wangen, L-förmig oder als Einlegeplatte mit davon getrennten oder trennbaren Seitenteilen
bzw. Wangen ausgebildet sein.
[0014] Das Halteprofil weist an den oberen Enden der beiden Profilschenkel eine in etwa
U-förmige Nut sowie rundliche Einbuchtungen auf. Im distal vom Gebäude entfernten
Bereich eines ersten Profilschenkels wird eine speziell auf diese Ausgestaltung ausgebildete
Außendichtung eingesetzt.
[0015] Danach erfolgt das Einsetzen der Glasscheibe in den Profil- bzw. Gummischuh zwischen
den beiden Profilschenkeln des U-förmigen Bereichs des Halteprofils. Die Glasscheibe
wird an die Außendichtung gedrückt, so dass ein Raum zwischen der Glasscheibe und
dem zweiten, proximal an dem Gebäudeteil angeordneten Profilschenkel entsteht. Es
kann ebenso ein Raum zwischen der Glasscheibe und einer Wange des Profilschuhs ausgebildet
sein.
[0016] In diesen Raum wird ein erstes Klemmelement eingesetzt. Dieses Klemmelement kann
aus einem gummiartigen oder Kunststoffmaterial ausgebildet sein. Das Kunststoffmaterial
ist vergleichsweise "hart" ausgebildet. Eine weichere Ausbildung wie beispielsweise
bei einem Dichtmaterial ist nicht geeignet, da die Glasscheibe dann wackelt. Das Klemmelement
kann als erstes und zweites oder unteres und oberes Klemmelement, je nach der vertikalen
oder horizontalen Ausrichtung der Glasscheibe, eingesetzt werden. Das Klemmelement
kann beispielsweise als durchgehende Profilschnur oder abschnitts- bzw. stückweise
angeordnet werden. Das Klemmelement ist zwar aus einem harten Kunststoff ausgebildet,
aber dennoch ausreichend flexibel, um zwischen der Glasscheibe und dem entsprechenden
Profilschenkel eingebracht zu werden. Dabei spielt auch die Eigenschaft des oder der
Profilschenkel, beispielsweise ihre Nachgiebigkeit, eine Rolle. Je nach der Duktilität
der Profilschenkel und der Ausbildung der Glasscheibe, beispielsweise der Dicke, kann
das Klemmelement im Material weicher oder härter ausgebildet sein und unterschiedliche
Ausformungen und/oder Durchmessergrößen aufweisen. Der Querschnitt des Klemmelements
kann rund, oval, dreieckig, mehreckig oder in einer anderen geeigneten Form ausgebildet
sein. Als Material für die Klemmelemente sind beispielsweise Aluminium bzw. Weichaluminium
oder Terpolymere aus Ethylen, Propylen und Dien, also Synthesekautschuke, geeignet.
[0017] Erst mit Einbringen der Glasscheibe wird der Profilschuh bzw. Gummischuh auseinander
gedrückt. Nach dem Einbringen der Glasscheibe ist noch ein Spalt mit Luft zwischen
dem Profilschuh bzw. dessen einem Profilschenkel sowie dem distal von einem Gebäude
weg zeigenden ersten Profilschenkel des Halteprofils ausgebildet.
[0018] Aufgrund seiner Größe und der Entfernung der Glasscheibe vom zweiten Profilschenkel
fällt das erste Klemmelement nach unten in Richtung des Profilschuhs. Danach wird
ein größer als das erste Klemmelement ausgebildetes, zweites Klemmelement in den Bereich
des zweiten Profilschenkels eingeführt, der ebenfalls Einbuchtungen, in diesem Fall
zur Anordnung dieses zweiten Klemmelements aufweist.
[0019] Wird die Glasscheibe nun in die Richtung hin zum Gebäudeteil bzw. hin zum zweiten
Profilschenkel gekippt und das zweite Klemmelement eingedrückt, bewegt sich der Profilschuh
mit der eingesetzten Glasscheibe hin zum ersten Profilschenkel des Halteprofils. Dadurch
rutscht das erste Klemmelement in Richtung des Profilschuhs nach unten. Die Glasscheibe
kann dann durch das Herunterdrücken des zweiten Klemmelements von oben in die erste
oder eine der darunter folgenden Einbuchtung des zweiten Profilschenkels in eine gewünschte,
i.d.R. senkrechte Position gebracht werden. Somit ist die Glasscheibe dadurch sicher
gelagert. Ist das zweite Klemmelement in seine "passende" Einbuchtung verschoben,
wird im oberen Bereich des Halteprofils zwischen dem zweiten Profilschenkel und der
Glasscheibe eine Abschlussdichtung angeordnet.
[0020] Durch die zusätzlichen Elemente wie die mindestens zwei Klemmelemente, die als Profilstäbe
oder -schnüre ausgebildet sein können, die spezielle Ausgestaltung der Außendichtung
und deren Zusammenwirken ist die Glasscheibe sicher feststellbar, die ggf. herstellungsbedingt
unterschiedlichen Glasstärken sind ausgeglichen und die Glasscheibe ist im Halteprofil
in der gewünschten Position gehalten.
[0021] Weitere Vorteile und vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind der nachfolgenden
Figurenbeschreibung, den Zeichnungen und den Ansprüchen entnehmbar.
[0022] Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Lösung anhand der
beigefügten schematischen Zeichnungen näher erläutert. Es zeigt:
- Fig. 1
- zeigt ein Halteprofil,
- Fig. 2
- zeigt das Halteprofil mit einem eingesetzten Profilschuh,
- In Fig. 3
- ist die Anordnung einer ersten Dichtung dargestellt,
- Fig. 4
- zeigt die Anordnung einer Glasscheibe im Profilschuh,
- Fig. 5
- stellt das Einsetzen eines ersten Klemmelements dar,
- Fig. 6
- zeigt das Einsetzen eines zweiten Klemmelements,
- Fig. 7
- zeigt die Verschiebung der Position des ersten Klemmelements und eine Verschiebung
der Glasscheibe und des Profilschuhs in Richtung eines zweiten Profilschenkels,
- Fig. 8
- stellt die Verschiebung der Position des zweiten Klemmelements dar,
- Fig. 9a
- zeigt eine eingesetzte zweite Dichtung,
- Fig. 9b
- zeigt zwei Kräftepaare,
- Fig. 10
- stellt das Halteprofil an einem Gebäudeteil dar und
- Fig. 11
- zeigt ein anderes Ausführungsbeispiel eines Halteprofils,
wobei alle vorgenannten Figuren im Längsschnitt dargestellt sind.
[0023] Fig. 1 zeigt ein im Querschnitt U-förmiges Halteprofil 10, das eine Glasscheibe zumindest
abschnittsweise zur Abstützung und Halterung aufnehmen soll. Das Halteprofil 10 ist
zur Befestigung an einem Gebäudeteil eines Baukörpers ausgebildet. Das Halteprofil
10 ist in diesem Ausführungsbeispiels als liegendes F-Profil ausgebildet, um am Baukörper
für eine Verwendung als Geländerhalterung angeordnet werden zu können. Das F-förmige
Halteprofil 10 weist einen ersten Profilschenkel 12 und einen zweiten Profilschenkel
14 sowie einen U-förmigen Bereich 16 zur Aufnahme der Glasscheibe zwischen einem ersten
Profilschenkel 12 und einem zweiten Profilschenkel 14 auf.
[0024] Das Halteprofil 10 ist als sogenanntes "leichtes Halteprofil" 10 ausgebildet. Das
Halteprofil 10 ist beispielsweise aus Leichtmetall bzw. einer Leichtmetalllegierung
oder Kunststoff, insbesondere Hartkunststoff, ausgebildet.
[0025] In der Fig. 2 ist dargestellt, wie im Halteprofil 10 eine Unterlage für die einzusetzende
Glasscheibe angeordnet wird. Diese Unterlage ist als Schuh 18, insbesondere als Profil-
bzw. Gummischuh 18 ausgebildet. Der Profilschuh 18 kann Löcher in seiner Längserstreckung
aufweisen. Der Profilschuh 18 dient dem Einsetzen einer Glasscheibe und ist daher
dem Halteprofil 10 in der Größe als sogenannter "kleiner Profilschuh" 18 angepasst
ausgebildet. Der Profilschuh 18 ist aus einem Kunststoff bzw. einem geschäumten Kunststoff
oder einem Gummimaterial ausgebildet. Er verhindert einen direkten Kontakt des Halteprofils
10, das in einem Ausführungsbeispiel aus Aluminium ausgebildet ist, mit der einzusetzenden
Glasscheibe.
[0026] Der Profilschuh 18 weist eine Ausbildung auf, die etwas kleiner bzw. weniger breit
ausgeführt ist als die lichte Weite zwischen den Profilschenkeln 12, 14 des U-förmigen
Bereichs 16 des Halteprofils 10. Beim Einsetzen in den unteren Teil des U-förmigen
Bereichs 16 "wackelt" der Profilschuh 18 daher vorerst.
[0027] Fig. 3 stellt das Einsetzen einer speziell ausgeformten Außendichtung 20 dar. Das
Halteprofil 10 weist an den oberen Enden der beiden Profilschenkel 12, 14 jeweils
eine in etwa U-förmige Nut 22 sowie rundliche Einbuchtungen 24 auf. Im Bereich des
ersten Profilschenkels 12 wird die speziell auf diese Ausgestaltung angepasste Außendichtung
20 eingesetzt. Die Außendichtung 20 weist in einem unteren Bereich Ausbuchtungen 26
auf, die den im ersten Profilschenkel 12 des Halteprofils 10 ausgebildeten Einbuchtungen
24 entsprechen.
[0028] Fig. 4 zeigt das Einsetzen einer Glasscheibe 28 in den Profilschuh 18 zwischen den
beiden Profilschenkeln 12, 14 des U-förmigen Bereichs 16 des Halteprofils 10. Die
Glasscheibe 28 wird anschließend an die Außendichtung 20 gedrückt, so dass ein Raum
zwischen der Glasscheibe 28 und dem zweiten, proximal an dem Gebäudeteil angeordneten
Profilschenkel 14 entsteht. Nach dem Einbringen der Glasscheibe 28 ist noch ein Spalt
mit Luft zwischen dem Profilschuh 18 bzw. dessen einem Schenkel sowie dem distal von
einem Gebäude weg zeigenden ersten Profilschenkel 12 des Halteprofils 10 ausgebildet.
[0029] Fig. 5 stellt dar, wie in den Raum zwischen der Glasscheibe 28 und dem zweiten Profilschenkel
14 ein erstes Klemmelement 30 eingesetzt wird. Dieses erste Klemmelement 30 kann aus
einem gummiartigen oder Kunststoffmaterial, vergleichsweise harten Terpolymer, beispielsweise
EPDM, ausgebildet sein. Das erste Klemmelement 30 ist beispielsweise als Rundstab
oder -schnur 30 ausgebildet. Aufgrund seiner Größe und der Entfernung der Glasscheibe
28 vom zweiten Profilschenkel 12 fällt das erste Klemmelement 30 in Richtung des Profilschuhs
18 nach unten.
[0030] Fig. 6 zeigt, wie nach dem Einsetzen des ersten Klemmelements 30 ein größer als das
erste Klemmelement 30 ausgebildetes zweites Klemmelement 32 in den oberen Bereich
des zweiten Profilschenkels 14 eingeführt wird, wobei der zweite Profilschenkel 14
ebenfalls Einbuchtungen 24, in diesem Fall zur Anordnung dieses zweiten Klemmelements
32, aufweist. Die Glasscheibe 28 wird in Richtung der Außendichtung 20 gedrückt. So
kann das zweite Klemmelement 32 in die entsprechende Ausnehmung 24 des zweiten Profilschenkels
14 gedrückt werden.
[0031] In Fig. 7 ist eine Bewegung des ersten Klemmelements 30 dargestellt. Wird die Glasscheibe
28 in die Richtung hin zum Gebäudeteil bzw. hin zum zweiten Profilschenkel 14 gekippt,
bewegt sich der Profilschuh 18 mit der eingesetzten Glasscheibe 28 hin zum ersten
Profilschenkel 12 des Halteprofils 10. Durch sein Eigengewicht rutscht das erste Klemmelement
30 in Richtung des Profilschuhs 18 nach unten. Die Glasscheibe 28 wird in Richtung
des ersten Profilschenkels 12 gedrückt. Die Glasscheibe 28 ist fest gehalten, wenn
das erste Klemmelement 30 nicht weiter nach unten rutscht. Dadurch ist ein erstes
Kräftepaar ausgebildet und die Glasscheibe 28 ist im unteren Bereich, also dem Bereich,
in dem der Profilschuh 18 angeordnet ist, gehalten.
[0032] Fig. 8 zeigt das Kippen der Glasscheibe 28 in die Richtung des ersten Profilschenkels
12 mit der Außendichtung 20. Die Glasscheibe 28 kann dann durch das Herunterdrücken
des zweiten Klemmelements 32 von oben nach unten in Pfeilrichtung in eine weitere
folgende Einbuchtung 24 des zweiten Profilschenkels 14 in eine gewünschte, i.d.R.
senkrechte Position gebracht werden. Hierdurch entsteht ein zweites Kräftepaar in
einem oberen Bereich, also dem Bereich des U-Profils, der dem Profilschuh entgegengesetzt
angeordnet ist. Dadurch entsteht eine Einspannung der Glasscheibe 28.
[0033] In Fig. 9a ist das zweite Klemmelement 32 in seine "passende" Einbuchtung 24 nach
unten in Richtung des Profilschuhs 18 verschoben. Die Glasscheibe 28 wird in Richtung
des zweiten Klemmelements 32 gedrückt. Dadurch kann das erste Klemmelement 30 abhängig
von der Glasdicke und der Durchmesserform und - dicke des Klemmelements 30 nochmals
nach unten fallen und sichert so die Lage der Glasscheibe 28. Es wird im oberen Bereich
des Halteprofils 10 zwischen dem zweiten Profilschenkel 14 und der Glasscheibe 28
eine Abschlussdichtung 34 angeordnet.
[0034] Fig. 9b zeigt die beiden in der Fig. 7 und 8 dargestellten Kräftepaare. Dabei ist
in Fig. 7 das erste, untere Kräftepaar dargestellt. In der Fig. 8 ist auch das zweite,
obere Kräftepaar dargestellt. Das erste Kräftepaar ist in der Fig. 9b mit A, das zweite
Kräftepaar ist in der Fig. 9b mit B bezeichnet und die Kräftepaare A, B sind jeweils
mit einer gestrichelten Linie gekennzeichnet. Diese beiden Kräftepaare A und B bewirken
eine Einspannung der Glasscheibe 28.
[0035] Fig. 10 zeigt das F-förmig ausgebildete Halteprofil 10, das an einem Baukörper angeordnet
ist. Die Befestigung des F-förmigen Halteprofils 10 erfolgt mit einem senkrecht durch
eine Öffnung in diesem F-förmigen Teil des Halteprofils 10 führenden Verbindungsmittel.
[0036] In Fig. 11 ist ein anderes Ausführungsbeispiel eines Halteprofils 10 mit einem U-förmigen
Bereich 16 zur Aufnahme der Glasscheibe 28 dargestellt. Der zweite Profilschenkel
14 weist eine Verlängerung 38 nach unten in Richtung auf den Boden des Baukörpers
36 auf. Die Befestigung am Baukörper 36 erfolgt durch das Einbringen einer Befestigungsschraube
in waagerechter Anordnung in eine entsprechende Öffnung in der Verlängerung 38 des
zweiten Profilschenkels 14.
[0037] Durch die erfindungsgemäße Anordnung und Ausbildung einer geeigneten Außendichtung
20, der Ausgestaltung des Profilschuhs 18 zur Aufnahme der Glasscheibe 28 und dem
Einsatz von mindestens zwei Klemmelementen 30, können sowohl Toleranzen in den Glasstärken
von Glasscheiben 28 für Glasgeländer ausgeglichen werden als auch eine einfache und
sichere Positionierung der Glasscheibe 28 im U-förmigen Bereich 16 des Halteprofils
10 erfolgen.
[0038] Alle in der Beschreibung, den nachfolgenden Ansprüchen und den Zeichnungen dargestellten
Merkmale können sowohl einzeln als auch in beliebiger Kombination miteinander erfindungswesentlich
sein.
Bezugszeichenliste
[0039]
- 10
- Halteprofil
- 12
- erster Profilschenkel
- 14
- zweiter Profilschenkel
- 16
- U-förmiger Bereich
- 18
- Profilschuh
- 20
- Außendichtung
- 22
- Nut
- 24
- Einbuchtung
- 26
- Ausbuchtung Außendichtung 20
- 28
- Glasscheibe
- 30
- erstes Klemmelement
- 32
- zweites Klemmelement
- 34
- Abschlussdichtung
- 36
- Baukörper
- 38
- Verlängerung Profilschenkel 14
- A
- erstes Kräftepaar
- B
- zweites Kräftepaar
1. Halteprofil (10) zur Halterung einer Glasscheibe (28), mit einem ersten Profilschenkel
(12) und einem zweiten Profilschenkel (14), dadurch gekennzeichnet, dass das Halteprofil (10) einen Profilschuh (18) und wenigstens ein erstes Klemmelement
(30) sowie wenigstens ein zweites Klemmelement (32) aufweist, die zwischen dem zweiten
Profilschenkel (14) und der Glasscheibe (28) angeordnet sind und dass der Profilschuh
(18), das erste Klemmelement (30) sowie das zweite Klemmelement (32) während der Montage
der Glasscheibe (28) im Halteprofil (10) in ihrer Position innerhalb eines U-förmigen
Bereichs (16) innerhalb des Halteprofils (10) veränderbar sind.
2. Halteprofil (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass am ersten Profilschenkel (12) eine Außendichtung (20) angeordnet ist.
3. Halteprofil (10) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Außendichtung (20) Ausbuchtungen (26) umfasst, die in mindestens einer Einbuchtung
(24) des ersten Profilschenkels (12) gelagert sind.
4. Halteprofil (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Klemmelement (32) in einer Einbuchtung (24) des zweiten Profilschenkels
(14) gelagert ist.
5. Halteprofil (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem Profilschuh (18) und dem ersten Profilschenkel (12) und/oder dem zweiten
Profilschenkel (14) ein freier Raum ausgebildet ist.
6. Halteprofil (10) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass bei eingesetztem zweiten Klemmelement (32) ein freier Raum zwischen der Glasscheibe
(28) und dem zweiten Profilschenkel (14) ausgebildet ist.
7. Halteprofil (10) nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der Glasscheibe (28) und mindestens einer Wange des Profilschuhs (18) ein
freier Raum ausgebildet ist.
8. Halteprofil (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem zweiten Profilschenkel (14) und der Glasscheibe (28) eine Abschlussdichtung
(34) angeordnet ist.
9. Halteprofil (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Profilschuh (18) durch das erste Klemmelement (30) hin zum ersten Profilschenkel
(12) gedrückt wird.
10. Halteprofil (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Klemmelement (30) und zumindest ein Teil des Profilschuhs (18) ein erstes
Kräftepaar (A) bilden.
11. Halteprofil (10) nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Klemmelement (32) und die Außendichtung (20) ein zweites Kräftepaar (B)
bilden.
12. Halteprofil (10) nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass durch das Zusammenwirken des ersten Kräftepaars (A) und des zweiten Kräftepaars (B)
eine Einspannung der Glasscheibe (28) erfolgt.
13. Halteprofil (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Lage des ersten Klemmelements (30) und des zweiten Klemmelements (32) im Zusammenwirken
mit der Außendichtung (20) einen Toleranzausgleich unterschiedlicher Glasdicken der
Glasscheibe (28) bewirkt.
14. Verfahren zur Montage eines Halteprofils (10) mit folgenden Schritten:
a) Anordnen eines Profilschuhs (18) zwischen einem ersten Profilschenkel (12) und
einem zweiten Profilschenkel (14) eines Halteprofils (10)
b) Einsetzen einer Außendichtung (20) am ersten Profilschenkel (12)
c) Einsetzen einer Glasscheibe (28) in den Profilschuh (18)
d) Andrücken der Glasscheibe (28) an die Außendichtung (20)
e) Erzeugen eines Raums zwischen der Glasscheibe (28) und dem zweiten Profilschenkel
(14)
f) Einsetzen eines ersten Klemmelements (30) und Heranziehen der Glasscheibe (28)
in Richtung des zweiten Profilschenkels (14)
g) Herunterfallen des ersten Klemmelements (30) durch sein Eigengewicht in Richtung
hin zum Profilschuh (18)
h) Dadurch Verschieben des Profilschuhs (18) in Richtung des ersten Profilschenkels(12)
i) Einsetzen eines zweiten Klemmelements (32)
j) Herunterdrücken des zweiten Klemmelements (32) in eine der Einbuchtungen (24) des
zweiten Profilschenkels (14) des Halteprofils (10)
k) Dadurch Erzielung einer Einstellbarkeit einer Neigung der Glasscheibe (18) und/oder
eines Toleranzausgleichs der Dicke der Glasscheibe (18)
l) Dadurch Erzielung einer Positionsveränderung des ersten Klemmelements (30) in Richtung
auf den Profilschuh (18)
m) Dadurch Lagesicherung der Glasscheibe (28)
n) Anbringen einer Abschlussdichtung (34) zwischen dem zweiten Profilschenkel (14)
und der Glasscheibe (28).
15. Verwendung eines Halteprofils (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 13 für die Anordnung
eines Ganzglasgeländers an einem Balkon, einer Balustrade, einem französischen Balkon
oder einer Terrasse.