[0001] Die Erfindung betrifft ein buchartiges Identifikationsdokument, insbesondere ein
Reisepass-Büchlein, mit einer Kunststoffdatenseite und einer der Kunststoffdatenseite
folgenden oder vorausgehenden Papierseite. Die Erfindung betrifft auch ein Herstellungsverfahren
für ein solches Identifikationsdokument.
[0002] Reisepässe und andere buchartige Identifikationsdokumente haben oft die Form eines
kleinen Büchleins mit einem äußeren Umschlagdeckel, einem Papierbündel aus mehreren
Inhaltsseiten und einer Datenseite aus Kunststoff, die in der Regel mit hochwertigen
Personalisierungsmerkmalen und integrierten Sicherheitselementen versehen ist.
[0003] Aus der Druckschrift
WO 2015/030575 A1 ist ein Identitätsdokument bekannt, bei der eine Datenseite schwenkbar mit einer
weiteren Oberfläche verbunden ist. Die Datenseite enthält neben einem ersten Bild
des Inhabers auch ein lasererzeugtes zweite Bild. Auf der weiteren Oberfläche ist
durch den zweiten Bildbereich ein drittes Bild erzeugt, das dem zweiten Bild entspricht,
und das durch Wegklappen der Datenseite sichtbar wird.
[0004] Davon ausgehend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein buchartiges Identifikationsdokument
der eingangs genannten Art mit erhöhter Fälschungssicherheit bereitzustellen.
[0005] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale der unabhängigen Ansprüche gelöst. Weiterbildungen
der Erfindung sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
[0006] Gemäß der Erfindung ist bei einem gattungsgemäßen Identifikationsdokument vorgesehen,
dass
- die Kunststoffdatenseite einen transparenten Fensterbereich aufweist, in den eine
Fensterinformation eingebracht ist,
- die genannte Papierseite zumindest in einem in geschlossenem Zustand des Identifikationsdokuments
an den Fensterbereich der Kunststoffdatenseite angrenzenden Merkmalsbereich mit einem
Indikatorstoff versetzt ist, und
- in diesen Merkmalsbereich eine mit der Fensterinformation übereinstimmende und deckungsgleiche
Papierinformation eingebracht ist.
[0007] Die Papierinformation der Papierseite bildet bei der Erfindung eine Art Schatteninformation
zu der in der Datenseite vorliegenden Fensterinformation. Durch die deckungsgleiche
Anordnung der beiden übereinstimmenden Informationen in aufeinanderfolgenden, sich
materialtechnisch unterscheidenden Seiten wird eine zusätzliche Echtheitsabsicherung
des Identifikationsdokuments erreicht, die eine Nachstellung des Dokuments deutlich
erschwert.
[0008] In geschlossenem Zustand des Identifikationsdokuments liegen die Kunststoffdatenseite
und die Papierseite unmittelbar übereinander. Der dann unmittelbar über oder unter
dem Fensterbereich liegende Bereich der Papierseite definiert den genannten Merkmalsbereich
der Papierseite.
[0009] Die Fensterinformation stellt mit besonderem Vorteil eine Lasermarkierung dar, und
ist insbesondere eine abtragungsfrei in den Fensterbereich eingebrachte Fensterinformation.
Das bedeutet, dass durch die Einwirkung des Laserstrahls lediglich die Materialeigenschaften,
wie etwa Farbe, Brechungsindex, oder Rauigkeit der Kunststoffdatenseite verändert
werden, aber keine Perforation der Kunststoffdatenseite erfolgt.
[0010] Die Papierinformation kann mit Vorteil eine Lasermarkierung darstellen. Es wurde
gefunden, dass die Versetzung der Papierseite mit einem lasersensitiven Stoff als
Indikatorstoff erlaubt, in den Fensterbereich der Kunststoffdatenseite und den Markierungsbereich
der Papierseite gleichzeitig deckungsgleiche Lasermarkierung einzubringen.
[0011] Die Papierinformation kann mit besonderem Vorteil auch eine Thermomarkierung darstellen,
also eine Markierung die nicht primär durch die Einwirkung der Laserstrahlung selbst,
sondern im Wesentlichen durch die bei der Lasermarkierung der Datenseite entstandene
und zur angrenzenden Papierseite übertragene Wärme erzeugt wird. In dieser Variante
wird ein Indikatorstoff eingesetzt, der nicht lasersensitiv sein muss, sondern auf
den Wärmefluss reagiert und dadurch eine zur Laserung deckungsgleiche Markierung erzeugt.
Als Indikatorstoff wird insbesondere ein wärmesensitiver Stoff eingesetzt, der bei
Wärmebeaufschlagung eine Materialveränderung, insbesondere eine Farbänderung zeigt.
[0012] Die Papierinformation kann schließlich mit besonderem Vorteil auch eine Anlagerungsmarkierung
darstellen, also eine Markierung, die im Wesentlichen durch die Anlagerung eines bei
der Lasermarkierung der Datenseite entstandenen Materials erzeugt wird. Beispielsweise
tritt bei der Lasermarkierung einer Datenseite oft Rußbildung auf, die sich jedoch
auf einer angrenzenden Papierseite nicht hält. In dieser Variante wird ein Indikatorstoff
eingesetzt, der nicht laser- oder wärmesensitiv sein muss, sondern ähnlich wie ein
Klebefilm das gebildete Material (konkret etwa Ruß) anlagert und hält und dadurch
eine zur Laserung deckungsgleiche Schwärzung der Papierseite erzeugt.
[0013] Als Indikatorstoff kann beispielsweise Kaolin verwendet werden, aber auch eine Mischung
von Pigmenten aus Titandioxid (Anatas und/ oder Rutil) und Aluminiumhydroxid kommt
in Betracht. Der Anteil des Indikatormaterials im Papier beträgt dabei vorteilhaft
1 bis 15%. Je nach der Abstimmung des Indikatormaterials auf die Eigenschaften der
Datenseite und die Laserbedingungen kann die Papierinformation in Form einer Lasermarkierung,
einer Thermomarkierung und/oder einer Anlagerungsmarkierung erzeugt werden.
[0014] In einer vorteilhaften Ausgestaltung weist die genannte Papierseite einen Schichtaufbau
mit einem Papierkern und einer Oberflächenlage auf, die auf der der Kunststoffdatenseite
zugewandten Seite des Papierkerns angeordnet ist. Die Oberflächenlage ist dabei zumindest
in dem Merkmalsbereich mit dem Indikatorstoff versetzt. Zweckmäßig enthält die Oberflächenlage
der Papierseite beispielsweise Kaolin und/ oder Titandioxidpigmente und/ oder Aluminiumhydroxid.
[0015] Die Oberflächenlage enthält darüber hinaus zweckmäßig Bindemittel, etwa natürliche
oder synthetische Polymere, wie Stärke, Polyvinylalkohole, Styrolacylate und/oder
Polyvenylacetate.
[0016] Alternativ kann der Indikatorstoff nicht nur in einer Oberflächenlage, sondern im
Volumen der Papierseite vorgesehen sein. In allen Fällen ist die Papierseite zumindest
im Merkmalsbereich mit dem Indikatorstoff versetzt, wobei sowohl möglich ist, den
Indikatorstoff nur in dem Merkmalsbereich vorzusehen, als auch die gesamte Papierseite
mit dem Indikatorstoff zu versetzen.
[0017] Wird Kaolin als Indikatorstoff eingesetzt, so liegt der Kaolinanteil im Merkmalsbereich
der Papierseite, insbesondere der Kaolinanteil im Merkmalsbereich der Oberflächenlage
mit Vorteil zwischen 1% und 10%. Der Kaolinanteil kann beispielsweise als Anteil Asche
(Glühverlust nach ISO 2144) bestimmt werden.
[0018] Die Datenseite ist mit Vorteil durch eine Polycarbonatschicht gebildet oder enthält
eine oder mehrere Polycarbonatschichten.
[0019] Der Fensterbereich kann grundsätzlich beliebige Form aufweisen. Beispielsweise kann
der Fensterbereich rechteckig im Inneren der Datenseite ausgebildet sein, oder er
kann in Form eines sich über die gesamte Datenseite erstreckenden Längs- oder Querstreifen
ausgebildet sein.
[0020] Die Fensterinformation und die Papierinformation stellen mit Vorteil ein Personalisierungsmerkmal
dar, das bei jedem Identifikationsdokument unterschiedlich ist. Die Fensterinformation
und die Papierinformation können dabei ein Bildmotiv, insbesondere ein Portrait, ein
Logo oder eine Codierung, wie einen Barcode oder eine alphanumerische Zeichenfolge
darstellen. Konkret können die Fensterinformation und die Papierinformation etwa eine
Zugangsnummer des Identifikationsdokuments, den Namen des Dokumenteninhabers oder
auch die Unterschrift des Dokumenteninhabers darstellen.
[0021] In einer vorteilhaften Ausgestaltung kann die Papierinformation eine versteckte Information
auf der Papierseite bilden. So kann etwa durch einen geeigneten Untergrunddruck auf
der Papierseite erreicht werden, dass die zur Fensterinformation deckungsgleiche Papierinformation
nicht stets sichtbar ist, sondern nur aus besonderen Betrachtungsrichtungen oder nur
bei Nutzung von Hilfsmitteln, wie einer starken Lichtquelle oder einer Lupe, in Erscheinung
tritt. Die Echtheitsabsicherung wird dadurch weiter verstärkt, da das Vorliegen der
zur Fensterinformation korrespondierenden Papierinformation für einen potentiellen
Fälscher nicht ohne weiteres erkennbar ist.
[0022] In einer weiteren Erfindungsvariante sind die Papierinformation und der Untergrunddruck
auf der Papierseite vorteilhaft durch gleichartige Strukturelemente gebildet. Beispielsweise
können die Papierinformation und der Untergrunddruck jeweils durch Linienmuster und/
oder Punktmuster gebildet sein, so dass die Papierinformation den Untergrunddruck
mit gleichartigen Strukturelementen (Linien und/oder Punkten) ergänzt. Bevorzugt stellt
die Papierinformation ein Personalisierungsmerkmal dar, das in jedem Identifikationsdokument
unterschiedlich ist, während der Untergrunddruck in allen Identifikationsdokumenten
gleich ausgebildet ist. Die individuelle Papierinformation, beispielsweise in Form
eines individuellen Linien- oder Punktmusters, ist dann in dem Untergrunddruck, der
entsprechend in Form eines allen Dokumenten gemeinen Linien- oder Punktmusters ausgebildet
ist, versteckt. Das durch die Papierinformation und den Untergrunddruck gebildet Gesamtmuster
erscheint dann wegen des gemeinsamen Untergrundbestandteils auf den ersten Blick bei
allen Dokumenten identisch, unterscheidet sich aber bei genauerer Prüfung dennoch
durch die individuelle Papierinformation von Dokument zu Dokument.
[0023] Bei der Papierseite kann es sich, bezogen auf die Leserichtung des Identifikationsdokuments,
sowohl um die der Kunststoffdatenseite folgende als auch die der Kunststoffdatenseite
vorausgehende Papierseite handeln. Stellt die Papierseite die der Kunststoffdatenseite
folgende Seite dar, erscheint die Papierinformation bei separater Betrachtung der
Papierseite auf deren Vorderseite seitenrichtig zur Fensterinformation. Bei einer
vorausgehenden Seite erscheint die Papierinformation dagegen auf der Rückseite der
Papierseite spiegelverkehrt zur Fensterinformation.
[0024] Die Erfindung enthält auch ein Verfahren zum Herstellen eines buchartigen Identifikationsdokuments
der beschriebenen Art, wobei bei dem Verfahren durch Laserbeaufschlagung des Fensterbereichs
der Kunststoffdatenseite gleichzeitig die Fensterinformation in dem transparenten
Fensterbereich und die Papierinformation in der genannten Papierseite erzeugt wird.
[0025] Zur Erzeugung der Fensterinformation und der Papierinformation kann ein Laserstrahl,
beispielsweise ein gepulster Laserstrahl, im Muster der gewünschten Information über
die Fläche des Fensterbereichs geführt werden. Alternativ kann mit Vorteil auch ein
großflächiger Laserstrahl zusammen einer geeigneten Maske verwendet werden.
[0026] Da die Laserbeaufschlagung stets durch den Fensterbereich hindurch in die angrenzende
Papierseite erfolgt, ergibt sich bei einer Einbringung der Papierinformation in die
im Identifikationsdokument nachfolgende Papierseite eine seitenrichtige Darstellung
auf deren Vorderseite, bei einer Einbringung in die im Identifikationsdokument vorausgehende
Papierseite eine seitenverkehrte Darstellung auf deren Rückseite. Die letztere Variante
kann insbesondere bei versteckten Papierinformationen vorteilhaft zum Einsatz kommen.
[0027] Bei einer vorteilhaften Verfahrensführung wird durch die Laserbeaufschlagung des
Fensterbereichs der Kunststoffdatenseite gleichzeitig die Fensterinformation in Form
einer Lasermarkierung erzeugt, und wird durch die bei der Lasermarkierung der Kunststoffdatenseite
entstehende und zur angrenzenden Papierseite übertragene Wärme die Papierinformation
in Form einer Thermomarkierung erzeugt.
[0028] Bei einer anderen, ebenfalls vorteilhaften Verfahrensführung wird durch die Laserbeaufschlagung
des Fensterbereichs der Kunststoffdatenseite gleichzeitig die Fensterinformation in
Form einer Lasermarkierung erzeugt, und wird bei der Lasermarkierung der Kunststoffdatenseite
ein Material, insbesondere Ruß gebildet, der auf der Papierseite angelagert und gehalten
wird, um die Papierinformation zu bilden.
[0029] Weitere Ausführungsbeispiele sowie Vorteile der Erfindung werden nachfolgend anhand
der Figuren erläutert, bei deren Darstellung auf eine maßstabs- und proportionsgetreue
Wiedergabe verzichtet wurde, um die Anschaulichkeit zu erhöhen.
[0030] Es zeigen:
- Fig. 1
- in perspektivischer Ansicht schematisch ein erfindungsgemäßes Passbüchlein mit mehreren
Papierseiten und einer Kunststoffdatenseite, und
- Fig. 2
- schematisch einen Querschnitt des Passbüchleins der Fig. 1 im Fensterbereich der Kunststoffdatenseite
beim Schritt der Laserbeaufschlagung, wobei (a) den Zustand vor und (b) den Zustand
nach der Laserbeaufschlagung zeigt.
[0031] Die Erfindung wir nun am Beispiel eines Passbüchleins erläutert. Figur 1 zeigt hierzu
schematisch in perspektivischer Ansicht ein erfindungsgemäßes Passbüchlein 10, das
in einem Umschlagdeckel 16 mehrere Papierseiten 12, 14 und eine Kunststoffdatenseite
20 enthält.
[0032] Die Kunststoffdatenseite 20 des Büchleins weist neben anderen Personalisierungs-
und Sicherungsmerkmalen einen transparenten Fensterbereich 22 auf, in den eine Fensterinformation
24 eingebracht ist, die im Ausführungsbeispiel zur Illustration durch die Ziffernfolge
"33550336" dargestellt ist. Bei der Fensterinformation 24 kann es sich beispielsweise
um eine Zugangsnummer (CAN), den Namen des Passinhabers oder dessen Unterschrift handeln.
[0033] Die in Leserichtung der Kunststoffdatenseite 20 folgende Seite im Passbüchlein 10
stellt eine Papierseite 12 dar, bei der in einem Merkmalsbereich 32 eine Papierinformation
34 eingebracht ist. Die Papierinformation 34 stimmt dabei mit der Fensterinformation
24 überein, stellt also dieselbe Ziffernfolge dar. Zudem sind die Papierinformation
34 und die Fensterinformation 24 deckungsgleich zueinander angeordnet, so dass sie
bei übereinanderliegenden Passbuchseiten 20, 12 exakt im Register übereinander liegen.
[0034] Durch diese deckungsgleiche Anordnung der beiden inhaltsgleichen Informationen 24,
34 in unterschiedlichen Passbuchseiten 20, 12 wird eine zusätzliche Echtheitsabsicherung
des Passbüchleins 10 erzielt.
[0035] Um ein Passbüchlein mit dieser zusätzlichen Absicherung herstellen zu können, muss
die Papierseite 12 in besonderer Weise ausgebildet sein und zudem bei der Herstellung
des Büchleins gleichzeitig mit der Kunststoffdatenseite 20 und durch deren Fensterbereiche
22 hindurch mit Laserstrahlung beaufschlagt werden, wie nachfolgend anhand der Darstellung
der Fig. 2 näher erläutert.
[0036] Figur 2 zeigt schematisch einen Querschnitt des Passbüchleins 10 im Fensterbereich
22 der Kunststoffdatenseite 20 beim Schritt der Laserbeaufschlagung. Die Kunststoffdatenseite
20 und die nachfolgende Papierseite 12 sind dabei der deutlicheren Darstellung halber
mit einem kleinen Abstand dargestellt, liegen aber in der Praxis bei der Laserbeaufschlagung
unmittelbar aufeinander.
[0037] Mit Bezug zunächst auf Fig. 2(a) ist die Kunststoffdatenseite 20 des Passbuchs 10
beispielsweise aus Polycarbonat gebildet und enthält in der Regel mehrere, für die
vorliegende Erfindung nicht wesentliche und daher in der Figur nicht dargestellte
Personalisierungs- und Sicherheitsmerkmale. Die Kunststoffdatenseite 20 weist einen
transparenten Fensterbereich 22 auf, der im Ausführungsbeispiel rechteckig und im
Inneren der Datenseite angeordnet ist.
[0038] Die auf die Kunststoffdatenseite 20 folgende Seite des Passbüchleins 10 stellt eine
Papierseite 12 dar, die einen Schichtaufbau aus einem Papierkern 36 und einer der
Datenseite 20 zugewandten Oberflächenlage 38 aufweist. Die Oberflächenlage 38 enthält
eine Mischung aus Titandioxid und Aluminiumhydroxid und als Besonderheit den Füllstoff
Kaolin in einem Anteil von beispielsweise 5%.
[0039] Die Kunststoffdatenseite 20 wird zusammen mit der darunter liegenden Papierseite
12 im Fensterbereich 22 mit Laserstrahlung 40 beaufschlagt, um die gewünschte Fensterinformation
24 in den Fensterbereich 22 einzuschreiben (Fig. 2(a)). Hierzu kann beispielsweise
ein gepulster Laserstrahl 40 im Muster der gewünschten Fensterinformation über die
Fläche des Fensterbereichs 22 geführt werden.
[0040] Der Erfinder hat nun überraschend festgestellt, dass die Oberflächenlage 38 durch
die Beimengung eines Indikatorstoffs sensibilisiert werden kann, so dass die Laserbeaufschlagung
40 nicht nur zur Erzeugung der Fensterinformation 24 im Fensterbereich der Datenseite
20, sondern auch zu einer Markierung in der angrenzenden Oberflächenlage 38 der Papierseite
12 und damit zur Erzeugung der Papierinformation 34 führt. Je nach den Transmissionseigenschaften
der Datenseite und den Laserbedingungen kann die Papierinformation 34 dabei in Form
einer Lasermarkierung vorliegen, die durch die Datenseite hindurchdringende Laserstrahlung
erzeugt wird, kann in Form einer Thermomarkierung vorliegen, die nicht durch Laserstrahlung,
sondern durch die bei der Lasermarkierung der Datenseite entstandene und zur angrenzenden
Papierseite übertragene Wärme erzeugt wird, oder kann in Form einer Anlagerungsmarkierung
erzeugt werden, die nicht durch Laserstrahlung oder Wärme, sondern durch die Anlagerung
eines bei der Lasermarkierung der Datenseite entstandenen Materials, beispielsweise
Ruß, erzeugt wird.
[0041] Da die Kunststoffdatenseite 20 und die Papierseite 12 bei der Laserbeaufschlagung
unmittelbar übereinander liegen, werden die Informationen 24, 34 gleichzeitig in beiden
Passbuchseiten 20, 12 mit identischem Informationsgehalt und deckungsgleich zueinander
erzeugt, wie in Fig. 2(b) dargestellt. Die Papierinformation 34 bildet im fertigen
Passbüchlein 10 somit eine Art Schatteninformation der Fensterinformation 24, wie
bereits im Zusammenhang mit Fig. 1 gezeigt und beschrieben.
[0042] Soll die Papierinformation 34 eine versteckte Information bilden, kann die Papierseite
12 im Kennzeichnungsbereich beispielsweise mit einer tarnenden Untergrundschicht versehen
werden, die das Vorliegen der Papierinformation bei normalen Betrachtungsbedingungen
verbirgt. Beispielsweise kann die Untergrundschicht schwarz ausgebildet sein, aber
ein anderes Glanzverhalten als die lasermarkierte Papierinformation 34 zeigen, so
dass diese nur bei streifendem Lichteinfall sichtbar wird.
[0043] Es kann auch vorgesehen sein, dass die individualisierende Papierinformation 34 ein
Linien- oder Punktmuster bildet und die Untergrundschicht auf der Papierseite 12 ebenfalls
ein Linien- bzw. Punktmuster zeigt, das zusammen mit der Papierinformation 34 ein
Gesamtmuster bildet. Während das Muster der Untergrundschicht bei allen Passbüchlein
10 identisch ausgebildet ist, ist die individualisierende Papierinformation 34 bei
jedem Büchlein unterschiedlich. Das Gesamtmuster sieht daher bei oberflächlicher Betrachtung
wegen des gemeinsamen Untergrundmusters stets gleich, unterscheidet sich bei genauerer
Prüfung aber durch die individuelle Papierinformation, so dass ein verstecktes Echtheitskennzeichen
entsteht.
Bezugszeichenliste
[0044]
- 10
- Passbüchlein
- 12, 14
- Papierseiten
- 16
- Umschlagdeckel
- 20
- Kunststoffdatenseite
- 22
- transparenter Fensterbereich
- 24
- Fensterinformation
- 32
- Merkmalsbereich
- 34
- Papierinformation
- 40
- Laserstrahlung
1. Buchartiges Identifikationsdokument, insbesondere Reisepass-Büchlein, mit einer Kunststoffdatenseite
und einer der Kunststoffdatenseite folgenden oder vorausgehenden Papierseite,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die Kunststoffdatenseite einen transparenten Fensterbereich aufweist, in den eine
Fensterinformation eingebracht ist,
- die genannte Papierseite zumindest in einem in geschlossenem Zustand des Identifikationsdokuments
an den Fensterbereich der Kunststoffdatenseite angrenzenden Merkmalsbereich mit einem
Indikatorstoff versetzt ist, und
- in diesen Merkmalsbereich eine mit der Fensterinformation übereinstimmende und deckungsgleiche
Papierinformation eingebracht ist.
2. Identifikationsdokument nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Fensterinformation eine Lasermarkierung darstellt, und dabei insbesondere eine
abtragungsfrei in den Fensterbereich eingebrachte Fensterinformation ist.
3. Identifikationsdokument nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Papierinformation eine Thermomarkierung darstellt, die durch eine bei der Lasermarkierung
der Kunststoffdatenseite entstandene und zur angrenzenden Papierseite übertragene
Wärme erzeugt ist, und dass als Indikatorstoff ein wärmesensitiver Stoff eingesetzt
ist, der bei Wärmebeaufschlagung eine Materialveränderung, insbesondere eine Farbänderung
zeigt.
4. Identifikationsdokument nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Papierinformation eine Anlagerungsmarkierung darstellt, die durch die Anlagerung
eines bei der Lasermarkierung der Datenseite entstandenen Materials erzeugt ist, und
dass als Indikatorstoff ein materialanlagernder Stoff eingesetzt wird, der das bei
der Lasermarkierung gebildete Material anlagert und hält.
5. Identifikationsdokument nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass als Indikatorstoff Kaolin, Titandioxidpigmente, Aluminiumhydroxid oder eine Mischung
dieser Materialien verwendet wird.
6. Identifikationsdokument nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die genannte Papierseite einen Schichtaufbau mit einem Papierkern und einer Oberflächenlage
aufweist, die auf der der Kunststoffdatenseite zugewandten Seite des Papierkerns angeordnet
ist, und bei dem die Oberflächenlage zumindest in dem Merkmalsbereich mit dem Indikatorstoff
versetzt ist.
7. Identifikationsdokument nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Indikatorstoffanteil der Papierseite, insbesondere der Indikatorstoffanteil der
Oberflächenlage der Papierseite zwischen 1% und 15%, insbesondere zwischen 2% und
10% liegt.
8. Identifikationsdokument nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Datenseite durch eine Polycarbonatschicht gebildet ist oder eine oder mehrere
Polycarbonatschichten enthält.
9. Identifikationsdokument nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Fensterinformation und die Papierinformation ein Personalisierungsmerkmal darstellen,
das bei jedem Identifikationsdokument unterschiedlich ist, vorzugweise, dass die Fensterinformation
und die Papierinformation ein Bildmotiv, insbesondere ein Portrait, ein Logo oder
eine Codierung, wie einen Barcode oder eine alphanumerische Zeichenfolge darstellen.
10. Identifikationsdokument nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Papierinformation eine versteckte Information auf der Papierseite bildet, vorzugsweise,
dass die Papierinformation mit einem Untergrunddruck auf der Papierseite kombiniert
ist und die zur Fensterinformation deckungsgleiche Papierinformation nicht stets sichtbar
ist, sondern nur aus besonderen Betrachtungsrichtungen oder nur bei Nutzung von Hilfsmitteln
in Erscheinung tritt.
11. Identifikationsdokument nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Papierinformation mit einem Untergrunddruck auf der Papierseite kombiniert ist,
wobei die Papierinformation und der Untergrunddruck durch gleichartige Strukturelemente
gebildet sind, insbesondere jeweils durch Linienmuster, Punktmuster oder Punkt-Linien-Muster
gebildet sind.
12. Verfahren zum Herstellen eines buchartigen Identifikationsdokuments nach einem der
Ansprüche 1 bis 11, bei dem durch Laserbeaufschlagung des Fensterbereichs der Kunststoffdatenseite
gleichzeitig die Fensterinformation in dem transparenten Fensterbereich und die Papierinformation
in der genannten Papierseite erzeugt wird.
13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass zur Erzeugung der Fensterinformation und der Papierinformation ein vorzugsweise gepulster
Laserstrahl im Muster der gewünschten Information über die Fläche des Fensterbereichs
geführt wird.
14. Verfahren nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass durch die Laserbeaufschlagung des Fensterbereichs der Kunststoffdatenseite gleichzeitig
die Fensterinformation in Form einer Lasermarkierung erzeugt wird, und durch die bei
der Lasermarkierung der Kunststoffdatenseite entstehende und zur angrenzenden Papierseite
übertragene Wärme die Papierinformation in Form einer Thermomarkierung erzeugt wird.
15. Verfahren nach wenigstens einem der Ansprüche 12 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass durch die Laserbeaufschlagung des Fensterbereichs der Kunststoffdatenseite gleichzeitig
die Fensterinformation in Form einer Lasermarkierung erzeugt wird, und bei der Lasermarkierung
der Kunststoffdatenseite ein Material, insbesondere Ruß gebildet wird, der auf der
Papierseite angelagert und gehalten wird, um die Papierinformation zu bilden.