| (19) |
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(11) |
EP 3 783 296 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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21.10.2026 Patentblatt 2026/43 |
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Anmeldetag: 12.08.2020 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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VERFAHREN ZUM RÄUMEN EINGESUNKENER MUNITION
METHOD FOR CLEARING SUNKEN AMMUNITION
PROCÉDÉ DE DÉGAGEMENT DE MUNITIONS ENFOUIES
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL
NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR |
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Priorität: |
20.08.2019 DE 102019212401
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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24.02.2021 Patentblatt 2021/08 |
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Patentinhaber: |
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- TKMS ATLAS ELEKTRONIK GmbH
28309 Bremen (DE)
- thyssenkrupp AG
45143 Essen (DE)
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| (72) |
Erfinder: |
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- Kohlscheen, Jens
27299 Langwedel (DE)
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| (74) |
Vertreter: Eisenführ Speiser |
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Patentanwälte Rechtsanwälte PartGmbB
Am Kaffee-Quartier 3 28217 Bremen 28217 Bremen (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
WO-A1-2015/049678 DE-C1- 2 857 576
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DE-B3- 102004 045 532
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Freilegen und Räumen eingesunkener Munition,
insbesondere Minen, sowie ein Wasserfahrzeug hierfür.
[0002] Das Räumen eingesunkener Minen, aber auch anderer Munition, ist besonders schwierig.
Diese können nur begrenzt genau geortet werden. Außerdem ist ein Identifizieren sehr
schwierig, eine optische Identifikation scheidet durch die über der Mine angeordneten
Schichten aus. Hierdurch ist es sehr schwierig, eine Sprengladung, insbesondere eine
Hohlladung, präzise anzuordnen, um die Munition sicher zu sprengen.
[0003] Es ist bekannt, eingesunkenen Minen mittels Spülen oder Saugen freizulegen. Dieses
hat sich jedoch als nachteilig erwiesen. Zum einen muss ein Unterwasserfahrzeug eine
entsprechende Vorrichtung mit sich führen und ist daher vergleichsweise groß und teuer.
Weiterhin besteht das Risiko, dass bereits bei diesem Freilegen die Mine zur Explosion
gebracht wird, wenn der Zünder der Mine beispielsweise durch Alterung entsprechend
empfindlich geworden ist. Dieses bedeutet, dass ein hohes Risiko besteht, das Unterwasserfahrzeug
ungewollt zu verlieren.
[0004] Zusätzlich besteht im Einsatzfall die Anforderung eine Minenräumung schnell und zuverlässig
vornehmen zu können, beispielsweise um zeitnah mit einem Konvoi das Gebiet überqueren
zu können.
[0005] Aus der
DE 10 2010 033 638 A1 ist ein Kampfmittelräumgerät zum Räumen von Kampfmitten wie Seeminen unter Wasser
bekannt. Hiermit ist es möglich Kampfmittel zu räumen, die auf dem Meeresboden liegen.
[0006] Aus der
DE 10 2010 051 491 A1 ist ein fernsteuerbares Unterwasserfahrzeug mit einer Einrichtung zum Freilegen eingesunkener
Objekte, insbesondere mittels Wasserströmung, bekannt.
[0007] Aus der
WO 2015 / 049678 A1 ist ein System aus einem autonomen unbemannten Mutterfahrzeug und einem weiteren
unbemannten Fahrzeug mit Mitteln zur Minenbekämpfung bekannt.
[0008] Aus der
DE 10 2015 005 980 A1 ist eine Sprengladung mit vorgeformten Segmenten bekannt, sodass die Menge des Sprengstoffs
in Abhängigkeit von der Anzahl der Segmente einstellbar ist.
[0009] Aus der
DE 28 57 576 C1 ist ein Gefechtskopf mit hintereinander in einem Abstand angeordneter, nach vorn
wirkender Hohlladungen bekannt.
[0010] Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren und ein Wasserfahrzeug hierfür bereitzustellen,
welches eine schnelle und sichere Minenräumung gewährleistet und dabei das Verlustrisiko
für das Wasserfahrzeug minimiert.
[0011] Gelöst wird diese Aufgabe durch das Verfahren mit den in Anspruch 1 angegebenen Merkmalen
sowie durch das unbemannte Unterwasserfahrzeug mit den in Anspruch 6 angegebenen Merkmalen.
Vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich aus den Unteransprüchen, der nachfolgenden
Beschreibung sowie den Zeichnungen.
[0012] Das erfindungsgemäße Verfahren zum Räumen vollständig eingesunkener Munition mittels
eines unbemannten Unterwasserfahrzeugs weist die Schritte nach Anspruch 1 auf.
[0013] Eine Munition gilt im Sinne der Erfindung als vollständig eingesunken, wenn die Munition
an keiner Stelle in direktem Kontakt zum Wasser steht, sondern insbesondere von Sediment,
Steinen oder dergleichen, bedeckt ist. Eine vollständig eingesunkene Mine kann somit
von einem unbemannten Unterwasserfahrzeug mit optischen Hilfsmitteln nicht präzise
angesteuert werden.
[0014] Insbesondere erfolgt das Orten in Schritt a) mithilfe eine Überwasserfahrzeug, beispielsweise
eines Minenjagdschiffes. Besonders bevorzugt wird das unbemannte Unterwasserfahrzeug
und dem Überwasserfahrzeug abgesetzt und gesteuert. Besonders bevorzugt erfolgt auch
das Zünden in Schritt g) sowie das Räumen in Schritt i) durch Personal an Bord des
Überwasserfahrzeugs.
[0015] Durch die Explosion der ersten Sprengladung wird das Sediment, welches oberhalb der
Munition angeordnet ist, wenigstens teilweise entfernt, sodass die Munition nicht
mehr vollständig eingesunken ist, sondern wenigstens partiell frei liegt. Somit kann
die Munition durch ein unbemanntes Unterwasserfahrzeug präzise angesteuert und neutralisiert
werden.
[0016] Insbesondere kann es sich bei eingesunkener Munition um Minen handeln.
[0017] Vorteil dieses Verfahrens ist es, dass das Freiräumen der Munition vergleichsweise
schnell durch das Zünden der ersten Sprengladung erfolgt. Das unbemannte Wasserfahrzeug
befindet sich zu diesem Zeitpunkt sicherer Entfernung.
[0018] Besonders bevorzugt umfasst das Räumen in Schritt i) zunächst eine Inspektion der
freigelegten Munition durch das unbemannte Unterwasserfahrzeug. Auf Grundlage der
bei der Inspektion gewonnenen Daten kann auf die Entscheidung getroffen werden, dass
das freigelegte Objekt keine Munition ist und somit eine Räumung durch Sprengung nicht
nötig ist.
[0019] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung weist das Verfahren zwischen Schritt
a) und Schritt d) den folgenden Schritt auf:
c) Anordnen einer ersten Sprengladung an dem Unterwasserfahrzeug.
[0020] Vorteil dieser Ausführungsform ist es, dass die erste Sprengladung an die Situation
beispielsweise den Untergrund, die Zusammensetzung des Untergrundes, die Art der erwarteten
Munition und dergleichen angepasst werden kann. Zusätzlich ist es möglich, eine Vielzahl
verschiedener erster Sprengladungen, beispielsweise an Bord eines Minenjagdschiffes,
bereitzustellen und jeweils eine passende Sprengladung auszuwählen und anschließend
am unbemannten Unterwasserfahrzeugs anzuordnen. Beispielsweise wird die erste Sprengladung
aus einer Vielzahl entsprechend der Menge an enthaltenem Sprengstoff in Abhängigkeit
der erwarteten Tiefe der Munition und somit des erwarteten Energiebedarfs zum Freiräumen,
ausgewählt. Weiter führt die Trennung von der ersten Sprengladung und dem unbemannten
Unterwasserfahrzeug dazu, dass lediglich die Aufbewahrung der ersten Sprengladung
gesichert erfolgen muss. Hierdurch ist ein einfacherer Umgang mit dem unbemannten
Unterwasserfahrzeug, beispielsweise an Bord eines Minenjagdschiffes, möglich. Das
Anordnen erfolgt beispielsweise und bevorzugt an Bord eines Überwasserfahrzeugs, beispielsweise
eines Minenjagdschiffes.
[0021] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung weist das Verfahren zwischen Schritt
- a) und Schritt d) den folgenden Schritt auf:
- b) Bestimmen der zur Freilegung der eingesunkenen Munition benötigten Sprengwirkung
der ersten Sprengladung.
[0022] Durch einen gezielten Einsatz einer ersten Sprengladung mit an die Umgebung angepasster
Sprengwirkung kann das Freilegen der Munition zuverlässige erfolgen. Insbesondere
kann auch verhindert werden, dass die Munition noch tiefer in den Untergrund gedrückt
wird.
[0023] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung weist der Schritt b) die folgenden
Schritte auf:
b1) Bestimmung der Schichtdicke, welche oberhalb der eingesunkenen Munition liegt,
b2) Berechnung der notwendigen Stärke der durch die erste Sprengladung erzeugten Druckwelle
zur Freilegung der eingesunkenen Munition,
b3) Berechnung der für die erste Sprengladung zu verwendenden Sprengstoffmenge.
[0024] Durch die variable Anpassung der Sprengstoffmenge der ersten Sprengladung ist ein
schnelles und sicheres Freilegen einer Munition möglich.
[0025] Bevorzugt wird in b2) auch die Art des Sediments berücksichtigt, sofern diese entweder
bekannt oder erkennbar ist.
[0026] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung wird in Schritt e) die erste Sprengladung
derart abgesetzt, dass die entstehende Detonationswelle der ersten Sprengladung eine
nach unten gerichtete Komponente aufweist. Hierbei kann in einer ersten Ausführungsform
die erste Sprengladung direkt oberhalb der eingesunkenen Munition mit Wirkrichtung
senkrecht nach unten angeordnet werden. Hierdurch ist ein kegelförmiges Freilegen
der Munition realisierbar.
In einer zweiten Ausführungsform kann die erste Sprengladung seitlich der eingesunkenen
Munition mit einer schräg nach unten gerichteten Wirkrichtung angeordnet werden. Hierdurch
wird die über der Munition angeordnete Schicht praktisch seitlich entfernt. Hierbei
kann die Wirkrichtung der ersten Sprengladung direkt auf die Munition oder bevorzugt
flach oberhalb der Munition weg erfolgen.
[0027] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung erfolgt das Räumen in Schritt i)
mittels einer zweiten Sprengladung, wobei die zweite Sprengladung im unbemannten Unterwasserfahrzeug
angeordnet ist. Dieses Verfahren hat sich als sehr sicher, zuverlässig und schnell
erwiesen. Nachteil ist hierbei, dass das unbemannte Unterwasserfahrzeug eine Minenräumung
einer positiv als Mine identifizierten Mine zerstört wird.
[0028] In einer weiteren alternativen Ausführungsform der Erfindung erfolgt das Räumen in
Schritt i) mittels einer zweiten Sprengladung wobei die zweite Sprengladung trennbar
mit dem unbemannten Unterwasserfahrzeug verbindbar ist, wobei das unbemannte Unterwasserfahrzeug
zum Anbringen der zweiten Sprengladung an der Munition ausgebildet ist. Vorteil dieser
Ausführungsform ist es, dass das unbemannte Unterwasserfahrzeug selber nicht zerstört
wird, sofern die Anbringung der zweiten Sprengladung erfolgreich durchführbar ist.
Es besteht weiterhin das Risiko, dass bei der Anbringung der zweiten Sprengladung
an der Munition, diese bereits zur Explosion gebracht wird, wodurch das unbemannte
Unterwasserfahrzeug zerstört werden kann.
[0029] In einem weiteren Aspekt betrifft die Erfindung ein unbemanntes Unterwasserfahrzeug
zum Räumen eingesunkener Munition. Das unbemannte Unterwasserfahrzeug weist eine Antriebseinheit
und eine zweite Sprengladung auf. Vorzugsweise ist die zweite Sprengladung als Hohlladung
ausgeführt. Das unbemannte Unterwasserfahrzeug weist eine erste Sprengladung auf,
wobei die erste Sprengladung lösbar mit dem unbemannten Unterwasserfahrzeug verbindbar
ist. Das unbemannte Unterwasserfahrzeug ist zum Absetzen der ersten Sprengladung ausgebildet.
[0030] Somit weist das unbemannte Unterwasserfahrzeug eine absetzbar erste Sprengladung
auf, welche zum Freiräumen einer eingesunkenen Munition verwendet werden kann. Die
Absetzbarkeit ersten Sprengladung ermöglicht, dass das unbemannte Unterwasserfahrzeug
nach Absetzen der ersten Sprengladung in sichere Entfernung verbracht werden kann,
bevor die erste Sprengladung gezündet wird. Hierdurch wird das unbemannte Unterwasserfahrzeug
nicht beschädigt und steht schnell für den Einsatz zum Räumen der Munition mittels
der zweiten Sprengladung zur Verfügung.
[0031] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist die erste Sprengladung skalierbar
ausgebildet. Durch die Skalierbarkeit der ersten Sprengladung ist es nicht notwendig
verschiedene unbemannte Unterwasserfahrzeuge für verschiedene Umgebungen vorzuhalten,
sondern es besonders einfach möglich das unbemannte Unterwasserfahrzeug an unterschiedliche
Untergründe beziehungsweise Einsinktiefen der eingesunkenen Munition anzupassen.
[0032] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung weist die erste Sprengladung eine
Basissprengladung auf. Die Basissprengladung weist wenigstens einen ersten Zünder
auf. Die Basissprengladung ist mit einer ersten Erweiterungssprengladung verbindbar.
Bevorzugt weist die Erweiterungssprengladung keinen eigenen Zünder auf, sondern wird
durch die Basissprengladung gezündet.
[0033] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist die erste Erweiterungssprengladung
in Wirkrichtung der Basissprengladung vor der Basissprengladung anbringbar. Eine Sprengladung
und damit auch die Basissprengladung weist üblicherweise im Querschnitt eine Struktur
auf, in welcher die Sprengladung an drei Seiten begrenzend umgeben ist, beispielsweise
von einer Metallwand. Die vierte Seite ist offen, diese Seite ist die Wirkrichtung.
An dieser vierten Seite ist der in der Sprengladung angeordnete Sprengstoff so geformt,
dass sich mittig ein Hohlraum ergibt. Beispielsweise kann dieser Hohlraum dreieckig
ausgestaltet sein. Um nun die Sprengwirkung der Basissprengladung zu vergrößern ist
der Erweiterungssprengladung so geformt, dass diese sich in diesen Hohlraum einfügen
lässt und sich dabei vollflächig an die Sprengladung der Basissprengladung anschmiegt.
Auf der der Basissprengladung gegenüberliegenden Seite muss der Erweiterungssprengsatz
ebenfalls einen Hohlraum aufweisen, damit die Art der Sprengwirkung unverändert bleibt.
[0034] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist die erste Erweiterungssprengladung
mit einer zweiten Erweiterungssprengladung verbindbar. Hierdurch ist eine optimale
Skalierbarkeit gegeben. Besonders bevorzugt ist der Konturverlauf der Oberfläche der
Erweiterungssprengladung auf der Seite zur Basissprengladung identisch mit dem Konturverlauf
der Oberfläche der Erweiterungssprengladung auf der gegenüberliegenden Seite, welche
den neuen Hohlraum bildet.
[0035] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung sind die Erweiterungssprengladungen
becherförmig ausgebildet.
[0036] Nachfolgend ist das erfindungsgemäße unbemannte Unterwasserfahrzeug anhand von in
den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispielen näher erläutert.
Fig. 1 erstes unbemanntes Unterwasserfahrzeug
Fig. 2 zweites unbemanntes Unterwasserfahrzeug
Fig. 3 drittes unbemanntes Unterwasserfahrzeug
Fig. 4 skalierbare erste Sprengladung
Fig. 5 eingesunkene Mine
Fig. 6 abgelegte erste Sprengladung
Fig. 7 freigelegte Mine
Fig. 8 Räumen der Mine
[0037] In Fig. 1 ist ein erstes unbemanntes Unterwasserfahrzeug 10 zu sehen. Das erste unbemannte
Unterwasserfahrzeug 10 weist eine Hülle 40, eine Batterie 50, einen Motor 60, einen
Propeller 70 sowie ein Sonar 90 auf. Zusätzlich weist das erste unbemannte Unterwasserfahrzeug
10 eine erste Sprengladung 120 auf, welche absetzbar Inneren des unbemannten Unterwasserfahrzeugs
10 angeordnet ist. Die erste Sprengladung 120 kann auf dem Grund über einer eingesunkenen
Munition, hier einer Mine 210, abgesetzt werden und kann, nachdem sich das erste unbemannte
Unterwasserfahrzeug 10 entfernt hat, gezündet werden. Um die dann freigelegte Mine
210 zu räumen weist das erste unbemannte Unterwasserfahrzeug 10 eine zweite Sprengladung
20 auf.
[0038] Fig. 2 zeigt ein zweites unbemanntes Unterwasserfahrzeug 11. Das zweite unbemannte
Unterwasserfahrzeug 11 unterscheidet sich von dem ersten unbemannten Unterwasserfahrzeug
10 dadurch, dass die erste Sprengladung 120 unter dem zweiten unbemannten Unterwasserfahrzeug
11 angeordnet ist.
[0039] In Fig. 3 ist ein drittes unbemanntes Unterwasserfahrzeug 12 gezeigt. Dieses unterscheidet
sich von dem zweiten unbemannten Unterwasserfahrzeug 11 dadurch, dass die zweite Sprengladung
20 in einer lösbaren Befestigungsvorrichtung 200 angeordnet ist. In dieser Ausführungsform
kann das dritte unbemannte Unterwasserfahrzeug 12 zunächst die erste Sprengladung
120 absetzen, sich entfernen und nach dem Freilegen der Mine 210 die lösbaren Befestigungsvorrichtung
200 mit der zweiten Sprengladung 20 an der freigelegten Mine 210 anbringen und sich
erneut entfernen. Hierdurch wird der Verlust des unbemannten Unterwasserfahrzeugs
auf ein ungewolltes vorzeitiges Zünden der Mine 210 beschränkt.
[0040] Fig. 4 zeigt eine skalierbare erste Sprengladung 120. Die skalierbare erste Sprengladung
120 weist eine Basissprengladung 130 auf. An die Basis Sprengladung 31 schließen sich
im gezeigten Fall drei Erweiterungssprengladungen 140 an. Ist die Mine 210 nicht besonders
tief eingesunkenen oder der Untergrund vergleichsweise leicht bewegbar, so können
ein bis drei Erweiterungssprengladungen 140 entfernt werden um die Sprengwirkung der
ersten Sprengladung 120 leicht bedarfsgerecht anzupassen.
[0041] In den Fig. 5 bis Fig. 8 ist das Verfahren vereinfacht dargestellt. In Fig. 5 ist
eine eingesunkene Mine 210 gezeigt. Die Position der Mine 210 wird durch ein unbemanntes
Unterwasserfahrzeug 10 angefahren. Das unbemannte Unterwasserfahrzeug 10 setzt eine
erste Sprengladung 120 am Grund ab und entfernt sich. Somit befindet sich die erste
Sprengladung 120 oberhalb der eingesunkenen Mine 210 am Meeresboden, wie in Fig. 6
gezeigt. Nach Sprengung der ersten Sprengladung 120 bildet sich beispielhaft ein Krater
aus, sodass die Mine 210 freigelegt ist, wie in Fig. 7 dargestellt ist. Somit kann
das unbemannte Unterwasserfahrzeug 10 an die Mine 210 herangeführt werden, diese Untersuchung
und gegebenenfalls räumen.
Bezugszeichen
[0042]
- 10
- unbemanntes Unterwasserfahrzeug
- 11
- unbemanntes Unterwasserfahrzeug
- 12
- unbemanntes Unterwasserfahrzeug
- 20
- zweite Sprengladung
- 40
- Hülle
- 50
- Batterie
- 60
- Motor
- 70
- Propeller
- 90
- Sonar
- 120
- erste Sprengladung
- 130
- Basissprengladung
- 140
- Erweiterungssprengladung
- 200
- lösbare Befestigungsvorrichtung
- 210
- Mine / Munition
1. Verfahren zum Räumen vollständig eingesunkener Munition (210) mittels eines unbemannten
Unterwasserfahrzeugs (10, 11, 12), wobei das Verfahren die folgenden Schritte aufweist:
a) Orten einer eingesunkenen Munition (210),
d) Anfahren des Bereichs oberhalb der eingesunkenen Munition (210) mit dem unbemannten
Unterwasserfahrzeug (10, 11, 12),
e) Absetzen einer ersten Sprengladung (120) durch das unbemannte Unterwasserfahrzeug
(10, 11, 12),
f) Entfernen des unbemannten Unterwasserfahrzeugs (10, 11, 12) aus dem Bereich oberhalb
der eingesunkenen Munition (210),
g) Zünden der ersten Sprengladung (120) zur Entfernung des Sediments,
h) Anfahren der freigelegten Munition (210) mit dem unbemannten Unterwasserfahrzeug
(10, 11, 12),
i) Räumen der freigelegten Munition (210) mit dem unbemannten Unterwasserfahrzeug
(10, 11, 12) mittels einer im unbemannten Unterwasserfahrzeug (10,11) oder in einer
am Unterwasserfahrzeug (12) lösbaren Befestigungsvorrichtung (200) angeordneten zweiten
Sprengladung (20),
wobei das Verfahren zwischen Schritt a) und Schritt d) den folgenden Schritt aufweist:
c) Anordnen einer ersten Sprengladung (120) an dem Unterwasserfahrzeug (10, 11, 12),
wobei die zweite Sprengladung als Hohlladung ausgeführt ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Verfahren zwischen Schritt a) und Schritt d) den folgenden Schritt aufweist:
b) Bestimmen der zur Freilegung der eingesunkenen Munition (210) benötigten Sprengwirkung
der ersten Sprengladung (120).
3. Verfahren nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass der Schritt b) die folgenden Schritte aufweist:
b1) Bestimmung der Schichtdicke, welche oberhalb der eingesunkenen Munition (210)
liegt,
b2) Berechnung der notwendigen Stärke der durch die erste Sprengladung (120) erzeugten
Druckwelle zur Freilegung der eingesunkenen Munition (210),
b3) Berechnung der für die erste Sprengladung (120) zu verwendenden Sprengstoffmenge.
4. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in Schritt e) die erste Sprengladung (120) derart abgesetzt wird, dass die entstehende
Detonationswelle der ersten Sprengladung (120) eine nach unten gerichtete Komponente
aufweist.
5. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Sprengladung (20) im unbemannten Unterwasserfahrzeug (10, 11, 12) angeordnet
ist.
6. Unbemanntes Unterwasserfahrzeug (10, 11, 12) zum Räumen eingesunkener Munition (210),
wobei das unbemannte Unterwasserfahrzeug (10, 11, 12) eine Antriebseinheit aufweist,
wobei das unbemannte Unterwasserfahrzeug (10, 11, 12) eine zweite Sprengladung (20)
aufweist, wobei die zweite Sprengladung (20) als Hohlladung ausgeführt ist, wobei
das unbemannte Unterwasserfahrzeug (10, 11, 12) eine erste Sprengladung (120) aufweist,
wobei die erste Sprengladung (120) lösbar mit dem unbemannten Unterwasserfahrzeug
(10, 11, 12) verbindbar ist, wobei das unbemannte Unterwasserfahrzeug (10, 11, 12)
zum Absetzen der ersten Sprengladung (120) ausgebildet ist
7. Unbemanntes Unterwasserfahrzeug (10, 11, 12) nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Sprengladung (120) skalierbar ausgebildet ist.
8. Unbemanntes Unterwasserfahrzeug (10, 11, 12) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Sprengladung (120) eine Basissprengladung (130) aufweist, wobei die Basissprengladung
(130) wenigstens einen ersten Zünder aufweist, wobei die Basissprengladung (130) mit
einer ersten Erweiterungssprengladung (140) verbindbar ist.
9. Unbemanntes Unterwasserfahrzeug (10, 11, 12) nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Erweiterungssprengladung (140) in Wirkrichtung der Basissprengladung (130)
vor der Basissprengladung (130) anbringbar ist.
10. Unbemanntes Unterwasserfahrzeug (10, 11, 12) nach einem der Ansprüche 8 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Erweiterungssprengladung (140) mit einer zweiten Erweiterungssprengladung
(140) verbindbar ist.
11. Unbemanntes Unterwasserfahrzeug (10, 11, 12) nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Erweiterungssprengladungen (140) becherförmig ausgebildet sind.
1. Method for clearing fully submerged munition (210) by means of an unmanned underwater
vehicle (10, 11, 12), wherein the method comprises the following steps:
a) locating a submerged munition (210),
d) approaching the area above the submerged munition (210) with the unmanned underwater
vehicle (10, 11, 12),
e) placing a first explosive charge (120) by the unmanned underwater vehicle (10,
11, 12),
f) removing the unmanned underwater vehicle (10, 11, 12) from the area above the submerged
munition (210),
g) detonating the first explosive charge (120) to remove the sediment,
h) approaching the exposed munition (210) with the unmanned underwater vehicle (10,
11, 12),
i) clearing the exposed munition (210) with the unmanned underwater vehicle (10, 11,
12) by means of a second explosive charge (20) arranged in the unmanned underwater
vehicle (10, 11) or in a fastening device (200) releasably attached to the underwater
vehicle (12),
wherein the method comprises the following step between step a) and step d):
c) arranging a first explosive charge (120) on the underwater vehicle (10, 11, 12),
wherein the second explosive charge is configured as a shaped charge.
2. Method according to claim 1, characterized in that the method comprises the following step between step a) and step d):
b) determining the explosive effect of the first explosive charge (120) required for
exposing the submerged munition (210).
3. Method according to claim 2,
characterized in that step b) comprises the following steps:
b1) determining the layer thickness located above the submerged munition (210),
b2) calculating the necessary strength of the pressure wave generated by the first
explosive charge (120) for exposing the submerged munition (210),
b3) calculating the amount of explosive to be used for the first explosive charge
(120).
4. Method according to one of the preceding claims, characterized in that in step e) the first explosive charge (120) is placed such that the resulting detonation
wave of the first explosive charge (120) has a downwardly directed component.
5. Method according to one of the preceding claims, characterized in that the second explosive charge (20) is arranged in the unmanned underwater vehicle (10,
11, 12).
6. Unmanned underwater vehicle (10, 11, 12) for clearing submerged munition (210), wherein
the unmanned underwater vehicle (10, 11, 12) comprises a drive unit, wherein the unmanned
underwater vehicle (10, 11, 12) comprises a second explosive charge (20), wherein
the second explosive charge (20) is configured as a shaped charge, wherein the unmanned
underwater vehicle (10, 11, 12) comprises a first explosive charge (120), wherein
the first explosive charge (120) is releasably connectable to the unmanned underwater
vehicle (10, 11, 12), wherein the unmanned underwater vehicle (10, 11, 12) is configured
for placing the first explosive charge (120).
7. Unmanned underwater vehicle (10, 11, 12) according to claim 6, characterized in that the first explosive charge (120) is configured to be scalable.
8. Unmanned underwater vehicle (10, 11, 12) according to claim 7, characterized in that the first explosive charge (120) comprises a base explosive charge (130), wherein
the base explosive charge (130) comprises at least one first detonator, wherein the
base explosive charge (130) is connectable to a first extension explosive charge (140).
9. Unmanned underwater vehicle (10, 11, 12) according to claim 8, characterized in that the first extension explosive charge (140) can be attached in front of the base explosive
charge (130) in the direction of action of the base explosive charge (130).
10. Unmanned underwater vehicle (10, 11, 12) according to one of claims 8 to 9, characterized in that the first extension explosive charge (140) is connectable to a second extension explosive
charge (140).
11. Unmanned underwater vehicle (10, 11, 12) according to one of claims 8 to 10, characterized in that the extension explosive charges (140) are cup-shaped.
1. Procédé de dégagement d'une munition (210) totalement enfouie au moyen d'un véhicule
sous-marin (10, 11, 12) sans équipage, dans lequel le procédé présente les étapes
suivantes :
a) la localisation d'une munition (210) enfouie,
d) l'approche de la zone au-dessus de la munition (210) enfouie avec le véhicule sous-marin
(10, 11, 12) sans équipage,
e) la dépose d'une première charge explosive (120) par le véhicule sous-marin (10,
11, 12) sans équipage,
f) le retrait du véhicule sous-marin (10, 11, 12) sans équipage de la zone au-dessus
de la munition (210) enfouie,
g) l'allumage de la première charge explosive (120) pour éliminer le sédiment,
h) l'approche de la munition (210) exposée avec le véhicule sous-marin (10, 11, 12)
sans équipage,
i) le dégagement de la munition exposée (210) avec le véhicule sous-marin (10, 11,
12) sans équipage au moyen d'une deuxième charge explosive (20) disposée dans le véhicule
sous-marin (10, 11) sans équipage ou dans un dispositif de fixation (200) détachable
sur le véhicule sous-marin (12), dans lequel le procédé présente, entre l'étape a)
et l'étape d), l'étape suivante :
c) la disposition d'une première charge explosive (120) sur le véhicule sous-marin
(10, 11, 12),
dans lequel la deuxième charge explosive est exécutée en tant que charge creuse.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que le procédé présente, entre l'étape a) et l'étape d), l'étape suivante :
b) la détermination de l'effet explosif de la première charge explosive (120) nécessaire
pour exposer la munition (210) enfouie.
3. Procédé selon la revendication 2,
caractérisé en ce que l'étape b) présente les étapes suivantes :
b1) la détermination de l'épaisseur de couche qui se situe au-dessus de la munition
(210) enfouie,
b2) le calcul de l'épaisseur nécessaire de l'onde de pression générée par la première
charge explosive (120) pour exposer la munition (210) enfouie,
b3) le calcul de la quantité d'explosif à utiliser pour la première charge explosive
(120).
4. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que, dans l'étape e), la première charge explosive (120) est déposée de telle manière
que l'onde de détonation résultante de la première charge explosive (120) présente
une composante dirigée vers le bas.
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que la deuxième charge explosive (20) est disposée dans le véhicule sous-marin (10, 11,
12) sans équipage.
6. Véhicule sous-marin (10, 11, 12) sans équipage pour le dégagement d'une munition (210)
enfouie, dans lequel le véhicule sous-marin (10, 11, 12) sans équipage présente une
unité d'entraînement, dans lequel le véhicule sous-marin (10, 11, 12) sans équipage
présente une deuxième charge explosive (20), dans lequel la deuxième charge explosive
(20) est réalisée en tant que charge creuse, dans lequel le véhicule sous-marin (10,
11, 12) sans équipage présente une première charge explosive (120), dans lequel la
première charge explosive (120) peut être reliée de manière amovible au véhicule sous-marin
(10, 11, 12) sans équipage, dans lequel le véhicule sous-marin (10, 11, 12) sans équipage
est réalisé pour déposer la première charge explosive (120).
7. Véhicule sous-marin (10, 11, 12) sans équipage selon la revendication 6, caractérisé en ce que la première charge explosive (120) est réalisée de manière évolutive.
8. Véhicule sous-marin (10, 11, 12) sans équipage selon la revendication 7, caractérisé en ce que la première charge explosive (120) présente une charge explosive de base (130), dans
lequel la charge explosive de base (130) présente au moins un premier détonateur,
dans lequel la charge explosive de base (130) peut être reliée à une première charge
explosive d'extension (140).
9. Véhicule sous-marin (10, 11, 12) sans équipage selon la revendication 8, caractérisé en ce que la première charge explosive d'extension (140) peut être appliquée dans la direction
d'action de la charge explosive de base (130) avant la charge explosive de base (130).
10. Véhicule sous-marin (10, 11, 12) sans équipage selon l'une quelconque des revendications
8 et 9, caractérisé en ce que la première charge explosive d'extension (140) peut être reliée à une deuxième charge
explosive d'extension (140).
11. Véhicule sous-marin (10, 11, 12) sans équipage selon l'une quelconque des revendications
8 à 10, caractérisé en ce que les charges explosives d'extension (140) sont réalisées en forme de godet.
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