[0001] Die Erfindung betrifft eine Verpackungseinheit für Umreifungsbänder, mit wenigstens
einem Coil aus um einen Kern gewickeltem Umreifungsband, und mit wenigstens einer
das Coil aufnehmenden Palette.
[0002] Bei dem Coil aus um den Kern gewickeltem Umreifungsband handelt es sich um einen
Bund aus dem betreffenden Umreifungsband, welcher durch Wickeln um den Kern entstanden
ist. Das heißt, die Begriffe Coil und Bund werden im Rahmen der vorliegenden Schrift
als Synonyme betrachtet.
[0003] Umreifungsbänder sind in ganz unterschiedlicher Ausprägung bekannt und werden im
Regelfall aus Stahl oder Kunststoff hergestellt. Stahlumreifungsbänder kommen beispielsweise
in der Stahlindustrie zum Einsatz und dienen dazu, gewalzte und zu Bunden aufgewickelte
Bleche während des Transports und der Lagerung zu sichern und ein Öffnen des Bundes
durch die angebrachte Umreifung zu verhindern. Eine entsprechende Vorgehensweise wird
in der
DE 10 2005 048 238 A1 beschrieben, welche sich mit einem Verfahren und einer Vorrichtung zum Bündeln von
Stahlbunden beschäftigt.
[0004] Darüber hinaus werden Umreifungsbänder und insbesondere Kunststoffumreifungsbänder
in der Papierindustrie oder der Verpackungsindustrie eingesetzt, um lose gestapelte
Waren zusammenfassen. Auch andere Einsatzgebiete wie beispielsweise in der Aluminium-,
Stahl-, Holz- und Baustoffindustrie sind denkbar, wo solche Umreifungsbänder zur Sicherung
von Einheiten (Packgütern) eingesetzt werden.
[0005] Die Verarbeitung der Umreifungsbänder erfolgt dabei entsprechend der gattungsbildenden
Lehre nach der
DE 10 2009 001 544 A1 dergestalt, dass eine Vorratsspule bzw. ein Coil aus dem betreffenden Umreifungsband
auf einem Abroller aufgelegt wird, von dem das Umreifungsband abgezogen wird. Das
Umreifungsband wird zur Verarbeitung einer Umreifungsmaschine zugeführt. Für den Transport
und zur Handhabung solcher Coils werden diese in der Praxis oftmals auf Paletten abgelegt
und zusammen mit der Palette bewegt.
[0006] An dieser Stelle haben sich bisher in der Praxis keine standardisierten Vorgehensweisen
etabliert, werden von den Verarbeitern des jeweiligen Umreifungsbandes vielmehr individuelle
Lösungen umgesetzt. Das führt oftmals zu Problemen bei der Handhabung der Coils und
auch zu Sicherheitsproblemen. Tatsächlich kann ein solches Coil eine Masse von einer
halben Tonne und mehr aufweisen, weshalb ein Transport beispielsweise hängend an Gabelzinken
eines Gabelstaplers problematisch ist. Hinzu kommt, dass der Verbrauch an Umreifungsbändern
weltweit steigt. Das lässt sich beispielsweise auf die Zunahme an Verpackungsmaterialien
zurückführen, welche die Grundlage für wachsende Warenströme darstellen.
[0007] Da die zuvor beschriebenen Verarbeitungsvorgänge von Umreifungsbändern und auch der
Verbrauch anwachsen, werden automatisierte Lösungen favorisiert, bei welchen eine
Umreifungsmaschine das Umreifungsband vom Coil aufnimmt, um das eine oder die mehreren
zu umschlingenden Verpackungsgüter herumlegt und anschließend die Enden miteinander
verbindet. Solche automatisierten Vorgänge erfordern praktisch durchgängig die Zufuhr
von Umreifungsband bis auf etwaige notwendige Stillstandzeiten der Umreifungsmaschine
für Wartungszwecke. Aus diesem Grund werden heutzutage erhöhte Anforderungen an Coils
aus um den Kern gewickelten Umreifungsbändern gestellt, insbesondere im Hinblick auf
die zur Verfügung stehende Bandmenge und ihre unmittelbare Verarbeitbarkeit. Hiermit
einher geht ein wachsendes Gewicht solcher Coils, so dass zunehmende Anforderungen
an einen beschädigungsfreien und sicheren Transport ebenso wie eine einfache und durchgängige
Verarbeitung gestellt werden. Hier will die Erfindung insgesamt Abhilfe schaffen.
[0008] Der Erfindung liegt das technische Problem zugrunde, eine derartige Verpackungseinheit
für Umreifungsbänder so weiter zu entwickeln, dass eine einfache und sichere Handhabung
einer oder mehrerer Coils aus gewickeltem Umreifungsband zur Verfügung gestellt wird,
und zwar auch und insbesondere bei großem Coilgewicht bzw. entsprechenden Abmessungen
des Coils.
[0009] Zur Lösung dieser technischen Problemstellung ist eine gattungsgemäße Verpackungseinheit
für Umreifungsbänder im Rahmen der Erfindung dadurch gekennzeichnet, dass die das
Umreifungsband tragende Palette mit Zentriermitteln für den Kern ausgerüstet ist.
[0010] Dabei besteht grundsätzlich die Möglichkeit, dass das Coil bzw. der Bund aus dem
gewickelten Umreifungsband bzw. den mehreren Umreifungsbändern senkrecht bzw. stehend
auf der Palette platziert wird. Im Regelfall wird das Coil jedoch liegend auf der
Palette aufgenommen. Die Palette verfügt ihrerseits über eine wenigstens viereckige
Gestalt. Nach vorteilhafter Auslegung hat sich hier eine sechseckige oder auch achteckige
Form als besonders günstig erwiesen. Denn durch eine solche Flächenbelegung kann die
Palette in Verbindung mit dem darauf liegend aufgenommenem Coil rotationssymmetrisch
ausgebildet werden, wobei das Coil und die Palette über eine gemeinsame Rotationssymmetrieachse
verfügen. Das ist insofern von besonderer Bedeutung, weil hierdurch die Palette unmittelbar
beispielsweise auf einem Drehtisch als Bestandteil einer Umreifungsmaschine platziert
werden kann.
[0011] Der Drehtisch ist dabei rotierbar ausgelegt, wobei die insgesamt rotationssymmetrische
Auslegung der Palette inklusive dem darauf liegend aufgenommenen Coil das Abwickeln
des auf den Kern gewickelten Umreifungsbandes und die Zuführung zu beispielsweise
einem Antrieb oder Einzug erleichtern. Das heißt, die erfindungsgemäße Verpackungseinheit
kann auf dem Drehtisch abgelegt werden und ist unmittelbar zur Verarbeitung und zur
Abgabe des gewickelten Umreifungsbandes in der Lage. Etwaige aufwändige Transport-
oder Umladevorgänge können ausdrücklich entfallen. Hierin sind die wesentlichen Vorteile
zu sehen.
[0012] Nach weiterer vorteilhafter Ausgestaltung ist vorgesehen, dass das Coil mit der Palette
lösbar durch beispielsweise wenigstens ein Umreifungsband verbunden ist. Hierbei geht
die Erfindung von der Erkenntnis aus, dass das betreffende Coil aus dem um den Kern
gewickelten Umreifungsband zunächst einmal selbst durch ein oder mehrere Umreifungsbänder
gesichert wird, um ein Aufwickeln des Umreifungsbandes bzw. des Coils zu verhindern.
Zusätzlich wird nun erfindungsgemäß so vorgegangen, dass das Coil mit der Palette
lösbar durch ein weiteres Umreifungsband verbunden wird, so dass das betreffende Coil
und die Palette die gewünschte Verpackungseinheit zur Verfügung stellen, welche einen
einfachen und sicheren Transport ermöglicht. Da darüber hinaus die Palette erfindungsgemäß
mit Zentriermitteln für den Kern des Coils ausgerüstet ist, kann bei einem üblichen
Palettentransport das Coil gegenüber der Palette nicht (mehr) verrutschen. Da an dieser
Stelle eine Palette üblicher Bauart mit Kufen in der vorzugsweise sechs- oder achteckigen
Form eingesetzt wird, lassen sich besonders vorteilhaft übliche Flurförderfahrzeuge,
beispielsweise ein Gabelstapler, für den Transport einsetzen.
[0013] Die Kopplung zwischen der Palette und dem Coil sorgt während des Transportes dafür,
dass das Coil gegenüber der Palette verrutschsicher gehalten wird. Vor Ort bzw. nach
Absetzen der Verpackungseinheit auf dem Drehtisch ist es dann lediglich noch erforderlich,
das Umreifungsband zwischen Coil und Palette zu entfernen, so dass danach unmittelbar
das Umreifungsband zur Verarbeitung zur Verfügung steht. Dabei wird üblicherweise
mit mehreren über den Umfang des Coils ebenso wie der Palette verteilt angeordneten
Umreifungsbändern gearbeitet, um eine einwandfreie Fixierung des Coils gegenüber der
Palette unter allen Umständen zu gewährleisten.
[0014] Bei dem Zentriermittel bzw. den Zentriermitteln der Palette handelt es sich im Regelfall
um ein oder mehrere Vorsprünge auf einer Palettenoberseite. Der Kern des Coils kann
größtenteils als Zylinderhülse bzw. Papphülse ausgebildet sein. Die angesprochenen
Vorsprünge auf der Palettenoberseite definieren darüber hinaus mehrere am Innenumfang
des Kerns anliegende Zentrierpunkte.
[0015] Das heißt, bei dem Zentriermittel an der Palettenoberseite handelt es sich im Allgemeinen
um einen oder mehrere Vorsprünge, die die fraglichen Zentrierpunkte definieren, an
welchen der Kern des Coils mit seinem Innenumfang nach dem Auflegen des Coils auf
die Palette anliegt und hierdurch zugleich die gewünschte Zentrierung erfährt.
[0016] Dabei wird aus Kostengründen typischerweise so vorgegangen, dass die Zentriermittel
und die Palette materialeinheitlich hergestellt sind. Sofern eine Holzpalette zum
Einsatz kommt, handelt es sich bei den Zentriermitteln um Vorsprünge bzw. simple Holzplatten.
Generell kann als Palette natürlich auch eine Kunststoffpalette oder sogar eine Stahlpalette
zum Einsatz kommen, die dann ebenfalls vorteilhaft mit materialeinheitlichen Zentriermitteln
ausgerüstet wird.
[0017] Nach weiterer vorteilhafter Ausgestaltung ist die Palette zur Aufnahme mehrerer Coils
eingerichtet. Beispielsweise ist es denkbar, dass die einzelnen Coils liegend nebeneinander
auf der Palette Platz finden. Im Regelfall ist die Auslegung jedoch so getroffen,
dass die Coils einen von der Palette aufgenommenen Coilstapel bilden. Dadurch besteht
im Rahmen der Erfindung die weitergehende Möglichkeit, mehrere Coils übereinander
zustapeln und gemeinsam mit der Palette zu der Verpackungseinheit zu vereinigen. In
diesem Zusammenhang ist die Auslegung zusätzlich noch so getroffen, dass die Palette
größenmäßig an das Coil und dessen Durchmesser angepasst ist, so dass die auf diese
Weise realisierte Verpackungseinheit praktisch keinen seitlichen Überstand aufweist.
[0018] Dadurch lassen sich beispielsweise zwei Verpackungseinheiten nebeneinander in einem
handelsüblichen Container und/oder einem LKW platzieren und mehrere Verpackungseinheiten
hintereinander in Längsrichtung. Auf diese Weise kann der fragliche Container und/oder
LKW besonders vorteilhaft gefüllt und raummäßig ausgefüllt werden.
[0019] Wie zuvor bereits in Verbindung mit dem einzelnen Coil beschrieben, ist der Coilstapel
vorteilhaft mit der Palette lösbar erneut durch beispielsweise wenigstens ein Umreifungsband
verbunden. Meistens wird man auch hier so vorgehen, dass mehrere über den Umfang verteilt
angeordnete Umreifungsbänder den Coilstapel mit der Palette koppeln. Nach Lösen des
einen oder der mehreren Umreifungsbänder kann der Coilstapel am Verarbeitungsort unmittelbar
auf dem Drehtisch der Umreifungsmaschine platziert und das aufgewickelte Umreifungsband
verarbeitet werden, indem das Umreifungsband durch Drehen des Drehtisches horizontal
oder überwiegend horizontal der Umreifungsmaschine zugeführt wird.
[0020] Damit das Coil und die Palette insbesondere während des Transportes weder verschmutzen
noch verstauben oder sonstwie beschädigt werden, weisen der Coilstapel und die Palette
vorteilhaft eine Transportumhüllung auf. Die Transportumhüllung kann als Folienwickel
ausgebildet sein. Dabei hat sich die vorteilhaft rotationssymmetrische Auslegung des
Coils bzw. des Coilstapels und der Palette als günstig erwiesen. Denn der Folienwickel
lässt sich hierdurch durch tangentiales Umwickeln anbringen.
[0021] Das Umreifungsband wird beim Wickelvorgang auf dem Kern im Allgemeinen wendelförmig
in mehreren Lagen auf den Kern aufgewickelt. Dabei kann im Detail mit einem Stahlband
ebenso wie einem Kunststoffband als Umreifungsband gearbeitet werden. Im Falle eines
Kunststoffbandes wird so vorgegangen, dass zunächst das Umreifungsband extrudiert
und typischerweise geprägt wird. Außerdem kann das Kunststoffband ganz oder teilweise
aus einem Recyclat und/oder nachwachsendem Rohstoff hergestellt sein. Bei dem Recyclat
kann es sich um einen Kunststoff handeln, welcher beispielsweise durch die Wiederverwertung
von Kunststoffabfällen gewonnen wird, wie sie in Verbindung mit Einweg-Kunststoffflaschen
zur Verfügung stehen. Selbstverständlich lassen sich auch Kunststoffe beispielsweise
des "dualen Systems Deutschland" auf diese Weise wiederverwerten. Bei dem nachwachsenden
Rohstoff kann es sich um Kunststoffe auf Basis beispielsweise von Polylactiden handeln.
Auch Kombinationen sind denkbar.
[0022] Durch die Prägung wird ein besonders rutschfester Halt der einzelnen Schichten des
auf den Kern aufgewickelten Umreifungsbandes gegeneinander gewährleistet. Ferner führt
die Prägung dazu, dass das solchermaßen ausgerüstete Kunststoffband in der Handhabung
steifer ist und kurze Schweißzeiten bei der anschließenden Verbindung der Enden beispielsweise
bei einem Reibschweißvorgang beobachtet werden. Schlussendlich resultiert aus der
Prägung auch eine Materialersparnis, weil ein geprägtes Kunststoffband gegenüber einem
solchen ohne Prägung bei gleicher Materialstärke weniger Materialeinsatz erfordert.
Grundsätzlich kann das Umreifungsband auch aus einer Kunststofffolie durch Längsschneiden
produziert werden.
[0023] Gegenstand der Erfindung ist auch ein Verfahren zur Herstellung einer solchen Verpackungseinheit,
wie es im Anspruch 15 näher erläutert wird. Im Ergebnis wird eine Verpackungseinheit
für Umreifungsbänder zur Verfügung gestellt, die für die Verarbeitung besonders voluminöser
und schwergewichtiger Coils aus dem gewickelten Umreifungsband prädestiniert ist.
[0024] Tatsächlich können auf diese Weise Umreifungsbänder mit einer Bandbreite von mehr
als 9 mm sowie bis zu 32 mm verarbeitet werden. Vorzugsweise lassen sich Umreifungsbänder
mit einer Bandbreite bis zu 60 mm zu den fraglichen Coils verarbeiten, indem die Umreifungsbänder
auf den Kern (wendelförmig) aufgewickelt werden.
[0025] Die Banddicke der Umreifungsbänder kann dabei im Bereich von 0,5 mm bis 1,5 mm angesiedelt
sein. Vorzugsweise lassen sich sogar Banddicken von 0,5 mm bis 2 mm erreichen. Dadurch
werden insgesamt Coilaußendurchmesser bzw. Außendurchmesser des auf diese Weise realisierten
Coils von bis zu 1200 mm beobachtet. Der Innendurchmesser bzw. Coilinnendurchmesser
beträgt in diesem Zusammenhang ca. 400 mm und entspricht dem Außendurchmesser des
umwickelten Kerns.
[0026] Außerdem resultieren hieraus Wickelbreiten, die bis zu 400 mm und vorzugsweise sogar
bis zu 500 mm betragen, was bisher in der Praxis nicht erreicht werden konnte. Das
Coilgewicht des solchermaßen hergestellten Coils beträgt dabei meistens bis zu 400
kg und kann vorzugsweise sogar bis zu 500 kg betragen. Dabei werden je nach Dimension
des jeweiligen Coils und den Banddicken bzw. dem Bandquerschnitt ganz unterschiedliche
und resultierende Bandlängen beobachtet, die mehrere Tausend Meter bis zu mehrere
Zehntausend Meter betragen können.
[0027] Durch die Kombination eines solchen Coils mit der Palette und seine vorzugsweise
liegende Aufnahme auf der Palette unter gleichzeitiger Zentrierung mit Hilfe der Zentriermittel
wird gleichwohl eine Verpackungseinheit im Rahmen der Erfindung zur Verfügung gestellt,
die besonders sicher und einfach gehandhabt werden kann. Dazu ist es lediglich erforderlich,
dass die Palette mit üblichen Flurförderfahrzeugen ergriffen und transportiert wird.
[0028] Die geschilderten Dimensionsbereiche der Verpackungseinheit eröffnen darüber hinaus
die Möglichkeit, vorteilhaft zwei der geschilderten Verpackungseinheiten aus der Palette
und einem Coilstapel aus beispielsweise drei übereinander geordneten Coils an die
Breite eines Transportcontainers anzupassen. Tatsächlich wird hier beispielhaft mit
zwei Verpackungseinheiten nebeneinander gearbeitet, um einen ca. 2,40 m breiten Container
im Inneren zu füllen. In Längsrichtung lassen sich auf diese Weise meistens fünf der
Verpackungseinheiten im Container platzieren, so dass im Inneren insgesamt ca. zehn
der geschilderten Verpackungseinheiten Platz finden. Das hängt natürlich von den konkreten
Größenverhältnissen ab.
[0029] Als Folge der gegenüber dem Stand der Technik erheblich gesteigerten Wickelbreite
des Coils und der damit einhergehenden deutlich vergrößerten Länge des aufgewickelten
Umreifungsbandes werden weniger Anlagenstillstände als bisher beobachtet. Auch die
jährlichen Wechselzeiten durch einen notwendigen Coilwechsel bei der Verarbeitung
des Umreifungsbandes lassen sich deutlich reduzieren.
[0030] Das gilt auch für die beobachtete Menge an Abfall. Denn durch die gesteigerte Wickelbreite
des Coils in Verbindung mit der vergrößerten Länge des aufgewickelten Umreifungsbandes
sind im Vergleich zur bisherigen Vorgehensweise weniger Kerne für das Aufwickeln erforderlich.
Auch die Anzahl an etwaigen Transportumhüllungen sowie gegebenenfalls Paletten lässt
sich reduzieren, so dass neben einem effizienteren Betrieb zusätzlich eine besonders
ressourcenschonende Arbeitsweise beobachtet wird und sich einstellt.
[0031] Dabei begünstigt die erfindungsgemäße Verpackungseinheit in Verbindung mit dem zugehörigen
Verfahren zu Ihrer Herstellung einen besonders dauerhaften Betrieb einer Umreifungsmaschine,
weil das auf dem Kern gewickelte Umreifungsband mit bisher nicht für möglich gehaltener
Arbeitslänge und entsprechenden Dimensionierungen zur Verfügung gestellt werden kann,
die einen quasi-dauerhaften Betrieb der Umreifungsmaschine ermöglichen. Das steigert
die Produktivität und verringert die Kosten beim Verarbeiter. Hierin sind die wesentlichen
Vorteile zu sehen.
[0032] Im Folgenden wird die Erfindung anhand einer lediglich ein Ausführungsbeispiel darstellende
Zeichnung näher erläutert; es zeigen:
- Fig. 1
- die erfindungsgemäße Verpackungseinheit in einer Übersicht,
- Fig. 2
- einen Blick auf die Palette nach der Fig. 1 von oben aus Richtung X und
- Fig. 3
- eine abgewandelte Ausführungsform mit zwei Verpackungseinheiten, die übereinander
angeordnet sind.
[0033] In den Figuren ist eine Verpackungseinheit für Umreifungsbänder dargestellt. Bei
den Umreifungsbändern handelt es sich beispielhaft um Kunststoffbänder, die durch
Extrusion produziert werden und ggf. eine Prägung aufweisen. Das fragliche Kunststoffband
mag über eine Banddicke im Bereich von 0,5 bis 2 mm verfügen. Die Bandbreiten sind
zwischen 9 mm und 60 mm angesiedelt. Mit Hilfe des Umreifungsbandes wird insgesamt
ein Coil 1 einer Wickelbreite von ca. 300 mm bis 400 mm zur Verfügung gestellt.
[0034] Anhand der Fig. 1 erkennt man, dass im Rahmen des Ausführungsbeispiels insgesamt
drei Coils 1 übereinander gestapelt sind und einen Coilstapel bilden. Dazu wird das
betreffende Umreifungsband um einen nicht ausdrücklich dargestellten und typischerweise
als zylindrische Papphülse ausgebildeten Kern 5 gewickelt, und zwar wie zuvor bereits
beschrieben wendelförmig und in mehreren Lagen. In der Fig. 2 ist der Kern 5 angedeutet.
[0035] Das betreffende Coil 1 bzw. der auf diese Weise gebildete Coilstapel wird auf einer
Palette 2 aufgenommen, und zwar nach dem Ausführungsbeispiel liegend. Wie üblich verfügt
die Palette 2 über einzelne Kufen 3, die voneinander beabstandet sind, damit zwischen
die Kufen 3 Gabelzinken eines Flurförderfahrzeuges, beispielsweise eines Gabelstaplers,
fahren können, um die Palette 2 mit dem darauf liegenden Coil 1 bzw. dem Coilstapel
transportieren zu können.
[0036] Erfindungsgemäß ist die Palette 2 ausweislich einer Ansicht aus Richtung X von oben
mit Zentriermitteln 4 für den in der Fig. 2 lediglich angedeuteten Kern 5 des Coils
1 ausgerüstet. Bei den Zentriermitteln 4 handelt es sich entsprechend der Darstellung
in der Fig. 2 um mehrere Vorsprünge auf einer Palettenoberseite 6. Die Vorsprünge
bzw. Zentriermittel 4 definieren mehrere am Innenumfang des Kerns 5 anliegende Zentrierpunkte
7, so dass das Coil 1 beim Auflegen auf die Palettenoberseite 6 der Palette 2 wunschgemäß
zentriert wird.
[0037] Nach dem Ausführungsbeispiel sind die Zentriermittel 4 und die Palette 2 materialeinheitlich
aus Holz hergestellt. Außerdem ist die Palette 2 zur Aufnahme mehrerer Coils 1 eingerichtet,
wie die Figuren 1 und 3 deutlich machen. Tatsächlich bilden die Coils 1 den zuvor
bereits mehrfach angesprochenen und von der Palette 2 getragenen sowie hierauf aufgenommen
Coilstapel. Das jeweilige Coil 1 bzw. der Coilstapel ist zu diesem Zweck mit der Palette
2 lösbar durch mehrere Umreifungsbänder 9 verbunden.
[0038] Tatsächlich erkennt man in der Fig. 1 zunächst einmal Umreifungsbänder 8, mit deren
Hilfe das jeweilige Coil 1 gesichert wird und ein Aufwickeln des auf dem Kern 5 aufgenommenen
Umreifungsbandes verhindert wird. Meistens sind mehrere über den Umfang des Coils
1 verteilt vorgesehene Umreifungsbänder 8 realisiert, beispielsweise äquidistant im
Abstand von ca. 120°. Zusätzlich sind die einzelnen Coils 1 gegeneinander und mit
der Palette 2 durch die ergänzenden Umreifungsbänder 9 lösbar gekoppelt, wie man anhand
der Fig. 3 erkennt. Zur Verarbeitung der Verpackungseinheit ist es lediglich erforderlich,
diese Umreifungsbänder 9 sowie die zusätzlichen Umreifungsbänder 8 zu lösen. Anschließend
kann das auf dem Kern 5 aufgewickelte Umreifungsband unmittelbar einer Umreifungsmaschine
zugeführt werden. Dazu wird die beispielsweise in der Fig. 1 dargestellte Verpackungseinheit
auf einem Drehtisch einer nicht näher dargestellten Umreifungsmaschine drehbar aufgenommen.
[0039] Durch die Zentrierung des jeweiligen Coils 1 mit Hilfe der Zentriermittel 4 und die
gegenseitige Ausrichtung der Coils 1 bei der Herstellung des dargestellten Coilstapels
wird insgesamt erreicht, dass das betreffende Coil 1 bzw. der Coilstapel und die Palette
2 über eine gemeinsame Rotationssymmetrieachse R verfügen. Dadurch kann die Verpackungseinheit
problemlos auf dem zuvor bereits angesprochenen Drehtisch der Umreifungsmaschine aufgenommen
und durch Rotieren des Drehtisches das aufgewickelte Umreifungsband abgewickelt und
beispielsweise einem Antrieb der Umreifungsmaschine zugeführt werden.
[0040] Anhand der Fig.3 erkennt man schließlich noch, dass das jeweilige Coil bzw. der aus
den einzelnen Coils 1 gebildete Coilstapel und die Palette 2 eine gemeinsame Transportumhüllung
10 aufweisen. Bei der Transportumhüllung 10 handelt es sich nach dem Ausführungsbeispiel
um einen Folienwickel. Dieser Folienwickel kann mit Hilfe einer Folienwickelmaschine
um die Verpackungseinheit herumgewickelt und mit dieser verbunden werden und sorgt
dafür, dass die Verpackungseinheit vor Schmutz, Feuchtigkeit etc. geschützt wird.
[0041] Bei dem Kunststoffband kann es sich um ein solches aus beispielsweise Polyester,
Polypropylen oder anderen geeigneten thermoplastischen Kunststoffen handeln. Dabei
kann auch ganz oder teilweise auf ein Recyclat zurückgegriffen werden. Zusätzlich
ist auch der ganz oder teilweise Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen, beispielsweise
Polylactiden denkbar. Die Palettenoberseite 6 bzw. die Palette 2 verfügt insgesamt
über eine an den Durchmesser des Coils 1 angepasste Fläche mit möglichst geringem
seitlichen Überstand.
1. Verpackungseinheit für Umreifungsbänder, mit wenigstens einem Coil (1) aus um einen
Kern (5) gewickeltem Umreifungsband, und mit wenigstens einer das Coil (1) aufnehmenden
Palette (2), dadurch gekennzeichnet, dass die Palette (2) mit Zentriermitteln (4) für den Kern (5) ausgerüstet ist.
2. Verpackungseinheit nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Coil (1) liegend auf der vorzugsweise wenigstens viereckigen Palette (2) aufgenommen
wird.
3. Verpackungseinheit nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Coil (1) mit der Palette (2) lösbar durch beispielsweise wenigstens ein Umreifungsband
(9) verbunden ist.
4. Verpackungseinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Zentriermittel (4) für den Kern (5) als ein oder mehrere Vorsprünge auf einer
Palettenoberseite (6) ausgebildet sind.
5. Verpackungseinheit nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der oder die Vorsprünge mehrerer am Innenumfang des Kerns (5) anliegende Zentrierpunkte
(7) definieren.
6. Verpackungseinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Zentriermittel (4) und die Palette (2) materialeinheitlich aus beispielsweise
Holz hergestellt sind.
7. Verpackungseinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Palette (2) zur Aufnahme mehrerer Coils (1) in Gestalt beispielsweise eines Coilstapels
eingerichtet ist.
8. Verpackungseinheit nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Coilstapel mit der Palette (2) lösbar durch beispielsweise wenigstens ein Umreifungsband
(9) verbunden ist.
9. Verpackungseinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Coil (1) und die Palette (2) bzw. der Coilstapel und die Palette (2) eine Transportumhüllung
(10) aufweisen.
10. Verpackungseinheit nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Transportumhüllung (10) als Folienwickel ausgebildet ist.
11. Verpackungseinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Umreifungsband wendelförmig in mehreren Lagen auf den Kern (5) gewickelt ist.
12. Transporteinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Umreifungsband als Kunststoffband oder Stahlband ausgebildet ist.
13. Verpackungseinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass das als Kunststoffband ausgebildete Umreifungsband extrudiert und gegebenenfalls
geprägt ist, wobei zusätzlich und vorzugsweise das Kunststoffband ganz oder teilweise
aus einem Recyclat und/oder nachwachsendem Rohstoff hergestellt ist.
14. Verpackungseinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Coil (1) eine Wickelbreite von bis zu 400 mm, vorzugsweise bis zu 500 mm aufweist,
wobei das aufgewickelte Umreifungsband eine Bandbreite von mehr als 9 mm bis zu 32
mm und vorzugsweise bis zu 60 mm sowie eine Banddicke im Bereich von 0,5 mm bis 1,5
mm und vorzugsweise 0,5 mm bis 2 mm aufweist, und zwar bei einem Coilaußendurchmesser
von bis zu 1200 mm und einem Coilgewicht von mehr als 400 kg, vorzugsweise bis zu
500 kg.
15. Verfahren zur Herstellung einer Verpackungseinheit nach einem der Ansprüche 1 bis
14 für Umreifungsbänder mit folgenden Verfahrensschritten:
15.1) Zunächst wird das Umreifungsband um einen Kern (5) zu einem Coil (1) gewickelt;
15.2) anschließend wird das Coil (1) auf einer Palette (2) mit Zentriermitteln (4)
für den Kern (5) vorzugsweise liegend abgelegt und mit der Palette (2) lösbar verbunden.
Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 137(2) EPÜ.
1. Verwendung einer Verpackungseinheit für Umreifungsbänder, mit wenigstens einem Coil
(1) aus um einen Kern (5) gewickeltem Umreifungsband, und mit wenigstens einer das
Coil (1) aufnehmenden Palette (2), welche über einzelne voneinander beabstandete Kufen
(3) verfügt, damit zwischen die Kufen (3) Gabelzinken eines Flurförderfahrzeuges fahren
können, um die Palette (2) mit dem darauf liegenden Coil (1) transportieren zu können,
wobei
das Umreifungsband wendelförmig in mehreren Lagen auf den Kern (5) gewickelt ist,
und wobei
die Palette (2) mit Zentriermitteln (4) für den Kern (5) ausgerüstet ist.
2. Verwendung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Coil (1) liegend auf der vorzugsweise wenigstens viereckigen Palette (2) aufgenommen
wird.
3. Verwendung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Coil (1) mit der Palette (2) lösbar durch beispielsweise wenigstens ein Umreifungsband
(9) verbunden ist.
4. Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Zentriermittel (4) für den Kern (5) als ein oder mehrere Vorsprünge auf einer
Palettenoberseite (6) ausgebildet sind.
5. Verwendung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der oder die Vorsprünge mehrerer am Innenumfang des Kerns (5) anliegende Zentrierpunkte
(7) definieren.
6. Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Zentriermittel (4) und die Palette (2) materialeinheitlich aus beispielsweise
Holz hergestellt sind.
7. Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Palette (2) zur Aufnahme mehrerer Coils (1) in Gestalt beispielsweise eines Coilstapels
eingerichtet ist.
8. Verwendung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Coilstapel mit der Palette (2) lösbar durch beispielsweise wenigstens ein Umreifungsband
(9) verbunden ist.
9. Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Coil (1) und die Palette (2) bzw. der Coilstapel und die Palette (2) eine Transportumhüllung
(10) aufweisen.
10. Verwendung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Transportumhüllung (10) als Folienwickel ausgebildet ist.
11. Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Umreifungsband als Kunststoffband oder Stahlband ausgebildet ist.
12. Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass das als Kunststoffband ausgebildete Umreifungsband extrudiert und gegebenenfalls
geprägt ist, wobei zusätzlich und vorzugsweise das Kunststoffband ganz oder teilweise
aus einem Recyclat und/oder nachwachsendem Rohstoff hergestellt ist.
13. Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Coil (1) eine Wickelbreite von bis zu 400 mm, vorzugsweise bis zu 500 mm aufweist,
wobei das aufgewickelte Umreifungsband eine Bandbreite von mehr als 9 mm bis zu 32
mm und vorzugsweise bis zu 60 mm sowie eine Banddicke im Bereich von 0,5 mm bis 1,5
mm und vorzugsweise 0,5 mm bis 2 mm aufweist, und zwar bei einem Coilaußendurchmesser
von bis zu 1200 mm und einem Coilgewicht von mehr als 400 kg, vorzugsweise bis zu
500 kg.