[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zum indirekten
Bedrucken abrollbarer, insbesondere zylindrischer Teile, mit wenigstens einem Druckzwischenträger
und mit einer Einrichtung zur Erzeugung eines Druckbilds auf dem Druckzwischenträger
mittels eines Matrixstrahlauftrags, wobei der Druckzwischenträger ein Endlosband ist,
welches als geschlossene Bandschleife über wenigstens zwei Rollen endlos geführt ist
und auf seiner von den Rollen jeweils abgewandten äußeren Seite das Druckbild erhält,
wobei eine Zuführeinrichtung für die zu bedruckenden abrollbaren Teile vorgesehen
ist, wobei die Teile rotierbar in der Zuführeinrichtung gelagert sind, so dass das
zuvor auf dem Endlosband erhaltene Druckbild durch Abrollen eines jeweiligen zu bedruckenden
zylindrischen Teils gegen das Endlosband von dem Endlosband auf das abrollbare Teil
übertragbar ist.
[0002] Eine derartige Vorrichtung und ein derartiges Verfahren sind aus
EP 3 065 950 B1 der Anmelderin vorbekannt. Bei dieser vorbekannten Vorrichtung wurde bereits davon
Gebrauch gemacht, ein Druckbild auf einen Druckzwischenträger in Form eines Endlosbands
aufzubringen und von dort auf ein gegen das Endlosband abrollendes Teil zu übertragen.
Das Druckbild wurde zuvor über eine Klischeewalze eines Tiefdruck- oder eines Hochdruckauftragswerks
oder durch Matrixstrahlauftrag unter Verwendung eines Tintenstrahldruckwerks auf das
Endlosband aufgebracht. Mit dieser vorbekannten Vorrichtung wurde also bereits davon
Abstand genommen, ein Druckbild unter Verwendung einer zylindrischen Walze direkt
auf einen demgegenüber abrollbaren, insbesondere zylindrischen Gegenstand zu übertragen.
Auch konnte bei der vorbekannten Vorrichtung auf die Verwendung eines zuvor jahrzehntelang
verwendeten abrakelbaren Klischees verzichtet werden, von dem das Druckbild mittels
eines Tampons abgenommen und auf einen zu bedruckenden Gegenstand übertragen wurde.
An diesen Vorteilen soll weiter festgehalten werden. Des Weiteren soll daran festgehalten
werden, dass der Druckprozess kontinuierlich ausgeführt wird, indem die zu bedruckenden
Teile gegenüber einem vorzugsweise in einer Ebene verlaufenden Übergabeabschnitt oder
Übergabebereich des Endlosbands abrollen und dabei das Druckbild von dem Endlosband
auf das zu bedruckende Teil übertragen wird.
[0003] Es wurde indessen festgestellt, dass sich die Übertragung eines durch Matrixstrahlauftrag
auf dem Endlosband erzeugten Druckbilds beim Abrollen der zu bedruckenden Teile gegen
das Endlosband insbesondere bei Verwendung von mehrfarbigen Druckbildern mitunter
problematisch gestaltet, nämlich dahingehend, dass durch das Abrollen der zu bedruckenden
Teile gegen das Endlosband die noch fließfähige Druckfarbe im Spalt zwischen dem zu
bedruckenden Teil und dem Endlosband verdrängt oder verwischt wird. Dies führt zu
ungenauen Konturen und bei Verwendung eines mehrfarbigen Druckbilds zu einer Vermischung
der durch Matrixstrahlauftrag matrixartig aufgebrachten und sehr eng zueinander benachbart
angeordneten kleinsten Farbtröpfchen. Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe
zugrunde, diesem Problem zu begegnen.
[0004] Diese Aufgabe wird ausgehend von einer Vorrichtung der eingangs genannten Art erfindungsgemäß
dadurch gelöst, dass in Transportrichtung des Endlosbands vor der Einrichtung zur
Erzeugung eines Druckbilds eine Einrichtung zum kontinuierlichen oder bereichsweisen
Auftragen eines Nassfilms auf das Endlosband vorgesehen ist, so dass die Einrichtung
zur Erzeugung eines Druckbilds das Druckbild auf diesen zuvor aufgebrachten Nassfilm
aufträgt derart, dass der Nassfilm eine Unterlagenschicht für das Druckbild bildet,
und dass der Nassfilm beim Abrollen der zu bedruckenden Teile gegen das Endlosband
in Kontakt mit einem jeweiligen Teil gerät und hierbei mitsamt dem darauf aufgebrachten
Druckbild auf das zu bedruckende Teil übertragbar ist.
[0005] Es wird also erfindungsgemäß vorgeschlagen, dass das Druckbild nicht unmittelbar
auf die äußere Seite des Endlosbands aufgebracht wird, sondern auf einen zuvor auf
die äußere Seite des Endlosbands aufgebrachten Nassfilm. Dieser Nassfilm wird derart
flächenhaft aufgebracht, dass er sich in Transportrichtung des Endlosbands und quer
hierzu flächenhaft und durchgehend zumindest über einen Bereich erstreckt, welcher
als Unterlagenschicht das auf den Druckzwischenträger aufzubringende jeweilige Druckbild
empfängt, so dass dieses Druckbild ganz auf diesen Nassfilm aufbringbar ist. Es wurde
erfindungsgemäß festgestellt, dass beim Aufbringen des Druckbilds durch Matrixstrahlauftrag,
bei dem das Druckbild in Form einer riesigen Anzahl kleinster Tröpfchen, insbesondere
und vorzugsweise in verschiedenen Farben aufgebracht wird, die matrixartig mit an
sich bekanntem sehr geringem Abstand voneinander angeordnet sind, das eingangs geschilderte
Problem des Verwischens der Tröpfchen weitgehend verringert werden kann, wenn diese
Tröpfchen auf einen nachgiebigen Nassfilm als Unterlagenschicht aufgebracht werden.
Wenn diese flüssigen Tröpfchen nämlich auf einen flüssigen Nassfilm aufgebracht werden,
so bilden sie mit diesem Nassfilm Haftkräfte aus, welche die Tröpfchen zu fixieren
suchen. Des Weiteren wurde festgestellt, dass sich die matrixartig angeordneten Tröpfchen
wie bei einem Kontakt zweier flüssiger Phasen in Dickenrichtung, also orthogonal zur
Oberfläche des Endlosbands, in den Nassfilm hineinerstrecken. Es kann so eine linsenförmige
Grenzflächengeometrie erzeugt werden. Das jeweilige Tröpfchen kann also auch in der
Ebenenrichtung durch einen gewissen Formschluss zwischen einer Linsengestalt des Tröpfchens
bzw. dessen Grenzfläche zu dem Nassfilm gehalten und an seinem Ort stabilisiert werden.
Es zeigte sich, dass bei der erfindungsgemäßen Ausgestaltung der Vorrichtung beim
Abrollen der zu bedruckenden Teile gegen das Endlosband ein qualitativ hochstehendes
Druckbild erhalten werden kann, wobei die eingangs geschilderten Probleme weitestgehend
vermieden werden. Der mitübertragene Nassfilm kann dann auf dem zu bedruckenden Teil
trocknen oder härten.
[0006] Es erweist sich hierbei als vorteilhaft, wenn der Nassfilm ein Klarlackfilm ist,
also die Einrichtung zum kontinuierlichen oder bereichsweisen Auftragen eines Klarlackfilms
ausgebildet ist. Hierbei wird unter einem Klarlack ein wenig oder unpigmentiertes
Farbsystem verstanden, so dass die Einsichtnahme auf das Druckbild durch den auf den
Gegenstand mitübertragenen Nassfilm bzw. Klarlackfilm nicht oder kaum beeinträchtigt
wird.
[0007] Ein wesentlicher weiterer Vorteil ist darin zu sehen, dass der auf das zu bedruckende
Teil beim Abrollen mitübertragene Nassfilm nach dem Trocken auf dem zu bedruckenden
Gegenstand zugleich einen transparenten Schutz für das Druckbild darstellt.
[0008] Es erweist sich weiter als vorteilhaft, dass der Nassfilm durch an sich beliebige
prozesstechnisch wenig aufwändige Verfahren aufgebracht werden kann. Er könnte im
einfachsten Fall aufgesprüht, aufgewalzt oder in sonstiger beliebiger Weise aufgebracht
und gegebenenfalls abgerakelt werden. Da es hier lediglich um einen zumindest bereichsweisen
flächenhaften Auftrag geht, müssen keine komplexen Einrichtungen zum Matrixstrahlauftrag
verwendet werden, welche beispielsweise besondere Anforderungen an die Viskosität
des Mediums erheben. Es erweist sich als vorteilhaft, dass lackbasierte Systeme in
unüberschaubarer Variabilität und unüberschaubaren Eigenschaften problemlos handelsüblich
erhältlich sind. So können durch Auswahl eines geeigneten Lacks die Adhäsionseigenschaften
des Nassfilms für die Übertragung und schlussendliche Anhaftung und Trocknung oder
Aushärtung auf dem jeweils zu bedruckenden Teil ohne weiteres eingestellt werden.
Es besteht also hier eine sehr viel größere Variabilität als bei der Auswahl von für
den Matrixstrahlauftrag geeigneten Druckfarben, insbesondere Tinten.
[0009] In diesem Sinne erweist es sich auch als vorteilhaft, wenn das Endlosband ein Silikonband
ist oder eine nach außen exponierte Beschichtung aus Silikon oder auf Silikonbasis
aufweist.
[0010] Weiter kann das Druckbild von einer lösemittelbasierten, wasserbasierten oder reaktiv
härtenden Druckfarbe gebildet sein. Im Hinblick auf den Matrixstrahlauftrag erweist
es sich als besonders vorteilhaft, wenn das Druckbild von einer wasserbasierten Druckfarbe
gebildet ist. Dies stellt die bevorzugte Ausführungsform dar. Insbesondere sind so
wasserbasierte Tintenfarben verwendbar, welche die Anforderungen an die Einrichtung
zur Erzeugung des Druckbilds als unproblematisch erscheinen lassen, weil prinzipiell
handelsübliche Tintenstrahldruckvorrichtungen, insbesondere mit vier Standardfarben
CMYK eines Vierfarbdruckwerks ausgebildet werden können.
[0011] Gleichermaßen ist Gegenstand der vorliegenden Erfindung ein Verfahren mit den Merkmalen
des Anspruchs 6.
[0012] Das Endlosband ist als geschlossene Bandschleife in Umfangsrichtung vorzugsweise
einstückig durchgehend und somit stoßfrei in einem Spritzgießvorgang gespritzt. Hierbei
ist vorzugsweise wenigstens ein Verstärkungsfaden, der in mehreren Windungen in Umfangsrichtung
des zu erhaltenden Endlosbands in eine hierbei verwandte Spritzgießform eingelegt
ist, miteingespritzt.
[0013] Durch die einstückige in Umfangsrichtung durchgehende Herstellung in einem Spritzgießverfahren
wird das Endlosband vorzugsweise stoßfrei ausgebildet, und es zeigte sich, dass hierdurch
die Maßhaltigkeit des Endlosbands im Betrieb weiter verbessert werden konnte. Anders
ausgedrückt wurde festgestellt, dass bei der Herstellung von geschlossenen Bandschlaufen
mit einem Stoßbereich dieser Stoßbereich Probleme verursachen kann. Es wurde insbesondere
festgestellt, dass das Einbringen von Verstärkungsfäden allein keine für die hier
in Rede stehenden Zwecke nennenswerte Verbesserung der Maßhaltigkeit mit sich bringt,
wenn die Fäden am Stoß unterbrochen sind. Wenn hingegen der wenigstens eine Verstärkungsfaden
in mehreren Windungen ununterbrochen in ein durchgehendes stoßfreies Endlosband integriert
ist, wird eine hervorragende Maßhaltigkeit erzielt, die sich weiter vorteilhaft auf
die Maßhaltigkeit des Druckbilds auswirkt, und zwar von der Erzeugung des Druckbilds
bis zur Übertragung des Druckbilds auf das gegen das Endlosband abrollende Teil. Es
wird vorgeschlagen, dass der wenigstens eine Verstärkungsfaden ein Stahldraht oder
ein Kohlefaserdraht, insbesondere ein Kevlardraht, ist.
[0014] Wenn vorstehend von wenigstens einem Verstärkungsfaden die Rede ist, so impliziert
dies, dass es möglich ist, einen einzigen Faden in einer an sich beliebigen Anzahl
von Wicklungen oder Windungen unterbrechungslos durchgehend in die Spritzgießform
einzulegen. Es ist aber ebensogut denkbar, dass mehrere Verstärkungsfäden in mehreren
Windungen eingebracht werden. Der wenigstens eine Verstärkungsfaden erstreckt sich
in Windungen schrauben- oder wendelförmig und dabei in der Umfangsrichtung unterbrechungsfrei
durchgehend. Er bildet also keinen Stoßbereich innerhalb des als geschlossene Bandschleife
ausgebildeten Endlosbands.
[0015] Es erweist sich weiter als vorteilhaft und zweckmäßig, wenn pro Zentimeter Breite
des Endlosbands 2 - 15, insbesondere 2-10 Windungen des Verstärkungsfadens vorgesehen
sind.
[0016] Der wenigstens eine in Umfangsrichtung erstreckte Verstärkungsfaden könnte bei einer
Querschnittsbetrachtung der Bandschleife in beliebigen Bereichen der Bandschleife
angeordnet sein. Indessen erweist es sich als vorteilhaft, wenn die geschlossene und
in Umfangsrichtung einstückig durchgehende Bandschleife im Querschnitt betrachtet
in Dickenrichtung eine erste innere Hälfte und eine zweite äußere Hälfte aufweist,
die beim bestimmungsgemäßen Gebrauch derjenigen Seite des Endlosbands zugewandt ist,
die das Druckbild erhält, und der wenigstens eine Verstärkungsfaden in der zweiten
äußeren Hälfte erstreckt ist. Dies erleichtert die Einbringung des Verstärkungsfadens
in die Spritzgießform und auch die Gestaltung der Spritzgießform, insbesondere einer
Innenschale der Spritzgießform.
[0017] Das Endlosband ist vorzugsweise aus einem thermoplastischen Material, insbesondere
aus Silikon oder auf Silikonbasis gespritzt. Insbesondere ist es denkbar, dass das
Endlosband aus dem thermoplastischen Material und dem wenigstens einen Verstärkungsfaden
besteht. Das Endlosband kann aber auch eine zusätzliche elastisch nachgiebige Beschichtung
umfassen, die insbesondere wiederum aus Silikon bestehen kann oder auf Silikonbasis
ausgebildet sein kann.
[0018] Diese elastisch nachgiebige Beschichtung kann in an sich beliebiger Weise auf die
zuvor hergestellte Bandschleife aufgebracht werden. Es wird vorgeschlagen, dass die
elastisch nachgiebige Beschichtung in einem weiteren Spritzgießvorgang auf die zuvor
hergestellte geschlossene und in Umfangsrichtung einstückig durchgehende Bandschleife
aufgespritzt ist.
[0019] Hierbei erweist es sich als vorteilhaft, wenn die elastisch nachgiebige Beschichtung
auf diejenige Seite der vorzugsweise geschlossenen und in Umfangsrichtung einstückig
durchgehenden Bandschleife aufgespritzt wird, die beim bestimmungsgemäßen Gebrauch
derjenigen Seite des Endlosbands zugewandt ist, die das Druckbild erhält. Die elastisch
nachgiebige Beschichtung bildet dann selbst diejenige Seite des Endlosbands, auf die
der Nassfilm und darauf das Druckbild aufgebracht wird.
[0020] Es sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass die geschlossene und in Umfangsrichtung
einstückig durchgehende Bandschleife aufgrund ihrer typischen Umfangslänge von beispielsweise
80 - 200 cm und Breite von beispielsweise 4 - 20 cm und Dicke von 0,5 - 2 cm ohne
weiteres von innen nach außen gekehrt oder gestülpt werden kann, so dass ihre bezogen
auf die Spritzgießform innere Fläche oder Seite dann zur äußeren Fläche oder Seite
wird.
[0021] In weiterer Ausbildung des grundlegenden Erfindungsgedankens wird auch eine wie nachstehend
beschrieben ausgebildete Vorrichtung als erfindungsgemäß angesehen, bei der das Druckbild
auf dem Druckzwischenträger nicht durch Abrollen von abrollbaren Teilen auf diese
Teile übertragen wird sondern durch eine Druckbildabnahme- und Transfereinrichtung
mit einem gesteuert verlagerbaren Tampon. Es wird daher auch Schutz in Anspruch genommen
für eine Vorrichtung zum indirekten Bedrucken von Teilen, mit wenigstens einem Druckzwischenträger
und mit einer Einrichtung zur Erzeugung eines Druckbilds auf dem Druckzwischenträger
mittels eines Matrixstrahlauftrags, wobei der Druckzwischenträger ein Endlosband ist,
welches als geschlossene Bandschleife über wenigstens zwei Rollen endlos geführt ist
und auf seiner von den Rollen jeweils abgewandten äußeren Seite das Druckbild erhält,
und mit einer Druckbildabnahme- und Transfereinrichtung mit einem gesteuert verlagerbaren
Tampon, welcher das auf dem Endlosband erzeugte Druckbild von dem Endlosband abnimmt
und auf ein zu bedruckendes Teil überträgt, dadurch gekennzeichnet, dass in Transportrichtung
des Endlosbands vor der Einrichtung zur Erzeugung eines Druckbilds eine Einrichtung
zum kontinuierlichen oder bereichsweisen Auftragen eines Nassfilms auf das Endlosband
vorgesehen ist, so dass die Einrichtung zur Erzeugung eines Druckbilds das Druckbild
auf diesen zuvor aufgebrachten Nassfilm aufträgt derart, dass der Nassfilm eine Unterlagenschicht
für das Druckbild bildet, und dass der Nassfilm mitsamt dem darauf aufgebrachten Druckbild
von dem Endlosband auf den Tampon und von dem Tampon auf das zu bedruckende Teil übertragbar
ist.
[0022] Weitere Merkmale, Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den beigefügten
Patentansprüchen und aus der zeichnerischen Darstellung und nachfolgenden Beschreibung
einer bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung. In der Zeichnung
zeigt:
Figur 1 eine schematische Ansicht einer erfindungsgemäßen Druckvorrichtung mit einer
Zuführeinrichtung für zu bedruckende Teile;
Figur 2 eine schematische perspektivische Darstellung eines Gleitschuhs einer Stelleinrichtung
der Vorrichtung nach Anspruch 1;
Figur 3 eine schematische Ansicht einer erfindungsgemäßen Druckvorrichtung mit mehreren
hintereinander angeordneten Druckzwischenträgern.
[0023] Figur 1 zeigt eine insgesamt mit dem Bezugszeichen 2 bezeichnete Vorrichtung zum
indirekten Bedrucken abrollbarer, im beispielhaften Fall zylindrischer Teile 4. Diese
zylindrischen Teile werden mittels einer Zuführeinrichtung 6 einem Druckbereich der
Vorrichtung zugeführt und von dort abgeführt. Bei der Vorrichtung 2 handelt es sich
um eine Vorrichtung zum indirekten Bedrucken, das heißt ein auf ein zu bedruckendes
Teil 4 zu übertragendes Druckbild wird auf einem Druckzwischenträger 8 erzeugt und
von dort an das zu bedruckende Teil abgegeben. Dieser Druckzwischenträger 8 ist von
einem Endlosband 10 gebildet, welches als geschlossene Bandschleife über beispielhaft
zwei Rollen 12 endlos geführt und in Transportrichtung 13 angetrieben ist. Im dargestellten
Fall ist eine Einrichtung 14 zur Übertragung des Druckbilds auf den Druckzwischenträger
8 mittels Matrixstrahlauftrags in Form eines Tintenstrahlauftragswerks 16 (ink jet)
vorgesehen. Ein solches ist beispielhaft durch Andeutung der Standardfarben CMYK eines
Vierfarbdruckwerks oberhalb eines ebenen Bereichs 18 des Endlosbands 10 angedeutet.
[0024] Im Bereich der Übergabestation ist innerhalb des Endlosbands 10, das heißt innerhalb
der von dem Endlosband 10 gebildeten geschlossenen Bandschleife 21 eine Stützeinrichtung
22 vorgesehen, die vorliegend als Stelleinrichtung 24 ausgebildet ist. Die Stelleinrichtung
24 umfasst einen schematisch in Figur 2 dargestellten Gleitschuh 26. Die Stelleinrichtung
24 bzw. der Gleitschuh 26 sind orthogonal zur Ebene des Endlosbands 10 in einem Übergabeabschnitt
30 für das Druckbild verstellbar angeordnet. Dies bedeutet, dass das Endlosband 10
in dem Übergabeabschnitt 30 in Richtung 28 auf die zu bedruckenden Teile 4 auslenkbar
ist. Der Übergabeabschnitt 30 ist also in der Richtung 28 hin und her verstellbar.
Es ist denkbar, dass diese Stellbewegung des Gleitschuhs 26 der Stelleinrichtung 24
einmalig für die Bedruckung einer Reihe gleichartiger Teile 4 vorgenommen wird oder
dass die Stelleinrichtung 24 getaktet betrieben wird. Anhand der schematischen Darstellung
des Gleitschuhs 26 in Figur 2 erkennt man in Antriebsrichtung 32 des Endlosbands 10
erstreckte Rippen oder Stege 34, welche eine exakt ebene Oberfläche 36 ausbilden und
mit dieser Oberfläche 36 von innen gegen die nach innen gewandte Seite des Endlosbands
10 gleitend anliegen. Sie umfassen vorteilhafter Weise eine Gleitbeschichtung, insbesondere
auf Fluorpolymerbasis.
[0025] Die Zuführeinrichtung 6 umfasst im beispielhaft dargestellten Fall ein endloses förderbandartiges
Antriebsmittel 38, welches ebenfalls als geschlossene Bandschlaufe über Rollen 40
geführt ist und eine Vielzahl von Werkstückträgern 42 für jeweils ein zu bedruckendes
zylindrisches Teil 4 aufweist. In einer Beladungsstation 44 werden die zylindrischen
Teile 4 auf die Werkstückträger 42 aufgelegt und sind dort rotierend gehalten. Sie
werden aufeinanderfolgend translatorisch mit konstanter Geschwindigkeit, die der Antriebsrichtung
32 des Endlosbands 10 entgegengesetzt ist, in Richtung auf den Übergabeabschnitt 30
der Druckvorrichtung 2 zugeführt. Im schematisch in Figur 1 dargestellten Fall erkennt
man, dass mittels der Stelleinrichtung 24 der Übergabeabschnitt 30 in Richtung auf
die zu bedruckenden Teile 4 derart ausgelenkt ist, dass die zu bedruckenden Teile
4 in dem Übergabeabschnitt 30 die Außenseite des Endlosbands 10 berühren und hiergegen
abrollen. Während dieses friktionsbedingten und schlupffreien Abrollens der zylindrischen
Teile 4 gegenüber dem Endlosband 10 wird ein betreffendes Druckbild im Übergabeabschnitt
30 von dem Endlosband 10 auf die Außenseite des abrollenden Körpers 4 übertragen.
Wenn die zu bedruckenden Teile 4 zuvor in Richtung des Pfeils 48 dem Übergabeabschnitt
30 translatorisch und in einer Richtung und in einer Ebene zugeführt werden, so gelangen
sie aufgrund der Auslenkung des Endlosbands 10 mittels der Stelleinrichtung 24 kurz
vor Erreichen des Übergabeabschnitts 30 in Berührung mit dem Endlosband 10. Sobald
ein jeweiliges Teil 4 das Endlosband 10 berührt, wird es gewissermaßen schlagartig
in Rotation versetzt und rollt sodann schlupffrei gegen die ihm zugewandte Außenseite
20 des Endlosbands 10 ab. Wie bereits erwähnt, wird dabei das Druckbild von dem Endlosband
10 auf die Außenseite des jeweiligen Teils 4 übertragen.
[0026] Nachdem ein jeweiliges Teil 4 den Übergabeabschnitt 30 verlassen hat und das Druckbild
trägt, erfolgt die Trocknung der Druckfarbe bis ein jeweiliges Teil in einer Entnahmestation
50 von seinem Werkstückträger 42 abgenommen wird.
[0027] Des Weiteren ist in Figur 1 schematisch eine Spanneinrichtung 52 für das Endlosband
10 angedeutet, mittels derer die Bandspannung einstellbar. Die Spanneinrichtung kann
steuerbar oder regelbar ausgebildet sein und insbesondere mit dem Betrieb der Stelleinrichtung
24 gekoppelt sein.
[0028] Dadurch, dass die Zuführrichtung 48 der Zuführeinrichtung 6 entgegengesetzt zu der
Antriebsrichtung 32 des Endlosbands 10 ist, können hohe Relativgeschwindigkeiten und
damit hohe Nutzenraten realisiert werden, wobei beide Komponenten mit demgegenüber
geringerer Absolutgeschwindigkeit angetrieben werden.
[0029] Dadurch, dass als Druckzwischenträger 8 ein nachgiebiges Endlosband 10 verwendet
wird, kann das Druckbild ausgehend von einem in einer Ebene erstreckten Übergabeabschnitt
30 auf hiergegen abrollende zylindrische Teile 4 übergeben werden. Eine solche Anordnung
kann kompakt bauen, da keine großen Druckzylinder mit großen Durchmessern verwendet
werden müssen und auch keine großen Verzögerungen und Beschleunigungen beim Andrücken
und Zurückziehen der zu bedruckenden Teile und Werkstückträger gegen Zylinderwalzen
und von diesen weg aufgewandt werden müssen.
[0030] Es ist auch denkbar und vorteilhaft, dass mehrere vorstehend beschriebene Druckvorrichtungen
gewissermaßen in Reihe hintereinander betrieben werden. Dies ist beispielhaft in Figur
3 dargestellt, wo zwei hintereinander angeordnete Endlosbänder 10 als geschlossene
Bandschlaufen über jeweils zwei Rollen 12 geführt sind. Mittels der zwei Bandschlaufen
als Druckzwischenträger kann jeweils ein Druckbild an derselben Stelle bei dem jeweiligen
zu bedruckenden zylindrischen Teil 4 aufgebracht werden.
[0031] Um zu gewährleisten, dass die von den beiden Druckzwischenträgern 8 gewissermaßen
übereinander aufgebrachten Druckbilder an exakt derselben Stelle des jeweils zu bedruckenden
Teils 4 aufgebracht werden, kann eine zwangsgesteuerte Rotationsantriebseinrichtung
60 für die rotierbar gelagerten Teile 4 vorgesehen sein, um die Teile auf ihrem Weg
von dem ersten Druckzwischenträger 8 zu dem zweiten oder einem weiteren Druckzwischenträger
8 mit exakt vorbestimmter zwangsgesteuerter Umfangsgeschwindigkeit anzutreiben. Die
Rotationsantriebseinrichtung 60 umfasst im beispielhaft angedeuteten Fall einen Zahnstangenmechanismus
62, der nach einer Ausführungsform eine feststehende Zahnstange 64 umfasst, die mit
jeweiligen Zahnrädern 66 bei den Werkstückträgern 42 in rotierbarer Antriebsverbindung
steht.
[0032] Die Teile 4 werden so vom ersten Übergabeabschnitt 30 des ersten Druckzwischenträgers
8 bis zum letzten Übergabeabschnitt 30 des letzten Druckzwischenträgers 8 unterbrechungsfrei
und synchronisiert zur translatorischen Zuführung der Zuführvorrichtung rotierend
angetrieben. Auf diese Weise kann eine genaue Positionierung der Druckbilder realisiert
werden.
[0033] Nach der vorliegenden Erfindung wird das Druckbild nicht direkt auf die äußere Seite
des Endlosbands 10 aufgebracht, sondern wie folgt: Es ist eine Einrichtung 80 zum
kontinuierlichen oder bereichsweisen Auftragen eines Nassfilms 82 vorgesehen, und
zwar in Transportrichtung 13 des Endlosbands 10 vor der Einrichtung 14 zur Aufbringung
des Druckbilds. Die Einrichtung 80 zum Auftragen des Nassfilms 82 kann in an sich
beliebiger Weise ausgebildet sein. Es kann sich hierbei um eine Sprühvorrichtung handeln
oder wie im schematisch angedeuteten Fall um eine Walzenauftragvorrichtung, bei der
ein kontinuierlich erstreckter oder nur bereichsweise erstreckter Nassfilm durch an
sich beliebige Maßnahmen des Hochdrucks oder des Tiefdrucks oder in sonstiger Weise
gebildet wurde. Dieser kontinuierlich erstreckte oder nur bereichsweise erstreckte
Nassfilm 82 wird auf das Endlosband 10 lösbar haftend aufgebracht. Er bildet eine
jeweilige Unterlagenschicht 84 für ein jeweiliges Druckbild. Die Einrichtung 14 zur
Erzeugung des Druckbilds mittels Matrixstrahlauftrags positioniert also die matrixartig
aufgebrachten kleinsten Farbtröpfchen auf der Oberfläche des Nassfilms, wo sie aufgrund
von Oberflächeneffekten, insbesondere adhäsiven Effekten, gehalten werden. Ohne an
die vorstehend und eingangs gegebenen Erklärungen für die Vorteilhaftigkeit dieses
Vorgehens gebunden zu sein, zeigte es sich, dass durch das Aufbringen der Farbtröpfchen
auf einen Nassfilm und den anschließenden Übertrag auf ein jeweiliges dagegen Abrollen
des Teils ein Verschmieren der Tröpfchen, insbesondere verschiedenfarbiger Tröpfchen,
weitgehend vermieden wird. Auf diese Weise kann auf herkömmliche Druckfarben von Tintenstrahldruckvorrichtungen
oder -werken zurückgegriffen werden, was die Ausgestaltung der Druckvorrichtung insgesamt
einfach gestaltet. Es ist unproblematisch möglich, aus den im Markt erhältlichen Lacken
Nassfilme auszubilden, die eine hinreichende Haftung zu der äußeren Seite oder Oberfläche
des Endlosbands haben, um dort stabil und gleichwohl lösbar anzuhaften, jedoch beim
Abrollen gegen ein jeweiliges zu bedruckendes Teil eine hinreichende materialabhängige
Adhäsivität zu der zu bedruckenden Oberfläche des zu bedruckenden Teils aufweisen,
um in der intendierten Weise beim Abrollen des zu bedruckenden Teils auf das zu bedruckende
Teil übertragen zu werden. Der große Vorteil bei der erfindungsgemäßen Vorgehensweise
liegt also darin, dass durch die Verwendung des Nassfilms 82 als Unterlagenschicht
84 für das Druckbild bzw. die matrixartige Anordnung der Farbtröpfchen eine handelsübliche
Tintenstrahldruckvorrichtung sinnvoll eingesetzt werden kann, da das für den Übertrag
auf das zu bedruckende Teil erforderliche Adhäsionsverhalten und das Problem eines
mitunter auftretenden Verschmierens der Farbtröpfchen nicht oder nicht mehr in kritischer
Weise auftritt. Vielmehr wird die Konditionierung des Druckbilds für den prozesstechnischen
Übertrag und Verbleib auf dem zu bedruckenden Teil durch die den Nassfilm 82 gebildete
Unterlagenschicht 84 bewerkstelligt. Als weiteren Vorteil bildet diese Unterlagenschicht
84 nach dem Austrocknen oder Aushärten einen Schutzfilm für das aufgebrachte Druckbild.
1. Vorrichtung (2) zum indirekten Bedrucken abrollbarer, insbesondere zylindrischer Teile
(4), mit wenigstens einem Druckzwischenträger (8), und mit einer Einrichtung (14)
zur Erzeugung eines Druckbilds auf dem Druckzwischenträger (8) mittels eines Matrixstrahlauftrags,
wobei der Druckzwischenträger (8) ein Endlosband (10) ist, welches als geschlossene
Bandschleife über wenigstens zwei Rollen (12) endlos geführt ist und auf seiner von
den Rollen (12) jeweils abgewandten äußeren Seite das Druckbild erhält, wobei eine
Zuführeinrichtung (6) für die zu bedruckenden abrollbaren Teile (4) vorgesehen ist
wobei die Teile (4) rotierbar in der Zuführeinrichtung (6) gelagert sind, so dass
das zuvor auf dem Endlosband (10) erhaltene Druckbild durch Abrollen eines jeweiligen
zu bedruckenden zylindrischen Teils (4) gegen das Endlosband (10) von dem Endlosband
(10) auf das abrollbare Teil (4) übertragbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass in Transportrichtung (13) des Endlosbands (10) vor der Einrichtung (14) zur Erzeugung
eines Druckbilds eine Einrichtung (80) zum kontinuierlichen oder bereichsweisen Auftragen
eines Nassfilms (82) auf das Endlosband (10) vorgesehen ist, so dass die Einrichtung
(14) zur Erzeugung eines Druckbilds das Druckbild auf diesen zuvor aufgebrachten Nassfilm
(82) aufträgt derart, dass der Nassfilm (82) eine Unterlagenschicht (84) für das Druckbild
bildet, und dass der Nassfilm (82) beim Abrollen der zu bedruckenden Teile (4) gegen
das Endlosband (10) in Kontakt mit einem jeweiligen Teil (4) gerät und hierbei mitsamt
dem darauf aufgebrachten Druckbild auf das zu bedruckende Teil (4) übertragbar ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Einrichtung (80) zum kontinuierlichen oder bereichsweisen Auftragen eines Klarlackfilms
auf das Endlosband (10) ausgebildet ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Endlosband (10) ein Silikonband ist oder eine nach außen exponierte Beschichtung
aus Silikon oder auf Silikonbasis aufweist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Druckbild von einer lösemittelbasierten, wasserbasierten oder reaktiv härtenden
Druckfarbe gebildet ist.
5. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Einrichtung zur Erzeugung eines Druckbilds auf dem Druckzwischenträger (8) eine
Tintenstrahldruckvorrichtung (16), vorzugsweise eine Mehrfarbentintenstrahldruckvorrichtung,
ist.
6. Verfahren zum indirekten Bedrucken abrollbarer, insbesondere zylindrischer Teile (4)
unter Verwendung eines Druckzwischenträgers (8), wobei mittels einer Einrichtung zur
Erzeugung eines Druckbilds ein Druckbild auf dem Druckzwischenträger (8) mittels eines
Matrixstrahlauftrags erzeugt wird, wobei als Druckzwischenträger (8) ein Endlosband
(10) verwendet wird, welches als geschlossene Bandschleife über wenigstens zwei Rollen
(12) endlos geführt wird, wobei das Druckbild auf einer von den Rollen (12) jeweils
abgewandten äußeren Seite (20) des Endlosbands (10) erhalten wird, und wobei mittels
einer Zuführeinrichtung (6) die zu bedruckenden abrollbaren Teile (4) aufeinanderfolgend
translatorisch zu dem Übergabeabschnitt (30) zugeführt werden, wobei die Teile (4)
rotierbar in der Zuführeinrichtung (6) gelagert sind, so dass das zuvor auf dem Endlosband
(10) erhaltene Druckbild durch Abrollen des zu bedruckenden Teils (4) gegen das Endlosband
(10) von dem Endlosband (10) auf das abrollbare Teil (4) übertragen wird, dadurch gekennzeichnet, dass in Transportrichtung (13) des Endlosbands (10) vor der Einrichtung (14) zur Erzeugung
eines Druckbilds ein Nassfilm (82) auf das Endlosband (10) aufgebracht wird, so dass
mittels der Einrichtung (14) zur Erzeugung eines Druckbilds das Druckbild auf diesen
zuvor aufgebrachten Nassfilm (82) aufgetragen wird derart, dass der Nassfilm (82)
eine Unterlagenschicht (84) für das Druckbild bildet, und dass der Nassfilm (82) beim
Abrollen der zu bedruckenden Teile (4) gegen das Endlosband (10) in abrollenden Kontakt
mit einem jeweiligen Teil (4) gebracht wird und hierbei mitsamt dem darauf aufgebrachten
Druckbild auf das zu bedruckende Teil (4) übertragen wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Druckbild durch Tintenstrahlauftrag, vorzugsweise durch Mehrfarbentintenstrahlauftrag
erzeugt wird.