[0001] Die Erfindung betrifft einen Rotor einer Gasturbine, welcher zumindest zwei miteinander
verbundene Rotorscheiben aufweist, zwischen denen ein ringförmiges Rotorbauteil angeordnet
ist.
[0002] Aus dem Stand der Technik sind verschiedene Ausführungen von Rotoren zur Verwendung
bei Gasturbinen mit miteinander verbundenen Rotorscheiben bekannt, wobei zwischen
den Rotorscheiben ein ringförmiges Rotorbauteil zur Abschirmung des inneren Bereichs
des Rotors gegenüber dem die Gasturbine durchströmenden Heißgas angeordnet ist. Hierbei
weisen die beiden Rotorscheiben jeweils am Außenumfang verteilt eine Mehrzahl Laufschaufeln
auf. Zwischen den beiden Reihen an Laufschaufeln befindet sich eine Reihe mit im Umfang
verteilt angeordneten Leitschaufeln, welche jeweils am ruhenden Gehäuse befestigt
sind. Zwischen den Leitschaufeln und den Laufschaufeln ist hierbei aufgrund der Rotation
des Rotors zwangsläufig ein Spalt vorhanden. Dieser ermöglichte grundsätzlich das
Eintreten von Heißgas in den Bereich radial innerhalb der Leitschaufeln. Um das Heißgas
vom inneren des Rotors abzuhalten wird bei einigen Gasturbinen zwischen den beiden
benachbarten Rotorscheiben ein ringförmiges Rotorbauteil angeordnet wird. Hierzu wird
dieses Rotorbauteil beidseitig an der Rotorscheibe gelagert.
[0003] Das Rotorbauteil hat dem Grunde nach nur die Aufgabe, das Eindringen von Heißgas
zu verhindern. Eine weitere Funktion ist in der Regel nicht vorhanden. Entsprechend
wird in üblicher Weise die Lagerung des Rotorbauteils einfach gehalten, wobei lediglich
ein ringförmiger, sich axial erstreckende Absatz in eine entsprechende ringförmige
Nut eingreift.
[0004] Eine ungewollte Rotation des Rotorbauteils relativ zu den Rotorscheiben wird in aller
Regel dadurch verhindert, dass an zumindest einer Stelle eine Presspassung zwischen
dem Rotorbauteil und einer der Rotorscheiben im Eingriff des ringförmigen Absatzes
in der ringförmigen Nut vorhanden ist.
[0005] Wenngleich die bekannten Ausführungen in aller Regel sich als tauglich erwiesen haben
kann es jedoch zu Betriebszuständen kommen, bei denen die Presspassung nicht hinreichend
eine relative Drehung des Rotorbauteils verhindern kann. Sofern hierbei keinerlei
Schäden auftreten, wird dieses bei dem rotationsförmigen Rotorbauteil üblicherweise
toleriert.
[0006] Mit der Forderung der Erhöhung der Lebensdauer des Rotors wird jedoch eine ungewollte
Relativbewegung zwischen dem Rotorbauteil und den Rotorscheiben kritisch gesehen,
als dass hierdurch das Ziel einer Steigerung der Lebensdauer nicht gefährdet werden
darf.
[0007] Zur Lösung dieses Problems ist es beispielsweise aus der
EP 0169800 A1 bekannt. Bei dieser Lösung weisen zwei benachbarte Rotorscheiben jeweils einen gegenüberliegenden
ringförmigen sich axial erstreckenden Vorsprung auf. Zwischen den Rotorscheiben ist
ein Rotorbauteil zur Abdichtung des Bereichs zwischen den beiden Rotorscheiben angeordnet.
Dieser weist an den beiden axialen Enden jeweils einen umlaufenden Absatz auf, welche
auf der zur Rotorachse weisenden Seite jeweils an einem Vorsprung der entsprechenden
Rotorscheibe anliegen. Zur Verhinderung einer relativen Verschiebung des Rotorbauteils
relativ zu den Rotorscheiben ist in diesem Fall vorgesehen, dass ein Vorsprung Ausnehmungen
aufweist, in die Eingriffsabsätze des Rotorbauteils eingreifen.
[0008] Aus der bekannten Ausführung ist es weiterhin bekannt, die Schaufelhaltenuten einer
Rotorscheibe mit einer Seitenplatte abzudecken. Hierbei wird das Rotorbauteil eingesetzt,
um die Seitenplatten zu fixieren.
[0009] Wenngleich die bekannte Ausführung sich dem Grunde nach bewährt hat, so führt die
Forderung nach einer höheren Dichtigkeit zu der Erkenntnis, dass eine einteilige Ausführung
von Rotorbauteil und Seitenplatte vorteilhaft wäre. Jedoch ist bisher eine derartige
Ausführung an den sich einstellenden Verformungen am Rotorbauteil gescheitert.
[0010] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher ein Rotorbauteil zur Verfügung zu
stellen, mittels der Bereich zwischen zwei Rotorscheiben vorteilhaft abgedichtet werden
kann und zumindest abschnittsweise die Schaufelhaltenuten einer Rotorscheibe abgedeckt
werden können.
[0011] Die gestellte Aufgabe wird durch eine erfindungsgemäße Ausführungsform nach der Lehre
des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Ausführungsformen sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0012] Der gattungsgemäße Rotor dient zunächst mal zur Verwendung bei einer Gasturbine.
Unabhängig hiervon ist es jedoch ebenso möglich, die Ausführungsform des Rotors bei
einer anderen Strömungsmaschine, beispielsweise bei einer Dampfturbine, zur Anwendung
zu bringen.
[0013] Zumindest weist der Rotor eine erste Rotorscheibe und eine mit der ersten Rotorscheibe
unmittelbar und fest verbundene zweite Rotorscheibe auf. Hierbei besitzen die Rotorscheiben
am Außenumfang verteilt jeweils eine Mehrzahl von die jeweilige Rotorscheibe jeweils
axial durchdringende Schaufelhaltenuten. Die Schaufelhaltenuten dienen hierbei zur
Aufnahme von Laufschaufeln.
[0014] Weiterhin weist die erste Rotorscheibe radial unterhalb der Schaufelhaltenuten einen
umlaufenden, sich axial zur zweiten Rotorscheibe hin erstreckenden ersten Ringvorsprung
auf. Analog weist die zweite Rotorscheibe radial unterhalb der Schaufelhaltenuten
einen umlaufenden, sich axial zur ersten Rotorscheibe hin erstreckenden zweiten Ringvorsprung
auf.
[0015] Zwischen den beiden Rotorscheiben im Bereich der Schaufelhaltenuten und/oder radial
unterhalb der Schaufelhaltenuten ist ein ringförmiges Rotorbauteil angeordnet. Dieses
umschließt den sich abschnittsweise innerhalb des Rotorbauteils befindenden Rotor,
bzw. Abschnitte der beiden Rotorscheiben. Zur Zentrierung des Rotorbauteils relativ
zu den Rotorscheiben sowie zugleich zur Befestigung weist das Rotorbauteil an seinen
beiden axialen Enden jeweils einen umlaufenden Stützabschnitt auf. Hierbei befinden
sich der erste Stützabschnitt auf der zur Rotorachse weisenden Seite unterhalb des
ersten Ringvorsprungs und der zweite Stützabschnitt radial unterhalb des zweiten Ringvorsprungs.
Dabei kann vorgesehen sein, dass der jeweilige Stützabschnitt mit einer Presspassung
am Ringvorsprung anliegt oder einen geringfügigen Spalt - bei Gewährleistung der Zentrierung
- zum Ringvorsprung lässt.
[0016] Zur Gewährleistung der Lebensdauer in der Verbindung zwischen dem Rotorbauteil und
den Rotorscheiben wird radial außerhalb des Ringvorsprunges eine Kopplung zwischen
dem Rotorbauteil der ersten Rotorscheibe hergestellt, welche eine relative Verschiebung
in Umfangsrichtung verhindert.
[0017] Hierzu weist in einer ersten Ausführung die erste Rotorscheibe zumindest zwei am
Umfang verteilt angeordnete erste Ausnehmungen auf. Demgegenüber besitzt das Rotorbauteil
komplementäre zweite Eingriffsabsätze, welche jeweils in eine entsprechende erste
Ausnehmung eingreifen.
[0018] In einer zweiten Ausführung besitzt die erste Rotorscheibe zumindest zwei am Umfang
verteilt angeordnete erste Eingriffsabsätze auf. Hierzu weist das Rotorbauteil komplementäre
zweite Ausnehmungen, sodass die ersten Eingriffsabschnitts in den zweiten Ausnehmungen
eingreifen.
[0019] Durch diese Ausführungsform wird eine zuverlässige Kopplung zwischen dem Rotorbauteil
und den Rotorscheiben bewirkt, so dass eine Relativbewegung auch bei Verlust einer
Presspassung verhindert wird. Insofern kann keine Reibung zwischen den Bauteilen auftreten
und die Lebensdauer negativ beeinflussen.
[0020] Erfindungsgemäß wird nunmehr eine Abschirmung gegen das Heißgas dadurch verbessert,
indem das Rotorbauteil weiterhin zumindest einen umlaufenden, sich radial erstreckenden
Scheibenabschnitt aufweist. Dieser wird hierbei an einem axialen Ende angeordnet und
kann abschnittsweise die Rotorscheibe und die Schaufelhaltenuten abdecken.
[0021] Eine vorteilhafte Stabilisierung des Rotorbauteils, insbesondere des Scheibenabschnitts
sowie eine vorteilhafte Sicherung der Verbindung zwischen dem Rotorbauteil und den
Rotorscheiben wird erfindungsgemäß erreicht, indem der Scheibenabschnitt einen ersten
Bereich mit einer ersten Materialstärke in axialer Richtung und radial außerhalb des
ersten Bereichs einen zweiten Bereich mit einer erhöhten und hierbei zumindest 2-fachen
Materialstärke aufweist.
[0022] Zur vorteilhaften Verbindung des Rotorbauteils mit den Rotorscheiben weist das Rotorbauteil
an einem axialen Ende eine sich axial öffnende, den ersten Ringvorsprung umschließende
erste Ringnut und gegenüberliegend am anderen axialen Ende sich axial öffnende, den
zweiten Ringvorsprung umschließende zweite Ringnut auf. Hierbei werden die sich auf
der zur Rotorachse weisenden Seite befindenden Flanken der jeweiligen Ringnut von
den Stützabschnitten gebildet.
[0023] Die Zentrierung des Rotorbauteils relativ zu den Rotorscheiben unter den verschiedenen
Betriebszuständen kann verbessert werden, wenn weiterhin eine radial äußere Flanke
der ersten Ringnut am ersten Ringvorsprung anliegt bzw. eine radial äu-βere Flanke
der zweiten Ringnut am zweiten Ringvorsprung anliegt.
[0024] Die ersten Ausnehmungen in der ersten Rotorscheibe und/oder die zweiten Ausnehmungen
im Rotorbauteil können unterschiedlich realisiert werden. In einer einfachen Ausführungsform
weist hierzu die erste Rotorscheibe bzw. das Rotorbauteil einen umlaufenden Ringabsatz
auf. Entsprechend unterbricht hierbei die Ausnehmung den umlaufenden Ringabsatz.
[0025] In einer alternativen Ausführungsform wird die Ausnehmung beidseitig von sich abschnittsweise
in Umfangsrichtung erstreckenden Vorsprüngen begrenzt.
[0026] Besonders vorteilhaft ist es hierbei, wenn beidseitig einer jeweiligen Ausnehmung
ein Eingriffsabsatz angeordnet ist. Insofern greifen somit wechselseitig in Umfangsrichtung
benachbart ein erster Eingriffsabsatz der ersten Rotorscheibe in eine zweite Ausnehmung
des Rotorbauteils und ein zweiter Eingriffsabsatz des Rotorbauteils in eine erste
Ausnehmung der ersten Rotorscheibe ein.
[0027] Zur vorteilhaften Anordnung der ersten Eingriffsabschnitte bei der ersten Rotorscheibe
werden diese jeweils mittig zwischen zwei Schaufelhaltenuten positioniert. Entsprechend
ist es vorteilhaft, wenn die ersten Ausnehmungen jeweils in Verlängerung der Schaufelhaltenuten
angeordnet sind.
[0028] Unabhängig von der radialen Positionierung der ersten Eingriffsabschnitte weisen
diese vorteilhaft in Umfangsrichtung eine Länge geringer als der kleinste Abstand
zwischen zwei Schaufelhaltenuten auf.
[0029] In einer alternativen Ausführung wird die Verbindung unmittelbar oberhalb des Ringvorsprungs
angeordnet. Hierzu weist die erste Rotorscheibe auf der radial nach außen weisenden
Seite des Ringvorsprungs die ersten Eingriffsabsätze auf. Komplementär hierzu sind
die zweiten Ausnehmungen im Rotorbauteil erforderlich. Vorteilhaft besitzt in dieser
Ausführungsform das Rotorbauteil eine erste Ringnut, in welcher der erste Ringvorsprung
eingreift. Folglich ist die Ausnehmung an der radial außen liegenden Flanke der Ringnut
anzuordnen. Dabei ist der erste Eingriffsabsatz und somit die zweite Ausnehmung vorzugsweise
beabstandet vom axial freien Ende des Ringvorsprungs anzuordnen. Somit wird eine zusätzliche
Belastung durch die zweite Ausnehmung im Bereich des Nutgrunds der ersten Ringnut
vermieden.
[0030] Die Eingriffsabsätze können auf unterschiedliche Weise realisiert werden. Eine zuverlässige
Verbindung mit den Eingriffsabsätzen wird geschaffen, wenn diese einstückig mit der
ersten Rotorscheibe bzw. einstückig mit dem Rotorbauteil gebildet sind.
[0031] In einer alternativen Ausführung kommt es jedoch auch in Betracht, die Eingriffsabsätze
unlösbar, bzw. durch Schweißen oder Löten, oder lösbar zu montieren. Hierbei ist jedoch
zu berücksichtigen, dass die Lage des montierten Eingriffsabsatzes in jedem Fall sichergestellt
ist. Weiterhin kann hiermit ggf. eine Schwächung des Bauteils (erste Rotorscheibe
bzw. Rotorbauteil) mit dem Eingriffsabsatz einhergehen. Auch ist zu bedenken, dass
mit einem montierten Eingriffsabsatz dieses eine andere Belastung unter Fliehkraft
verursacht als ein einstückig gebildeter Eingriffsabsatz.
[0032] Vorteilhafte wird hierzu zur Bildung des zweiten Bereichs auf der von der unmittelbar
benachbarten wegweisenden Seite eine Aufdickung angeordnet. Dieses führt bei den auftretenden
Fliehkräften aufgrund der ungleichmäßigen Masseverteilung zwischen dem ersten Bereich
und dem zweiten Bereich zu einem geringfügigen Biegemoment des freien Endes des Scheibenabschnitts
zur unmittelbar benachbarten Rotorscheibe weisend.
[0033] Die Anordnung der zweiten Ausnehmungen und/oder der zweiten Eingriffsabätze an dem
Rotorbauteil erfolgt hierbei in besonders vorteilhafter Weise im zweiten Bereich des
Scheibenabschnitts.
[0034] In den nachfolgenden Figuren werden zwei Ausführungsbeispiele für einen erfindungsgemäßen
Rotor abschnittsweise im Bereich des Rotorbauteils skizziert. Es zeigen:
- Fig. 1
- abschnittsweise den Rotor im Längsschnitt im Bereich des Rotorbauteils in einer ersten
Ausführungsform;
- Fig. 2
- die erste Rotorscheibe zur Ausführung aus Fig. 1;
- Fig. 3
- das Rotorbauteil zur Ausführung aus Fig. 1;
- Fig. 4
- abschnittsweise den Rotor im Längsschnitt im Bereich des Rotorbauteils in einer zweiten
Ausführungsform;
- Fig. 5
- das Rotorbauteil zur Ausführung aus Fig. 4;
- Fig. 6
- die erste Rotorscheibe zur Ausführung aus Fig. 4;
[0035] In der Fig. 1 wird ein Rotor in einer ersten beispielhaften Ausführungsform im Längsschnitt
lediglich im Bereich des Rotorbauteils 11 skizziert. Die weitere Ausführung des Rotors
kann anhand üblicher Ausführungsformen gewählt werden. Zumindest weist der Rotor eine
erste Rotorscheibe 01 und eine zweite Rotorscheibe 06 auf. An diesen 01, 06 ist jeweils
ein umlaufender, sich axial erstreckender Ringvorsprung 03, 08 angeordnet.
[0036] Zwischen den Rotorscheiben 01, 06 befindet sich das Rotorbauteil 11, welches 11 zur
Anbringung an den Rotorscheiben 01, 06 jeweils eine umlaufende Ringnut 12, 17 aufweist,
wobei der erste Ringvorsprung 03 in die erste Ringnut 12 und der zweite Ringvorsprung
08 in die zweite Ringnut 17 eingreift. Radial unterhalb des jeweiligen Ringvorsprung
03, 08 befindet sich ein vom Rotorbauteil 11 gebildeter Stützabschnitt 13, 18. Diese
13, 18 stützen sich zumindest bei Fliehkraft am jeweiligen Ringvorsprung 03, 08 ab.
[0037] Weiterhin zu erkennen ist, dass das Rotorbauteil 11 einen umlaufenden sich radial
erstreckenden Scheibenabschnitt 20 aufweist.
[0038] Die Kopplung zwischen dem Rotorbauteil 11 und der ersten Rotorscheibe 01 befindet
sich in diesem Ausführungsbeispiel im radial äußeren Bereich.
[0039] Hierzu skizziert die Fig. 2 die erste Rotorscheibe 01 in perspektivischer Ansicht.
Zu erkennen ist der umlaufende Ringvorsprung 03 sowie radial außerhalb die die erste
Rotorscheibe 01 axial durchdringenden Schaufelhaltenuten 02. Zwischen jeweils 2 Schaufelhaltenuten
02 befindet sich ein erster Eingriffsabsatz 05. Zwischen jeweils zwei Eingriffsabschnitte
05 befindet sich eine entsprechende erste Ausnehmung.
[0040] Die Fig. 3 zeigt das hierzu komplementäre Rotorbauteil 11. Zu erkennen sind wiederum
die umlaufenden Ringnuten 12, 17 mit denen sich auf der zur Rotorachse weisenden Seite
angeordneten Stützabschnitte 13, 18. Der sich am einem axialen Ende unmittelbar benachbart
zur ersten Rotorscheibe 01 radial erstreckende Scheibenabschnitt 20 wird unterteilt
in einen radial inneren ersten Bereich und einen radial äußeren zweiten Bereich, wobei
der zweite Bereich eine Aufdeckung 19 aufweist und hierdurch die zumindest doppelte
Materialstärke des ersten Bereichs erreicht. Um bei auftretenden Fliehkräften eine
sichere Kopplung zwischen dem Rotorbauteil 11 und der ersten Rotorscheibe 01 zu gewährleisten,
werden in diesem Ausführungsbeispiel die am Rotorbauteil 11 angeordneten zweiten Eingriffsabätze
15 sowie die dazwischenliegenden zweiten Ausnehmungen 14 gegenüberliegend zur Aufdeckung
19 im radial äu-βeren Bereich angeordnet.
[0041] Analog der Fig. 1 zeigt die Fig. 4 einen Rotor in einer zweiten beispielhaften Ausführungsform.
Hierbei weist der Rotor eine erste Rotorscheibe 21 und eine zweite Rotorscheibe 26
auf. An diesen 21, 26 ist jeweils ein umlaufender, sich axial erstreckender Ringvorsprung
23, 28 angeordnet.
[0042] Zwischen den Rotorscheiben 21, 26 befindet sich das Rotorbauteil 31, welches 31 zur
Anbringung an den Rotorscheiben 21, 26 jeweils eine umlaufende Ringnut 32, 37 aufweist.
[0043] Weiterhin zu erkennen ist, dass das Rotorbauteil 31 einen umlaufenden sich radial
erstreckenden Scheibenabschnitt 40 aufweist.
[0044] Die Kopplung zwischen dem Rotorbauteil 31 und der ersten Rotorscheibe 21 befindet
sich unmittelbar radial außerhalb des ersten Ringvorsprungs 23.
[0045] Die Fig. 5 zeigt das Rotorbauteil 31 in perspektivischer Ansicht. Zu erkennen ist
wiederum die umlaufende erste Ringnut 32 mit dem sich auf der zur Rotorachse weisenden
Seite angeordneten Stützabschnitte. Der sich am einem axialen Ende unmittelbar benachbart
zur zweiten Rotorscheibe 26 radial erstreckende Scheibenabschnitt 40 ist analog wie
zuvor ausgeführt.
[0046] Im Gegensatz zur vorherigen Ausführung ist in diesem Fall vorgesehen, dass das Rotorbauteil
an der radial außen liegenden Flanke der ersten Ringnut 32 auf der zur Rotorachse
weisenden Seite einen umlaufenden Ringabsatz 35 aufweist. Dieser 35 wird mehrfach
unterbrochen durch jeweils im Umfang verteilt angeordnete zweite Ausnehmungen 34.
[0047] Die Fig. 6 zeigt hierzu die erste Rotorscheibe 21 in perspektivischer Ansicht. Zu
erkennen ist der umlaufende Ringvorsprung 23 sowie die Schaufelhaltenuten 02. Zur
Realisierung der Kopplung weist die erste Rotorscheibe 21 auf der radial außen liegenden
Seite am ersten Ringvorsprung 23 die zu den zweiten Ausnehmungen 34 komplementäre
erste Eingriffsabsätze 25.
1. Rotor, insbesondere einer Gasturbine,
mit einer ersten Rotorscheibe (01, 21), welche (01, 21) am Umfang verteilt eine Mehrzahl
die erste Rotorscheibe (01, 21) axial durchdringender Schaufelhaltenuten (02, 22)
zur Aufnahme von Laufschaufeln und radial unterhalb der Schaufelhaltenuten (02, 22)
einen sich axial erstreckenden umlaufenden ersten Ringvorsprung (03, 23) aufweist,
und
mit einer an der ersten Rotorscheibe (01, 21) befestigten zweiten Rotorscheibe (06,
26), welche (06, 26) am Umfang verteilt eine Mehrzahl die zweite Rotorscheibe (06,
26) axial durchdringender Schaufelhaltenuten zur Aufnahme von Laufschaufeln und radial
unterhalb der Schaufelhaltenuten einen sich axial zum ersten Ringvorsprung (03, 23)
erstreckenden umlaufenden zweiten Ringvorsprung (08, 28) aufweist, und
mit einem zwischen den Rotorscheiben (01,06, 21,26) angeordneten umlaufenden Rotorbauteil
(11, 31), welches (11, 31) einen auf der zur Rotorachse weisenden Seite am ersten
Ringvorsprung (03, 23) zur Anlage kommenden ersten Stützabschnitt (13) und einen auf
der zur Rotorachse weisenden Seite am zweiten Ringvorsprung (08, 28) zur Anlage kommenden
zweiten Stützabschnitt (18) aufweist; wobei die erste Rotorscheibe (01) radial außerhalb
und/oder auf der radial nach außen weisenden Seite des ersten Ringvorsprunges (03)
zumindest zwei am Umfang verteilt angeordnete erste Ausnehmungen und das Rotorbauteil
(11) jeweils in den ersten Ausnehmungen eingreifende zweite Eingriffsabsätze (15)
aufweist; und/oder
wobei das Rotorbauteil (11, 31) radial außerhalb und/oder auf der radial nach außen
weisenden Seite des ersten Ringvorsprunges (03, 23) zumindest zwei am Umfang verteilt
angeordnete zweite Ausnehmungen (14, 34) und die erste Rotorscheibe (01, 21) jeweils
in den zweiten Ausnehmungen (14, 34) eingreifende erste Eingriffsabsätze (05, 25)
aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Rotorbauteil (11, 31) an zumindest einem axialen Ende einen sich radial erstreckenden
Scheibenabschnitt (20, 40) aufweist, welcher (20, 40) die Schaufelhaltenuten (02,
22) einer Rotorscheibe (01, 26) zumindest abschnittsweise abdeckt und einen ersten
Bereich mit einer ersten Materialstärke und radial außerhalb des ersten Bereichs einen
zweiten Bereich mit einer zur ersten Materialstärke zumindest 2-fachen Materialstärke
aufweist.
2. Rotor nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Rotorbauteil (11, 31) eine sich axial öffnende den ersten Ringvorsprung (03,
23) umschließende erste Ringnut (12, 32) und/oder eine sich axial öffnende den zweiten
Ringvorsprung (08, 28) umschließende zweite Ringnut (17, 37) aufweist.
3. Rotor nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine radial äußere Flanke der ersten Ringnut (12, 32) am ersten Ringvorsprung (03,
23) und/oder eine radial äußere Flanke der zweiten Ringnut (17, 37) am zweiten Ringvorsprung
(08, 28) anliegt.
4. Rotor nach einer der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass beidseitig der Ausnehmungen sich axial und abschnittsweise in Umfangsrichtung erstreckende
Vorsprünge; und/oder
dass die Ausnehmungen (34) in einem umlaufenden Ringabsatz (35) angeordnet sind.
5. Rotor nach einer der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass an der ersten Rotorscheibe (01) die ersten Eingriffsabsätze (05) jeweils in Umfangsrichtung
zwischen zwei Schaufelhaltenuten (02) angeordnet sind; und/oder
dass an der ersten Rotorscheibe (01) die ersten Ausnehmungen jeweils in Verlängerung der
Schaufelhaltenuten (02) angeordnet sind.
6. Rotor nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Länge der ersten Eingriffsabsätze (05) in Umfangsrichtung jeweils kleiner oder
gleich dem kleinsten Abstand zwischen zwei Schaufelhaltenuten (02) ist.
7. Rotor nach einer der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass an der ersten Rotorscheibe (21) die ersten Eingriffsabsätze (25) auf der radial nach
außen weisenden Seite des Ringvorsprungs (23) beabstandet vom axial freien Ende des
Ringvorsprungs (23) angeordnet sind.
8. Rotor nach einer der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass der zweite Bereich durch eine Aufdickung (19) auf der von der unmittelbar benachbarten
Rotorscheibe (01, 26) wegweisenden Seite gebildet wird.
9. Rotor nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Eingriffsabsätze (15) und/oder die Ausnehmungen (14) im zweiten Bereich angeordnet
sind.
1. Rotor, in particular of a gas turbine, with a first rotor disc (01, 21) which (01,
21) has, distributed on the circumference, a plurality of blade retaining grooves
(02, 22) which axially penetrate the first rotor disc (01, 21) for receiving rotor
blades, and, radially below the blade retaining grooves (02, 22), an axially extending
circumferential annular projection (03, 23), and with a second rotor disc (06, 26)
which is fastened to the first rotor disc (01, 21) and which (06, 26) has, distributed
on the circumference, a plurality of blade retaining grooves which axially penetrate
the second rotor disc (06, 26) for receiving rotor blades, and, radially below the
blade retaining grooves, a circumferential second annular projection (08, 28) which
extends axially with respect to the first annular projection (03, 23), and with a
circumferential rotor component (11, 31) which (11, 31) is arranged between the rotor
discs (01, 06, 21, 26) and has a first supporting portion (13), coming into contact
with the first annular projection (03, 23) on the side which points towards the rotor
axis, and a second supporting portion (18), coming into contact with the second annular
projection (08, 28) on the side which points towards the rotor axis, the first rotor
disc (01) having at least two first recesses which are arranged distributed on the
circumference radially outside and/or on the radially outwardly pointing side of the
first annular projection (03), and the rotor component (11) having second engagement
shoulders (15) which engage in each case in the first recesses; and/or the rotor component
(11, 31) having at least two second recesses (14, 34) which are arranged distributed
on the circumference radially outside and/or on the radially outwardly pointing side
of the first annular projection (03, 23), and the first rotor disc (01, 21) having
first engagement shoulders (05, 25) which engage in each case in the second recesses
(14, 34), characterized in that, at at least one axial end, the rotor component (11, 31) has a radially extending
disc portion (20, 40) which (20, 40) covers the blade retaining grooves (02, 22) of
a rotor disc (01, 26) at least in portions, and has a first region with a first material
thickness and, radially outside the first region, a second region with a material
thickness which is at least twice the first material thickness.
2. Rotor according to Claim 1, characterized in that the rotor component (11, 31) has an axially opening first annular groove (12, 32)
which encloses the first annular projection (03, 23), and/or an axially opening second
annular groove (17, 37) which encloses the second annular projection (08, 28).
3. Rotor according to Claim 2, characterized in that a radially outer flank of the first annular groove (12, 32) bears against the first
annular projection (03, 23), and/or a radially outer flank of the second annular groove
(17, 37) bears against the second annular projection (08, 28).
4. Rotor according to one of Claims 1 to 3, characterized in that projections which extend axially and in portions in the circumferential direction
are arranged on both sides of the recesses, and/or in that the recesses (34) are arranged in the circumferential annular shoulder (35).
5. Rotor according to one of Claims 1 to 4, characterized in that the first engagement shoulders (05) are arranged on the first rotor disc (01), in
each case between two blade retaining grooves (02) in the circumferential direction;
and/or in that the first recesses are arranged on the first rotor disc (01), in each case in an
extension of the blade retaining grooves (02).
6. Rotor according to Claim 5, characterized in that the length of the first engagement shoulders (05) in the circumferential direction
is in each case smaller than or equal to the smallest spacing between two blade retaining
grooves (02).
7. Rotor according to one of Claims 1 to 4, characterized in that the first engagement shoulders (25) are arranged on the first rotor disc (21) on
the radially outwardly pointing side of the annular projection (23), spaced apart
from the axially free end of the annular projection (23).
8. Rotor according to one of Claims 1 to 7, characterized in that the second region is formed by way of a second portion (19) on the side which points
away from the directly adjacent rotor disc (01, 26).
9. Rotor according to Claim 8, characterized in that the engagement shoulders (15) and/or the recesses (14) are arranged in the second
region.
1. Rotor, en particulier d'une turbine à gaz,
comprenant un premier disque (01, 21) de rotor, qui (01, 21) a, réparties sur le pourtour,
un nombre d'encoches (02, 22) de retenue d'aube traversant axialement le premier disque
(01, 21) du rotor pour la réception d'aubes mobiles et, radialement en-dessous des
encoches (02, 22) de retenue d'aube, une première saillie (03, 23) annulaire faisant
le tour en s'étendant axialement, et
comprenant un deuxième disque (06, 26) de rotor fixé au premier disque (01, 21) du
rotor, qui (06, 26) a, réparties sur le pourtour, une pluralité d'encoches de retenue
d'aube, traversant axialement le deuxième disque (06, 26) du rotor pour la réception
d'aubes mobiles et, radialement en-dessous des encoches de retenue d'aube, une deuxième
saillie (08, 28) annulaire faisant le tour en s'étendant axialement par rapport à
la première saillie (03, 23) annulaire, et
comprenant une pièce (11, 31) de rotor, qui (11, 31) fait le tour, qui est disposée
entre les disques (01, 06, 21, 26) du rotor, et qui a une première partie (13) d'appui
venant, du côté tourné vers l'axe du rotor, en contact avec la première saillie (03,
23) annulaire, et une deuxième partie (18) d'appui venant, du côté tourné vers l'axe
du rotor, en contact avec la deuxième saillie (08, 28) annulaire ;
dans lequel le premier disque (01) du rotor a, à l'extérieur radialement et/ou du
côté tourné vers l'extérieur radialement de la première saillie (03) annulaire, au
moins deux premiers évidements répartis sur le pourtour et la pièce (11) de rotor
a des deuxièmes ressauts (15) de pénétration pénétrant respectivement dans les premiers
évidements ; et/ou
dans lequel la pièce (11, 31) du rotor a, radialement à l'extérieur et/ou du côté
tourné vers l'extérieur radialement de la première saillie (03, 23) annulaire, au
moins deux deuxièmes évidements (14, 34) répartis sur le pourtour et le premier disque
(01, 21) du rotor a des premiers ressauts (05, 25) de pénétration pénétrant respectivement
dans les deuxièmes évidements (14, 34), caractérisé en ce que
la pièce (11, 31) du rotor a, à au moins une extrémité axiale, une partie (20, 40)
de disque, qui s'étend radialement et qui (20, 40) recouvre les encoches (02, 22)
de retenue d'aube d'un disque (01, 26) du rotor, au moins par endroits, et une première
région ayant une première épaisseur de matériau et, radialement à l'extérieur de la
première région, une deuxième région ayant une épaisseur de matériau d'au moins 2
fois par rapport à la première épaisseur de matériau.
2. Rotor suivant la revendication 1,
caractérisé
en ce que la pièce (11, 31) du rotor a une première encoche (12, 32) annulaire s'ouvrant axialement
et entourant la première saillie (03, 23) annulaire et/ou une deuxième encoche (17,
37) annulaire s'ouvrant axialement et entourant la deuxième saillie (08, 28) annulaire.
3. Rotor suivant la revendication 2,
caractérisé
en ce qu'un flanc extérieur radialement de la première encoche (12, 32) annulaire s'applique
à la première saillie (03, 23) annulaire et/ou un flanc extérieur radialement de la
deuxième encoche (17, 37) annulaire s'applique à la deuxième saillie (08, 28) annulaire.
4. Rotor suivant l'une des revendications 1 à 3,
caractérisé
en ce que, des deux côtés des évidements, sont disposées des saillies s'étendant axialement
et par endroits dans la direction du pourtour ; et/ou
en ce que les évidements (34) sont disposés dans un ressaut (35) annulaire faisant le tour.
5. Rotor suivant l'une des revendications 1 à 4,
caractérisé
en ce que, sur le premier disque (01) du rotor, les premiers ressauts (05) de pénétration sont
disposés respectivement dans une direction du pourtour entre deux encoches (02) de
retenue d'aube ; et/ou
en ce que, sur le premier disque (01) du rotor, les premiers évidements sont disposés respectivement
en prolongement des encoches (02) de retenue d'aube.
6. Rotor suivant la revendication 5,
caractérisé
en ce que la longueur des premiers ressauts (05) de pénétration est, dans la direction du pourtour,
respectivement inférieure ou égale à la distance la plus petite entre deux encoches
(02) de retenue d'aube.
7. Rotor suivant l'une des revendications 1 à 4,
caractérisé
en ce que, sur le premier disque (21) du rotor, les premiers ressauts (25) de pénétration sont
disposés, du côté tourné vers l'extérieur radialement de la saillie (23) annulaire,
à distance de l'extrémité libre axialement de la saillie (23) annulaire.
8. Rotor suivant l'une des revendications 1 à 7,
caractérisé
en ce que la deuxième région est formée par un épaississement (19), du côté non tourné vers
le disque (01, 26) du rotor immédiatement voisin.
9. Rotor suivant la revendication 8,
caractérisé
en ce que les ressauts (15) de pénétration et/ou les évidements (14) sont disposés dans la
deuxième région.