[0001] Der Gegenstand betrifft eine Verbindung zwischen einem Crimpkontakt und einem Litzenleiter
sowie ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Herstellung eines Crimpkontaktes.
[0002] Insbesondere in automotiven Anwendungen, jedoch auch in vielen anderen elektrotechnischen
Anwendungen finden Crimpkontakte eine weite Verbreitung. Crimpkontakte bieten jedoch
nur eine form- und kraftschlüssige Verbindung mit einem Litzenleiter und sind somit
nicht für alle Arten von metallischen Leitern gleich gut geeignet. Insbesondere wenn
als Leitermaterial nicht Kupfer zum Einsatz kommt, werden Crimpkontakte bisher nur
selten eingesetzt. So werden bei Aluminiumleitern in der Regel stoffschlüssige Fügeverfahren
verwendet, um diese mit Kontakten zu verbinden. Auch bei der Verwendung von unterschiedlichen
Metallen zwischen Leiter und Crimpkontakt muss auf Kontaktkorrosion geachtet werden.
Beispielsweise bei der Verwendung von Aluminium als gegenüber Kupfer unedleres Metall
können starke elektrochemische Reaktionen auftreten.
[0003] Bisher wurde vorgeschlagen, sogenannte Bimetall-Kontakte zu verwenden, bei denen
in einem Kupferflachteil ein metallischer Einsatz aus Aluminium vorgesehen ist, auf
dem das Aluminium stoffschlüssig gefügt wird. Der Rest des Kontaktes kann beispielsweise
aus Kupfer gebildet sein. Auch Beschichtungen aus Nickel sind bekannt, führen aber
dazu, dass das Bauteil schlechter verarbeitet werden kann, da Nickel sehr hart ist
und nur schwer einen Stoffschluss mit Aluminium ermöglicht.
[0004] Es wäre wünschenswert, die gängige Verbindung zwischen Litzenleiter und Kontakt mittels
Crimpen einer größeren Bandbreite verschiedener metallischer Leiter zur Verfügung
zu stellen. Da die Crimptechnik eine kostengünstige Verbindungstechnik mit geringen
Zykluszeiten ist, wäre ein Einsatz bei unterschiedlichen Litzenleitern vorteilhaft.
[0005] Insbesondere bei Aluminiumlitzenleitern, die gegenüber Kupferlitzenleitern eine geringere
Festigkeit aufweisen, kann unter mechanischem Druck eine Relaxation und somit ein
Kriechen auftreten, so dass die Langzeitstabilität der Verbindung nicht gewährleistet
sein kann. Auch die Aluminiumoxidschicht kann dazu führen, dass die elektrischen Eigenschaften,
insbesondere der Übergangswiderstand, an dem Crimpkontakt nachteilig ist.
[0006] Somit lag dem Gegenstand die Aufgabe zugrunde, einen an sich bekannten Crimpkabelschuh
für eine stoffschlüssige Verbindung mit einem Litzenleiter zu optimieren.
[0007] Diese Aufgabe wird durch eine Verbindung nach Anspruch 1 sowie Verfahren nach Anspruch
12 gelöst.
[0008] Gegenständlich wird für die Verbindung ein Crimpkontakt zur Verfügung gestellt. Ein
Crimpkontakt kann als Crimpkabelschuh oder dergleichen gebildet sein. Der Crimpkontakt
ist aus einem Blech aus einem Grundwerkstoff gefertigt. Der Grundwerkstoff kann dabei
insbesondere ein Kupferwerkstoff oder ein Aluminiumwerkstoff sein. Unter einem Kupferwerkstoff
kann eine Kupferlegierung oder reines Kupfer, unter einem Aluminiumwerkstoff kann
eine Aluminiumlegierung bis hin zu AL99,9 Aluminium verstanden werden.
[0009] Das Blech wird beispielsweise als Bandware, insbesondere von einem Coil abgewickelt
zur Verfügung gestellt.
[0010] Das Blech wird in einer Fügezone für den Litzenleiter mit einer Beschichtung beschichtet.
Diese Beschichtung ist insbesondere aus einem Werkstoff, der einen geringeren Schmelzpunkt
hat, als der Grundwerkstoff. Insbesondere eignet sich Zinn für die Beschichtung. Vorzugsweise
wird die Beschichtung in einem kontinuierlichen Prozess aufgebracht. Dabei kann beispielsweise
das Blech unter einem Werkzeug hindurch bewegt werden, welches die Beschichtung aufbringt
oder das Werkzeug kann entlang einer Vorschubrichtung über das Blech geführt werden
und dabei die Beschichtung aufbringen. Die Beschichtung wird vorzugsweise entlang
der Längsrichtung des Bleches aufgebracht.
[0011] Anschließend erfolgt ein Auftrennen des Bleches derart, dass ein Crimpkontakt entsteht.
Dies wird nachfolgend noch näher beschrieben.
[0012] Die Verbindung benötigt ferner einen Litzenleiteraus einem Leiterwerkstoff. Der Leiterwerkstoff
ist insbesondere entweder ein Kupferwerkstoff oder ein Aluminiumwerkstoff. Bevorzugt
ist der Leiterwerkstoff von dem Grundwerkstoff verschieden.
[0013] Bei der gegenständlichen Verbindung wird der Crimpkontakt entlang seiner Fügezone
so verformt, dass der Litzenleiter mit dem Crimpkontakt in der Fügezone formschlüssig
vercrimpt ist. Dazu wird die Fügezone umgeformt und gegen den Litzenleiter gepresst,
so dass sich zumindest ein Formschluss ergibt. Gleichzeitig wird der Litzenleiter
in der Fügezone mit der Beschichtung intermetallisch verbunden, insbesondere verschweißt
und/oder verlötet.
[0014] Unter einer intermetallischen Verbindung kann insbesondere verstanden werden, dass
lediglich die Beschichtung der Fügezone beim Vercrimpen aufgeschmolzen wird und eine
Verbindung mit den Litzenleitern eingeht. Dabei kann insbesondere ein Verlöten als
intermetallische Verbindung verstanden werden. Eine intermetallische Verbindung ist
insbesondere stoffschlüssig.
[0015] Gemäß einem Ausführungsbeispiel wird vorgeschlagen, dass die Beschichtung unmittelbar
auf den Grundwerkstoff aufgebracht ist. Somit geht die Beschichtung eine unmittelbare
intermetallische Verbindung mit dem Grundwerkstoff ein, was für einen geringen Übergangswiderstand
sorgt.
[0016] Gemäß einem Ausführungsbeispiel wird auf die Beschichtung eine weitere Beschichtung
aufgebracht. Insbesondere wird zunächst aus dem Blech der Crimpkontakt formgebend
ausgestanzt. Dabei kann der Crimpkontakt vollständig von dem Blech gelöst werden oder
als gegurtete Ware aus dem Blech gestanzt werden. Anschließend wird das so gestanzte
Blech, auf dem die Beschichtung für die Fügezone bereits aufgebracht ist, einem weiteren
Beschichtungsprozess zugeführt. Dies kann beispielsweise eine Bandgalvanik oder eine
Trommelgalvanik sein. Die Beschichtung ist insbesondere eine Unternicklung sowie eine
Verzinnung oder lediglich eine Vernicklung oder lediglich eine Verzinnung oder eine
andere Beschichtung oder andere funktionserfüllende Beschichtungswerkstoffe
[0017] Insbesondere verläuft die zweite Beschichtung über den Übergang zwischen der ersten
Beschichtung und dem Grundwerkstoff. Somit ist ein Übergang zwischen der Beschichtung
der Fügezone und den Grundwerkstoff durch die zweite Beschichtung geschützt.
[0018] Gemäß einem Ausführungsbeispiel wird, wie bereits erwähnt, der Crimpkontakt zusammen
mit der Beschichtung als gegurtetes Halbzeug aus dem Blech gestanzt.
[0019] Der Crimpkontakt erstreckt sich vorzugsweise in einer Längsrichtung. An einem ersten
Ende kann die Fügezone gebildet sein und an einem zweiten Ende in Längsrichtung kann
eine beliebig geformte Anschlusskonsole für ein Anschlussteil gebildet sein. Die Anschlusskonsole
kann beispielsweise als Anschlussbolzen, Lötfahne, Anschlussbohrung, Schraubkontakt
oder dergleichen gebildet sein.
[0020] Quer zur Längserstreckung erstreckt sich der Crimpkontakt entlang seiner Breitenerstreckung.
Im Bereich der Fügezone hat der Crimpkontakt zumindest einen Crimpflügel, der sich
seitlich über die Breitenerstreckung hinaus erstreckt. Der Crimpflügel ist beispielsweise
als Flügel einseitig oder beidseitig seitlich über die Seitenkanten des Crimpkontakts
hinaus erstreckt. Die Beschichtung der Fügezone erstreckt sich bevorzugt über die
gesamte Breitenerstreckung des Crimpkontakts, inklusive des Crimpflügels. Dies hat
den Vorteil, dass beim anschließenden Vercrimpen, die Fügezone mit ihrer Beschichtung
umlaufend an den Litzen des Litzenleiters anliegt. Die Beschichtung kann in einem
Abstand von einer Stirnkante des Crimpkontakts auf die Fügezone aufgebracht sein.
Der Abstand kann 5% bis 50% der Erstreckung der Fügezone in Längsrichtung des Crimpkontakts
betragen.
[0021] Gemäß einem Ausführungsbeispiel wird vorgeschlagen, dass die Fügezone, insbesondere
der Crimpflügel den Leiter umgreift, bevorzugt vollständig umgreift. Dabei ist der
Crimpflügel bevorzugt um den Leiter umgebogen. Dieses Umbiegen ist beim Crimpen üblich,
wird gegenständlich jedoch dadurch unterstützt, dass die Beschichtung der Fügezone
während des Crimpens aufgeschmolzen wird und somit eine Verbindung mit dem Leiter
eingeht. Ist die Beschichtung der Fügezone umlaufend an dem Leiter anliegend, wird
beim Vercrimpen gleichzeitig eine umlaufende Verbindung und Kontaktierung des Leiters
mit der Beschichtung bewirkt.
[0022] Durch das Aufschmelzen der Beschichtung in der Fügezone kann diese plastifizieren
und zwischen einzelne Litzen des Leiters fließen. Es wird daher vorgeschlagen, dass
bei der Verbindung die Litzen des Leiters durch die Beschichtung miteinander verbunden
sind.
[0023] Die Beschichtung der Fügezone wird auf dem Grundwerkstoff, insbesondere mittels eines
Walzplattierens oder eines Rührreibens, aufgebracht. Auch andere zielerfüllende Verfahren,
wie das Laserauftragsschweißen, sind möglich. Insbesondere sind ein Rührreibschweißen
oder ein Laserauftragsschweißen zur Aufbringung der Beschichtung sinnvolle Verfahren.
[0024] Die Beschichtung kann auch beidseitig des Bleches in der Fügezone aufgebracht sein.
Dabei können die Beschichtungen auf den beiden einander gegenüberliegenden Seiten
symmetrisch oder unsymmetrisch zueinander sein. Die Beschichtungen können zueinander
kongruent sein.
[0025] Mit Hilfe des Verfahrens nach Anspruch 12 ist es möglich, eine langzeitstabile, elektrisch
gut leitende Crimpverbindung herzustellen. Die Eigenschaften der Crimpverbindung im
Hinblick auf den Übergangswiderstand sind gegenüber herkömmlichen Crimpverfahren verbessert.
[0026] Bei dem gegenständlichen Verfahren wird ein Crimpkontakt, der an sich bekannt ist,
mit einem Leiter verbunden. Hierzu hat der Crimpkontakt die beschichtete Fügezone,
in die in einem ersten Schritt der Leiter eingelegt wird.
[0027] Anschließend erfolgt das Vercrimpen des Leiters mit dem Crimpkontakt durch einen
Crimpstempel und ein Crimpgesenk. Der Crimpkontakt wird auf das Crimpgesenk zusammen
mit dem Leiter aufgesetzt und der Crimpstempel führt eine plastische Verformung des
Crimpkontakts im Bereich der Fügezone derart aus, dass der Leiter form- und kraftschlüssig
in der Fügezone gehalten ist. Das Crimpgesenk verformt dabei insbesondere den Crimpflügel,
so dass sich dieser formschlüssig auf den Leiter legt.
[0028] Durch ein Anregen mit einer Hochfrequenzschwingung während des Vercrimpens können
sowohl die mechanischen als auch die elektrischen Eigenschaften der Verbindung verbessert
werden. Auch ein Aufschmelzen der Beschichtung nach erfolgter Crimpung ist funktionserfüllend,
wie z. B. Energie-/Wärmeeintrag durch Induktionsspule. Beispielsweise bei der Verwendung
eines Aluminiumlitzenleiters lässt sich durch die Hochfrequenzschwingung, die isolierende
Aluminiumoxidschicht von dem Leiter aufbrechen.
[0029] Auch wird durch die Hochfrequenzschwingung erreicht, dass sich das Relaxationsvermögen
des Leiters verändert und nach dem abgeschlossenen Crimpvorgang kein Kriechen mehr
einsetzt. Das Aufbrechen der Oxidschicht führt zu einer verbesserten elektrischen
Verbindung sowie zu einer besseren intermetallischen Verbindung zwischen Beschichtungswerkstoff
und Grundwerkstoff des Litzenleiters, und das veränderte Relaxationsvermögen zu einer
langzeitstabilen mechanischen Verbindung.
[0030] Durch die eingebrachte Energie schmilzt die Beschichtung der Fügezone auf und verbindet
sich mit den Litzen des Litzenleiters. Dadurch kommt es zu einem guten elektrischen
Übergang zwischen den Litzen des Litzenleiters und dem Crimpkontakt.
[0031] Gemäß einem Ausführungsbeispiel wird vorgeschlagen, dass der Energie-/Wärmeeintrag
eine Hochfrequenzschwingung, z. B. eine Ultraschallschwingung ist und insbesondere,
dass während des Vercrimpens das Crimpgesenk und/oder der Crimpstempel mit Ultraschallenergie
angeregt wird. In der Regel wird das Crimpgesenk als Amboss und der Crimpstempel als
Sonotrode gebildet sein, wobei dies jedoch auch genau anders herum sein kann. Der
Crimpstempel steht mit einem Ultraschallbooster mechanisch in Kontakt, so dass der
Crimpstempel die Ultraschallenergie auf den Crimpkontakt samt Leiter im Bereich die
Fügezone einbringen kann. Die Fügezone und der Crimpflügel kann auch als Aufnahme
bezeichnet werden. Durch das Einbringen der Ultraschallschwingung wird besonders gut
die Oxidschicht auf der Oberfläche des Leiters aufgebrochen. Gleichzeitig wird die
Beschichtung aufgeschmolzen, die sich alsdann mit den Litzen des Litzenleiters verbindet.
Die aufgeschmolzene Beschichtung kann auch die Litzenleiter untereinander verbinden.
Die Beschichtung kann als Lot oder in der Art eines Lotes eine Lötverbindung, welche
eine intermetallische Verbindung ist, mit dem Leiter bilden.
[0032] Anders als bei stoffschlüssigen Fügeverfahren wird jedoch kein Verschweißen des Crimpkontakts
mit dem Leiter vorgeschlagen. Vielmehr wird gemäß einem Ausführungsbeispiel vorgeschlagen,
dass die Ultraschallenergie geringer ist, als eine zum Ultraschallverschweißen des
Leiters mit dem Crimpkontakt benötigte Schweißenergie. Zum Verschweißen des Crimpkontaktes
mit dem Leiter muss an die Fügestelle eine ausreichende Energie eingebracht werden,
dass Grundwerkstoff und Leiterwerkstoff aufschmelzen. Dies ist gegenständlich gerade
nicht gewollt und wird dadurch nicht erreicht, dass die Ultraschallenergie unterhalb
der benötigten Schweißenergie zum Verschweißen zwischen Leiterwerkstoff und Grundwerkstoff
liegt. Dies führt zu kürzeren Taktzeiten und zu geringeren Anforderungen an den Ultraschallgenerator,
so dass die Verbindungstechnik kostengünstiger ist, als ein Ultraschallverschweißen.
Jedoch ist die Schweißenergie ausreichend, um den Werkstoff der Beschichtung aufzuschmelzen.
Die aufgeschmolzene Beschichtung wirkt wie ein Lot und bildet eine Lötverbindung mit
dem Leiter.
[0033] Gemäß einem Ausführungsbeispiel wird vorgeschlagen, dass der Leiter als Litzenleiter,
insbesondere Aluminiumlitzenleiter oder Kupferlitzenleiter bereitgestellt wird. Insbesondere
bei der Verwendung eines Aluminiumlitzenleiters ergeben sich besondere Vorteile durch
das Einbringen der Hochfrequenzschwingung. Wie bereits erwähnt, wird das Relaxationsvermögen
des Aluminiumlitzenleiters beim Einbringen der Hochfrequenzschwingung derart beeinflusst,
dass nach dem abgeschlossenen Crimpvorgang kein oder nur verringertes Kriechen des
Litzenleiters einsetzt. Auch führt das Einbringen der Hochfrequenzschwingung zu einem
Aufbrechen des Aluminiumoxids auf der Oberfläche des Aluminiumlitzenleiters.
[0034] Ein weiterer Vorteil in der Verwendung von Crimpkontakten liegt darin, dass diese
als gegurtete Ware der Crimpvorrichtung, insbesondere dem Crimpgesenk zugeführt werden
können. Durch das gegenständliche Verfahren können beschichtete und optional anschließend
vernickelte, verzinnte oder anderweitige funktionserfüllende beschichtete Crimpkontakte
als Stanzteile zur Verfügung gestellt werden. Die Crimpkontakte können insbesondere
aus Kupferblech geformt sein. Zunächst ist die Beschichtung in der Fügezone aufgebracht,
wie oben beschrieben. Anschließend kann der Crimpkontakt und insbesondere die Fügezone
metallisch mit Nickel und/oder Zinn beschichtet werden.
[0035] Außerdem lässt sich die Energie der Hochfrequenzschwingung an den Kabelquerschnitt
der jeweiligen Leitung anpassen. Die Kraft, mit der der Crimpstempel auf das Crimpgesenk
gepresst wird, als auch die Schwingungsenergie lassen sich sehr definiert einstellen,
so dass abhängig vom Querschnitt der jeweiligen Leiter ein unterschiedlicher Prozessparameter
(Anpresskraft, Schwingungsenergie, etc.) eingestellt werden kann, um eine langzeitstabile,
elektrisch gut leitende, formschlüssige Verbindung zu erhalten.
[0036] Auch bei der Verwendung von Kupferlitzenleitern wird durch das Einbringen der Hochfrequenzenergie
der Übergangswiderstand zwischen dem Crimpkontakt und dem Leiter gegenüber herkömmlichen
Verfahren verringert. Somit lässt sich das gegenständliche Verfahren für verschiedene
Arten von Litzenleitern verwenden.
[0037] Bei dem gegenständlichen Verfahren wird die Fügezone mittels Crimpgesenk und/oder
Crimpstempel um den Leiter gelegt. Insbesondere die Crimpflügel werden um den Leiter
herum gebogen. Dadurch wird erreicht, dass die Fügezone den Leiter im Wesentlichen
vollständig umgreift. Wird nun die Beschichtung der Fügezone durch die eingebrachte
Energie aufgeschmolzen, ergibt sich vorzugsweise eine umlaufende oder partielle Verbindung
zwischen der Beschichtung und den Litzen des Leiters.
[0038] Gemäß einem Ausführungsbeispiel wird vorgeschlagen, dass die Beschichtung der Fügezone
zumindest teilweise während des Vercrimpens aufgeschmolzen wird. Die Schichtdicke
der Beschichtung ist insbesondere derart, dass eine obere Randzone, die eine geringere
Schichtdicke als die Gesamtschichtdicke der Beschichtung hat, während des Vercrimpens
aufgeschmolzen wird und sich mit den Litzen des Leiters verbindet. Beim Erkalten entsteht
somit eine intermetallische Verbindung zwischen der Beschichtung der Fügezone und
den Litzen einerseits und die intermetallische Verbindung zwischen der Beschichtung
der Fügezone und dem Grundwerkstoff andererseits bleibt bestehen.
[0039] Gemäß einem Ausführungsbeispiel wird vorgeschlagen, dass während des Vercrimpens
die aufgeschmolzene Beschichtung die Litzen des Leiters benetzt. Die Beschichtung,
insbesondere eine äußere Randzone schmilzt auf und durch einen Kapilareffekt benetzt
die Beschichtung zumindest die äußeren Litzen des Litzenleiters. Nach dem Vercrimpen
erkaltet die Beschichtung wieder und die Litzen des Leiters untereinander sowie die
Litzen des Leiters mit dem Blech des Crimpkontakts sind über die Beschichtung intermetallisch
verbunden.
[0040] Wie bereits erläutert, wird das Blech aus dem Grundwerkstoff zunächst mit der Beschichtung
in der Fügezone beschichtet. Hierüber kann insbesondere ein kontinuierlicher oder
halbkontinuierlicher Prozess zum Einsatz kommen, sodass ein Blech in Vorschubrichtung
entweder des Blechs oder eines Beschichtungswerkzeugs kontinuierlich mit der Beschichtung
beschichtet wird.
[0041] Ein Beschichtungsverfahren ist beispielsweise ein Rührreibschweißen, bei dem ein
Beschichtungswerkstoff von einem Reibstift auf den Grundwerkstoff aufgerieben wird.
Beispielsweise die Prozessparameter Anpressdruck und Vorschubgeschwindigkeit ermöglichen
die Einstellung der Schichtdicke, die derart gewählt ist, dass insbesondere während
des Vercrimpens nicht die gesamte Beschichtung aufschmilzt, sondern nur ein äußerer
Randbereich.
[0042] Wie ebenfalls bereits erläutert, wird, nachdem der Grundwerkstoff beschichtet wurde,
der Crimpkontakt zumindest teilweise aus dem Blech heraus gestanzt.
[0043] Schließlich erfolgt optional eine zweite Beschichtung des Bleches samt der Beschichtung,
insbesondere eine Vernicklung und/oder eine Verzinnung. Durch diese zweite Beschichtung
wird der Übergang zwischen der Beschichtung der Fügezone und dem Grundwerkstoff vor
Umwelteinflüssen geschützt.
[0044] Durch das Einbringen der Schwingungsenergie mittels Hochfrequenzschwingung wird erreicht,
dass während des Vercrimpens die einzelnen Litzen des Litzenleiters verdichtet werden.
Somit entsteht ein vorzugsweise hohlraumfreies Bündel an Litzen des Litzenleiters
im Bereich des Anschlusses, welches vercrimpt wird. Nach dem abgeschlossenen Crimpvorgang
ist im Bereich der Litzen ein weitestgehend gasdichtes Bündel vorhanden, so dass Luftsauerstoff
nicht mehr zu einer Oxidation zwischen den Litzen im Bereich des Bündels führen kann.
Das Innere der Verbindung, also insbesondere die Verbindung zwischen den Litzen selbst,
kann so vor Korrosion geschützt sein und es wird verhindert, dass sich neue, isolierende
Oxidschichten bilden. Dabei ist die aufgeschmolzene Beschichtung zwischen die Litzen
des Leiters geflossen, um somit einen Korrosionsschutz zu gewährleisten.
[0045] Zwar ist die Energie, mit welcher die Hochfrequenzschwingung in den Kontakt eingebracht
wird geringer, als eine Schweißenergie zum Verschweißen des Litzenleiters mit dem
Crimpkontakt, sie kann jedoch ausreichend sein, die Litzen des Litzenleiters untereinander
zu verschweißen. Insbesondere die umlaufenden, peripheren Litzen des Litzenleiters
können miteinander verschweißt werden. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn der
Schmelzpunkt des Materials des Litzenleiters unter dem Schmelzpunkt des Grundwerkstoffs
des Crimpkontakts liegt. Durch die oberflächliche Verbindung der Litzen miteinander
wird ein guter elektrischer Kontakt zwischen den Litzen gewährleistet. Auch wird verhindert,
dass sich nach dem Crimpvorgang zwischen den Litzen des Litzenleiters Oxidschichten
bilden oder Korrosion auftreten kann. Auch fließt das Material der aufgeschmolzenen
Beschichtung zwischen die einzelnen Litzen und führt somit zu einem Verlöten der Litzen.
[0046] Die Hochfrequenzschwingung liegt insbesondere in einem Frequenzbereich zwischen 20
kHz und 70 kHz. Bevorzugt ist jedoch der Frequenzbereich um die 20 kHz, also zwischen
20 und 30 kHz.
[0047] Während des Vercrimpens wird der Crimpvorgang bevorzugt durch den Crimpstempel durchgeführt.
Die benötigte Crimpkraft wird bevorzugt durch den Crimpstempel auf den Crimpkontakt
aufgebracht. Dadurch, dass während des Vercrimpens jedoch zusätzlich Hochfrequenzschwingung
eingebracht wird, sind die Crimpkräfte geringer als bei herkömmlichen Crimpverfahren.
Durch den Crimpstempel und/oder das Crimpgesenk wird eine hochfrequente Schwingung
in den Werkstoff eingebracht, die dazu führt, dass dieser sich leichter umformen lässt
als ein nicht angeregter Werkstoff. Das hochfrequenzbegleitete Umformen beim Crimpvorgang
hat den Vorteil, dass die aufzubringenden Crimpkräfte geringer sind, als bei herkömmlichen
Crimpverfahren.
[0048] Bei einer Crimpvorrichtung ist ein herkömmlich bekanntes Crimpgesenk sowie ein herkömmlich
bekannter Crimpstempel vorgesehen sowie eine Zuführeinrichtung zum Zuführen eines
Crimpkontaktes und eines Leiters zwischen das Crimpgesenk und den Crimpstempel. Die
Crimpvorrichtung zeichnet sich dadurch aus, dass eine Erregereinrichtung zum Anregen
von Crimpgesenk und/oder Crimpstempel mit Hochfrequenzschwingung während des Vercrimpens
vom Crimpkontakt und Leiter vorgesehen ist.
[0049] Gemäß einem Ausführungsbeispiel sind neben Crimpgesenk und Crimpstempel zum Vercrimpen
des Crimpkontakts mit dem Leiter ein zusätzliches Gesenk und ein Stempel vorgesehen,
mit dem eine Isolation des Leiters vercrimpt werden kann. Crimpgesenk und Crimpstempel
einerseits und Gesenk und Stempel andererseits sind in Längsrichtung des Leiters nacheinander
angeordnet. Ein abisoliertes Endes eines Leiters wird in die Aufnahme eingelegt. Die
Isolation verbleibt vor der Aufnahme. An dem Crimpkontakt sind in Längsrichtung hintereinander
an der Aufnahme zunächst eine erste Crimplasche, mit welcher das abisolierte Ende
des Leiters in der Aufnahme vercrimpt wird und eine zweite Crimplasche, mit welcher
die Isolation vercrimpt wird, vorgesehen. Gesenk und Stempel sind so mechanisch voneinander
entkoppelt, dass die Hochfrequenzschwingung des Crimpgesenks und/oder Crimpstempels
nicht in das Gesenk und den Stempel eingekoppelt wird.
[0050] Nachfolgend wird der Gegenstand anhand einer Ausführungsbeispiele zeigenden Zeichnung
näher erläutert. In der Zeichnung zeigen:
- Fig. 1a-c
- Ausführungsbeispiele zum Vercrimpen mit Ultraschallschwingung;
- Fig. 2a
- Aufbringen einer Beschichtung auf ein Blech;
- Fig. 2b
- Ausstanzen eines Crimpkontakts aus dem Blech;
- Fig. 2c
- Vernickeln des Crimpkontakts.
[0051] Fig. 1a zeigt eine Crimpvorrichtung 2 mit einem Crimpstempel 4 und einem Crimpgesenk
6. Das Crimpgesenk 6 ist über einen Booster 8 mit einem Ultraschallkonverter 10 gekoppelt.
Mechanisch entkoppelt hiervon sind ein Isolierklemmenstempel 12 sowie ein Isolierklemmengesenk
14 vorgesehen.
[0052] Ein Crimpkontakt 16 ist gezeigt, der im Bereich einer Fügezone 16a ein abisoliertes
Ende 18a eines Leiters 18 aufnimmt. Der Crimpkontakt 16 hat im Bereich der Fügezonel6a
Crimpflügel 16b, welche während des Crimpprozesses um das abisolierte Ende 18a des
Leiters 18 gecrimpt werden.
[0053] Ferner hat der Crimpkontakt 16 Randbereiche 16c, welche während des Vercrimpens um
die Isolation des Leiters 18 gecrimpt werden.
[0054] Ein Crimpkontakt 16 wird wie in den Fig. 2a-c gezeigt hergestellt. Zunächst wird
von einer Rolle (Coil) ein Blech 24 aus einem Grundwerkstoff abgerollt und in Vorschubrichtung
24a bewegt. Das Blech 24 wird während der Bewegung in Vorschubrichtung 24a mit Hilfe
eines Beschichtungswerkzeugs 26 beschichtet.
[0055] Hierbei ist das Beschichtungswerkzeug 26 beispielsweise ein Rührreibpin aus deinem
metallischen Beschichtungswerkstoff, beispielsweise Zinn, der in Rotation oder Oszillation
in Richtung 30 bewegt wird. Durch das Reiben wird eine Beschichtung 28 auf das Blech
24 aufgebracht. Dies ist in der Fig. 2a auch in der unteren Figur zu erkennen, in
der gezeigt ist, dass die Beschichtung 28 ausgehend von dem Beschichtungswerkzeug
26 kontinuierlich auf das Blech 24 aufgebracht ist.
[0056] Ein mit einer Beschichtung 28 ausgestattetes Blech 24 wird anschließend einem Stanzprozess
zugeführt. Während des Stanzens wird, wie in der Fig. 2b gezeigt, der Crimpkontakt
16 aus dem Blech 24 ausgestanzt.
[0057] Dabei kann der Crimpkontakt 16 vollständig ausgestanzt werden oder wie in der Fig.
2b gezeigt als gegurtete Ware. Über einen Steg verbleibt der gestanzte Crimpkontakt
16 an dem Blech 24. Der Crimpkontakt 16 wird so ausgestanzt, dass zumindest die Fügezone
16a flügelförmige Crimpflügel 16b aufweist, die seitlich über die Breitenerstreckung
des Crimpkontakts 16 hinausragen. Der Crimpkontakt 16 hat eine Längserstreckung in
Längsrichtung X und eine Quererstreckung senkrecht dazu in Quererstreckungsrichtung
Y. Die Crimpflügel 16b ragen über die Seitenkanten in Richtung Y hinaus, sodass sie
beim anschließenden Vercrimpen um den Leiter gebogen werden können. Der Crimpkontakt
16 hat darüber hinaus eine Anschlussbohrung 32, über die eine Verschraubung mit einem
weiteren Teil, beispielsweise einem Leiter, einem Bolzen, einem Verbindungsteil oder
dergleichen erfolgen kann.
[0058] Der so gestanzte Crimpkontakt 16 kann anschließend in einer Galvanik vollständig
beschichtet werden, insbesondere vernickelt, wie in der Fig. 2c gezeigt ist.
[0059] Die gegurteten Crimpkontakte 16 werden der Crimpvorrichtung 2 gemäß Fig. 1 zugeführt.
[0060] Zum Vercrimpen wird zunächst der Crimpkontakt 16 mit seiner Fügezone 16a auf das
Crimpgesenk 6 aufgelegt. Anschließend wird der Leiter 18 mit seinem abisolierten Ende
18a auf die Fügezone 16a so eingelegt, dass die Crimpflügel 16b das abisolierte Ende
18a überragen. Ferner wird der Leiter 18 so in die Fügezone 16a eingelegt, dass seine
Isolation vor dem abisolierten Ende 18a im Bereich des Randbereichs 16c des Crimpkontakts
16 liegt.
[0061] Durch entsprechende, nicht gezeigte Zuführmittel wird der Crimpkontakt 16 sowie der
Leiter 18 in der gezeigten Position gehalten.
[0062] Anschließend wird der Crimpstempel 4 mit einer Kraft gegen das Crimpgesenk 6 gedrückt,
so dass der Crimpflügel 16b um das abisolierte Ende 18a des Leiters 18 gebogen wird.
Gleichzeitig erfolgt eine entsprechende Verformung des Randbereichs 16c durch Aufbringen
einer Kraft durch den Isolierstempel 12 auf das Isolierklemmengesenk 14. Die beiden
Stempel 4, 12 werden in Richtung 20 auf die Gesenke 6, 14 bewegt.
[0063] Durch das Umbiegen der Crimpflügel 16b liegt die Fügezone 16a umlaufend an den Litzen
des Endes 18a an.
[0064] Dabei wird der Konverter 10 aktiviert und das Crimpgesenk 6 wird über den Booster
8 mit einer Hochfrequenzschwingung, insbesondere einer Ultraschallschwingung angeregt.
Die Schwingungsrichtung 22 ist dabei insbesondere senkrecht zu der Richtung 20. Auch
kann die Schwingungsrichtung 22 im Wesentlichen parallel zu der Längsrichtung der
Leitung 18 verlaufen.
[0065] Während des Absenkens des Stempels 4 auf das Gesenk 6 werden sowohl der Crimpkontakt
16 als auch der Leiter 18 mit der Hochfrequenzschwingung angeregt. Dies führt zu einer
einfacheren Verformung des Crimpflügels 16b sowie des isolierten Endes 18a des Leiters
18. Durch die Hochfrequenzschwingung wird im Bereich des abisolierten Endes 18a eine
Verschweißung zwischen den Litzen des Leiters 18 untereinander bewirkt. Durch die
eingebrachte Energie wird der Werkstoff der Beschichtung in der Fügezone 16a aufgeschmolzen.
Der Werkstoff schmilzt auf und fließt einerseits zwischen Crimpkontakt 16 und den
Litzen des Leiters 18 und andererseits zwischen die Litzen den Leiters 18. Nach dem
Erkalten härtet der Beschichtungswerkstoff wieder aus und es ist eine Lötverbindung
zwischen dem Crimpkontakt 16 und dem Leiterende18a sowie zwischen den Litzen des Leiters
18 am abisolierten Ende 18a gebildet.
[0066] Stempel 12 sowie Gesenk 14 sind von der Anordnung aus Gesenk 6, Booster 8 und Converter
10 derart mechanisch entkoppelt, dass in das Gesenk 14 die Hochfrequenzschwingung
des Gesenks 6 nicht eingekoppelt wird. Der Stempel 12 verformt den Randbereich 16c
um die Isolation des Leiters 18.
[0067] Nach dem Vercrimpen werden die Stempel 4, 12 entgegen der Richtung 20 von dem Crimpkontakt
16 angehoben. Die gebildete Crimpverbindung ist vorteilhaft gegenüber bisherigen,
da die Leitfähigkeit des Kontaktes verbessert ist. Der Grund hierfür ist die Hochfrequenzschwingung,
die während des Vercrimpens eingeprägt wurde. Durch diese Hochfrequenzschwingung wird
insbesondere eine Isolationsschicht auf den Litzen des Leiters 18 gelöst. Ferner wird
eine Verschweißung zwischen den Litzen untereinander im Bereich des abisolierten Endes
18a des Leiters 18 bewirkt. Es entsteht ein vorzugsweise hohlraumfreies Bündel an
Litzen. Dies insbesondere durch den Werkstoff der Beschichtung, der zumindest teilweise
zwischen die Litzen des Leiters 18 fließt.
[0068] Während der Stempel 4 auf den Crimpflügel 16b bewegt wird, insbesondere nachdem der
Stempel 4 den Randbereich plastisch verformt hat, schmilzt die Beschichtung 28. Durch
die Schwingungsenergie, die durch das Gesenk 6 eingeprägt wurde, hat sich das abisolierte
Ende 18a des Leiters 18 sowie der Crimpkontakt 16 im Bereich der Aufnahme 16a derart
erwärmt, dass die Beschichtung 28 aufschmilzt.
[0069] Dadurch kann das abisolierte Ende 18a des Leiters 18 als auch der Bereich der Aufnahme
16a des Crimpkontakts 16 soweit erwärmt werden, dass die Beschichtung 28 aufschmilzt
und die Crimpverbindung verbessert.
[0070] Mit der Vorrichtung nach Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1a sind insbesondere Leiter
18 mit Leiterquerschnitten zwischen 0,25mm
2 und 35mm
2 zu vercrimpen. Bei größeren Leiterquerschnitten ist es notwendig, die Schwingungsenergie
zu vergrößern, welche in die Verbindung eingeleitet wird.
[0071] Hierzu ist im Bereich des Crimpgesenks 6 eine zusätzliche Masse 6a vorgesehen, welche
dazu führt, dass eine höhere Schwingungsenergie eingeprägt werden kann. Dies ist in
Fig. 1b gezeigt.
[0072] Das Gesenk 6 wird in der Richtung 22 bewegt, welche vorzugsweise senkrecht zu der
Richtung 20 ist. Die Schwingung ist insbesondere eine lineare Schwingung entlang einer
Bewegungsrichtung.
[0073] Die Leiter, die mit einer Vorrichtung gemäß Fig. 1b vercrimpt werden, haben bevorzugt
einen Querschnitt zwischen 35 und 85mm
2.
[0074] Es versteht sich, dass der Leiter 18 auch ohne Isolation mit dem Crimpkontakt 16
verbunden werden kann. In diesem Fall kann der Randbereich 16c entfallen.
[0075] Durch die hochfrequente Schwingung entsteht ein Kapillareffekt für das Lot und es
fließt sehr gut in gegebenenfalls noch stehende Hohlräume ein.
[0076] Mit Hilfe des gegenständlichen Verfahrens als auch der gegenständlichen Vorrichtung
können Crimpkontakte mit verbesserten mechanischen als auch elektrischen Eigenschaften
hergestellt werden.
Bezugszeichenliste
[0077]
- 2
- Crimpvorrichtung
- 4
- Crimpstempel
- 6
- Crimpgesenk
- 8
- Booster
- 10
- Ultraschallkonverter
- 12
- Isolierklemmenstempel
- 14
- Isolierklemmengesenk
- 16
- Crimpkontakt
- 16a
- Aufnahme
- 16b, c
- Randbereich
- 18
- Leiter
- 18a
- abisoliertes Ende
- 20
- Bewegungsrichtung
- 22
- Schwingungsrichtung
- 24
- Blech
- 26
- Beschichtungswerkzeug
- 28
- Beschichtung
- 30
- Rotationsrichtung
- 32
- Anschlussbohrung
1. Verbindung zwischen einem Crimpkontakt und einem Litzenleiter umfassend
- einen Crimpkontakt aus Blech aus einem Grundwerkstoff, wobei
- das Blech in einer Fügezone für den Litzenleiter mit einer Beschichtung beschichtet
ist,
- einem Litzenleiter aus einem Leiterwerkstoff, wobei
- der Litzenleiter mit dem Crimpkontakt in der Fügezone formschlüssig vercrimpt ist
und
- der Litzenleiter in der Fügezone mit der Beschichtung intermetallisch verbunden
ist.
2. Verbindung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
- dass der Grundwerkstoff ein Kupferwerkstoff oder ein Aluminiumwerkstoff ist und/oder
- dass die Beschichtung unmittelbar auf den Grundwerkstoff aufgebracht ist.
3. Verbindung nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
- dass das Blech zusammen mit der Beschichtung beschichtet ist, insbesondere vernickelt
und/oder verzinnt ist.
4. Verbindung nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
- dass der Crimpkontakt zusammen mit der Beschichtung als gegurtetes Halbzeug aus dem Blech
gestanzt ist und/oder
- dass sich der Crimpkontakt in einer Längsrichtung erstreckt, dass der Crimpkontakt quer,
bevorzugt senkrecht zur Längsrichtung eine Breitenerstreckung hat, dass der Crimpkontakt
zumindest einen sich über die Breitenerstreckung seitlich hinaus erstreckende Crimpflügel
hat, dass sich die Fügezone in Richtung der Breitenerstreckung bis in die Crimpflügel
erstreckt.
5. Verbindung nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
- dass die Fügezone den Leiter umgreift, bevorzugt vollständig umgreift.
6. Verbindung nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
- dass die Beschichtung der Fügezone zumindest teilweise umlaufend mit dem Leiter verbunden
ist und/oder
- dass die Beschichtung mit Litzen des Leiters verbunden ist und/oder
- dass die Beschichtung mittels Rührreiben, Auftragsschweißen oder Aufwalzen aufgebracht
ist.
7. Verbindung nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
- dass die Litzen des Leiters durch die Beschichtung miteinander verbunden sind.
8. Verfahren zur Herstellung einer Verbindung zwischen einem Crimpkontakt und einem Litzenleiter
umfassend:
- in einem ersten Schritt Einlegen des Leiters auf eine Fügezone des Crimpkontaktes,
- ein einem zweiten Schritt Vercrimpen des Leiters mit dem Crimpkontakt durch einen
Crimpstempel und ein Crimpgesenk,
dadurch gekennzeichnet,
- dass während des Vercrimpen das Crimpgesenk und/oder der Crimpstempel derart mit Energie
beaufschlagt werden, dass eine Beschichtung des Crimpkontakts aufschmilzt
9. Verfahren nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
- dass die Energie durch Hochfrequenzschwingung eingebracht wird, insbesondere -dass die
Hochfrequenzschwingung zwischen 15 kHz und 70 kHz liegt oder dass die Energie als
Wärmeenergie eingebracht wird und/oder
- dass die Hochfrequenzschwingung eine Ultraschallschwingung ist und insbesondere dass während
des Vercrimpen das Crimpgesenk und/oder der Crimpstempel mit Ultraschallenergie angeregt
wird und/oder
- dass die Ultraschallenergie geringer ist, als eine zum Ultraschallverschweißen des Leiters
mit dem Crimpkontakt benötigte Schweißenergie.
10. Verfahren nach Anspruch 8 oder 9,
dadurch gekennzeichnet,
- dass nach dem Vercrimpen die Beschichtung durch zumindest in den Fügebereich eingebrachte
Energie/Wärme aufgeschmolzen wird.
11. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
- dass beim Vercrimpen die Fügezone im Wesentlichen vollständig um den Leiter gelegt wird.
12. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
- dass während des Vercrimpens die Beschichtung der Fügezone zumindest teilweise aufgeschmolzen
wird und/oder
- dass während des Vercrimpens die Beschichtung die Litzen des Leiters benetzt und nach
dem Vercrimpen die Litzen des Leiters untereinander sowie die Litzen des Leiters mit
dem Blech über die Beschichtung intermetallisch verbunden sind.
13. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
- dass die Beschichtung mittels Auftragsschweißen aufgebracht ist und/oder
- dass die Beschichtung mittels Aufwalzen aufgebracht ist.
14. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
- dass der Leiter ein Litzenleiter ist und dass durch die Hochfrequenzschwingung die Litzen
des Leiters im Bereich des Crimpkontaktes verdichtet werden, insbesondere hohlraumfrei
verdichtet werden.
15. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
- dass eine äußere Lage der Litzen des Leiters durch die Hochfrequenzschwingung intermetallisch
miteinander verbunden werden.