[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Betonformplatte für einen Trockenestrich
oder für einen Bodenbelag insbesondere für einen Tankstellenplatz.
[0002] Es ist bekannt, zum Verlegen eines Trockenestrichs rechteckige Betonformplatten zu
verwenden, was den Vorteil gegenüber einem üblichen Estrich hat, dass der Estrich
sehr viel schneller begehbar ist, so dass bereits nach wenigen Tagen der Fußbodenbelag
aufgebracht werden kann. Die bekannten Betonformplatten weisen an ihrer einen Seitenkante
in der Regel eine Nut und an ihrer anderen Seitenkante eine Feder auf und sie werden
derart verlegt, dass jeweils die Feder der einen Platte in die Nut der anderen Platte
greift. Dies bringt es mit sich, dass die Verlegearbeit verhältnismäßig zeitaufwendig
ist und sich nur durch entsprechende Fachleute durchführen lässt. Darüber hinaus wird
es als nachteilig empfunden, dass Randplatten besonders zugeschnitten werden müssen,
was wiederum zeitaufwendig ist und vielfach größere Plattenverluste mit sich bringt.
[0003] So ist aus der
DE 28 11 348 A1 eine Betonformplatte mit einer rundum laufenden Nut in den Seitenkanten der Platte
angeordnet, so dass von jeder Seite Platten angelegt werden können.
[0004] Nachteilig ist aber weiterhin, dass die Nut-Feder-Verbindung durch Einschieben bzw.
Einstoßen der Platten erfolgt, was zum einem einen Freiraum in Richtung der noch nicht
verlegten Platten benötigt, zum anderen das Hineinstoßen kraftaufwändig und lärmbelastend
ist, und Kantenbereiche der Platten beschädigt werden können. Letztlich sind Gießformen
für derartige Platten mit tiefen Nuten relativ scharfkantig, so dass das entformen
nur mit Mühe erfolgen kann, und eine hohe Ausschussgefahr besteht.
[0005] Ausgehend von dem Stand der Technik schlägt die Erfindung, eine Betonformplatte für
eine Bodenverlegung als Trockenestrich oder zur Bodenpflasterung, insbesondere für
einen Tankstellenplatz vor, die ohne stoßendes Einschieben in eine benachbarte Platte
verlegbar ist und die fertigungstechnische Vorteile eines einfacheren Entschalens
bietet.
[0006] Diese Aufgabe wird durch den nachfolgend dargestellten Pflastersteinpalettenverbund
nach Anspruch 1 gelöst.
[0007] Die Erfindung geht aus von einer Betonformplatte für die Verlegung eines Bodenbelages,
insbesondere als Trockenestrich oder als Tankstellenbodenbelag, mit einer Länge L,
einer Breite B und einer Höhe H. Dazu sind an zwei gegenüberliegenden Randkanten eine
Federkante mit einem Federsteg und eine Nutkante mit einer Gelenknut zur Ausbildung
einer Stoßstelle mit einer benachbarten Betonformplatte in Art einer Nut-Feder-Verbindung
ausgeformt.
[0008] Es wird vorgeschlagen, dass die Federkante und die Nutkante in Art eines Anschlagscharniers
ausgebildet sind, so dass an einer Stoßstelle die Federkante eines Betonformteils
mittels einer Drehbewegung stoßfrei in die Nutkante eines benachbarten Betonformteils
einführbar ist.
[0009] Somit kann eine Betonformplatte beim Verlegen in Richtung Federkante in eine Nutkante
einer bereits verlegten Betonformplatte abgewinkelt eingesetzt und durch eine Drehsenkbewegung
rutscht die Federkante in die Nutkante und diese werden formschlüssig miteinander
verbunden. Gegenüber dem Stand der Technik ist ein mit Abstand zueinander verlegen
der Platten und lineares Hineinschieben der Federkante in die Nutkante nicht notwendig.
Auf einen Verlegeabstand als Freiraum insbesondere einer Randplatte bei beengten Platzverhältnissen
kann verzichtet werden, auch müssen keine Fügestöße ausgeübt werden, die eine Beschädigung
der Plattenkanten bewirken kann. Der Verlegeprozess geht deutlich geräuscharmer und
kann von einem Werker überwiegend im Stehen durchgeführt werden. Die Funktion Anschlagscharnier
wird durch das Zusammenspiel des Federstegs, der beim Aufsetzen auf die Nutkante bereits
in die Gelenknut ragt, und die Gelenknut bewirkt. Die Gelenknut umfasst einen ausragenden
Auflagesteg, der als Anschlag dient, sobald die beiden nebeneinander liegenden Betonformplatten
fluchte und der Federsteg vollständig in der Gelenknut eingeführt ist.
[0010] In einer vorteilhaften Ausführungsform kann die Federkante ein vom Federsteg rückspringende
Sperrkante und eine vom Federsteg rückspringende Ablagekante aufweisen, wobei die
Rücksprunglänge ls der Sperrkante kleiner als die Rücksprunglänge la der Ablagekante
sein kann. Somit ist sichergestellt, dass eine Anschlagwirkung durch die Ablagekante
der Federkante und des Auflagestegs der Gelenknut erreicht werden kann. Im Querschnitt
ragt somit der Federsteg von der Oberseite aus gesehen weniger weit als von der Unterseite
aus gesehen aus der Federkante heraus.
[0011] In einer vorteilhaften Ausführungsform kann die Nutkante einen von der Gelenknut
hervorspringenden Schließsteg und einen von der Gelenknut hervorspringenden Auflagesteg
aufweisen, wobei die Vorsprunglänge ls des Schließstegs kleiner als die Vorsprunglänge
la des Auflagestegs sein kann. Der Auflagesteg stellt das Widerlager des aus Gelenknut
und Federsteg gebildeten Drehgelenks im Sinne eines Anschlaggelenkes dar. Da die Vorsprunglänge
ls des unterseitigen Auflagestegs größer als die Vorsprunglänge des oberseitigen Schließstegs
ist, kann der Federsteg der benachbarten Betonformplatte zunächst auf dem Auflagesteg
abgesetzt und mittels der Drehsenkbewegung in die Gelenknut eingeschoben werden.
[0012] In einer vorteilhaften Ausführungsform kann die Vorsprunglänge Is des Schließstegs
vorzugsweise gleich oder kleiner als die Rücksprunglänge Is der Sperrkante und die
Vorsprunglänge la des Auflagestegs kleiner oder gleich der Rücksprunglänge la der
Ablagekante sein. Somit wird nach dem Zusammenfügen zweier benachbarter Betonformplatten
die Oberseite des Plattenverbundes geschlossen, da der Schließsteg in der benachbarten
Sperrkante aufgenommen ist. Vorteilhaft sind auch die Längen von Auflagesteg und Ablagekante
gleich, falls diese variieren, kann auf der Unterseite ein Kanal z.B. zum Verlegen
von Rohren oder Leitungen ausgebildet werden.
[0013] Es kann weiterhin vorteilhaft sein, dass alle genannten Maße, insbesondere Vorsprunglänge
Is, Rücksprunglänge Is, genannte Radien und/oder Höhen hsm, hsp, ham, hap spielbehaftet
sein. Spielbehaftet meint in diesem Zusammenhang sowohl eine fertigungstypische Toleranzabweichung
von einem gewünschten Nennmaß, als auch eine bewusste Verkleinerung bzw. Vergrößerung
hinsichtlich einer erweiterten Spielpassung der Nut-Federverbindung, so dass in allen
Lagen und ggf. auch bei einem baustellentypischen Verschmutzungsgrad eine spielbehaftete
Nut-Federverbindung herstellbar ist. Insbesondere können die Spielmaße um 1,5 % bis
8 % gegenüber einem spielfreien Maß verkleinert bzw. vergrößert sein, bevorzugt 2%
bis 5%. Daneben kann das Spiel ein Absolutmaß von kleiner 3 mm, bevorzugt 1 mm, insbesondere
0,5 mm betragen. Das Spiel kann sich auf alle relevanten Maße der Nut-Federverbindung,
aber auch nur auf ausgewählte Maße, insbesondere auf die Längenmaße Is und/oder Höhenmaße
hsm, hsp, ham, hap beziehen.
[0014] Ausgehend von den beiden vorgenannten Ausführungsformen ist es weiterhin vorteilhaft,
dass an einer Stoßstelle die Ablagekante eines Betonformteils auf dem Auflagesteg
des benachbarten Betonformteils aufliegen kann, und dass die Sperrkante des Betonformteils
an dem Schließsteg des benachbarten Betonformteils aufliegen kann. Insofern werden
eine geschlossene Oberseite und eine mechanisch feste Auflage der Federkante auf der
benachbarten Nutkante erreicht.
[0015] In einer vorteilhaften Ausführungsform kann der Federsteg mit einem Radius R1m abgerundet
sein, und die Gelenknut mit einem Radius R1p abgerundet sein, wobei bevorzugt der
Radius R1m des Federstegs gleich oder kleiner als der Radius R1p der Gelenknut ist.
Durch die abgerundete Ausformung kann eine Entschalung bei der Herstellung mit vermindertem
Ausschuss einfach und schnell erreicht werden. Bei gleichen Radien ist ein vollflächiges
Anliegen der Federkante in der Nutkante möglich. Bei einem - auch nur geringfügigen
- bis ca. 5% bis 10% verkleinerten Radius R1m des Federstegs gegenüber dem Radius
R1p des Gelenkstegs kann ein vereinfachtes Einführen des Federstegs auch bei unebenen
Flächen in die Gelenknut erreicht werden.
[0016] Ausgehend von den beiden weiter oben vorgenannten Ausführungsformen ist es weiterhin
vorteilhaft, dass die Sperrkante und die Ablagekante einen inneren Radius R2 aufweisen,
der gleich oder größer als ein innerer Radius R2 des Schließstegs und des Auflagestegs
sein kann. Der innere Radius ist jeweils der Radius der näher an der Gelenknut bzw.
dem Federsteg liegt. Durch abgerundete Ecken wird der Fügeprozess beim Einschwenken
zweier Platten vereinfacht, auch ist die Entschalung während der Herstellung erleichtert.
[0017] Ausgehend von den beiden weiter oben vorgenannten Ausführungsformen ist es weiterhin
vorteilhaft, dass die Sperrkante und die Ablagekante einen äußeren Radius R3 aufweisen,
der gleich groß wie ein äußerer Radius R3 des Schließstegs und des Auflagestegs sein
kann. Der äußere Radius ist jeweils der Radius der näher an der Oberseite bzw. der
Unterseite des Betonformteils liegt. Durch abgerundete Ecken wird der Fügeprozess
beim Einschwenken zweier Platten vereinfacht, auch ist die Entschalung während der
Herstellung erleichtert.
[0018] Vorteilhafter Weise sind die Radien R2 und R3 gleich groß. Es ist denkbar, die auf
der Oberseite liegenden Radien R3 möglichst klein zu wählen, um an den Stoßstellen
benachbarter Platten möglichst geringe Nuttiefen der Stoßstelle zu erhalten.
[0019] In einer vorteilhaften Variante der zuvor beschriebenen Ausführungsform kann der
Radius R1m des Federstegs und der Radius R1p der Gelenknut 10% bis 25%, bevorzugt
16,6 % der Höhe H der Betonformplatte 16 betragen. Die relative Größe des Federstegs
und der Gelenknut sind variabel, und bevorzugt gleich zu wählen. Durch eine Vergrößerung
des Radius R1p und R1m greifen benachbarte Betonformplatten dichter ineinander, durch
eine Verkleinerung wird die Verbindung geschwächt, dafür die Trittfestigkeit der Oberseite
an der Stoßstelle gestärkt. Insbesondere eine Größe der Radien R1m und R1p von in
etwa 1/6 der Höhe der Betonformplatte hat sich als vorteilhaft erwiesen.
[0020] In einer besonderen Ausführungsform nach einigen der oben genannten Spezifizierungen
kann eine Höhe hsm des Schließstegs kleiner, bevorzugt 2% bis 8% kleiner, oder gleich
einer Höhe hsp der Sperrkante sein, und eine Höhe ham des Auflagestegs kleiner, bevorzugt
2% bis 8% kleiner, oder gleich einer Höhe hap der Ablagekante sein, wobei bevorzugt
die Höhe hsp der Sperrkante und die Höhe hap der Ablagekante 22 gleich sind, und die
Höhe hsm des Schließstegs 18 und die Höhe ham des Auflagestegs 20 gleich sind, wobei
insbesondere alle Höhen hsm, hsp, ham, hap im Wesentlichen 33,3% der Höhe H der Betonformplatte
betragen. Aufgrund der geringfügigen 2%-8% verringerten Höhen der Stege der Nutkante
gegenüber den Kanten der Federkante ist ein leichtes Verbinden der Federkante in die
Nutkante möglich. Gerade an der Unterseite können abweichende Höhen ham<hap und hsm<hsp
benachbarter Platten genutzt werden, bodenseitige Kanäle z.B. zur Durchführung von
Leitungen vorzusehen. Es hat sich eine Aufteilung von im Wesentlichen 1/3 H der Höhen
hsm, hsp, ham, hsp sowie der Radien R1m und R1p von im Wesentlichen 1/6 H als vorteilhaft
erwiesen, da dieses eine symmetrische Aufteilung der Funktionselemente der Federkante
und Nutkante entspricht.
[0021] In einer vorteilhaften Ausführungsform kann auf einer Oberseite zumindest eine, insbesondere
fünf, gleichabständige und parallele Oberflächennuten angeordnet sein, die eine konische
Nutöffnung mit einem Nutöffnungswinkel β von größer 0°, insbesondere größer 5° aufweisen.
Die Oberflächennuten können bei Verwendung der Betonformplatten als Trockenestrich
zur Verlegung von Installationsleitungen wie elektrische Heizschlangen, Elektroleitungen
oder Wasserleitungen oder fluiddurchströmbare Fußbodenheizungsleitungen dienen. Auch
können mittels der Oberflächennuten Sollbruchstellen zur Kürzung der Betonformplatte
vorgesehen sein, um diese durch Brechen an diesen Stellen passend zu kürzen, z.B.
als Abschlussplatte eines Bodenbelags an der Wand. Aufgrund der konischen Nutöffnung
können Leitungen in einen Boden einfach eingelegt und eine Entnahme des Betonproduktes
aus einer Schalform bei der Herstellung vereinfacht werden. In einer Bodenflächenverlegung
können die Oberflächennuten zum vereinfachten Ablauf von Regenwasser dienen.
[0022] In der Regel ist die Feder- und die Nutkante durchgängig entlang der gesamten, gegenüberliegenden
Randkanten ausgebildet. Vorteilhaft können die Feder- und Nutkante abschnittsweise,
d.h. nicht durchgängig entlang der Randkante ausgebildet sein. So ist denkbar, in
einem Mittenabschnitt und/oder an endseitigen Abschnitten der Randkante komplementäre
Feder- und Nutkantenabschnitte vorzusehen. Daneben kann auch eine gleichabständige
Aufteilung mehrerer Feder- bzw. Nutkantenabschnittsbereiche entlang der Randkanten
vorgesehen sein. Es ist weiterhin denkbar, dass entlang jeder Randkante alternierende
Feder- und Nutkantenabschnitte angeordnet sind, so dass an jeder Randkante abschnittsweise
Federelemente und Nutkantenelemente abwechselnd angeordnet sind. So können an jeder
Randkante beispielsweise ein, zwei oder mehrere Federelemente bzw. ein, zwei oder
mehrere Nutelemente mit Abstand angeordnet sein, oder alternierend ein oder mehrere
Federelemente und ein oder mehrere Nutelemente abwechselnd angeordnet sein. Die Abstände
bzw. Abschnitte der Randkante, in denen weder Feder- noch Nutelement vorgesehen sind,
können als gewöhnliche stumpfe Kanten ausgebildet sein, oder beispielsweise konkave
Kanteneinschnürungen beispielsweise halbrunde oder dreiecksförmige Einschnitte ausbilden,
um als Funktionsöffnung beispielsweise als Abflussöffnung, Rohr- oder Kabeldurchführung
zu dienen. Mischformen dieser Varianten inhomogen gestalteter Randkanten sind ebenfalls
denkbar.
[0023] Daneben kann vorteilhaft die Federkante und die Nutkante entlang der Randkante variierende
Maße aufweisen. So können insbesondere die Längenmaße der Vor- und Rücksprunglängen
la, ls entlang der Randkante zur Ausbildung eines beliebig formbaren Vorsprungsprofils
variieren, so können beispielsweise ondulierte, gezackte oder bogenförmig verlaufende
Nutkanten ausgebildet sein. Daneben können die Höhen hsp, hap, ham, hsm entlang der
Randkante variieren, um beispielsweis einen Formschluss zur Verhinderung eines seitlichen
Verrutschens zu bewirken. Hierdurch können benachbarte Betonformplatten sowohl in
einer 1:1-Nachbarschaftsbeziehung reihenförmig verlegt werden, als auch entlang einer
Reihe querversetzt zueinander versetzt verlegt werden, wobei ein seitliches Verrutschen
mittels eines querwirkenden Formschlusses der Nut-Federverbindung verhindert und somit
eine exakte Ausrichtung bewirkt wird.
[0024] In nebengeordneten Aspekte wird eine Trockenestrichfläche oder eine Pflasterfläche,
insbesondere zur Verlegung eines Tankstellenplatzes, bestehend aus einer Vielzahl
von weiter oben beschriebener verlegter Betonformplatten vorgeschlagen. Mittels der
erfindungsgemäßen Betonformplatte kann ein einfacher Entschalungsvorgang ohne Ausschuss
wegen der durchweg konkaven Oberflächen ohne Hinterschneidungen und scharfen Kanten
erreicht werden. Ein Verlegen kann durch Einhebeln bzw. Einschwenken benachbarter
Platten ohne Stoßbelastung geräuscharm und ohne weiteren Bearbeitungsfreiraum insbesondere
in beengten Verhältnissen ermöglicht werden. Bei Verlegen als Pflasterfläche z.B.
für einen Tankstellenplatz können die Betonformplatten entsprechend der mechanischen
Belastungen in der Höhe H verstärkt z.B. in Höhen von 10 cm, 12 cm oder 14 cm ausgelegt
sein. Auch kann hierbei auf Oberflächennuten verzichtet und eine glatte Oberfläche
bevorzugt werden.
[0025] In einem nebengeordneten Aspekt wird ein Palettenverbund aus Betonformplatten bestehend
aus mehreren Lagen von Betonformplatten vorgeschlagen, wobei unter jeder Lage der
Betonformplatten eine biegeschlaffe Unterlage, insbesondere ein Textil, ein Vlies
oder eine Folie angeordnet ist, und die Unterlage in einem Verlegeprozess mit der
Lage der Pflastersteine gemeinsam verlegbar ist. Dabei kann eine lose Auflage der
Lage von Betonformplatten auf der Unterlage möglich sein, oder zumindest ein oder
mehrere einzelne, oder alle Betonformplatten jeder Lage können auf der Unterlage,
insbesondere dem Textil, dem Vlies oder der Folie aufgelegt und bevorzugt kraftschlüssig
verbunden sein.
[0026] Insoweit wird ein Palettenverbund mit einer Mehrzahl von Lagen der Betonformplatten
vorschlagen, wobei jede Lage der Betonformplatten auf einer zusammenhängenden Unterlage
angeordnet ist, so dass ein Verlegen sowie eine Lagerung der Pflastersteine vereinfacht
werden. Gemäß des Palettenverbund mit einer Vielzahl von verlegefertigen Lagen von
Betonformplatten mit einer, diese unterlegende, biegeschlaffen Unterlage wird neben
einer Stabilisierung der Betonformplatten das Absondern, in der Fachsprache Absintern,
von Fugenmaterial in die Pflasterbettung und der Eintrag von Schmutz in das Grundwasser
verhindert. Damit wird verhindert, dass feines Fugenmaterial in die Hohlräume unterhalb
der Betonformplatten abwandert, und die Lagestabilität der Betonformplatten gegeneinander
beeinträchtigt, d.h. die Stützfunktion durch Materialunterwanderung verloren gehen
kann. Die Unterlage verhindert dies und erhöht hierdurch die Stabilität und Lebensdauer
der Pflasteroberfläche. Auch kann bei Verwendung als Tankstellenbelag effektiv durch
das Vlies ein Durchdringen von Kraftstoff und Öl zumindest verlangsamt, insbesondere
aufgehalten werden.
[0027] Weitere Vorteile ergeben sich aus der vorliegenden Zeichnungsbeschreibung.
[0028] In den Zeichnungen sind Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt. Die Zeichnung,
die Beschreibung und die Ansprüche enthalten zahlreiche Merkmale in Kombination. Der
Fachmann wird die Merkmale zweckmäßigerweise auch einzeln betrachten und zu sinnvollen
weiteren Kombinationen zusammenfassen.
[0029] Es zeigen:
- Fig. 1 bis Fig. 4
- Verschiedene Darstellungen einer Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Betonformplatte
für eine Trockenestrichverlegung:
[0030] Gleiche Elemente sind mit gleichen Bezugszeichen bezeichnet.
[0031] In den beiliegenden Figs. 1 bis 4 sind verschiedene Darstellungen einer Ausführungsform
10 einer erfindungsgemäßen Betonformplatte für eine Trockenestrichverlegung dargestellt.
Hierzu zeigen Fig. 1 eine perspektivische Darstellung, Fig. 2 eine mit Schnittlinien
verkürzte Seitendarstellung mit detaillierter Darstellung von Federkante 30 und Nutkante
32 und Fig. 3 eine unverkürzte Seitendarstellung. In der Fig. 4 ist im Detail eine
Stoßstelle 12 zwischen zwei benachbarten, verlegten Betonformplatten 10 gezeigt. Die
Betonformplatte weist eine Länge L, eine Breite B und eine Höhe H auf. Exemplarisch
kann die Läge L 500 mm, die Breite B 280 mm und die Höhe H 45 mm sein.
[0032] Die Unterseite 36 kann glatt ausgebildet sein und die Oberseite 34 kann fünf parallele
Oberflächennuten 26 aufweisen, die in einem Abstand von 100 mm zueinander und jeweils
50 mm von der Federkante 30 und Nutkante 32 entfernt angeordnet sind. Die Oberflächennuten
26 können eine konkave Nutenform mit einem Öffnungswinkel β von z.B. 5° bei einer
Öffnungsbreite von 6 mm und einer Grundbreite von 5 mm sowie einer Nuttiefe von 11
mm aufweisen. Die Öffnungsbreite der Oberflächennut 26 kann einen Radius aufweisen
der
[0033] Der Radius R1m von Federsteg 14 und der Radius R1p von Gelenknut 16 können nur geringfügig
mit ca. 5% bis 10% voneinander abweichen und beispielsweise eine Größe von R1p=7,75
mm der Gelenknut und R1m=7,25 mm des Federstegs aufweisen.
[0034] Demzufolge kann die Höhe hsm des Schließstegs 18 geringfügig kleiner als die Höhe
hsp der Sperrkante 24 sein, wobei der Schließsteg 18 beispielsweise 14,75 mm hoch
und die Sperrkante 24 15,25 mm hoch sein kann. Des Weiteren kann die Höhe ham des
Auflagestegs 20 geringfügig kleiner als die Höhe hap der Ablagekante 22 gewählt werden,
wobei der Auflagestegs 20 beispielsweise 14,75 mm hoch und die Ablagekante 22 15,25
mm hoch sein kann. Insoweit weisen Ablagekante 22 und Sperrkante 24 identische Höhen
und Auflagesteg 20 und Schließsteg 18 ebenfalls identische Höhen auf, die allerdings
2% bis 8% verringert sind, gegenüber den Höhen der Kanten 22, 24. Hierdurch wird ein
reibungsfreies und problemloses verbinden der Federkante 30 mit der Nutkante 32 ermöglicht.
[0035] Insofern ergibt sich die Höhe der Betonformplatte als H = 2R1p+hsm+ham = 2R1m+hsp+hap.
[0036] Werden die vorgenannten Abstände beachtet, verbleibt ein geringfügiger Spalt zwischen
Federkante 30 und Nutkante 32 benachbarter Betonformplatten 10 in Höhe von ca. 0,5mm.
[0037] In Fig. 2 ist deutlich ersichtlich, dass die Vorsprunglängen ls des Schließstegs
und Rücksprunglänge der Sperrkante gleich sind und beispielsweise 15 mm betragen können.
Daneben können die Vorsprunglängen la des Auflagestegs und Rücksprunglänge la der
Ablagekante gleich sein und können beispielsweise 25 mm betragen. Auch diese Größen
ls der Vorsprunglänge des Schließstegs und die Rücksprunglänge der Sperrkante können
um 1,5 bis 5 %, insbesondere um 0,5 mm verschieden sein, ebenso die Größen la der
Vorsprunglänge des Auflagestegs und Rücksprunglänge la der Ablagekante. Durch diese
geringfügigen Unterschiede wird ein geringfügiger Spalt von 0,5mm Breite an der Stoßstelle
12 ermöglicht, so dass auch hier Toleranzen ausgeglichen und eine zuverlässige Nut-Feder-Verbindung
benachbarter Betonformplatten ermöglicht werden kann.
Bezugszeichenliste
[0038]
- 10
- Betonformplatte
- 12
- Stoßstelle
- 14
- Federsteg
- 16
- Gelenknut
- 18
- Schließsteg
- 20
- Auflagesteg
- 22
- Ablagekante
- 24
- Sperrkante
- 26
- Oberflächennut
- 30
- Federkante
- 32
- Nutkante
- 34
- Oberseite
- 36
- Unterseite
- L
- Länge der Betonformplatte
- B
- Breite der Betonformplatte
- H
- Höhe der Betonformplatte
- R1p
- Radius der Gelenknut
- R1m
- Radius des Federstegs
- R2
- Innerer Radius des Schließstegs und des Auflagestegs
- R3
- Äußerer Radius des Schließstegs und des Auflagestegs
- ls
- Vorsprunglänge des Schließstegs und Rücksprunglänge der Sperrkante
- hsm
- Höhe Schließsteg
- hsp
- Höhe Sperrkante
- la
- Vorsprunglänge des Auflagestegs und Rücksprunglänge der Ablagekante
- ham
- Höhe Auflagesteg
- hap
- Höhe Ablagekante
- β
- Öffnungswinkel der Oberflächennut
1. Betonformplatte (10) für die Verlegung eines Bodenbelages, insbesondere als Trockenestrich
oder als Tankstellenbodenbelag, mit einer Länge (L), einer Breite (B) und einer Höhe
(H), wobei zumindest an zwei gegenüberliegenden Randkanten (30, 32) eine Federkante
(30) mit einem Federsteg (14) und eine Nutkante (32) mit einer Gelenknut (16) zur
Ausbildung einer Stoßsstelle (12) mit einer benachbarten Betonformplatte (10) in Art
einer Nut-Feder-Verbindung ausgeformt sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Federkante (30) und die Nutkante (32) in Art eines Anschlagscharniers ausgebildet
sind, so dass an einer Stoßstelle (12) die Federkante (30) eines Betonformteils (10)
mittels einer Drehbewegung stoßfrei in die Nutkante (32) eines benachbarten Betonformteils
(10) einführbar ist.
2. Betonformplatte (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Federkante (30) ein vom Federsteg (14) rückspringende Sperrkante (24) und eine
vom Federsteg (14) rückspringende Ablagekante (22) aufweist, wobei die Rücksprunglänge
(ls) der Sperrkante (24) kleiner als die Rücksprunglänge (la) der Ablagekante (22).
3. Betonformplatte (10) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Nutkante (32) einen von der Gelenknut (16) hervorspringenden Schließsteg (24)
und einen von der Gelenknut (16) hervorspringenden Auflagesteg (20) aufweist, wobei
die Vorsprunglänge (ls) des Schließstegs (24) kleiner ist als die Vorsprunglänge (la)
des Auflagestegs (20)
4. Betonformplatte (10) nach Anspruch 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorsprunglänge (ls) des Schließstegs (18) gleich der Rücksprunglänge (ls) der
Sperrkante (24) und die Vorsprunglänge (la) des Auflagestegs (20) kleiner oder gleich
der Rücksprunglänge (la) der Ablagekante (22) ist.
5. Betonformplatte (10) nach Anspruch 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, dass an einer Stoßstelle (12) die Ablagekante (22) eines Betonformteils (10) auf dem Auflagesteg
(20) des benachbarten Betonformteils (10) aufliegt, und dass die Sperrkante (24) des
Betonformteils (10) an dem Schließsteg (18) des benachbarten Betonformteils (10) aufliegt.
6. Betonformplatte (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Federsteg (14) mit einem Radius (R1m) abgerundet ist, und die Gelenknut (16)
mit einem Radius (R1p) abgerundet ist, wobei bevorzugt der Radius (R1 m) des Federstegs
(14) gleich oder kleiner als der Radius (R1p) der Gelenknut (16) ist, bevorzugt 5%
bis 10% kleiner ist.
7. Betonformplatte (10) nach einem der Ansprüche 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Sperrkante (24) und die Ablagekante (22) einen inneren Radius (R2) aufweisen,
der gleich oder größer als ein innerer Radius (R2) des Schließstegs (18) und des Auflagestegs
(20) ist.
8. Betonformplatte (10) nach einem der Ansprüche 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Sperrkante (24) und die Ablagekante (22) einen äußeren Radius (R3) aufweisen,
der gleich groß wie ein äußerer Radius (R3) des Schließstegs (18) und des Auflagestegs
(20) ist.
9. Betonformplatte (10) nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Radius (R1m) des Federstegs (14) und der Radius (R1p) der Gelenknut (16) im Wesentlichen
10% bis 25%, bevorzugt 16,6 % der Höhe (H) der Betonformplatte (10) beträgt.
10. Betonformplatte (10) nach Anspruch 2, 3 und 9, dadurch gekennzeichnet, dass eine Höhe (hsm) des Schließstegs (18) kleiner, bevorzugt 2% bis 8% kleiner, oder
gleich einer Höhe (hsp) der Sperrkante (24) ist, und eine Höhe (ham) des Auflagestegs
(20) kleiner, bevorzugt 2% bis 8% kleiner, oder gleich einer Höhe (hap) der Ablagekante
(22) ist, wobei bevorzugt die Höhe (hsp) der Sperrkante (24) und die Höhe (hap) der
Ablagekante (22) gleich sind, und die Höhe (hsm) des Schließstegs (18) und die Höhe
(ham) des Auflagestegs (20) gleich sind, wobei insbesondere alle Höhen (hsm,hsp, ham,
hap) im Wesentlichen 33,3% der Höhe (H) der Betonformplatte (10) betragen.
11. Betonformplatte (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass auf einer Oberseite (34) zumindest eine, insbesondere fünf, gleichabständige und
parallele Oberflächennuten (26) angeordnet sind, die eine konische Nutöffnung mit
einem Nutöffnungswinkel β von größer 0°, insbesondere größer 5° aufweisen.
12. Betonformplatte (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die die Federkante (30) und die Nutkante (32) entlang der Randkanten (30, 32) nur
abschnittsweise ausgebildet sind und/oder dass die Federkante (30) und die Nutkante
(32) entlang der Randkante (30, 32) variierende Maße aufweisen.
13. Trockenestrichfläche bestehend aus einer Vielzahl verlegter Betonformplatten (10)
nach einem der vorgenannten Ansprüche 1 bis 12.
14. Pflasterfläche, insbesondere zur Verlegung eines Tankstellenplatzes bestehend aus
einer Vielzahl verlegter Betonformplatten (10) nach einem der vorgenannten Ansprüche
1 bis 12.
15. Palettenverbund aus Betonformplatten (10) bestehend aus mehreren Lagen von Betonformplatte
(10), dadurch gekennzeichnet, dass unter jeder Lage der Betonformplatten (10) eine biegeschlaffe Unterlage, insbesondere
ein Textil, ein Vlies oder eine Folie angeordnet ist, wobei die Unterlage in einem
Verlegeprozess mit der Lage der Pflastersteine gemeinsam verlegbar ist.